Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 1-2 (5.1.1921)
- Date
- 1921-01-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1/2 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 7 dem Lntidc erwünschter ist als ein Ostjude, der aus der Pogromhölle nur das nackte Leben gerettet hat, wird wohl auch Herr Klötzel /״geben. Sieht er nicht, daß die Fachnrbcitermisen* bald ebenso grob sein wird wie die F i na rum i sc re, von der heute nur mehr die Das sind die Argumente, in denen sich das zio• uistische Gewissen Klötzels zeigt. Aber auch das allgemein-menschliche kommt zum Durchbruch. lunge Menschen sind in unreifem Alter durch die ״Dialektik der Führer“ zu Berufen ״Ke'iuitiKt'‘ vorden, die sic unglücklich machen müssen. Mit Hufe der aus neudeutschen Geistesströmungen entlehnten Begnffc wurde eine Stimmung geschaffen, die eine Massenpsvehose darstellt; es wird ein« ״moralische Pression ausgeübt. . , , ״ . , . Nim, ich hin auch der Ansicht, dal! man nicht Landwirt werden ״muß", nur weil man an der Problematjk der jüdischen Seele leidet und schnellstens nach Paiasiina gehen zu sollen glaubt. Wer in sich weiter keine Eignung zu einem ländlichen Berufe fühlt als diesen Imperativ, der lasse seine Finger davon. Aber gibt es überhaupt Juden, die Landwirte ״von Haus aus“ sind und es unter allen Umständen geworden waren? So gut wie keine. Weder bei., uns noch im Osten, von gewissen kleinen jüdischen LandwirtschaftsdUtrikten abgesehen. Aber wie steht es denn mit den üblichen Berufen? Werden die jungen Leute aus innerem Drang Kauf- Icutc, Rechtsanwälte, Aerzte usw.? Wirkt da keine ״Konvention•* und keine ״moralische Pression“? Wir wissen, daß diese Konvention sogar so stark ist, dal! sie bis zum Kriege überhaupt die Möglichkeit unterband, bei der Berufswahl die Landwirtschaft auch mir in Erwägung zu ziehen. Ich habe selbst vor zehn Jahren schon dargelegt, wie bitter not dem Zionismus ausge* bildete Landwirte täten; meine Anregung fand aber keinen Widerhall in der Jugend. Es bedurfte erst der Erschüttcrung des ganzen Geisteslebens durch den Krieg, um die konventionelle Abwehrstellung der jüdischen Jagend, auch der zionistischen, gegen ländliche Berufe zu durchbrechen. Es ist richtig, daß bei dieser veränderten Einstellung die Uebernahmc freidcutsehcr Begriffe und eine gewisse Wandervogelromantik eine Rolle spielten und vielleicht noch spielen. Auch die erst durch die allgemeine sozialistische Strömung herbeigeführte Abkehr eines . kleinen Teiles der Jugend vom Mammonismus kommt ־ hierbei in Betracht. Ich stehe dem Blau-Weiß fern und leluic, wie manche, die in der Jugendbewegung tätig sind, die gefühlsmäßigen Verstiegenheiten gewisser Kreise ab. Die Fiststellung Klötzels, daß ״Worpswede und Freideutschtum" keine jüdischen Werte schaffen, ist zwar nicht neu, aber zweifellos richtig. Dieses Kapitel der jüdischen Galuthmiserc braucht hier nicht behandelt zu werden Es ist tieftraurig, daß nur bei den paar Leuten der ״Hiiu" die Paüstinaselmsueht allein und die Erkeimtnis der Notwendigkeiten des Landes eine Tal gezeitigt haben, die leider auch in Rußland ohne Folgen geblieben ist. Aber da dem so ist, da wir soweit assimiliert sind, daß erst verwandte Strömungen des Wirtsvolkes unserer Jugend die Augen über die Macht der Konvention öffnen konnten, in die war verstrickt sind, so wäre man du Tor, wenn man diesen Schwung nicht für unsere Sache nutzen wollte vor lauter Entrüstung über die Kennzeichen der Assimilation, die er an sich Trägt. Es mußte erst geschehen, daß junge Leute den Gedanken fassen konnten; wir können auch dicht Kaufleute, Aerzte oder Rechtsanwälte werden, wir können vielleicht doch Landwirte oder Gärtner werden. ich sehe in all dem die Kraft, die den toten Punkt auf diesem Gebiet überwinden half und begrüße diese Tat- Sache mit freudiger Dankbarkeif. Landwirte ״von Haus aus“ haben war nicht, ohne Landwirte aber ist Palästina nicht aufzuhaucn noch das zionistische Ideal einer normalen Berufsgliederung des jüdischen Volkes zu verwirk- 1 liehen. Diesen verzweifelten Tatbestand sollte sich jeder | vor Augen halten, der über diese Dinge schreibt! | Können aber jüdische Stadtmenschen überhaupt Landwirte werden? Wer diese Frage verneint, der ver- ‘ ncint auch den Zionismus. Ich muß in diesem Zusaminenhang wiederholen, was Buchholz imlängst Herrn Klötzel erwiderte: Der Zionismus ist überhaupt fast unmöglich. ä Nun ist ja klar, daß cs mit der — durch welche I Umstände auch immer - geschaffenen Tendenz zum I landwirtschaftlichen Beruf nicht getan ist. Denn dieser I Beruf stellt an die körperliche und seelische Spannkraft ן des jüdischen Stadtkindes so große Anforderungen, daß | nur ein Bruchteil dercT, die dazu geneigt sind, in ihm 1 etwas leisten werden. Es müssen daher der Jugend! alle diese Schwierigkeiten aufs eindringlichste vor Augen geführt werden, dergestalt, daß ein wesentlicher Teil der Berufsberatung im Bremsen •und Warnen zu bestehen lut. Ob hierüber in den Führerkreisen des Blau-Weiß immer Klarheit bestanden hat, kann bezweifelt werden Die Erfahrungen aber, die man in zwei Jahren sammeln konnte, und die Mitwirkung fachlicher Berate,־ haben genügt, um hierin Wandel zu schaffen. Es wird heute jedem gesagt, daß der Wille allein es nicht tue, daJ! eine besondere Eignung und Veranlagung hinzukommen müsse. Wenn Herr Klötzel und sein ״erheblicher Teil der deutschen Zionisten“ ihre Informationen über die Berufsbcratujig nicht aus zweiter Hand, sondern an der Quelle geschöpft hatten, wozu z. B. bei der Praktikantentagtmg jm November eine ausgezcidinete Gelegenheit bestand, so hätten sie gehurt, daß allen Fragen der speziellen Berufsberatung eine allgemeine Darlegung vorausgcsdiickt wurde, in der etwa gesagt wurde: Palästina bedarf zwar dringend ausgebildetcr Landwirte und Gärt- 11er, aber dieser Beruf ist für den jüdischen Städter mit ungeheuren Schwierigkeiten verbundea Nur wer bei voller Kenntnis dieser Schwierigkeiten, die näher beleuchtet wurden, sich selbst geprüft hat, entscheide sich dafür! Vielleicht hätte Herr Klötzel auch hierin nur die Bestätigung seüies Satzes gesehen, daß ״die wirklich Verantwortlichen vorsichtig genug sind, um sich persönlidi so wenig Blößen als möglich zu geben“. Es erscheint mir überflüssig, auf die Unterstellung der mala fides, die in diesen Worten liegt, sachlich cinzugehen. Es genüge, diese Bemerkung, die sidi in dem Artikel Klötzels schamhaft in einer Fußnote verbirgt, ins volle Tageslicht zu rücken. Herr Klötzel hätte auf der genannten Tagung ferner gehört, daß ein dreijähriger praktischer Lehrgang vor der Ueberfahrt nach Palästina die Regel bilden soll. Diese Forderung, die von den Praktikanten allgemein anerkannt wird, wird nicht nur aus fachlidien Gründen erliobcn. Es soll erreidit werden, daß die Ausscheidung der Ungeeigneten bereits hier erfolgt und dem Lande sowie dem einzelnen Enttäuschungen erspart werden. Wer sich nad\ ein bis zwei Jahren in den gewählten Beruf nicht eingelebt hat oder gar sieh unglücklich fühlt, hat die Pflicht, einen anderen Beruf zu ergreifen. Wir glauben, daß solche Leute die erlangte Klarheit über ihre Möglichkeiten und die Erweiterung ihres Gesichtsfcldes mit ein bis zwei Jugcndjalircn nicht zu teuer bezahlt haben, und cs liegt wohl jedem fern, diesen auch nur den leisesten Makel anzuheften. Allerdings glauben wir auch nidit, sie damit trösten zu müssen, daß wir ihnen sagen, sie erfüllten eine speziell ziouistische Pflicht, wenn sie in Deutschland blieben und ihre Kinder etwas Ordentliches lernen ließen. Der Rest aber, der nach dreijähriger Lehrzeit hinübergeht, berechtigt allerdings zu der Erwartung, daß die meisten davon nach Anpassung an die Landesverhältiusse mindestens ״mittelmäßige Landwirte“ und damit ein für uns bereits unsclvätzbares Koloaisationselemcnt bilden werden. Es ist unsere Pflicht, ihre fachliche Ausbildung in Deutschland mit allen Mitteln zu fördern, eine Aufgabe, die uns durch das geringe Verständnis eines ״erheblichen Teiles der deutschen Zionisten“ und Artikel wie den des Herrn Klötzel nicht gerade erleichtert wird. Auch wenn Herr Klötzel glaubte, endlich Dinge sagen zu sollen, welche die Leitung bisher auszusprechen versäumt habe, so durfte er sich dabei nicht zu solcher Eile verleiten lassen, daß er sich nicht mehr die Zeit gönnen konnte, seine Argumente und Informationen gründlich nachzuprüfen. Aus der Gedankenwelt des Herzlbundes Auf dem Bundestag in Halberstadt, welcher unmittelbar vor der Londoner Jahrcskonfcrenz stattfand, wurde ein Projekt diskutiert, das zwar durch die seitrechtlichen A n s p r u ch auf die Unterstützung durch den Fonds bis zur Höhe der von ihm insgesamt eingezahlten Beträge cinzuräumcn, während eine Unter- Stützung über diese Höhe hinaus von der Kreditwürdigkeit des betreffenden Objektes abhängig blieb. Es geht hieraus bereits hervor, daß die Unterstützung durch den Fonds nicht auf dem Wege der Subventionen, sondem auf geschäftlicher Basis gedacht war: der Fonds war nur nach den ordentlichen Prinzipien einer Dar- Ichcnskassc auf genossenschaftlicher Basis zu verwalten. Selbst für diejenigen Beträge sollte dies zutreffen, für deren Gewährung dem Antragsteller der vorerwähnte rechtliche Anspruch eingeräumt war. Auch diese Betrage sollten als Kredit gegen Sicherstellung zur Auszahlung gelangen. Dies war nämlich der leitende, der neue soziale Gesichtspunkt: das Obereigentum wurde seitens aller Spender mit dem Augenblick der Spende unwiderruflich an die Gemeinschaft, au die Fondsverwaltung übertragen, und wenn der Fonds dann irgendwelche Betriebsmittel zur Verfügung stellte, so konnte dies nur leihweise geschehen. Die Entwicklung vollzog sich also so, daß derjenige Spender, der nicht nach Palästina ging, jeden Anteil am Fonds verlor und lediglich das Bewußtsein zurückbchielt, daß er ein Opfer gebracht hatte zugunsten derjenigen, die hinübergingen (eine Zumutung, die ohne weiteres vertretbar ist); derjenige Spender aber, der etwa 20 000 M. hier eingezahlt hatte, dann hinüberging, um eine kleine Möbelfabrik drüben zu eröffnen, erhielt hierzu vom Fonds 20 000 M., und zwar nach dessen Wahl in irgendeiner Form, möglichst in Form von Produktionsmitteln, Maschinen, Motoren oder dgl., die nichtsdestoweniger im Obereigentum des Fonds verblieben, und die er zu einem billigen Zinssätze zu verzinsen, in Ausnahmefällen vielleicht zu amortisieren hatte (letzteres, um den Fall des Privateigentums an diesen Produktionsmitteln nicht ganz unmöglich zu machen). Wollte der Betreffende über die 20 000 M. hinaus weitere Mittel zur Verfügung gestellt haben, so war dies auch möglich, hing aber dann davon ab, wieweit der Fonds es für sicher und Ökonomisch hielt. Was war damit erreicht? 1. Der Spender zunächst spendete freudig. Wenn er sich schon die alleräußersten 10 0 ״ abrang, um sie dem Fonds zu geben, geschah cs, ohne daß er dadurch die Hoffnung schwinden sehen mußte, sich selbst in absehbarer Zeit drüben eine Existenz zu schaffen. Denn andere Sparpfennige stehen heute keinem Angehörigen der auf Gehalt gestellten Erwerbsgruppc, d. h. also fast keinem Mitglied des H.-B. zu. Er konnte sich vielmehr umgekehrt sagen: mit dieser Spende, mit dieser Sparkasse baue ich mir drüben meine Existenz auf. 2. Der Fonds konute auf raschestem, vor allem auch billigsten Wege, wenn auch zunächst in kleinem Maßstabe, selbst an der wirtschaftlichen Erschließung Anteil nehmen. Denken wir uns die zionistische Welt aufgeteilt in eine Menge solcher Keimzellen, solcher Korporationen, die selbsttätig kolonisieren, gleichermaßen um Arbeitsstellen zu schaffen, wie um ihre eigenen Mitglieder hinüber zu verpflanzen, so werden wir davon raschere Erfolge zu erwarten haben, als wenn wir all her erfolgte Proklamiert״^ des Keren hajessod zurück*! unsere Erwartungen darauf setzen, daß eine einzige gedrängt wurde, das aber zweifellos berufen ist, sobald sich die Meinungen hinsichtlich des Keren hajessod erst ein wenig konsolidiert haben, hineingefügt in diesen größeren Plan oder aber neben ihm eine große Bedeutung• für eine ganze Reihe zionistischer Vereinigungen zu gewinnen. Ucbcrdies eröffnet cs auch, sofern man es weiter durchdenkt und seine späteren, seine größeren Ausläufer im Auge bcluilt, sozialwirtschaftliche Perspektiven von solchem Ausmaß, dal! cs wünschenswert erscheint, größere Kreise damit vertraut zu machen. Es handelt sich um die Schaffung eines H.-B.-Palästina-Wirischafts-Foiids von ganz eigenartiger Struktur. Das vom Keren hajessod offiziell übernommene Prinzip des ״Zehnten“ lag auch diesem Plan zugrunde. Jedes Mitglied des Herzl-Bundes sollte verpflichtet werden, 10 0,״ seines monatlichen Einkommens an die zur Vorwaltung des Fonds zu errichtende Genossenschaftskasse abzufüliren. Aber während der Keren hajessod es später zur Forderung erhob, daß mit der vollzogenen Spende der Spender selbst gewissermaßen wieder anonym wurde, während man dort also den Verzicht des Spenders auf eine irgendwie geartete zukünftige Verknüpfung mit der Verwertung der Spende als Zciclien besonderer Auf- Opferung und Ausschaltung persönlicher Interessen zur Forderung erhob, folgten wir einem anderen Gedanken: gerade durch diese Spende sollte der Spender rascher in unmittelbare Verbindung mit Palästina gebracht werden, als er sie sonst hätte erzielen können. Der Fonds sollte dazu dienen, den Mitgliedern des H.-B. die Gründüng wirtschaftlicher Existenzen in Palästina zu ermögliehen, zumindest zu erleichtern. Im Vordergrund stand zwar aucii hier das Bewußtsein von der Notwendigkeit, überhaupt wirtschaftliche Existenzen drüben zu schaffen, um dadurch (unter Ausschaltung von Zwischenbilanzen, sowie unter Verzicht auf einen kostspieligen Regie• apparnt) unmittelbar eine Keimzelle schöpferischer Ko- Ionisation zu schaffen. Jungen Kaufleuten, die sich drüben etablieren wollten, die vielleicht die Absicht hatten, kleinere Fabriken und Werkstätten zu errichten, sollten die Ptoduktions• oder Betriebsmittel hierzu zur Verfügmig gestellt werden. Aber parallel damit ging der Gedanke, daß die so geschaffenen Arbeitsstellen in erster Reihe für die Spender, für die Mitglieder des H.-B. in Anspruch genommen werden sollten. Dqt Fonds wurde also zu einer Art Palästlnasparkasse, die dem Sparer in dem Moment zur Verfügung stand, wo er selbst in Palästina angetangt war. Hierbei war in Aussicht genoinmcn, jedem Sparer, sobald xer drüben war, einen riesengroße Gesellschaft mit einem ungeheuren Beamtenapparnt das Wirtschaftsleben monopolisiert und jener Zwangswirtschaft zuführt, deren ruinöse Folgen wir bei jeder der zahllosen Kriegsgesellschaften (Zentraleinkaufsgenossenschaftcn usw. usw.) doch wahrlich zur Genüge erprobt haben, ״ ״ 3. Das Bedeutsamste dieses Planes liegt aber in dem erwähnten Gedanken, das Obereigcntum an gewerbliche« Produktionsmitteln ausschalten •oder einengen zu können. Der unter 2. gegen die Zwangswirtschaft gerichtete Satz darf nicht so verstanden werden, als sollte die schrankenlos freie Wirtschaft gepredigt werden. Das kann schon deshalb nicht der Fall sein, weil das Wort ״freie Wirtschaft“ eine Fiktion darstellt, welcher nichts Reales entspricht. Es hat vielleicht nie eine freie, cs hat seit Jahrhunderten immer nur eine Planwirtschaft gegeben, und es wird nie eine andere mehr als eine solche geben. Aber Planwirtschaft und Zentrale,1inscliaft ist nicht das gleiche. Träger der Wirtschaft werden stets mir mehr oder minder große wirtschaftliche Körper, Korporationen, Vereinigungen, Kartelle, Trusts oder dgl. bilden, nie aber wird der Staat als •oberste Zentralbehörde die Wirtschaft meistern. Statt sich von Unmöglichkeiten hypnotisieren zu lassen, wollen wir lieber danach streben, mit den Mitteln der Wirtschaft selbst zu arbeiten und sie zu entwickeln. So wollen auch wir eine Planwirtschaft einzelner Gruppen, wollen aucii wir eine Gruppe bilden, die nach bestimmtem Plan Wirtschaft treibt. Wäre der Zionismus nicht noch immer in jene Kindhcitsvorstcllungen verstrickt, die ihm die Eroberung eines Landes als eine Angelegenheit des Pfluges und der Sense, überdies noch in ihrer primitivsten Form und unter Verpönung des unromanüschen MotorpfLuges und der maschinenmäßigen Massenproduktionsform amerikaiiischer Großfarmer, darstellte, so hätte er längst das Staunen bekommen ob der merkwürdigen Tatsache, daß der einzige große Fonds, der gleichermaßen das Land nationalisieren wie auch mit sozialem Geist erfüllen soll, daß der Nationalfonds immer nur vorn Boden spricht, als ob es nur auf ihn und als ob es nur darauf ankäme, daß bei ihm das Privateigentum ausgeschaltet wind! Wie — ist denn der Boden das einzige Produktionsmittcl? Haben im Zeitalter der Maschine nicht andere Produktionsmittel genau die gleiclie ausschlaggebende Bedeutung? Kümmert sich niemand, niemand um sie? Bis jetzt nicht. Eines Tages, wenn es zu spät sein wird, wird man erkennen, was für eine soziale