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Jüdische Rundschau · 1920-12-29 · Heft 93-94 (29.12.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 93-94 (29.12.1920)
Date
1920-12-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 694 j U III) t S C 11 E RUNDSCHAU Nr. 93/04 Zionistische Bewegung ln ik'rlui traf um>«ittclbai vor Dnii-kicguiig »lieser Nuninii'i' »ler unlängst tntgesagte licliräisclie Schritt־ steiler t: I 1 י■ s »■ 1 Stein tu a 11 ח ein, <lcr vor zwei Mmiaien Odessa ve1l:e־se11 hat. Er brachte die Nach־ rieht, da» in OUcssn d ts Mitglied des Aktion*- koutitees Samuel Hör ha sch, Direktor des Jewish t xrloni.11 Trust, im vcrgaugi-iirn Sommer von «Ich RoUclie- »viki hi »gerichtet \w>rdeit ist. Ikirbaxcl! machte »len Versuch, die in Odessa lagernden ״rollen Mengen tlarmel-Wein zu retten 11ml wurde wegen ״versuchter Spekulation" \ et urteilt. Ilar ha sc 11. der sieh in der Orgauisatk)11 Ansehens erfreute, stand im 72.!.ehensjahre. grollen Misrachi und Agudah Aul liiiiluilimg des bekannten Misracliistcn Stuart Samuel fanden in London Verhandlungen /wischen .Misrach»• 1m׳a Agudah-Vertretern statt, um eine Basis zt! seltaffcn, die das gemeinsame Arbeiten der beiden Organisatioiten eri. ii'hu in wurde. Die Vertreter der Agudah erklärten sicu nur unter der Bedingung zu einer Zu* sanuuenaibeit bereit, wem! sicii die Misraclii-Organisation von <Ln Zionisten trenne, was die!Misraeliisten ahklsntcn. Dir Vorschlag c.er Vertreter des Misrachi, die Agudah möge an dem inisraeli.sliselien Er/.ielmngswerk in LTcz- Diael tcilnelmten, wobei ihr ein Vertreter im l:r/ie!umgsrat (Wand luim'fakeach) /ngest.uüeu w.r, Vertretern alt dieser Lr/iell len sollte, wurde von den Agudah- Dehnt, obgleich hervorgehoben wurde, dal} mgsrat voile Autonomie für die ortlu»- doxer Schulen letzten /iiu׳!'!!• lution ektreligs ,11 l'aliist: eiten .!:ihre •et/t wtird 1a hat, was durch die auf der -konfercnz angenommene Reso- Am IS. Ihvomlvr taml ui der Assembly Hall in Londo.'i ein \gmi,!h-.\L1׳sst11m,•einig statt, das von zirka St 100 Personen besucht, ein ungeheurer L.rfolg war. Der Vor• sitzende S t u a r t S ,1111 11 e I verlas einen Brief Herhe r t Samuels;m Rabhmer llorovies (Jerusalem), worin die 1 )rtkodoMe /um Aufbau Paliisiinas anfgeruleii wird. Modaim minie t-r aus; ״I),!durch, dali ich in einer Agudas-jssrov!-Versammlung den Vorsitz, führe, mochte ich keineswegs dei Auff.issuitg kaum geben, als sei ich vom Misraeiiä!11 ,ertierl oder als st mde iell mit den Zionisten im Vidcis'.ivit Ich •habe den Vorsitz, übernominell, um die (i.istfr! umlseliaft der englischen Judenheit zu zeigen." AK im weiteren Verlaufe der Vet- Sammlung Nathan Birnbaum davon sprach, daß das jüdisclte Volk von .\U‘>dnn1nuo:Iim und Apikorssim geführt werde, wurde er so stürmisch unterbrochen, dali er »las Podium verlassen iniillte. Die Landesorganisation in Polen Aut der!,Unersit/mig des zionistischen Zentralkouutei's für fole’i wurde u a. beseiilosseu, eildlieli eine Vereinigung der zionistischen Organisationen aller Teile Polens 1l11rd1zt1t!il1re!1 Für die Bedürfnisse der Organisationen und ihrer Institutionen ist eine progressive Purteistetiei eiiizuiüliieii Vor Zusammentritt der fünften Jahreskoufereiiz 11:1t »•in׳.• üoiatimg der Kreiskomitees staltziitinden. zwecks Bespreeluitig eines Planes für die Orgaiiisatimisarbeit in den »•ui/ehieii Kreisen. (J. P Z.) Ein .Interview mit Jabotinsky Die letzte zionistische Konferenz in Amerika hat bekanntlich die Schaffung eines Fonds beschlossen, der im Gegensatz zu dein von der Londoner Jahreskonferenz geschaffene!! ״Keren liajessod“ nur Schenktingea entgegennchmcn soll, wälireml für Investierungen spezielle Gesellschaften gebildet wenleii sollen. Fin Vertreter des ״London Jewish Corrcspontlence Hurcan“ wendete sielt mm an Herrn Wladimir Jabotinsky, Direktor des ״Keren liajessod“, 11111 ihn über seine Meinung darüber zu befragen. Letzterer führte aus: ״Die Einzelheiten des amerikanischen Be- Schlusses sind noch hier nicht genügend bekannt. Ich kann mir in nteitieni eigenen Namen sagen, dali icli persönlich keine Entwände gegen iudivi* diialisierte, konstruktive Anstrengungen erheben kann, wenn sie nur ernst sind und letzten Endes durch Zionisten kontrolliert werden. Das ist auch »ler Grund, warum ich in Palästina die Autonomie der amerikanischen ״l ladassah“ verteidigt habe, aber mögen auch die Finnen welch' immer sein, der Grundsatz, iles ״Keren liajessod‘‘ bleibt tutverändert. Eine Institution, die durch den einstimmigen Beschluß einer internationalen zionistiselten Konferenz, bei der auch Amerika so stark vertreten war, beschlossen wurde, kann durch lokale Beschlüsse in ihren 1 lauptprin/ipiea nicht Verhältnis etwa folgendes •sein, den Keren liajessod eingc/aliltcu Nationalfonds 2t) ״״ für Zwecke und der Urbarmachung erhalten. Von jedem lur Betrag׳ wird tk1׳ des Hodenkaiii.s Die Ein warn!»■•!»oiinorMaj;, <>. .lammr, nbt-11iln H'/a i’i»e LelirervTreiiisliini'‘. AlexaiuicrHlrnsH« 41 am Alexumlerplutz. d’ntei'gruiulu. Stmiibnh»! J ü(1 i8che Masse!5v0rsamm lung Wladimir Jabotinsky London s ון r i e b t ü 11 e r ,.Palästina und der Judenstaat“ Wegen iles zu erwartenden Amlrnnges wird tun früh* /.eiliges Krse.lieine» gebeten. Zur Deckung der Unkosten Eintritt Mk. 8.—. Orllflinnl D'n *n ‘^1'r Xummer <Ur ״.)Bdineheo KullIUlly! ltuu<U<'han'‘ gomaohto Ankündigung (Mittttoch, dt-n D. «Inuuar in 'Un Sot'hi^nNMon) hielt auf oineu ruH/tihelit-a V0rtr«g «Jrtbotm#k,y* Kleine Mitteilungen Warschau, 1(1 Dezember (J. C. B.), Der jüdiscbe .Sejmilepuiierie H i rscl! liom brach'o eine Interpcllatimi an den Kriegsminister betreffend di»׳ uugesetz.lielien Scluvivrigkeiten ein, die die polnisdieii Reknitienuigskommissioneii den ins Ausland reisenden Juden bereiten. Dir Betroffenen müssen eine Deklaration unterfertigen, dali sie auf »|k* polnische Staatsbürgerschalt verzieluen. und nie wieder nach Polen zurückkehren werden War sei! au, 1(1 Dezember (J,G, B.), Der 1(,<־ןniselie General Alexander B a b i a 11 s k i hielt vor einigen Tagen einen Vor!rag iiber die nationalen Atinderiieiteii. Der Referent verteidigte in aufrichtigen Worten die l^orcWTUngi•!! der Juden nach national-kultureller Autonomie. Infolge!!er zalili'eicli einl.infeudeii Klagen über die von »len Tnippen Balacliowic/.' verübten Exzesse haben die Militärbehörden »len Auftrag erteilt, die aut heiiier Tat ertappten ״BaUelmwey“ vor das Standgericht •/u stellen; die uuiliiTstrcifciiden Deserteure sind bis zur Aufklärung durch die Gerichte in der Festung von Brcst-Litowsk zu internieren. Einige Konsulate in Warschau, speziell das französisehe, verweigern die Visa, falls in den polnischen Auslandspässen die Rubrik ״Nationalität" mit ״russisch‘‘, ״ukrainisch“ oder ״jüdisch•‘ ausgefül'.t ist. Das Aulieiimimsterium ließ deshalb »len Konsulaten eine Erklärung zugeben, dali diese nationaien Bezeichnungen keineswegs die Erlangung des Visums erschweren sollen, da cs sich ausschließlich um polnische Staatsbürger handelt. Ucbrigcns wird die Rubrik über die Nationalität in ktir/etn ausgelassen werden In Wien hat sich vor einiger Zeit ein Sanierungs. komitee gebildet, welches den Zweck hat, den in Not geratenen Institutionen der Jüdischen Gemeinde, wie Spital, Versoi'guügshuus usw., durch Geklsammlmigeu Hilfe zu bringen. Ein nach Amerika versandter Autrut ist nicht ohne Wirkung geblieben. Es ist zu hoffen, dab durch diese Bemühungen die notleidenden Wiener Institutionen, deren schlechte Lage zum Teil eine Folge ü« jahrelang in der Gemeinde herrschenden Systems ist. einer teilweise!! Besserung zugeführt werden. abgcämlert werden. Sie existiert und wird ihre Tätigkeit auf beiden Erdteile״, auf beiden Seiten des Atlantik ausbreiten.“ ״Was nennen Sie die Prinzipien des ,Keren liajessod‘?“ ״Das erste Prinzip ist der ״Maasscr“ (Zelmt). Mindestens ein Zehntel dessen, was ihr besitzt, soll für den Wiederaufbau der jüdischen Staatlichkeit verwendet werden, Dies wird von jedem Juden, Zionisten oder Nieht/ionisten, gefordert, ohne Rücksicht auf die finanziellen Krisen, auf die schlechten Wechselkurse, auf die schweren Steuern und die schrecklichen Verwüstungen in der Ukraine. Trotz alledem gebt der Nation wenigstens ein Zehntel dessen, was ihr besitzt oder verdient das ist alles. Das ״Maasscr“*Pri11zip drückt eine Anstren״un״ aus, die ihresgleichen nicht hat, welche von einer Verantwortung׳, die ebenfalls ihresgleichen nicht hat, gefordert wird. Das zweite Prinzip ist, daß jeder Mann, Frau oder Kind, der für den ״Keren liajessod“ ein Pfund oder einen Pfennig gibt, wissen!miß, daß er nicht nur ein Spender, abei auch ein Investierender ist, der sein Geld mit Profit anlegt. Ein Teil seiner Besteuerung, wie klein sie auch sein mag, wird in den großen gewhmbringenilcn Unternehmungen angelegt, a:1 deren Entstellen wir jetzt arbeiten, und ein Teil »ler Dividende wird in geeigneter Zeit zu ihm zuriickküimncn. Wenn der einzelne sein Geld nur in ganz bestimmten Unternehmungen anlege״ will, so ist dies erwünscht, aber die organisierten Anstrengungen der Nation können sich nicht an einen Volksteil wenden, daß er sein Geld in profitbringenden Plänen anlege, und an den anderen Teil, damit er seine Pfennige für den Bau von Schulen und Unterstützung der Chahiziin hergibt. Die Nation als ganzes muß beide Teile des Aufbau- Budgets tragen, sowohl den profitbringenden als auch den passiven. Der Aermste der Armen soll — wenn er nur seinen ״Maasser“ eingezalilt hat, seinen Anteil am Einkommen der Nation haben.“ ״In welchem Verhältnis werden die ״Keren hajessod“-Geldcr unter die verschiedenen Arbeitszweige in Palästina verteilt?“ ״Es wird in kurzem ein Keren liajessod-Buch erscheinen, in dem sich alle genauen Daten und Ziffern finden werde ף . Im allgemeinen wird das ning, der Bau von Arbciterhäiisern, die oft»■!!!- liehe Gesundheitspflege, das Bildungswesen werilcn ungefähr je ״ ל> erfordern. In dieser Schatzung sin»! sowohl die Kosten für die Einrichtung all »liescr Dinge als die laufenden Ausgaben enthalten Der Restbetrag wird in gewinnbringenden Unterneliinuugeii angelegt werilcn. Etwa H> ׳•״ diese- Restes werden in Anleihen angelegt, welche di landwirtschaftliche Kolonisation sowohl »lnrrli Einzelpersonen als durch Genossenschaften föi ■ »lern sollen. Weitere HD ״ dienen der Kredit gewäliruiig. Alle dies»■ Zahle״ besitzen natürlich nur einen Annäherungswert. Die Hauptsache i-t daß der Keren liajessod, der Volksiuaasser, es fm seine Aufgabe ansieht, sich gleichsam au jedem Spatenstich und Hamnierschlag, der in Erez-Israel geschieht, zu beteiligen.“ ״Betrachten Sie die jetzigen Bedingungen m Erez-Israel als Ihrer Arbeit günstig?“ ״Wenn Sie damit die britisclte Vcrwalnug meinen, so lassen die uns gegebenen Bedingung. 11 in Erez-Israel nichts zu wünschen übrig. Bedenken Sie dabei, daß ich wahrlich nicht zu »lenen g»• höre, die leicht ztifriedcnzustellen sind und dah ich unter der alten Administration in schar!-t»■! Opposition gestanden habe. Herbert San!!ul uml sein Zivilsekretär, Colonel Deeds, >:;1,1 au>- gezeichnete und energische Männer, St::.1t-11ia!1nv■: von großer taktischer Begabung, gm. ׳ )rg.rnisatoren und haben volles Vertrauen zu um. Du arabische Obstruktion, die künstliche Mac!!• Häufleins von Intriganten, ist sofort nach ihrem Amtsantritt spurlos verschwunden. Aller,?.:!׳.׳> müssen wir Garantien dafür verlangen, daß du -; günstige Zustand sieh in Zukunft nicht etwa /־.: unserem Nachteil verändert. Was aber die äugen■ blicklichc Lage anbetrifft, so stehen Lur und Toi ofteil. Die Chalu/in! warten. Gebt uns die Mittel, die Arbeit zu organisieren, und Palästina von Dan bis Berseba wird von etwas Besserem fließen als von Milch unii Honig: von dem Seit weißt• mbeitender jüdischer Menschen “ ״Was sagen Sie zu der Zionistischen Organisation in Erez-Israel und in der Diaspora?“ ״Das ‘ist eine ganz andere Sache. Ich will Urnen meinen Standpunkt in kurzen Worten dailegen Die Zionistische Organisation muß von Kopi bis Fuß vollständig umgebaut werden. Die jetzig» Exekutive reicht für die Durchführung der gewaltigen Aufgaben nicht aus. Was die zionistischen Abordnungen in Erez-Israel betrifft, so sind sie ein lach unter aller Kritik. Das ganze System muß und wird geändert werden. Dabei muß mau ab»! stets zwei Dinge im Auge behalten. Erstens ist die Zionistische Organisation ungeachtet aller ihr»■! Fehler dennoch die angesehenste und wichtig'״■ jüdische Organisation in der Welt, und wir werden niemals auf ihre Hegemonie in der Führung ci> 1 gesamten jüdisch-nationalen Arbeit sowohl in Erez- Israel als im Gallith verzichten. Zweitens hat jede! Zionist das Recht auf Kritik und Opposition. Kein Zionist kann aber je das Recht in Anspruch »•'י men, unter welchen Umständen oder Ausreden »■- auch sein mag, siel! der zionistischen Steuer zu einziehen. Bevor ich die jüdische Legionsbewegung trotz der Gegnerschaft der Exekutive ins Leben rief, habe ich meinen Schekel bezahlt und meine Jahressteiicr f ir den Nationalfonds entrichtet. Die Organisation muß und wird umgebaut werilcn, selbst wenn es uns eine Revolution kosten sollte Zuerst aber bezahlt den Maasser.“ ״Welches sind die Mittel, unter denen Sie den Aufbau des Maasser beginnen wollen?“ ״Ich kann nur im Namen des Propagaiul׳!• Departements sprechen, das mir übertragen wordei! ist. Es werilcn sämtliche Methoden moderner Pr״• paganda angewendet werden: Bücher, Broschüren. Flugblätter, Presseartikel, Plakate und Filme, persönliche Briefe und persönliche Besudle im 1 lause Es wird eine Mobilisierung unserer ganzen Jugend zu diesem Zweck angeordnet werden. Besteuerung'־ komitees werden in jedem Lande, in jeder Sta»l'׳ gegründet werden. Es werden überall öffentliche Versammlungen und Konferenzen organisier! werdc.n. Allein im Dezember werden sieh ca. 2b Redner nach den verschiedenen Ländern, einschließlich Süd• lind Nordamerika, Skandinavien und Indien, begeben. Unter diesen kann ich Namen erwähnen wie Sokolow, Lcvin, Rottenberg, Colonel Rätters m, Dr. Chajcs, Grünbaum (der mutige Deputierte des polnischen Landtages), Dr. Jacobson, Goldstern (Präsident des Jüdischen Nationalrates für die Ukraine), ich selbst ti. a. Im Laufe der nächsten Monate hoffe ich die Liste auf bis ca. 100 Namen zu vergroßem '1 ־ V 1

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