Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 91-92 (22.12.1920)
- Date
- 1920-12-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 684 Die Tätigkeit des Komitees der Jüdischen Delegationen beim Völkerbund (Von unserem Pariser H. K.-Korresponilenteil.) ׳ I. Wie bekannt, hat das Komitee der Jüdischen De!egationcii lieschlossen, eine Vertretung, bestehend aus seinem Vorsitzenden N, Sokolow und seinem Oeuernlsekretir L. Motzkin aitliilllielt der Trtgwig׳ des Völkerbünde* nach Genf zu entsenden. Diese Aboidinnig hat in Ausführung der letzten Beschlüsse des Komitees der Jüdischen Delegationen beim Völkerbünde sowohl in der Frage der Abwehr der Pogrome als auch in der der Durchsetzung und Sidierung der nationalcu Minoritätsreclite zahlreiche Schritte unternommen. Um die Aufmerksamkeit des Völkerbundes auf die Greuel zu richten, denen die Ostjudcn ausgesetzt sind, hat Sokolow 'im Namen des Komitees gemeinsam mit dem Vertreter des Joint Foreign Gommittee und mit Israel Zangwill als Vorsitzendem der 1 to ei» Schreiben an den Präsidenten der Versammlung des Völkerbundes gerichtet, in dem es unter anderem heißt: ״Aus grollen Strecken tler uuomlliclu־!» Gegend Osteuropas dringt ein Schrei tler Panik und des Entsetzens zu uns. Nach dein ftirclitbarcn Leide des Weltkrieges ist ein neuer und noch fürchterlicherer Sturm über die Ostjudcii hereingeb rochen in der Gestalt eines Krieges, der ausschlieliiich gegen sie gerichtet ist: der Krieg der Pogrome. Während der letzten zwei Jahre sind die am (lichtesten bewohnten Zentren des jüdischen Lebens von einer endlosen Reihe von Pogromen heimgcsucht worden, j Die Hekatombe von Proskuurow, die Massaker von Uman, die Metzeleien von Fastow, die Scheiterhaufen I und Ruinen von hunderten von Städten, die der Sitz alter jüdischer Gemeinden waren, die Verwüstungen und die Grausamkeiten, die verübt wurden, das Unheil und die Todesnöte, die erduldet wurden, das alles bildet eine Kntnslrophe, die in tler unglücksreichen Geschichte der Ostjinlcn während der letzten Jahrhunderte nicht ihresgleichen hat. . . . Ueberall wurden Männer und Weiber, alt und jung, Greise, Kranke und Hilflose ge■ peinigt, gefoltert, entehrt, verbrannt, lebendig begraben. ] Tausende völlig nusgemergeltc jüdische Flüchtlinge irren : hilflos in den Wäldern umher •oder verbergen sich in! Höhlen, Die schrecklichste Tragik aber bieten die vielen Tausende von Waisenkindern, die hungrig, nackt und heimatlos ihr junges Leben durch ,den Schrecken des uribeschreibiicheti Terrors und die Leiden der umher• ziehenden Bettelei vergiftet haben, ... O welch un• gebeucrlkher Abgrund von Elend ist aufgerichtet worden! ln wie ungeheuerlicher Weise simi menschliches Gesetz und göttliche Wahrheit beleidigt und zunichte gemacht worden. Und was viel schlimmer ist, ist die Fortdauer der Angst, die jagende Furcht jeder Stunde, der Schrecken vor einer Endkatastrophc, die alle Oemüter in ungewisser Spannung erhält Millionen nicnschlieber Wesen sind verstört und vernichtet, dem Fatalisj mus und der Verzweiflung preisgegeben. Diese Tragödie j hat nicht verfehlt, in dem Herzen der Juden aller Länder und, wie wir glauben, in den aller guter Mensehen in Europa und Amerika ein Echo zu finden.“ Zum Schluß verlangt das Memorandum eine Sympathiekundgebung seitens des Völkerbundes und eine Ucbcrgabe dieses Appells an den Rat des Völkerbundes 3111t der Aufforderung, eine Untersuchungskoimtiission einzusetzen. Außerdem wird das Komitee der Jüdischen Delcgationen ein eigenes ausführliches Memorandum über die Pogrome in der Ukraine überreichen und eine Bestrafung der Hauptschuldigen an den unerhörten Metzeleien fordern. 1!1 der Frage der Sicherung der Rechte der nattotialen Minoritäten hat die Abordnung des Komitees der Jüdischen Delegationen die Gelegenheit der Beratung über die Frage der Aufnahme Finnlands in dem Völker bund benutzt, um zu verlangen, daß jeder ncuaufzunehmende Staat in seine Verfassung die Klauseln der nationalen Minoritätsreclite auf 11011111011 muß. Dieser Autrag wurde im Plenum von Lord Robert Cecil unterstützt und der fünften Kommission zugewiesen, die über die Aufnahme der neuen Mitglieder entscheiden soll. Das Komitee der Jüdischen Delegationen hat dieser fünften Kommission ein Memorandum überreicht, in dem es unter anderem heißt: ״Das Komitee der Jüdischen Dele* gatiemcn, das im Namen von zwölf Millionen Juden Europas, Amerikas und Palästinas ihre Rechte vor der Friedenskonferenz vertreten hat, hat die Ehre, Ihnen folgende Forderungen zu unterbreiten: der Völkerbund möge von Finnland als Bedingung seiner Aufnahme die Einverleibung in seiner Verfassung iiludichcr Minuritätsreditsklauseli! verlangen, wie bei der Friedcnskonferent die neuen oder umgeformten Staaten sie angenommen haben.“ Außerdem wird mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten, die die finnländischcn Behörden den Juden in ihren bürgerlichen Rillten mit der Begründung bereiten, daß diese keine finnischen Bürger seien, verlangt, daß Finnland alle diejenigen als vollberechtigte finnische Bürger anerkenne, die in Finnland geboren sind und seit dem 1. August 1909 sicli dort aufgehalten haben oder ihren Zusammenhang mit ihrem Heimatlande nicht verloren haben, dann alle Personen, die am 1. August 1914 Finnland bewohnt haben, und alle diejenigen, die von nun an dort geboren werden. Dieses Memorandum, das vom Vorsitzenden N. Sokolow und vom Generalsekretär L. Motz.kin unterschrieben ist, wurde außer dem Präsidenten der fünften Kommission auch der speziellen Subkommisston überwiesen, die sich mit dieser Fsage befaßt und aus den Herren Lord Robert Cecil, Motta und B ent so 11 besteht. Das Komitee der Jüdischen Delegationen be- JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 61/02 reitet außer einer Deklaration, die den Völkerbund über die Aufgabe und die Bedeutung des Komitees der Jiidischeu Delegationen als der einzigen alhveltlichen Vertretimg von zwölf Millionen nationalbewutSteii Juden aufkläien soll, auch eine allgemeine Eingabe in der Frage des nationalen Minoritiitsrechtes vor, Daneben wird sich die Abordnung des Komitees mit der Frage des Schutzes der Rechte der Juden in der Danziger Verfassung und mit der Tatsache der NichtverbffentlichuJig und Niclitinkrafttretmig des Minoritätsvertrages durch Polen lief assen. Auch die Frage der jüdischen Emigration und Ihrer geographisch-rechtlichen Möglichkeiten wird die Abordnung des Komitees der Jüdischen Delegationen in ihren Verhandlungen mit den führenden Politikern in Genf eingehend erörtern. Das Verhältnis zwischen Leluem und Schülern war J durchaus kameradschaftlich. Man besprach gemeinsam ן oder durch einen Beauftragten der Klasse, wenn etwas! zu schwer war «Hier ihnen nicht zusagte, man machte I Ausflüge zusammen, und einzelne Lehrer verkehrten auch in den Familien der Schüler und waren Alx-itd für Abend dort zu finden, wo man dann an dem einfachen Holziiseh heisammensaß mul mit den Chuhi/jm Lieder sang. Jeder, der liereinkam, war willkommen; c* genügte, daß er z, B. sagte: ״Ich bin ein Chaluz .ms der und der Stadt." I>mn wurde er mit dem fk-n׳tj bewirtet, was es im Hause gab. Ucbcrbaiipt »11? Gastfreundschaft ■ dort! UcheraJl, wohin nun kommt, ist man ein gerngesebener Gast, überall ist man zuhau e. So war ich, als meine Wirte verreist waren, acht Tage lang ein Mittagsgast bei einer Familie, den Eltern einer Schülerin. Wie wundervoll einheitlich ist auch alles an Festtagen! ״Gojim“ gibt es dort nicht. Wirballen ist ein vU!. ständig jüdisches LXirf, mul aus jedem llutis strahlen .m! Freitagabend zwei Kerzen warm und golden in d.e dunkle Nacht Hinaus. Am Sehabbes herrscht vollkommene Ruhe auf den Straßen; kein Wagen fährt, kein litauischer Händler ist zu sehen. Gegen H Uhr vormittags, u■ v» die Männer aus der Selm! kommen, wird gegessen, 11,v! dann sind die Straßen tatsächlich wie aiwgcstorben. Nach dem Essen strömt dann die Jugend fröhlich hin ms und spaziert auf und ab. Schön war auch die Sukkothfeier der Sei:::'•■. Da gab es hebräische Lieder und Gedichte u:1d zwei 11״• bräische Stücke. Das eine, ״paame-maschiach‘‘, war י Vir ernst, das andere, ״maasse-nissim“, war sehr elrU'ig und hübsch und direkt dun Sehullcben entnommen. Einז ׳ der Lehrer hatte es gedichtet, es handelte v״u einem ungezogenen Jungen, cicr ein Topflechcr ist im I allerlei Dummheiten macht; dann aber, als er ins Gymnasium gekommen ist, wird er einer der artigsten und fleißigsten Schüler, ebenso ist jetzt sein Schwesterchen ein Muster von Artigkeit, die vorher als einzige Tuch!er (״jechida") arg verwöhnt tmd schrecklich tu ■yn׳!! gewesen war. Eine Szene in dein Stuck ist 1 mulers nett: Der Junge hat, bevor er in die Schule kommt, bet einem Privatlehrer Unterricht, dessen ״Zimmere,'mich- Kinder. Wir Westjuden können uns kaum in dieses so *״.״£' aus״ci״c,m St,u!ü ,mit ')Tei *ki״l־I' f״d c;IKm, 'T'־״ ׳ ■ - ■ •|)w | stichigen Bett besteht, das. ״für einen Lehrer der Zoologie j das interessanteste Material liefern würde“, wie der Unj glückliche sich euphemistisch ausdriiekt. Ich konnte ihm,! der im Grunde der Verfasser selbst war, aus tiefstem J Herzen nachfühlen ... I Das bringt mich auf das Gebiet des Kulturellen. Es j ist wahr, so viel Schönes der Osten hat -־ in anderen | Dingen ist es für uns Westjuden doch manchmal recht Zweiter Bericht über Wirballen*) 1 feute will ich von der Schule in Wirballen erzählen; in meinem ersten Bericht sprach ich schon von dem Geist, der dort herrscht. Ich denke, jeden, der dorthin kommt, muß es wie ein Wunder anmuten. Sofort umfangen den Ankommenden hebräische Worte, biblische Bilder mit hebräischen Inschriften grüßen iha von den Wänden herab. Da spielt David dem Saul auf der Harfe vor, Chaunah kniet im Tempel, Joseph wird von den Brüdern verkauft — ich erinnere mich noch lebhaft an die edle, schlichte Darstellung auf diesen Bildern, die schönen, satten Farben. Vor allem aber steht mir eins vor Augen, ein Bild .aus dem ״Chadar hainorim“1): Ruth vor Boas. Tiefblau, so dunkel und so schön, wie cs eben nur in Palästina sein kann, wölbt sich der Himmel über dem goldgelben Kornfekle, links binden einige Schnitter die Garben zusammen. Und im Vordergründe Ruth im schlichten, braunroten Ge* wände mit glänzend schwarzem Haar, das leicht in einen Knoten geschlungen ist, und wundervoll edelgebräunter Hautfarbe — in einer unnachahmlichen Gebürde der Demut senkt sie das Haupt vor Boas, der sie gütig und liebevoll mit seinen klugen Augen anblickt. Diese Gestalten leben, leben tief in der» Herzen der intensive tmd einheitliche jüdische Empfinden hinein denken. Alles, was ihnen nur irgendwie entgegeutritt, bringen sie in Beziehung zur Bibel oder zu Ercz-Isracl. Nahm ich mit ihnen in der deutschen Stunde den Goethesehen ״Sänger“ und Uhhnds ״Des Sängers Fluch" durch und sprach von der Macht des Gesanges — was lag ihnen näher als sofort an ״David hamelech“ zu erinnern? Die guten Feen bei Dornröschen Waren eben ״malachim"2) und wenn Mime im Walde 'Schmuck und Ketten kunstvoll verfertigte — so waren es selbstverständlich — Magen David-Ketten, wie ich selbst eine trug! Das klingt gar sonderbar, aber sie rückten sich eben seihst alles in ihre eigene Sphäre. Das war auch zugleich das ‘Schwere am deutschen Unterricht —. die Kinder lehnten alles Fremde instinktiv ab. Und doch war es meine Aufgabe als ״deutsche Lehrerin", Ihnen deutsche Stoffe zu übermitteln. Was waren ihnen Feen und Elfen, schwer, lins vollkommen dort citvzulebcn. •Man ist eben — wenn man noch so anspruchslos ist — durch Wasserleitung, Badeanstalten usw. so sehr verwöhnt, daß man das Fehlen dieser Dinge schmerzlich vermißt. Und wenn jeh mir auch tausendmal sagte, ich bin eine Cha!u/,־!i1 und darf mich vor nichts absehreeken lassen, so winde cs mir doch nicht leicht, jeden Morgen ganz früh den schweren Eimer Wasser vom Brunnen, der ein״׳c Häuser entfernt war, zu holen oder in der Stube, von denen sic nie gehört hatten! Ueber die Begriffe \ durch deren zerbrochene I enstersdicibc der M, in1;!׳ ״Zwerge" und ״Nixen“ hatten wir erst lange Erörterungen. Wie leuchteten dagegen die Augen, wenn ich Geschichten | von Pcrez in deutscher Uebersctziuig vorias! Bei den j ״goldenen Pantöffelchen" fragte mich ein kleines Müdeben aus der zweitimterstcn Klasse gleich zu Anfang; der Geschichte: ״Waren die Leute Juden?" Und als ich i ihre Frage bejahte, waren sie alle völlig befriedigt. In 1 einer höheren Klasse las ich die ״Kabbalisten“ vor,; alles lauschte wie gebannt, und ein Junge sagte mir ' später im Privatgespräch: ״Als Sie uns das vorlasen, da war uns das Weinen näher als das Lachen." Ich erzählte meine Erfahrungen den anderen Lehrern, und der eine sagte: ״Wissen Sie, was das bedeutet? Es ist ihr Eigenes!“ Da empfand ich, wie wundervoll itn Grunde' diese scheinbare Einseitigkeit ist. Sie ist Einheitlichkcit! Keine Zersplitterung, keine Halbheit — volles und ganzes Judentum! Solche Menschern braudten wir für den Aufbau unseres Landes! Ocftcr hospitierte ich in anderen Stundea D;1 wurde z. B. Atrios gelesen, und der Lehrer, der selbst in Palästina gewesen war, schilderte die Oertlichkcitcn dort und behandelte den Stoff in einer so edelschönen Art und Sprache, daß er alle begeisterte. Oder die Kleinen lernten bei einem alten, gütigen Lehrer lange hebräische Gedichte und erklärten — die Siebenjährigen! — schwierige . grammatische Dinge in hebräischer Sprache. In der obersten Klasse fanden wöchentlich Diskussionen statt über Tagesfragen, die Schüler hielten Referate über die Verwaltung Palästinas, den Aufbau usw. Zu der licbraisierung des Unterrichts hat der Direktor, Dr. Robinson, selbst sehr viel beigetragen, und viele neue hebräische Ausdrücke in der Mathematik sind ihm zu verdanken. Diese Neuschaffung von Worten ist j!! besonders für jeden, der sich mit Sprachen beschäftigt hat, außerordentlich interessant. Ich ließ eine Klasse einmal einen Vergleich zwischen deutschen und hebräischen Blumenanmtn machen; zu dem Zwecke nahm ich meine kleine Gesellschaft im Herbste mit auf die Wiese, wo noch allerhand lustig blühte, lehrte sie die Namen der Blumen, und sic freuten sich, wenn sie im ,״Löwenzahn“ ihr ״sehen arje“ oder im ״Wegerich" ihr ״darkan" wiederfanden. *) Vgl. ״Jüdische Rundschau“ Nr, 69. J) Lehrerzimmer. •) Engel. ׳ und die im Anfang nichts von dem Luxus einer Wa schüs^el ahnte und bis zuletzt weder Schrank noch Kommode aufwics, zu wohnen. Doch itn Grunde •and das ja alles mir äußerliche Dinge und klein gegen das Ganze, den Geist, der dort herrscht, die Luft, die dort weht Dort, wo es noch wirkliche ״Menschen" gibt, die nicht, wie so viele liier in Deutschland, von der G er nach Geld oder materiellen Genüssen ergriffen simi, die still ihr beschaulich-friedliches Dasein leben ais Bäcker, Fleischer, Tischler, Schuster, die joden, der in ihr Haus tritt, mit offenen Armen empfangen, die ihre Söhne und Töchter — wenn natürlich auch mit schwerem Herzen, so doch mit Stolz und in dem Bewußtsein einer erfüllten Pflicht — nach Palästina als Chaluzna senden, dort ist das wahre, echte Judentum, und wi! deutschen Juden, war halben, müssen beschämt dastehea vor jenen echten, ganzen Juden! Dr. Ch. Zode. Vorlesung Bernhard Tag. Aus Wien wird uns geschrieben: Am 21. November fand im Saale des Ingenieur- und Ardiitektenvereins ein Vorlesungsateid statt aus Dichtungen Bernhard Tags, eines in der Oeffentiichkeit wenig bekannten Schriftdellcrs, des-en Leistungen in der Wahrhaftigkeit ihrer Tendenz und in ihren Grundtönen zarter Menschlichkeit größere Wüuiigung verdienten. Letztere Charakteristik paßt besonders auf die lyrischen Gedichte (von «1er Schauspielerin Marü E i s zum Vortrag gebracht) und auf das vom Autor seihst vorgelesene humorvoll-ernste Tragmcnt ans dein gleichsam auf Wiener Gefühlslxnlcn spielenden Zeitbild: ״Die neue Atlantis“. 111 dein ״apokalyptischen Reiter" erhebt sich die Dichtung Tags zu einer Wissen visionären Kühnheit. Den interessantesten Teil des Abends bildete die Vorlesung des Auftaktes zu einer dramatischen Mosesdichtung: ״Der junge Moses“ betitelt, ein erster Akt, der die früheste Berührung des Moses mit seinem Volke und die erste Regung des in ihm schlummernden Prophetengeistes zur Darstellung bringt. Die beider! letzterer! Dichtungen wurden vom Schauspieler Theophi! Götz vortrefflich interpretiert Eine jüdische Fakultät an der litauischen Universität. An der Universität in Kowno wurde eine Fakultät für die Wissenschaft des Judentums eröffnet. Die Absolventen dieser Fakultät erhalten den Titel Doktor der Wissenschaft des Judentums. Die Legion. Am 5. Dezember begannen in Jerusalem die Anwerbungen für die neue jüdische Legion ia Pa• lästiru.