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Jüdische Rundschau · 1920-12-22 · Heft 91-92 (22.12.1920) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 91-92 (22.12.1920)
Date
1920-12-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 902;ז J U E n I S C II E HU N DSC1IAU Seite 685 י<* Zionistische Eine Tagung der Juden des 0Qro: Merline Telefon: Zenliuin Am l-t. November fand im Fcstsaal tler Tvmcsvnrer Kullii'igcineimlc 1 ino von der Banaler Sektion des Jüdisciicn N»lionalvorbn1uU's für Rumänien eittln-nifeuo Koniere״/ der Judeuschnfl des Banats unter Vorsitz, des greisen ()herrahhiiiers von Bu/ias statt. Nach den übliehen Begrüßungen referierte der Orgaiiisatiimssekretär Ur. Julius .Mohn:• über das nationale Arbcitsprograniin. Die Funlemiigen dein rnniiinisdien Staate gegeniibcr lallt Dr. Mole,:11־ in zehn Blinkte, und /war: 1. Die auf nationaler lirmrllage stehenden Juden des Banats fühlen sieh eins mit der tiesaintjmlensehafi Rfmiank'us und wünschen mit ißcser üesamtiieit als nationale Minderheit am politischen Leben des rmniiniselH'ii Staates teilzuueluneu. 2. Die Jmlensrhaft des Banats forciert für die Oe- ,itnljiulensehal't Rumäniens als nationale Minderheit die tiir die nationale Minderheiten im ITiedeosvcrir.i״ zu• re-udiericii und «len eigenartigen Verhältnissen der judea m territorialer Hinsicht entsprechenden M i n d e r 11 e i t sr 0 e 111 e. 3. In Konsequenz der Punkte 1 mul 2 wird gefordert, dal'! die gesetzgeberische Körperschaft Rumäniens in einem Grundgesetze den nationalen Charakter des nmtiiiüschcn Judentums erkläre und int Rahmen der Stantsgescl/.e der jüdischen nationalen M iiuicrheit das freie politische Koalitionsrecht zur Erfü!!un׳f ihrer kulturellen, nationalen mul wirtschaftlichen Aufgaben sichet stellt, 1׳. Die Jmlensrhaft Rumäniens sei als .staatlieh auerkannte nationale Minderheit berechtigt, e i ge n e Sc 1111 len. Knust- und Frzielningsaiistalleii a’l.r linde sowie die zur I loraiibihlinig von Lehrkräften für diese Institutionen erforderliche» Anstalten zu errichten■, wobei steil Mitgliedern der jüdischen Nation das Hecht, jede Hochschule!nler l'aelmilmlc frei zu besuche», ttngcschmälert anerkannt wird. 5. Die JudeiischaU des Banats verlangt hei allen staatlichen Aktionen die gerechte Anwendung des propo rt ionalen Prinzips. Als dessen Vorbedingung fordern sie die Errichtung von nationalen Kat a s t c r 11, wobei es jedem Bürger frei bleibt, seine Nationalität zu wählen. Sie fordern entsprechend der Verhältniszahl eine )gesetzlich g e - sicherte Vertretung d e r Juden in de u ' g e se 1 z u e h e 11 d e n Kammern, in allen Zweiten der Verwaltung und auf dem Gebiete der Rechtspflege. In den weile re 11 Punkten wird eine Berücksichtigung der regionalen Gliederung tler rumänischen Juden, das freie Versammlnnijsrccht, das Recht der Initiative der Beschlußfassung und Koivtiolle über alle in das Gebiet der nationalen Autonomie der rumänischen Juden fallenden Angelegenheiten gefordert. Von besonderer Wichtigkeit sind die letzten zwei Punkte, in welchen gefordert wird, daß in Durchführttng der Beschlüsse der Friedcnskonfeicn/ innerhalb tler im Fricdensvortrag festgesetzten Frist jeder, der zur Zeit des Friedensschlusses auf rumänischem Gebiet seinen Wohnsitz hatte, seine Staatsbürgersciiaft frei wählen könne, daß demnach vor Ab- Lauf dieser Frist nur jene Personen aus dem rumänischen Gebiet entfernt werden können, auf welche die Fnt- Scheidungen der Friedenskonferenz sich nicht beziehen, oder solche, die der rumänischen Staatsbürgerschaft freiwillig und ausdrücklich entsagen. Im letzten Punkt wird fcstgestcllt, daß die jüdische Nation nichts anderes anstrebe, als die I iriangtmg derjenigen Reellte, welche!len anderen in Rumänien lebenden nationalen Minderheiteii zustehen. Diesem Programm entsprechend waren auch die im weiteren Verlaute der Beratungen gefaßten Beschlüsse über die kulturellen Aufgaben und über die Pflichten Palästina gegenüber, wobei die Organisationsleitung den Auftrag erhielt, für den Keren hajessod unver- /tiglicli eine intensive Aktion cinznlcitcn und die Ore.misation des Natto-tdfonds in den in Betracht komme«- den Gebieten entsprechend aiiszubaucn. Praktische Beileiitung besitzt tler Beschlull, in Galatz ein zio- »istisches A nsw a nd c ru n gs h e i 111 und Hafenamt zu errichten. Das Paliistinn-Amt wurde mit den nötigen Vorkehrungen zur Ausbildung der Chai u zi in betraut. Temesvar (Banat). Der ״Jüdische Nationalverband“ gibt seit einiger Zeit unter dem Titel ״Neue Zeit — l'j Kor“ ein eigenes Organ in deutscher und ungarischer bprache heraus. Palästinagründungen in Rumänien. In Rumänien ist auf Veranlassung des Palästina-Departements der Zionistischen Organisation eine Handelsgesellschaft mit einem Kapital vo>11 2 Millionen Lei unter dem Namen ״Socicte ivoumaine-Palestine pour l’Induslrie et ie Commerce“ begründet worden, welche in Palästina eine I iliale errichtet und bereits mit dem Holzimport begönnen hat. Die Gesellschaft will palästinensische IniliistrK'geseilsehaftcii begründen nivd interessiert sich besonders für Textilfabrikaiiot». Das Palästinaamt hat eriier in vier Monaten 15 Kokmisatioivsgesclischaften , ״?״) krt‘scI|afK'n, welche imicrhalh von zehn Jahren U'/s Millionen Lei für Bodcukäiife aufbringen wollen uuc.1 iÄStCSluCF ZlonHI»d1e Veidnlüuntf, lierlln C 19, $eyd<*!»lf. 3, 5bl4/1׳» * r<)1M()D<Jkkonto No. 12006. DerJln NV 7. Ka*'env'rw«ltjr»* «Irr IVZ.V. Hebräische Lctch«Uc «ici KuUur<Uzcm*t1 4er B. Z. V, Dragoners}22 .־׳ (Hof . GMH'fael Weh von 10-» und ron 4-10 Uhr. F4st alic hrbfälichrii ÜrMungcn und MonMshMl• dtr Wrll liegen nu». — AuikunfHtieik für htbrfthche Antfrlrgenhelien. - HcbrJHiche LehrervermUllung. — TreffpunW oller Freunde der hebrÄUchen Sprache. Eintritt frei. Donnerstag, den 21. Üetcmber abend* * Uhr Gruppe Nord, ln der Konditorei Weher, Koienttr. 18. Hebrfilicher DlAu»don»abrn<l mit «mchllefcendem hehr. Anlängerkursu». Gruppe Chorloilenbiirg, im Cailno-Redaumnt, WUmersdorkr Sir. IW. Ecke Nlebuhrstrofor, abends BH Uhr. Vortrag de* Herrn Df. Sandler: ״Plc Grenzen Palästina*, ein« Ubcn1tr«a«*׳׳ Gruppe Nordweit, Tlergorlenhof (am Dhf. Tiergarten), abend• •H Uhr. Vortrag des Herrn Dr.Marltn Ro#enblÜ|h: ״Dl« letzten Phasen der *lonUlUchen Politik.•״ Ädrcuea-VcrSnderaoS^»! All« Mitglieder der ö. Z. V. werden gebeten, von jeder Veränderung Adresse dem Büro *atarl Mitteilung zu machen. Ihrer HebrSUds«r Chor der 0. Z. V. Restaurant Granb»um, Berlin M Oranienburger Sir. 36. Jeden Montag und Mittwoch abend* ft Uhr: Vorproben, Anmeldungen an den liebungtabenden bei dem Dirigenten. Herrn Kopf, oder tm Büro der 5. 2. V. Miüwoch, den 39. Dnember ebenda 6 Uhr Gruppe Ost, Union ־ SÄle, GrelUwalder Str. 223. Votirag von Herrn Rabbiner Dr. Löwenthal. Thema wird nach bekannt gegeben. Donnerstag, den 50. Dezember abend* H* Uhr Gruppe Weit, tm?.ahnflritehau« (Rlchtfiilmmrr), ßQlowsttaS« 104 Vort׳ag von Dr. Kronsle In: ״Die Progrotne und das Basler Programm.׳״ ״Ewer" Buchhandlung, Berlin W 15, Knesebedutr. 54—55. Melly Joseph Gcdächtnlsaussteltuog. Täglich geöffnet. Eintritt frei, KuHurdcxcrnat der B.Z.V. KcbrStscher Kindergarten Charlolienburg, Im Restaurant Berliner KlnHl. Küitrlner 5lr 6. Von Montag b's F»elfog fO-1 Uhr. Hebräischer Kindergarten West» Wochentags Synagage, Münchener S1»nhr 57. Vnn Moning b's FrrHng 10 — 1 Uhr. Hebrähdhcr KinderspUTnadiraittaß CharloUeohurg, tm Restaurant Brr'lner Kindt, KüxJrlre^ •6 זי«י Jeden Mittwoch von J>^4 ^6 Uhr. Hebräischer KindersptelnachmliHig sOdwcstllche Vororte,bei Frau S<hot<*m F'bdenau, Wleiandstiofec 4.!«den Montag und Donnerstag von y%5- *47 Uhr. Hebräischer Splelrsachmlttag Süd, Im Helm, Prlniemhra&c 41 Jeden Monlm» und C >“0n״r*t»g 6׳<1— 4 חיי׳י Uhr. Hebräischer Klndersplcloachmfita^ OH. In der Wohnung von Herrn Smlt, Esma׳chstr 37. Jeden ontsg und Mittwoch von V:*—H6 Uhr. Keren hajessod Für Zahlungen an den Keren hajessod In Deutschland ist zu benutzen: Konto des Palästina-Grundfonds Keren hajessod E. V. bei der Bank für Handel und Industrie, Berlin VV 56. Schinkelplatz 1-4, und Postscheckkonto des Palästina■ Giundfond* Keren hajessod E V., Berlin, 104951z: Lclirervereiue im Deutschen Reich“ im ״Israel. FainilicnblaU“ und tmtec/ivht sie eingelicuder Kritik. V or allem sprich( sie dem l>. I.ti. B. die Berechtigung ab, die Inteiesseii der jüdischen Lehrer verrieten zu wallen. IA heißt in diesem Zusammenhang: Der D.l.G. B. begründete -.eine Legitimation mit dem Hm«eis, daß sich ihm GK> Gemeinden angescI1Lossf.il haben. Aber hat denn der 1). I. (i. B, verges.sen, d d li d i e M e 11 r z;1 h I d i e s e r (100 G c ־ m e i n d e 11 , g e m e i 11 s a 111 m 11 de m Aussei! 111! des I). I.G. B״ vor Jahren die Frhall 11 n g 1111 d iicgr ii n d 1111 g j ii d i s c 11 e r V o 1 k s s e h 111 e 11, deren ׳Anflößung in Posen _ und Westprenlien er jetzt so lief bekla;:t, :1 u f d a s F. 111 - s e h i e d e » s t e b e k ä m p f t h a 1, obwohl schon damals mir auf diesem Wege die Versorgung so vieler stellenloser jüdischer VolksschuHehrer möglich gewesen ist? Liir den Augenblick aber ist der D.l.G. B. auch aus einem amh\ren Grinide nielit als Vertreler des jüdischen Volkssduillciircistamlcs zur Absendtmg der Hingabe legitimiert gewesen. In einer gemeinsamen Sitzung der imterzeirimden Stelle mit dem G.-B. und, .!er Leiiicrabteiliiiig des 1), LG. B. am 18. Novemher F)F> wurde die 1 orderung des Lehrervcrbandes ausdrüeklivli protukoliiert, naeli welcher ״der Verband die Unterbringung der ostmärkischen jüdischen Lehrer für sich allein reklamiert“. Wenn aber trotzdem der D. 1.0. B. so kurz vor dem Gemeindetag, der sich mit der Gemeindeorganisation beschartigen soll, die Eingabe an die Preußische Landes- Versammlung gerichtet hat, dann können wir die bcstimmte Hoffnung hegen, daß der Ausschuß auch in seinem Entwürfe für die Organisation dem 1.eh rer 11 i e be re cli t igte Te il n a 11 inc ander G e in e i 11 d e v e r w a 11 ti 11 g, besonders für Schule und Kuhns, sichern will, daß er ferner in seinen angeschlossenen (!SKI Gemeinden wo die lokalen Ver- Ualuiisse es ermöglichen ־ die Erhaltung der jüdischen Volksschulen aufs eifrigste anstreben wird und daß er vor allem die Einrichtung jiidischcrVolks* schulen i 11 d e n Großstädten: Breslau, Stettin, Magdeburg, Königsberg, Görlitz, Düsseldorf, Mühlhausen, Bonn, Duisburg 11. a. 111״ besonders aber in Berlin, mit allem ihm zt» Gebote stehenden Mitteln fördern wird. Dann könnten dort weit mehr Lehrer zur Anstellung gelangen, wo gegenwärtig stellenlose vorhanden sind“. Es ist in jeder Hinsicht bedauerlich, daß ein solcher Kompetenzstreit zwischen zwei so bedeutenden jüdischen Organisationen in aller üeffentliehkeit geführt werden muß. Insbesondere ist uns unverständlich, daß der D. LG. B. seine• Eingabe an die Landes Versammlung sandte, ohne sich vorher des Einverständnisses der Lehrerorganisation zu versichern. Im übrigen stimmen wir mit den Lehrern vollkommen darin überein, daß ein solcher Schritt des D. I. G. B., wenn er nicht nur dem Zwecke der Stimmungsmache dienen soll, nur gedeutet werden kann als ein Bekenntnis zu der Notwendigkeit der Erhaltung der jüdischen Schulen und der Errichtung neuer, wv> immer cs möglich ist, allem in den Großstädten, Deutschland Vom Kampf der jüdischen Lehrerschaft 111 Nr. 88 der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentluhtcu wir unter dem Titel: ״Die Not der jüdi- ' c h c n Volks schul Ich re r“ eine Eingabe des ''׳ G. B. an die preußische Landcsversammiung, die 0cr Forderung gipfelte, ״dem unerträglichen Notytand der jüdischen Volksscliuiiehrer in Preußen ein Uidc zu machen und auf die Unterrichtsverwaltung dalun einzinvirken, daß an öffentlichen Volksschulen jüdiscite Lehrkräfte vorbehaltlos zur Anstellung gelangen,“. Mit dieser Eingabe beschäftigt sich eine Zuschrift: «rr zuständigen Stelle dies ״Verbandes der jüdischen vor Werbt Abonnenten für die Rundschau! Die ״Jüdische Rundschau“ braucht weitere Abonnenten Die Kosten der Zeitungdiersteilunj* sind in einem solchen Maße gestiegen, daß eine Erhöhung der Einnahmen tinum ganglich geworden ist. Die Druckkosten usw sind derart hoch geworden, daß sie nur noch aufrubrlngen sind, wenn sie sich auf eint große Menge von ßerichern verteilen, und wenn die dafür aufgewandten Auslagen durch vermehrte Ein nahmen ans Abonnements und Anzeigen hereingeholt werden können. Bisher ist es gelungen, die zweimalige wöchentliche Ausgabe der Rundschau aufrecht zu erhalten. Es wäre aufs höchste zu bedauern, wenn dies künftig nicht mehr möglich sein sollte. Die Jüdische Rundschau ist ein unentbehrliches Instrument für den Kampf um die Durchsetzung des j idbehen Gedankens und für den ständigen Kontakt mit den Vorgängen in Palästina und mit der gesamten jüdischen and zionistischen Welt, das so leistungsfähig wie möglich erhalten werden muß. Es ist darum notwendig, daß Jeder lio nlst neue Abonnenten für die Rundschau wirbt.. Als Regel muß aufgestellt werden: jeder Zionist muß innerhalb der nächsten 8 Wochen mindestens einen neuen Abonnenten für die Rundschau gewonnen haben. Indem er dadurch die Erhaltung des 0׳gans auf seinem bisherigen Stande sichert, vertret et er gleichzeitig den jüdisehen Gedanken Besonders erwünscht ist es, wenn es ge• lingt, Abonnenten im valufastarken Ausland zu gewinnen, worauf besonderes Gewicht gelegt werden sollte. Sämtliche Gt-sinnungNgeiiosscn usw. müssen sich der Aufgabe der Aboimentenwcrbung mit siärkstem Eifer widmen, in jeder Ortsgruppe sollte unverzüglich ein geeignetes Orbgruppen• mltglicd mit dieser Propaganda betraut werden. Ortsgruppen, denen die Gewinnung einer verhältnismäßig großen Amahi neuer Abonnenten gelingt, sollen in der Rundschau besonders benannt werden. Es ist zu hoffen, daß die Ortsgruppen sich auch dieser Aufgabe gewachsen zeigen. Ebenso sollte für jeden Zionisten selbstverständlich sein, für den Anzeigenteil der Rundschau werbend einzutreten. Die Rundschau ist heute ein tu weiten Kreisen de» deutschen Judentums ve rbreitetes Organ, so daß Anreigen auf jede gcwünschte Wirkung rechnen können In vielen Fällen handelt es sich nur Carum, den Blick des Inserenten auf die Rundschau zu lenken. Auch hier sollten neben jedem einzelnen Zionisten , die Ortsgruppen anregend eintvirken. Zweckmäßigerweise wird mau eine entsprechende Einwirkung dem■ selben Ortsgruppenmitglied übertragen, weiches auch die Abonnentenpropaganda übernimmt. Familienereignisse jeder Art aus zionistischen Kreisen müssen In der Rundschau zur Anzeige gelangen. Jedenfalls ist es notwendig, daß mehr wie bisher für die unmittelbare Unterstützung der Rundschau geschieht Verlag der ״Jüdischen Rundschau“. Die jüdischen Lehrer und Palästina Die unter Leitung des ״Verbandes der jüdischen Lehiervercine im Deutschen Reich“ herausgegebenen ,Blätter für Erziehung und Unterricht“ veröffentlichen in ihrer letzten Nummer einen Aufruf ״An die jüdischen Lehrer Deutschlands“, unterzeichnet von Hugo Rosen-• thal, Wolfenbüttel. In ihm heißt es in bezug nuf das Palästinawerk: Aber noch steilen die deutschen Juden diesem Werk fassungslos gegenüber. Ohne Verständnis für seine greifbare und potentielle Bedeutung, sind sie kalt, wo sie glühen sollten im Werk, zweifelnd, wo sie die Wucht ihres Willens legen sollten ins Werk", lehnen sie gleichgültig ab, tvo sie wissen sollten, daß die Zukunft ihrer Enkel gesichert werden wird durch das Werk. In ihren Hirnen arbeiten noch die. Argumentationen des Tageskampfes gegen den Zionismus fort, während Stein auf Stein gefügt wird ־zur Heimat der Pogromfüichtlingc, einer Heimstätte, die nicht mehr Aufgäbe und Werk des Zionismus ist, sondern der Judenheit. Kollegen, Ihr sitzt in Dörfern und Städten, Ihr lebt unter den Juden Deutschlands, habt den weitesten Einfluß auf sie. Lehrt sie umdenken: was geht uns der Kampf zwischen Zionismus und Anti- Zionismus noch an! Der ist antiquarisch g c - worden, seitdem P a I ä s t i!1 a der I n d e 11 - heit übergeben wurde. Aber Palästina, Zufludvtstätte für hunderttausend Pogromflüeliflingc, Hei- «tat jedes Jude״, der ihrer begehrt — Palästina geht uns alle an! Ihr, Kollegen, habt die Möglichkeit, die deutschen Juden palästiuozeiitriseh zu orientieren. Zögert nicht, damit zu beginnen! Zeigt, daß wir, die in den letzten Jahrzehnten weit mehr als irgendein anderer Stand dem Judentum Form und Inhalt zu schaffen suchten, auch hier zu opferwilliger Mitarbeit bereit sind. Es ist sein־ erfreulich, daß in de״ Kreisen der jüdischen Lehrer sich die Erkenntnis Bahn bricht, ihre Aufgabe sei es, auch auf dem. Gebiet der Arbeit für Erez-Israel Führer der jüdischen Jugend zu sein, die m einem großen Teil sich längst dieser Arbeit gewidmet hat, — und dabei leider oft seitens ihrer Lehrerschaft gehindert wurde. Es wäre zu wünschen, daß die von der anderen Seite in dieser Prägnanz kaum je ausgesprochene Erkenntnis, daß der Kampf gegen den Zio-!!Ismus ״antiquarisch“ geworden ist, angesichts der Tatsache des werdenden Palästinas bald Allgemeingut aller deutschen Juden tvürde.

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