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Jüdische Rundschau · 1920-12-14 · Heft 89 (14.12.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 89 (14.12.1920)
Date
1920-12-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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־1 Seite 668 jUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 89 Aufgabe ist ein absolutes Novum in der Geschickte und mit bisherigen Mailstiibcn ist ihr nicht bcizukonimeit. Bei dieser ganzen Sachlage also erscheint es ander* ordentlich zweifelhaft, 011 das Privatkapital in ncmieiis-, wertem Malle nach Palästina kommen wird. Aber selbst wenn es käme, erhebt sich die zweite Frage, ob es dann fällig sein wird, die Aufgabe, einer nationalen Kolonisation zu lösen. Betrachten wir z.uiiäclist die Stellung des kapitalisti* sdien Unternehmens in der nationalen Wirtschaft. Kap* lun-Kogan hält sie für außerordentlich bedeutend, weil der Unternehmer cs sei, der dem Arbeiter Arbeit verschafft und in Palästina verschaffen wird. Iler 1111401*• nchmer in seiner Polle als Schöpfer neuer Arbeitsmüg• lichkciten ist nur möglich, sinnvoll und existenzfällig in einer gesunden, leistungsfähigen Volkswirt* schalt. Es ist doch geradezu Unfug, die palästinensische Wirtschaft mit der europäischen auch nur im aller* entferntesten zu vergleichen. Die heutige europäische Wirtschaft ist das Endprodukt einer langen, langen Ent* witklmigsreilie. Generationen auf Generationen mußte״ ,Wälder roden, Sümpfe austrocknen, Straßen aiilegeig Ländereien urbar machen, ehe die Voraussetzungen geschaffen waren, die die Entfaltung der europäischen Wirtschaft ermöglichten. Erst auf der Grundlage dieser jalirluuiderU'laiigen (unrentablen und profitloseu), von der Gesamtheit durchgcführtcn Arbeiten , konnte das ganze System aufgebaut werden, in dem heute der kapitalistische Unternehmer ArbeitsmögÜclikeiteii schallt. Gerade diese Voraussetzungen feilten aber bis jetzt in der palästinensischen Wirtschaft. Darum ist der kapitalistische Unteriuhmer nicht der geeignete Träger unserer Kolonisation. Die palästinensische Wirtschaft stellt beute am Anfang. Sie ist unfähig, Ueberschüssc zu produzieren und damit dem kapitalistischen Unternelinier in ihren Grenzen eine Daseinsberechtigung zu gewähren. Wir ober sind ein Volk, das 1111produktiv lebt, das nicht soviel produziert, wie es verbraucht, das man sh-11 vorläufig noch gar aiidit d e 11 Ke 11 kann ab losgelöst lebend von der Iremdnatioiiulcn Wirt* schaft, mit der es verkoppelt ist. Wenn ein solches Volk kolonisieren will und noch dazu Volkskolonisatioti, Aufhau eines nationalen Zentrums —, so ist ein Bauer, vier sich selbst ernähren kann, wichtiger als zwanzig Industriekapitäne, für die Palästina in seiner primitiven Wirtschaft keine Betätiguiigsmöglichkeiten bietet. Was aber lehren uns die Erfahrungen, die die bisherige privatkapitalistische Kolonisation in Palästina gezeitigt hat? Zunächst in der Industrie, Hier sind noch fast keinerlei Erfahrungen vorhanden, alles ist noch Zukunftsmusik. Denn die augenblickliche Industrie im Lande umfaßt beinahe ausschließlich die Herstellung heiliger Geräte und ähnliche Dinge, die infolge ihres Hcrstellungsortes einen Monopolehar.akter bähen. An die zukünftigen Möglichkeiten der Industrie zu glauben, fällt aber schwer, trotz, all vier phantastischen Be reell* mingcn, die wir hier und dort hören. Urteilt doch W i I k a ״ s k i. einer der besten Kenner des neuen Jischuw in seiner Wirtschaft, in seinem derech“ darüber folgendermaßen*): ״I )cm Lande mangeln alle Eigenschaften eines Industrielandes (ohne dabei die Ehre des Toten Meeres anzutasteu; wenn auch alle Hoffnungen, die man daran knüpft, erfüllt werden werden, wird dies 1 den Kohl nicht fett machen). Alles für die Pro• dukliou erforderliche Rohmaterial, ebenso wie die Arbeitskräfte müssen aus dem Ausland eingefülirt werden. Und alles, was liier produziert wird, kostet mehr, als die ausländischen Indiistrieprodukte selbst. Bei den oingefiilirtcn Milfswerkzcugcn bezahlt mau die I!.׳Importkosten nur für das bearbeitete Material, bei den hier fabrizierten auch für den Abfall. Utnl tüe Arbeit selbst ist hier weder so vervollknimiinet noch so billig wie dort. Dem» für die 'Industrie hat der Großbetrieb Vorzüge׳ selbst in einem geordneten Staat, geschweige denn in einen! Gebiet, das so arm und von der Welt abgeschuitten ist, daß, wem» ein kleines Schräubchen an der ׳ Maschine feult, die Maschine Monate hindurch ruhen muli, bis das Schilf es über See bringt. Hier ist vk-r Platz, fiir kleine Werkstätten, in denen mau sehad- י halt gewordene Auslandsniascliinei» und Geräte repariert. Die Schuld am Mißglücken der industrieller» Experimente liegt weder bei den Menschen, an ihrer Ungeschicklichkeit und ihrer geringe!» Erfahrung, noch , bei vier Beschränktheit der Mittel, wie man immer , zu erläutern pflegt, sondern lediglich und allein beim Lande. Die Industrie, die eine Zukunft im Lande hat, ist ausschließlich die landwirtschaftliche: die Er- lösung des Boflens ist also auch die Basis vier Industrie. Die Erlösung des Bodens (d. I». seine Ueberfülirung in jüdischen Besitz, und jüdische Arbeit) u!»d seine Amelioratioi», um für die Industrie di« Be* Schaffung des genügenden Rohmaterials zu ermög*; liehen. Um sie zu ermöglichen, muß man in unserer Dorfwirtseluift bis z.ur höclistniöglieiien Intensität gelangen. Und das wird niemals das Kapital mit fxih!arbeiten», sondern nur der selbstarbeitende Klein- Hauer können,“ Mit der Möglichkeit der Entwicklung einer Exjiort- Industrie - abgesehen von den, in ihrem Ausmaße natürlich sehr beschränkten Zweigen, die sich mit der Verarbeitung der land wirtschaftlichen Produkte beschäftiger. — ist also kaum?11 rechnen. Die Gründe, die dagegen spreeln.׳«, sind klar. Rohmaterialien und Maschinen sind nicht vorhanden, sondern müssen vom Austamdc eingefülirt werden. Der hohe Stand der Va- Kita ist ein weiteres Hindernis, da er die Arbeitslöhne! verteuert und, den Absatz erschwert. Eine Industrie •!»er, die *icl« niditt auf den Export stftjz.t, kann erst gesaut fen werden, wenn ein kaufkräftiger, innerer *) fksrnsd» in ״Dic Arbeit“, ■ jabrgnqg I, Heft 5/6. Werke ״Ba- Markt vorhanden ist. Aber auch für eine eventuelle Exportindustrie müßte der innere Markt zunächst die Etitwickiiingsiiiögliclikcit schaffen. Dieser kann aber bei der ganzen Sachlage nur eine ländliche Bevölkerung sein. Der Charakter Palästinas wird also in erster Linie der eines Agrarlandes bleiben. Es ergibt sich also, daß *las zentrale Problem unserer Kolonisation die landwirtschaftlichen, Siedlungen sind - wieder ein Punkt, den Kaplun* Koga.11 nicht genügend gewürdigt hat. Der Schaffung• gerade einer landwirtschaftlichen Siedlung in Palästina, stehen bedeutende Hindernisse im Wege. Ohne Scheu vor vier Oekonomie wollen wir an dieser Stelle noch einmal daran erinnern, daß das Siedlungswerk in Palästim» für uns nur dann sinnvoll ist, wenn es ganz bestimmten nationalen Problemen gerecht wird. Auch wer nicht wie wir, in dieser Hinsicht sehr weitgehende, Forderungen stellt (P r o d u k t i v i c r u n g u n d Re- ״ a i s s a 11 c c des Volkes), sondern gerade auch wer mit K a p I ti n ־ K o g a 11 von eien ostjiidische'u Verliültnisscii ausgellt,!muß doch < inselien, daß diese Kolonisatioii in erster Linie die Ansiedhing arbeitender Elemente sieh zum Ziele setzen muß. Soll aber Platz j fiir jüdische Massen sein, dann müssen Wege gcfuiij den werden, um die Konkurrenz des arabischen Fellache!» zu besiegen. Der Jude wird niemals so billig arbeiten wie der Fellache, der Privatkapitulist wird also ־ ■ da! er mir vom Profitiutcresse geleitet wird, Araber und nicht Juden beschäftigen, der Charakter des Landes wird arabisch bleiben, und jüdische Massen werden nicht ins Land kommen. Hier liegt •eben das Problem der Schaffung neuer Wirtschaftsformen, die dem jüdischen Proletarier Zutritt zum Boden sichert. An dieser Frage; ist die Privatkolonisation uninteressiert, nicht aber der Zionismus. Mit ,)Wirtschaftsgeschichte“ allein ist da nicht weiterzukommen, Herr Kaplim-Kogan. Das Pro* blcm ist für den Jischuw eine dringende Lebensfrage, genau wie vor zehn und fünfzehn Jahren. Welche Erfahrungen aber gibt die bisherige privatkapitalistische Kolonisation in vier Landwirtschaft? K ap 11111 - K v) ga n stellt Kolonisation und Experiment einander gegenüber. Aber jede Kolonisation ist ein Experiment. Jede Kolonisation kann mißglücken. Wenn »vir sollen, wie selbst die preußische J n n e » kolonisatiosv in Posen mißglückte, wieviel mehr Möglichkeiten des Mißlingens bieten sich für die überseeische Außen* kolouisation. jede Kakmisation muß sich den natür* liehen Bedingungen des Landes und des Menschenmatcrials anpassen, muß neue experimentelle Formen finden, wenn sie gelingen soll. Als die Pioniere der amerikanischen Kolonisation, um nur ein Beispiel von vielen zu ■leimen, das neue Land betraten, mußten sie sich derartige neue Formen schaffen. Die neuartigen Bedingungen, denen sie gegeiiülicrstandcn, waren der jungfräuliche Boden, der ohne intensive Arbeit reiche Ernten gab, und das Fehlen menschlicher Arbeitskräfte.. Aus diesen hehlen Jlcdiiigtingcu entstanden die gewaltigen ״iManimutfarms“, in denen ungeheure Ländereien durch ganz wenige Menschen mit Zuhilfenahme maschineller* Kräfte in extensivster Weise bearbeitet wurden. Und! so ähnlich muß jede Kolonisation experimentieren, neue Forme!» des Wirtschaftslebens schaffen, wenn anders sic; gelingen soll. Die privatkapitalistische Ko-, Ionisation Palästinas hat sich dafür als unfähig erwiesen. Die Geschichte der Pflanzmigskolonicn und sie sind ja das typische Beispiel der privatkapitalistischen Kolonisation in Palästina — ist bekannt, allzubekannt. Wir erinnern nur daran, daß der Kampf vier palästinensischen Arbeiterschaft um die ״Frobcriing wer Arbeit“ alt den inneren Gesetzen, der privatkapitalistischen Kolonisation bisher gescheitert!st. Die gesamte privatkajvitalistisclie Kolonisation ׳ in Palästina ist gekennzeichnet dadurch, daß große Teile : ihrer Kapitalien nicht innerhalb vier jüdischen Wirtschaft ן bli'ilirii, soiulern dauernd atisgcsioßcn werden. Unsere ' Chawerim in Palästina veranstalten zurzeit eine Enquete j über die Lage vier Pilaiizuiigskolonien, deren Resultate fortlaufend im ״Hapoel-Hazair‘* veröffentlicht werden, und *Ile die ganze Unsiiinigkeit dieser Kolonisationsmethode enthüllt, lieber dieses Material wird noch manches zu reden sein, heute nur ein Beispiel: Die Bej wohner der Kolonie Rischon-le-Zion sind gezwungen, ן (zunächst 50 ״/״ der jüdischen Arbeiter zu entlassen, weil der Absatz ihrer Erzeugnisse (fast ausschließlich Wein) seit Jahr und Tag stockt. Zu derselben Zeit aber, in der sie Luxuspr-odukte für den Weltmarkt erzeugen, beziehen sie alle notwendigen Güter, Milch, Butter, Eier, Fleisch, Gemüse usw, von »len umliegenden Araberdörfcr״. Dies ist das typische Bild unsercr Kolonisation. Die notwendigsten Güter werden innerhalb des jüdischen Jischuw nicht erzeugt. Industriegüter werden vom Auslände, laudvvirtseliaftlichc Güter aus der arabischen Wirtschaft im|x>rtiert, und das Kapital verläßt naturgemäß den jüdischen Wirtschaftskörper. Der ganze jüdische Jiselmw hängt liente wirtschaftlich in der Luft, ist gezwungen, sieh auf die arabische Wirtschaft zu stützen, ist ahliiüigig von; »len Schwankungen der Marktpreise in Liverjxiol, Wallrend durch die Versorgung jüdischer Kolonien durch landwirtschaftliche Produkte aus den Fcllachendörfern; der arabische Aibeiter noch konkurrenzfähiger gemacht und das Gebiet jüdischer Arbeit verengert wird, bleiht die Lage des jischuw nach wie vor durchaus labil und unsicher. Jede Krise, jede Schwankung auf dem Welt* markt droht * wie auch in diesem Augenbüdc wie* der — dem jüdischen Kolonisten mit völligem Ruin, und in notwendigem Zusamiiieiiluuigc dem jüdisclien Arbeiter mit der Arbeitslosigkeit. Sie ist seine alte Feindin, die. er am meisten zu fürchten gelernt hat Die privatkapitalistische Kolonisation hat die Problem«! Volkswirtschaft in P*. des Aufbnus einer jüdischen lästiua nicht lösen können. Dort, wo feste Siedlungen entstanden sind, di* den Ansprüchen einer nationalen Kolonisation entsprechen, für deren Zukunft wir nicht fürchten, und die gleichzeitig Ansiediungspunkte arbeitender Elemente sind, sind sie nicht durch das Privatkapital und nicht mit Hilfe vles Privatkapitals, sondern gegen das Privatkapital entstanden. Es sind das diejenige״ Sieillungv punkte auf liatioiuilem Boden, in denen selbst das not■ wendigste zum Leben erzeugt wird, die nichts von vlen Araberdörfern zu kaufen brauchen und die darum, unabhängig von der Außenwelt ihres Existenzminimuini in jedem Falle sicher sind; nicht Lu\11*pflanzm14׳rs auf der Grundlage arabischer Arbeit, sondern do׳f. wirtschaftliche Siedlungen sclbstarbeiieiukr Juden, sind dies die Kwuzoth und die neuen Moschaw» Owdim, die Vorläufer der zukünftigen so/i'ilisiischi« Kommunen, die neuen und experimentell gefundenen, den Bedingungen des Landes 111141 auch vier Mensch׳« aiigcpnßicn autochllionei» Wirtschaftsformen. Aus all diesen Erfahrungen folgt ganz klar, daß dies der Weg der Kolonisation sein muß, v.»׳nn sic nationale, jüdische Volkskolonisation sein •will; Nicht eil» Jischuw, vier abhängig ist'vol» vier unter i'.iin liegen• eUl der Wirtsduft, soiulern auf den Prinzipien den Schicht vier arabischen Jischuw, der aufgebaut ist Selbst.» rbeit und vier S c I b s t e r z e u g un g de» Notwendigen. Nicht Lu.xuspflanztmgen, sondern feste dörfliche Siedliingspmikte, Diese Aufgabe kann das Privatkapital nicht lösen, für die Dauer auch nicht bei noch so gutgemeinten philanthropischen Vtr• suchen. Denn nirgends in der Welt können selbst,arbeitende dörfliche Siedlungen 11»■unciisvverii■ Profrte tragen. Kapitalien verzinsen kann vi. :leirnt die Pflanzungskolonie, und auch sie mir hei billiger, arabischer Arbeit. Was das Privatkapital kamt, ist lediglieh, in dieser bisherigen Art und Weise fortzniahrci», jüdisch-arabische Luxiispilaii/uiigen aufzuli.meii und ein Wirtschaftssystem, das in jeder und jeglicher Beziehung abhängig ist von der europäischen und arabischen Außenweit. So kann man vvoid das rein ökonomische Pro blem vier Erschließung Palästinas lösen, 111a!» kann zur wirtschaftlichen Belebung des Orients heil ragen, aber mit Volkskolonisation, mit dem Aufbau einer gestinden jüdischen Volkswirtschaft, mit dem Aufbau eines nationalen Zen Ir ums, einer uatio 11 a 1 c n Heimstätte I! a t <1 i e s n i c h t »las mit« vi cs te zu tun. Aber auch di« wirklich nationale Kolonisation, *i.r allein der Aufgabe des zionistischen Kolonisn:?»isvverkrs gerecht werden kann, erfordert Kapitalien. Woh.׳r Millen viiese kommen? Noch ein paar Worte hierüber, wenn es mich eigentlich nicht zu unserem Thema gehör: Zunächst möchlcn wir fcststellcn, daß Kaplun-Kog a!1 einen wichtigen Punkt übersehen hat Ansiedler, die soviel produzieren, wie sic selbst verbrauchen, be• nötigen nicht eine dauernde Unicrsiützung von außen. Sie benötigen nur eine einmalige Summe, um scßiiaft zu werden, und diese Investition bleibt als Realwert der Volkswirtschaft erhalten. Kaplun *Ko gan billigt den 16 500 Arbeitern, die im nächsten Jahre angesicdelt werden sollen wohl wiederum •ג nicht genauer Kenntnis der palästinensischen Wirklich keit — zu, daß sie Ucbcrschüsse produzieren Wärr dies der Fall, so würden diese Ucbcrschüsse eine ״־ eitere Kolonisation, wenn auch in kleinerem Maßstahe, un ühernäclisten Jahre garantieren. Und via diese Ueber• scliüsse sieb progressiv vergrößern würden, so wäre liier ein Weg fiir eine allmähliche ArbciNl>o!״ms!d!<*״ gegeben. Aber wir wollen diesen Weg gar nicht in Betracht ziehen. Wir wollen in» Gegensatz zu Kaplun■ Kogan viiese Ucbcrschüsse nicht initrechnen, um י׳•־ mehr, via sie in der Wirklichkeit vvahtseltcinhch zu■ nächst nicht Vorhanden sein werden. Und wir wollen auch gleich zugeben, daß diese auf den IJeberschüssen aufgebaute Kolonisation zu klein wäre. Aber nicht genug damit, bedarf vlie Kolonisation Pal i-dinas noch gewaltiger Geldmittel für .1111' die Aufgaben, »he he• andern Völkern Aufgaben des Staates sind, alles Aufgaben, die p ri v a { wirtschaftlich unrentabel, vom Privatkapital nicht gelöst werden können, als Volks wirtschaftlich hochgradig rentabel von vier Gesamtheit aber gelöst werden müssen. Dies ist für uns darum s*> wichtig, weil mit diesen Arbeiten an ge fange 11 wer■ den muß. Sie sollen doch erst das Land urbar machen, die Vorniissetzungett für das Wirtschaftsleben schaffen Für die Aufbringung vier hierfür erforderlichen fielt mittel stehen selbst abgesellen vom Keren lujcssod noch verschiedene Wege offen. Es gibt dafür sdsw vlie verschiedenartigsten Projekte, die zum Teil bereit' ernsthaft erwogen wurden. In diesem enget! Rahme״ können wir auf viiese wichtige Frage nicht eilige!!•״״ Alter es wird hier tatsächlich die Grundfrage berührt, ob nämlich das jüdische Volk g»״ willt und imstande »st, sich selbst zu be freien. Die Antwort auf diese Frage kann nur dir Zukunft bringen. In diesem Sinne ist der!ranze /»׳ nismus ein Experiment. Bei anderen Völkern, z. B Tschechen, Polen, Serben usw. war es eine Selbst ver• stfindlichkcit, daß sic alle erdenklichen materiellen Opfer für die Erlangung ihrer Selbständigkeit gebracht haben Bei uns scheint man daran nicht zu glauben. Dem• gegenüber haben wir nur die eine Möglichkeit, de*■ zionistischen Idee eine solche Kraft zu gehen, daß sie imstande ist, Menschen mit siel» fortzureißen und sie selbst dazu z»1 bewegen, für die Wiedergeburt ilue* Volkes das erforderliche Geld zu geben. Einen Men־ sehen dazu zu bewegen, daß er nichts gibt, •s* außerordentlich leicht. Und die Aufbringung der f»

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