Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 87 (7.12.1920)
- Date
- 1920-12-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 2גס J U E D I SCH E RUNDSCHAU Nr. 87 ״Kinder in Not“ AK einige Jahre vor dem Kriege in Berlin ein l'lak.11 von der Meisterhand Käthe Kollwitz׳ auf das damals schon furchtbare Wohnclend der Reichshauptstadt hinweisen sollte, gelang cs den Grundeigentümer- Verbände, ein polizeiliches Verbot dieses Plakates durchziiset/cn, weil es geeignet erscheine, ״den Stand der Hausbesitzer in den Augen tlcr ()Öffentlichkeit herabzusetzea.“ Honte kleben an allen deutschen Mauern und Anschlagsäulen Bilder, deren künstlerischer Wert sieh mit dem der Plakate von Küthe Kollwitz nicht messen kann, deren Realistik aber an Kratlheit nichts zu wünschen übrig lallt. ״Kinder in Not!“ Wollte mau die Logik der Vorkriegszeit amveuden, tnüllte man sie aus Gründen der Stnatsraison s.tfort verbieten, Detm nichts vordeutlicht eindringlicher die Machtlosigkeit ries Stabiles gegenüber dein robusten Gewissen der Gesellschaft, als dieser papierene Notschrei auf der hussadc der dcutsehen Großstädte. Dali eine so vornehme und uner- I1(lliche nationale Verpflichtung, wie die der ausreichen* den I ürsorge für die heramvachsemle Generation, angewiesen sein soll auf «len Erfolg einer ״Sammelaktion“, wie sie seit Jahr und Ta:׳ für alle möglichen Zwecke unternommen, durch alle möglicher» Dinge kompromittiert wurde, mutet sonderbar au im Hinblick auf den unerhörten Luxus mul die sinnlose Verschwendung, die von Tausenden getrieben werden. Menschen von emigem Feingefühl müssen sich schämen vor der reiferen lugend, deren Gemüt verbittert und von Verachtung '^gen die Gesellschaft erfüllt werden muß, da sie mit offenen Augen sieht, wie ihr ״geholfen“ wird. Dies aussprechcii, heißt die Notwendigkeit der Sammelaktion für die Kinder nicht verneinen, sondern sie mit besonderem Nachdruck betonen. Die Kmdernot, insbesondere die der Qroßstädtc, ist eine Tragödie, grausanier und verwüstender als seihst die des Schlacht-?ekles. Vor hungernden und frierenden Kindern kann mau sieh nicht hinsielleji und soziale Anklagen mit sozialen Theorien beantworten. Laßt uns deutlich sagen: ״Dali diese Sammelaktion eine Notwendigkeit wurde, ist eine Schande, d a sie eine Notwendigkeit wurde, so tut, schnell und ohne viele Worte, was nötig ist: gebt!“ In jüdischen KieKen herrscht gegen Aktionen dieser Art ein tiefes und durchaus berechtigtes Mißtrauen. Wir halten immer wieder die Erfahrung gemacht, — und welch überreiche Gelegenheiten hat die Kriegszeit dazu gegeben! — daß man uns stets zu finden wußte, wenn es sich um das Geben handelte, und sehr selten auf jüdische Interessen Rücksicht nahm, wenn es aus Verteilen ging. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß zu all den sinnigen und unsinnigen Sammlungen, die während des Krieges veranstaltet wurden, von den Juden in einer Weise beigetragen wurde, die jede Pro* zentnorn! bei weitem überschritt. Was von dem Gesamtertrag an empfangsberechtigte jüdische Einrichtun* gen abgegeben wurde, blieb hingegen fast immer hinter jedem Mall von Billigkeit zurück. Es wird uns auch von maßgebender jüdischer Seite gesagt, daß die Organisation der ״Deutschen Kinderhiiie‘4 derartig sei, dali eine Benachteiligung •der jüdischen Interessen nicht befürchtet werden muß. Wir hülfen, dal! dieser Optimismus ausnahmsweise einmal nicht täuschen wird Aber selbst auf die Gefahr hin, uns abermals mit dem Bewußtsein begnüge!» zu müssen, daß ״Geben seliger ist denn Nehmen“, sagen wir: ״Gebt dennoch!“ Vor hungernden und frierenden Kimlern kann m-m sich auch nicht Umstellen und narb Religion, Nationalität *!der gar Parteiangehörigkeit fragen. Gleichsam vor ihren Augen den Kampf um das Prinzip der Gleichberechtigung führen zu wollen, hieße dieses Prinzip degradieren. Es gibt hunderterlei Gelegenbeiten, bei denen es verteidigt werden kann und bis nnfs äußerste verteidigt werden muß. Aber der Bitte für hungernde Kinder gegenüber gibt es keine conditio sine qua non. Sie hungern und frieren alle auf die gleiche Weise, -■ selbst die Kinder antisemitischer Eltern machen hiervon keine Ausnahme. Und die Frage, ob mau gegenüber dieser elementarsten ,Not Hilfe abhängig machen will von irgendwelchen Erwägungen, ist restlos identisch mit der Frage, ob man ein!inständiger Mensch ist Daß auch die vorurteilsloseste Verteilung des Erträges der ״Deutschen Kiiulerhilfe“ selbst bei bestem Erfolge nicht die jüdische Kinderiiot in Deutschland ans der Welt zu schaffen oder auch nur nennenswert zu lindern in der Lage wäre, braucht nicht erst im einzelnen dargelegt zu werden. Daß jüdische Kiudernot in erschreckendstem Ausmaß existiert, kaut» jeder Arzt au jüdischen Krankenhäusern und in den jüdischen Vierteln bestätigen. Ihr (Vorhandensein wird schon wahrsehei!11 ich durch die Ucberlegung, welch hoher Prozentsalz der jüdischen Bevölkerung dem sogenannten Mittelstand angehört, jener Schicht, deren materielle Verclendiiiig relativ am größten ist, während Tradition und Standesgefühl es ihren Angehörigen in den meisten Fällen nicht gestattet, ihre Nor offen zur Schau zu stellen Gerade in jüdischen Kreisen spielt sich nächst denen der mittleren Beamtenschaft am häufigsten jene Tragödie ab, die den bitteren Namen des ״glänzenden Elends“ trägt, in der nach außen hin mit allen Mitteln die Fiktion eines bescheidenen Wohlstandes aufrechterlnltcn wird, während hinter den Wände!! der Wohnung Hunger und Not in il1a־r krassesten Form hausen. Es muß ferner mit viel mehr Nachdruck «als bisher die Tatsache der jüdischen Oef 1 entliehkeit cingchämmcrt werden, daß unser gesamtes Wohlfahrtswescn genau so vor einer furchtbaren Katastrophe steht, wie das allgemeine•. Die jüdischen Institutionen durften war dem Kriege im allgemeinen als hinreichend, wenn nicht gar gut dotiert angesehen werden. Die fast völlige Ent- Wertung des deutschen Geldes bei der gleichzeitigen Preissteigerung aller Lebensbedürfnisse hat die Fonds der jüdischen Waisenhäuser, Erziehungsanstalten und Schulen in ein arges Mißverhältnis zu ihren Aufgaben gebracht. Es gibt große jüdische Institute dieser Art, die buchstäblich am Monatsersten noch nicht wissen, wie sie am ״Monatslctztcn die laufenden Ausgaben bezahlen sollen. Es gab wählend der letzten Kriegsjahre und gibt noch heute jüdische Waisenhäuser und Erziehungsanstalten, in denen aus Geldmangel die Ernährung bedenklich nahe der Grenze dessen gekommen ist, was auch bei sehr weitherziger Auffassung nicht mehr als genügend bezeichnet werden kann, wo die Ausgaben für Lehrkräfte 11:;.1 1 tnuspcrsonal auf ein Minimum reduziert worden sind, bei dem Unterricht und Wartung Weit unter jedem . - .■— -«י—׳—■י!■■ ״1■ . ' ■■■ ' ... Erfordernis bleiben. In vielen Waisenhäusern ist nur ein Bruchteil der verfügbaren Stellen besetzt, weil die Geldmittel für die volle Zahl nicht aus reichen Würden Und dies alles in einer Zeit, in der nur bestorganisierte Jugendfürsorge, die mit reichlicheren Mitteln als je versehen sein müßte, einigen Erfolg gegen■ über den Nachwirkungen des Krieges versprechen könnte. i.s kommt Jiiuzu die -Sorge׳ für die Flüditlingskindei Unaufhörlich sickert über die Grenze ein schwache! Nebenarm des großen Wamlerstroms, der sich ans den! Osten in die nordeuropaischen Häfen ergießt. In der Hauptsache sind es junge Menschen, denen Arbeit be schafft werden imill. Aber nach jeder Pogromwellc 1m Osten treffen aus Ungarn, Polen, der Ukraine aut!! Familien ein, und wenn je Kinder der liebenden Hilfe Iredürftig waren, dann diese, die alle Schrecknisse eines fj furchtbaren Martyriums in so jungen Jahre! schon 11111■ ן ן machen mußten. Ihre Zahl ist im Waeinen: es fehlt an I Menschen und an Geld, für sie zu sorgen. jp So leben in Deutschland Tausende von jüdischen :! Kimfein, deren Existenz bedroht ist. Für uns, die uir “ die Wiedergeburt des jüdischen Volkes wollen, die wir j in jedem jüdischen Kind einen Biirger unserer Zukunft sehen, zeigt sich hier eine nationale Aufgabe, die znm mindesten nicht weniger wichtig ist als jedes einzelne de! j großen Dinge, an deren Verwirklichung wir arbeiten Im Ziele aber: der Erhaltung des jüdischen Menschen, begegnen wir uns mit allen, die das Judentum, in weicher Form auch, immer bejahen Darum ist die Hilfe f ü r d a s jüdische Kind keine Parteisache: sie ist Angelegen des gesamten deutschen Judentums! Was uns an der ״Deutschen Kindcrhilfc“ so miß m fällt, ist die ScclenUisigkeit ihrer Propaganda. Die K Berliner Zeitungen berichteten übereinstimmend, die An ■ teilnalune des Pnblikums sei erschreckend gering Mit• glieder der Regierung sprachen im Zent nun Berlin-, vor drei Dutzend Zuhörern. Zwischen den Sammlern der ״Kinderhilfe“ und denen der ״Grcn/spcndr•• brachen Rivalitäten aus,, die sogar zu einer Verschiebung der Aktion führten. Sind das null nur ״Organisationdeliler?" Wn glauben, nein. Hier ist schon itn prizipicllen das Ent scheidende verdorben worden. Statt, daß man aus dem KiuderhiUswerl; eine große Vo 1 k s b e w e g 11 n g g< macht hat, die vom Staat, von der Gesellschaft, von jedem Einzelnen nicht etwas erbeten und erbetteln, so״ dern mit der ganzen moralischen ,Kraft aller wahren fk wegutigen gefordert hätte, was notwendig ist. vcianstaltetc man eine ,,Sammlung“, eine behördlich untc! stützte Schnorrcrei. Wollen wir das gleiche tun? Soll «auch die ״Jüdische Hilfe für das jüdische Kind“, wenn sie binnen kurzen ihre bisher im kleinen Kreis verrichtete Arbeit vor dis Forum der Oeffentlicbkeit trägt, bitten, betteln, schnorren? (Hier soll sie mit »lein Anspruch Auftreten, für die jüdische Zukunft zu sprechen, In deren Naim•» man nicht bittet und bettelt, sondern fordert? Wir haben keine Machtmittel, wie ein starker Staat sie wohl anwendeu könnte, um die Erfüllung seiner (Fortsetzung Seite 655.) Radierungen, die wirklich von Virtuosität des Hand- Werks und einer originellen Formcnpfiantasie sprechen, zeigt P e t z f c d c r. Sehr ernst z.u nehmen sind auch die Zeichnungen von Abraham Palukst. Als auiüsrmtc Schlußarabeske soll G. Ludwig Wronkow mcht unerwähnt bleiben, dessen groteske Scherenschnitte mit stark kunstgewerblichem Einschlag witzig und nett sind. Während bei der Graphik der Prozentsatz der kia *;tierisch in Betracht kommenden Arbeiten ein außergewöhnlich hoher war, kann man bei der Plastik fa-t. das Umgekehrte konstatieren. Eine große Anzahl völlig belangloser, plump naturalistischer Spielereien, mehr oder weniger effektvoll aufgemacht. ״Die Spekulation auf d״s Publikum“ scheint sich als richtig zu erweisen, denn es sind t'ast nur solche Sachen gekauft worden. Merkwürdig, daß, während man rein qualitativ bei der Beurteilung der Graphik einen von der Tagesmeinnng oder der Einstellung •der Generation völlig unabhängigen Maßstab anlegen kann, diese Vergleichsmöglicukcit bei der Plastik vollkommen fehlt. Hier fallt bei den konventionellen Werken Qualitätslosigkoit und Akademismus zusammen. Im Gegensatz zu dieser Maswnpimluktioii seien einige, wesentliche Arbeiten her* ausgehoben, G 1 y t ze n s t c i n ist zu bekannt, als daß er noch einer besonderen. Analyse bedürfte. Eine eigenartige und neue Begabung׳ ist Josef Brandenburg, dessen groteske Prophcnienköpfe Zeugnisse von einer sehr starken bildliauerisehen Kraft ״biegen, doch muß er sich hüten, nicht in ein etwas zu kunstgewerbliches Stilisieren zu geraten. Einen sehr guten weiblichen Kopf vvm völliger Geschlossenheit der Form bringt I s c!1 s t e i n. P o I y Linden fcld zeigt ganz eigenartige Mdailtrcibarbeifen von raffinierter Naivetät. Auch hier ist es bekfen wenigen gezeigten Arbeiten, die von einer hoben künstlerischen Qualität Beweis ablegen, nicht sofort möglich zu entscheiden, ob es sich um ein sehr gepflegtes Virtuosentum oder um eine unmittelbare künstlerische Potenz handelt. Wahrscheinlich hat mau cs aber liier mit einer besonders begabten Bildbauerin zu tun. Walter Daus zeigt einen sehr gtrien Mäd- , dicnkopf und einen noch besseren Kinderkopf, die beweisen, daß sehr wollt eine wahrhaft klassische Plastik mit moderner Formengcbung zu vereinen ist. Endlich seien noch die Arbeiten von W. Liebenthal Sollend angemei'kt. Relativ am wenigsten interessant sind die Gemälde. Es ist mit wenigen Ausnahmen durchschnittliche Ans- Stellungsproduktion, die vorliegt. Sehr sympathisch auch hier wieder die weiche Tonigkeit und Atifgelöstheit tkr Bilder Hugo Krayns, die uns zum größten Teil schon von früheren Sezessions-Ausstellungen her bekannt sind. Szalit erscheint hier nicht ganz so stark, und eigenartig wie in ihren graphischen Arbeiten, aber auch auf hohem Niveau. Die Bilder erinnern stark an die jüngste trauzösische Malergenerat km und wirken irgend wie weihlieb, während die Graphik die an die Produktion einer Frau denken läßt. N i c h a :1! k i n zeigt sehr gute Kopfe ia breitem pastosem Aufstrich. Eine starke um! sinnenfreudige Farbigkeit, vorläufig• in tlcr Auflassung noeli nichts eigenes, aber allerbeste qualitative Grundlagen zu späterem Schaffen. (1 loffenRich ist er noch so jung, daß tües erst den Anfangspunkt einer Entwicklung bedeutet.) Al c t a Go 11 n - H c n d e 1 bringt ausgezeichnete und sein׳ ehrlich empfundene Berglaudschaftcn in Irischer, anständiger Malwcise. Prochowenik zeigt gute naturalistische Pastelle, muß sich aber vor der Gefahr hüten, allzu süß zu werden. Seine Ahnen heißen Leistikow und Lesser-Ury und überschatten sein Schaffen etwas allzu stark. Geschickt und im Besitze einer ausgezeichneten A1|1!arclltcchnik ist M. L u b i t s c h, vielleicht auch etwas mehr als nur geschickt, aber ohne ,•iiisgesproclicne Eigenart und deswegen recht wandelbar erscheinend. M. Luhitschs Arbeiten erscheinen von den• Werken der jüngeren Generation der Berliner Sezession sehr beeinflußt, so daß vorläufig ein Urteil noch verfrüht erscheint. Julie Wolfftborn zeigt Bilder von anständiger HaiKhverklichkcit, die uns schon von anderen Austeilungen her bekannt sind. Für Fi a 11 s W. Glaser gilt dasselbe wie für M. Lubitsch, doch scheint sich hier eine stärkere Begabung durchringen zu wollen. -־ Auch hier sind es drei Künstler, die als neue Erscheinungen stark in der Erinnerung haften bleiben. Tüh re ml auch auf diesem Gebiete Fciga Blumberg, deren Unbedingthcit und männliche Kraft einem auch dort Achtung abnötigt, wo ihre Gestaltung so lieib ist, daß sich das Bild nicht unmittelbar gleich dem Betrachter erschließt. Aus ihr kann mal eine Malerin von wahrhaft großer Art sich entwickeln, — jedenfalls die bedeutendste Kraft unter allen hier austellenden Künstlern. Von ganz, anderer Art, keineswegs so eigenartig wie Fciga Blumberg, aber im Besitz einer ganz ausgezeichneten handwerklichen Schulung und eine! sinnlichen Malfreudigkeit, die an die Art Corinths e! innert, ist Hella A r<! 11 so 11 n. Flaumige, weiche Tom, musikalisch in der Zusammenfassung des farblichen Au: baus. Und endlich noch Po Ha Gl! a 111 off von höchst eigenartiger, geistvoller Gebärde und starker und | amüsanter Farbigkeit, wenn auch manchmal fast a;:- I Groteske streifend. I Da die Grundidee der Ausstellung eine phiianthr• I pisdie ist, so werden mit Absicht hier die verfehl״״ I Arbeiten nicht näher analysiert und auch die Nanu״׳ der Urheber schamhaft verschwiegen. Doch soll nie':: jede imteil.issene Namensnennung bedeuten, daß er! Maler, Graphiker und Plastiker nichts künstlerisch bi״ wandfreies zu geben hätte, flenn trotz aller Müh׳ z.ur Objektivität ist natürlich ein subjektiver Unter»״ nicht auszuschalten. (Was auch vielleicht nicht immi; wünschenswert wäre.) Von einem Gesamtergebnis kann aus der g.־r!1׳׳t-"׳ Idee der Veranstaltung heraus nicht gesprochen werden Zu unglciclnvcrtig und zu ungleichartig sind die Au•• stellenden. Eine Gesamtrepräsenlation ries Judeiitm״' in der Rerlincr Kunst stellt die Ausstellung schon d׳> wegen nicht dar, weil die, Arrivierten •■־ ein L i e h e r fl 111 ann, ein Lcsscr-Ury , ein S t r u y k ״ת! Recht sieb fcrngehalteii haben, um! der gan/cn A•' B »!es Zustandekommens nach die Beteiligung mehr '>1 ״׳ Zufall, als von irgendeiner systematischen Auslese •'•'1 ״ hängig war. Vielleicht kann mau aber ■- wenn ain'׳ I dies nur mit Einschränkung — von einer Heerse!«1 I der Jüngeren sprechen, obwohl wir auch hier eine g.1:» F Anzahl jüdischer aufstrebender Talente vermisse». [>.!!»•' f: lassen sieh selbstverständlich keinerlei Rückschlüsse übern eine allgemeine jüdische Tendenz in der bildenden Kan1׳ oder eine Soziologie des jüdischen Künstlers ziehe1׳ Nur eine kleine, viellcidit nicht unwesentliche Boobach tung: daß im Vergleich zum Durchschnitt sonstige: mitteleuropäischer künstlerischer Produktion die Franc« an Zahl, und Kraft der Gestaltung: einen merkwürdig hohen Prozentsatz bilden.