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Jüdische Rundschau · 1920-12-07 · Heft 87 (7.12.1920) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 87 (7.12.1920)
Date
1920-12-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nt. 87 J u £ DI SC II E KUNDSCHAU Seile 651 ÄRdu'ir. tnd dor lucksaK tfcr T.>'; lltul ( , 1111־ HUI W'tiR11 wvL': , uml 1'•־ Vu i s c h1 (ne F״l!fricik'1'1׳ f ilervaf IQ 11 1'-ן jr<1 Amerika Die polniscli-jfidisclicn Verhandlungen lieber diese außerordentlich wichtigen Verbandhingen erfährt unser Pariser 11־. K.-Korrespondent Soli^eiKle Einzelheiten: Die Verhandlungen zwischen dem |H)lmsehe11 Gesandte» .in Washington, ITirst Ca.iini.r Lulumurski und den Vertretern des amerikaniscl1-jü1!ii> sehen Kongresses und des amerikanisch-jüdischen Kamijecs, die auf Initiative des Fürsten Lnbomirsks ein,geleitet worden waren, fanden im Hotel Waldorf-Astoria statt Die Polen waren anllcr durch Fürst L ti I) <> 111 i r s k!', auch dnrelt Stephan (irotntvski, polniselicit Generalkonsul in New York, vertreten, von jüdischer Seite waren anwesend, Jttiige Julian W. Mack, l.onis Mar sh all, I >r. Stephen S. W i s e , Morris Kothenb '־ r g. 11 t'ilaüa B u hl ic'k , Jacob (ii n s h c rg, Salomon H 1 <>o in g a r t e 11 (Jelioaeli), William I; d 11 n, Jiidge Gustave II a r t m a 11 und lierivaal G. Richards. Die Konferenz währte mehrere Stunden und wurde durch die Vorlesung der Resolution eröffnet, die am '2•!. Oktober von einer Tagung des aiiierikmusdijüdischen Kongresses und anderer jüdischen < )rganisatioucn in New־ York;lugvmmimc» worden waren. Nach einer Einleitung, die die prinzipiell freundliche H.iltung der amerikanischen Juden der Wohlfahrt der polnischen Republik gegenüber aussprieht, w ird in dieser Resolution betont, dal» die amerikanischen Juden unbedingt an der IVhamlhmg ihrer Stainmesgeuossei» in Polen in stärkster •Weise interessiert sind. ,,Wahrend die amerikanischen Juden bereit sind, bei der Schaffung eines blühenden Polen zu hellen, fühlen sie sich berrebiigt, die Erwartung aiisziisprechen, dali Polen alle Hindernisse aus dem Wege räumen wird, die eine Mit .Wirkung der polnischen Juden ״;* hrrcielutiig dessen, was der gemeinsame Zweck aller Bewohner Polens sein sollte, nämlich seiner sozialen, Wirtschaftliehen, bürgerlichen und politischen I:ntw׳k׳kh:ng hemmen würden, l'nt die Verwirklichung dieses Zieles zu heschleunigen, ist es unsere■ ernste Hoffnung, dali die polnische ■Regierung sofort dem Buchstabe 11 und dem Geiste geinäll die Bedingungen des sogenannten Minoritütenvertrnges atisfiihreit wird, der am 2S, Juni ltHO publiziert und später durch den polnischen Landtag genehmigt wurde. Dazu ist vor allein folgendes 1111■ mittel bar notwendig: 1. Sofort au die polnische Arm«' Belebte zu erlassen, welche jeden Angriff oder jede Eigentumsverletzung gegenüber polnischen Juden,verbieten. 2. Die notwendigen Schritte zu unternehmt u, nin die Aufmerksamkeit der Ofii/iiTi׳ und -Kolilaleii der polnischen Armee auf diese Befehle z.u richten. Ii. Aehnlieiie Proklamationen an die ganze Zivilbevölkerung zu erlassen und die Aufmerksamkeit des gesamten Publikums auf sie zu lenken. •1. Die Verbreitung aller Anzeigen, Plakate und die Zirkulatioit aller Zeitungen, and anderer Publikationen zu verhindern, die Angriffegegen die Juden hervorrufen wollen.oder die in irgendeiner Weise diese den Gewalttätiij:Leiten, der Verachtung oder Lächerlichkeit ausset/en wollen. 5. Die notwendigen Maßnahme» zu ergreifen, 11m die vei sehiedenen Bestimmungen des Minorität.;* Vertrages und insbesondere die Garantien für die Rassen-, Kcligions- und Spracheiimlnoriiäte» Polens ins Leben treten zu lassen. (1. Spezielle Vorsichtsmaßregeln, vvährend der Periode der Demobiiisution der Armee zu ergreifen,, uni antiiüdische Exzesse zu verhindern.“ Am Schlüsse «er Konferenz gab der polnische Gesandte Erklärungen ab, durch die er in der aus polnisch* offiziellen Kn Art «Jie Pogrome als Ausstellung jüdische^ Künstler (Berlin, Logenliaus, Kleiststr.!2) Von Dr. Paul Zucker. Jede Gelegenheit, bei der man Werke jüdischer Künstler im Zusammenhang sieht, führt immer wieder zur gleichen Ueberlegung über das Verhältnis zwischen Judentum 11ml Kunst. Das Resultat muß, will man nicht in ein starres, Wirklichkeitfrerucics Dogniatisiercn vorfallen, ein negatives sein. Es gibt keine l-'armcl und kann keine so leite geben, weil alle Begriffe, das Judentum, die Kunst, die Bezieliimg des Individuums zum Ganzen, durchaus variabel sind. Eines aber tut not: darauf... Uin/uwcisen, daß klare Geistigkeit, Reflektion und Fähigkeit der Analyse als typische Eigenschaften jüdischen Geistes keineswegs kunstfeindlich sind, oder auch mir als Hemmungen betrachtet werden dürfe״.. Nur deutsche Erdruchliaftigkcit fordert vom Künstler völlige Tumbheit. Sehr fein hat Max Brod im Oktoberlieft der ״Neuen Rundschau'‘ in einer kurzen Glosse alles hierzu Notwendige formuliert. Die jetzige Ausstellung in Berlin ist lediglich aus einer philanthropischen, charitativcn Idee entstanden und גיי schon ihrer ganzen Anlage nach nicht unter einen künstlerischen Gesichtspunkt z״־ bringen. Der Erfol״ der erstrebt wurde, ist in gewissem Umfange erreicht es ist schon jetzt gut verkauft worden. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, noch weitere Besucher in die Ausstellung, die bisher wohl unter einem gewissen Mangel an Oeffenlliclikeit gelitten hat, zu führen und zum Kauf zu veranlassen. Kritische Würdigung bedingt jetzt die Akzentverlcgnng vom philanthropischen auf das ästhetisdhe Gebiet, I ißt sich liier nun aus der Tatsache der gcinciiwamcn jiidenheit der Ausstelleudcn irgend ein Stillmerkmal fest* stellen? Für den unbefangenen Betrachter wohl kaum. Es bedürfte etwa talmudistiscb »utellektueller Gedankenginge, um vielleicht gerade in der starken Assimilation^ fahigkeit an die verschiedenen Kunstrklitiuigeii noch «m gemeinsames Stilmoincnt finden zu wollen, — eine Ueberlegung, die aber zweifellos za einen Fehlschluß lühren würde. Beim besten Willen ist auch nicht einmal üt Hinneigung zu eincni besonderen Teilgebiet der Folge des Kriegszustandes hinzusfellen suchte 111kl von dem’ Wunsch der polnischen Regierung sprach, die jiislisehen Bürger gerecht zu behandeln. Er verwies auch auf die Annahme des Minoritätenschutzvcitrages durch Polen. l)r, Stephen Wise erklärte, daß. die jüdische!» Teilnehmer' von diesen Versicherungen nicht befriedigt sind, solange die Verfolgungen nicht tatsächlich auf*, hören. (Die Annahme und Unterschrift des Minoritäten• Vertrages ist jedenfalls kein Argument, solange man den unterschriebenen Vertrag als Fetzen Papier behandelt, den man täglich mit Füßen tritt, wie es Polen leider tut. -־- Anm. d. Red. ״J. R.“.) Misrachilcoßfcrenz Baltimore, 2$. November. (Jüd. Korr.-Bür.) Die hier ta wiule M i s ra c hi ־ Ko n f er c»z beschiifsieh mit der Frage der praktischen Arbeit i i'i E re/.־ I s ra e 1. Mr. B!1!) I i k , vier eben ans Palästina z.uriiekgtkehrt ist, erstattete einen Bericht über die gegenwärtige Lage der Kolonisierung und bemängelte sehr die jetzt üblichen Methoden. Er wies darauf hin, daß gegenwärtig nur drei Prozent des palästinensischen Bodens in jüdischen Händen ist. Die Konferenz nahm eine Resolution an, in allen misrachistisdicn Zentren Gesellschaften zum Einkauf von Bo den in Paliistinu zu organisieren und Pri v a t k a p i t a i hinzuziehen. Gleichzeitig wurde beschlossen, daß die Misrachi- Organisation eine Gesellschaft mit einem Kapital von 2'>0 OOP Dollar für lläuserhau in Palästina zu gründen 11:11. Die Subskriptionen zu diesen Zwecken ■erreichen bereits eine Höhe von I1/״ Millionen Dollar. Polen Sozialisten und Geistliche gegen die Anerkennung der jüdischen Religion Warschau, 23. November. (Jüd. Korr.-BiifO.) Gestern wurde die Vcrfnssimgsdebattc über die Artikel 115, 117 und 118 im Sejm fortgesetzt. Der jüdische Deputierte Hirschhorn wies darauf hin, daß Artikel i IS die Existenz der jüdischen Religion nicht anerkennt, wodurch die jüdische Konfession außerhalb der Staatsj:nmd;,eset/e verbleibt, während die-.elbe Verfassung die anderen Konfessionen anerkennt und deren Angelegen- Leiten gesetzlich regelt. Die Deputierten F a r b s t 0 111 und H a r t g l a s brachten h :erauf einen Zusatz zu Artikel US ein, der auch die Anerkennung der jüdischen Religion durch ein später ־zu schaffendes Gesetz Vorsicht. Der sozialistische Deputierte Czapinski bezciciuiete die jüdischen Anträge als Kleiik.'iiismiis, Czapinski erklärte, daß die polnischen Sozialisten nicht aufhüreu werden, auch den jüdischen Klerik.iiisnuis zu bekämpfen. Als letzter Redner sprach der geistliche Deputierte Lu tos* lawski, der Zitate ans dem Talmud und die polnische Kriminalistik für die Behauptung zu Hüte nimmt, daß die jüdische Ethik unter der christlichen steht. Er leitet schließlich aus dieser Verleumdung die praktische Lehre ab, daß die Regierung die jüdische Religion nicht anerkennen dürfe, da deren Bekenner schädliche Elemente des Staates •seien. bildenden Kunst zu konstatieren; oder sollte es die G r a [111 i k sein? Jedenfalls fällt die sehr große Anzahl ausgezeichneter graphischer Blätter auf, die vom äußersten radikalen linken Flügel bis zu einem impressionistischen Zentrum reicht. Ucberall ist ein qualitatives Niveau gewahrt, — was man von den Oelbildern nicht mit gleicher Sicherbeit behaupte« kann. Vier Künstler scheinen unter den Graphikern die führenden zu sein. In der älteren imprcssionistischen Generation der leider schon so früh verstorbene Hugo Kray 11, dessen großes Können in Lithographie und Radierungen einen eigenartigen Niederschlag gefunden hat. Eine merkwürdige hretigheihafte■ räumliche und figürliche Phantasie schafft sich hier ihre Gebilde, gleich absurd in der Sprache der Gebärde der verrenkten und krüppelhaften Glieder oder der in weiter Ferne sich verlierenden Straßcu/.ügc. Sehr seltsam und von starker suggestiver Krad, um so mehr, als die Formen spräche durchaus die des Impressionismus! ist. In der Lithographie weiche, tonige Flächen, die ineinander übergehen, in der Radierung ein überaus lebendiger, nicht allzu zeichnerischer aufgelöster Strich. Ver* wandt, aber vielleicht noch stärker, erscheinen Blätter in Lithographie und Radierung von Julius Kroll, besonders ausgezeichnet im Landschaftlichen durch eine!ganz eigentümliche, luftreiche Radiertedinik. Fabelhaft ein Cykltts von Radierungen, der uns in die öden Straßen der großstädtischen Peripherie führt und deren spukhafte Phantasie mit rein realistischen Mitteln tms nahebringt. Leo Mic 11 e I so 11 zeigt gute Radierungen, die in einem ft’rnen Vcrwandtschaftsverhaltnis zu Zorn stehen, aber nicht von gleicher künstlerisdter Potenz zeugen, wie die ■ Krayns und Krolls. Auch Adolf Herstein verfügt über eine geradezu virtuose Radiertechnik und bringt ganz, besonders gelungene Tierdarsfellnngen, typische Sammcl- Objekte, geeignet in Muße und Ruhe aus einer Mappe hcrvorgcholt und betraditet zu werden. Kinder einer anderen Generation und zwar wirklich «teilt nur int äußeren Sinne durch Verwendung anderer stilistischer Mittel, die ja immerhin durch m-odischc Assimilation bedingt sein könnte, sind zwei Frauen, Ra hei Szallt und Feiga Bluitiberg, und diesen beiden starken Begabungen fast gleichwertig Carl Jakob Hirsch. Bel Rahe! Szaüt und Feiga Blumbcrg erschlägt eirten geradezu die unerhörte visionäre Kraft der Der Bericht der Zweiten Internationale über die Juden in Polen Der Bericht skr Kommission, welche vom Bütu der Zweiten intrnialionale nach Polen cnDemlct ivualc, um au Ort und Stelle die jüdische Frage zu studieren, ist bereits erschienen. Der Bericht, weicher von Re- 11 a u d c! «ml Shaw gezeichnet ist, enth Ht die Eigehnissse der Untersuchung über die jüdische Lage in Lemberg, Krakau, Warschau, Pins!;, Minsk und Wilna. Er stellt fest, daß in den Jahren DIS und lüld Juden- Verfolgungen und Judenpogrome vorgckotnnien sind, gegen die er vor der ganzen Welt protestiert. Ferner wird festgestellt, daß seit der Annahme des Beschlusses. <kr Zweiten iiiternationaie über die Untersuchungskonimissiou bis zum Abschluß ihres Berichte■; keine K>* groiuc vorgckommcii sind; doch witd der Ansicht Ansdruck gegeben, daß im'olge tles nt Polen herrschend(.■!» Antisemitismus neue Exzesse möglich sind, wenn nicht die polnische Regierung energische Maßnahmen gegen die Ausschreitungen des Militärs trifft. <'>.e späterem Ereignisse Italien die Richtigkeit dicker Ansicht leider bestätigt. Red.) Die .Konmiissnm iörderi, daß alle Länder, welche ebenso wie Palen eine große jüdische Bevölkerung Italien, völlige Gleichheit in bezug auf die bürgerlichen und politischen Rechte für die Juden einführen. Ferner fordert die Kommission einen intcrnationalen Schutz, f ü r d i e Jude 11 a l1t a t i o - aale Minderheit gegen Verfolgungen und willschädlich? Repressalien. Sie fordert ferner Ficihcit der Ein- und Auswanderung für di:• Juden. Die Kommiss«״ gibt schließlich der Ansicht Ausdruck, daß es notwendig sei, ein System;niniinis'.rativcr Autonomic auszuarbeiten, welches den nationalen Minderbeiten, die sich von der Bevölkeruiigsinajorität durch Abstammung, Sprache und Religion unterscheiden, gestatte, in ihren Gemeinden ein 'eigenes kulturelles Leben /•! führen. Neue Pogrome. (A.W.) Nach einer P. A.T.-Meldüng passierte am 21. November Woloczyska ein Regtment ukrainischer Truppen sowie eine russische Divi- Sion der sogenannten ״wilden Kosala-n'‘, die zu den A11lüingcrn Dcnikilts zahlten. ILöt/liäi begann eine furchtbarer Judenpogrom und zugleich die Ausplünderung dei Stadt. Vieh' 1'4'ttctell sielt iliirtu l d■bei m 1׳: :eituiig der Grenze. Nach dem Pogrom besetzten a.c Bolschewisten den Ort. Das Städtchen mach; jetzt eitle« fuichtbarcti Eindruck. Auf allen Landstraßen trifit man sie, die nackten Opfer des Pogrom«, die um tmervention bittet». Sic möchten «ach Polen. Der polnische Pfarrer und Örtsiorsicher halsen Bemühungen eiiigcleite.t, damit die Erlaubnis erteilt wird. Kirchenbesuch ist Dienst! (A. W.) Zur Hebung des religiösen und nationalen Bewußtseins im polnischen Heere erließ das Warschauer Mi’it.ir-Kreiskoutmando einen Befehl, wonach sämtliche Soldat ■n an Sonn- und Feiertagen die katholische Kirche geschlossen zu besuchen hätten. Da in diesem Befehl der einzelnen religiösen Gruppen keine besondere Erwähnung getan wurde, müssen neben den evangelischen auch die jüdischen Soldaten die katholische Kirche besuchen. Der jüdische Scjniklttb sal! sich daher veranlaßt, dicscrhnlb beim militärischen Oberkommando zu intervenieren. Gestaltung, die naive Sicherheit, mit der ein unglaublicher Reichtum formaler Phantasie ausgcsehüt'.et wird. Blättert man die verschiedenen Jahrgänge deutscher Kunstzeit• Schriften durch, so sicht man, wie unendlich dünn und krampfhaft viele, heute von der Mode entporgehobene, Künstler in ihrem Schaffen dagegen erscheinen. Die Lithographien der Frau Szalit haben eine fast daumierhafte Fähigkeit der psychologischen Charakterisierung und etwas grotesk überlegen Humoristisches. Itn Gegensalz zu den deutschen Humoristen ist aber hier der Humor kein literarischer, sondern tatsächlich ein rein zeichnerischer, durch die charakteristische Art der Strichfühntng bedingt und stets irgendwie von einem spukhaften Unterton begleitet. Am wesentlichst,11׳ scheint mir aber die Synthese zwischen illustrativ naturalistischer Umstellung und abstraktem •Fonuenprin/.ip zu sein, liefe man nicht gefaltr, durch Verwendung des üblen Sddagwortes ״expressionistisch“ mißverstanden zu werden. so könnte man sagen, daß auf illustrativem Gebiet in der Tat eine Synthese zwischen den beiden sich mir scheinbar widersprechenden Kunstrichtungen gefunden wäre. Jedcntails ist hier die geborene Illustratorin für die Bücher einer netten Generation. Feiga Blumbcrg ist weniger mitteilsam, herber und strenger. Eine ganz hervorragende Zeichner»!, Gauguin und Cezanne wirken nach, ob sie sie im Original gesehen hat oder nicht. Zweifellos eine der wenigen Frauen, die monumental gestalten können, aber vielleicht nicht von der gleichen Kraft intuitiver Anschauung wie Raitel Szalit. Schsvicrigcr als diese beiden »nzweifelhaft außer- ,gewöhnlichen Begahungen ist Carl Jacob Hirsch zu beurteilen. Seine Blätter wirken unmittelbar und stark — aber bei aller Bescheidenheit gegenüber dem produktiven Künstler sei es vermerkt: Wir sind uns; nicht immer Idar darüber, ■ob diese Wirkung eine reine Kt, ob nicht \ieles davon äußerliche und hohl-pathetische Gebärde ist, eine Gebärde, die, aus unserer Zeit heraus erfaßt, heute schon zur typischen Mode geworden und morgen Vielleicht schon nicht mehr wirksam bleibt Ein Ringender, ob nur interessant oder inehr, kann erst die Zeit lehren. Besonders eigenartig der gezackte und gcstrichelte Grat seiner Radiernadel. Der sonst so ansgezeichnete Jakob Steinhardt ist in der Ausstellang nicht allzu stark vertreten. Immerhin zeigen seine ausgestellten Arbeiten seine außergewöhnliche Begabung. ✓ 154026

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