Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 83 (23.11.1920)
- Date
- 1920-11-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 83 jU EDI SC HE RUNDSCHAU i 3«!i {er• ftü )Uid Lr/t fixt, \ pi. pll- Und h<K■ in,׳ 11 > 1׳ Eil' Ul .ich der *irxi ‘«eit. itul וי*ז BUi .מג tr*ü fcrtr b< »c; Je;,,?. hui hui Uli ׳ Bi»‘ HH'rt 1 i K"•.׳ 'Vlrl lb. 1 in « Rc»1- י!!! ז rinn!ehe tlcil ms( ho» luk- *.ich sich iesc Rot- «Eia fc«'B l'- U ־) 1? fiiie Irrs :( ii |J k׳m k »111,1; '־ Jen- .«in Uliי ־ < Aan * nie II tlßt, jkä litt ü P 1., r Kreise gemacht werden darf. Bei uns aber kann niemand gründlich und ungestört. arbeiten, nichts Läßt man ruhig reifen. Nicht mir, daß m,1n nicht hilft, keine Unter Stützung zuteil werden liiiit; man greift du ein Wort auf und dort - - obwohl man sehr wohl weill, wo mau sich wirklich informieren könnte, und schreibt dann über sehr ernste und begründete*) Dinge ungrütidliuhe und halb durchdachte Aufsätze in der ״jüdische» Rund■ schau“. Dr. Erich BuclihoU, Berlin. Lieber in Sibirien als in Ungarn! Ein amerikanischer Bericht über die magyarische Hölle. Der von einer Informationsreise aus Ungarn nach New-York zurück}■ ekehrte I laiiptkassierer des American Relief Committee for I lungariaii Suifercrs (Amerikanisches Hilfskomitee für die ungarischen Nofleidendcii), Herr Rudolf Oblath, berichtet über seine Erlebnisse während eines Aufenthaltes von drei Monaten in Ungarn u. a.: Ich habe mit eigenen Augen den Vandalismus des weiden Terrors sehen können und erwähne Namen von Personen, die, wie ich auf das bestimmteste weill, ge* peinigt oder ermordet wurden.* ln Kisczell bei Tapolcza wurden von vierzehn Familien die folgenden ermordet: Breiter, seine Frau und sein Sohn; Gartenzaun; Lehrer Nathan Breiter; Hermine Singer und ihr Sohn, Molnar iiiul Moritz. Singer. Ich selbst sali einmal mit dem Mitglied unseres Bndapester Komitees, l>r. Szekely, vor dem Hungaria-l iotei, als plötzlich ein grober Lärm erscholl: ״Nieder mit den Judenf Alle müssen umgebracht werden!״ Die Demonstranten drangen ins Hotel ein und fielen über den 76 jährigeil Hausngcnten des Er/.־ herzogs Josef, namens Braun, her, einen vornehmen, ausgezeichneten Mann, dem in Gegenwart von ihmderten von Zuschauern der Schade! ungeschlagen wurde. Die Verbrecher, die diese Tat begangen haben, wurden wohl in Haft genommen, jedoch nach einigen Tagen wieder straflos freigelassen. Ich war in Gesellschaft unseres Koinitccmitgliedcs Dr. Ernst Deutsch anwesend, als der Weinhiindler Nadler, auf dem Dearkpiatz von einem Militärdetachement weggcschlcppt wurde. Als sein S01111 dagegen protestierte, wurde auch er mitgenommen. Ungefähr vier Tage später sah ich ihn wieder; sein Körper war voll Wunden, seine Augen furchtbar angcsclivollen und auch sein Kopf wies Vorletzungcu auf. Ich habe oft mit dem Vertreter der Vereinigten Staaten Grant Smith über diese Dinge konferiert, der mir selbst erzählte, wie systematisch diese .Morde d u r c h g e f ü h r t werden. Ein Vertrauensmann unseres Vertreters, ein höherer Offizier der mit den Recherchen betraut w a r, 111 u II t e am n ä c h s t eil Tage all das b e - stätigen, was er tags vorher für uumöglieh hielt. Zur Behandlung der Heimkehrer berichtet Herr Oblath: Aus den Konzentrationslagern sind viele Juden spurlos verschwunden. Wenn ■unser Komitee nicht die Möglichkeit erhält, diese Kriegsgefangenen bis zu dem Tage, an welchem sie ihren Angehörigen übergeben werden, zu kontrollieren, so ist es besser, wenn das Komitee seine Arbeit einstellt, weil die armen Kriegsgefangenen in Sibirien sicherer sind als in den Konzentrationslagern Ungarns. Den festlichen Empfang der Herrn Oblath in Budapest bereitet wurde, schildert er, wie folgt: Bei dem mir zu Ehren veranstalteten Empfang im Rathaus waren 11, :1. mtwoueiid der autlsenhtisciie Führer Lsiliery in Vertretung der Regierung, Stephan Friedrich, der Bürgermeister und seine Gattin, und schilderte ich ihnen, auf welche Weise unser amerikanisches Hilfskomitee für Ungarn zustande gekommen ist. ich las ihnen die Namen aller unserer Funktionäre vor und stellte fest daß alle durchwegs Juden sind. Ich hielt ihnen vor, daß 75 bis 81) Prozent der bei unserem Komitee eingeflossenen Spenden jüdisches Geld sind, aus welchem wir mag- )־arische nicht jüdische Kinder verpflegen, Ich sagte ihnen, daß zur selben Zeit, da wir unsere Zeit und unser Geld opferten, unsere Frauen und unsere Kinder betteln schicken, 11amit die ungarischen Kinder nicht Hunger leiden, sie unsere in Ungarn lebenden Angehörigen verschleppt und blutig gepeitscht naben. Ich erklärte ihnen schließlich, daß, solange der weiße Terror in Ungarn herrsclit, unser Komitee nicht einen Heller mehr nach Ungarn schicken w e rd e. Herr Oblath schloß seinen Bericht mit dem Antrage, daß das Hilfskomitee auch offiziell die ungarische Regierung und das ungarische Volk auf geeignetem Wege in Kcnnnits setze, daß die Hilfstätigkeit des amerikanisehen Komitees so lange aussetzen werde, als nicht die Gewißheit vorliegt, daß die unerhörten Verfolgungen ein Ende genommen haben. Harding und die Juden. Auf ein an ihn von Judge Hartman gerichtetes Schreiben betreffs der Lage der Juden in Osteuropa, erklärte Harding in seiner Antwort, er bedaurc sehr, daß die Menschheit noch immer nicht gelernt habe, was wirkliche Toleranz, Gercditigkcit und gleiche Rechte und Freiheiten bedeuten. Harding betont, daß es ihm vollkommen Ernst sei mit diesem Protest gegen die Behandlung der Juden, eines Volkes, das von ihm seit jeher verehrt worden sei ׳■״egen seines Genies, seiner Arbeitsfähigkeit, Ausdauer, Geduld, Stärke, Schönheit und Treue seines Familien- Wiens, seines großen Woliltätigkeitssinncs und der Treue »u den Gesetzen des Landes, in welchem! es lebt. *) Dje ״Jüdische Rundschau“ scheint nicht der Ort *u sein, um einen spezialisierten Plan der Lchreratisbilaung zu veröffentlichen; da muß auf eine demnächst ״! dem Führerheft des Blau-Weiß erscheinende Abfiandlung des Unterzeichneten verwiesen werden. Seite 623 W 4 m V* & U N> -*0 k Beschlüsse der jr,!:re±onferenz i des ilacocl-llcza'ir I * | Die Jahrcil;\1nl'crenz des palästineuslscen Hapoel- ן Hazair, die in Mikweli Israel vom 3. bis 6. Chcscliwan tagte, faßte folgende Beschlüsse: Zum Bericht des Arbeitsamts. 1. Die Jalireskonferenz, die nach einem Jahr angestrengter und umfassender Arbeit Zusammentritt, gciidiinigt den Bericht des Arbeitsamts und der Lind- 1 Wirt schal tliclien Kojiimisaion und stellt fest, daß von I diesen Steilen im Laute des letzten Jahres eine große und wichtige Arbeit für die Organisierung der tausende! neuen Uhalu/jm in landwirtschaftlicher und städtischer Arbeit getan worden ist. ׳.׳. Die Konferenz bestätigt und anerkennt die Vcrsuche der landwirtschaftlichen Konunisssion, die ländliehen Wirtschaften zu festen Skdluiigspiuikten auszubauen und legt ihr die Pflicht auf, die Arbeit in der Richtung fortzusetzen. 3. Die Konferenz fordert das Arbeitsamt und die landwirtschaftliche Kommission auf, die Anträge■ und Anregungen m beachten, die ‘verschiedentlich in dieser Konferenz betr der Reformen der Arbeitsorganisation gemacht worden sind und wählt ein zentrales Arbcitsamt, 4, Die Konferenz Heißt die Arbeit des Zentralen Waad gut, der im Laufe des Jahres starke imd wichtige Arbeit verrichtete und sich bemühte, die Arbeit der Partei unter so schweren Bedingungen zu konzeii- Vieren, während die wichtigen arbeitenden Kräfte in den vielen Arbeitszweigen des Landes und des Atulanücs zerstreut waren. aus Palästina und durch Chawerim im Auslände zum Zwecke der Schaffung einer geeinten Bewegung de« Hapoel•! lazaii und der Zeire-Zion gemacht worden ist, beschließt sie, daß bald eine gemeinsame Paitciberaümj» zusamnienberufeu wird, um in umfassender Weise diese Frage zu behandeln und um den Weg zur Fortsetzung dieser Arbeit in der Zukunft zu zeigen. Von den Resolutionen über die literarischer! Arbeiten erwähnen wir: Die Konferenz betaut freudig die Entwicklung und Vervollkommnung der Schrift ״I iapoel-i lazair“ und das Erscheinen der Monatsschrift ״Maabaroth“, die ein Organ werden muß für die Begründung und Klärung der Ge* danken des Hapoel-Haza'ir in umfassender und vertiefter Form und zu einer Zeitschrift für allgemeine Literatur und Kultur der palästinensischen Arbeiter und die■ ihren geistigen Bestrebungen nahestehen. Kulturelle Arbeit. Die Konferenz beauftragt den zentralen Waad, mehr Anlmerksamkeit der kulturellen /Arbeit unter den Arbeitem zu widmen, und überträgt dem Rat der Partei die genauere Ausführung. Ueber die Zionistische Organisation. Die Konferenz gibt ihrem Erstaunen über das eigenartige Verhalten der zionistische!! Leitung gegenüber der landwirtschaftlichen Arbeit der Arbeiter und der Erziehungsarbeit der Lehrer Ausdruck und protestiert gegen dies Verhalten das keineswegs mit dem Willen der Mehrheit der Londoner jahreskonferenz im Einklang steht. Die Konferenz sieht in diesem gleichgültigen Verhalten seitens der zionistischen Leitung gegenüber der Arbeit und den Bedürfnissen der palästi- »cnsischen Arbeiter und Lehrer ein A b i r r e n vom Wcgcdergrundlcgcndcn z i o n i s t i s c!1 en Arbeit und verlangt von der zionistischen Leitung, diesen gefährlichen Weg zu verlassen. Zur A1 i j a 11. 1. Die Konferenz betont den erfolgreichen Ausbau der Eröffnung der dritten Chahiznn-Alijah durch die entsandten Vertreter ■des palästinensischen Hapoel-Hazai'r die* Chawerim des weltvcrbamlcs Hapoel * Hazair - Zeire-Zio!1 und des Hechaluz im Galutii. Die Konferenz stellt mit Anerkennung den hohen Wert der Tätigkeit der Chawerim in der Organisierung der Alijahf fest, die mit außergewöhnlicher Hingabe und Anspannung der Kräfte erfolgt ist. 2. Die Konferenz legt dem Zentralkomitee der Partei die Pflicht auf, zusammen mit dem Waad Poel des Weltverbandes mit aller Energie die Alijah im Ausland und Palästina zu organisieren. Zu diesem Zweck wird das Zentralkomitee* verpflichtet, von neuem Genossen ins Ausland zu schicken, die versuchen sollen, diese Arbeit ausziifiihren. Die Konferenz drückt ihren scharfer. Protest aus gegen jeden Versuch, der direkt od:־ indirekt seitens der Zionistischen Organisation unternominell wird, um die Alijah der Chniuzini aufzuhdten oder zu hindern. -1. Zugleich betont die Konferenz, daß unter den gegenwärtigen Arbeitsbedingungen im Lande 1! u r R a u in ist f ü r d i e Alijah von jungen Kräften, die von Pionierbewußtsein durchdrungen undbereit und fiihigsind, füreine schwere körperliche Arbeit. 5. Die Konferenz betont, daß die Vorbereitung der Chaluzim im Galuth für Palästina die besondere Aufmerksamkeit der Partei erfordert. Sie verpflichtet das Zentralkomitee, sich auch der Organisierung der Alijah in den Ländern des Orients (Yemen und Balkauländcr) zuzuwenden. <1, Die Konferenz aiH'ilumnt, daß die einzig vcraiitwörtliche Instanz für die Versorgung der Olim .mit Arbeit die Zionistische Organisation ist. Zugleich hat die Partei alle ihre Kräfte einzusetzen, um auch außerhalb der Arbeit der Zionistischen Organisation jede Arbeitsmöglichkeit im Lande für die Beschäftigung der Olim nutzbar zu machen. Zur allgemeinen Arbeiterkonferenz. 1. Die Konferenz betont, daß die Lage im Lande von uns die Schaffung einer einheitlichen Platt* form fordert, die die gesamte Arbeiterschaft ohne Uriterschicd der Meinung und Partcianschauungen zusaimnenfaßt. 2. Die Konferenz setzt voraus, daß die öffentliche Meinung der palästinensischen Arbeiterschaft genügend dafür vorbereitet ist, 3. Indem sie ai!!erkennt, daß. in unserer Arbeit die landwirtschaftliche Arbeit der hauptsächliche und grundlegende Zweig unserer Tätigkeit sein muß, fordert die Konferenz, daß bei der allgemeinen Organisicrung der fachlichen Arbeit die landwirtschaftliche einen hervorragenden und zentralen Ort einnehme und daß unverzüglich die allgemeine unparteiische landwirtschaftliche Arbeiter-Organisation wieder gegründet werde. 4. Die Konferenz druckt ihre Meinung dahin aus daß nach der Gründung der einzelnen fachlichen Zweiggruppen sie alle in einem großen einheitlichen unparteiischen Fach verband zusammengefaßt werden sollen, 5. Die Tagesordnung der allgemeinen Arbeiterkonferenz muß. auf der Grundlage der Prinzipien aufgestellt werdem die in der Sitzung der gemeinsamen Kommission V0i1 l kippcH fazair und Achuuth Haaw'oda fcst^clecft worden sind.- In der gemeinsamen Kommission, die die Konferenz vorbcrciten und ins Werk setzen soll, sollen auch Vertreter der neuen Olim Anteil nelunen. Assefath haniweharim. .. 1. Die Konferenz heißt die Stellung der Fraktion des Hapoel-Haza'ir auf der Assefath haniweharim und ihre Arbeit für die Verwirklichung einer allgemeinen Organisierung des jüdischen Volkes von Palästina und zur Schaffung einer gesetzlichen Vertretung gut. 2. Die Konferenz verpflichtet alle Chawerim imd ebenso die Partei, dieser nationalen Einrichtung, die das palästinensische Judentum zusammenfaßt, alle moralische und materielle Unterstützung zü gewähren. Unsere Arbeit im Ausland. Indem die Konferenz den großen Wert der Arbeit betont, die durch die Abgesandten des Hapoel-Hazalr Die Heimkehr nach Metuia Die Zeitschrift der palästinensischen Poale-Zioü ״Kuntrefi“ bringt einen Bericht eines Siedlers, der׳ in das gegenwärtig von Frankreich besetzte N'ordgalilaa zurückgekdirt ist. Es heißt in dem Bericht u. a.: ״Der Cliclcebenc ist es nicht mehr anzusehen, daß dort vor kurzem noch der Kampf getobt hat. Das ganze Land ist wieder bebaut. Die .Beduinen «inplaiigen uns jetzt sehr gut. Es herrschte zwischen uns immer ein gutes Einvernehmen; jetzt freuen sie sich, uns wieder- Zusehen, In jedem Hause bewirtet man uns äußerst freundlich, und alle versichern, daß sie uns treu sind und bereit, u!1s mit allen Krättcn zu dienen. Wir bemühen uns, unsere Arbeitsstellen wieder zu erreichen. Wir kommen nach Metuia, wo viel Militär liegt, meist Schwarze unter französischem Kommando. Der Hauptnuum empfängt uns sehr liebenswürdig. Zunächst war es uns sehr schwer, uns zu verständigen. Aus unserem jiddisch und seinem gebrochenen Deutsch konnte man lioch so viel heraushören, daß er sich über die Wiederaubiahme der Arbeit durch die Juden sehr freut. Wir konnten die Kolonie noch nicht genau besichtigen. Viele Häuser sind verbrannt; im allgemeinen itiaciit sie einen sehr trüben Eindruck. Nach kurzer Zeit kam Machmud• Bek (einer der Führer der arabischen Räuberbanden) in Begleitung ,einiger Reiter, um der Regierung die ihm auterlegten Strafgelder zu bezahlen. Der Hauptmann erklärte Machmud-Bek, daß er ihn für die Ruhe in der Chuteebene verantwortlich!nacht; Mac)1mud-Bek hat die yerantwortung in unserer Gegenwart übernommen. Später stiegen wir hinunter mich Kefur Oil.uli. Ihiicr- \vci;•! halivn wir, daß die Fellachen unseren Boden pflügen. Wir gingen weiter zu den Gräbern der gefallenen Helden und fanden manche von ihnen geschändet. Wahrscheinlich suchte man in den Gräbern nach Wertgegenständen. Wir schütteten die Gräber zu und gingen in die Kolonie hinein. Der Kindergarten, die Schule, alles ist vollständig zerstört, die landwirtschaftlichen Gerate m Stücke geschlagen, die Eukalyptusbäume abgehauen, das Getreide fortgeschafft. Der Weg nach Tel-Chai ist mit Unkraut bedeckt Auch Tel-Chai ist vollständig zerstört. Wir haben denselben Weg zurückgelegt, auf den wir uns vor den Ucberfallen zurückziehen mußten. Unterwegs speisten wir zu Mittag bei einem Araber. Plötzlich trat Clnki-Bck aus Chalassa (ebenfalls einer der Häuptlinge der Räuber) cm. Wir blieben entgegen der Sitte auf unseren Plätzen sitzen. Er sagte: ״Schalem!“, wir aber antworteten dun mclit. Er war sehr verlegen, wollte ein Gespräch anknüpfen, wir wichen aber aus. Wir kehrten bei Machmud-Bek ein, wo wir zahlreiche Scheichs aus der Umgebung vorfanden. Er erklärte uns in Anwesenheit aller Scheichs, wie gut er sich mit uns und überhaupt mit Juden stehe, gab zu, daß die Ueberfälie ungerechtfertigt waren und berief sieh auf das alte gute Verhältnis, das zwischen ilun und den jüdischen Nachbarn immer geherrscht habe. Zahlreiche Scheichs beteuerten ebenfalls ihre Zufriedenheit mit den Juden. Wir wurden zu Mittag eine«laden; der Tisch war nach europäischer Sitte gedeckt, Für den nächsten Tag wurdet! wir wiedu eingeladen, um mit anderen Scheichs der Umgegend zu speisen. Erst sagten wir ab, weil wir mit unseren Feinden nicht nochmals Zusammenkommen wollten. Am Morgen kam aber der französische Gouverneur und bat daß wir doch kommen möchten. Als wir üi das Malis traten standen alle versammelten Scheichs uns zu Ehren auf’ jeder einzelne reichte uns die Hand und manche aus Metuia wollten uns sogar küssen. Es waren darunter auch manche der Räuber, die übrigens in einem anderen Zmimc'r versammelt waren. Der Gouverneur verteilte• nun offcntlicli Waffenscheine an uns, Ais inzwischen die Kaubcf aus Halassa eintraten, erhoben wir uns und verheilen das Zimmer, 2um Zeichen, daß wir nicht mit ihnen verkehren wollten. Daraufhin erhoben sieh die mit uns speisenden Scheichs und verheilen ebenfalls das Zimmer. Ls wurden Zigarren verteilt, und Maclimud- Bek versicherte noch einmal, daß die Chulcebene sich vollständig unterworfen habe und er für die Ruhe die Verantwortung übernehme. Er bat, die alten Erinnerun- £CJ? f« begraben. Auf dem Rückweg fanden wir Metuia vollständig leer; das Militär war abgezogen. Jetzt erst SÜßfe"tstdlea.fÜrChtCrUChe Vmvüstu״« volle־״