Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 81-82 (19.11.1920)
- Date
- 1920-11-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652228-2652305--13552-2671289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 612 Nr. 81/82 Erez-Israel Die Arbeiterschaft Das iH'iii• Organ des rechten Flügels der PoaU'-Zio» iu Wien, ״D er jüdische A rb e i 1 e r“, bringt einen Bericht über die Lage der Arbeiterschaft in Erez-isracL Irr besjiricht zunächst die schwierige Lage der Land- .־uhoiterschaft, die ihre Arbeit jetzt unter derselben Knappheit iiikI dem gleichen Mangel an Mitteln beginnt, eeic während der ganzen Kriegs/eit. Es wird die Schuld Itierfür dem Verhalten der Amerikaner zugeschrichen, das die Streichung des Budgets für die lnndwirtscbatflichc Arbeit zur Folge hatte. Insbesondere werden ■die Kwiizolh hictvim schwer betroffen. Der Bericht fährt daun fort; ״Die Arbeiterschaft, die unter solchen Lebens- und Arbeitsbedingungen sich befindet, bleibt jedoch nicht auf einem Punkte stehen. Jeden Monat kommen mehrere Hunderte neuer F.inwamlerer, Clialu/iin, Mitglieder der Arbeiterparteien im Auslände und sonstige mittellose jüdisclie Einwanderer, die aus Neigung oder aus Not — nimeist aus beiden lirunden - vom ersten Tage an Arbeit suchen müssen. Die Arbeiterorganisationen, mit ihren leitenden Organisationen, die alle Hände voll zu tun haben, um den bereits vorhandenen Arbeitern Arbeitsgelegcuhcit zu geben, sind genötigt, für die neuen Einwumterer neue Arlx-itsqueUcn zu suchen. Sie übernehmen diese (,flicht nicht aus Zwang, sondern aus der klaren Erkenntnis heraus, daß der Ausgang aus der schwierigen Ligc nicht in der Verringerung der Zahl der Arbeiter Hegt, sondern daß in« Gegenteil die einzige Hoffnung im Anwachsen des Arbeitcrelcmcnts, in der Stärkung seiner Position im Linde und im Zionismus, in seiner Vcrwur/ehing in neuen Arln-its/weigei» und in seiner starken Organisation liegt. Die meisten I imva.iderer wünschen gleich zur Land- Arbeit überzugelten. Diese kann jedoch in der gegenwärtigen tage keine Beschäftigung für eine größere E'inwandcrerzalil gehe״. Umgekehrt müssen manche erfalirene Landarbeiter zu anderer Arbeit übergehen. Die Kroli/ugigon Pläne der Gründung von neuen Landwirt- *eliaftlirlieii Genossenschaften, von Okkiipationsgeivosscuschäften, der Durchführung von Vorhcreilungs- und Bew.ddimgsarbeitcn mußten durch die Einschränkungen des Budgets aufgegeben werden. In den Privatwirtschaft• liehen Kolonien können jüdische Arbeiter nur zu bestimmten Zeiten, s,׳> während der Ernte und der Wache <11 den Weingärten, Beschäftigung finden, und auch dann nur in beschränktem Maße. Sonst hat dort der jüdische Arbeiter mit wenigen Ausnahmen fast gar keinen Zutritt. Die öffentlichen Arbeiten, wie Eisenbahn, Telegraph usw. beschäftigen zwar eine verhältnismäßig nicht geringe Zahl von Juden Doch kommt diese Tätigkeit hauptsäch- Heb für Leute jn Betracht, die sieh bereits mein׳ oder weniger im Lande akklimatisiert Italien, insbesondere für qualifizierte Arbeiter und Beamten mit sprachlichen Qualifikationen. Für die überwiegende Mehrzahl der neu cing< wunderten« und ן qualifizierten Arbeiter r11üssct> andere ArbeitsinögLichkeiten gefunden werden. Die wctiigen Arbeiten der Zionistischen Kommission (Wand Hazirin!) sowie die öffentlichen Arbeiten, die an ein- *einen Orten durch die lea-Verwaltung durchgeführt wurden, genügten nicht. So bestand die Gefahr, daß für die Hunderte neuer Einwanderer, sowie für die vielen, die noch zu erwarten sind, gar keine Arbeitsmöglich- Leit wird gefilmten werden können. Doch ist es der Initiative der Arbeiterorganisationen gelungen, diese Gefahr teilweise abzuwendeu. Im Juni dieses Jahres übernahm die Organisation tl.-r landwirtschaftlichen Arbeiter, die der ״Achduth- Haawoda“ angescltlossen ist, von der palästinensischen Regierung den Bau der Chaussee Tiherias—Semckli. Diese Chaussee verläuft längs der Westküste des Kiiierctlt-Sces in der Nähe der jüdischen Siedlungen;•X jun’ d E,..RtJ^PSCH Aö Tu! Poria Stad» Kin Tibc,' ׳':׳ Gif d־ ~׳' den jiklisclnv iv ‘ ■11! ..«!׳ CI1aussecbau''i:1־. P. Rotenberg, »T 1• 1 Wässerung und Kraticivcu anin tu׳ Mgania. Sie wird die IJsenbalinstation und , ialiliia verbilden» Dieser ..!•kannten Plane des Ing, und Kincrethwasser für He-!!ס■ /u verwenden, zusammci*. Auch wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß über diese Chaussee in Zukunft die elektrische Bahn gehen soll, welche von einer an der Küste des Kincrctl1_ zu crricli- (enden Kral'tzcritrale gespeist werden w:rd. So erschien dieser Chaussoehau für die Arbeiterschaft nicht wie irgendeine andere gewöhnliche Arbeit, sondern als ein bedeutungsvolles kolonisatorisches Unternehmen. Außerdem bot sielt hier für die Arbeiterschaft zum erstenmal die Gelegenheit, den Versuch zu machen, eine große öffentliche Arbeit selbständig und autonom zu organigieren. Hunderte von Arbeitern erlernen hier zum erstenmal das Umgehen mit Arbeitsgeräten und gewohnen sich an schwere physische Arbeit, wie Graben, Steinhauen, Sprengen von Felsen, Brückenbaucn usw. Viele müssen, sieh zu Vorarbeitern ausbitden, welche die Arbeit als verantwortliche Anführer der größeren und kleineren Arbeitergruppen organisieren. Die Leiter erwerben Erfahrung in der Betriebsorganisation, Finanzverwaltung, im Herangehen von fachlichen und technischen Kräften, Organisierung voft gemeinsamen Küchen, medizinischer Hälfe, Kulturarbeit, in der Festsetzung der Bc- Ziehungen *zwischen den Arbeitern und der» leitenden Organen usw. Diese Arbeit bringt Erfahrung in den finanziellen und juridischen Verhandlungen mit den zuständigen Behörden und eröffnet weitere Möglichkeiten für die Zukunft.״ ״Pro Jerusalem“ Eine Verordnung des Ohcrkommissars spricht die Legalisierung der Gesellschaft ״Pro Jerusalem“ aus, die sieb die Fürsorge für alle Interessen der Stadt zur besonderen Aufgabe macht und bestimmt gleichzeitig den Vorstand. Präsident der Gesellschaft und Chairman des Vorstandes ist der jeweilige Gouverneur von Jerusalcm. Dem Vorstände gehören au: der Bürgermeister von Jerusalem, der Direktor der Altertümer, der Direk• tor des Wakufs, der Groß-Mufti, der Prior der Frauziskaner, der Prior der Dominikaner, der griechische Patriarch, der armenische Patriarch, der Präsident der jüdischen Gemeinde, der Chairman der Zionistischen Kommission. Ferner nicht mehr als fünf, jährlich vom Gouverneur zu benennende Personen, von denen mindestens je einer Jude oder Moslem sein muß, und fünf weitere Personen, die jährlich von den Mitgliedern der Gesellschaft gewählt werden. Mitglied der Gesellschaft wird man durch einen Jahresbeitrag von nicht weniger als 1, ל' oder durch eine einmalige Spende von nicht weniger-als 25 C. « Holzversorgung. Folgende Bekanntmachung über die Holzvcrsorguiig im Ailum-Distrikt wurde durch den Leiter der Abteilung für Handel mul Industrie der Kegierimg von Palästina veröffentlicht:. Vor dem Kriege gab es in diesem Distrikt leichc Holz.beständc. Die meisten Waldungen wurde» ,Iber von den Türken abgeholzt. Obgleich die Bäume größtenteils wieder warbsen, werden Vorkehrungen für ihren Schutz getroffen weiden müssen, um einer vollständige» Entforsümg vorzubeugen. Die arabische Regierung verbot die Ausfuhr sowohl von Brennholz als auch von Holzkohle nach Palästina. Das Verbot existiert nun nicht mehr. Und Hunderte von Kantelhuhmgen dieses Materials wurden bereits nach Palästina ausgeführt. Das Unterholz (Oestrüpp), meistens immergrüne Eiche, ist am dichtesten im Distrikt von Kufringe, erstreckt sich aller über ein Gebiet von mehreren hundert Qtiadratmeilcn. Gegenwiirtig ist cs unmöglich, auch nur annähernd an/ugeben, welche Quantität von Holz als Brennmaterial wird benützt werden können. Waad leumi Am Dienstag1•, den 20. Oktober, wurde die Sitz»״״ des Waad leumi in der Aula der Alliance-Schule eröffnet. Es waren fast sämtliche Mitglieder anwesend. Es wurde das von uns bcreils veröffentlichte Schreiben des Obcrkoinmissars zur Verlesung gebracht. Vertreter verschiedener Richtungen 'äullcrtcn mc!t über die Wichtigkeit dieses Anerkennungsschreibens. Herr Dicscngoff brachte einen Budgetvorschlag ein, der ausführlich erörtert wurde, ohne daß irgendwelche Be- Schlüsse und Resolutionen angenommen worden wären. Am Mittwoch, den 27. Oktober, wurde die Sitzung unter dem Vorsitz Voll ins fortgesetzt. Nach längere! Debatten wurde beschlossen, von jedem erwachsenen Juden im Lande eine Steuer von mindestens l sh. zu erheben. Dr. Ruppin referierte über die Orgaiiixicrung des Jisclmw und die Verbilligung des Leben-, im Lande. Seine Vorschläge sind zusammen mit anderen an einen wirtschaftlichen Ausschuß wcitergcleitet worden, ln den folgenden Sitzungen wird die Frage der Konstituierung des Waad leumi erörtert werden. Das Erziehungswerk ״Haarez“ veröffentlicht eine Uehcrsichi über <!!. letzte Schuljahr. Es 'wurden sieben neue Lehranstalt, n, Kindergärten und Elementarschulen eröffnet Zwei»»!!• fünfzig neue Lehrkräfte sind eingestellt worden. Außerdem unterstehen dem Waad hachiiiucli die Schuh-ii der 1CA und vier Talmud-Thoroth, im ganzen 128 Schulen mit 12 740 Schülern und 5(1-1 Lehrkräften. Achtzig Pr»• zent der jüdischen Kinder sind bereits vom lichriu-u-lu•■ Scliulwerk erfaßt, die restlichen zwanzig Prozent tx Muhen entweder Schulen, die dem Waad hachiiiucli nicht unterstehen und in denen Hebräisch nicht die Unterrichtsspräche ist, oder Missionsschulen. Die orthodoxen Schule* konnten vom Waad hachinuch aus Mangel an Mitteil nicht übernommen werden. Die Alliance hat unter dem Einfluß der hebräischen Schulen an alle ihre Schulleiter ein Zirkular versandt, in dein sie sie auf!ordert. die hebräisdie Unterrichtssprache einzuiühren. Die Gesamtausgaben des Waad hachinuch beliefen sich im vergangenen Jahre auf 103 (HK) £, d. i. 0 C pro Kopf. Das ist im Verhältnis zu den durchschnittlichen Leistungen anderer Länder viel. Die Gehälter d r Lehrer sind im Verhältnis zu den Kosten der Lebenshaltung seitr müßig. Bedauerlich ist, daß der Jisclmw selbst bisher noch nicht einmal zehn Prozent des Budgets za tragen vermochte. Die Einführung von Gartenbau- und Handfcrtigkcitsiuiterricht wird versuchsweise unternominen. Juristische Kurse in Jerusalem. Z. K. In Jerusalem werden von der Regierung juristische Kurse ins Lebt» gerufen, welche in den Abendstunden abgt Italien werden sollen. Die Vorlesungen werden in hebräischer, ar.1bischer und englischer Sprache gehalten werden I eingegenständ ist das im Lande geltende öftcntln;»׳ und private Recht, das bisher zu einem erheblichen Feile muh aus der ieiLischen Zeit stammt. Sollte das öifentliche Bediufnis es rechtlertigc-n, so werden die Kurse• in eine juristische Lehranstalt umgewandeh werden. Hebräische Stenographie. Der Vertäu palastinensisclu-r Beamten hat, laut ״Z. K.“, in Jerusalem einen Kursus für hebräische Stenographie eröffnet. Die Stenographie wird nach dem .System von Ben - Israel - Zolmann unterrichtet. An-sky Am 8. November starb in Warschau -- wie wir bereits meldeten - der unter dem Pseudonym An-sky bekannte jüdische Schriftsteller und Journalist Salomo» Salman Rappaport. (Nicht Rabinowitz, wie wir irr- * tünilich sch riehen.) Mit ihm ist eine der merkwürdigsten Persönlichkeiten des zeitgenössischen jüdischen Schrifttums dahingegangen. Er wurde 1803 in Witebsk geboren. Seine Elter, 1 waren einfache, strenggläubige Menschen, und er genoß verhältnismäßig lange keine andere Erzichung als die des Chcders. Erst mit seinem 17. Lebensjaltre begann er nüt dem Studium fremder Sprachen, gleichzeitig bildete er sich zum Schlosser aus. Seine literarische Tätigkeit begann im Jahre 1883 mit der Veröffentlichung der Novelle ״Stiefkinder“, die sowohl jiddisch wie russisch erschien. 1005 ist daun eine größere Sammlung seiner Erzählungen ,erschienen. 111 den achtziger Jahren, schloß sich An-sky der Bewegung der russischen Volksauiklärcr (Narodniki) an und widmete sich ganz dem Unterricht der Dorfjugend. Spater ausgewiesen, führte er lange Zeit das unstäte Leben der Wanderarbeiter, lernte in Kohlengruben und bei der Holzfüllerarbeit das Leben der untersten Schichten kennen. Seine Erlebnisse in dieser Zeit spiegeln einige seiner bekanntesten Werke wieder. In den neunziger Jahren konnte er nach Paris übersiedeln, wo er eine Zcitlang als Buchbinder tätig war. Durch die Bemühungen Lawrows wurde er später Sekrctür der russischen sozial-revolutionären Partei und entfaltete eine eifrige politische Tätigkeit. In Paris lernte er auch die jüdischen Emigrantenkreise kennen, deren Leben auf ihn einen tiefen Eindruck machte. Von diesem Zeitpunkl datiert seine schriftstellerische Tätigkeit auf jüdischem Gebiet, . Nach der Revolution von F9Ü5 konnte An־sky nach Rußland zurückkehren, wo er sich schnell einen sehr bekannten Namen schuf. Vor einem Jahre kam er, schon schwer leidend, nach Warschau A. W. Ein jüdischer Pionier des Völkerbundgedankens Es sei in diesen Tagen der ersten Sitzung des Völkcrbundgedaiikens daran erinnert, daß in Deutsch- 1 a 11 d der erste Mensch, der gleichsam sein Leben der Idee des Völkerfriedens und des Völkerbundes gcwidmet hat, der Jade Eduard Locwentbal gewesen ist. Er hat bereits im Jahre ISöO unter dem Titel ״Die soziale und geistige Reformation des Jahrhunderts“ eine Schrift herausgegeben, in der er den Krieg als das schlimmste Uebcl erklärte und sich dagegen verwahrte, daß man ihn als notwendig betrachte. Er forderte eine völkerrechtliche Austrägalordnung, wie sie im .Deutscheu Bund bestand. Auf die Gesamtheit der c׳uropäisclicu Staaten angewendet, hätte das praktisch den Völkerbund bedeutet. Loewentlial hat daun im Jahre 1809' den ״Europäischen Unionsvcrcin" gegründet, der die Gestaltung Europas zu einer Völkerbundgemeiuschaft erstrebt. Mit der Gründung dieses Vereines hat er tatsächlich in durchaus selbständiger Weise die Friedens- Bewegung in Deutschland praktisch eröffnet. In seiner Ansprache an die Versammlung des Unionsvereins führte Loewentlial damals aus, da,ß die Differenzen zwischen den europäischen Völkern so selten und so Kann loser Art seien, daß sie auf dem Wege des Ausgleiches stets geschlichtet werden können. Die internationalen Streitpunkte waren nach seiner Auffassung weit Überwegen von ,der internationalen Interessengemeinschaft, der der europäische Staateiibund einen formalen Ausdruck geben soll. Loewentlial hat die Zuspitzung der europäischen Lage im Jahre 1870 wohl vorausgesehen; lSt>9 hat er eine energische internationale Friedensagitation gefordert, um den Ausbruch eines Krieges zu verhindern. 1870 hat er eine Broschüre veröffentlicht unter dem Titel: ״Der Militarismus als Ursache der Massen- Verarmung in Europa tuid die europäische Union als Mittel zur Ucbcrflüssigmaclvung der stehenden Heere.“ Zwei Tage vor Ausbruch des deutsch-französischen Krieges hat der ^Europäische Unionsverein“ in Dresden eine Resolution angenommen, die besagt, daß d.e R!«- bungen der Dynastien kein Kriegsgrund für die YYka sein könnten, daß die Ehre zivilisierter Volker durch Gewalt nicht bewahrt, sondern befleckt werde und daß der ״Europäische Unionsverein“ die Proteste der französischcn Friedensfreunde mit Freude begrüße Nach dem Kriege knüpfte Loewentlial Beziehungen zu dem englischen Parlamentarier Henry Richard an, der 1873 als erster rm englischen Unterhaus einen Antrag auf Einsetzung von Schiedsgerichten bei internationalen Streitfällen stellte. Seine Idee des ״Internationalen Deputiertenvereins der europäischen Parlamente“ verfocht Loewentlial in einer Flugschrift: ״Zur internationalen Friedenspropaganda", die auch im Auslände starkes Interesse fand Er war es auch, der zuerst die einheitliche Organisation aller Fricdcnsgcsellschafteii Europas und Amerikas, sowie die alljährliche Abhaltung eines Kongresses verlangte. Bekanntlich ist erst im Jahre ISST durch die Erriclttung des Internationalen Friedensbüros dieser Gedanke verwirklicht worden. (Nach dem von Prof. Veit Valentin auf Vei anlassung der Deutschen Liga für Völkerbund verfaßten Buche: ״Geschichte des Völkerbundgedankens in Deutschland.“ 1020. Verlag Hans Robert Engelmann, Berlin.) Das ostjüdische Antlitz*) Als die deutschen Heere den jüdischen Osten in ihrer Hand hielten, als wollten sie ihn nie wieder hergeben, war in Deutschland hohe Konjunktur für alter־ lei ,,Ostjüdisches“. Neben Vereinzelten, die wirklich etwas über die ostjüdisclien Menschen und Dinge aus- Zusage» wußten, stürzte sieh ein Heer von Skribenten auf das aktuelle Thema. Von der ganzen Makulatur, *) ״Das ostjüdische Antlitz“ von Arnold Zweig. 211 fünfzig Steinzcicluuingai von Hcrmaan' Struck. Welt- Verlag, Berlin, 1920. 4 ■ * \ \