Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1920-11-09 · Heft 79 (9.11.1920) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 79 (9.11.1920)
Date
1920-11-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2652228-2652303--13530-2671265
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Sette 598 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 79 Erez- Israel Oie Verwaltung der Wakuftändcreiea /.. K. De WakitfTindereien (türk. Kirchcngrttcr) wvnden, wie in der kürzlich eit SiUung de* Adviwry Cotmeil mitgeteilt würde, von einer Kommission verwaltet, die aus einem vom Olierkomtnissar er״:timten Vorsitzenden und Vertretern der Wakuflie/irke bestellt. Die Kommission führt die (icschä tte der Wakuflaiuleieien, stellt die lülan/.en und das Budget aut, dk> von Sen /'!ständige» Regierungsstellen bestätigt werden müssen. 1 Vr Regierungsvertreter führt den Titel ״Direktor des Wakuf", mul berät mit dem Oberkommissar alle!teil Wakuf berührenden I־'ragen. Er erlult 45 C monatlieh. Die Wakuiläiidereien werden in Bezirke ciugcteilt, die von Be/.irkskommissionen verwaltet werden. l>ie Einnahmen des Wakuf bestehen aus Ver- Pachtungen (2(> ״,״) und Zehnlabgabe» der dem Wakuf gewidmeten Güter ((>2"»), Rcgierungs/uschüsscn (10 0;״) und verschiedenen anderen Quellen (20,״). Insgesamt betragen die Einnahmen des Wnktifjim laufenden Rechnmtgsjuhre ca. 35 (WO C Die Eintreibung der Zehnteuabgabc besorgt die Regierung. Die (leider des Wakuf werden zu Wohltätigkcits-׳ zwecken. Armen- und Wagenpflege verwendet. Einwanderungs-Bestimmungen Der Eintritt in das Land ist sowohl in den Hafen als an den Landesgrenzen streng zu kouttyrlliercn, wie die Bedingungen und die Bedürfnisse des Landes es erforderlich machen. Ein Immigrationsdirektor ist ernannt worden, ׳der Immigrationsbcamte au den liauptsächlichste» Eingangsplätzen des Landes unter sich haben wird. Niemandem mit Ausnahme gewisser Beamtciiklasseii wird es möglich sein, in Palästina Einfall zu finden, wenn er nicht im Besitz eines Passes oder eines ähnlichen Erlaubnisscheines ist, der durch das britische Konsulat am Ahrciscplatz visiert sein mul) Autler mit einem Pali muli jeder Eiiilaflbegehrende sich darüber atisweisen, dalS er die nötigen ExistenzmiUel besitzt oder imstande sein wird, sie zu erlangen, sowohl für sich als auch für seine eventuell mit ihm einwandcriiden Angehörigen. Er wird sieb auch einer ärztlichen Untermcfnmg unterziehen!missen. Es wird ein Grund sein, ihn ziiiüekzuweisea, wenn er an einer Krankheit leidet, die, Von den medizinischen Autoritäten Jiachgcvviesen, ihn als unerwünschten Einwanderer erscheinen lallt, öder wenn er geistig als minderwertig befunden wird. Es werden Anordnungen getroffen werden, daß alle Persotten im Hafen oder au der Grenze untersucht und ווו zweifelhaften Fällen zurückgchalteii werden. Bei endgültiger Verweigerung der Eintrittscrlaiibnis wird der Immigrant durch Order des Immigrationsdirektors in jenes Land zurückgescliiekt, aus dem er gekommen ist. J.E.K.Z. Paßbestiinmungcn Jede Person, welche Palästina aut dem Land- oder Seewege verlassen will, »111JS im Besitz eines von der Regierung von Palästina ausgestellten Laissez. Passer oder visierten Passes sein, wonach das Verlassen des Landes erlaubt ist. Line Erlaubnis von seiten der Militärbehörden hat keine Gültigkeit mehr. Bis zum Inkrafttreten des Gesetzes über die Staatsangehörigkeit der Bewohner von Palästiua kann ein Einwohner, der nicht fremder Untertan ist, ein Laissez Passer an Stelle eines Passes erhalten. Personen,, welche im Besitze eines noch gültigen Passes sind, der vor nicht mehr . als zwei Jahren voll der Behörde des Landes ausgestellt oder erneuert ist, dem der Inhaber als Untertan augcliört, \ müssen diesen nur von der zuständigen Stelle visieren j lassen. Ein fremder Untertan, der die Ausstellung oder Erneuerung eines Passes wünscht, hat sich zu diesem Zwecke au den in Palästina residierenden Konsul seines Landes zu wenden. Jeder, der ein Laissez Passer oder ein Visum von der Regierung von Palästina zu er- . langen wünscht, muß sielt an das Bezirksamt für Lin- ן Wanderung und Reise, und wo ein solches nicht bestellt, an die Polizeilx-hörde ries Bezirkes, in dem er wohnt, wenden und die vorgeseliriebenen einzelnen!■*ragen schriftlich beantworten. J. E. K. Z. Neuregelung des Hypothekenwesens. Nach dem altep türkischen Gesetz verlor der zahlungsunfähige Schuldner, der eine Hypothek aufgenoinmeii hatte, das verpfändete Grundstück, das dem Gläubiger ohne weiteres verfiel. Die soeben herausgegebene neue Hypo thekcnverordniing hat dieses Gesetz aufgehoben. Das soeben vom Dbcrkoinmissar Herbert Samuel veröffentliclite neue Gesetz überliiüt, wie die ״Zionistische Korrespondenz“ aus Jerusalem erfährt, dem Hypotheken- Schuldner das NiitznklSungsreeht seines Grundstücks, das er unter Wahrung der Interessen des Hypothekeogläuhigers verkaufen kann. 1111 Falle der Zahlungsunfähigkeit muß das Grundstück öffentlich versteigert werden und geht nicht mehr ohne weiteres in das Eigentum des Gläubigers über. Die neue I iypothekenordiiung soll die Ausbeutung durch Wucherer verhindern, die bisher zu einem umfangreichen Bauernlegen und zu ungerechter mul. ungesunder Besitzaiiliäufimg in einzelnen Händen geführt hatte. Schutz des Landscluu'ts- und Städtcbiides. Palästina mit seinen historischen Gemeinschaften vor hüllliehen Anschlägen uml anderen Entstellungen der Gegend zu bewahren, welche das Vergnügen an der Arbeit in so vielen Ländern forlnelimen, ist das Motiv za einer Verordnung, die der Oberkommissar Herbert Samuel kürzlich erlassen hat. Die Verordnung erteilt den Distriktskoinniissarcn und städtischen Behörden die Ilefugtiis, besondere Anschlagsstcllen für Ankündigungen und öffentliche Bekanntmachungen zu errieilten und verbietet die eigenmächtige Herstellung solcher Ansclilagstellen durch Privatpersonen, abgesehen vom eigenen Geschäftslokalc. Doch sind auch diese privaten Reklamen, was Form und Größe anlangt, nach bcstimmten Vorschriften abzufasscii, ״um zu vermeiden, »laß die Beschauer dadurch ersfnrcckt und irritiert werden‘•, wie es in der Verordnung heißt. Fahrkarten. Seit dem 1. Oktober werden, wie die ״Zionistische Korrespondenz" mitteilt, auf allen Bahnhüfeii der palästinensischen Eisenbahnen Fahrkarten mit hebräischen Aufschriften verkauft. Die Aussichten der Wollindustrie in Palästina. Die dureli die jüdischen Kolonisten cingeführte Schal'- zucht ist zu einer lohnenden Industrie geworden. Ini Lande sind jetzt beträchtlich.: Wollquantitäten zu finden. Vor dem Kriege wurde der größte Teil der lieimischeu Wolle nach Amerika und!־־rankreich exportiert. Jetzt werden Anstrengungen gemacht, das Rohmaterial im Lande in eigener Produktion zu verarbeiten. In Je ntsaleni selbst sind gegenwärtig zirka 150 Weber, laut ״Jewisli Journal of Commerce“, beschäftigt. Die Aussichten für diese Industrie sind sehr günstig. Außerdem wird die einheimisch.' Wolle auch anderen Industrien zugefülirt werden, auf die sie belebend wirken wird. Vor dem Kriege hat der jährliche Umsatz des (Vollhandels in Aleppo, Horns und Homa 5 Millionen Fres. betragen. Der Expurt aus der Provinz Aleppo nach Amerika betrug laut den Angaben des amerikanischen Konsuls 531 2$() Dollar i!n Jahre 1012 und 272674 Dal ar im Jahre 1013. Die Milchvcrsnrgung Jerusalems. Eine genossenschaftiiehe Gruppe hat cs unternommen, Jerusalem mit Milch und Milchproüuktion zu versorgen. Sie hat eine beträchtliche Anleihe aiiigtnommcn zwecks Beschaffung von Vieh und der nötigen Geräte. Umfangreiche Fruchtbaumpflanzungcn bei Hebron. Eine Grupi« Juden in Hebron bat die Anpilanz.ung von <10000 Frucht- und 00 000 anderen Bäumen unternommen. Es werden gegenwärtig Experimente gemacht, um die Möglichkeiten der Akklimatisierung von wichtigen Bäumen in Palästina auszuprobicren. De Ge- Seilschaft will audi die Hühnerzucht und Milchwirtschaft iHdrvibcu. Ein hebräischer Bädcckcr Der ״Waad liazirim" in Jerusalem beginnt mit der I lerausgalte von ,Reiseführern in hebräischer Sprache’ unter dem Titel ״A r z. e 11 u“. Der erste Band, der fertig vorliegt und sich in gefälligem Gewann darbietet, betrifft die Stadt Jerusalem und Umgebung und ist bearbeitet von C!1. E. Suta und L. S okenos. Das Buch ist in der Art, moderner Reiseführer aiigeordnet, enthält auch eine historische Einleitung, die das Schicksal der Stadt von der Eroberung durch Dawid bis zur Balfour-Deklaration und zur Grundlegung der hebräischen Universität schildert. Im übrigen werden alle Stadtteile und Sehenswürdigkeiten genau beschrieben, zahlreiche Karten und Bilder helfen der Orientierung, und Tabellen über die wichtigsten Institutionen, Schulen usw. erleichtern das Verständnis des öffentlichen Lebens. Das Buch wird zweifellos dem Fremdenverkehr wertvolle Dienste leisten, Man möchte nur wünschen, daß möglichst viele Reisende auch der Sprache mächtig sind, um das Buch benutzen zu körnten! Zum Zwecke der Fürsorge für die Touristen hat die Regierung ein besonderes Komitee, unter Vorsitz des Ik'zlrkssekretärs Windham Decdcs, eingesetzt. Das Komitee soll dafür sorgen, daß den im Frühjahr 1021 erwarteten Touristen, Gasthäuser zur Verfügung stehen, wie auch für Bau von Gasthäusern in den nächsten Jahren, für Rciseerlciditerungen, Touristenpropagamiu und Reiseführer. Herbert Samuel besuchte am 11. Oktober das Schaarcz-Zedek-Hospital in Jerusalem und sprach seine hohe Befriedigung über die Wirksamkeit dieses nuistergültigen Krankenhauses aus. Politische Nachrichten Ein Zionist als türkischer Unterstaatssekretär. Z. K. Isaa.c Ferrara, Redakteur der in Konstantiuopcl erscheinenden zionistischen Zeitschrift ״Fa Nation", wurde zum Uutersiaatssvkreiiir im linkischen Justizministcriun! ernannt Saloniki. Der ״N.Z. Z.” wird aus Saloniki berichte 1: Die hiesige Bevülkciung wartet mit Schmerzen aut die Verteilung des Grund und Bodens ztnn Wiederaufbau der vor mehreren Jahren von der großen Fcucrsbrunst zerstörten Stadtteile. Die Regelung begegnet großen Schwierigkeiten. Ein englischer Ingenieur hatte einen geeigneten Plan entworfen, die Regierung sollte den Bau durchführen, doch die Juden wollten durchaus rechts davon hören, sie beabsichtigen, ihre Häuser selber bauen zu lasset!. Ein zweiter Vorschlag, betreffend die Verteilung des Bodens, stieß au" einen gleich hartnäckigen Widerstand, tmd so verharrt Tienn alles immer noch ui einem mißlichen "Provisorium. Südrußland. Konstantinopel, 3U. Oktober. (Jewtsh Curr. Dur.) Viele tausende Juden, die aus Sowjetriißlaml und von den Wiaiigdseliea Territorien geflohen sind, befinden sich in Baku, Batum, Tiflis und Wlndikowka in einem trostlosen Zustande, di die hetreffenden jüdischen Gemeinden außerstande sind, diesem Massenelend irgendwie ab/uhelfen.‘ Der größte Teil dieser, Flüchtlinge• strebt die Weiterreise zu ihren Verwandten in Amerika ä.1 und ist entschlossen, den weiten Weg über China und Japan zu unternehmen. Die übrigen, meistenteils Chalurim, die landwirtschaftlich ausgebildet sind, wollen die Reise nach Palästina antreten Landauer als Vorbild der zionistischen Jugend? Von San.-Rat. Dr. Emil S i in « n s o n. '(Schluß.) Hier klafft ein Spalt im Verständnis der Sozialist!- sehen Theorie. Landauer will ihn überbrücken, indem er die eigentlichen Sozialisten in einer Minderheit autonomer in »ralisdier Genies sieht, und auch sic müssen erst ״ihre eigenen Philister- und Feiglings• hülsen /um Platzen bringen". Hier müssen wir auf unseren Hinweis zurückkommen, daß Landauer durch zu langer Kleben an Vergleichen sich das Durchdenken verhaut hat. Was berechtigt ihn, die Philister- und Feiglings -Eigenschaften als 1 lülscri zu hezeichnen? Sie gehören zum Wesen des Menschen, und wenn der konservative Junker, der Bankdirektor, der sozialistische Arbeiter in ihrem Denken und Fühlen voneinander abweiehen, so hat das verschiedene Milieu aus im wesentlichen gleichem Stoff verschiedenartige Menschen geformt. Sie alle haben aber in gleicher Weise aus tiefster Seele das Bedürfnis, sich für ihre aiü ökonomischer Notwendigkeit entstandenen Wünsche ideale, ethische Gründe vorzuspiegeln. Das war schon so, als zum ersten Male Eroberer mehr Land in Besitz nahmen, als sie mit ihrer Familie bestellen konnten. Bis dahin war der Kriegsgefangene ein unnützer Esser und wurde gelötet, jetzt aber war es einträglicher, ihn als Arbeitssklaven leben zu lassen, und man sagte sich, man sei humaner geworden. Und als der Norden der Vereinigten Staaten infolge der billigeren Sklavenarbeit des Südens wirtschaftlich ungünstiger dnstand, da entfesselte er den Bürgerkrieg, und er glaubte ^ogar an die Humanität als einzige Triebfeder seines Handelns. Anders liegt cs mit dem ״Idealismus" der dt* “ m!•1*1!*״? *rbciler a״ch nicht. Und ehe die Jugend die Mi>K״*=bkcit hat, gut zu werden, mutt sie erst begreifen lernen, daß sie es nicht ist, sie muß die Eischale des innerlich verlogenen PrinianerklcaUsmtis abstreifen. Dieser Entwicklungsprozeß kann nur gehemmt weiden, .wenn man ihr schmeichelt und immer Recht gibt, statt durch Wahrheit erziehlich auf sie ein/!!- vviiketi La ti da 1t er aber will mit dein Kopf durch die Wand der menschlichen Natur Dieser im Kindlichen steekeiigeblicbciie Typus des wirklichkeitsfremden Ideafisten, iler nicht die Welt studiert, wie sie ist, sondern ihr Gesetze aufzwingeti will, ist im jüdischen Volke immer vorhanden gewesen. Schon vor UKW Jahren taten dasselbe die Essäer und vor allem der ihnen nahestein•n Je Nazamier, Als ein reicher Mann ihn fragt: Was soll ich (iutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben, gibt er ihm den Rat: ״Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast tmd gibs den Armen, so wirs: d.1 einen Schatz im Himmel haben,“ ״l>a der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt von ihm, denn er hatte viele Güter." Der Jüngling zeig!« das richtige Gefühl des Gesunden. Der Ratgeber aber gehörte, wie Th. Schulze sagt, ״zu den Personen von lebhaftem Temperament, deren Gefühl ihren Verstand weit ülvcrwiegt.“ Denn sonst hätte er dem von eien besten Absichten geleite len Frager nicht geraten, ״sich selbst zum Bettler zu machen, ganz unbekümmert darum, wie die Empfänger die Güter gebrauchen würden, statt ihm zu raten, de Früchte derselben in dauernder Weise zum Besten seiner Nächsten zu verwenden.“ «י Also gibt cs keinen Ausweg? Soll die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen einem unabänderliehen Naturgesetz entsprechen? Nein. Wir haben in unserem Volke jederzeit auch einen anderen Typus von Denker» gehabt, die es verstanden, die Ideen aus der Verstrickung mit Affekten und vorgefaßten Werturteilen herauszuwickeln und Scan suchenden Verstände erkennbar darzubieten. Spinoza, Freud, Einstein, Opp e n h c i m c r sind trotz der kühlen Hochgebirgs- Atmosphäre ihrer Gedankcnwerkstatt nicht von sehlochtcren Absichten beseelt, als jene Gefühlsmenschen. Oppenheimer hat uns den Ausweg audiesem Irrgarten gezeigt. Unter ״Mehrwert'■ versteht matt bekanntlich einerscits den Kapitalprofit, andererseits die Grundrente. Es ist tiiiu der entscheidende Mangel der So/inldemokratie, daß sie in Theorie u׳ul Praxis fast au^selibeßbeh den Kapitalprofit berücksichtigt hat, während sie um den heißen Brei der Boden- und insbesondere der Agrarfrage scheu herumging. K a u t s k y uml B e r tt < t e i n, die ziemlich als die Einzigen sich an dieses Problem herangewagt haben, sind nicht zur Klarheit sorgedrungen. Oppenheimers Kopcrnifcaiiischer <»cdanke ist nun der, daß alle Natkinalökonomen bisher die Physiologie und Pathologie der Wirtschaft an den Stellen der kompliziertesten industriellen Entwicklung untersucht haben, während man die Wahrheit mir am Orte der Urproduktion finden könne. Auf diesem Wege kam er über die Bodenreformer hinaus zu einem Frgebttrs, daß >11 merkwürdiger Weise an das Bestreben der modernen Naturwissenschaft erinnert, eine Vereinfachung unserer Erkenntnisse dadurch herbei/uführen, daß cs gelingt, mehrere Einzelgeset/e durch MtiiimUtng eines umfassenden Obergesetzes ztKimmeiizu'cgen. So war für di« Philosophen aller Zeiten das Wesen von Zeit und Raum das crkcnntnisthcorctischc Problem katexochen. Jetzt aber hat Einstein das Problem verentfacht, indem er zeigte, daß die unseren Beobaditungen zugängliche ■physikalische Welt vier vollkommen gleichberechtigte und ’vertauschbare Dimensionen bcsitzt, von denen wir drei den Raten, die vierte die Zeit nennen. Diese Gleichberechtigung ist so vollkommen, daß man durch Vertauschung der darin vorkommenden Weltkoordinaten drei andere Gesetze ab-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.