Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 72 (15.10.1920)
- Date
- 1920-10-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652228-2652296--13470-2671198- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 72 JU EDI SCI iE RUNDSCHAU ״.|nV'idu•״ mihI auch das demokratische Prinzip m unserer Bewegung- /u ersticken. Der neue Zionismus, jt.!1 sie schaffen wollen, luit sein• Vorbild nicht 1111 m1litisehen Zionismus Herzls und Nordnus und mclu im Achad-I iaamisinus; nicht ein politisches Zentrum und nicht ein geistiges Zentrum, sondern eine gewisse praktische Unternehmung, eine Art i Iaitscrbau-, Hodenkauf- ״sw. Gesellschaften stellt man als ein Ideal hin. Nicht eine nationale, das Volk erfassende Bewegung, nicht die Erhebung des lebendigen Volkes, das zu einem vollen Lehen strebt, sondern eine Art mechanische tiesellsehaft. Sie versuchen, an die Nutze der 1(''׳׳'lst'־ sehen Arbeit L'ührer zu stellen, die die Zioniskn mc! gewühlt haben mul die auch vor dem /KimstuiUnigiell nicht verantwortlich sind, und aut diese Weise «1 ticken. sie die zionistische Bewegung herab aut die Stute de! Philanthropie in ihrer minderwertigsten und ältesten Polin eine Sache, die die Wortführer dieser neuen Versuche seihst vor nicht allzulanger Zeit mit allen ihren Krallen bekämpft haben (mul dadurch haben sie auch das Mer/ des Volkes gewonnen), eine Sache, uie geeignet ist, die gan/e Cirölk* des Zionismus zu untergraben.; Dieses Progniiinn der Neuerer nennt man Sachlieh k eit. Sachlichkeit, weil ilun die Phantasie fehlt, weil darin keine zentrale Idee und keine begeisternde Kraft ist, weil darin keine Schönheit uuul kein innerer Cilanz ist. Die neue Form, die man heute dem Zionismus gibt ist geeignet, seine volkstümliche Seele, seine hebräische Seele zu töten. Wir dachten, das ganze jüdische Volk zu erwecken dal! es komme und sein nationales Heim in Zion baue, und da wollen einige unserer Führer uns die nlte Methode jener _Wohltäter wiederbringen, welche glaubten, dali, weil einige Millionüre seien sic auch von dem Volk, von seinen Sorgen mul 1 loflnungeii weit entfernt, imstande sind, aus/.uführen, was das Volk nicht ausführeii kann, daü sie darum auch alles tun dürfen, •ohne das Volk zu 1 ragen. Ohne nationale, kulturelle Arbeit, ohne starke 1kgeisterung in allen Schichten des Volkes wird man keinen grollen praktischen Plan durchführen können. Die Millionäre selbst werden keine grollen Summen geben und wenn sie grolle Summen geben werden, dann werden sie die allein Bestimmenden sein wollen mul sich um die Meinungen der Zionisten nicht kümmern. Und die Millionäre, sogar die berühmten unter ihnen, werden das Volk nicht dazu bewegen, Opfer zu bringen, ('.er,׳ule die geistigen Führer 410s Volkes können aut jene Elemente wirken, in deren Hand es liegt zu bauen und Opfer au (Jehl und Leben für unsere nationale Heimstättc zu bringen. Es gibt keinen Zionismus ohne jtithselics Volk, und das Volk ist keine I!erde, welch»• sich aut allen Wegen, die man ihm aussiielit, führen labt “ In keinem Lande wurde die zionistische Jahres• Konferenz von der allgemeinen Presse mit gröberem Interesse aufgenunmien als in den Vereinigten Staaten. Nadi einer von dem Leiter der Pressealtteilung der amerikanischen /.ionistischen Federation, Mr. Fromenson, zusainmciigcstellkii Statistik sind in der amerikanisclicii Presse, abgesehen von der jüdischen, über '2000 Berichte über die Konferenz erschienen, davon mehr als 100 in New York allein. Die grollen Zeitungen aller Staaten haben Berichte gebracht und die wichtigsten Zeitungen auch besondere Artikel mit Bildern und Photographien, Außerdem werden ln Amerika zwei Films gezeigt, deren einer die zionistischen Delegierten bei ilirem Verlassen des Konferenzsaales darstcilt Die Vermächtnisse Jakob Schiffs. Unter den Veruiäebtiiisseii des veistmheuen jtuliLehn.il Plükuilhropcii Jakob Sehr!!!!!*findet sieb eine Million Dollar für verschiedene jiklische Institutionen ’untl 25 000 Dollar für ein Wissciisc'.mftsinstitut in Frankfurt am Main. Theodor Herzls Jugend Theodor Herzls Leben lind Wirken gehört bereits der jüdischen (icschichte an. Es ist eines der leuch• leiulsten Kapitel jüdischer Geschichte, »las noch ziemlieb nahe zurückliegt, beinahe unserer Generation erreich• bar. mul doch schwindet die Zahl derer, die Herzls Wirken ganz, mitgclebt haben. Für die heutige ziouistisclu• Bewegung ist Herzl schon historisch mul doch haben vur bis heute keine Darstellung von Herzls Leben. Auch die zum Verständnis seines Werkes und der zio■ iiistiscben Geschichte so wichtigen Tagebücher sind noch immer nicht veröffentlicht, ja nicht einmal eine entsprechende Darstellung der Geschichte des Herzlsehen Zionismus besitzen wir. Zu einem gewissen Teil ist diese Lücke jetzt durch den ersten Teil von Adolf Böhms Geschichte des Zionismus (״Die zionistische Beweguug“, I. Band, Berlin 1020, Weltverlag) ausgefüllt. Aber die große Hcrzl-Üiograpliie lälit noch auf sieh warten. Eine kleine Vorarbeit hat Friedemami »n seiner Brosdiurc: ״Das Leben Theodor Herzls" geleistet und vur einiger Zeit ist in Amerika eine 1 lerzl-B/ographie von Ruhen Brainin erschienen, die uns־ ,'übt bekannt ist, aber wohl auch nicht das umfassende Material zur Vertilgung hatte, das für eine Wissenschafthebe Biographie notwendig wäre. Einigermaßen enttäuscht werden wir auch die jüngst von Leon Kellner lierausgegebene Jugeitdbiographie aus m ■ 1,11 *'־TB11'־*)• Kellner teilt mit, daß er das ganze Material des li.mtlsehriftlielien Nachlasses zur Verfügung gehabt hat, doch sielt nicht berechtigt glaubte, cs zu vjeroffent ichen, bevor er zu einem eigenen Urteil über »1c em/.cliien von Herzl seiner Meinung iiadt ungerecht beurteilten gegnerischen Bewegungen gelangt sei. Darum' verarbeitet er tu, r die erste Hälfte, »he bis 1805 reicht. Kct C״,c ,י‘״ ist Familiengeschichte, zum׳ Teil mit breiter Ausspannung belangloser Einzelheiten und etwas *) Leon Kellner: ,,Theodor HcrrJs Lehrjahre“. Nad: Wten^mO'idl?" ^uellen' Löwit• Verlag, Berlin Seite 549 Die Jsl1re3!1c.2״rc112 und die Zukunft des deutschen Zionismus Von Gerhard Hold h e i m. II. Die Eorderuiig nach Neuorientierung des deutschen Zionismus, die mein voriger Aufsatz erhob, begründete ich damit, dali es unmöglich länger angelten darf, in »len Zionismus Vorstellungen und Begriffe hineinzttmenpen, die mit seinem eigentlichen Wesen gar nichts zu 11m haben. Zionismus ist Erkenntnis, nationaler Wille und nationale Sammlung, alter keine Weltallschaumig. Das Einigende sind die nationalen Bindüngen und der gleiche nationale Kampfwille, aber nicht Gleichheit im Weltbilde, in der Art zu denken untl zu fühlen. Und cf ist .*mch keine Losung tks jüdischen liulividnalprohlems. In diesem Glauben, »lall unsere eigene Judenfrage durch die neue Erkenntnis mul die gefühlsbetonte Einstellung in die nationalen Zusammenhänge gelöst werden würde, sind wir im Zionismus groll geworden. Es war ein Irrglaube. Wie es im letzten Jahrzehnt dazu hat kommen können und müssen, da 11 der Schwerpunkt des Zionismus vom Volksgan/en in «las Gebiet des Persönlichen verlegt w 11 rih" versuchte ich an früherer Stelle aiizudeutcii. Es war ein notwendiges Ergebnis der Entwicklung und aus dieser Notwendigkeit heraus zu begreifen. Aber nun ist die Zeit, dali wir diese Vorstellungen überwinden und erkennen, dali der nationale Gedanke zwar insofern auf das Persönlichkeitsprobleni, soll heißen unser eigenes iiiniienk'ben einwirkte, als wir durch seine Rezeption aufrechter, stolzer, ehrlicher und zu radikalen Umwertungen befähigt wurden, daß er aber im letzten Grunde nichts weiter ist als das grolle Heilmittel, das wir dem totkranken Volkskörper zu seiner Gesundung zuführen. Ich gelte noch weiter; Auch das Problem der nationalen lndivi1luali1.it wird durch den Zionismus nicht gelöst. Seine Leistungen sind mit der Tätigkeit des Arztes zu vergleichen, der wohl dem Kranken die äußeren Lebensmöglichkeiten wiedergehen kann, dann aber dieses vviederbergestcUle Lehen seiner inneren Lebenskraft überlassen mit 11. Mit einem Worte: die - Achad I laamsche - Juden t u m s frage, die Erage des kulturcUcn Volkslebens, kamt der Zionismus nicht zu leghtmutteren Midien: die wird das Volk selber lösen, wenn es erst wieder unter den gesunden Bedingungen leben wird, die ilun der Löser der J u d e 11 heits f ra g c hoffentlich verschaffen wird. Doch diese Betrachtung führt vom Gegenstand unserer Erörterung ab. Die Erkenntnis, daß die persönlichen Sehnsüchte des einzelnen zwar unzerstörbares Gut in seinem Innern bleiben, aber als seine individuellen Angelegenheiten nichts mit Zionismus zu sdtaffen haben, und wetut notwendig, diesem unterzuordnen sind — diese Erkenntiiis muß kommen, und gerade jetzt nach London, wenn es nicht zu spät sein soll. London wird der Jugend schwere Enttäuschungen bereiten, wenn sie erst die neue Lage in vollem Umfange keimen gelernt hat. Zwei Beispiele: Der Keren Hajessod und die SoziaUsiernngsfrage. Beim Keren llaji'sstid wird cs sieh darum handeln, ungeheure Geldmittel von den Juden zu erlangen . | ich möchte sagen' ganz gleich wie und mit welcher Begründung. Da wir die Psyche des Assiinilatioiisjuden sattsam kennen, so wissen wir, daü es eine großzügige Scliuorr.iktion werden wird. Alle /;«nisten, all w.e jung, ■werden sich hier zur Verfügung!•U'llett müssen. Ls \\,rd eines der schwersten Opfer sein, die wir dem /;tmisnms Illingen, nicht die Zeit und die Mühe meine ich, -••״- dern das ideelle Opfer, bei einem Juden für eine Sache, der er sein Bestes hcr/ugeben hätte, schnorren /u müssen. Wißt ihr, wie ein Teil unserer Jugend bisher zu derartigen Aktionen gestanden bat.•׳ Erinnert ihr euch an Auisät/e in der ״Jüdischen Rundschau", die üeklsttminlungeu dieser Art für unwürdig und als mit der Reinlichkeit der zionistischen Idee uiivcrcitoiac erklärten? leb sehe die Gefahr, dal! diese Meuselieu, die all ihre persönlichen Wertungen gleichsam in ihren Zionismus investiert haben, versagen werden, wo er ihnen solche Opfer ihrer Ucberzcugimg zumutet. Und da heißt es ihnen begreiflich zu machen, daß das unerhört große Ziel jedes Mittel heiligt und rückhaltlose Ueber- Windung der persönlichen Hemmungen von ihnen \erlangt. Das zweite Beispiel wird dies noch deutlicher machen. Wir wissen, daß in den Köpfen dieser ich sage wieder unserer besten ■־• Menschen die Vor- Stellung eines rem sozialistischen Palästina lebt. London hat ihnen enthüllt, daß wir einen kapitalistischen Aufbau habet; werden. Nicht einmal die Nationalisierung des Bodens wurde beschlossen, leb frage; Ist hier keine Verwirrung zu befürchten, wenn nicht die eit»• deutige Forderung des reinen nationalen Gedankens iliren Köpfen eingeiiämmer! und ihnen geoigt wird; Wollt ihr ein jüdisches Palästina, wenn es nicht anders gellt, auf jeder Grundlage, oder wollt ihr auf die zionistische Lösung verzichten, da eure sozialistischen Wünsche nicht verwirklicht werden? Man mißverstehe mich nicht: Ich will beileibe nicht die ge-uiule Opposiiioit gegen die Amerikatiisicrmjg des Zionismus unterbiuilut. Wir alle empören uns darüber, daß der Einfluß der Landsmannschaften von der Güte ihrer Valuta ab-!längen soll und unsere Tagungen sich schließlich zu Generalversammlungen degradieren, wo die Mehrheit der Geldgeber über die Geschicke der Bewegung votiert. Nur das will ich, dali sich die Opposition im Rahmen des Möglichen hält und das eine große Ziel des jüdischen Palästina als Richtlinie amiinimt. leb verwerfe die 11t»- sachliche Kritik, die aus reiner Negation heraus aagreiit, ohne sachliche Unterlage, ohne positive Vorschläge zu anderem Tun. leb verwerfe es, wenn Naclium Li »klmann als offizieller Referent des ״Juden‘• für die Rubrik ״Zionismus und nationale Bewegung“ sich in .joumalislisehen Gemeinplätzen gefällt und die jugcudLchei» Leser geradezu aufstachelt zum Kampf gegen die Leitung, üuldmaiu! tobt gegen die Ablehnung der Bodcunatioualisierung. Kennt er die entscheidenden Erwägungen, die selbst begeisterte Anhänger des Gctncincigcntumsprin/ips zum Verzieht auf die Forderung nötigten / Kt cs nicht ungerecht, den ahnungslosen Lesern vorzueiitlialten, daß (nach Adolf Böhms, eines gewiß unverdächtigen Zeugen, Versicherung) ehrlich gemeinte Einmütigkeit für das Prinzip geherrscht hat mul nur der mangelnde Geld- Vorrat unserer Fonds und die groteske Konsequenz, die den Juden unter ein minderes Recht stellen würde als den NLchtjuden, alle Verständigen veranlaßt hat, von dem Beschlüsse Abstand zu nehmen. Nein, diese spielerischc Art ist nicht nur ungerecht, sic ist einfach imerlr.iglidi. Wo lileibcn die Männer, die unseren Suzialisten die Notwendigkeit der Bescheidung klar machen und sie fragen: Wollt ihr, dal! das Piin/ip gewahrt bleiben soll und Niehtjuden palästinensischen Bo!Im erwerben oder ist es nicht richtiger mul aäcüi /iozu sehr im Stil sentimentaler Familiarität erzählt. Wir lernen den literarischen Werdegang des jungen Herzl kennen, seine Beziehungen zur Presse mul zmn 'Iheatpr, sowie zu den einzelnen literarischen Persönlichkeiten, seiner Zeit. 1111 allgemeinen ist seine Denkungsart nicht verschieden von der Denkungsart «kr gebildeten jungen Leute aus dieser Blütezeit des Liberalismus. Er entwickelt sieh ganz und gar zu einem Weltmann von feiner ästhetischer Bildung, Eleganz und Beweglichkeit. Die Juilcttfrage hat ihn in seiner Jugend wenig heschäftigt, nur ab und zu kam es zu Episoden, die seinen Stolz verletzten, z. B. sein Austritt aus der ״Albia“ im Jahre 1883, der mit einem interessanten Briefwechsel absehloß. Seine erste ausführliche Aeiißinmg zur Judenfrage ist in seinem Notizbuch eine über Dührings Buch, das ihn mit Zorn und Empörung erfüllt hattet. Er nennt darin Dültring einen ״Meuchler und schlimmen Schurken, ein Seifeuslück zu den Gott im iMtiiide führenden Jesuiten.‘ Dieser Spitzbube, dem man die Zähne cinschlagen sollte, aus deren Gehege seine freiheitsschänaeiiselten Schuftigkeiten hervorsprudeln, er verdreht scheinfreiheitlieh schurkiscli die Augen und sagt! Allen Menschen die ungeschmälertste Freiheit, aber für die Juden ein Ausnahmegesetz, das ist der moderne Ausdruck für den mittelalterlichen Begriff des Ghetto. - Und dieser Mensch wagt es, den heiligen Namen der Freiheit in seinen Pfaffennmnd zu nehmen!“ (1882.) Damals meinte Herzl noch, der Jiidenfrag'c «lunch Freiheit im Sinne des Liberalismus bei!,,׳!innen /u können, viel später ei kannte er die Nutzlosigkeit der Beslrebungen zur Abwehr des Antisemitismus,' die ebensowenig helfen können wie ״Hilfskomitees nach — und vor -- IJcbersehweinm Hilgen «Hier Friedensvereme.“ ״Ein Mann, der ein furchtbares Sprengmittel erfindet, tut mehr' für den Frieden als tausend milde Apostel.“ Noch in einer Unterredung mit Speidel (1S92) sieht er in der Anpassung die Lösung der Judenfrage. Immer stärker spürte Herzl den Fluch, nicht aus dem Ghetto heraus- ,zukönnen. Damals schrieb er ״Das nette Ghetto“, in ״drei seligen Wodien der Glut und Arbeit“ kam das Stück zustaiwle. ‘ Der interessanteste Teil des Bttdtes »st aer Briefwechsel, den Herzl mit dem Redakteur Heinrich Teweies in Prag über die Aufführung des ״neuen Ghetto“ geführt hat. Von diesen Briefen sei einer hier wiedergegeben: ״Paris, b. (1. 1895. Mein teurer Teweies! Dank für Ihren lieben Brief. Es freut mich, daß das Stück Ihren Beifall hat, und ich verlasse mich fortab auf Sie. Was Sie über die Judenfrage schreiben, interessiert mich sehr, ich kann heute auf näheres nicht eingehen. Sie sagen, «laß Sie die Juliens,!ehe nicht ausfüllt, Midi füllt sie seit einiger Zeit ganz aus, ganz, ganz! Mit dem Stücke hatte ich geglaubt, mir ,den Druck von der Seele' zu schreiben. F.s ist nicht gegangen, Int Gegenteil. Ich bin mehr und mehr in die’ Sache jiineingekommcii. Ich \ ׳audio seit einiger Zeit in einer Savonarola-Stimnuiiig, die Lenau ungefähr so ausdrückt; Mich schlug der Blitz zu Gottes Ritter, Auf ewig steht der ernste Bund! Ich bin unsagbar für die Sache begeistert. Ich müßte jetzt zu viel schreiben, um nicht zu wenig zu schreiben. Leben Sie wohl und bleiben Sie nur treu Ilirem ■guten Freund I lerzi," Die Aufführung des ״Neuen Ghetto“ kam auch in Prag nicht ■zustande. Sie scheiterte unter «lern Widerstand des Kultusvorstehers Dr. Uoscnbucher, der von tler Thcatmlirektion befragt worden war, ob die (den größten Teil des Thcatcrpublikums bildenden) Prager Juden nicht «laran Anstoß nehmen wurden und ob man nicht schädliche Wirkungen für die Juden befürchte. — Balo darauf schrieb Theodor Herzl in sein Tagebuch: ״Ein ganze* Leben wird nicht ausreichen, Alks auszuführen. Aber ich hinterlass« ein geistiges Vermächtnis. Wen»? Allen Menschen,