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Jüdische Rundschau · 1920-10-12 · Heft 71 (12.10.1920) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 71 (12.10.1920)
Date
1920-10-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Nr. 1ל Sei’*• 542 die AiHtassung nicht u11t1׳rdrückt werden dar(, daß b e / ■1111 t e Agenten U11 ״ I a 11 d s d111 ־ e 11 g ־ 1 i s 1' 11 e n Int 1' rt־ss e 1t will{ a 11 r 1 g 1־ M e i - nun!'en in der g 1 111׳ c 11 j 11 d e 1111 c i t v c 1׳ ■ breilen und mit 111.en Üt1cv,i,hrl;vi!et1 leider ji!11« bei den Zionisten :ehr viel offene Oiiren gefunden haben.״ In dieser Weise wird gegen den Zionismus ‘gekämpft, dal! schon von ״he/a'.ilteu Agenten Englands" die Keile ist. Wird eine solche kurzsichtige Betrac'.t• timg eines großen geschichtlichem Ereignisses uml eine •solche Vergiftung der Atmosphäre vom z.entnilvcr.'in gebilligt i 15er Zionismus dient wir w iedei'bokn es /um tausendsten Wale weder englischen nafii deutsehen Interessen, sondern lediglich und ausschließlich jüdischen. Wenn eine Weihnacht die Starke des jüdischen Interesses richtig eiuscliüt/t und als politisehen Faktor. in ihren Kalkül eiuset/,t, So ist das die natürliche Folge eines wirklichen Verständnisses für die Sachlage. Lächerlich ist es, wenn die Gegner dies dazu be11iity.cn, um die Reinheit des jüdischen Interesses a1i/.11/ueiI0!n. Wenn aber, wie Professor Strack meint, ) die Haltung der Zionisten gegenüber England geeignet ist, den Antisemitismus zu stärken, so ist das nicht die Schuld der Zionisten, sondern die Schuld des von all־ deutschen Hct/crn irregeleiteten deutschen Volkes, dessen Antisemitismus ״Nahrung“ überall findet, wo immer Juden irgendetwas tun. Statt solche Motive air/uerkennen, sollten gute I lettische sie entlarven und be• kämpfen. Die Eröffnung de.s Katasters in Palästina Die knigcrwartete Verordnung über den Verkehr mit Hoden in Palästina is! nunmehr erlassen worden. Vom 1. Oktober ah ist der Verkehr f r e i g e ge 11 e 11. Jedoch sind gewisse Ik'scliränkimgeu auferlegt worden, die den Zweck haben, die Bodenspekulation zu v e r 11 i 11 d e r n. Jede Bodentransakti.m, ander Pacht unter drei Jahren, muli durch das Tabularamt genehmigt werden, sonst entbehrt sie jeder Rechtsgiltigkeit mul zieht Bestrafung beider Parteien nach sich. Boden darf nur der erwerben, b/.w, auf mehr als drei Jahre pachten, der ihn nachweislich selbst beb a 11 t. Die Kleinbauern dürfen den Boden, der für sie selbst erforderlich ist, nicht verkaufen oder verpachten. Ebenso darf kein Kleinpächter gekündigt werden. Das Mindestmal! für Boden wird van den Behörden eines jeden Bezirkes festgestellt werden, Wer Boden verändern oder verpachten will, muH die Behörden davon in Kenntnis setzen. Geschieht der Verkehr ilttreh Makler oder Vermittler, so haben dieselben die Namen des Käufers und Verkäufers den Be- Inirden bekam! t/ugc'hcn. Boden erwerben darf ' nur, wer 1. paliistine n s i s e h e r B ü r g e r ist, 2. nicht mehr als für TODU Pfund kauft, und 1 nnchweisen kann, dafl er den Boden seihst bebaut. Dadurch wird die Latifiiiulienbildung sowie der Ankauf durch Ausländer verhindert. Fine Weiteiveräulierung des gekauften Bodens im selben Jahre bedarf einer besonderen Erlaubnis, die nur im Todesfälle des Besitzers usw. erteilt wird. Gesellschaftern lind Vereine können grilliere Länderilen erwerben, wenn sie sie sofort a ti s 11 u t z e 11 (für Fabriken, Häuser usw־,). Eine besondere Kommission ist •mit der Ausarbcitung einer Verordnung, über Kredit- und Hvpo- 111 e k b a n k e n betraut, die den Bodenverkehr erleichtern würde. Bei jeder (irundlnieh-Eintragung wird eine Abgabe von .1 bis 'J ו!״ erhoben. Bei Vererbung erreicht die Abgabe bis 5 > je nach dem Verwandtschaftsgrade. Das neue Haifa. Der v>!1 Professor Geddes und dem Siadtingenieur von Haifa, Mr. Ziffrin, attsgearbeitete Plan zur Erweiterung der Stadt Haifa wurde bereits vom Distriktsgunveriicur ,approbiert und sieht iwcii der Bestätigung des High (I mmiissioiier Sir Herbert Samuel entgegen. Nach diesem Plan soll die Stadt, die gegenwärtig längs der Küste sich erstreckt, wie folgt eingeteilt werden: Das alte Stade viertel, das verbesserte Stadtviertel (enthaltend sowohl alte wie• nette Bauteil), die deutsche Kolonie und ihr Areal nach der Westseite, das die Grundlage für die neue Stadt sein wird. Die Erweiterung soll sich gegen den Karmel, die Sec und nach Nordwest erstrecken. Der 'Plan enthält ferner Einzelheiten über den Aushau der Straßen, der Verkehrsmittel und öffentlicher ln- Mitutiom׳», wie: eines Museums, eines (ivmnasiums, einer Stnclthalle, von Schulen, Spitälern und (Jegierungsgobäiulen. Die jüdische Kulturarbeit in Sowjctrußlaiul, Aus Moskau wird dem I. C. B. berichtet: Mitte September fand hier eine Vertreterkonfcreuz der jüdisch-sozialistischen Kulturinstitutionen Rußlands und der Ukraine statt. Die Konferenz war von 150 Delegierten der kommunistischen, bundistiscluii und Paale-Zl »n-Partei beschickt. Audi Vertreter des Kommissariats für jüdische Angelegenheiten und der vereinigten kommunistischen jüdischen Jugend 1111־».■:: der Konferenz beigcwrih-nt. Die Konferenz befaßte sich mit den Fragen der Kulturarbeit Unter den jüdischen Massen S 0 w j e t r u H I a 11 d s. Ein Antrag der Poale-Ztan, die jüdische Kulturarbeit in Rufiland ausschließlich durch die jüdischen Arbeitertäte zu leisten, blieb in der Minorität. Es wurde der Antrag angenommen, die jüdische Kulturarbeit durch allgemeine jüdische Komitees für Volkserziehung unter der Aufsicht der jüdischen ' Arbeiterräte zu leisten. j U 1; D 1 S€ 11 F, RUN DSC HAU Die Jahreskonferenz und die Zukunft des; deutschen Zionismus Von G e 1 h n r d 11 o 1 d 11 e i m. I. Die Jalireskonl'ereii/. hat getagt. Für den, der nicht j in London war uml auf die schriftlichen und miindj liehen Mitteilungen angewiesen ist, ist es schwer, sich : ein einigermaßen zulivffenilcs Bild von der zionistischen Gesamtiage zu schaffen. Die Berichte sind naturgemäß alles weniger als einheitlich. Die Eindrücke, die man empfängt, werden jeweils von der Person des Berichterstatte« hccinflaißt. der ja schließlich mir seine Ureiudrücke wicdergcivii kann. Uml cs versteht sich von seihst, daß für diese seine spezifische Betrachtung*- form, 1 emperameut, innerpolitiselu• Stellung usw. maß* gellend sein müssen. Der klagt über die schlechte Finanzläge, der über den schlechten Zionismus der Amerikaner, der über das Fehlen jedes Aufb.iiiplaucs, ein anderer über die kapitalistische Gesinnung der Konfereu/mchrheit, und noch ein anderer über die Uns.ichlichkdt der Linksparteien. Allen aber ist gemeinsam: Unzufriedenheit und gedrückte Stimmung. Die Lage is־t ungeheuer ernst; tlas wissen auch wir, die wir nicht in London waren und. wußten cs schließlich auch vor der Tagung. Wie Meiden die deutschen Zionisten auf London reagierenV Das ist die bange Frage, die sich «)gleich entstellt. Wird nunmehr, wo der lauge Jahre isolierte deutsche Zionismus zum ersten Male wieder Fühlung־ mit der Gesamthewegung genommen und uiunittclbac deien Bedürfnisse keimen gelernt hat, - wird nunmehr endlich eine neue Epoche zionistischer Entwicklung in Demsiblaut! Ix-ginncn? Die Beantwortung dieser Frage wild im wesentlichen davon abhiingen, ob die deutsche Leitung erkannt Int. daß die neuen .Verhältnisse nach Revision geradezu sdneicii, und ferner ob sie den Willen atüTiiingen mul die Autorität besitzen wird, die Reformierung des deutschen Zionismus ins Werk m setzen. Das eiste, was die Leitung zu tun haben wird, ist, die gefährdete Lage des Zionismus jedem, aber .Hielt jedem Zionisten begreiflich zu machen. Fs wäre ein Vcihangiiis, wo,'he man aus irgendwelche» außcnpoli« tische» Rücksichten die iaissez-faire-Stimitning weiters (reibe» Inssc», die immer wieder in das jänuncrlich-bcrohigte Gefühl ausniüiidet: Die oben werden’* schon• machen. Der deutsche Zionist ist reif dazu, die ungeschminkte- Wahrheit zu hören, und ist er es noch nicht, so gilt das Vertrauen, daß er mit den größeren Zwecken auch wachsen wird. Es ist wirklich keine Phrase, daß cs auf jede» einzelnen jetzt ankomnit, und es ist Tatsuche, daß für jeden ein seiner Fähigkeit entsprechendes Arbeitsgebiet vorhanden ist. Auch in die fernste Hütte muß der Ruf dringen, daß eine Art Kriegszustand herischt uml au eine Verwirklichung des Zionismus nicht zu denken ist, wenn diejenigen, die sieh seine Anhänger m-mieii, in unentwegter Sclb-tberaiischung sich gefallen und vor lauter Individualitiitskult zur aufb.'iueiuleu, werktätigen, oft kleinlichen Arbeit keine Zeit uml Lust finden. Weniger die träge Masse der Mitläufer (!xd der erreicht man doch nicht viel) kommt für diesen Alarmruf. in Frage, sondern in erster Linie die zahlreichen an sich wertvolle» und gesimuiiigsfesten Menschen, die teils durch angeborene Passivität, teils durch schlechte Vorhdder in uncrtrüglith selbstgerechtem Quietismus verharren und ihrer I *flicht genügt zu haben glauben, wenn sie sieh begeistert fühlen und gar erst, wenn sie dieser l'fausehstiniiiumg einige ihnen großartig dünken.le, sachlich gewöhnlich sehr unpassende Worte verleihen. Das letzte Jahrzehnt hat die Nationalisierung t1.״d Intensivierung des deutschen Zionismus gebracht. Bis zum sagen wir Frankfurter oder Posencr De'.egierteiitag war der deutsche Zionismus vorwiegend po'.itisch orientiert. Sein Wirkungskreis war im wesentliehen am Agitation und Organisation beschränkt. Auf die menschliche Erfassung des einzelnen wurde kein Wert gelegt, die Er/iehung zu einem Zionismus, der als bestimmender Faktor in:!.eben des Menschen rangierte, wurde i:1 ihrer Bedeutung nicht erkannt. Eine Jugendbeweguag, die die eiuporstrebeiulcu juge11;l!i,hen Kräfte sammelte und formte, die durch ihre Existenz dcml Wirken der Aelfcreu Rückhalt uml Resonanz hätte bieten und auf das geistige Leben der Bewegun» befruchtend hätte einwirkcu können, gab es nicht. All dies ist heute anders. Auch wer der Jugend fernsteht, fühlt die von ihr ausgehenden belebenden Wirkungen und weiß vom letzte» Delegiertentag her, daß sie (in oft uuverständiger Weise) ihren Einfluß auch in der politische» Organ - s.ation durrhzuset/.en gewillt ist. Haben wir es nicht also herrlich weit gebracht? Was soll der Ruf nach Revision? Ich werde es im folgenden ldnrlcgcn. Die Entwicklung eles deutschen Zionismus im letzten Jahrzehnt war notwendig und gut. ITtii sei uns, die wir selbst für die Neugestaltung zionistischen Lebens aus innerster Ueber/etigung cingotrcten sind, ein •Wort der Anklage gegen die Führer, die bewußt auf diese l;.1mvick!11ng hitigcaibcitet haben. 1111 Gegenteil: wir danken ihnen, denn .sie haben die Bewegung vor dej.11 Verdorren, hevvnhrt. Sie haben ihr unschätzbare Dienste dadurch geleistet, daß sie dem Zionismus eine der Jugend gemäße, ihrem Herzen verständliche Ideologie) . geschaffen, die Forderung des Volkes mit der üulividu eilen Frlösungsschn.sueht verknüpft mul den Geist der Revolution, der Auflehnung gegen die Ausehanungsweit vvachgernfen haben, die inan genieinh'ii mit dem Worte ״bourgeoise“ kennzeichnet. Was sie gctaii haben, war von geschichtlicher Notwendigkeit getragen, und es könnte eine reizvolle Aufgabe darstellcn, die soziologisehen und psychologischen Wurzeln dieses ׳Umstellungspro/esses und die geistige Abhängigkeit seiner Ersehe» mmgsf(>r1m1:׳ von gleichartigen Strömlingen der demsehen Umwelt eingehend auf/uzcigen. Niihl gegen den Strom der Entwicklung ist diese Jugeml geschwommen, wie es ihr prominenter Führe!■ Kurt Blumenfeld unermüdlich als ihre Aufgabe hc/cirhliefe (dies wäre aud'1 vergebliche Mühe, denn das I eben ist doch stärker'a's wir, und keinem Sterblichen könnte es gelingen, das Leben zu zwingen), sondern i!11 Gegen• teil Int sie sieb dem reißenden Strom der E.iitw »klung anvertraut, d e r l'ntw ick'.inig freilich, die sieh ihr,״, inneren Bedingungen gemäß erwies. Führte hei an!erprädisponierten Menschen d;e l.ntwieklung >11111 Ah1;u| vom Judcnnim und damit zu einer As-.ünil:1tä.m a um! prix, so beschränkte sich die der jungen Zinn sten auf die Entleimung der ihnen gemäßen Umw eltstroimn. gen, mit dem Willen allerdings, diese ihren Bcilurl'nisn. entsprechenden Lebensformen dem /iimt-ti-eFeu < n danken eiu/uorilnen timl mit ihm synthetisch zu u׳rknüpfe». So ging es uni nur an/u.leuten. mit Wan dem, Spurt, mit Wyneken, dem Sozialismus iis.v. Wer etwa der Jugend einen Vorwurf daraus machen wollte, daß sie sich nicht in jüdischen Dingen clnkupscltc und Bereicherung dort suchte׳, u0׳ sie sieh ihr zu bieten schien, ist so armselig, daß es steh mit ihm zu dikuticren nicht lohnte. Was ich hier feststelle mul in 11 großem Unbehagen fcststellc, ist also gewiß nicht dazu hlntvnlleiu Leben notwendige Ergreifen all der ihre , zusagenden Werte, sondern der Umstand, daß 11:111 vc,־- sucht wurde, die mit der individuellen Artung zusammen■ hängenden, ihnen gerade eigenen Wunschgedanke■ 1 ilin' in den Zionismus hineiii/iigeheininissen und Anderdenkenden gegenüber als wesentliche Bestandteile de- Zionismus auszugeben. Verhehlen wir uns «lieht, da!; wir vor einer ernsten Gefahr stehen, der ׳» mil ch,!1.1/; diese ■-!läufig unsere besten - Mensche» ihren T\ nisinns mir umrankt von ihren Blüten»׳ mmen erä'icUn und immer mehr vergessen, daß Zionismus ei.:e»!l ei! ״nichts weiter" ist als die nationale Erliebun.: de- Volkes und das Streben, diesem Volke gesunde l.u.vii- Bedingungen zu schaffen. Inwieweit die , Bcfürciium : begründet ist, dal! die in solchen Vorstellungen Au:- gewachsenen an dem Tage, der ihnen die Zusammen• hanglosigkeit ihres persönlichen Weltbildes mit der po!!• tischen Forderung enthüllt, vom Zionismus abfällig werden — ich will die Frage offen lassen. Aber •las fürchte ich, daß er dann, wenn er, Verzieht fordern.!, all des ihm vermeintlich anhaftenden Beiwerks entkleidet, in seiner Urform ihnen entgegeutritt, nicht mehr die w ei!leuchtende Flamme für sie sein w ird und ihre.• ״Mitte Gesetz“ ins Wanken geraten kann. Erkennt ihr nun, warum ich die Revision unseregesamten Er/ielnmgswcsens uml darüber hin ms eine ganz andersgerichtete Beeinflussung unseres zionistische» öffentlichen Lebens als die Forderung des Augenblicks begreife? Jetzt, gerade jetzt nach London, int Anbeginn dei Verwirklichung, ist der letzte Termin und, vT mir scheint, ein denkbar psychologischer Moment dafür Ein folgender /Aufsatz wird all dies noch näher belege»'. I ׳1 I l K f l ״. . . nach Budapester Muster uniformen“ 1 Die ,,Wiener Arbeiterzeitung‘• beginnt mit der Vc/• , öffcntluhiing■ geheimer Akten der ungarischen Gesuul - schuft in Wien über Verbindungen der Wiener Christi;.!1■ Sozialen mit llortln und die die ganze Slowakei unter | minierende Propaganda 11 irthys. { Danach sind verschiedene Blätter durch die nt marcluj *tischen Offiziere gekauft worden. s> die ehrisitltch-s0/iale ״Rcicltsp ist“, ,,Staatsw ehr“, das a 111 i s e j. mitiselie Organ ״V ilksstiirm" und .,Eiserner Iksen'', f das i11׳ Dienste der uuga1isch.'11 Gesandtschaft stehende j Blatt .,Anüsemiteubiind“. Die Anweisungen lauten wort- '• lieh: ״Volkssturm veroftentiieht nach den erhaltenen Weisungen abermals eine mächtige Offensive", ebenfalls wortlieb: ״einige mit hervorragendem Org.1a1s.1tionst'ilent begabte Mitglieder der ״Erwachenden Magyarvn" sind in Wien und werden d e n Anti» c m! t e!;• b u n d 11:1 c J1 B u d a p e s t c r M 11 s t e r 11 111 f 0 r in e 11" Die .,Arbeiterzeitung•' verlangt die Ausweisung d ׳- j ungarischen Gesandten mul das Strafverfahren gegen diejenigen, die sieh für ungarisches Geld zu Aktion.׳a , gegen die Republik dingen ließen, ‘ Am schwersten kompromittiert is allerdings die Wiener liberale Presse, die während der ganzen Zeit ( die ungarischen Mordhamlci! mit größter Seii mutig h. - handelt hat und es nicht für nötig fand, wegen ein : paar ermordeter Juden den freiindschafilieb-nacTibarj liehen Ton zu verletzen. Das Ansehen dieser Charakterlosen Presse, das sch.111 variier schwer erschüttert war, ist dadurch vollends vernichtet. Die einzigen Blitttcr, che , wahrheitsgemäß über Ungarn berichtet haben mul denen . es gelungen ist, wenigstens zum Teil dem Ausland die Augen zu öffnen, sind die sozialistische ״Arbeiterzeitung" und die zionistische ״W i e n e r M s> r g e 11 - zeit u n g". Pogromstimmung in der Slowakei, Die Prager ״Tribun;!“ nudelet: ln Neustadt a. d. Waag hielt Sonntag ein Legionär in Gegenwart des ()berstuldlichters Dworak eine patriotische Rede, die schließlich in eine I letze gegen die Juden ausklang. Hie Folge dieser I let/erei ist, daß Mt bis TO Burschen fast an jedem Abend pogromartige D eher fälle gegen die dortigen Juden veranstalten und die ganze Stadt utisicher machen. Eine große Anzahl jüdischer Kaufleute wurde blutig geprügelt, darunter der grüßte Kaufmann derart, daß sein Zustand bedenklich ist. Nach einer Meldung des ״Bratisl. nennik“ wurde atu Montag auch in Pystran in einer Legianärvcrsainmlung gegen die Juden und Magyaren losge/oge», ln einem Memoranduni an die Regierung, das Tn der Versammlung beschlossen Wurde, ward die Ausweisung der ״jüdischen und magyarischen Einwanderer“ verlangt, und hierfür Frist bis 5. Oktober gegeben.

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