Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 65-66 (20.9.1920)
- Date
- 1920-09-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652228-2652291--13414-2671137- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Irkutsk 1× ep/2294887
- Tomsk 1× ep/2160898
OCR text
JUEDISC 1/ I \ K Bt <w D< Seite 50ö Grundlagen des Aufbauwerkes Von I);1 «׳ i s T r i c t s 1' U, 1I1T/.1 sagt einmal in ungefähren Worten: Die volles• wirtschaftlichen Dinge sind einfach genug, hfc» die Professoreii der Nationalökonomie kommen und sie uns mit komplizierte» Worten zu erklären• versuchen. In der Tat. Für die großen Einfachheiten genügen Köpfe, die nicht durch den üblichen Wisscnschaftsbetricb verbildet sind. Köpfe freilich müssen es sein. So war auch der Nicht-Nationalökonom 11er/1 imstande, einen Plan der Besiedlung Palästinas zu zeichnen, der turmhoch über den Planchen steht, wie sie von unseren ״Professionellen“ jetzt - nach der Balfuur-Erklärung, nach San Remo usw. varge trage» wenden. Freilich: die zünftige Nationalökonomie versagt, wo es sich um so anormale Verhältnisse handelt, wie die der Juden und Palästinas. Bisher hat diese Wissenschaft sieh fast nur mit den becjiKmercn■ und vvichtigeren üebieten befaßt, und auch dtt jüdischen National- Ökonomen stecken viel zu sehr in der ״Welt“ und in den Mciischheitsproblentcii, als daß sie die Eigenart ihres eigenen Falles soweit auf sich hätten wirken lassen, um aus ihrem Spezialfall ein Spezial st u d! iu in - zu machen. Die Juden sind ein ausgesprochener SpczLalfall. Verstreut in alle Welt uifd verwoben mit den Ge• schicken und mit der Wirtschaft unzähliger Völker haben sie Figenarlen der örtlichen Verteilung und der berufliehen Betätigungen entwickelt, die der gründlichen und allseitigen Bearbeitung ein dankbares Feld bieten: Jü• d i s c 11 c National ö konomit! Palästina ist auch ein Spezialfall. Die Volkswirt- Schaft 11 at sich meist mit den ״aktiven“ Ländern befaßt und allenfalls mit den Koionialgebieten. Palästina war weder sehr aktiv noch kolonial. Im übrigen sind nicht so sehr die Zustände des Landes unser ׳Interessengebiet, als diejenigen Möglichkeiten, die sich aus einer jüdischen Einwanderung dorthin ergeben. Gar kein Zweifel, daß ein genaues DüplikatPalästinas, das wir uns meinetwegen irgendwo in der Südsee denken können, nach einem Menscheiialter ganz anders aus&ehen wird als das t i ch t i g «,־ Palästina vorausgesetzt, daß die jüdische Wanderung 'eben' Vtach dem" r ich t ig en Paiäsfinn geht. . •, . Eia ganz, speziell er voikswittscliaitlidier Spezialfall wird aber daraus, wenn die Besonderheit der Juden sich mit eler lhsuiJcrlueit. Palästinas m einer neuen Volkswirtschaft eint, liier winkt uns als neuer Wissenschnftszweig — die ״zionistische Nationalökono•!nie‘'. Mögen sich recht, viele ihrer annehmen. Es ist ein wundervolles Gebiet. Dazu gehurt jüdische und palästinensische Wirtschaltslehre, moderne und orientalische Produktionsweisen, Kenntnis der Nachbarländer und zahlreicher klimatisch ähnlicher Länder, Studium der besten Formen von Berufsschicht u.1»g und Berufs• Vereinigung usw. Einstweilen haben wir all das noch nicht, und so wollen wir versuchen mit den Einfachheiten zu operieren, mul in einer ganz kleinen Skizze zu zeigen, inwiefern wir es vermeiden müssen, nach übliehen Voraussetzungen aufzubauen. Hierbei stellen wir eine An/ald von Sätzen auf, die so primitiv sind, daß wir nicht wagen würden sie nochmals und nochmals zu wiederholen, wenn wir nicht sähen, daß unsere berufenen Kolonisatoren fortwährend gegen sie verstoßen. Palästina ist ein kleines Land. Millionen Juden wollen dorthin, Geld steht uns wenig zur Verfügung, Eine starke soziale Welle beherrscht die Welt. Aus diesen paar Primitivitäten geht eine ganze Menge von Erkenntnissen zwingend hervor. Zum Beispiel: Um möglichst viele Juden in Palästina ansässig machen zu können, müssen wi.r von vornherein «uit kleinen Bodenmaßen pro Parzelle rechnen. Auch deshalb schon weil unsere Geldmittel sehr beschränkt sind. Der soziale Zug der Zeit weist übrigens in der Riehhing des gleichen Luidmaßes für alle. l’iei wenig Land und wenig Geld brauchen wir einen Ausweg: intensivste Arbeit. Dksc haben wir zur Verfügung. Es gibt kein arbeitsameres Menschendement als das jüdische B. in Amerika. Diese jüdische Arbeitsamkeit müssen wir nach Palästina ver* pflanzen. Bisher ist sie dort noch nicht so überwältigend in die Erscheinung getreten. Das hatte seinen Grund darin, daß in Palästina der jüdische Arbeiter kein■ festes Ziel vor Augen hatte, keinen festen, persönlichen Zweck seiner Anstrengung. Wenn wir aber dein jüdischen Arbeiter in einem neuen System der Kolonisation zeigen, daß seine Arbeit in hohem Maße glckhgesctzt wird den materiellen Mitteln — daß niemand auf Grund .van Geld mehr Boden erhalten kann als der Arbeiter auf Grund seiner Arbeit, dann hat er einen klaren und großen Zweck vor Augen. Wenn ihm ferner rin System der Arbeit gezeigt wiird, das auf einem sehr schnellen• Wege zur Selbständig1« keit führt, das •den Zwang der Lohnarbeit für Fremde vermeidet und überflüssig macht, so haben wir hier wiederum ein Ziel der Arbeit, das gerade auf den Juden seht stark wirken wird —. viel stärker noch als die materiellen Lockungen Amerikas, ohne daß dabei das materielle Resultat der jüdischen Arbeit in Palästina geringe/ zu sein braucht als ln Amerika oder ander• wärts. Der menschliche Faktor ist in beiden Fällen derselbe, der Boden und das Klima sind denen der besten Teile Nordamerikas — z. B, denen Kaliforniens außcrordentJäch Ähnlich und auch die Welt- und Ver• lcenrmage Palästinas fest außerordentlich günstig. Aber Arbeit muß sein. Sie muß an der ersten Stelle unseres Aufbauwerkes stehen. Gerade weil wir von Boilcn und von (iel.l so wenig bähen. U״«l Sache unserer Arbeiter sollte cs sein, die Wege ausfindig zu machen, auf denen aus der Arbeit heraus das neue Genieimvesen entstellt, Fines ist klar. Die Mächte der Erde haben uns Palästina nicht zu dem Zwecke angeboteu, daß wir Feste deswegen feien» und dabei unsere Auswanderung nach anderen Zielen lenken. Palästina wurde uns gegehen für Einwanderung und, für Aufbau. Unterbleiben diese, so muß unser neues Recht sehr bald wieder verfallen. Eine Miilionensiedlung steht bevor. Schon in ihrem Vorbeieitungsstudiuni erfordert sie die Arbeit Hunderttausender. Warum geschieht diese Arbeit nicht? Warum Öffner» sich nicht breit die To,re des Landes? Man sagt uns, weil wir kein Gehl haben. In Wirklichkeit fehlt uns sehr viel mehr der Plaa Ein Plan der Arbeit und des wirtschaftlichen Aufbaus wurde uns das Geld sehr schnell bringen. Aber der Plan muß viel mehr auf Arbeit aufgebaut sein als auf Geld, während bisher viel zw sehr ״auf Geld gebaut“ ■wurde. Nun war der Wert des Geldes — selbst in den Siegerstaaten niemals so gering wie jetzt, und gleichzeitig ״die Valuta, der Arbeit“ nie so hoch! Wer kann da zweifeln, daß wir unseren Aufbau viel, vielmehr auf die Arbeit gründen müssen, deren Herren wir selbst sind, als auf das Geld, das uns in viel minderem Maße zur Verfügung steht! llssischkin kamt auf die Londoner Konferenz mit dem Plane, hundert Arbeiter anzusiedeln, und das mit einem Kostenaufwand van rund fünf Millionen Goldfranken fünfz.igtausend Gold franken für jeden!.... Philanthropie mag so denken und so kolonisieren wollen. Es ist nicht durchführbar und so brauchten uns solche Pläne nicht seftr aufzitregeu. Aber daß auch Vertreter der palästinensischen Arbeiterschaft diesen Plan guthießen das ist ״die zweite Clialuka“, das ist nicht Aufbau, sondern Untergang. Mit einem Maximum an Geld und einein Minimum an Arbeit werden wir Palästina 11 ie aufbauen, und niemals •eine Jtrdenhilfe großen Stiles durchführen. Ganz ohne Geld geht es freilich nicht, aber je melrr wir unsere Pläne darauf cinvichten, ein Maximum zu erzielen mit ׳möglichst wenig Geld und möglichst viel Arbeit um ־so mehr Geld werden wir auch bekommen. Denn auch für die Geldgeber ist es die größte Ermutigung, zu wissen, daß schon mit wenigem viel geleistet werden kann, während geringe Leistung bei großen Mitteln auch einen Krösus entmutigen nmß. Sache der Arbeiter, der Pioniere des Aufbaus wäre es daher in erster Linie, ihren Verstand anzustrengen, um den geldgebenden Personen und Instituten Mut zu machen, ihnen zu zeigen, daß sehr viel Atbeit und ein großes Quantum an Kolonisation ermöglicht werden kann durch ganz geringes Geld. Dies ist durchführbar, sobald man sich entschließt, wirklich pionkrmäßig zu arbeiten, eine Zeitlang Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen und sich zu behelfen, wie cs bei einem Anfang eben gehen muß. Darüber hinaus werden auch die Arbeiter sich die Köpfe zu zerbrechen haben, in welcher Weise sie das Kapital ermutigen können, sich an dem Aufbauwerke zu beteiligen. Die Kapitalisten ihrerseits haben sich bereits die Köpfe zerbrochen• und Lösungen des Problems gefunden. In vollem Verständnis der nationalen Interessen und des ״Zeitgeistes“ haben wohl alle ״Kapitalisten“ sich damit ahgefimden, daß dis jüdische I'nlästina kein Feld für ungezügelten Erwerbssinn werden darf. Soweit incifte Kenntnis reicht, hegt keiner von denen, die sich mit Kapital £!1 Palästina betätigen möchten — weder Einzelne noch Gesellschaften — den Gedanken der Ausbeutung des Arbeiters. Es wäre auch schlechterdings unmöglich. Aber finden wir auch bei dem Arbeiter Verständnis für die Rolle und die Rechte des Kapitals in einem jüdischen. Palästina? .... Auch diese Probleme gehören zu der neuen Nationalökonomie, innerhalb deren wir die Fragen zu lösen haben, wäe — bei unserem Aufbau -- das Kapital sich der Arbeit, aber auch wie die Arbeit sich dem Kapital anzupassen hat, um für das nationale Ganze ein Höchstes zu erreichen. Dies sind keinesfalls nur Fragen für unseren Ar• beiter oder nur Fragen für unsere Arbeiter in Palä• stina. Unter unseren Chaluzim sind solche, die tu schwerer Arbeit Ersparnisse gemacht haben, um ohne Inanspruchnahme fremder Hilfe nach Palästina gehen zu können. Und sogar unter den jungen Kauflernten des Hcrzl-Bundcs ist eine Aktion im Gange, die den Mitgliedern möglichst rasch die Uebersicdlung nach Palästina und eine nutzbringende Tätigkeit dortselbst ermöglichen soll. Derartige Former» dürften sich für jede Gruppe ernsthafter Palästina-Zionisten finden lassen. Figcnaktion und, gegenseitige Hilfe sind besser als das Warten auf fremde Kapitalisten. Hier streifen wir auch einige weitere Grundlagen unseres Aufhjus. Die Ausschließlichkeit der Landwirt- Schaft muß fallen. Eine Ausschaltung der Berufe, die unseren Einwanderern bekannt und gewöhnt sind — zugunsten von Berufen, die ihnen fremd sind, und die noch dazu in ihrer Rückständigkeit gar nicht so empfehlenswcrt sind, wie man meistens bei uns glaubt — derlei kann uns nicht dem: Ziele naher bringen. Industrie und Handwerk, Handel und Verkehr haben ihren Wert für die kommende jüdische Volkswirtschaft Palästinas mindestens so sehr, wie die bisher allein , scliggcsprochene Landwirtschaft. Innerhalb dieser letzteren müssen Wissenschaft und Technik diesen Beruf erst der hohen jüdischen Menschenqualität näher bringen. Die intensivsten Methoden müssen herangezogen werden, F'cFJ und Garten sollen neben der Werkstatt die Arbeit unserer Maischen audullen und einen Ausgleich schaffen, alle Fälligkeiten zur Geltung komme!» lassen. Das neue Palästina soll kein rückständiges ״Agrar- Lind“ werdet». Es ist zu schade dazu, und dasselbe gilt für unser Menscheiielement. Die Weit ist voller Länder, die sich besser für die Produktion laiulwiriscliaftlicher Ucbcrschiissc eignen als das kleine Sonnen- 1;iikI Palästina. Hier wollen wir möglichst viele Juden unterbringen. Als Selbstversorger -- nicht als Welt• versorger. Für die Welt kann ein van Juden dicht besiedeltes Palästina besser solche Güter erzeuge!», dir auf einer Menschen f u 11 e beruhen und nicht auf einer Menschenleere. ln den fortgeschrittenen Ländern nehmen die landwirtschaftlichen Berufe einen immer kleineret» Prozentsatz der gisamten Berufstätigkeit ein. In Deutschland etwa 30, in England gar nur etwa 10 Prozent! Wau» wir aber keinen hohen Prozentsatz von Be• rufshuvdwirtei» züchten wollen, so erstreben wir doch Landwirtschaft für Alle — aber im Nebenberuf, neben industrieller, landwirtschaftlicher und geistiger Arbeit, etwa wie Kropotkin es predigt Was uns not tut, ist die Massenhilfe. Auf kleinen Flächen und mit geringen Kosten. Auf Selbständigkeit und auf Se'.bstarbeit gestellt. Heimstätten für Alle können aus der Arbeit Aller für Alle entstehen. Ein Arbeitsdienst dürfte d!e beste Methode zur Erreichung dieses Zieles sein. Er böte auch vielseitige Ausbildung und würde Allen freie Berufs• wähl ermöglichen. Hier winkt auch Selbständigkeit Aller bereits in jungen Jahren, und Land, Brot und Freiheit für Alle. ״Auf solchen Wegen werden wir tatsächlich zu derjenigen sozialen Gerechtigkeit gelangen können, die nicht einer bloßen Tagesförderung, sondern den ältesten jüdischen Tendenzen entspricht. Eine sazixle Gercchiigkeit, die «len überspanntesten ArbeitcrforJerungen durch das Angebot von etwas viel weiicrgelviidem wirksam entgegentritt, und die gleichzeitig nach «1er anderem Seit« jede mißbräuchliche Betätigung der Kapitalgewalt a u «schließt.“ Das zionistische Leben in Sibirien Ehe zionistische Organisation in Sibirien hat durch die allgemeinen politischen Wirren i:1 den letzten zwei Jahren sehr stark geliiten. Die wichtigsten jüdischen Gemeinden von Omsk, Tomsk, Irkutsk u»«J Wladiwostok sina bis aut den heutigen Tag noch voneinander abge- Schiliften. Auch «1er Verkehr mit Chirbin, wo es eine Bevölkerung vor» etwa 15 000 Seelen gibt, ist ein äußerst schwieriger. Die Gesamtzahl der jüdischen Bevölkerung Sibiriens beläuft sich aut etwa 00 000 Seelen. Die Beschlüsse von San Remo haben indeb neues Leben in die Organisationen gebracht und dem gesamten sibirischen Judentum das Gefühl der nationalen Soüilaritat wieder erstarkt. Der von Weizmann und Sokoknv gezeichnete Aufruf für die Geulahwochc trat in Sibirien gegen Ende Mai ein. Der Aufruf wurde in allen Synagogen unter allgemeiner Begeisterung verlesen unu unverzüglich ist an die Organisierung der Aktion geschritten worden. Einen ganz besonder,•11 Erfofg hatte die Geulahwoche in Wladiwostok, wo sie sich unter der Leitung «les Präsidenten der Zionistischen Orgamration, Hem» A, Soloweitschik und des Präsidenten d.r jüdischen Gemeinde, Herrn Zimmerinann, zu einer großen nationalen Demonstration gestaltet hat. Die Einnahmen «ler Geulahwoche ergaben einen Betrag von 6 Millionen Rubel außer der größeren Sammlung von wertvollen SchmuckgcgenstäiKien. Dem britischen Vertreter wurde eine Dankadresse namens der sibirischen Judcnheit an die englische Regierung überreicht. Die gesamt« sibi• rische russische Presse brachte attsführliclve Berichte über den Verlauf der Geulahwoche und be/cichnete sie als einen großen moralischen Erfolg für «kt3 jüdische unc englische Volk. Eine, lebhafte Tätigkeit entfaltete die zionistische Organisation für die Organisierung der Hilfe für «he jüdischen Kriegsgefangenen. Das amerikanische Joint Distribution Committee hat seinerzeit für di.3 •11 Zweck zwei Spezialdclegicrte nach Wladiwostok entsandt, die Herren Captain Sandelson und Dr. Rosenblatt, die gemeinsam mit der zionistischen Organisation diese scliwi.;• nge und kostspielige Aktion durclifiduten. Einem Tal der Gefangenen ist es leider bis heute noch nicht gelungen, nach ihren Heimatorten zuoickzukcluv«. Die zionistische Ortsgruppe in Charbin, die früher die größte in Sibirien war, befindet sich zurzeit in euvein sehr schlechten Zustande. Hauptsächlich ist «lies darauf zurückzuführen, daß der Vorsitzende, Herr l>r. Kaufmann, seit längerer Zeit zum Militärdienst nach Omsk einherufen wurde. Zurzeit seJiwvbcn zwischen «len Zionisten in Wla diwostok und am rinn Vcniaiw• lungen zwecks einer zionistischen Zentrale in Gharbta Die politische Lage der Juden in Wladiowxistok־ ist eine sehr unsichere. Die japanischen Behörden, d:c ine Macht über die Stadt besitzen, bemühen sich f'vj*r׳ «be Ordnung aufrecht zu erhalten. Auch «ler engU'«'״e Bevollmächtigte hat sich bereit erklärt, für die Steuerheit der jüdischen Bevölkerung einzutreten. Das htrWcrt aber gewisse russische reaktionäre Kreise nicht, euie ständige Pogromhetze zu entfalten. Zu welchen Mitteln dieses verbrecherische Treiben greift, läßt sdi aus folgenden Tatsachen ersehen. Letztens wurden 00 wu falsche halbe Rubelscheine in Umlaut gesetzt, die aut einer Seite die Inschrift 50״ Kopeken der Jüdischen Herrschaft“ tragen und auf der andern Seite nut 1»cn Worten: ״Tötet die Juden. Rettet Rußland!“ bedruckt sind. Der Verkehr zwischen den Zionistischen Organisahonen in Sibirien und dem Zentr.albuno in London ist kürzlich geregelt worden, 90 daß ein intensiver Kontakt zwischen den beiden Organisationen zu gewärtigen t»t.