Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 63-64 (10.9.1920)
- Date
- 1920-09-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 498 Ü.U׳ED1S0I1E □UNDSCHXU Nr. 63/64!»erlaufende Konsequenz, sich vollziehen; das Wesentliehe ist sie nicht. Sein eigentliches Wesen tritt immer klarer hervor: er ist der'Gott 'seelischer Kräfte. Dem Juden steht au der Wiege der Menschwerdung die Erkenntnis des Guten und Bösen; das hat er im ewigen Meisterwerk seines Schöpfungsmythos nicdcrgelcgt. Der Jude entdeckte (im wahrsten Sinne: entdeckte!) in der menschlichen Seele den Trieb zum Guten, zur Sittlichkeit. Nicht etwa, als ob nur er ihn besessen hatte! Aber er zuerst hat ihn als lebendige Kraft empfunden und harvorgezogen, hat ihn zum Richtweiser seines Lebens bestellt und hat den Kampf ׳!uni die Weltherrschaft der Sittlichkeit begonnen. Beherrscht von diesem Triebe, sicht er die ganze Welt unter dem Gesichtspunkt des Wertes und der Entwicklung. Einen Trieb haben wir diese Urkraft der Seele genannt. Denn nicht aus folgerichtigem klaren Denken, sondern im Zwang vnd unter ,da־ Schwelle der Bewußtbeit bricht er hervor. Diese Urkraft findet der Jude uii ei klär bar, einen Urgrund der Dinge, In sich vor. Er weiß kein Woher, aber er weiß ein Wohin: zur Höhe! Und darum nennt er diese sittliehe Urkraft Gott. Ein solcher Gott, der Gott Israels, steht in einem ganz anders lebendigen und von den stärksten Gefühlen durchpulsten Zusammenhänge mit der Seele des Menschen. Ströme der Kraft fließen herab, Flammen inbrünstigen Wollcns schlagen hinauf. Mehr und mehr wird es im Ablauf der Jahrhunderte des antiken Judentums zur Aufgabe, diesem Ideal der Sittlichkeit näher zu kommen. Denn nur ein solcher, nicht aus der Natur, sondern aus der Seele begriffener Gott kann Ideal und Vorbild sein, nur Er kann fordern. Und so begreift es sich auch, daß pur auf dem Bode!» Palästinas erstmalig jene innige unmittelbare Verbindung zwischen Gott und Mensch erstehen konnte, welche die höchsten Formen religiöser Hingebung begleitet und Frömmigkeit genannt wird. Verstehen wir nicht jetzt erst recht des Jercmia tiefes Wort? ״Er schaffte Recht den Armen und Schwachen: heißt das nicht mich erkennen? spricht Gott.“ Mau hat oft vom ״ethischen Monotheismus“ Israels gesprochen, in dem Sinne, daß aus der Idee des Einen Gottes die jüdische Sittlichkeit abgeleitet ist. Dieser Gedanke bedarf jetzt einer neuen Fassung. Hiernach wäre das Prinzip der jüdischen Ethik aus metaphysisehen Fernen heraufgeholt; es wäre, wie Margarete Susman es schön ausdrückt, ein Feuer, das diese Welt erleuchtet, aber aus jener stammt. Aber die Idee der Gotteseinheit hat garnicht aus sich heraus das Sittlich- Gute als Folgerung. Wäre sie das Primäre und die Würzet der Idee des Guten, so müßte das Gute einzig an!Je gebunden sein und wäre bei Vielgötterei undenkbar. Diese hochmütige Anschauung hat im Judentum nie bestanden. Auch die Existenz des Bösen wäre bei einem allmächtigen Gott, der zugleich primäre Ursache des Guten ist, undenkbar. — Die Dinge liegen in Wahrheit umgekehrt. Das Primäre, Erste, die ethische Ursache, ist beim Juden der ethische Trieb. Er ist Naturtatsachc. Seine unerklärbare, aber wesenhafte Einheit kann nur den einzigen Gott ertragen. Darum erscheint, was anderen Völkern die Natur vergöttlichte, ihre Belebung mit Göttern, dem antiken Juden und zumal seinem vollkommensten Typus, dem Propheten, als ungeheurer Frevel am Heiligsten,-gleichbedeutend mit Un- Sittlichkeit und Unrecht. Nicht ist seine Ethik vom Himmel auf die Erdo gepflanzt, sondern sein Gott ist von der Erde an den Himmel gesetzt. So wird ilun das Gute — Nachahmung der Gottheit, das Böse — Abfall von Gott. — Es ist also nicht richtig, zu sagen, der Gott Israels sei vermenschlicht (wenigstens ist dies nicht das Wesentliche); vielmehr ist das menschliehe sittliche Tun vergöttlicht. Den klarsten Ausdruck dieses Sachverhaltes finden wir, wenn ,wir uns die Frage vorlegen, wie der Prophet den Begriff ״Sittlichkeit“ oder ״Ethik“ wiedergibt, für den er naturgemäß kein begriffliches Kunstwort besitzt. Er nennt die menschliche Sittlichkeit: Weg Gottes! (5, 4, 5; 6, 16; 7, 23 u. a.). Der Weg Gottes ist nicht der Weg, den Gott geht, sondern der Weg, den die Menschen zu gehen haben; vielleicht auch kann man sagen: der Weg zu Gott, als der obersten Idee der Sittlichkeit. Er ist der ״gebahnte“, der ״grade“ Weg, im Gegensatz zu der» ungebahnten, krummen, dunklen Wegen des Bösen, .auf denen der Mensch strauchelt (18, 15; 23, 12.) I her, Im (ichfeit Kein ih r jiiili'u'hru Wclt.'iiiffai'tmig, liegt aucli die Lösung des Geheimnisses, wie Propheten» möglich sind, und warum sie nur im jüdischen Volk möglich waren. Gottesidee und Prophet wachsen aus der gleichen Wurzel, strö* men aus der gleichen Quelle: aus dem sittlichen Drange, der in diesem besonderen kleinen Volke in stürmischer Kraft hervorbrechend alle anderen Seiten des geistigen Lebens fast zurückdrängte oder wenigstens in seinen Dienst zwang. Hier liegt int letzten Grunde, wie schon gezeigt, die Quelle der prophetischen Inspiration. Die genialsten, in höchster Aussschüeülichkeit diesen Drang verkörpernden Propheten stehen dem Gott, der die adäquate Idee dieses Volkes ist, in der Tat am nächsten. Und darum können sie mit dem höchsten Recht, das die lebendige Erfassung einer inneren Wahrheit verleiht, ihre Inspiration als göttlich, sich selbst als den Mund Gottes, ihre Forderungen als den Willen Gottes empfinden. Die sittliehe Gewalt, die sie treibt, ist Gott So schließt sich der Ring. De Propheten sind Mittler zwischen Himmel und Erde, schärfer gesagt: zwischen dem Gott ihres Volkes und dem Leben ihres Volkes. Assimilation und nationale Bewegung Von S. Duibnow*). 111 engem Zusammenhänge mit dem zwiespältigen äußeren Prozeß der Emanzipation und Reaktion befindet sich der zwiespältige innere Prozeß der Assimilation und der Nationalisierung. Unter Assimilation versteht man entweder das natnxnotwcndigc VeriKchlnngciiwcrtlcn des Juden von der Kultur der lierr• sehenden Umgebung, das zu der Einbuße des jüdischen, national-kulturellen Typus führt, oder auch das formelle Vcrzichtlcistcn des Juden auf seine von der Religiosität als solcher unabhängige nationale Eigenart und das Anigcgliedertwcrdcn an die herrschende Nation in jedem einzelnen Lande. Dieser Entnationalisierung liegen zwei ,verschiedenartige Triebfedern zugrunde — die h u m a - ,n 11 ä r e.. .und die utilitäre. Die erste ist in der jüdischen Geschichte nicht neu. Unter dem Einflüsse ') Aus dem soeben im ״Jüdischen Verlag“, Berlin, in deutscher Sprache erstmalig erschienenen zweiten Band der ״Neuesten Geschichte des jüdischen Volkes". großer weltumspannender Kulturbcwcgungen entfaltete zu verschiedenen Zeiten die zentrifugale Tendenz in gewissen Schichten der Judcnhcit eine intensivere Euergic als die zentripetale, die Hinneigung zu der ״alb gemein-menschlichen“ Kultur der Peripherie überwog die zur urwüchsigen nationalen Kultur. So war cs in Palästina in der Zeit der Vorherrschaft der phöriizischen und dann der assyrisch-babylonischer» Kultur, so war ׳es in ganz Vorderasien und Aegypten unter der lierrschaft der griechisch-römischen Kultur, so war cs auch ü» der Zeit der arabischen Renaissance im Orient u!1J i!1 Spanien. Die westliche Judcnhcit, die jahrhundertelang ein vollständig in sich abgeschlossenes Dasein führte, konnte der europäischen aufklärerischen Bewegung des -18. Jahrhunderts und dessen kosmopolitischer Ideologie nicht widerstehen. Die Epoche Mcndelsohns und die der französischen Revolution entwickelten in den oberer» Schichten der jüdischen Gesellschaft eine ungeheuere Zentrifugale Kraft. Ihr Losungswort lautete: Vom Nationalen zum Allgemein-Menschlichen. Es begann der Prozc-ß des Ansehi1K-.es der Juden au «Ile westlich.־ K11U111. ,Da es aber im Westen in der Wirklichkeit gar keine eigentliche Kultur gab, sondern immer nur eine deutsche otier französische und überhaupt eine solche, die dieses oder jenes nationale Gepräge je nach dem Typus der;Sprache, der Schule und der Literatur der herrschenden Nation trug, so machten sich auch die verschiedenen Gruppen des jüdischen Volkes in jedem Lande faktisch die entsprechende nationale Kultur zu eigen, das ist sie verschmolzen mit den Franzosen, den Deutschen usw. Die humanistische Bewegung artete in der» Verzicht auf die jüdische Nationalität zugunsten der fremden Kultur des gegebenen Landes oder der gegebenen Provimz aus. Wäre nun diese natürliche zentrifugale Bewegung (bei der unnatürlichen Lage des jüdischen Volkes in der Diaspora) sich selber überlassen geblieben, so wäre sie mit der Zeit durch die normale Gegenwirkung ihrer Nebenbuhlerin in Schach gehalten worden; «1er verdcrblichc Prozeß der Assimilation wäre in den dichter» Massen des Volkes auf die alte elementare Tendenz nach dem Nationalen hin gestoßen. Aber hier kamen zu den humanitären Beweggründen solche utilitärcr Natur hinzu. In das Ringen um die Emanzipation wurde auch die Assimilation mit hineingezogen und diente als Kampfes- Josung. Die christlichen Gegner der Emanzipation suchten nachzuweisen, daß die Gleichberechtigung unmöglich einer abgesonderten Menschengruppe mit allen Merkmalen einer selbständigen Nationalität verliehen werden könne. Das Argument des Abbe Maurice in der berühmten Sitzung der Nationalversammlung im Dezember 17SQ: ״Das Wort Jude ist nicht der Name einer Sekte, sondern der einer Nation“ wurde von den Gegnern der Emanzipation im Verlaufe des ganzen 19. Jahrhunderts in allen Ländern ausgenutzt. Darauf erwiderten «lie Verfechter der ilmanzlpatton mit den eliuraktertsUsetieu Worten des Clermont-Tonncrrc in derselben Sitzung: ״Den Juden als Nation ist alles zu verweigern, den Juden als Menschen ist alles zu gewähren.“ Nach langwierigem Kampfe trugen die Verfechter der Enianzipation den Sieg da.von: die bürgerliche Gleichberechtigung wurde den Juden in der Annahme gewährt, daß sie in dem gegebenen Lande keine nationale, sondem eine religiöse Gruppe innerhalb «ler herrschenden Nation bilden würden. Als Napoleon I. bereits nach dein Erlasse des Emanzipationsaktes im Jahre 1791 über das Verhalten der Juden selber zu 1lics1־r Frage in Zweifel geriet, ließ er in Paris eine Verwird darüber hinaus in der Lage sein, jedes verlangte Buch sowohl jüdischen wie nichtjüdischen Inhalts, auch wissenschaftliche Literatur aller Gebiete, auf schnellstem und zuverlässigstem Wege zit liefern. Die Errichtung einer besonderen Auslieferungsstelle in Leipzig und die bereits gesicherten Vertretungen im Ausland, leisten Gewähr für prompteste Beschaffung aller Erscheinungen des Buch* und Kunsthandcls, Es ist selbstverständlich, daß «1er zionistischen, hebräischen, jiddischen und Palästina- I itcratur lies« liniere Aufmerksamkeit /ugewaudt wird, Um allen Buchinteressentcn fachmännischen Rat erteilen zu können, hat die Gesellschaft eine bibliographische Auskunfts •und literarische Beratungsstelle eingerichtet, die jedermann auf Anfrage kostenlos berät. Ueberdles wird ab 1. Dezember eine bibliographische Monatsschrift, die ״E w c r“- Z c i t s c h r i f t, erscheinen, die außer einer allgemeinen Information über wesentliche Neu• crscheinungen kurze Essais, literarische Selbstanzeigen und Belletristik namhafter Autoren enthalten wird. Vorabdrucke aus Neuerscheinungen werden größtenteils int Originalsatzspiegel wiedergegeben werden und damit nicht nur den Inhalt, sondern auch das Bild des angekündigten Buches vermitteln. Die Zeitschrift w״J kostenfrei abgegeben. Es bedarf nur einer Ptrstkarfe mit genauer Adresse an die ״E\ver“-Gesellschah, Bcr' lin NW. 7, Dorothcenstr. 35. In den Rahmen der ״Ewcr"-Gese!lsehaft gehören endlich die ״Ewcr“-Bud111a11«llungen, vor» denen «'ine bereits in Berlin bestellt, während die Errichtung weiterer geplant und teilweise schon in Angriff genommen ist. Die ״Ewcr“-Buchhandlung, Berlin W. 15, Knesebeck- Straße 54/55, hat bekanntlich ein reichhaltiges Lager in allen jüdischen Büchern und darüber hinaus an allgcmeinen, wissenschaftlichen, literarischen und künstlerisehen Erscheinungen des Buchhandels. Nach ihrem Muster werden die Neugründungen vorgcitommct» werden. Geschäftsführung und Lektorat des Jüdischen Verlags und Weltverlags besteht aus den Herren: Dr. Martin Buber, Dr. Victor Jacobson, Dr. Gustav Krojanker und Alwin Löwenthal. Die Geschäftsführung der ״Ewer“-Gcsellschaft liegt den Herren Dr. Victor Jacobson und Alwin Löwentrial ob. Die ״Ewer“־B11chhandlung in Berlin wird von Herrn Dr. Ahron Eliasberg geleitet. Alle fünf Herren bilden ein gemeinsames Direk* torium, dem das Gcsamtunterriehmen untersteht. insofern eine Beachtung zu ׳wünschen ist, als in ihr der Versuch gemacht wurde, das Leben einer jüdischen Großstadt zu schildern, wie sie auf der ganzen Welt nur eit» einziges Mal vorhanden gewesen ist. Da der Schreiber dieser Zeilen einer der ganz wenigen wcstcuropäischen Juden ist, die längere Zeit in Saloniki gelebt haben, so darf wenigstens• um des Stoffes willen gesagt werden, daß dieses Buch einen besonders interessanteri Beitrag zur (Jesdiichte des jüdischen Lebens jüngster Vergangenheit darstdlt. Bedauerlich sind die hohen Preise, die es der Jugend sehr schwer machen, sielt diese Bücher selbst anzuschaffen. Sic kosten, je nach dem Umfang, 3,50—7,50 M. (Vorzugsausgabe 5.— bis 10.— M.). Um so dringender ist zu wünschen, daß die Erwachsen(■!, jede Gelegenheit benutzen, tun die .,jüdischen Jugendbücher“ zu verbreiten. * 1 * * < . Z, Klötzel. Neuorganisation im jüdische» Verlagswesen (Vereinigung des Jüdischen Verlags und des Weltverlags.) Auf dem Gebiete der jüdisch t :!egerischen und buchhändlerischen Tätigkeit sind Veränderungen vor sich gegangen, die anstreben, der neuen Situation des Judentums und seinen um ein Vielfaches ^-steigerten kulturcllen Aufgaben in vollem Maße ׳ין• echt zu werden. Ein Verlag, der heute noch mit Recht ״d e r“ Jüdis che Verlag genannt sein will, muß s:iue Ziele weiter stecken und seine Basis breiter gründen, als es früher nötig und möglich war. Er muß das Zentrum des gesamten jüdischen Geisteslebens «'er Diaspora sein; er hat die Vermittlerrolle zwischen Palästina und den Galuthländcrn ebenso wie zwischen Ost- und Westjudentum zu übernehmen. Neben dem deutschen Buch, das alle jüdischen Probleme der Gegenwart behandelt ־und uns aas alte Schrifttum aufs neue erschließt, hat er seine Aufmerksamkeit entscheidend der literarischen Produktion in unserer nationalen Sprache und den unserem Verctändnis besonders nahen Sprachen zuzuwenden. Die Erkenntnis diese!“Notwendigkeit hat zu Schritten (*führt, «lie einem umfassenden unternehmen dieser Art die notwendigen Voraussetzungen durch die Gewinnung geeigneter Persönlichkeiten und die Schaffung einer entsprechenden finanziellen Basis gegeben haben. Notwendig erwies sich zunächst die Vereinigung des ״Jüdischer» Verlags“ mit dem ״Wcltverlag“, der sich in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit eine beachtliche Stellung in unserer Bewegung errungen hatte. Statt zweier konkurrierender Unternehmungen haben wir jetzt eigentlich nur noch e i n Unternehmen, das eine doppelte Firmenbezeichnung nur aufrecht erhält, um unter sich wie nach nnlteii schic Tätij'kcitsj'ebivte sichtbar abzugrenzen. Innerhalb des dem Jüdischen Verlag gesetzten umfassenden Rahmens, wie wir ihn eben Umrissen haben, soll der Weltvcrlag nämlich vorwiegend die gegenwärtigen iiidisch-literarischcn Leistungen in den Ländern «jer Diaspora, besonders im deutschen Sprachgebiet, durch Heranziehung möglichst aller bewußt jüdischen Autoren als geistiges Eigentum des jüdischen Volkes kenntlich machen und außerdem das grolle Gebiet der sozialen Probleme, das für uns von besonderem Interesse ist, in weitgehendem Maße berücksichtigen. Beide Verlage haben in der Person von Martin B über eine «»berste literarische Leitung gewonnen, durch die für eine wertvolle und gediegene Produktion Gewähr geleistet wird. Besondere Erwartungen sind an die hebräische Abteilurig des Jüdischen Verlags zu knüpfen, die von Jakob Klatzkin geleitet wird. Ein Beirat von hervorragenden hebräischen Schriftstellern ist in Bildung begriffen, und jetzt schon kann Ach ad H aa m als Mitarbeiter genannt werden. Das hebräische Programin des Verlags sieht die Herausgabe klassischer Werke unseres Schrifttums, die Schäftung wertvoller Lehr- und Lesebücher und die Pflege rieuhebräisdicr Belletristik vor. Dein Jiddischen wird — vorwiegend seitens des Weltverlags ׳— durch Uebersetzung bedeutsamer Erscheinungen der Weltliteratur ins Jiddische Rechnung getragen. Die vereinigten Verlage würden die große Aufgabe, die sic sich gesetzt haben, nur unvollkommen erfüllen, wenn sie nicht gleichzeitig um die Schaffung einer entsprechenden Vertriebsorganisation bemüht gewesen wären. Die Grundlage zu einem solchen gutorganisierten Vertrieb innerhalb und außerhalb Deutschlands habet» die beiden Verlage durch die Begründung der ״Ewer4‘- Gesellschaft m. b. H. für Buch- und Kunsthandel gelegt. Diese Gesellschaft, zunächst bestrebt, die Produktion der vereinigten Verlage überallhin zu verbreiten,