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Jüdische Rundschau · 1920-09-07 · Heft 62 (7.9.1920) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 62 (7.9.1920)
Date
1920-09-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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/ Nr. 02 J U E D I S C H E RUNDSCHAU Seite 4S5 .Fraktionsi »«* •t Von Luise Treu׳, Mannheim. lim! erstenmal wurde ein zionistiarher Delegiertenlai! vom Fraktkmswescn beherrscht. Die Tatsache Et ilie Folge einer Entwicklung, aui die wir stolz. sein kdimen. Seit der Emanzipation war man ihm traungen Anblick gewohnt, dali jede neue GcdankciiweUe ein Stuck klcen- und tatendurstiger jüdischer Jugend an fremde Gestade tru«; das Bekenntnis /um jüdischen Volk hat uns den festen Halt gegeben, und die grolle l;ebcrschwc1mmmg, .die "־ir erleben, .hilft jet/t dazu, den T111/1• •p:m-n<l«tte Weg Um der eigenem Kandidaten willen iniumt jede KielHunjj aueii solche Persönlichkeiten, in *saut, gegen» die sie sieh sonst ia zeitraubenden Debatten weinen würde. Dali jede 1׳r.tktkm jeden ihr zukonuuviv- 1 lat/, besetzt, aueii wenn das KräCtcverliiiltnis im nicht der Zahl der geeigneten Persönlich- K 1*11011 entspricht, mag als die unvermeidliche Schwäche, die jeder menschlichen Einrichtung anhaftet, hin-;,,eiKumneii werden. Wichtiger ist, dal! bedeutende 1 eisiiiilichkeiteii, die entweder gar keiner Traktion an- ׳reu oder sieh innerhalb ihrer Gruppe keiner Heerfreuen (man, denke in der deutschen Politik :ein itebtileit dail das jüdische Leben neue Frucht bringt. Alle Zcitfrai’cn, seien sie religiöser, kuituieller, so/in.er oder wirtschaftlicher Natur, haben neuerdings ihre jüdische Fiirm, ihre״ jüdischen Gegenstand. Der Zionismus ist keine abstrakte Idee, kein bloßes Ideal mehr, er hat *ich bereits manifestiert, hat bereits etwas;.;esclmüen. Eine Geschichte der Gegenwart, die von diesem Anfangslitadium der Wiedergeburt •des jüdischen Volkes nicht spräche, müllte Wesentliches unbeachtet und unerklärt lassen. jedem Zionisten muH das /tun Bewußtsein kommen. Die Zeiten, in denen man irgeiuhvcii /um Delegiertent.ig schicken konnte, in der Vorstellung, dal! ja doch alle von demselben idealistischen Impuls beseelt seien, sind endgültig vorbei. Heute heißt es innerhalb des Zionismus aus dieser oder jener Grundauffassuiig heraus Stellung nehmen, wie das bisher eigentlich nur vom Misraehi tttid dem Poale-Zion geschah; denn der Gegensat/ /.wischen ״politischem“ und ״praktischem‘' Zitmismns rührte, in Deutschland wenigstens, niemals an tiefe Gegensätze der Lebensauffassung, wie sie sich in der I raktioiisbildung des letzten Delegiertcntagcs kundtaten. Nun muß man sich klar darüber sein, dali der Zusammenschluß von Traktionen nicht nur Ausdruck einer Entwicklung ist, sondern selbst wieder großen Tinfluß auf die weitere Entwicklung haben wird. Nach einer Seite bin habe ich diese Beeinflussung bereit» ,uigedcutet, nämlich die des Wählers. Dali die Zusa.11 nienset/uiig des letzten Delegiertcntagcs keinen fehlerlosen Rückschluß auf die Stimmungen im deutsehen Zionismus-gestattete, ist ein offenes Geheimnis; sicher haben viele Ortsgruppen einen Schlag empfunden, der sie a.ufrütteln und ihnen die Bedeutung eine» Wahlakts, den man bisher mehr als Formsache btliandcit hat, deutlich machen wird. Sieber werden außerdem auch manche Delegierte das iiädistcmal ihr Rüstzeug besser putzen, um sich keine Blößen der Uneingeweihtheit zu geben, und es wird eine an Zahl vielleicht kleinere, aber an geistiger Konzentration stärkere Ver- Sammlung geben. Eine Gefahr aber bietet die neue Lage, die man gar nicht z.u groß einschätzeiv und der mau nicht zu sorgsam ausweichen kann: das ist die Gefahr der Entfremdung innerhalb der zionistischen Bewegung. Wie ein warnendes Menetekel stellt das geistlose und ge-!lässige Parteigetricbo in den Parlamenten vor uns. Was 11.r jeden Staat ein fressender Krebsschäden ist, wäre für den Zionismus ein tödlicher. Wir dürfen uns auf keinen Fall das Gefühl der Willenseinheit du ich das Gefühl der verschiedenartigen Auffassung verbauen und zerreißen lassen. Mit Absicht setze ich zweimal: das Gefühl, denn logisch läßt sich die Größe dieser Gefahr gar nicht begründen; man muß das Parteileben beobachtet haben, um sie ganz, ermessen zu können. Eine Parte» ist ein Organismus, der sehr rasch gar keines geistigen Bandes mehr bedarf, sondern in sich zusannnenhält. Je lebendiger sie zu Beginn war, desto rascher kommt sie in dieses Stadium. Lin Gegensatz z.u anderen Parteien oder Persönlichkeiten, der irgendwann irgendwie entstand, wird zur Ueberliefcrung und wirkt ,bestimmend, wo er gar nichts zu sagen haben sollte. Alle Wärme der (jesumuugs- Gemeinschaft wird von der Hartei absorbiert, freundlieber oder gar freundschaftlicher Verkehr mit Mitgliedern anderer Parteien stempelt zum Parteigenossen zweiten Ranges; Mißverständnisse wachsen infolgedessen riesengroß auf und werden nie ausgesprochen, nie erkannt und beseitigt. Eine Fraktion soll ein möglichst starkes und mögliehst schlagfertiges Instrument sein; daß eine andere Auffassung praktisch haltbar ist, wurde bisher noch nicht bewiesen. ״Wer das Kreuz in der Hand hat, segnet sieh", ist ein zwar sehr unjüdisches Sprichwort, das aber durch den Verlauf des letzten Delegicrtcutagcs nicht widerlegt worden ist. Das Gesamt- Interesse widerspricht hier aber dem Interesse, das jede einzelne Partei für sieh hat. Dieses verlangt eine fest geschlossene Stunntruppe,' jenes einen loses» Znsamuicnschluß vier Gesinnungsgenossen, der das persoiiliche Verantwortungsgefühl nicht einschlafert. Dieses neigt dazu, Parteilosigkeit in Verruf zu bringen; jenes hat Vorteil davon, wenn der Anschluß an eine Partei recht gewissenhaft erwogen wird und wenn wenig Neigung bestellt, sich ihr mit Haut und Haaren zu verschreiben. Die Auffassung, mit der auf dem Delegiertentag einmal Stimmung dafür gemacht wurde, die Fraktionsloscn bei Vergebung von Aemtern zu übergehen: ״Hier sind doch lauter unterrichtete Zionisten, die wissen, welcher ■Fraktion sie sich anzuseliließen haben", darf auch in Zukunft niemals durchdringen. Der nächste Delegierten(»{? wird eine den veränderten Verhältnissen entsprechende, neue Geschäftsvitdming zu beschließen, haben. An ihr wird es liegen, oh wir in unseren Fraktionen Gesinnuogsgememschnften haben, die sich durch den ihnen innewohnenden Geist, durch die Güte ihrer Argumente ihren Einfluß immer wieder ■*erobern,. oder Parteien im üblichen Sinne des Wortes. Das wichtigste Mittel, letzteres zu verhüten, erscheint mir, daß man den Schwerpunkt der Ent- Scheidungen nicht in die Fraktionen legt. Bei allen l'ersonenfragen, Kommlssionswahlcn u. dergl., ist allerding* die Aufstellung der Listen durch die Fraktionen je nach ihrer Starke der alferbequemste und zeitui den Demokraten Max Weber!), nicht übergangen werden. Die füll rer- und zusammenhanglose ״Traktion der Fraktionslosen“ bietet da nicht genug (jewähr. Liuige Persönlichkeiten, die tief in der Bewegung verwurzelt sind und allgemeines Vertrauen ge nie Bei», sind bei jeder Tagung anwesend. Aus solchen konnte gleich zu Beginn eine V e r t r a u e 1» s k o m m i s s 1 o 1» gebildet werden, die ■ Vorschlags-, je nachdem sogar Berufungsrccht erhält. Vielleicht könnte man ihnen sogar, so ungewohnt dies ist, das Recht einrautnen, sämtlichen Frnktionsnitzungen, natürlich als Gast, beizmvohnen, um auf diese Weise einen Ueberbbck zu gewinnen, wie ihn sonst־ niemand besitzen kann. Bei bestimmte!! Situationen würde dann ihr׳ Vorschlag ein Urteil von übcrfraktionelletn Gewicht bedeuten. Die Verschwiegenheit! die man den Mitgliedern dieser Kommission Zutrauen müßte, bringt jeder Geistliche, jeder Arzt und jeder anständige Journalist in seiner Berufstiifigkeit ,auf. Abstimmungen, seien sie persönlichen, seien sie sachlichen Inhalts, unter Fraktionszwang müßten geschüft •,ordnungsmäßig für ungültig erklärt werden. Ab- Stimmungen, die nicht durch Mnndaufheben erledigt werden können, sollten prinzipiell geheim sein. Das dauert bei guter Organisation nicht länger als irgendeine andere Form und verhindert persönliche Ver- Stimmungen. Dies sind naturgemäß nur einige herausgegriffene Vorschläge. Eine in diesem Sinne systematisch durchgearbeitete Geschäftsordnung würde den Rahmen eiites Artikels sprengen und setzte Unterlagen voraus, die ich nicht besitze. Die vorgeschlagenen Mittel gebe ich sofort preis, wenn ihre Unzweckmäßigkeit nachgcwicscn wird oder wenn ein anderer bessere weiß; wenn nur die neue Verfassung, die wir unseren Tagungen zu geben haben, dem angestrebten Ziel entspricht. Aus der Zionistischen Organisation Argentinien. Der Beschluß der *Argcntinischeu Zionistischen Organisation, für den Wiederaufbau von Palästina eine Summe von einer halben Million Pesos zu beschaffen, hat in der gesamten argentinischen Judenbeit den größten Anklang gefunden. Von zahlreichen zionistischen und allgemein jüdischen Gesellschaften treffen zustimmende Kundgebungen ein mit der feicrliehen Erklärung, alles aufzttbieteu, um den Erfolg der Campagne zu sichern. Im Büro der Organisation in Buenos Aires herrscht lebhafte Bewegung. Allabend lieh versammeln sich dort zahlreiche Vertreter der verschicdencn Organisationen, um gemeinsam den Arbeitsplan fcstzusct/cn. Eine lebhafte Arbeit entfaltet bcsonders die SUideiitenkoimnissioi». Die erste Vcrsanunlung des Vereins ״Dorshe Zion", an der sieh außer den zionistischen Vertretern auch die ״Zei're-Zion" und die Vertreter mehrerer Gemeindeinstitutionen beteiligten, hatten einen bedeutenden Erfolg. Der Vorsitzende der Federation, Herr J o s se 1 o w i t s ch , erklärte in einer Ansprache die Bedeutung des Momentes und der grollen Aufgaben, vor denen das gesamte jüdische Volk jetzt stehe, Nach den Reden des Herrn Alberto Gerseh 11 iio ff und Herrn N. Gesang begann die Kollektion der Gehler für den Wiederaufbau von Pa lästinn. Sie ergab den Betrag von ■10 000 Pesos. Es wird erwartet, daß die halbe Million Campagne der argentinischen Zionisten in kurzx'r'Zeit mit vollem Erfolg durchgeführt sein wird. Bei der Exekutive der Zionistischen Organisation in London ist der Betrag von 12 000 £ aus Argentinien eingetroffen. Australien. Das Komitee der ״Zionist Society in Brisbane hat am 11. Juli eine Versammlung abge halten, in welcher die Neuwahl der Funktionäre vorge nominell wurde. Zu Vertretern der Zionist Society wurden gewählt die Herren I*. Frankel, A. Portrate, O. Samuel und zu Vertretern der ״Chiidrcn of Zion" die Herren Vaselewitzki, Merkin und Silverwater. Das׳ Komitee beschloß, demnächst eine Campagne zwecks Sammlung einer großen Summe für den Wiederaufbau Palästina in der jüdischen Gemeinde in Brisbane ein/uleiten. Sing n po re. Ende des Monats Juli hat eine Versammlung des Zionistischen Vereins stattgefunden zwecks Organisation einer Geldsammlung für den Wiederaufbau Palästinas. Herr J. Levy begrüßte die Versammlung und hielt eine ausführliche Ansprache über die Bedeutung des gegenwärtigen Zeitpunktes. In der Versammlung wurden 2000 Z gesammelt, die der Exekutive London überwiesen wurden. Die Sammlung wird weiter fortgesetzt. Schwei z. Das bei der letzten Konferenz der Schweizerischen Zionisten in St. Gallen gewählte Zentralkomitce hat sich wie folgt konstituiert: Dr. S. Brunschwig, Präsident; Jaques Marx, Vize-Präsident (zugleich Präsident des Schweizer Hauptbüros des J. N.-F); Abraham Hack, Kassierer; Dr. Edm. Wormser, Beisitzer; Dr. Michael Schabad, Sekretär. Die Achusa-Bcwcgung in Rumänien. 111 Braiia wurde eine Achusa-Vcreinigung begründet, welcher bis- 11er 40 Mitglieder mit einem Kapital von 600 000 Lei für den Bodenankauf in Palästina beigetreten sind. pgt Der Streit uni den jüdischen Stadtschulrat ln der Berliner Konuimnal-Verwalrung spielt süti zurzeit ein Streit ab, der von erheblichem prinzipiellem Interesse für uns ist. Die Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung von Groß-Berlin, dir »Irr unabhängigen sozialdemokratische» Partei angehürt, beabsichtigt, den Posten des Stadtschulrates, dem das gesamte Groß- Berliner Volkssdiulwescn unterstellt ist, mit der Person eines ihrer Parteigenossen, des Stadtverordneten Dr. Löwe 11s teil», zu besetzen. Gegen diese Absicht hat sich in dm,Kreisen der Elternbeiräte an den Volksschulen ein erheblicher Widerspruch erhoben, und in der Presse war in den letzten Tagen eine ganze Reihe von Protesten interessierter Elternverbünde zu lesen. Die Einwände, die man gegen die Wahl des Herrn Dr. Löwenstein zum Schulrat erhebt, bewegen sieh nach zwei Richtungen. Einmal sieht mau in ihm den Exponenten einer bestimmten politischen Richtung und verlangt im 1 iinblick auf den apolitischen Charakter des Schulwesens, daß der Verantwortliche Leiter desselben nach sachlichen Gesichtspunkten und nicht nach politischen gewählt werde. Erheblicher aber noch scheinen die Einwände zu sein, die sich gegen den Juden Dr. l.üwenstein richten. In all den angeführten Protesten ־ wird unterstrichen, daß in der Ernennung eines Juden für diesen Posten eine Herausforderung der gesamten christlichen Elternschaft zu erblicken sei. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß die Berliner Stadtverordnetenschaft formal berechtigt ist, jeden Beamtenposten, den sie zu vergeben hat, so zu besetzen, wie cs ihr am richtigsten scheint. Es ist auch selbstverständlich, daß die reaktionären Kreise diese Gelegenheit für eine antisemitische Propaganda weidlich ausnutzen, und daß in dieser Hinsicht für sie das politische Moment nicht weniger bedeutungsvoll ist, ab für die w>n ihnen angegriffenen Unabhängigen. Das kann aber nicht darüber hiuwegtäuschen, daß der Protest dagegen, daß Inan für den!*osten des Berliner Stadtschulrates einen jüdischen Kandidaten a.ufstellt, zweifellos starke innere Berechtigung hat. Kulturelie Fragen erfordern in ihrer Behandlung einen auderen Gesichtspunkt, als politische, und gerade von 1111• 6crcm Standpunkt verstehen wir es durchaus, wem» die überwältigende nichtjüdische Majorität der Elternschaft der Meinung ist, daß inan zuin Verweser des Groß- Berliner Schulwesens wohl noch einen Mann finden könnte, der selbst dam» ihrem Standpunkt besser gerecht werden könnte, wenn er ihn für seine Person auf das schroffste ablehnt. Damit ist im Voraus der Eimvatid erledigt, daß Herr Dr. Löwenstein aus dem Judentum ausgetreten und Dissident geworden sei. An diesem Beispiel zeigt sich einmal ganz, deutlich, Wie absolut falsch es ist, in der Schulfrage das religiöse Bekenntnis allein als ausschlaggebend zu betrachten. Derjenige Teil der Elternschaft, welcher die Opposition gegen Herrn Dir. Löwen st ei 11 nicht .ms politischem Antisemitismus, sondern aus empfindungsmäßiger Ueberzeugung treibt, wird durch die Tatsache, daß dieser Herr heutenicht mehr Jude ist, nicht dafür entschädigt, daß er niemals Christ war. Wir halten die Absicht, Herrn Dr. Löwen stein der Elternschaft als Stadtschulrat auf/iizwiiigen, für politisch verkehrt. Vor allem aber glauben wir, daß dem deutschen Judentum mit dieser Wahl ein sehr schlechter Dienst erwiesen wird. Hier handelt es sich nämlich unserer Anschauung nach ת ebt darum, einem Juden das ihm verfassungsmäßig zustelicnde Recht zu sichern, — »sie es im Falle Dr. Oskar Gahn-Helfferich der Fall war, — sondern darum, daß man in Fragen der Kultur und des Gewissens diejenigen Rücksichten übt, die für jeden billig denkenden Menschen allen politischen Erwägmigen übergeordnet sein sollten. Wir sind tief durchdrungen von der Bedeutung, welche die Schule für die Erziehung eines Volkes besitzt, und so wenig sich auf diesem Gebiete die einzelnen Fragen von vornherein prinzipiell entscheiden lassen, so sehr haben wir in diesem Falle Verständnis für die Erregung, die sich der Groß-Berliner Elternschaft bcmächtig! hat. Mit besonderer Deutlichkeit scheint uns aber diese Angelegenheit zu erweisen, wie unerläßlich die Fürderung ist, daß auch das jüdische Schulwesen in Deutschland nach jüdischen Gesichtspunkten geregelt wird. z\us demselben Prinzip der Anerkennung weitgehendster kulturelier Autonomie, das uns den Widerspruch gegen Herrn Dr. Löwen stein begreiflich macht, resultiert unsere Forderung nach der jüdischen Schule in Deutschland als einem unserer Karüinalansprüche. Wir glauben auch, daß, wenn einmal dieser Anspruch erfüllt sein wird, sich kaum noch die Gelegenheit zu einem Konflikt wie dem vorliegenden ergeben wird. Denn diejenigen jüdischen Männer und Frauen, deren innerer Drang und sachliche Eignung sie zu Leitern eines Schulwesens berufen erscheinen lassen, werden es dann nicht nötig hallen, den Widerspruch der anderen 11 erauszufordern*, weil sie ein hinreichendes jüdisches Feld für ihre Betätigung finden werden. C. Z. K. ySkjk״’ *i *w

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