Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 53 (6.8.1920)
- Date
- 1920-08-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 53 J UfiDISCHE RUNDSCHAU Seite 423 3., 11; in riiv י ich w, . viele wird. materiell interessiert sind. Her siehc 1 rי!ie 1 irv;יx; Rat süßte folgendermaßen /usmiiinengoset/( sein: :) Vertreter des Gesellxcltaftskapituls, 1 Vertreter der Werkarbeiterschaft, 1 Vertreter der Laiv.lesnrbeiler-Organisaiionen (Achduth Hanworinh), 1 Vertreter uer Gesamtheit der pnlästiitcnsischcu Juden (Wand llasmaui) und 1 Vertreter der Zionistischen Weltorganisation. Auf diese Weise dai Ilten wir das öffentliche Interesse genügen■•! /.u wahren, ohne einem Klasseninteresw' das Uehergcwichi zu ':eben. Leider sind diese Anregungen vom derzeitigen Aufsicht■;- rate der Gesellschaft mit der Begründung vorerst abgelehnt worden, daß cs zurzeit nicht möglich erscheine, größere Privatkapitalie» für ein derartig der öffentlichen Kontrolle unterstehendes Unternehmen zu gewinnen, d;t doch der privaae Kapitalist bei allem guten Willen und allem imeigeunüi/igcn zionistischen Interesse für den Aufbau Palästinas letzten Endes auf eien ^,llerrim U.-uisc-StamlptHikt“ nicht würde verzichten wollen. Ich hin der Meimi-ng, daß diese Befürchtung zumindest übertrieben ist. Jedenfalls muß die Zionistische Organisatkm, und müssen vor allem wir jüdischen Bau׳■ teilte alles anwenücn, um dem jüdischen Kapital die absolute Notwendigkeit einer solchen öffentlichen Kontrolle gerade in dem so/ial so überragend wichtigen Bauwesen einfür allemal klar zu machen. Und sollte dies nicht ohne weiteres gelingen, was icli aber nach ׳ meinen bisherigen Erfahrungen auf diesem Gebiete doch durch.!»« aniH'hmen möchte, so gibt es schon Mittel und Wege, das Kapital dahin zu 'bringen. Denn die Bautätigkeit für das ncuztrschaffcitdc jüdische Palästina ist an itnd für sich ein gutes und sicheres Geschäft, wohl das beste und sicherste, das zurzeit in Palästina unternommen werden kann, da die Nachfrage enorm, das Angebot minimal ist. Das Kapital wird sich also gern diesem Geschäft zitwenden und tut das bereits heute in erheblichem Umfange, obwohl bisher mit der praktischen Arbeit infolge der politischen■ Unklarheit noch .nicht begonnen werden konnte. Wenn mm wir ludisclten Bauleute, und es sind ja leider noch nicht all/nviele, die hierfür in Betracht kommen, von vomherein geschlossen und einmütig erklären werden, daß wir unsere Tätigkeit nicht unkontrollierten, rein privaten Unternehmungen zur Verfügung zu stellen gedenken, a11׳ch wenn sic uns persönlich größere Vorteile als andere bieten sollten, so wäre das im Notfälle der Weg, um schweres Unheil für unser Land zu ver- 11 Indern oder im Keime zu ersticken. Und dies ist die eine, sozusagen die innere Front, an die ich die jüdischen Bauleute rufe. Die euergische Stellung iv a h m e g e g e n e i n e s c h r a 11 - kcahuc B a nverse 11a n d e 1 ti 11 g nnstres bisher noch ziemlich tt n b e f 1 e c kt e n L a n d c s d 11 ich die verderbt e «t B .1 u m anieren Euro- ין a s. Fine Stellungnahme, die heute nicht mehr auf dem Papier oder in der Gesin1m>ng sich dokumentiert, sottd e rn 11 i e b e i d e nt 1t tv m i 11 e l b a r bevorsteh e n d e n •Einsetzen einer umfassenden palästinensischen Bautätigkeit sich *«•fort praktisch zu bewähren hat. Die äußere Front ist der Kampf gegen die enormen technischen und organisatorischen Schwierigkeiten, die sich uns beim wirklichen Attfb.au Palästinas entgegenstellen. Hier gilt es, die besten technischen und künstlerisclten Kräfte aus unserer Mitte mit aller Energie zur schleimigen lieber wind 1mg dieser Hemmnisse an- /!:׳setzet». Wir sind berufen, aus einer Wüste einen blühenden Garten zu schaffen. Ich persönlich würde mich auch nicht int geringsten scheuen, die besten Fachleufe anderer Völker für unser gewaltiges Werk mit lveranzu/iehen, falls es sich heransstellen sollte, daß unsere eigenen Kräfte im allgemeinen oder für ein Spezialgebiet nicht ausreichet». So wird es umimgänglich not wendig sein, für L e h m bau w e i s'e n , die ja für unsere palästinensische Siedlung ganz besonders in Be- 1 rächt zu. kommen scheinen, hiesige erfahrene und bewährte ivichtjüdische Fachleute heranzuziehen. Worauf wtT praktisch in erster Linie zu drängen und immer wieder hin/ttweisen haben, ist der sot o r t i g e Beginn der p r a k t i s c h e n A r b e i t. Dazu ist zweierlei vorab nötig: Kapital und Arbeit. Wir mii.ssen, privatim ihkI von organisationswegen, immer wieder zur Investierung großer zionistischer und sonstiger;üdisclier Kapitalien für das palästinensische Bauwesen .auffordern mul die bestehenden Ballgesellschaften in jeder Weise in ihren Bestrebungen zur Verbreiterung ihrer .finanziellen Basis, zu unterstützen versuchen. Wir müssen überhaupt nunmehr endlich in der jüdischen Oeffeiltheb keil und in der Zionistischen Organisation deutlich sagen, daß die Zeit der bloßen ״Gesinnung“ vorüber und die der praktischen Anwendung gekommen ist Wir verlangen weniger Spenden und Opfer für das Heilige Land, as Idie Erkenntnis, daß man dort Gcschäfte tmichcn kann, darf und muß, — eine Erkenntnis, die in unseren zionistischen Kreisen leider nod: allzu•- wenig verbreitet ist infolge einer grundfalschen zioni- «Eschen Einstellung und Erziehung seit jeher. Und wir ־verlangen setbstvcrständlich, daß man dann aus dieser Erkenntnis die Konsequenzen ziehe, seine Sachen hier weitgehend liquidiere, hinüibergehc und sich Wirtschaftlieh beim Aufbau Palästinas betätige. Das wird uns mehr nutzen, wenn wir in zwei Jahren in Palästina eine mächtige jüdische Wirtschaftsfront geschaffen haben werden, als wenn wir mit noch so vielen Spenden und Organist!tionsbeiträgen lediglich unserer Stcuerpfücht genügt haben werden. Ich vertrete hier Forderungen, welche eigentlich Selbstverständlichkeiten sei* müßten, es aber durchaus noch nicht sind. Man denke doch nur an das eine Faktum, daß heute, wenn ich London richtig verstanden habe, knappe zwei Jahre vor dem Endte unseres Enlscheidungskampics tun unsere nationale Selbständigkeil, noch nicht eine einzige große Sied- 1 u n g s - oder industrielle V ntcr n e hm u » g für Palästina ganz fertig o d e r a u c b n tt r ganz vorbereitet ist, daß Woche um Woche, Moivat um Monat von der kostbaren Zeit verstreicht, ohne daß wir weiter kommen, daß heute die wenigen vorhandenen und einigermaßen vorbereiteten jüdischen Architekten, Ingenieure, Agronomen und industrielle״, welche für die erste Inangriffnahme der Arbeiten in Betracht koimncn, hier in Europa, zum Teil beschäftignngslos, herumlungern, statt längst systematisch für unser Werk angesetzt zu sein. All diese müssen ntm endlich hinüber und zwar sofort. Mittel und Wege mii.ssen gefunden werden, denn die Not des Landes und des Volkes drängt. Davis Trietsch proponiert. spätestens im September dieses Jahres eine große fachmännische Expedition zur Vorbereitung und zur ersten Inangriffnahntc des Aufbaues auszurasten, um so einerseits endlich einmal die geeigneten Menschen ins Land zu bringen und andererseits der jüdischen Welt zu zeigen, daß es mm endlich wirklich ernst wird mit der Verwirküchung des zionistischen Planes, Ich begrüße diesen Vorschlag als eine Tat und möchte dringend hoffen, daß ihm Verwirklichung bcschicdcn sei »nd er nicht ״Aktenmaterial־‘‘ bleibe. Trietsch weist auch seit langem darauf hin, daß seiner Ansicht nach die Hälfte unseres Aufbaukapitals vom Bauwesen in Anspruch geivommeu werden würde, und ich muß mich seiner Meinung ansdtliellen. Aber nicht nur der enorme quantitative Anteil des Bauwesens an unserer Kolonisation zwingt uns dazu, so energisch und ausführlich auf die Notwendigkeit seiner sofortigen Inangriffnahme hinzuweisen, sondern auch die Tatsache, daß es temporär das erste ist, was wir unternehmen müssen. Denn ohne ein Dach über dem Kopfe wird nicht ein einziger Siedler das Land bestellen, nicht eine einzige Industrie Arbeiter beschäftigen können. Den Leser, der sich über Einzelprobleme des hier angeschnittenen Themas eingehender unterrichten will, weise ich auf die bisher erschienenen Veröffentlichungen des ״Verbandes jüdischer Ingenieure für den technischen Aufbau Palästinas“ und auf meine der Londoner Leitung überreichte umfangreiche Denkschrift: ״Vom Bauen und Wohnen im neuen Palästina“ hin. Die kommunistischen Zeitungen und die Juden in Sowjetraßiand Vo-n Mose« ßcilitnon. Vor mir liegen die offiziellen Zeitungen (andere gibt es übrigens nicht) des SowjetnilHauds, ״Prawda“ und ״Iswcstia“, vom Oktober 1919 bis Ende• Juni 1920. Einige Nummern fehlen, es sind aber immerhin über -100. Da die jüdische Frage in Rußland immer eine der brennendsten war, und die Zeitungen ihr viel Platz eingeräumt haben, sollte man erwarten, daß es jetzt noch mehr der Fall sein ward, nachdem einerseits Rußlatio sich anschickt, alle ihre inneren Fragen zu lösen und andererseits durch das unerhörte Martyrium der Ostjuden uikI durch internationale Problemstellung, die Judenfrage an Bedeutung noch gewonnen bat. Die Erwartungen werden aber getäuscht: ״Prnwda“ und ״I sw es t in“ lassen über die Juden sehr wenig merken. Man kam! diesen Zeitungshaufen mit größter Aufmerksnmkeit durchlesen, man wird keine Anhaltspunkte für die Beurteilung des Lebens der jüdischen Massen werter in Großrußlaud noch in Ukraina finden. Mau weiß absolut nichts, weder von Einstellung der Juden der Sowjetregiming gegenüber, noch über die Stimmungen des russischen Volkes, noch über die ökonomische Rückwirkung des Bolschewismus auf die jüdische Wirt schalt, noch weniger über das inte nie Kulturleben der Juden. Ist die Judenfrage glücklich gelöst? Wenn mau die ebenso große Kargheit des Materials über die andere recht wichtige, richtiger gesagt - die wichtigste, russische Frage, über die Agrarfrage, zum Vergleich zieht, von welcher in diesen Zeitungen nur verlautet, daß. sie recht kompliziert und verwickelt erscheint, gewinnt mau eher den Eindruck, daß die bolschewikischen Zeitungsschreiber es überhaupt gerne vermeiden, über die Fragen zu berichten, die der Ikdschewismtis außerstande ist, zu lösen. Es fällt »och etwas anderes auf. Lassen wir die jüdische Nationall'nige beiseite. Es haben aber gerade in der Zeitspanne, welcher die Zeitungen angehören, in der Ukraina schrecklichste Pogrome staUgefumlen, die überdies von den politischen Gegnern der Bolscheulken, Petliura und Denikin, hervorgerufen wurden. Gegen diese Banditen führen die Zeitungen, wie es selbstverständlich ist, tagtäglich einen überaus scharfen Kampf, sie werfen ihnen alles Mögliche vor, sie erzählen aber nichts über Judenpogrome und über die antisemitische Tätigkeit der Weißen. Sie bringen den berüchtigten Artikel von Sdmlgin über den Terror, der in Kiew herrscht, lassen aber das Wort ״Juden“ weg, so daß der Leser gar nicht weiß, daß die Opfer dieses Terrors Juden waren; sie beschreiben die i\>grome in Pastow und Kiew und erwähnen dabei mit keinem Worte, daß es Judenpogrome waren. Erst viel ־später, als Dmiikin vollständig geschlagen wurde, erschien in ״Prawda" (Nr. 95, vom 5. 5.) eine halbspaltige Noti׳־ über die Judenmetzeleicn in Ukraina. Dasselbe Bild stellen die Nachrichten aus Polen dar, mit dessen Regierung die Bolschewiken au dt vor dem Kriege gar nicht höflich waren. Während Lutger Monate keine Erwähnung der Pogrome und der antisemitischen Hetze der Polen; nur in allerletzter Zeit, nachdem der Krieg schon begonnen hat, smti solche Nachrichten durchgekommen, ivn ganzen drei oiler vier kurze Telegramme. Recht dürftig sind auch die Nachrichten über die Bestrafung der antisemitiselten Propaganda in Rußland selbst; ich habe sie zweimal getroffen, einmal bezog sich die Sache aut einen Pogromversueh der Roten Garde und ein zweites Mal auf Bhitmarclienpropnganda der Geistlichen. Es ist wollt überflüssig״zu sagen, daß die bolschcwikischcu Zeitungsschreiber jüdischer Abstammung mit keinem Worte weder die Judenfrage noch die Pogrome berühren. Lim eine kleine Vorstellung von der Psychologie dieser Menschen zu geben, möchte ich nur erwähnen, daß Siumvieff einen Artikel über den polnisch-russischen Krieg folgendenitaßen schließt: ״Tod den polnischen Patten! Tod dem Christusverkäufer Peiliura! Dieser Ruf schallt immer lauter aus allen Ecken der Ukraina!'1״) ׳I u ־ westia", Nr. 117, vom '2. (>,, in* demselben Aufsatz abged ruckt in ״Pratvda“ fehlt schon das Wort ״Christusverkäufer"). Daß gerade Herr Radomysisky diesen Ruf auffangeit und weitertreiben sollte, ist doch von ganz besonderem Beigeschmack. Wohl gibt es einen Aufsatz über die Juden, ״Juden tutd Proletariat“ betitelt uml von einem der bedeutendste!» Kommunisten, N. Bucharm. verfaßt (״Prawda“, Nr. '25!?, vom 18. 11. 19). In einer ausgesucht popn- Liren Sprache schreibend, sucht er zu beweisen, daß die Komimtnisier» gar keine jüdische Partei bilden, wie es ihre Feinde behaupten. ״Die Feinde der Arbeiter, beginnt Btteharin, sprechen heute beständig mit einem Atem zwei Worte: ״Jude“ und ״Kommunist“ aus. Sie wollen die Sache so hinstellen, als ob die kommunistische Partei eine spezielle jüdische Partei wäre. , . Ist es wahr, daß unsere Partei eine besondere Protektion den Juden gewährt? Gewiß gibt es in Wirklichkeit nicht : desgleichen.‘‘ Dann kommt eine lange Auseinandersetzung über die Gleichheit aller Volker, über den jüdischen ׳ Bourgeois und jüdischen Proletarier, uml auch über besondere Fähigkeit der Juden für die Spekulation. ״Die : russischen Spekulanten hassen besonders die Juden auch deshalb, weil der jüdische Spekulant geschickter als der russische ist. Er ist ein geriebener Schurke, er : kann leicht den russischen Spekulanten betrügen . . “ j Nach einer Empfehlung, gegen alle Spekulanten Kampf l: zu führen und allen Arbeitern brüderliche Hilfe zu• leisten, schließt Bucha rin mit einem sehr charakteristisehen Satz, der fast wie Entschuldigung klingt: ״Wir können niemanden dafür verfolgen, daß er kein Russe* ist. Wir führen aber und werden führen, den Kampf gegen die Bürger aller Farben.“ Wenn man mir diesen Aufsatz mit dem Mangel au Nachrichten über das jüdische Lebet* und über das antisemitische Treiben von Denikin, Pctljura und in Polen, io Verbindung bringt, erlichen sieh viele Fragen, die vorläufig mangels des weiteren Materials nur Fragen bleiben sollen. Fehlen die Nachrichten deshalb, weil die Führer dem Kampf gegen ihre Feinde nicht einen pro-jüdischen Charakter gebet* wollen? Meinen sie, daß der Kampf damit an Popularität cingcbiißt hätte? Weshalb haben sie Angst davor, daß ihre Partei als jüdisch verschrien wird, wenn sogar Juden, die mir noch ein wenig Würdegefühl bewahrt halnm, es verschmähen. , diese Beschuldigung zu widerlegen? Weshalb fühlte Btteharin die Notwendigkeit der Verteidigung? Was geht in den russischen Volksmasseu den Juden gegenüber vor? Etwas mehr Aufschluß, wenn noch immer sehr dürftigen, geben die Zeitungen über das Parteilchen der jüdischen Sozialisten. Der ״Bund" hat eine, wohl schon bekannte, Entwicklung zum Kommunismus durchgemacht. Schon am siebenten allrussischen Sowjettage, am 5. 12. 19, hat Weinstein den Kongreß im Namen des Rundes begrüßt und dabei die prinzipielle Anerkennung der Sowjetmacht verkündet; allerdings ist auf diesem Kongreß Frau Frumkina, eine der besten hiimlistisihen Kräfte, noch mit einer Kritik der Sowjetmaßnahrnen (insbesondere was den roten Terror Ix•- trifft) aufgetreten. Mit der prinzipiellen Anerkennung hat sich aber der Bund nicht begnügt, ln 1״ s w e s t i a“ (Nr. 8!, 2. 1, 20) wird erzählt, daß die XII. Konferenz iles Bundes, die in Moskau vom 12. bis 19. 1׳. getagt hat. folgende Resolutionen angenommen hat: über den Austritt aus der russischen sozialdemokratischen Arbeiter- Partei (menschewikische), über den Eintritt in die russische kommunistische Partei, ״deren Programm auch das Programm des Bund wird, uml die die einzige Partei ist, welche auf dem festen Boden des revoluti••- nären Marxismus stellt und besser als alle anderen die Grundsätze der Arbeitcrdiktatur im Leben durchführt". Der Bund trat in die kommunistische Partei als eine autonome Nationalorganisation ein. Auf derselben Kon* deren/. wurde beschlossen, einen Aufruf an du» jüdische Proletariat der ganzen Welt zu erlassen, in welchem alle Parteien aufgefordert werden, in die III. Internationale eiivzutrctei*, um dort zu kämpfen, bis ״das rote Feuer der kommunistischen Fahne alle politischen Grenzen und alle nationalen Scheidewände verbrennen wird“. Es wurde außerdem beschlossen, mit den ״Vereinigten Sozialsten“ eine Einigung zu suchen. Da inzwischen die ״Vereinigten Sozialisten" dieselbe Entwicklung durdigemacht haben und eine analoge Einigungsresolutkm auf ihrer Konferenz in Honsei (28. •1. bis 2. 5.) angenommen haben, so hat! auch tatsächlieh eine vollständige Verschmelzung der beiden Par• teiei* in eine kommunistische Organisation stattgefundeu (״Iswestia“, Nr. 12(1, 12. <>.). Der Zentrabusschuß wurde von den Bundisten und den ״Vereinigten“ gebildet; in das Büro des Zcntralausschusses wurden Wein- «fein, Litwakoff, Frumkina, Lcwin um) Rasclikes gewählt Die neue Partei trägt den Namen ״Allgemeiner Jüdischer Arbeiterverband (Bund)“.