Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 53 (6.8.1920)
- Date
- 1920-08-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 424 Leber das getnUns.ime Leb:!» des liuad.-ä und der Kommunisten in administrativer und kultureller Hin- >.;<11(, (clileii A11׳ln(Jtspi1ttlst.!•, ebcumi über die I r-t;;v, ob die Ihinilistcn irgendeine Rolle in der allgemeinen Regierung und speziell 1111 jüdischen Kommissariat spielet». Es mangeln fast vollständig Nachrichten über die PoaJc-Zion. ״P rav da“ vom 6. 12. vermerkt, dali an dem siehetvten allrussischen Sowjettage die Vertreter von PonJe-Zkm als (iiiste anwesend waren; es ist aber über keine Begrüßung, überhaupt über keine Auspräche ihrerseits berichtet. Einiges gibt cs auch über den Zionismus, wobei aber dieselbe Dürftigkeit des Materials und diese 11k* Zurückhaltung aiiffiiüt keine Au'w'imindersrtzuiig, keine Polemik (ausgenommen einen l all, wovon weiter unten). In ״Pr au■ da“ (Nr. 2(>ü, 30 II, IQ) w'ird wohl ein antmonistischer Aufruf des ״Bundes“ abgedruckt, aber mit keinem Worte des Kommentars begleitet. Ebenso ganz sachlich werden die Nachrichten überdie Ent- Scheidung von San Remo und über die Verurteilung von JabotUisky (was doch ein geeignetes Thema für die aotizionistisehe Propaganda sein könnte) wiedergegeben. Her einzige Aufsatz über den Zionismus, oder richtiger über die russischen Zionisten, wurde in ״Iswcstia“ (Nr. 137, 23 ü. 20) unter dem Titel ״Einige Worte über die Zionisten“ abgedruckt; aber auch in diesem Artikel, der anläßlich der Verhaftung 11 er Mitglieder der letzten Moskauer Zioaistettkoitfcrenz. geschrieben wurde, vennillt man jede prinzipielle Auseinandersetzung. Der Verfasser (der bescheiden mit einem Buchstaben L. sich begnügt) will mir beweisen, daß dir Auflcrordentlichle Kommission reell 1 hatte, als sic die Zionisten verhaften liefJ, da diese wirklich ein politisch gefährliches Element bilden. Da der zionistische Zentral,׳iiisschull in Rullland in seiner 1 h-nkschrill au die Sovvjetregiemtig behanptet hat, dali ״die Zionistische Organisation niemals ihre internationale Neutralität und ihren aullerpartciischen Charakter verletzt hätte“, erinnert der Verfasser an folgendes: ״In dem Protokoll der Sitzung des Zentralansschusses vom '28. Oktober 1017 lesen wir: ״Auge-!Kimmen, die Zionistische Organisation nimmt einet! aktiven Anteil an der Opposition gegen die neue Macht. Der Zentralausschull delegiert M. Aleinikoff und J. Britzkus in das Komitee der Rettung des Vaterlandes mul der Revolution, in Eigenschaft der Vertreter der Zionistischen Organisation.•‘ Das ist dasselbe Komitee ׳der Rettung, das sich gegen die Sowjetmacht gebildet lut. Und diese Orientierung der Zionisten wurde später durch niemanden annulliert. Wie man aus der Einsicht in spätere Protokolle des Zentralatisschusses ersieht, bleibt es auf demselben Standpunkte . . Uebcrall, wo irgendein ״befreiender General“, sei es Koltschak, Judeutsch oder Deniktn, erschienen ist, begamnen die Zionisten sofort . . die Sowjetmacht zu beschmutzen und in ihrer Presse die Arbeit der Generäle zu erleichtern, f s brauchen nur ״Sibirischer Bote“ (Sihirskij Wjestn;k) oder da.s zionistische Organ in Kiew ״Weit“ erwähnt zu werden. Und aus der letzten Zeit, was will allein die Arbeit von W. Orofhnan in Amerika bedeuten, nachdem er aus Ukraina angekommen ist, und worin er sich bemüht, Denikiu zu verteidigen und die Sowjetmacht anznschwärzcn! Oder nehmen Sie das saftige Zitat aus demselben zionistischen Protokoll wiin 30, April 1018. Es wird das Verhältnis der Zionisten zu der jüdischen Abteilung des Votkskotnmissariats für Nationalitäten besprochen. Das Wort nimmt J. Bruzkus. Er sagt: ״Es ist überflüssig, daß die Zionistische Organisation in Verhandlungen mit der Sowjetmacht eiiitrete, besonders deshalb, weil wir in dieser Frage eher auf dem Standpunkt der englischen Oricntiertmg stehen . . .“ Nach ihm nimmt dat^ Wort A. Idelson. ״Vielleicht wäre es zweckmäßiger, um die Wirkung des Kommissariats unschädlich zu machen, unsere Leute dort eintreten zu lassen (selbstverständlich nicht im Namen der Partei), und es wird uns dann vielleicht gelingen, der Konfiskation der jüdischen Museen und Bibliotheken, der Verfolgung der jüdischen Bourgeoisie vorzubeugett . Weiter werden die Zionisten selbstverständlich beschuldigt, englische Kammerknechte geworden zu sein. Die palästinensischen Araber werden in Schutz genommen. Wie man sicht, handelt es sich hier eher um die Politik der russischen Zionisten, als um den jüdischnationalen Oedanken selbst. Die Beschuldigungen gegen die Zionisten wären wohl einer Besprechung wert, wenn sie nicht aus so parteiischer Quelle kämen, und wenn die russischen Zionisten, die jetzt im Auslände sind, darüber etwas erzählen wollten oder dürften. Wenn man sich die ungeheueren Schwierigkeiten und Gefahren, niit welchen die Zionisten in Rußland zu kämpfen hatten JUEDlSCHE RUN D.S CH AU Berliner tlMoi Dorllncr ."l«nl*ll*<»1« V»»*lntuun11, IWrll» C, 19, 4»xd«litt, 5. Trlefor* 1 Zentrum 5614/15. PoiUchecUonlo No. 1200«, Berlin NW.?, Kauenverwallung der B. Z. V. Dlemlos, den 10 Auguit Abend* Uhr Zlonlilltdicr Jugendvcreln Berlin, HelllgegetUilraBe 51• Richard Slllner; ״Richtlinien JQdltcher Getchlcbitbelrachiun«.- Oannertlsg, den 12. Autfuil Abend» 8 Uhr Gruppe .Olt" Zwanglore* Beliammemein In der Brauerei Pfefterberd, Sdiönhaujer Allee 170. Sonnabend, den 14 Augutl Abend* 8 Uhr ll«puhl-llar.a(r, CurmaiiiulraS* 1» (Agud• Aililin). Vortrag von Chawer Max Sirau•*: JOdliche Linlgr.llonilragen. Hebrllicbe Leichull« de* Kullurdcxernat* der B. Z. V. Dragoner*». 22 (Hof). Geöffnet tgglldi von 10-1 und von 4—10 Uhr. Fa»l *Ue hebriluhen Zeitungen und Honalihefle der Well liegen au». — Autkvn fl»*te)le für hebrölsdie Angelegenheiten. — HebrStidhe Lehrervermllllung. — Treffpunkt oller Freunde der hebrÄUthen Sprache. — Verbilligter hebrSUcher BOdierverkauf. — Ein Ir III frei. Achtung I Achtung I Die BrllrSge «ur &. Z. V. »Ind filllg. Jede» Mitglied erttSII eine Zahlung«• aulforderung. Wir blllen die Mitglieder, nach Erhall dle*er Aufforderung *oforl Ihren fälligen Beitrag ru rahlcn. La»*en Sie »Ich nicht mahnen. Jede Mahnung koitet unnötig Zelt und Geld. Adrcuen■ Veränderung I Alle Mllglleder der D. Z V. werden gebeten, von Jeder Veränderung Ihrer Adreiie dem Dato *oforl Mitteilung iu machen. Mllglleder der D. Z. V.l Zohll *oforl Euren Schekel fOr die Jahre 5679 und 5680 «=» M. 6.— auf da* Posbcheckkonlo: Kanenvcrwallung der & Z. V. Nr. 12006 ein. Quittung erhält Jeder lugesandt. Jeder ZlonUl 1*1 verpfllchleh den Schekel ru beiahten. Er tat tm Mtlglledibcllreg nicht enlhnllen, Eriparen Sie un» un• nötige Mahnungen. Nr. 52 -s weruen aber s»ehv׳i jkh'j es möglich wird, das Lc.bc•!*. während der ersten iiücidosierenden Fialen. I viele Jahre vergehen, ehe de i niss scheu Judentums während der ersten Jah! der koinmiin'stiMhen I le riseliaft iu vollständigem tUJch zu beleuchten. Aii die ostjüdischen Studenten Berlins Der Vorstand des ״Jüdischen akademischen Verei,. in Berlin“ macht bekannt, daß in der Zeit vom 10. p t zum 14. d. M., tägl. zwischen Hl I Uhr in den Räumen des ״K. J. V.״ - Kurfürstciistr. 130 (Ecke Potsdamer Sti.! — eine Registration aller jüdische» Studenten, die zurzeit sich in Berlin befinden, slatlhabe» wird. — Die Rcgistratieiu bl obligatorisch für alle «istjüdischen Sin deinen, denn von den liigchniss: 11 derselben u ird de. Umfang und die Art der materiellen Hilfe, wie zuk’! der Schutz der akademischen Interessen (z. B. die Frag! der Aufnahme auf den deutschen resp. auslämlkdHa Hochschulen) ahhängen. Mitteilungen des jüdischen Arbeitsamtes Das Jüdische Arbeitsamt, Monbijouplatz 1, bittet, ihm bei der Unterbringung jüngerer ostjüdischer Zahnt e c h 11 i k e r und G o I d s c 11111 i e d e behilflich zu sein. Auch für Landarbeiterstellen liegen Angebote vor, desgleichen fiir Schlosser und Elektrotechniker. 2. U 111 s• p ii c 111 c r, 02 Jahre alt, sucht Beschäftigung. 3. T e p -!)ich klopf er werden durch das Jüdische Arbeit•, amt vermittelt. 4. Im Jüdischen Arbeitsamt liegen Briefe für folgende Personen, deren Adressen unbekannt sind und die aufgefordert werden, sieb zu melden: Obidi lowski, Obikowski, Schramm, Hcchalu/. Baruch Nawjr, Brauler, Brusty, Mcnkys, Lobernianri, Naradowski. Mynz Kcnkowitz, Rösenfeldt. uiul haben, vergegenwärtigt, wenn man die Arbcits-, Geld- und Menschenopfer, die sie der gemeinsamen Sache gebracht haben, bedenkt, wird es ungemein schwer, ihnen nicht nur irgendwelche Vorwürfe zu machen, sondern auch die einfachen Fragen zu formulierer». Trotzdem sollte es geschehen, wenn man die so vernachlässigte Frage der gegenseitigen Beziehungen des Zionismus und der sozial-politischen Bewegungen der Gegenwart, und des sozialen Gehaltes des Zionismus überhaupt, geklärt haben will. Es soll geschehen nicht nur um die gesellschaftlichen Kräfte, die immer mehr an der politischen Wage am Gewicht zunehmeu, von sieh nicht ahziistoltoi», sondern auch um den jüdischen Massen! die hinter dem Zionismus sk'licn, eine erschöpfende Antwort auf die brennendsten!Tagen ihres unmittelbare» Lebens zu geben. Dürften in diesem Zusaininenhange nicht die russischen Zionisten, mit allem Vorbehalt in bezug auf die Quelle, gefragt werden, wie in Wirklichkeit ihre Beziehungen zu den Weißet! sich gestaltet haben uikI ob von irgendeiner Unterstützung die Rede sein kann? Gewiß kann 11:1.1 dir! nicht der Zionismus, insbesondere in solchen Ländern wie der Ukraina, wo die jüdische Masse, welche zu leiten der Zionismus berufen ist, einen großen Faktor des allgemeinen politischen Lebens bildet, von diesen! Leben sieh abstrahieren; er muß gewisse Anteilnahme an der Politik nchine» und gewisse Direktiven geben. Und wem» man die Orientierung des Zentral.msschusses dem kommunistische» Coup d'etat gegenüber wohl begreifen kam», wenn man die konsequente und entschiedene Oppositiou dem kommunistischen Regime gegenüber auch später wiederum diskutieren» und vielleicht begreifen könnte, versteht inan schon nicht mehr, weshalb die Organisation in einem so verhängnisvollen Momente zum Werkzeuge der Verteidigung der jüdischen Bourgeoisie gemacht werden sollte. Was hat der Zionismus mit dieser spezifischen Aufgabe zu tun? Und weshalb soll gerade die jüdische Bourgeoisie' verteidigt werden, wem» das ganze System in Stücke geht? Wie gesagt, mai» hat ein recht iinnngetiehines Gefühl, wenn man den vom Schicksal so schwer betroffenen Zionisten in Rußland diese Fragen vorlegt. Fs wird ihnen vielleicht leicht, sie zu beantworten. Das Material c:.־ hier vorgelegi wird, ist, w׳e man sieht, im großen und ganzen ziemlich arm und vor allem einseitig. Die Zeitungen, die ich durchgelcsen habe, beziehen sieh .»•iRerdem nur au! 0 1׳ acht letzten Moiatc, die eher schon der konstruktiven Periode des Bolschcwismus angehören. Die schwersten Kämpfe mit ollen feindlichen •oder indifferenten Kräften haben vor allem in der vorapgegangenen Epoche, der fast ausschließlich zerstörenden, getobt; wahrscheinlich gibt es in den Zeitungen dieser ersten Zeit mehr Material über die uns Aus der Turn- und Sportbewegung Plauen. Die Wiener jüdisch-nationale Fiißbalhnaim• schaff H a k o a h begann am Sonntag, den 1. August ihre Deutsche Spielreise mit einem Wettspiel gegen die Liga• mannschaft des hiesige!» Voglländischen Fußball-Clubs und blieb nach lebhaftem und schönem Spiel mit 3:2 siegreich. Etwa •1(100 Zuschauer, eine für hiesige Ver hältnisse außergewöhnliche Zahl folgte dem Spiel mit großem Interesse. l>er einladende Club bot den Gästen an! Abend eine gesellige Zusammenkunft und am foigcmlen Montag einen Ausflug i!1 die Umgehung. Am Montag Abend veranstaltete die Ortsgruppe eine stark besuchte Begrüßungsfeier, die sehr' anregend verlief. Herr Arthur Baar, Redakteur der ״Wiener ,Morgen Zeitung“ gab eit» mit großem Beifall atifgcuotmncnes Referat über ״Jüdische Turn- und Sportbewegung“ insbesondere die Hakoah. In dem anschließenden geselligen Teil trug Herr Kurt Juhn, Wien, eigene Oedichte und solche seines Bruders vor und Herr Jacob N e u m a an, Wien, erfreute durch ein hebräisches Lied. Die Hakoah wird im Laufe der Woche in Zwickau. Chemnitz, Dresden und Leipzig spielen. Die Ortsgruppen Bad Elster. Da־, von eiet Z. G. Plauen, inslKsuudeii den lierrei» l)r. Pik, Soehnik, Frau Weigkr-Lcip/ig mul den Blauweißen Stuvcr und Goidhaimner am 27. Juli arrangierte Sommerfest verlief künstlerisch eindrucksvoll und bei fröhlichster Stimmung. 1111 Konzertteil wirkten die Herren Opernsänger Friedmann, Dt. Pik und Gartenberg mit Der Reinertrag für den Aufbaufonds betrug über 1000 Mark. Bad Kissirtgen. Zionisten treffen sieh jeden Mittwoch, abends 8 Uhr, bei Seelig, v. d. Tannstraße. r \י־ v*. Magd.burg Anny Silber»cheln Stegmund Ncmlld» Varlobto O.tsrfrld 1. W im Jati 1920. J r Ido K»tx Lea Kais Vorlobta Borlin GaUingan Juli 1920. Mose* Spiegel (Udul* Spiegel, gab, Horowiw VirmtUilt« Boa Sodan a. Tennaa, am Vt. Juli 1890. Fahrgast- Hinbruoh- Unfall- Erlebens- II eisogophok- Versicherungen, bUligait durch Anton llathan, Hamborg 210 Sohaluftohaauoa 115. IClboiail fkie’s f1rtiw1M8ptäss0; 10z ElnT'dirl;,־« nna Ahltar. Joaohlmitiialer titr.41(*|mZoo). Wochenkalendcr. Sonnabend, 7. August, 2). Av\ ■»(180, Fkcw, NeuiiKmdverkündigniig, Nacht 8,30, Schluß des redaktionellen Teils. Geschäftliche Mitteilung Das allgemeine jüdische Krankenhaus ״Schaaie- Zedek“ in Jerusalem, welches in der heutigen Ausgabe unseres Blattes sich an seine Freunde wendet, hat un beirrt und unbehindert durch die wechselvollen Ereignisse des Krieges seine segensreiche Wirksamkeit fortgesetzt. Durch die stete Inanspruchnahme und Teuerung hatte die Verwaltung große finanzielle Opfer zu bringen; es sei deshalb das ״Schaare-Zedek“-Hospital dem Wohlwollen unserer Leser besonders empfohlen. Das Allgemeine Jüdische Krankenhaus ״SCHAARE ZEDEK“ zu Jerusalem bittet für die Kranken des heiligen Landes >י0»,ן< *■•)•**< «*•*• Organisation rein europäisch. Tanaende Anerkennungsbriefe Isoherhauser für Ansteckende. dar Besudier aus allen Aufnahme unterschiedslos für AU«. Landern der Erde. Man fordere die Bedingungen der Betten-, Zimmer-, Jahrseit-, Gedenkttafel-Stiftnngea. Briefe nadi: Frankfurt a. M״ Röderbergweg 63. Postscheck-Konto 7785 Frankfurt a. M. Das Wirken des Schaurö-Zedek»Hospitals ehrt die Juden aUer Länder. יווייוי"»^