Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1920-08-06 · Heft 53 (6.8.1920) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 53 (6.8.1920)
Date
1920-08-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2651273-2652228-2652280--13301-2671013
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seite 4T0 Sitzung des Waad Hasmani London (J.C. B.). Aus Jerusalem wird beneidet: Am 7. Juli J020 fand in Jcrusaicmi eine wichtige Sitzung des Wautl I (.1minani statt, < tegt'iiilnuil der Beratungen bildete die durch die A11U1111I t Herbert Samuels in Palästina geschaffene neue Lage, ferner die Sicherheit des Landes. Line Deputation des Waad Hasmani wurde von Sir Herbert Samuel noch am selben Tage empfungen ״~ wenige Stunden vor dem Empfang' der samtfidlen Delegationen Judäas, denen Samuel das Reskript des Königs vorlas, Sir Herbert Samuel nahm die Wünsche der durch den Waid Hasmanirepräsentierten Judeuschaft Palästinas entgegen und unterhielt sieh mit der Delegation 1y2 Stunden über alle aktuellen Fragen, Zur Schulfrage Ll\/.. Der Waad I laeltiimeh hat beschlossen, die gemischte 'Realschule in Haifa, deren Klassen überfüllt sind, in zwei besondere Schulen für Knaben und Müdeben 'zu teilen. An den Abendkursen für die Waisen- Haudwcrkerlehrlinge, 'die vom Lehrcrverbaude in Jenisalem eingerichtet sind, nehmen 250 Waisen teil. Außer Hebräisch lernen sie dort auch profane Sprachen. Das Lehrerkollegium des Misrachigyninasiunis ״Taclikemoni“ in Jerusalem, hat sieh gegen einen besonderen Waad Hachiiitieh für die orthodoxen Schulen ausgesprochen, da eine Trennung von den allgemeinen Zionisteil dem palästinensischen Erzichungswesen, Schaden bringen würde. Dagegen verlangt das Lehrerkollegium vollständige Autonomie für die orthodoxen Schulen. Aerzte- Verband ln Jaffa bildete sich letzthin ein allgemeiner Aerzteverband ohne Unterschied der Nationalität und Religion, der bisher 36 Aerzte, darunter 24 Juden zählt. Zweck des Verbandes ist, mit vereinten Kräften die sanitären Verhältnisse Palästinas zu bessern. Begründer sind 'Dr. Scherrmann, Dr. Pucltowski und Dr, Swewini (Christ). Technik Jerusalem, 20. Juli. (J. C. B.) In Jerusalem findet derzeit auf Veranlassung des Waad Haawoda (Zionist Commission) ein Kursus für Heranbildung von Elektrikern und Monteuren statt. Es beteiligten sich etwa 50 Schüler. Unterrichtet wird Stark- und Schwachstromtedinik, Von der jüdischen Legion London, 26. Juli. (J.C. B.) Aus Jerusalem wird berichtet: Die jüdische Legion ist bekanntlich Mitte Juni i!:u־h Jericho verlegt worden, um eventuelle Angriffe der Beduinen ah/.uw,ehren. Die Truppen sind zum Teil in Jericho, zum Teil am Toten Meere und zum Teil an der Allenbybrücke am Jordan verteilt, die derzeit die Grenze bildet. Auf der anderen Seite stehen die Soldaten des Emir Faisul. Die Legion wurde jn letzter Zeit wiederholt von Generälen besichtigt, und alle drückten ihre Zufriedenheit aus. Colonel Storrs, der Kommandant von Jerusalem, begrüßte die Soldaten hebräisch mit den Worten ״Brachah toba alschcm". Nach einer neueren Meldung ist die Legion von Jericho in ihr Lager bei Snritmnascnd zurückgekehrt. Besserung der Sichcrhcitszustände London (J.C. B.). Aus Jerusalem wird berichtet: Mit der Ankunft Sir Lferhert Samuels in Palästina hat eine Wandlung in allen Zweigen des öffentlichen Lebens Platz gegriffen. Besonders hervorzuheben ist die Zunahme der Sicherheit imi ganzen Lande, so daß die vor einigen Wochen nach den galiläischen Kolonien entsandten Selbstwdirleute bereits wieder heimkehren konnten. Jerusalem, 27. Juli. (J.C. B.) Die Regierung hat den Beamten des Zivildienstes das Recht auf Einluiltung ihres iiationalrcligiöscn Ruhetages formell zugestanden. Die Pressezensur wurde aufgehoben, nur mußten die Herausgeber eine Kaution von 5t) Pfd. erlegen. Alle Einschränkungen betreffs der nationalen Flagge wurden aufgehoben. Zum Thema: Nationalismus Von Gerhard Hold he im. Die Hoffnungen, die wir bei Ende des Krieges auf eine Reinigung der internationalen Atmosphäre durch die neugewonnenen Erkenntnisse setzten, dürften sich in absehbare,׳ Zeit nicht erfüllen. Noch ist die Iniiendis- ' position der Völker wenig verändert. Das Erstarken der Reaktion in Deutschland und das von der öffeiitliehen Meinung ihrer Länder gestützte Auftreten der Alliierten in Spa haben traurige Beweiskraft. Bei dieser Weltlage verwirklicht sieh der Rechtsanspruch des jüdisehen Volkes auf seine angestammte Heimat. Der einst so lebenskräftigen Nation, die aus il\rer Wanderung als ein afrophi erlös, unirdisches Gebilde hervorgegangen Schicksal von Grund auf neuzugestalten und ihre Meisterjahre vorzubereiten. Viel, unendlich viel hängt von der Werbearbeit ab, die die zionistische Bewegung zur Erfassung aller wertvollen Volkskräfte organisieren wird, Ei!» erhebliches und wahrlich nicht das schlcchteste Kontingent stellen die Kreise dar, die in prinzipieller Ablehnung jedweden nationalen Gedankens verharren, da sie ihm die Vergiftung der menschlichen Beziehungen in erster Reihe «!schreiben, An diese wendet sich eine vor kurzem. erschienene Broschüre von Felix Weltsch*) mi't dein Bemühen, die Unzulänglichkeit jeder *) Judentum und Nationalismus, Welt-Verlag, 1020, 42 Seiten, Die Oilliodoxen zu llerzls Todestag Zum ersten Male seit Herzls Tode veranstalteten in diesem Jahre die Orthodoxen und zwar mit dem Ch,1ch;11!1l1:u׳hi 'Damm und Rabbiner Riwlin an der Spitzeam Todestage I lerzls ein.׳ Trauci'andaelit aut Grabe Rahcls. Einwanderung 1:11 'Hafen von Jaffa wurde durch die dortige ״Hechalu/or;;׳anisation“ ein ״Chalu/Jieim“ eröffnet, Diesca Heim ist für unsere in Erez-Isracl eintreffeiideu Pioniere bestimmt; es ist für Schlaf- und Speiseräume eingerichtet. Mit dein Dampfer ״Tyrol“ kamen diese Woche aus Triest '60 Chaluzim, die einen sehr guten Eindruck machen; die Mehrzahl hat in Landarbeitergruppen in Oesterreich und Polen gearbeitet, und spricht gut he- Imitscli. Sic siml* gesund. Sic wurden ווו ihre Quartiere gebracht und zur Arbeit Ungeteilt. Mit dem Schiffe, das aus Konsfuntiiiopel kommt, erwartet inan 50 Chaluzim aus Südrußland. — Zur Aufnähme der in den nächsten Wochen eintrefienden Chaluzim wird zu den bereits bestehenden zwei Baracken eine weitere. große errichtet. Einigungsverhandlungen zwischen den beiden Arbeiterparteien in Palästina Jaffa (J.C. B.). Anfangs Juli fand in Jaffa die Sitzung der Vertreter der beiden Arbeiterparteien Palästinas statt, um über eine Arbeitsgemeinschaft zu beraten. Die Anregung dazu wurde von dem neuen Welt verband der Hapoel-l lazair und Ze'ire-Zion gegeben. Delegiert waren von der Aciuluth Haawoda: Rubaschoff, Maiija, Sch,jehat, Wilhusehwitsch; vom Hapocl-Hazai'r: Bergmann, Blech, Fließ, Sehoehat. Es wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt, die nodi von den beiderseitigen Parteizentrcii gebilligt werden muß. Danach soll nach Heimkehr der Delegierten von der Londoner Konferenz eine Beratung von Delegierten sämtlicher Arbeiter Palästinas (auch der keiner Partei angeliöreiulen) stattfinden und die Schaffung gemeinsdiaftliclier Institutionen und Organisationen aller Arbeiter beschließen. Als gemeinsame, unparteiische 111stitutiuueii sind in Aussicht genommen: Krankenkasse, Konsumgenossenschaft ״I lameschbar“, Einwaiiderungsamt, Arbeitsamt, Kulturarbeit, Fachbildung, Rechtsschutz, Arbeiterdank. Dieser erste Schritt zur Einigung ist in allen Arbeiterktassen uml vom ganzen Jisdutb mit Befriedigung aufgenommen worden. ¥ Von unterrichteter Seite wird uns hierzu geschrieben: Mit der Konferenz in Jaffa hat eine lange Reihe von Versuchen ihren vorläufigen Abschluß gefunden, die dahin gingen, eine Einigung zwischen 11 a p a 0 I - 11 a zai r und den palästinensischen Poale-Zion herbeizuführen. Bereits vor nunmehr b;11d anderthalb Jahren war I lapoel-l lazair an die!*onle-Zion und die damals noch existierende Partei der ״Neutralen Landarbeiter" licraiigefretcn und hatte sie zu einer föderativen Einigung zum Zwecke der gemeinsamen Durchführung bestimmter Aufgaben aufgefordert. Diesen Vorschlag hatten die PoTe-Ziau damit beantwortet, daß sie alle palästinensischen Arbeiter zur Gründung einer g e in ei 11 s a men Partei auf forderten. H a p o e 1 - Hazair lehnte den Vorschlag ab, die ״Neutralen" nahmen ihn an, und durch ihre Verschmelzung mit den Poale-Ziou entstund die Aehduth Haawodah, die :.ich, \\;11 Vni'.itm/U'.i'hi’ii war, s״f ut ul.!! ,1 I .i w I i 11 111 ׳ - s i s c 11 e L;111 d e s , > r g :111 i s a t i o 11 <1 e s W e 11 v e r hand-cs Poalc-Ziou konstituierte. Hapocl-Hazai'r hatte die vollko 1״ in e ״ e F 11 s i o 11 abgclehiit, aus einem Gegensatz heraus nicht so sehr gegen die palästinensische» Poale-Zion, als vielmehr gegen deren Gemissen in der Diaspora. Er wollte nicht in eine en’ge Verbindung und in ein Abhängigkcits verhält- 11 i s mit den üaluthorganisationen der!*oale-Zion treten, die schon damals sowohl in nationalen Fragen (Sprachenfrage!) als auch in Fragen der sozialistischen Taktik und Prinzipien Anschauungen vertraten, die er mit seinem Zionismus und sei *e Wd.anschauung nicht vereinbaren zu können glaubte. Die Entwicklung hat ihm Recht gegeben. Mit Ausnahme der englischen und eines Teiles der amerikanischen Poale-Zion ist heute die Mehrheit der poah'-zionistischeii Landesverbände in das Lager der erbitterten Gegner des Zionismus abgeschweiiKt. Dadurch aber, daß der Hapocl-Hazai'r ohne den ge- »iditnatioiinlcn Einstellung aufzuzeigen und eine klare Scheidelinie zu ziehen zwischen jenem Moloch, dem die große Mehrheit der Nationen ihre blutigen- Opfer darbriugt und der reinen nationalen Idee, die in der Nation Naturgegebenheit und kulturelle Verpflichtung •erblickt und ihre schöpferische Auswirkung in Mensch-!leitsinteresse erstrebt. Der Autor versucht, eine ■Definition des Kationsbegriifs zu geben, ln Uebereiiistimmtuig mit der in der zionistischen Theorie ״herrschenden Meinung‘• legt er dar, daß Kriter.e» wie Sprache, Rasse, Territorium Wirtschaftseinheit usw., zum Tatbestände der Nation gehören k ü n 11 e 11, diese aber vom Fehlen eines oder des änderet» dieser Bestandteile nicht berührt wird ihnen also eine konstitative Bedeutung nicht 'zukommt’ Mit zwei ~ gleich •unmöglichen — Definitionen setzt er sich dann emgeheudei; auseinander, mit d.r Ruedorfferscheu, daß ״d;e Nation ein rein vitaler Organismus" sei und einer anderen, die ״die Nation als ein frei wählbares, geistig:kulturel cs Programm" erklärt. Beide lehnt er ab und sieht in der Synthese die Lösung, Sein eigentlicher Kampf gilt jedoch der ersten!» Auffassung de׳ Na ton aU eines organisch wachsenden Vita’g.büfcs, die zw411 das Strebe» nach Intensität durchaus anerkennt aber das Wachstum in die Breite i» der nationalen 1 endenz a.s gegeben ansieht. Demgegenüber bczeichnet Weltsch das innere Wachstum als das ״durch ■und durch Primäre, das Eigentliche", dem das extensive gar untergeordnet“, das semc'rseits insoweit es yon diesem1 urnörett ringstc» Kompromiß auf seinem Standpunkt verharru׳, hat er die palästinensische Arbeiterschaft davor bewahrt, den gleichen Weg wie die Poale-Zion in Europa zu gehen. Gerade durch seinen energischen Kampf gegen die Aehduth Haawodah hat er diese gezwungen, וון jeder Be/iehmij; dem /.iiiiiisilius treu zu hleilieu. Sinuc historisch zu nennende Leistung im verflossenen kritischen Jahre ist es, die palästinensische Arbeiterschaft fast ausnahmslos für den Z i o!1! s - m us gerettet zu haben. Heute stehen Aehduth Haawodah und H,1־|xjet־! |a/ ״r auf dem gleichen Standpunkt. Ihr einziger Differenzpunkt ist, daß die eine zum Weltverband Poale-Zion der andere zur HUachduth-Hapoel-Haza'ir-Zeire-Zion ge•! hört. Auf Grund dieser geistigen Annäherung waren auf beiden Seiten immer wieder Stimmen laut geworden die nunmehr eine Einigung in irgend einer Form empfahlen. Gleichzeitig hatte sich allerdings von der Aehduth I la.'iwoilah eine Gruppe ahgesplitteri, die deren Weg zum Zionismus nicht liutmadicn wollten. Sie Ix-, stritten der Aehduth Haawodah das Recht, sich die pa lästinensisclie Laiidesorganisation der l\>ale-Zion /!! nennen, konstituierten sich selbst als die Partei der linken Poale-Zion Palästinas uml versuchten auch, allerdings vergeblich, seit vielen Jahren zum ersten Male wieder eine viddisdie Zeitschritt m Palästina hcraiiszugcbcn. Vorzüglich ihrer Anregung ist es wohl zu verdanken, wenn heute mehrere Lander־ Organisationen der Poale-Zion bereits den Antrag g!׳• stellt haben, die Aehduth H a a w o d a h nicht a nzu erkennen, ja, sie sogar nicht einmal z u r W e 11 - konferenz der Poale-Zion 7.11 z 111 a s s e 11. Immerhin ist anzunehmeii, daß der offene Bruch diesmal noch vermieden werden kann. Dies war die Situation, als vor einigen Monaten der später bei TA Cliaj gefallene Josef Trumpeidor einen Aufsatz veröftcntlichte (vcrgl. ״Hapoel-Ha zair“, Heft 10, deutsch in ״Die Arbeit", Maiheft) 1:1 der er die Arbeiterschaft wiederum zur Einigung am forderte. Er wies darauf hin, daß der Konkurrenzkan:,.! zwischen Hapocl-Hazai'r und Aehduth Haawodah j c t /1 gegenstandslos geworden sei, und wie andererseits d!« gigantischen Aufgaben des Augenblicks eine Einheitsfront der wirklich zionistischen Arbeiterorganisationen mehr als je verlangen und forderte dann zu einer Vereinigung auf föderativer Basis, ähnlich dein ersten Vorschlag des Hapocl-Hazai'r auf. A11 diesen Artikel schloß sich dann ein bedeutsamer Briefwechsel zwischen den Zen tralkomitees (deutsch veröffentlicht gleichfalls in ״Du Arbeit", Heft 4), der dann zu der Konferenz in Jaffa führte. Die Vorschläge Trumpeldors waren die f >1genden: ״Die Parteien bleiben bestehen. Die Arbeite! (richtiger die Arbeitenden, d. h. die Arbeit anderer nicht Ausbeutenden) wählen Vertreter zu einem gemeinsamen Rat, und zwar nach dem Proportionahvahlsystem. List 11 können sowohl die Parteien als auch verschiedeneztndciv Vereinigungen Sufstellcn. Weser Rat ist unparteiisch und schafft gemeinsame , Institutionen." Zur Stunde liegen noch keine genaueren Nachrichten vor, aber es ist anzunehmeii, daß die Einigung so oder doch ähnlich zustande gekommen ist. Damit erfährt die Stellung des linken Flügels lut Zionismus eine gewaltige Stärkung, die noch vermehrt wird, wenn man bedenkt, daß auf diesen ersten Schritt noch weitere folgen können. Das wird 111(1 so wahrscheinlicher werden, wenn die Aehduth Haawodah stell durch ihre Genossen nicht beirren Lassen, sondern auf ihrem Standpunkt innerhalb der zionistischen Bewegnng beharren wird. Element ״ga.1vz und׳ ״nur gestattet sei, Ein jfldisclics Schiedsgericht in Amerika 1» New York begann ein jüdisches Schiedsgericht (Jewish Court of Arbitration) seine Tätigkeit. Das Gerieht ist »ach de» modernsten juristischen Grundsätzen aufgebaut. Die ersten vor ihm erledigten Prozesse be trafen Streitigkeiten zwischen verschiedenen Organisntione» und ihren Angestellten. Der erste Versuch hat die Notwendigkeit jüdischer Gerichte in de» jüdischen Zentren deutlich bewiesen. Die allgemeinen Gerichte haben nicht genügendes Verständnis für die besonderen Arten von Beziehunge״, wie sie im jüdischen Milieu bestehen. Die amerikanischen Juristen verfolgen das Wirken des New Yorker Gerichtes mit großer Aufmerksamkeit. Vou seinem Erfolg h.'iugt die Errichtung ähnlicher Gerichte in andere‘״ Städten, z. B. in Philadelphia, Boston und Chicago, ab. :1 Wachstum unbedingt als Existcnzniinimimi gefordert wird". Mit dieser Formulierung, die die später näher dargelegte, -einseitig aufs Geistige gerichtete Einstellung des Autors im Extrakt widergibt, wird auch derjenige sieh nicht anfxeundcn können, der von dw gleichen rotcststimnnuig gegen die Verzerrungen des eurepäische» Nationalismus erfüllt ist. Allzusehr schaut aus ihr der luilcbeiRli-ge, blutleere, durch ühetto'.ebcn uio imprägnierte Geist heraus, de» wir überwinden müssen, wenn anders wir ein gesundes, wahrhaft geistgestaltetes Leben beginnen wollen. Wie dem einzelnen Menschen, so ist auch dem Kollcktivwulivkluum der Nation für die Entwickln»״ fruchtbaren geistigen Lebens ein gesunder Körper nötig. Wer für seine Person der Askese huldig! (nach psychoanalytischer Lehre beruht die Askese gi״ wohnlich auf unbewußten Schuldgefühlen und stellt eine Art Selbsthcstrafmvg dar), der tue cs, der Nation taug.״־ sdche Eisenbartkure» gewiß mcht, insbesondere nicht der jüdischen, der es ohnehin nicht leicht werden wird, init ucit Realitäten de!» Leben!» fertig zib wvrJeu. ALm lasse doch endlich ab sondern verteufelten Beginnen, einen an sieh so richtigen und unantastbaren Gedanken wie den der kulturellen Verpflichtung einer Nation und ihrer nur m dieser ruhenden Daseinsberechtigung zu verzerren und geradezu der Verwinklichfrng zU entziehen, indem man mit einer ebenso ehrlich gemeinten wie grotesk wirkenden Geste die realen Voraussetzungen gesunden Volkslebens als völlig untergeordnete, im Grunde gemeine Dinge abtut. v/*s ist damit gesagt, I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.