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Jüdische Rundschau · 1920-08-03 · Heft 52 (3.8.1920) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 52 (3.8.1920)
Date
1920-08-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile 412 Man hat in Verbindung hiermit von einem Ma’asser gc.vprnihcn einer freiwilligen /.ehut.ibgube vom Vermögen um] vom Einkommen;111er Juden. Von einer wi r M i c 11 e 11 derarfigen Zclmtsteuer konnten wir reich• lieh tiher zehn Milliarden Cioklfranken erwarten. Tat״ sachlich sind von der neuen Leitungeinstweilen mir .׳'! Millionen!,(und angefordert worden - wenig mehr als ein Zwanzigstel des wirklichen Zehnten. Wir miisseii alle Anstrengungen in ichen, tun diese .Summen anf/11hringeu mul sollten aueh die in den Ländern mit schlechterer Valuta nieht hinter den anderen zurückstehen׳ wollen. Von dem schlechten Oelde ist in den meisten l allen seltr viel mehr da als früher von dem I! 1׳ s s e r e n, AI.er liehen dem S|K11׳dcuweg sollte der einer geseh.sitsinalligen Beteiligung mehr als bisher propagiert weiden. Line Menge einzelner Industrien und zahlreiche geschäftsmäßige Formen der landwirtschaftlichen Koloni- ■sation bieten ein weites l eid. Eine gemeinsame Finanzimuigstorm für ein incinandcrgreifendes System von Linzt Hinten des wirtschaftlichen Aufbaues könnte eine verhaltmsinälSig hohe mul innerhalb der einzelnen Aufgaben weitgehend ausgeglichene sichere Rentabilität er-« gehen. Audi regionale und lokale Untcriichmuugeu umfassender Natur kamen in Betracht. Die größte und sicherste Kapitals,ןוי.1ווו;(* bietet das gesamte Feld des Hau■ uml Woluiweseus einschließlich der hierfür erforder• liehen Kreditform usw. Mau sieht: es fehlt 1 licht au Gelegenheit, weder auf dem Wege des nationalen Opfers noch auf dem lohnemler Kapitalanlagen, am Aufbau Palästinas mitzuwirken. Von dem Grade, in dem wir uns hierzu veranlaßt sehen, hängt Lrfolg oder Mißerfolg unserer Bestrebungen ab. Wenn nucli die ersten Jahre entscheidend sein werden, sk> erfordert der definitive Lrfolg doch die restlose Arbeit einer langen Zeit. Aber den Mißerfolg werden wir sofort haben, wenn nicht der allererste Anfang schon den .Wißen der jüdischen Gesamtheit zeigt, die wie ein Wunder anmnlemle Chance, die uns z.ugefalleu ist, freudig uml voll aus/imiit/en, Erez- Israel Vom jaffacr Arbeitsamt des Hapoel-Hazair (Abteilung für Arbeit und Handwerk.) Das Linien der!)iineii: Der liapoeM lazair ubeiualim das Limen der Diinen bei Tcl-Awiw,׳ Hei diesen Arbeiten sind seit zwei Monaten zirka 80 Arbeiter beschönigt. Sie sind alle aus Jaffa, und zwar Scfardim,. Jemeniten uml Aschkcnasiin, Die Arbeit ist Akkordarbeil. Man verdient dabei zirka ein halbes Lire täglich. (Anmerkung: Mit Lire ist wohl das landesübliche Pfund gemeint.) Nach Beendigung dieser Arbeit werden wir Arbeiten 1111 Straßenbau übernehmen. 11 ä 1: s e 1׳ I. a 11: In einigen Tagen bcginut'die Zen- Haie de! Handwerker mit dein Hau von 2b Häusern, lialiei wer,len viele Arbeit finden, wenn auch hauptsäclilieh aU l'agc'ölincr. 1' i s c 111 e r k ס o p e 1 a t i v c: In den letzten Wochen ist von uns mit der Organisierung einer Genossenschaft der besten 'I isrhler in Jaffa begonnen worden. Die Orgaois.'ening dieser Kooperative ist noch nicht ganz vollendet, da es zum Teil noch an Arbeit mangelt mul auch noch Mittel für Material mul Masehineiikäufe fehlen, I i s e h e r k w 11 / a 11: Ls wird zurzeit eine kleine Fischergcnosseiischaft für den Fischfang im Mittclüüulisehen Meer organisiert. Ein erfahrener Fischer aus Saloniki werde hinzugezogen, und auch zwei Leute aus der l ischeikwuzali Liberias. Man bemüht sich, noch eine Anzahl Fischer aus Saloniki herüberzubringen, 11m für die Fangpcriwde des nächsten Jahres eine gtolk* Gruppe organisieren zu können. S c 11 u s t e r k oo pe 1׳ a t i v e: In Jeruschalajim w urde c'ne Scliusterkooperative gegründet, de sich giu rill w (1! 1׳' I s 1 e 1 0 und H e r g!1 a 11 e 1׳ k w 11 zo (11: In 11- J'.enas und Safed wurden Gruppen für Stein- und Berg■ hau organisiert. Die Genossenschaft in Tiberias ent- 11,11t 15 Leute, in Safed 10. Z e i r e -11 a m i s r a e 11: (Amu.: Mit ״üstjugend" und ״< )esilern“ werden in Palästina die jeminiiischen und I. whaiisdien Juden bezeichnet.) D.is Arbeitsamt ist in dir letzten Zeit mit der Verwirklichung, eines! wichtigen Projektes beschäftigt. Es handelt sich um1 den Bau eines neuen Viertels für die jemeniton. Es wird hier versucht, in diesem Viertel ein.- Verbindung mit landwirtschaftlicher Arbeit zu erreichen. Die einzelnen Parzellen werden zwei bis drei Duiiam groß sein, so daß die jungen Jemeniten neben ihrem Handwerk oder ihrer Arbeil in der Stadt sieh noch ün Gartenbau betätigen und auch Vieh halten können. Lastträger: In der letzen Zeitt kümmern wir uns auch um die Entwicklung und Ausbreitung1 der indischen l.astträgcrei in Jaffa. Gegenüber 500 601) arabischen Trägern befinden sich hier erst zirka, zehn indische Träger, die sich von der winzigen Lastträgerci in lel-Awivy ernähren. Probeweise wurde ein Wagen, wie ilyi die ägyptischen Lastträger benutzen, bestellt. Wenn sich dieses Experiment bewährt, wird man auf diese Weise aueli diesen Arbeitszwrig ausdehnen können» S p e i s ן k 11 ehe: 111 der SpeiScküche des HapoLT f lazair in Jaffa speisen zurzeit 40 bis 60 Mann. Das Essen ist gut und im Verhältnis zu anderen Speisehüusern nicht teuer. Wir denken daran, hier gleichzeitig eine Kochschule eiiizuirichteu. Schlafstältc: lüe Schlafsiätte für Einwanderer u;Kt Arbeiter ist in der Entwicklung begriffen. Die Zahl der Heuen-ist von 30 auf 50 erhallt worden. Das Schlafgeld ist auch im Verhältnis zu den billigsten Hotels außerordentlich gering (zweieinhalb Grüsch), - Wissenschaftlich'« Volkskurse: Die Kulu1t׳k<m1!ni<sion des Hapoel-Hazair eröffnete in Jaffa -wbscbschamichc Volkskerse. Die Kurse werden abendlicn zirka % bis 3 Stunden lang abgehalten. "Und zwar JUL 1)1 SC HE RUN D S C HAU in folgenden Fächern: Psychologie, Botanik. Bakterio- I logie, Physiologie, (.liemie, Physik, (icscluchte, So- | zialismus und sozialisiKche Bewegung, Besprechungen 1 über Landwirtschaftliche und kosmographischc Ihemen sowie über Thesen des Städtetmd IXirferbaus. Als Lehrer haben sich die besten Kräfte Jaffas bercitgefuudeti. Darunter Jizchak Epstein, Wynik. N. Fines, Singalowsky, A. Feldmann 11. a. Die Kurse werden zahlreich besucht, das Eintrittsgeld für jeden Kursus beträgt 1 Grüsch. Wir beabsichtigen, diese sehr nützliche Institution in eine dauernde umzinvandelii, und sie im nächsten Winter h» größerem Maßstabe zu eröffnen. Chaluziutli Alle Fmvvamlcrer, die in der letzten Zeit mit Hilfe des Misrad Alijali Harosdu in Wien nach Palästina befördert wurden, haben Arbeit bekommen. Und zwar auf dem Berge K’naan, in Mcrehawjah, Daganiah, Milclianiiali, Dilp, 50 in der Nähe Jcruschulajims, in Hethamah, Chuehamah und in Jalmiel. Ls besteht die Hoffnung, dal) wir,auch in Zukunft den Einwanderern Arbeit verschaffen können. Jedoch läßt sich im Augenblick nicht voratissehcn, welcher Art diese Arbeit sein wird. Denn 11 ekumitlifli werden die Arbeitsgelegenheiten in diesen Monaten nach ■Beendigung der Druschperioile bis zum, Beginn der Regenzeit geringer, so daß sogar regelmäßig auch viele von denjenigen, die während der übrigen Zeit des Jahres landwirtschaftlich arbeiten, gezwungen sind, zu anderen Arbeiten ühcr/.ugchcu, uml zwar meistens zu öffentlichen oder Staatsarbeiten. Deswegen muß es jedem Ghaltiz von vornherein, noch bevor er sich auf die Reise begibt, klar sein, daß er gegen Ende lies Jahres I a 11 (!wirtschaftlich« Arbeit kaum wird erhalten können. Die neuen Ingenieure haben noch keine Arbeit bekommen, da jede bedeutende Arbeit in den) letzten Atonalen aiifgeliörl hat, so daß sogar die früheren Bauknie, deren Zahl sehr klein ist, eine Zeitlang arbeitslos waren. Aber sobald die Bautätigkeit wieder cinsetzen wird, wird sich die Lage für diese Berufe bessern und damit wird auch wieder Arbeit für die Berufe vorliamlen sein, die mit dem Bauwesen Zusammenhängen. Konferenz der jemenitischen Landarbeiter Die am 11. Sivvan d. Js. in Jaffa abgehaltene Konferenz der jemenitischen Landarbeiter Palästinas hat folgenden Beschluß gefaßt: ,,Die Konferenz konstatiert mit Freude, daß die palästinensischen Jemeniten un Verein mit ‘der übrigen Bevölkerung sich in den letzten Jahren־ ׳für die Aufbringung von “Spenden zugunsten des Jüdischen Nationalfonds eingesetzt haben. Sie wendet sieh hierdurch an die jemenitischen Juden Palästinas mit der Aufforderung, diese heilige Arbeit für die Er- Lösung des Hodens durch Gründung besonderer N.-F.־ Kommissionen in den jemenitischen Siedlungen und im Anschluß an die lokalen Kommissionen in den Kolonien mittels der Sclbstbcsteuerung und regelmäßiger Spenden fortzuset/en. Die Konferenz setzt einen monatlichen Milulestbetrag von zwei ägypt. Piastern als .Selbst- Besteuerung für jeden arbeitenden Jemeniten fest. Sie wendet sieh hiermit an .sämtliche Gemeinden 1111 Jemen mit der Aufforderung, im Verein• mit allen Juden m der Diaspora, sich für die ״Genial! Haare/.•‘ durch den Jüdischen Natioualfönds einzusetzen. Die Konferenz fordert die Leitung des j. N.-F. auf, in den jüdischen Zentren des Jemen, Aden und Saana, Büros zu erlichten, die die jemenitischen Juden in Wort und Schrift über die Bedeutung des J. N.-F. aufklären und! die Sammlungen organisieren sollen. Die Konferenz bc- .׳mftragt den Waad der ״Adulutli- Hanvvodah", zusammen mit Vertretern der Jemeniten an die Juden im Jemen ein Manifest zu richten, das diesen die Lage in Palästina uuu die Bedeutung des J. N.-F. vor Augen führen soll.“ Diese Beschlüsse sind um so bemerkenswerter, als n-och vor. einigen Jahren die Jemeniten sich dagegen sträubten, daß der J. N.-F. das Eigentum an dem ihnen verpachteten Boden behält. Die Legion London, 26, Juli. (Jini. Korr.-Bür.) Aus Jerusalcm vvird berichtet: Die Jüdische Legion ist bekanntlieh Milli׳ Juni nach Jericho verlegt worden, lim evenmelle Angriffe der Beduinen ali/iuvehren. Die Truppen .sind zum Teil in Jericho, zum Teil am Toten Meere und : :111 Teil an der Allenbvbrücke am Jordan verteilt, die derzeit die Grenze bildet. Auf der anderen Seite stehen die Soldaten des Emir Faisul. Matrikulationsprüfungen in Jerusalem Das palästinensische Bildiiirgsdepartcment hat mit der Universität in London ein Abkommen getroffen, wonach in Jerusalem Prüfungen fitr die Immatrikulation au dieser Universität im Januar P)'2I vorgenomnicn werden sollen, Fs ist auch voran-gesehen, daß tu manchen Fällen die Sclilußprüfuegen ebenfalls in Jerusalem werden ahgeliilien werden können. (״Palestinc Weckly",) StapeSlauf Triest, 30. Juli. (Tcl.-Koinp.) In Jaffa hat der Siapellaut' des ersten jüdischen Schiftes stattgefunden. Fs erhielt den Namen ״Vorläufer" um{ liißte die Flagge des jüdischen Staates, die nebst dem jüdisehen Wappen auch die englischen Farben als Symbol des englischen Protektorats trägt. Hotelwesen Die ״Internationale Hotelrevuc״ veröffentlicht folgenden Bericht ihres palästinensischen Korrespondenten: Wenn es ein Land gibt, das geradezu dazu bestimmt ist, ein Touristenland erster Klasse zu sein, so ist dies P a l ä s t i n a. Wir setzen dabei religiöse Motive vollkommen hintc lau, sondern betonen das historische Interesse. Jeder Fußbreit Land ist interessant und! historisch, und Palästina ist ganz anders dazu berufen, ein Allmvelts-Touristenlaiid zu. sein, afs die Schweiz, die nichts hat als ״'ihre Natur und ihre günstige Lqg«. in ,der Mitte Europas. :' ־ ׳ '■ ... ‘ N\ 52 Nach dem Kriege ist es uen Klöstern und Hospizen nicht mehr möglich gewesen, jeden Fremden, wie früher, atif/uucltmcn und zu vpipilcgen. Sie können es nur in bescheidenstem Maße tun, und einige der Hospize haben vollkommen schließen müssen. Allerdings fehle״ tausende und abertausende von Pilgern, die hier landeten, und der Touristenstrom erst recht. Dxi, ihre Wiederkehr ist nur eine Frage ganz kurzer Zeit, da, wie gesagt. Palästina und besonders Jerusalem stark vorwärts schreitet. Die britische Regierung erlaßt Aufrufe, an allen bedeutenden Plätzen Hotels zu errichten, besonder* m Samaria, Nazareth. Jericho, Hebron, Tiberias; während in Jerusalem, Jaffa uml Haifa Bonrding Hoikcs und Maisons Mcublees sowie Restaurants besonders er■ wünscht sind, ganz zu schweigen von europäischen Konditoreien, die es überhaupt nicht gibt. Palästina ist jetzt von rillen Weitgehenden leicht zu erreichen, uml die Anfragen von zahlreichen amerikaiu• sehen Touristen steigen mit jeder entkommenden Post. Aber wo sollen diese Menschen untergebracht werden• Man m u ß sie vom Kommen abhalten, was dem Land mit einer reichen Fabrikation von Kuriositäten lur Fremde zu großem Schaden gereicht. Zuziehende, de Hotels eröffnen wollen, finden volle Unterstützung, Bauten werden täglich neubegonnen oder vollendet, aber die Fachleute fehlen zur Uebernahmc. Sprachkcnntnisse sind von größerer Wichtigkeit als Kapital, die Bc herrsclmng von Deutsch, Französisch und Englisch ist durchaus notig. Was mau braucht, sind nicht elegante Hotels wie in Aegypten, sondern gute, einfache, moderne Unierkunftshäiiser'mit guter Verpflegung und versdm״ denen Zimmer- und Pensionspreisen, um allen Börsen gerecht zu werden. Denn Palästina ist ein Reisegebiet auch für Unbemittelte, die aus religiösen Gründen hierher kommen. Zionistische Bewegung Die fünfte Weltkonferenz der Poale-Zion ln Wien wurde die fünfte Weltkontereiiz der indisch-sozialistischen Atbeiicrpartei Poale-Zion eröfliui Die Konferenz steht vor schweren Aufgaben. Die sozial demokratische Internationale, bei der die Punk-Zion die Anerkennung als sozialistische Gruppe endlich erwirkt hatte, ist zusammengebrochen. Nun wünscht ein starker Flügel der Partei den Anschluß an die Dritte Internat!•׳- nale, welche eigentlich rechtlich noch nicht besteht, während die Zw eite Internationale heute nur ein Scheindascin führt. Die Gruppen der Partei, welche aut dem Standpunkt der Dritten Internationale stehen, sagen, daß die auf England gestützte bürgerlich-zionistische Politik das für die jüdischen arbeitenden Massen notwendige Ziel einer im sozialen Geiste aufgebauten jüdisehen Heimstätte in Palästina nicht erreichen könne, sondern daß die Lösung dieser Frage von dem Gelingen der sozialistischen Weltrevolution abhänge. Das bedeutet aber im Grunde nieht mehr und nicht weniger für die Partei als den Austritt ans der zionistischen Organisation. Demgegenüber aber wollen die Gruppen (vorwiegend die englischen und 'amerikanischen und palästinensischen Poale-Zion), welche den Anschluß an die Dritte internationale nicht vollziehen wollen, auch die Verbindung mit der zionistiselten üesamtorganisation aufrechterhalten, natürlich unter Wahrung ihrer sozialen und politischen Forderttiigen für die jüdischen arbeitenden Klassen beim Aufbau Palästinas. Wie bei diesen starken Grunddifferenzen ein Weg gefunden werden soll, um dk Lmheit der poalc-zionistischc» Partei zu wahren, darüber soll die Weltkonferenz, welche jetzt tagt, Klarheit bringen. Die von einigen hundert Gasten besuchte Eröffnung*- Sitzung am 27. Juli vereinigte zunächst noch eine kleine Zahl von Vertretern. Außer den Mitgliedern des Verbandshüros, Kaplauskv, Herl Locker und Jahrblum, waren bei der Eröffnungssitzung Delegierte aus Oesterreich. Polen. Ostgali/ien, Deutschland, England, Palästina, Amerika und Argentinien anwesend. Ingenieur Kap lansky eröffnete die Konferenz itn Namen des Verbandsbüros. wies auf die Verheerungen des kapitalishv 11impei ialistisclieu Weltkriege* link und <l!e nucli gnilinvti Verheerungen des darauffolgenden imperialistische» Friedens und auf die Bedeutung der russischen Re\״■ lution, welche die russischen Poale-Zion in der ersten Reihe gefunden hat. Es ist trotz aller Schwierigkeiten gelungen, die Eiuhieit der Partei aufrechtz.uerhalten uml die Aktivität des jüdischen Proletariats zu erhöhen, das j.ct/t in allen jüdischen Fragen mitbestimmeml!st. Und heute, wo das jüdische Proletariat bereit ist. sich mit der Erde von Erez-Israel zu verbinden, gilt es. dies nicht innerhalb des Kolonialsysteins des europäischen Imperialismus zu vollziehen, sondern durch den unauthörliehcn Kampf des jüdischen Proletariats für seine Arbeit; der Kampf muß aber auch, gestützt auf die Solidarität mit den arabischen arbeitende״ Massen, gegen den nationalistischen Egoismus der rückständigen arabisdien Kreise geführt werden, gestützt auf die Soüdaritiit mit der großen, mächtigen Arbeiterklasse der ganzen Welt, besonders aber der englischen. Ute Weh- Konferenz will aber auch den Platz der Partei in der jüdischen Volkswelt bestimmen. Ferner ist es A»1׳ gäbe der Konferenz, zu bestimmen, zu welcher so/!alistischen Internationale die Partei gehört, und wie sie sich den Aufbau der Internationale vorstellt, ob die poalczionistische Partei die Einigkeit der jüdischen Arbeiterklassc ״Iler Länder sichern und ob der poalc-zionistische Weliverbami den Platz behaupten kann, der ihiri *״ der Welt und im jüdischen Volke gebührt. In der' Vormittagssitzung am 28. Juli wurde /»־ nächst die Wahl des Büros vorgenommen. Hierauf erstattete Berl Locker den Tätigkeitsbericht der Verbandsleitung über die Periode 161) bis 1620, in dein er die Schwierigkeit der sozialistischen Stellungnähme der Partei während des Krieges und nachher hervorhob. Präsident Kaplanskvl begrüßte hreraut den als Gast der Konferenz erschienenen unabhängigen Sozialisten Oskar Cohn mit. herzlichen Worten. Eine Erwiderungjt Oskar Cohns;wurde beegejstert auf genominen.!

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