Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 50 (27.7.1920)
- Date
- 1920-07-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 50 h J Seite 401 K ׳, m- Irlin? dvr cf* aivn t Hi 4J c״'"^ n ך י c סיג..׳» Soziale Volksarbeit Referat von Dr. Siegfried Moses, Berlin A. Die Gliedern״« unserer 'Ti««X׳i t״,vo״‘de? ich sieh gebracht, dal) die soziale A r■ ’ vn-rlmie unserer letzt sprechen will, sch״״ mehrladi un Verba.״!Immen berührt worden ,st ״ Re kr. u k 0 imrcrei» Frauen der zionistischen l is.inilpolitik ist «er Wert der sozialen Arbeit hervorgoh011< ״ worden, um der 1״!..,!! ׳■li ii'isberielit des Geschältsfuhrciiden Ausschusses v״vvie der allgemeine Bericht über die Arbeit in Deutschlind Int sogar bereits iimnchcrlei Einzelheiten über die im Bereich der Zionistischen VerciiviRim« für Deutsch- ןi,kI geleistete■ soziale Arbeit enthalten. Trotzdem und ohjjleidi der Delegierten(,1׳g nad1«erade bereits ein R e e 111 hat, reforatmüilc zu sein, halte ich es tür erforderlich, dal) das vorgesehene kurze Somierreferat über die soziale Volksnrlicit «chatte», dal) wollt zum ersten Male auf einem (leutseheiv Dolegiertentag - - im Z 11 s n 111 m e n h a 11« e von der sozialen Arbeit gespnieiien wird, nenn dadurch wird die Bedeutung do•!,nmentiert, die. ein bestimmter in Ansätzen seit jeher vorhandener Kreis zionistischer Aufgaben in der letzten Zeit durch iiiillereu Zwan« mul inneren Dran« für die Gesamtheit der deiitsclicn Zionisten erlangt lut. B, Ich kann und will dieses Referat nicht mit einer eingehenden Schilderung der bisher von Zionisten so/i.1׳icn Arbeit bcln-iten. IK'$h1!b crvwiinic 11b nur kurz, tlali vor dem Kriege besonders Pogronueitcn unseren Ortsgruppen Gelegenheit zur I liSfstatigkcit «ahen; ich erinnere an die Fürsorgearbeit der zionisti- 'dien hrauenvereiue, namentlich z. B. der Jüdisch- Nationalen Frmicnvcrcinigimg in Berlin; ferner haben /. B. zionistische Studenten mehrfach Unternduskurse für ostjiidisclie Arbeiter veranstaltet, wenn eine Pogroiuweile nlötz'ieh eine gröbere Anzahl Ostlüden nach Deutschland warf. Im übrigen werden wir zu der sinnfälligsten Vorstellung der jetzigen zionistischsozialen Arbeit wohl dann gelangen, wenn wir uns an die drei Institutionen erinnern, um die sich diese Arbeit in den letzten Jahren zu einem sehr erheblich;11 Teile gruppiert hat: das Volkshcim, das Arbeitsamt und das Arbeiteriürsorgea.nu. Diese drei Institutionen zeigen z.unächst cüminil, tlali unsere soziale. Arbeit ganz überwiegend () s t j u d 1• 11 n.rb e i! ist; das hängt zum Teil mit der durch den stanken Ostjudenzu/u« bewirkten Aendciuiig in der Struktur des deutschen Judentums zusammen, von der Biunienfeld gestern ausführlicher gesprochen lirnt. Die drei Institutionen kennzeichnen zugleich drei Flappen der Ostjudennot. Während das im Kriege gegründete Volksheim die allge- 111 eine 11 Schwierigkeiten zu lindern sucht, die Fremd- •■ein und Ariusein mit sieh bringen, eiitseldoli sicli die Zionistische Vereinigung iiir Deutschland nacli Kriegsende zur (irümiung des Arbeitsamts, weil nach dem Kriege die Schwierigkeit der Arhcitsbe- Schaffung in den Vordergrund trat. Und im vorigen Jahre kamen zu den allgemeinen und z.u den berufiahen Selmlengkeilcn auch noch so ernste politisdie Schwierigkeiten (Verli,׳!innigen, systematische Aus- Weisungen usw.), daß eine Zusammenfassung aller Mittel und Kräfte unerläßlich wurde, die überhaupt im I11iere-.se der Ostjiiden .wfgehotc» werden können:־ So kam ea zur Gründung des A r b c i t c r f iirso r« e - 11111 s, .ui dem die Zionistische Vereinigung für Deutschlaml zusammen mit den anderen groben jüdischen Orgiuiisationen beteiligt ist; sie hat eine besondere Verantwortung für die Tätigkeit dieses Amtes dadurch über- ׳״mimen, dab sie einen der drei - einander gleichberechtigten Vorsit/endenposten mit einem Mitglied des Zentralkomitees besetzt hat. Im einzelnen untermlitet über die Voraussetzungen und Methoden der Arbeit des Arheiterfiirsorgcamts die von dasci lierausgegebene Schrift, die an alle Mitgl'.eder des I!•elegiertentages verteilt worden ist. Um d e Durchführung der umfassenden sozialen Aufgaben 'ulU'ivustellen, die dem Arheilcrlürsorgeamt gestellt ■•״nt, hat sieb jetzt ganz, neuerdings in loser Anlehnung 1a das Arbeitei fürsorgeamt eine ״I ii d i s c 11 - S o 11 a I e \ 1' b e i t s ge m c i u s c 11 a f t" gebildet, deren Mitglieder •ozial interessiert und größtenteils sozial geschult sind und sich für die Volks;irlieit zur Verfügung׳ stellen. Zur Vervollständigung des Bildes, das wir von linse- 1 er sozialen Arbeit gewinnen wollen, ist selilielJlieli aus der neuesten Zeit noch eine Aktion z.u erwähnen, die 1.:f /ionistisehc Initiative znri'tck/uführc» ist, weimgleieh sieh an ihr jetzt erfreulicherweise aucii die groben jüdischcn Wulilt'aUrtsorgauisatioiHiii beteiligen, ich meine ״die jüdische Hilfe für das jüdische Kind“, eine lliif'sikiion, die notleidenden jüdischen Kindern uaiiieiitlidt in Deiitsdil.ind und Oesterreich llill'e durch zeitweise Verpflanzung auf das Land und in sonstiger Weise luingen soll. Den ersten Anstoß zu dieser Aktion, aber die die jüdische Ocffenilidikeit demnächst ausfiihrhvh unterrichtet werden wird, hat unsere GesinnungsiiiKHsin Anita Müller aus Wien gegeben. C. Die Auswahl diu׳ Gebiete, auf denen sozial »;׳arlieiict wird, zeigt, daß uns 1' m einzelnen das '11׳setz des Handelns, (lall uns das ״Wie“ der sozialen •'locii von der Judenivot, insbesondere der Ostjuden- ׳״׳(, torgeschrieben worden ist; vom ״äußeren Zwang“, wie ich es vorher nannte. Daraus darf man aber nicht etwa folgern, dal) der Wille zur sozialen Arbeit, überdas ״Ob“ der sozialen Arbeit, ein Produkt der 1‘111׳eien Verhältnisse ist oder sein darf. Sondern1 der innen' Drang, der uns zur sozialen Arbeit führt, tritt •1׳s mindestens gleichstarker Antrieb neben jenen äitbe- 1en Faktor. I K-nn was bedeutet uns die soziale Arbeit? F Unsere soziale Arbeit "ist Qolusarbci t im י gentlichsten Sinne dieses Wortes. Es ist d i e Arbeit, un׳ eine Verbesserung der Lebe nsbedi o- 11 ״gen der in Deutschland lebenden J ,11 d e 11 zum Ziele hat. Unter Lcbeiisbedingungeii sind!tr|״® etwa nur di« wirtschaftlichen Daseins* *imstande zu verstehen; auch geistige oder sittliche. Not- I I J { ^־־* / €—> stände können schon wegen ihrer Rückwirkung aui die wirtschaftliche Lage der davon hctroffeiu-11 Volksschichten, aber keineswegs nur aus diesem Grunde - ein Fiugreifei» erforderlich machen. In ihren Voraus- Setzungen und Zielen weist von (len uns Zionisten seit langem ganz geläufigen Attfgabenkreiseu die engste Verwaudtsciiaft niit der sozialen Arbeit wohl d i e Arbeit auf, die der körperlichen Ertüchtigung des jüdischen Volkes dient. Wenn von nichtzionistischcr Seite1) insbesondere auch die U ebe r wi 1ul 11 ״ g der KI a ss eng egensä tze als ein Ziel der jüdischen Sozialarbeit bezeichnet worden ist, so kann ich dem nicht zustimmeu. Ich persönlich teile den Standpunkt, dal) es Klassengegensätze, wie sie die anderen Völker in so erheblichem Umfange au (weisen, bei der besonderen Struktur des jüdischen Volkes überhaupt nicht gibt; nun ich glaube, auch diejenigen Sozialisten, die die Richtigkeit dieser Ansicht für (las jüdische Volk 111 seiner Gesamtheit bestreiten, brauchten ihr insoweit nicht zu widersprechen, als es sich um die in Deutschland wohnenden Juden handelt. Die starken Gegensätze, die innerhalb der deutschen Juden• heit bestehen, Italien neben den politischen und religiösen Differenzen insbesondere auch den Unterschied zwischen West- und Ostjudentum zur Ursache; aber der rein wirtschaftliche Klassengegensatz hat jedenfalls für die deutschen Juden auch nicht ״iiiüihcrml die Bedeutung wie bei anderen Völkern. Das letzte und zugleich höchste Ziel der sozialen Arbeit ist bevölkerungspolitischer Natur. Bei anderen Völkern unterscheidet man zwischen der Sozialpolilik, die insbesondere durch staatliche Maßnahmen systematisch das soziale Niveau des Volkes zu1 lieben versucht, und der sozialen Fürsorgearbeit, die sich mehr die Abhilfe in den einzelnen Fällen sozialer Not zur Aufgabe macht. Eine derartige Unterscheidung kann das jüdische Volk in der Diaspora sich nicht leisten. Was systematisch geschehen muß, um das so• ziale Niveau der in Deutschland wohnenden Juden zu hebe», oder um z.u verhindern, dal) es sinkt, das kann nur durch die freiwillige soziale Arbeit von Juden geschehcn, und in diesem Sinne mul) all unsere soziale Arbeit zugleich sozialpolitische Arbeit sein. Von den Institutionen, die ich vorher kurz besprochen habe, würden etwa Volkshcim und Kinderhilfsaktion mehr den Charakter der sozialen Fürsorgenrbeit, Arbeitsamt und Arbeiterfürsorgeamt mehr sozialpolitischen Chanikter haben. 2. Soziale Arbeit überhaupt wird an den in Deutsch- )and 'lebenden Juden von verschiedenen Organisationskreisen aus geleistet. Zunächst darf man nicht an der Tatsache Vorbeigehen, dab die in Deutschland wohnenden Juden grundsätzlich und praktisch auch Objekte der a 11 gc m e i n e n. Wohlfahrtspflege sind. Nur erlabt diese Wohlfahrtspflege sie nicht in ihrer Eigenschaft als Juden, sondern in der Eigenschaft als Bewolmer Deutschlands, una sie ist deshalb, unter jüdischcn Gesichtspunkten betrachtet, nicht 's y s t e ma tisch. Ucbrigens zeigt die Erfahrung, daß von den beiden Zweigen der ,allgemeinen Wohlfahrtspflege sich in erheblicherem Malle nur die öffentliciie Wohlfahrtspflege auf die Juden erstreckt. Die allgemeine private Wohlfahrtspflege befaßt sich nicht allzuviel mit ־den Juden - eine Tatsache, die nur zum Teil darin ihre Erklärung findet, daß die jüdische Wohitalirtsptlege in gewissen tiren/en die allgemeine Wohlfahrtspflege überflüssig macht. I lies« j ü d i s c 11 e W o 111 f a 11 r t s p f I e g e ist so mannigfaltig, 'daß ein Versuch, ein anschauliches Bild! von ihr zu gehen, im Rahmen dieses Referats fast ebenso uiuiiüglidi ist wie etwa eine Gesamtdarstellung der all- , gemeinen Wohlfahrtspflege. Mannigfaltig ist sie insoj fern, als von verschiedenen Ausgangspunkten aus nach den verschiedensten Methoden der Versuch unternommen wird, die verschiedensten sozialen Nöte zu lindern. Wallrend z. B. die (irümiung der Chewras Kadischas im wesentlichen auf rein religiöse Gründe /uriiekzuführen ist, sind die zahlreichen jüdischen Fraueuvcrcine wohl meist aus mehr nilgemeinem jüdischen Wohltätigkeitssinn - der ja allerdings vielfach auch stark religiös beein•!hißt ist -- ins Leben gerufen worden.־) Auch bei der Wolltahrtspiiege der jüdischen G e m e i 11 d e 11 gehen verschiedene Gesichtspunkte nc'lmicmamk'r her. Sie iialHin naturgemäß sehr vielfach aus der allgemeinen Wohlfahrtspflege ebenso wie die Methoden, so auch die leitende 1t Gesichtspunkte entlehnt. — Die großen über das ganze Reich sich erstreckenden jüdischen Wohlfahrtsorganisationcn haben sich u, a. insbesondere die A n s t a 11 s f ü rso r ge zur Aufgabe gemacht. I?',11 ‘י^?c. jüdische Wohlfahrtspflege hat ,nun die in uer letzten Zeit von Zionisten geleistete soziale Arbeit un/weitcllialt eine besondere Note liiiieingcbraelit. Zum l eß hat sie sich der allgemeinen jüdischen WohSfahrts* ptlege (ungegliedert, zum Teil ist sie auch selbständig neben jene getreten. Worin liegt ihre Daseinsbcrcch- Uguug i . dei den Vorstellungen, die teilweise über zionisüsehe (icdankciigange und Bestrebungen herrschen ist es vielleicht nicht überflüssig zu sagen, dab die soziale Arbeit von Zionisten selbstverständlich nicht geleistet wird, um zionistische Propaganda zu treiben Es würde dem Wesen der sozialen Arbeit durchaus widersprechen, wenn etwa in irgendeiner Weise Abhängi״- keilen, die sich aus ihr ergeben, zu Zwecken ausgenutzt würden, die nicht mit der sozialen Arbeit selbst in unmittelbarem Zusammenhang stehen.1') *) Ollendorf, Von Zielen und Wegen jüdischer Wohlfahrtspflege in der Festgabe für Dr. Albert Lew ״Vom Wesen der Wohlfahrtspflege“, Berlin 1918 S. 53 s) Vgl. Dr. Scgall, Die jüdischen Frauenvereine iif Deutschland, Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden 1914, S. 2 ff. ג) Vgl. Khmcker, Fürsorgewesen, Leipzig!918 S. 76. rנ ׳׳* ץיל*״ ״ 1!0 ׳ י ח: C..f «all tfe.;..i ''1'dB Ci -•19 ''•׳״*•■•*י Daß Zuinisteii sozial arbeiten, ist selbst' ei standhell schon deswegen außeroatentlidi erwünscht, weil ganz allgemein und schlechthin im Verhältnis zu dem unge- )!euren Maß an sozialer Arbeit, das geleistet werden muß, die Zahl der Sozialarbeiter viel zu gering ist. Hierzu kommt dann noch der besondere Grund, daß die Juden - deren starker Anteil an der modernen Wohlfahrtspflege gerade auch von spc/insch christlichen Sozialarbeitern anerkannt wird1) — vielfach ihre Arbeit nicht der jüdischen Wohlfahrtspflege, sondern der allgemeinen widmen. Entscheidend aber ist, wenn ih.iii die Frage vom Standpunkt der Wohlfahrtspflege aus betrachtet, der Gedanke, dab die besondere Note, die die zionistisch orientierte soziale Arbeit in die jüdische .Wohlfahrtspflege bringt, diese Wohlfahrtspflege ganz, wesentlich fördert und bereichert. Fine sozia'e Arbeit, die nationale Gesichtspunkte kennt und n.itionnle Maßstäbe anwendet, wäre dein deutschen Ju<lc1t* tum sicherlich schon immer außerordentlich nützlich gewesen. Seit aber die ostjüdischc Not gerade auch in Deutschland Formen angenommen hat, die nur 'durch die tatkräftige Arbeit entschlossener und von nationaler Liehe beseelter Menschen wirksam!״■kämpft werden können, ist die zionistisch orientierte soziale Arbeit völlig unentbehrlich geworden. Und nicht nur die soziale Arbeit braucht die Zionisten, sondern auch die Zionisten, oder wenigstens ein großer Teil von ihnen, brauchen die soziale Arbeit. Das gilt nnmentlicli für viele Frauen, die aus den verschiedensten (}runden für die sonstige zionistische Arbeit — etwa die politische oder die kulturelle Arbeit - bi-dier schwerer zu aktivieren gewesen sind. Was gerade diese Arbeit für Zionisten so anziehend und so wertvoll macht, ist ja vor allem die Tatsache, daß es sich um Arbeit am jüdischen Volke handelt. Schon in der allgemeinen Wohlfahrtspflege•'׳) hat man es als eine ״kostliehe Wirkung" der sozialen Arbeit bezeichnet, daß sie die rein menschlichen Beziehungen zwischen den A11gehörigen der verschiedenen Gesellschaftsklassen entwickelt und pflegt. Dem Zionisten bedeutet sie deshalb unendlich viel mehr, weil sie ihm nicht bloß sozial fernerstehende .Schichten näher bringt, sondern 111; 11 selbst die innige Berührung mit dem jüdischen Volkstum vorschafft, die er als unentbehrliche Grundlage seines jitdischen Menschentums erstrebt und aut ,1111101»• Weise nur recht unvollkommen zu erlangen vermag. Durch die Förderung sozialer Fälligkeiten und der menschlichen Beziehungen zwischen den Volksgenossen hilft die soziale Arbeit schließlich auch mit dazu, günstige Voraus- Setzungen für das G e in e i n s c 11 a f t s I e he n in l'u- 1 ä s t i 11 n zu schaffen. D. Bejaht man die Notwendigkeit zionistischer Sozialarbeit, so ergibt sich daraus zwangsläufig, daß man sich auf zionistischen Tagungen, in’ Zusammenkünt'ten von Zionisten über das W ie dieser Arbeit klar werden muß. Nun steckt die Arbeit noch so stark in den Anfängen, daß es kaum möglich ist, jetzt schon ein System der von Zionisten zu leistenden Arbeit autzustctlen; handelt es sich doch um ein Gebiet, auf dem nichts verkehrter wäre, als die Entwickelung von Theoremen ohne hinreichende praktische Erfahrungen Immerhin lassen sieh die Ziele und die Methode״ der Arbeit in großen Umrissen wohl bereits erkennen. 1. Die Ziele, die wir Zionisten bei der sozialen Arbeit tu Auge haben müssen, sind naturgemäß verschieden, je nachdem ob es siel! um die allgemeine Wohlfahrtspflege, um die jüdische Wohlfahrtspflege oder um (iebiefe handelt, die sich iiir selbständige zionistisehe Aktionen eignen. In der• allgemeinen Wolilfahrtspllc^c wird 111311 selbstverständlich eine Beeinflussung der Methodik und Organisation der Arbeit im allgemeinen nicht erstreben können; vielmehr wird man stell damit begnügen müssen, dahin zn wirken, daß auch in der .illgeincmen Wohitahrtspflege die 1 11 r sorge für Juden in möglichst weitem Um lauge du re IM ״den ausgruht wird; da soziale Arbeit Arbeit am Menschen ist, iuulet man für diese Forderung gerade auch bei nichtjüdischen Sozialarbeitern volles Verständnis. Viel weiter sinu die Ziele zu stecken, soweit cs sich um die jüdische Wohlfahrtspflege Itamlcit, Man kann das Mal) an Arbeit und Woliltüttekeitssiini, das in der sozialen Arbeit der jüdische״ Gemeinde״ mul Wohl* talirtsvereine steckt, sehr hoch veranschlagen und gleich- \v7 1 ״' , r A,'sicllt sci״- daß 'die gegenwärtige jüdische Wohllahrtspilege vielfach durch Breite zn ersetzen versucht, was ihr an Tiefe und Gehalt fehlt. Das Recht zu solchem Urteil dürfen wir Zionisten für uns in Anspruch nehmen, trotzdem die grolle Mehrzahl von uns noch mellt auf die jahrelange Mitarbeit himveisen kann, Ute man gemeinhin hei dem Kritiker solcher lustitutioncn vorauszusetzen pflegt. Denn die Mängel der jüdischen Wohlfahrtspflege die, ich wiederhole es, in voller Würdigung ihrer Leistungen erwähnt werden müssen יי ' tischen facli die Arbeit beherrscht; und von diesem Geiste gewnmt man mich ohne jahrelange Mitarbeit eine Vor- Stellung. Es muß sich notwendig in Uer z\rbeit selbst mnclieii, wenn man z. B. glaubt, die Tatjüdischen Arbeit auf sozialem Gebiete erst ״״K״'־!'\nC״:'״!:;t" und sozusagen entschuldigen zu müssen Man kann es vielleicht verstehen, wenn ein ״!uS״'.V 'Cr GeislhcherG sagt, mir ״um. der Ordnung vvill •״ greife die konfessionelle Liebesarbeit aus der z.aj11 uer Volksgenossen zuerst die Glaubenszugehödgcn heraus. Aber wir haben kein Verständnis dafür, dal! in einem nn ״Verband für jüdische Wohlfahrtspflege" ״; ייu1h1״|h uu\.i L.1,ian1Hj4tu i ru.tunt wcrüt‘11 ,־־ WR<■‘״ weniger in organisatorischen oder prak- Dingen, als vielmehr in dein Geist, der vielbemerkbar sache der -״»•••׳.־*»״׳י״“׳‘״״ D. Mahling Das Verhältnis der konfessionellen ZLev a J׳ctjje1״e״ Wohlfahrtspflege, Fest- Liebesarbeit gäbe für Dr.