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Jüdische Rundschau · 1920-07-27 · Heft 50 (27.7.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 50 (27.7.1920)
Date
1920-07-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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JU EDiSCH E RUNDSCHAU Nr. 50 $eile 400 wickln 1»;; der zionistischen Bewegung gehen. Wer , nicht t'iir die von uns vorgeschlagene» Mittel ist, kann mehl hi'11.1 ווי* 1י(1ו, <l,1li er für «1,1« Ziel der Nali1>11.1IKn11111׳;’, <les Hodens kämpft,“ Herr Schweiger erklärt, im Namen des Misraehixiil'.imles der Xc'ire-Zioii. ״Wir haben die Ueberzi'ugun״, tl.«H nur durelt die Nationalisierung■ des Hodens 1 Ins indische Palästina geschaffen wird. Der von Ihnen angenommene Heschluh führt /.n einer antizinnistischcu 1 l’oütik. die wir bekämpfen werden. Wir verkünden die I osimg, jüdische Arbeit auf jüdischem Hoden. Diese ] I osung werden• wir in die jüdische (fasse und ms ludisehe Volk tragen und durchset/eu, und wir sinn «!eher, «lall die Zukunft der zionistischen Bewegung unserer Losung Recht gehen wird.** Dr. Klee erhält das Wort und teilt der Versamm- Im«;!, die sich zmn /eichen «ler Trauer crlichl, die traurige Nachricht mit, dal! Prof. Israel l'rieil- I ,1 n d e r und sein Rciscgeiiossc K a 111 o r iu der I Trainc gefallen sind. Prof. L'riedkimler ist iu Ausnlmng seiner jüdischen Pflicht als Kommissar des Joint! Distribution Uomniitlec gefallen. Die gesamte /in-!!,;«tische Bewegung kennt mul sehätzt Israel Friedj omlcrs hochragende Persönlichkeit. Wir mußten, dali I wir in ihm einen der jüdischen Sache aus ganzem I lerzeu ergebenen mul mit allen Eigenschaften des Herze »- und des Charakters ausgezeichneten Mit- ,irbeilcr und l ivund besitzen. Sein Wissen war im ganzen jüdischen Volke hoch geschätzt. Wir und das .:an/c jüdische Volk trauern um ihn und werden sein Andenken lioehh.illeu. Seine Familie, der Familie Heutwich, entbieten wir «len Ausdruck unserer herzlichsten I eilnalime, Dr. Isidor Sclmlit erhält hierauf das Wort zur Begründung «ler Resolutionen der politischen K0111mission. Da« erste Wort, beginnt der Redner, gebührt iu liescar Augenblick dem Andenken unseres Meisters, 1' ii e o 11 o r 11־ e r z I. Als I lerzl den eisten Kongreß rinberief, gab er dem jüdischen. Volk die Wcltlribiine mul zeigte ihm «las Ziel und die Wege zur Sichetung seiner Zukunft, Er verstand es, aus der JmteniTage eine t rage der menschlichen Zivilisation zu machen. Wir Itabcn mit lierzl seinen Gedanken nicht begraben. 1 1' lebt fort. Es war die notwendige Entwicklung des politischen (iedankens, dali im rechten Augcsnhlick der zionistischen Bewegung in Weizmanu mul Sokolow'dic Führer erstanden, die die Verwirklichung de« grolle» Zieles durchführen konnten. Und es war die Pflicht und die Konsequenz des politischen Gc«la»l,111׳> des Zionismus, dali in der Person vo» I ״uis Brand eis dem jüdischen Volk noch cm Führer erstand, der an der Durchführung der Arbeit so cotschiedemlcn Teil nehmen konnte. Der N a me unserer Führer ist für alle Zuk u 11 f t mit d e 1 j 11 d i s e 11 e n (i e s c h i c h t e u 11 - i r e 11 n b a 1 v e 1 b 11 n d e 11. F ii r ihre Tat 11 a 11 k t ihm 11 das jüdische Volk aus vollem und ganzem Herzen. Die politische Kommission hat m alle Dokument«• mul Schriftstücke Einblick ge•!mimncn und kann Hüten' sagen, dali der Weg, auf welchem unsere Führer die Bewegung geführt haben, beig.ml gegangen ist von der Halfoitrseheti Deklaration zu den Beschlüssen von San Renm, der Ucbcrtiahmc des Mandat« durch Großbritannien, die Ernennung von Sir Herbert S a m u c I zum High Coinntissioner und zu der königlichen Botschaft, die soeben ergangen ist. Nun müssen wir zur Erkenntnis gelangen, dali die Zeit der WAirte vorüber ist und di«■ Tat beginnt. Wir haben noch nicht unseren Judenstaat, aber was wir littben. kann unser Jtidetsfaat werden und cs wird unser liidcns'nnt werden. Daiilt «lie iliittc Smatslvg, Hmhiiig des jüdischen Volkes, werden wir wieder einen Markstein in «D ge- «chiduiiibe Entwicklung der Menschheit setzen, der den Sieg der Sizilien (ierechtigkcit bedeutet. Unser Dank an unsere Fäh ■er darf kein leeres War, bleiben. Wir ntüs«c1׳ in «11.1 unsere ganze Kraft, Begeisterung i und Arbeit hiiieiiilege». Das Fundament ist gelegt, «lie Sache des jüdischen Volkes ist es, da« Werk atifzubauen Ich habe die Elite Ihnen Namens der p liti- «civil Kommission 1.|;em!e Res•!l.iti men zur Annahme zu empfelile'i: R e s ,1 | 1, t ן .! n I. .,Die in l.omiou _ tagende J ihreskoufcrciiz «ler Zioms1is«lu1t Wcitorgauisap.m begnilll mit gröllter E'reiulc ,nid Dankbarkeit den Beseltbill von San Rcnio, die Balfonrsthcn Deklaration in «lern Fiiedensvertrng mit «ler Tiirkei aufziniclmiei! uihI die Annahme des Man- «lates J'tir Palästina durch Großbritannien zum Zwecke der Errichtung einer nntinualeii Heimstätte für das jüdische Volk. Die Konferenz drückt ihre feste Uebcrzeuguug aus, «lab die von England und den alliierten Mächten anerkannten Rechte des jüdischen Volkes attf sein Land vtich vom Völkerbunde verbürgt werden. Die Jahrcskouferenz erklärt, daß das jüdische*Vo!k allen Nationen gegenüber, die au diesem großen Werke teilgenommen haben, insbesondere dem großen britisehen Volk, und seinen Führern gegenüber von den (iefühlen tiefster Dankbarkeit erfüllt ist.‘‘ Resolution II. ״Die Zionistische Jahrcskouferenz erblickt in den bisherigen Zusicherungen öffentlich rechtlicher Natur die Grundlage für die Schaffung eines jüdischen Palästiiin und liegt die Zuversicht! daß die noch zu führenden Unterhandlungen zu einer vollen Verwirklichung «ler zionistischen Bestrebungen führen werden. Die Jahrcskouferenz dankt den Herren Dr. Weizmann und Sokolovv für ihre im! Interesse des jüdischen olkvs geleisteten aufopferungsvollen Arbeiten und spricht ihnen ihr Vertrauen aus.“ Die vorgeselilagcnen Resolutionen weiden unter hiiiuseiulcm Beifall einstimmig angenommen. Hierauf verliest «ler Präsident Louis Lipsky ein von! Prime Minister Lloyd George aus Spa an Dr. Wcizmann für die Zi misEsch.' Organisation gerichtetes Telegramm: ״Ich sende meine hcrz'ichslca Glückwünsche dem ersten zionistischen Weltkongreß seit Ktiegsausbruch aus Anlaß der Wiedererstattung seines nationalen Heims an das jüdische Volk. Ich vertraue auch fest darauf, dali «las jüdische Volk .alle seine Eigenschaften der Lnergie und I 11t>.1111״■.seiilnät 1111(1 «11־1־ Toletauz, Weisheit und Ueherleguiig gegenüber seinen Mitbürgern lu Palästina beweisen wird, Eigeiisduften, die für seinen Erfolg tiiierlälllidi siml. Wenn «lies geschieht, so bin ich überzeugt, daß das jüdische Volk abermals einen ״roßen 11 ml segensreichen Beitrag zum Fortschritt der Menschheit leisten wird, Lloyil George“. , Die Verlesung wEd 111 t stuun sdieni l’cif ill aufgenominal. Auf Antrag von Rev. Goldbluoin wird beschlossen, das Telegramm tlureh eine Dunkilepeschc der Zioni- *tischen Jahrcskouferenz zu erwidern. Hierauf wird die Sitzung bis auf Morgen vertagt. Plenarsitzung vom '20. Juli ld'itf, 10,-15 vormittag«. Ilerr Louis Lipsky eröffnet die Sitzung und erteilt das Wort Adolf Boohnt zum Bericht über die zweite Gruppe der Beschlüsse der Pnlästin k minTssio i, betreffend Kolonisati.msfragen. I'oehm bestündet «lie vorgelegte 11 sieben Tluseit und teilt zum $.111.111 n cli mit, dali der Kommission ein Entwurf der amcrikau'schcu! zionistischen Organisation zur Aiisicillimg von 1,0(KMi I Juden in Palästina Vorgelegen Inbe. IXe Kotnmissi >n nabe nicht alle Einzelheiten tlieses Projektes prüfen können, sei jedoch im allgemeinen damit einverstanden! gewesen. I II. K o I o n i s a t innsfr a g e 11. 1. Die nationale Kolonisationsläfigkeit hat die An- Siedlung des jüdischen Arbeiters zum Ziele. 2. Angesictlclt sollen nur solche Arbeiter werden, «lie sielt in Palästina in langjähriger Praxi« bewährt haben, sowie Juden, welche im Galntb selbstarbeitcmle Luudwiitc waren. Arbeiter, die sieh im Gallith laudwirtschaftliche Kenntnisse erworben haben, sollen cr«t nach einer entsprechenden Arbeitspraxis »;11 Lande angesiedelt werden. Der Eignung der Frau für die Ansiedlung i«t he- :«lindere Beachtung zu selunikeu. 3. Zwecks Besiedlung und Vorbereitung von Besieillung sollen nach Möglichkeit große, zusammenhängende Gebiete, auch solche, die erst ameiioriert und saniert werden müssen, durch die Zionistische Organisation gesichert werden. I. Die Ansicdlnng von Anwärtern mit eigenem Kapital i«t ihrer Wichtigkeit entsprechend aufs entschie- «lenste zu fördern, s )fern sie sieh den Prinzipien «ler nationalen Kolonisation unterwerfen. 5. In Anbetracht der Wichtigkeit, schnell zu intensiver Ausnutzung der Ländereien über/ugehen, sind mit äußerster Beschleunigung einige Siedlungen, sowohl auf bewässciiiarcni als auch auf mibewüsscrbarem Boden nach «len Methoden «ler intensivsten Bodennutzung auzi.legen, Die hierfür .notwendigen Geldmittel sind zur Verfügung zu stellen und mit der Vorbereitung dieser Sicttlimgen sowie de« dafür nötigen Menschenmaterinls ist eine Kommission von Fachleuten zu betrauen. 6. Oeffentlicliv Arbeiten dürfen von der Zionistiselten Organisation mtr nach volkswirtschaftlichen Gesichtspuii'ktcn dnrchgefülirt wenlen. 7. Der J. N.-F. als soklici betreibt keine Kolonisation um! führt, abgesehen von der Batimspettdc, keine Aufforstung aus. Er führt die Amerlioiation seiner Böden durch. Er beschränkt diese Tätigkeit auf diejenigen Arbeiten, die nötig sind, um den Boden in einen wirlselinftsl'äliigen Ziistaml zu versetzen, Tabcnlcin (Poale-Ziou) unterbreitet zu itcn Kolonisationstliese» einen Minoritätsaiitrag, bestehend ans zwei Resolutionen und zwar: 1. Die jüdisch■.־ Kolonisation, sowohl städtische als agrarische, soll vollst;im!i;׳ aut jüdischem Nationalfondsh.jilen in Uchcrcinstiaimutig mit den Prinzipien «los J. N. F. vor sich gelten. 2. Die zionistischen Kol.misntionsinstitute dürfen ausschlidllich solch«■ laiulwirtscbattliche Siedlungen, 1 oder solchen städtischen I läitserbatt unterstützen, die j auf Nationalfomlsb.xleii vor «ich gehen, oder seiner Verfüguiigsiiuulit übergeben werden. Sodaniv begründet Ben Gurion (Aeluluth Haawodah) folgend«•* Amemlement: 1. Die Regulierung der Angelegenheiten des urheitemien Jisdv.tb wird ausschließlich der Vertretung der arbeitemlei! Gesamtheit übergeben. Diese Vertrctungskürperschaft wird nach einem Modus gewählt werden, «len «lie allgemeine Konferenz «ler palästinensischett Arbeiterschaft fcstlegcn wird. 2. Die Zionistische Organisation anerkennt die Arbeiterinstitiite auf den Gebieten der Arbeitsbesdnffuiig. «Icr Genossenschaften, der Kultur, der medizinischeit Hilfe, des gegenseitigen Kredits und der Orgaitisiertuig der Immigration arbeitender Elemente; sic vollzieht ihre Tätigkeit auf diesen Gebieten ausschlielilieh durch sie. Der Vorsitzende gibt bekannt, daß er zu Minoritiits- und 'Majoritätsaiitrag, sowie zu jedem Amendement je einem Redner für und gegen das Wort erteilen wird. Vcliin (Palästina) spricht gegen den Minoritätsantrag, insbesondere aber gegen «len Antrag Ben Gurion, der seiner Meinung nach einen Staat im Staate schaffe. Die Leitung der wichtigsten Angelegenheiten könne nicht einer einzelnen Gruppe übergeben werden, sie müsse der Gesamtheit des Volkes znstehen. Sprinzak (Hapoel-Hazair) begründet ein Amendement zu Paragraph, 1 des Kommissioiisaiitragcs, wonach dieser Paragraph lauten soll: ״Die Zionistische Organisation befaßt sich nur mit solcher Kolonisationsarbeit, welche die Ansicdlnng des jüdische» Eigenarbeiters auf Nationalfondsboden zum Ziele hat.“ Kaplan (Zcirc-Zion) begründet eia Amendement zu Paragraph 4 des Kommissionsantrages, welcher lauten soll: ״Die Ansiedlung von Anwärtern mit eigenem■ Kapital ist zu fördern, sofern sie sich den Prinzipien der nationalen Kolonisation unterwerfen (Sclbstarbelt).“ In seinem Schlußwort erklärt der Berichterstatter, daß die Minoritätsanträge ganz neue Anträge darstcilen, welche der Kommission nicht Vorgelegen haben, ln der von Taben kin vorgehrathteu Fassung, bedeute der erste Minoritätsantrag bloß einen frommen Wtm«ch, d״ nü m.indcii binde, «ler Antrag 2 sei beieit« gcslrm;1|, ״«lehnt wurden. Bo eh tu persönlich halt« ihn \, Berechtigt. Die Anträge Ben Gurion gehörten oig׳v-״t. lieh nicht zur Kolom«atio11sfrage, sondern zur |-r.,״v «ler Organisation. Line besondere Gefahr bedeut«• «laß diese Anträge, die Kompetenzen abgrea/en mi|R״ «ehr unklar stilisiert seien. 1 tu Inhaltlichen be<ic1nc״ sie eine Absetzung der Gesamtheit, sowohl «ler!׳!,. nistiseheii Organist»tum, als auch des judisvbvn Volke, zugunsten eines bestimmten Teiles. Der Antrag Sprjn' / a k sei mit «lern Majoritätsvotum vereinbar und bedeut mir eine Wiederholung des gestern bereit« beschloss, Prinzips. Nach einer Geschattsorilnniigsdcbattc, an (lei s1tfl .11 liier dein Voisitzenden Kaplan, l.evite und ||(.n Gurion beteiligen, wird beschlossen, zuerst «In■ ,\W,Wj. tätsanträge und Amendements, sodann die Majori:!•, antrage zur Abstimmung zu btingen. Hierauf werde״ beide Sät/«• «!es Miiioritätsvafum«, sowie der «1>te f«: des Amendements Ben (iiirioii a b g e I e h 11 t. Der zwcix Teil des Amendement« Ben Garion wird wiederum zwei Sätze geteilt. Zum ersten Satz schlägt Abr,< ha ms ein Amendement vor, wonach «ler Satz lmnn1 Soll: ,.Die Zionistische Organ:. 1t: 111 soll mit «len Arbeiter üistiluteu auf den Gebieten «Icr Arbeitsbeschaffung «!«•1 Genossensiltaffeu, der Kultur, der medizinischen Hilf« und lies gegenseitigen Kredit« ziisammenztiarheitcn" Dieser Satz wir«l mit 101 gegen 20 Stimmen an ge 11 ס nt tu c 11. Der Rest iles zweiten Absatzes de« Amen dements Ben (iurimi wird vom Antragsteller zttnick gezogen. Sodann wird «Las Amendement Sprinzak zu Par. I des Komniissioiisantrages abgelehnt, das Amendement Kaplan zu Punkt 4 des Kommissionsantrages angv tiomtnen. Der Rest des Majoritätsantrages wird dann eit bloc, ohne Wiedcrsprtteh, zmn Beschluß erhoben Deutschland Streik bei der jfidiseben Gemeinde Berlin? Am Mittwoch, den 21. Juli 1020, fand im Pieiiar• Sitzungssaal der Armcnkoinmission der jüdischen (!«■• mcinde, Rosenstr. 2/4, eine Betriebsversammlung der Arbeitnehmerschaft der jüdischen Gemeinde zu Berlin statt, die außerordentlich stark besucht war. Nachdem die Gehaltsverhältnisse «ler Angestellten eingehend er örtert worden sind, fand folgende Resolution einstimmig« Annahme: Die am '21. Juli 1021) im Plenarsit/n11gssa:1l, Ro>en- «tralle 2/1, versammelten Beamten, Angestellten hihi Arbeiter «Ec gesamte Arbeiniflimerschal! tic-1 indischen (iemcinde zu Berlin erheben in Erw ägung «ler ätißeist drückenden wirtschaftlichen Notlage iil’.er Angestellten der jüdischen Gemcimlv um/ in kr wägung de««eu. daß von irgendwelcher nennenswerten Verbilligung der Lebenshaltung nichts zu spüren ist, an den Gcmcindcvorstainl um) an die Repräsentanten- Versammlung die Forderung, unverzüglich die IW'-»;• dt111g<«1rdm111g des .Magistrats der Stadt Berlin für sie 71« Wirksamkeit zu setzen und sofort einen Vor■ schuß von 1000 M. zu bewilligen. Die Versammelten sinii fest entschlossen, falls innerhalb 10 Tagen ihre Wünsche keine Befriedigung gefunden hak-ii. vor k e i n e 11f Mittel, auch nicht vor «I c in Streik z u r ii c k / 11 s c 11 1 e e k e 11, וו m s i c 11 ei1» «• 111 «,ns«■ h c n w ii r «I i g e Existenz zu erringen Es werde ferner «׳ine aus fünf Mitgliedern bestellende Kommission gewählt, welche die Vertretung der aufge■ stellten Forderung bei den Gemeindebehörden bis zur lefzten Konsequenz durchführen soll. ' Die anwesenden Vertreter der Gewerkschaften liakn die weitgehendste Unterstützung zugesagt. Bäderpropaganda Einige kurze technische Ratschläge. 1. Vcrsnmmmlungc» sollen nach Möglichkeit in den Sälen der koscliiicu )Intel« der Badeorte ab,:«־• hallen werden. Die geset/estreucn Kreise, die der! wohnen und essen, verkehren nicht gern in «len anderen Hotels, erscheinen aber mit Sicherheit zu jüdischen Veranstaltungen in ihrem Hause. 2. Oeffeiitliclie Einladungen sind in Badeorten au« rein taktischen Gründen nicht angebracht. Die meisten jüdischen Badegäste befürchten davon antisemitische Vorfälle und kommen nicht i» den Vortrag. 3. Für die Einladungen verwendet man am best«;״ mit Schreibmaschinenschrift hcrgestelttc Formulare, <k«• «len internen Gharakter der Veranstaltung betonen. Als Adressenmaterial «lient die Kurliste, aus der «11«' jüdischen Namen mit Leichtigkeit auszuziehen sind, b! zwei Fällen (Baden-Baden, Wildbad) hat cs der Schreiber dieser Zeilen erlebt, daß ein sehr großer Teil der Ein■ geladenen auf diese Aufforderungen reagiert und A»’ darülier hinaus Kurgäste, die nicht eingeladen wunk«, sich um Einladungen bewarben. 4. Vom Zentralbüro sind rechtzeitig Broschüre» usw. anzufordem und auszulegen. Ferner müssen List«'״ ausgelegt werden, auf denen alle Anwesenden, die i׳‘״fr essiert worden sind, ihre Heimatsadressen angeb«'״■ dieses Adressenmaterial muß dann auf dem Wege über das Zcntralbüro den betreffenden Ortsgruppen /»r weiteren propagandistischen Beeinflussung zugestem werden. H. G, MmM des Londfonds! ii»« /

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