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Jüdische Rundschau · 1920-07-20 · Heft 48 (20.7.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 48 (20.7.1920)
Date
1920-07-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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JUEDiSGHE RUNDSCHAU Seite 3S6 Mitarbeit I in c o 1111 ׳ o U <1 א c S t i in in e. Im ״Israelit“ veröffentlicht l)r. Ben Zion!־«liier (Wien) einen Aufsatz unter dem Titel ״Judenkongreß oder Z io 11 i s t e n ko n gr e B“, der das von uns schon mehrfach besprochene Thema eines jüdischen Weltkongresses zur Lösung der dringenden jüdischen Gegenwartsaufgaben crörlert. Auf diesem sollten .־!Ile jüdischen Parteien und die großen Hilfs- Organisationen vertreten sein. Ls würiien .sich, meint der Verfasser, bezüglich der I niigrations.uifgnben und der HiUsiätigkeit in den gewesenen Kriegsgebieten wohl keinerlei Differeii/piiiikte ergeben. Ebenso ließe sich eine Billigung betreffs der wirtschaftlichen Tätigkeit in Palastin.1 erzielen mul so wäre hiermit für Jahrzehnte hinaus eine Zusammenfassung aller jüdischen Volkskräftc zmn Wiedcraufbliihc» und Erstarken der infolge des.Weltkrieges empfindlieh geschädigten Judenheit ermöglicht. Dann fährt er fort:י ,,Allerdings ist hier eine Schwierigkeit im Standpuakt W e i z m a 1111 s gegeben, welcher von allen an Palästina Interessierten zuerst die Anerkennung des nationalen Charakters der Arbeit verlangt. Ob aber dieser Standpunkt jetzt taktiscli richtig und augebracht ist, erscheint mindestens zweifelhaft. Denn einerseits kann der Zionismus auch nach San Kenia die nicht-nationalen Juden nicht zu einem Aiilgcluu 11»res teils prinzipiellen, teils opportunistischen Wider- Standes gegen einen jüdischen Nationalismus zwingen, andererseits aber soll er schon aus dem (}runde kein Junctim herstellen, weil die Zionisten doch auch setzt mir einen Bruchteil des jüdischen Volkes bilden m»d di« zum Wiederaufbau erforderlichen Riesensummen gerade bei den kapitalkräftigen nicht-zionistisehen Jiidensclüehte.u im Osten und Westen uuiz.11־!)ringen sind. Wozu schon jetzt über den Charakter der Palästiiiatätigkeit reden? Der nationale C 11 a r a k t c r des jüdischen S i e d 1 u n g s - gebiete s in Palästina wird ja eo ipso gegeben sein, da ja »I i c zwei wichtigsten nationalen K r i l e r i e 11, I. a 11 d und S p r a c 11 e, dort v o r 11 11 1» 11 e 11 sind. Und von der ()rtllodoxio droht gewiß kein ״Ven.1l“, Schon und gerade nie von der Orthodoxie prinzipiell b e - tont e 1־ o r <1 e r 1111 g d e r B e i b e 11 a 11 u 11 g alles Jüdisch- T r a d i t i o 1» e 11 e 1» in I* a 1 ii s 1111 a g e - \v ä ii r I e i s t e t h e 1 d e in markantn a t i o n a l e 11 G e p r ä g e der jüdischen R e I i g i o 11 den 11 a - timuU'ii Charakter der jüdischen Sied- 11111 g e u 1 m heilig e 11 L. a 11 d e.“ Hieraus, meint I >r. Feßler, ergibt sich ״mit zwingender Logik“ die Notwendigkeit eines ״jiulenkongresses“. Wie sehr bei de«» Orthodoxen um den ״Israelit“ die Trenmingsteudeiiz allen Verstäiuiigungswilleii überwuchert, zeigt ein redaktioneller Beitrag in der gleichen Nummer, welcher der ״W e 11 h i l f s ko n f e - re« z" gewidmet ist, Ls ist bezeichnend, wie hier die Absichten 11 es Komitees der Delegationen interpretiert werden. Nachdem gesagt wurde, daß man die Orgnnisation der ״Welthilfe" ruhig der A, J. IJ., der J.C. A. und dein Joint überlassen sollte, heißt es weiter: ״l);tß das Pariser Komitee eigensinnig an seiner eigenen Initiative festgelialten hat, läßt sieh nur aus den 11 ö 11 c r c 11 Z w ecke 11 erklären, die es bei dieser Aktion im Auge hat: es soll auch die W1 e d e r a 11 f b a u a r b c i t dazu benützt werde«, um der überkonfessionellen p o I i - tischen Zusammenfassung des ]üdisehen Volkes unter zionistischer F ii 11 - r u n g di e W ege z 11 e b 11 e 1t. Mail will ja ohnedies in Paris unter dem tönenden Namen ״Waadhoaro- 1 a u s“ sich als Ciesnmt-Reprüsentanz, der jüdischen OemcinscliaU auf dem Erdenrunde etablieren, und es ist klar, welche Förderung diesen lebensgefährlichen Planen ans einer großangelegten Rettungsaktion unter Leitung des ״Komitees der Delegation“ erwachsen!miß,'' Von diesem Gesichtspunkt aus erfährt dann Febiers ״Jndciikoiigrel'1“ eine scharfe Ablehnung. In der Theorie sei er einwandsfrei, in der Praxis müßten aber ״sehr starke Kantelcn geschaffen werden, wenn nicht für die Orthodoxie daraus schlimme Konsequenzen erwachsen sollen,“ Zuerst müsse die ״stahlhart diszipliuierte orthodoxe Weltorganisation“ geschaffen werden, die als ״absolute Wil'enseinheit“ auf/utreten vermag. Frauenarbeit für Palästina London, Li. Juli. (Jüd. Korr.-Bür.) Unter Vorsitz der Frau de Rothschild fand hegte abends ein von der englischen zionistischen Frauenföderation oinhenifcnos Meeting statt. Der Zweck war die Vereinigung aller jüdischen {'rauen für eine Zusammenarbeit mit den Männern in Palästina. Unter den Rednern befände« sich Miß Aaronsohn, Cant. Aaroussohn und viele Delegierte ans Palästina und Osteuropa. Nach einer Mitteilung der zionistischen Frauentöderation in England wurde am gleichen Tage der internationale zionistische Frauenkongroß 'eröffnet. Persönliches (Josef Gesinnungsgenosse, Direktor au der Berliner Staatsbibliothek, Dr. Gott hold Weil, Mitglied des üesclüiftsführenden Ausschusses der Z, V.f, D., ist zum ordentlichen Honorarprofessor an der Berliner Universität ernannt worden. Herr Dr. Jacob Klatzkin bittet uns ■nitzutcilen, daß die Wiedergabe seiner Rede Irrtümer enthält. So ist di« Aculkrung, die im Bericht Posener Zionisten zugeschrieben worden ist, von. polnischen Zionisten getan worden. Deutschland I Die Reaktion bei den Großgemeinden Die Zersplitterung des jüdischen Lebens in Deutschlarnl und die daraus folgende Unfähigkeit zu einheitliehen, den Kräften der Gesamtheit entsprechenden Leistungen zeigt s ich am deutlichste״ in der latsache, daß im deutschen Judentum eine beträchtliche Anzahl von Gruppen und Organisationen besteht, daß es aber bisher nicht möglich war, einen einheitlichen, das deutsche Judentum repräsentierenden Verband her/ustelleii. Versuche in dieser Richtung werden in der letzten Zeit wieder lebhaft diskutiert. Die ziumsliselu• Orgailixatioii, die in der Gestaltung des jüdischen Lebens in Deutschland eine wichtige Aufgabe erblickt, ist mit einem Entwurf für eine Gcsaiiiterfassiiiig der deutschen Juden hervorgetreten, der sich durch seine volkstümliche, vom Geiste jüdischer Solidarität erfüllte .Auflassung aiis/eiclmet. Er sucht die Orte auf, an denen Quellen jüdischen Lehens gefunden werden können. Er wendet sich deswegen zu den natürlich gegebenen, räumlichen Verbänden, den Gemeinden, Ihre Einrichtungen werden bestimmt, sic sollen alle religiösen und niehtrvligiöscn jüdischen Kräftc auivgeu und zusammenfassen. Auf diesen Elementen jüdischen Lebens haut dann der Entwurf weiter, indem er die Bildung von Provinzialgcmeiudeu vorsieht und schließlich alle Gemeinden I hmtschluiids zur Reichsgemeinde vcicinigl. S»1 wird iu organisatorischer Eilt- Wicklung selbstverständlich durchgängig auf der Grundläge des Proporlioiialwahlreclits zu allen Vcrtretmigs• körpcrschaften die Organisation des deutschen Judentums liergestellt, die» berufen ist, die Aufgaben 41er Gesamtheit zu erkennen, ihre Energien zu vereinigen und ihren Willen zum Ausdruck zu bringen. Von den jüdischen Organisationen Deutschlands hatten außerdem bisher der Deutsch-Israelitische GeineiiKlebund und der Verband der deutschen Juden Entwürfe für eine üesamtorgaiüsation vorgelegt. Beide Pläne beschäftigen sich ausschließlich mit dem Gesamtheitsverbanü, verzichten also darauf, die Verhältnisse 41er Gemeinden zu regeln und sichern 4ien Gemeinden' sugav eine mibeseliränkte Autonomie zu. Gegen dieses Vorgehen bestellen, wie wir bereits wiederholt daigclcgt haben, erhebliche Bedenken. Der Gesamtverlvmd kann seinen Zweck, Träger des jüdischen Lebens in Deutschlauil zu werden, nicht erfüllen, solange nicht seine einzelnen Glieder, die Gemeinden, gründlich tungestaltet sind. Die antidemokratische, Reaktion in den Einzelgemeinden muß verschwinden!! Erst dann kann frisches Leben auch die Gcsam(Organisation erfüllen. Die schleunige Bildung eines repräsentativen Organs für das deutsche Judentum ist aber an sieh schon, ein, so wichtiger Fortschritt, daß man sich damit einverstanden erklären könnte, wenn zunächst nur die Gcsamtorguiüsation geschaffen w iirde. N u r m ii ß t e d a 1111 111 i 11- (lest e n s f 11 1־ M ö g I i c 11 k e 1 t e 11 g e s o r g t w e r- (I e 11, e 111 d e 111 o k r a t i s e h e s , ö f f e nt 1 i c I! e $ L e b en in d e 11 einzelnen (iciiH'i 11 d e 11 unter der Kontrolle der Gesamtheit zu schaffen. Deswegen muß dte Autonomie 41er Gemeinden, wie sie der L). L G. und der Verband der deutschen Juden vorsehen (beide Entwürfe stimmen überhaupt in den wesentlichen Fragen überein), begrenzt werden. Sie muß aut den Kultus, religiösen und Unterrichts-An* Gelegenheiten eingeschränkt werden; hier kann mit Recht eine volle Selbstbestimmung der einzelnen Richtungen, innerhalb wie außerhalb der Gemeinde, gefordert werden, denn jede der verschiedenen Anschauungen kann das gleiche Maß von Achtung und Freiheit verlangen. Das Gebiet der allgemeinen Verwaltung dagegen enthält nur die Gegenstände, die allen Juden, ohne Unterschied( der religiösen Richtung, gemeinsam sind. Der Zusammeiiscliltiß der einzelnen Juden zur Gemeinde und zmn (iesaniiverbniuie erhält durch diese gemeinsamen Aufgaben seinen Sinn mul seine Rechtfertigung; ihrer Erledigung wird vor allem! die Tätigkeit dieser Organisationon gewidmet sein. Deshalb muß, wenn zurzeit eine planmäßige und in sich geschlossenen Gliederung des gesamten deutschen Judentums auch in seinen ein- /einen örtlichen Gruppen nicht zu erreichen ist, dem (lesamtorgan doch die Möglichkeit gegeben werden, die für die allgemeine Verwaltung, für das gemeinsame . öffentliche Leben notwendigen Einrichtungen zu regeln. Das geschieht, indem die Autonomie der Gemeinden auf die Kultus- und religiösen /Angelegenheiten bcschränkt mul dadurch zum Ausdruck gebracht wird, dal» die Gcsamlorganisation die Fälligkeit besitzt, i 111 G e b i c t 41 e r all g e tu c i n e 11 V e r w a 11 u ״ g, i 11 sb e s o u 41 e r e a u c h 11 i 11 s i c 11 11 i c 11 41 e s W a 111 - recht s, v e r h i 11 d 1 i c 11 e A 11 o r d 11 11 n g c 11 t ii r 41 i 0־ a 11 g e 11 ö r i g 4• 11 (i e in e i!1 d e 11 zu 1 1־ e i f e 11. Eine Beteiligung an einer GesamtorgaMisatiou kann für Zionisten natürlich mir in Frage kommen, wenn ihr demokratischer Charakter sichergcstcllt ist. Es ist aazuerkeuuen, daß die Entwürfe des I). I.G, und des Verbandes der deutschen Juden das repräsentative Organ, des (iesaiiitvcrbamles, den Bundestag, aus Wahlen aller Juden hervorgclien lassen, die Gemeiiulemitglieder sind. Damit ist grundsätzlich ein allgemeines, die Beteiligung des gesamten deutschen Judentums sicherndes Wahl* recht anerkannt. Man hat sich nicht der Auffassung angeschlosscii, die behauptet, daß die Gemeinden ihre Vertreter zu entsenden und deswegen über das Wahlrecht zu bestimmen hätten, womit es natürlich möglich gemacht worden wäre, die Vertretung der Gesaintorganisatioii nach volksfeindliche״ Methoden zusaninionzusctzcn. Aber die Allgemeinheit des Wahlrechts und die ebenfalls vorgesehene Gleichheit und geheime Abstimmung können nicht genügen. Es fehlt d i e V o r s c h r i f t der V c r 11 ä! t n i s w a h I, die für jede wirklich demokratische Verfassung als tinbedingt notwendig anerkannt ist. lieber die Gründe der Notwendigkeit sollte eine Diskussion überflüssig sein. Es darf nicht geschehen, da» die Wahlkreisgeometrie beträchtliche Minderheiten ansfallen läßt oder in ihrer Bedeutung reduziert. Die Vertretung des deutschen Judentums muß unbedingt die vorhandenen Kräfte und Anschauungen in ihrer vollen Stärke zum Ausdruck bringen, ihr Bild darf den wirkliche״ Zustand nicht verfälschen. Deswegen muß auf der Ein* fültrnng der Verhältniswahl, die durch N 48 Schaffung von hinreichend g 1 ״ IS, Wahlkreise 11, b«i gut e m W i l le 11 auf di 1 c i n f a c ii s 11־ W eise der W e 11 durch! ü I» r 1» a r ist, unter allen U mstiinden best a ח d ,> n w erde 11. Die erwähnten Entwürfe des IX 1.(1. und dt■- Verbamics der deutschen Juden enthalten noch in anderer Beziehung einen schweren Verstoß gegen die demokräuselte Anschauung. Sie sehen neben dem Bundestag einen Buudesrat, einen engeren Ausschuß, vor. Aber dieser Buudesrat ist nicht mir, wozu er zweckmäßig und notwendig berufen ist, ausführendes Organ des aus allgemeinen Wahlen licrvorgchcnden und damit den Gcsamtlieitswillon repräsentierenden Bundestages. Er ist vielmehr an der Beschlußfassung selbst beteiligt; jede E 111 s c 11 e i 41 u 11 ״ d e r (i e s a m t o r g a 11 i s;111 o!1 e rf o r d e r t ü b e r e i 11 s t i!11 in e n d c B c s c h 1 ii s s e d e & j B 111141 es t a g es und des B 111141 e s r a t s. Hier er- | lebt also das Institut der ersten Kammer, des Herren, hauses, eine Auferstehung. Die Beschränkung des Ge- ( saiiuheitswillens, di« an sieh schon in dieser Einrichtung enthalten ist, wird dadurch in einer extremen, reaktM- Mären Anschauungen der Vergangenheit entsprechenden Weise verschärft, tiaß die Mehrzahl der ■15 Mitglieder des Bundesrates von den Gemeinden ernannt werden, sollen. Die Gemeinden sollen auf je 20 000 Angehörige einen von ihnen zu bestellenden Vertreter entsenden. Diese fast schon mittelalterliche Art der Delegation von Körperschaften, die nach ihrer ZusammcnM-l/imy nicht als Organe des Gesamtheitswillens angesehen werden können, muß beseitigt xverden. Im politischen Leben Deutschlands gibt es heute auch unter den rechtsstehenden Gruppen keine Partei, die eine solche IQschräukuug des parlamentarischen Prinzips verlangen würde. Die Vertretung der deutschen Juden kann nicht den Ehrgeiz haben, mehr Mißtrauet» gegen die Demokratic zu zeigen als die Deutsch-Nationalen. Der Sinn der üesamtorgaiüsation muß die Zusammenfassutig aller Kräfte im deutschen Judentum sein. Wir wissen, daß diese Zusammenfassung immer e'meif 11atioiialeu Charakter tragen wird, mag das auch von den Gegnern der nationalen Auffassung bestritten xverden, mögen sie sich auch den Verpflichtungen ent/iehm, die daraus liervoi'gclieu. Es ist unser Wunsch!uni unser Ziel, die nationale Anschauung auch in der Ver- Jassung der (.iesamtorganisatioii zum /Ausdruck zu biingen. Aber das deutsche Juden tum stimmt in groß׳::: Teilen mit dieser Anschauung nicht überein. Es wäre bei diesem Zustande unsinnig und unmöglich, die Verfassung der (iesamtorganisatioii auf diese Anschauung festzulegen. Der zionistische Entwurf verhält sieh deswegen in dieser Frage neutral, er hebt keine bestimmte Auffassung hervor und läßt so jeder Gruppe die׳ Möglichkcit, iitre Ansicht über den Charakter der jüdischen Gesamtheit zu wahren und von i'niem Standpunkt ans mitzuarbeiten. Die beiden anderen Entwürfe u n t e r s t r e i c h e 11 d a g e g e 11 in der e i 111 c 1 t e 11 d e u B e s t i m 1111111 g d i e r 0 1 i g i ü s e 11 A u! - gaben. Das erweckt den Eindruck einer Festlegung auf die rein religiöse Auffassung des deutschen Judenrums, die vermieden werden muß. Den Zionisten wird dadurch der Beitritt zur (iesamtorganisatioii erschwer( und 4lie anderen Organisationen xverden nicht behaupten können, daß eine Vereinigung von Orthodoxen und Liberalen, zwischen denen eine religiöse Gemeinschaft überhaupt nicht bestellt, ihren religiösen Charakter betonen müsse. Es wird 11 o t w endig sein, dies e H 4*!־ v o r 11 e b u n g 414׳ s r c I i g i ״ s e u M o in e 11 i - .1; ׳ beseitig e 11. Die Ausstellungen, die wir au den Entwürfen dis D. I.G. und des Verbandes der «Jeutschci» Juden zu machen hatten, sind schwerwiegend. Ihre Nicht- . hcachtung würde unsere entschiedene Opposition hervorrufen. Aber, tinß immerhin eine Verständigung im Sinne unserer demokratischen Forderungen möglich sein itml), beweist z. B. der Leitartikel der letzten Nummer von ״Im Deutschen Reich•‘. Wir können mit Genugtiiung konstatieren, daß zum mindesten der ״Genttalverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens'‘ durch unsere Argumentation überzeugt zu sein scheint. Denn er schließt sich unseren Verbesserungsvorschlägon fast in ,dien Punkten an. Um so unerträglicher wirkt es, d a ß n e u e r 11 i n g s die Gr o I! g e m e i 1» d e 1» in i t de 111 A 11 g e b o t 11 11 e r hört e 1 V e r s c I» 1 e e I» t e r 11 n g e n ge g e n ii b e r den b 1 - hörige 1» E 1» I w u r f e 11 auf der B i 141 f I a e 11 e e 1 - s e h e i n e n. 1״ iie geheimnisvolle Konferenz•( »einemschalt der Großgemcindei». von der niemand recht weiß, was sie varstellt“, wie das Centralvereinsblatt sagt, tritt jetzt um einem Entwurf hervor, lier die voiksfeindliche und reaktionäre Haltung der Beherrscher de« Großgemeiudeit wieder einmal in vollster IQutlichEint zeigt. Selbstverständlich übernimmt er alle Mängel, die den Entwürfen des D. I.G. und des AQrbmuies der deutschen Juden anhaften. Alle ״Sicherungen“ gegen die Demokratie bringt er in derselben oder mach schärferer Formulierung. Aber er b r i t» g t 4's a 11 ß e r d e 111 fertig, die 11 i c h t d e u t s e h e 1» J 1141 e n 11 1» t e r ei 11 A 11 s 11 a h in e r c c 111 zu stellen! Er gibt Nichtioiclisangeliürigen das aktive Wahlrecht mir, wenn sie drei Jahre, das passive AV'aiilrecht, wenn sie sechs Jahre ununterbrochen in 1-11141־ deutschen Gemeinde gewohnt haben! Damit werden praktisch die Ausländer vom Wahlrecht ausgeschlos's. n. Es mußte den Herren der Großgcineindcn Vorbehalten bleiben, durch diesen Verstoß gegen das elementarste Gefühl jüdischer Solidarität zu beweisen, wie s4־hr sie allem jüdischen Empfinden entfremdet sind. \\ 11 brauchen nicht 1 u betonen,' daß wir diesen Verrat jedes jüdischen Instinkts mit den schärfsten Mitteln bekämpfen xv er de m Wenn die Großgemcindei» es für möglich halte«, in einer jüdischen Organisation Jude״ deshalb zu degradieren, »veil sie nicht Reiclisangehörige sind, so sollen sie wissen, daß sie uns dann unwürdig zu Verhandlungen über jüdische Angelegenheiten erscheinen Eine Teilnahme an einer Organisation, die eine Be- Stimmung dieser Art enthielte, kommt für uns nicht in Frage. Wir halten es aber auch nicht für möglich, daß Gemeinden, in denen Zionisten im Bunde mit anderen jüdisch empfindenden Elementen den Ausschlag geben, m einer Organisation verbleiben oder in sie eintrete״, dae ein solches Maß von jüdischer Minderwertigkeit

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