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Jüdische Rundschau · 1920-07-13 · Heft 46 (13.7.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 46 (13.7.1920)
Date
1920-07-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 368 JUJBDlSEHE RUNDSCUÄD Nt 46 Hebräisch, mit wenige״ Ausnahmen, und die Ostjudcu sind meist pädagogisch undiszipliniert. Wir brauchen in Deutschland ein hebräisches Lehrerseminar, sowohl für Ostjude», wie für Westjude» und haben begönnen, dessen Gründung vorzuberciten, obwohl wir wissen, daII wir es aus eigenen Geldmitteln nicht werden schaffen können. In dieselbe Arbeit gehören hebräische Spiele und Bilderbücher. Sie kennen das hebräische Quartett, das wieder aufgelegt und fortgesetzt werden sollte, ein hebräisches Lotto wird jetzt angekündigt, einen hebräisehen Buehstabenlegekasten wollen wir jetzt anfertigen, finanzielle Sehwierigkeiten bereitet die Herausgabe eines sehr schimett Alefbeth-Bilderbuclies von Tom Freud, zu dem Agnon die Verse geschrieben hat Schöne Bilderbücher, die in Odessa erschienen sind, der Text des einen rjihrt von Bialik her, hoffen wir hier drucken zu können, , Lin Merkblatt für hebräische Kinderspiele mit 22 Lieder», de» dazugehörigen Noten und Spiel■ anweisungen von Di na Glemcntine Meyer ist so gut u ie fertig. Aber auch JugeiKtschnftc» in deutscher Sprache brauchen wir. IK־nn gröbere Kinder, die gut jüdisch und hebräisch .erzogen sind, finden für ihren Lesehimger keine jüdische» Bücher, weder in deutscher noch in hebräischer Sprache. f>ie ersten sichen Bände der indischen Jugendbücher liegen vor und können von Ihnen beurteilt werden. Schwierig ist die frage einer Jugendzeitschrift. Die Blau-Weill-Blätter brachten ab und zu einen guten Aufsatz oder eine leidliche Nummer, waren aber ongleidunätlig, zum Teil *unecht, teils zu kindlich, teils zu erwachsen. Der Jeruhhaal war oft \ erstiege» und nicht unbeeinflußt von der Phrase der letzten Jahre. Die Prager Jugend zeigte ernste und wertvolle Ansätze, ist aber schon lange nicht mehr erschienen Das fehl behauptet nur noch der Bar Kochba. Die frage einer Jugendzeitschrift ist änderst schw ierig, Ls ist bisher auch innerhalb des deutschen Kiilturkreises mellt gelungen, eine wirklich gute Zeitschritt für die Jugend zu finden, obwohl doch hier seht viel Versuche gemacht wurden, lis fehle» eben die Schriftsteller mul Dichter von Rang, die diese Arbeit leisten können. (Das gilt übrigens auch von den Jugendbüchern.) Auch die hebräische Zeitschrift ״Moledeth" konnte nur darum so gut werden, weil sie mindestens zur Hälfte lIcbcrsct/ungcn aus der allgemeinen I iteratui aller Völker brachte. Man wird sich u'.su vielleicht mit dem mittleren Ziel begnügen müssen, die Jugend vrrr allem zu unterhalten und hiebt zu belehren, Dieses Ziel hat tler Bar Kochba, er müßte aber wesentlich erweitert werden. Die Kinder lesen ihn gern, und der Fifer, mit dem seine jungen I eser für die Wiener Kinder sammelten, ist ein gutes Zeichen für die Zeitschrift. Es heißt, daß auch die Blau-Weiß-Blätter wieder erscheinen sollen, mit besonderen Abteilungen für die Kleinen und die Großen. Die Arbeit des Blau-Weiß gehört in mein Referat nur mittelbar hinein. Aber ich möchte doch darauf hinweiscn, daß die Lr/.iehung zur Natur und zur Arbeit, die der Blau-Weiß mul andere Jugcndgnippen treiben, heute vielleicht die wesentlichste erzieherische Leistung ist, die von uns gefordert wird. Es ist diese Abneigung der Jugend gegen die herkömmlichen jüdisehen Berufe kritisiert worden und man hat cingewendet, daß die Juden sich nicht erhalten hätten, wenn sie nicht Kauflcute gewesen wären. Aber dabei vergißt man, daß die Jugend, wenn sie sieb nach naturnalicn Berufen sehnt, von einer ganz allgemeinen Strömung getragen wird. Gewiß mußten die Juden des Mittelalters, die weder Land erwerben noch ein Handwerk uusüben konnten, Kauflcute werden, der Instinkt des Volkes leitete es richtig. Aber derselbe allgemeine Volks- Instinkt ist es der heute unsere Jugend heißt, Landwirtschaft oder ein Handwerk zu erlernen. Die Ortsgruppe Aber auch die Jugendarbeit ist unzureichend, wenn es uns nicht gelingt, jüdische Bildung in die Ortsgruppen hineinzutragen. Vor allem haben sie die Verpfiiehtnng, gegenüber der Zersplitterung in Vereine und Vercinchen, die wir mul einmal nicht verhindern können, die Einheit der zionistischen Bewegung zu wahren. Jüdische Heime müssen überall gegründet werden, die schon räumlich, wie es sich z. B. in Posen zeigte, als Zentrum für die Zionisten wirken können, Line jüdische Lesehalle und Leihbibliothek gehört in jede Ortsgruppe. Besonders heute, wo viele Bücher er- *cheineii, diese aber für den Einzelnen unerschwinglich sind. Die größeren hebräischen Zeitschriften müssen hier ausliegcn. Da es vielleicht schwer sein dürfte alle diese Zeitschriften zu ab ׳.linieren, so sollten wir in Deutschland von den wertvollsten Zeitschriften die Erlaubnis erwirken, in periodischer folge einen der besten Aufsätze nachdruckeil zu dürfen Vielleicht könnte auch die ״Jüd. Rundschau‘‘ zuweilen eigene hebräische Aufsätze bringen. Nur dürfte d;1s kein Salouhebräisch sein, sondern cs müßte sich um Aufsätze handeln, die genau so wie die deutschen Aufsätze in der ״Jüd. Rundschau“ zu den aktuellen Fragen der jüdischen Gegenwart Stellung nehmen. Darum keine regelmäßigen Hebräischen Beilagen, sondern Abdruck der inhaltlich geeigneten Artikel, auch wem! sie hebräisch sind. Auch die neuen Schewilim des ־M'hulvereins weisen einen guten Weg, und man sollte wertvolle Tei|c unserer ganzen hebräischen Literatur in iheser Weise in kleinen Heften, die höchstens eine Mark kosten dürfen, in regelmäßiger Folge hcratisgeben, ähnlich wie die deutsche Zeitschrift ״Die Weltliteratur“. Die Ortsgruppe hat dann auch die Aufgabe, die Werte der jüdischen Kchiilah in das zionistische Leben hinüberzuleiten. Das Leben der Kchiilah in seinen reiigiösen und nationalen Formen war lebendiger Ausdruck des schaffenden Volksgeistes. Soweit die Werte der Vergangenheit Zeugungskraft besitzen und imstande sind, Gruppen von Menschen in ihrem Gefühlsleben zu bereichern, wollen wir sie nicht mutwillig verfallen lassen. Freitagabend und Sabbat, Charwdckah und Purim, l’cßaeh und Sukfcoth, Lngbaumor und Chamischah Assir erstehen, ztun Teil von Erez-Israel aus, zu einem neuen und eigenartigen Leben, ein nationales und religiöses Altneulaud. liier kann jüdische Bildung und jüdisches Leben sieh zu neuer Gemeinschaftsgestaltung zusammen- •״ cC?1' 80.'?1'er Gestaltung wird jüdisches Spiel, )uuisehe Kunst, jüdische Dichtung einst erstehen können. Organisation Ich bin am Ziel. Viel Neues haben Sic nicht gehört. Aber die Zeit drangt endlich zur Erfüllung. Ihid gewisse־׳‘ Aufgaben werden doch heute stärker empfunden als früher. Wie sollen wir aber die Bildungsaroeil cinheitlieh ‘organisieren? IXr bisherige Kultt1nmss׳.huß konnte nur schwer arbeiten. Als er gewählt .wurde, saßen seine sechs Mitglieder in Heppenheim, Zwickau, Krossen, Küstrin, Prag und im Schützengraben, und viel besser ist es nicht geworden. F.r war auch ein wenig beschwert durch Gründlichkeit und Wissenschaft. Das mag ruhig so bleiben. Wenn auch die Früchte nur langsam reifen. Aber daneben müssen zwei Aufgaben treten: die litcrarische anregende Propaganda und wirkliche Arbeit des Ausschusses in den Jugend- und Ortsgruppen. | Ich erhielt vor einigen Tagen eine ganze Menge Maj terial aus Amerika. Manches darin widerstrebt meiner Auffassung vom Zionismus. Aber im Ganzen ist die Arbeit bewundernswert. Kein Lest, keine Gruppenarbeit, ztt dem nicht ausführliche Anregungen gegeben werden. Vereinsprogramme,׳ Literaturangaben, Lührerbilduugs- Pläne, Gedichte, Theaterstücke, Musik, Vortragsentwürfe und Diskussiansthemcii, es würde sehr reizvoll sein, einmal von alledem /u berichten Für diese und ähnliche Tätigkeit brauchen wir Menschen in Berlin. Daneben sind uns Wanderkräftc nötig, die in ganz Deutsch* 1 a tt tl die hebräische mul jüdische Arbeit organisieren und anregen. Wir gebrauchen Menschen. Menschen, die arbeiten wollen. Ich halte mich darum gefreut, als das Präsidium des K J. V, sein Dicnstpflichtsemestcr vorschlug, bin allerdings der Meinung, daß dieser Dienst besser von Vicruuuzwuii/igals von Zwanzigjährigen geleistet weiden wird. Denn wenn die Jugend auch ״wählen“ soll, zur eigentllichen Arbeit gehören schon gereittere Menschen, die auch Kenntnisse halten. Die augenblickliche Organisation der Arbeit in Berlin ist völlig unzureichend. Das hebräische Sekretariat und cias Jugendsckreiäriat existiert nicht mehr, nur das jüngste Sekretariat, das mcinige, für Publikationsarbeil ist geblieben. Gerade dieses ist aber heute weniger nötig; denn heute haben wir schon jüdische Verleger die sielt dieser Arbeit widmen, das ist eine ganz gesunde Entwicklung. Es muß in Berlin ein Kreis von etwa fünf Menschen vorhanden sein, der diese Arbeit übernimmt. Wenn ich die Forderungen aufsteile, die sich aus der Sache ergehen, so wären es diese: in Berlin ein leitender und entscheidender Kulturausschiiß von drei bis höchstens fünf Mitgliedern, zwei bis drei Menschen, die zum Teil mit diesem Kulturausschuß identisch sein können, müssen als Sekretäre an dieser Arbeit tätig sein. Dazu ein Beirat von fünf bis zehn beratenden Mitarbeitern in der Provinz. Wir werden diese Kräfte nicht alle gleich haben, so muß eben der Anfang gemacht werden. Das Ereignis, das diesem Pclegiertentagc seine eigentümliche Farbe gab, war der Aufruhr der Jugend. Aber Forderungen verpflichten, sie verpflichten vor allen den Fordernden. Die Jugend, die hier aufstand, wird zeigen müssen, wie weit sie gewillt ist, unser Leben hier aufbauen zu helfen. Wenn sie nicht versagt, ward unsere Arbeit und das jüdische Lehen sieh gegenseitig befruchten. Wenn erst ein paar Menschen ein wenig Leben werden wecken können, so wird das jüdische Leben seinerseits auch jüdische Produktivität erzeugen, und an arbeitenden Menschen wird es dann nicht fehlen. Ergänzungen zum Kulturrnferat Von Dr. Schwabe• Es ist zur traditionellen Gewohnheit geworden, die Kulturdcbatte ans Ende der Delegicrtentage zu schieben. Meistens fällt sie, wie am vorigen Delcgiertentage, ganz unter den Tisch. Da wir aus dein Zeitalter der Agitation und theoretisch-ideellen Klärung heraus und in das der Aktion unter weltgeschichtlichem Zwange cingetreten sind, muß endlich einmal verstanden werden, daß Kultur- und Erziehungsfragen in die Mitte dieser viertägigen Besprechung gehören. Wir fordern, daß beim nächsten Delegiertcntag mindestens zwei Tage für die Kulturdebatte reserviert werden Hebraisierung Den Aufriß der Kulturarbeit, den Calvary gegeben hat, knapp zu ergänzen, ist meine Aufgabe. Die Hebraisieniug hat mit der Kinderstube zu beginnen. Die Eltern hcbraisicrcn zu wollen, hat gegenwärtig wenig Aussicht. Die Mütter können durch den hebräischen Kindergarten an die Sprache hcrnngchrnclit werden. Lr ist die Basis des gesamten jüdischen ScluiNverks der kommenden Epoche. Seiner!,liege müßte ein tüchtiger Teil unserer Energien gehören. Uns fehlen leider die Kindergärtnerinnen. Sic heran/tihilden ist mit erste Aufgäbe. Wir müssen uns liier zu einer Notausbildmig entschließen, indem wir Kurse entrichten, in denen Zionistinnen, die Pcsialo/zifröbelbildung haben, die Itehräische Ergänz.tiiigsbildtmg erwerben können, d. 11• das hebräische Lieder- und Spielmaterial sieh aneignen und allgemeine hebräische Bildung und Ausdrucksfähigkeit erwerben. Wir wissen, wie wenig eine Schnellausbiklung taugt, aber besonders in unserer zionistischen Arbeit wird oft fühlbar, wieviel mehr Wert bisweilen Liebe zur Arbeit hat, als Kenntnisse verbunden mit fachlicher Voreivgung. Das wäre eine der Notaktionen, von denen wir noch viele machen müßten. Aber was nach vier Jahren Krieg anderen erlaubt ist, wird uns wohl nach 2000 Jahren Oalutlt nicht verboten sein. Palästina fängt an, Kmderliedcrmaterial zu liefern. Die Volkslieder lvginnen dort zu wachsen. Fine Sammlung der neuen Lieder ist geplant. Fünf bis sechs Kindergärtnerinnen aus lerttsalem werden iin Herbst den Weg nach Deutsch- Land antreten. In Wien schließen gegen Ende des Sommers eine Anzahl Kindergärtnerinnen ihre Aashiluang ab und sollen in den deutschen Ortsgruppen vorwendet werden Hebräische Spätnachmittage In Berlin haben wir einen Versuch mit Errichtung von hebräischen Spielnachmittagen gemacht, die einmal wöchentlich zwei Stunden stattfanden und nicht mehr bieten sollten als die Gelegenheit, das Kind an den Klang und Geist der Sprache zu gewöhnen. Die erste Fremdheit war schnell überwunden, und die Resultate der Spk'tnachmittagc, in denen abgesehen von Beschütt!- gtmgsarbeitcn hebräische Lieder und Spiele gesungen und gespielt wurden, sind sehr gut. Die hebräische Schule Die Aufgabe, die jetzt vor uns steht, ist che der jüdisch-hebräischen Schule. Hier sprechen wir selum nicht mehr ganz aus der Theorie, sondern zum '!eil auf Grund der Erfahrung, die wir in der im April dieses Jahres in Berlin erriffneten Grundschule gemacht haben. Unser Hauptprm/ip ist die Zweisprachigkeit, d. I! Hebräisch und Deutsch sind gleichberechtigte Unterrichts sprachen. Es wird viele Varianten der hebräischen Schule im Galuth geben, und eine Vereinheitlichung wird sich, so erstrebenswert sie ist, nicht schnell erreichen lassen. Unser Platt entspringt eitlem lokalen Bedürfnis. Wenn das Kinclergartensvstem ntisgebaut ist, könnte man mit jj einer durch den Kindergarten vorgeschoben Selüilermav»,• rechnen, und in jeder größeren JudensieiUttng lKutsch• I 1,'inds, wo eine jüdisch-hebräische Vollschulc geplant ist, muß der Kindergarten mindestens zugleich mit du Schule ins Auge gefaßt werden. In kleineren Juden Siedlungen hätte man nach anderen Formen zu suchen, über die ich noch sprechen werde. Leider ist gegen wärtig die rechtliche t age der jüdischen Schule infolge eines gewissen Interregnums in der deutschen Schulgesetzgebung ungeklärt. Lehrbüchernot erschwert uns t Werk. Wir sind durch die mechanischen Lerntraditioiicn! der bisherigen Schule belastet und müssen neue Wege suchen. Erst muß das Hebräische freies Ausdrucks• mittel werden, und dam» kann man zur Bibel übergehen als dem Grundbuch des nationalen Gedankens und tler Persönlichkeitsbildung, Wenn das Hcbrüi«cl1c in der Schule lebendiges Ausdrucksmittel geworden ist, hört die Bibel, das Buch, auf, ein Buch zu sein, und wir sind sicher, daß die Lektüre z. B• Jeremias mmdestens ebenso pcrsönlichkcitsbildend wird wie Laust oder Tdl. Die Grundprinzipien der Erziehung müssen sein: Gemeinschaft und Arbeit. Werk- und Tiitigkcitsuntcrricht, Gesang und Spiel müssen breiten Raum in dem Lehrplan Baben. Von unseren jüdischen Kindern muß mehr gefordert werden als von gewöhnliehen, denn die Erweiterung des Lehrplans tun das Hebräische und alles, was dazu gehört, muß durchgeführt werden, ohne gegen die Minimalforderungcn der deutschen Sc'hulbi'stmimungeit für die allgemeinen Fächer zu verstoßen Die Lehrerausbildung Wie an Kindergärtnerinnen, so leiden wir auch an Lehrern bittere Not. Um hier abzuhelfen, planen wir die Eröffnung eines Lehrerseminars in Berlin, das in zwei Sektionen zerfällt: eine für solche, die hebräisch gebddet sind, ohne europäische Allgemeinbildung zu haben, eine andere für solche, die IJnivcrsitäts- oder ähnliche Ausbildung genossen haben, denen cs aber an hebräischer Bildung und jüdischer Kultur mangelt. Wenn Schulen da sein werden, werden viele das IV■ dürfnis haben, hebräischer Lehrer zu werden. Die vielen ״Lehrer'‘, die gegenwärtig aus dein Osten einwaudern und die uns weismachen wollen, dai» sic Lehrer sind, glauben, daß wir sie mit Geringschätzung zurückweisen wegen ihres Mangels an Europäern:;;!. Sic kommen zu uns mit einem Gefühl der Ucberhebung: ״Was wißt Ihr vorn Hebräischen?“ Es ist ein Leichtsinn vom Misrachi, daß er die hebräischen Spalten der ״Jüdischen Presse“ einer so unbegründeten Polemik gegen das Kulturdezernat der B. Z• V. öffnet, in der behauptet wird, daß wir uns um die hebräische Lehrer, die am dem Osten kommen, nicht kümmern. Das ist nicht wahr. Es kommen massenhaft junge Leute an, die sich aus allerlei Gründen aus Polen entfernen. Da sie keine andere Arbeit finden, bieten sie sich als hebräische Lehrer an, und wir können ihnen nur erwidern, «laß wir sie nkht für qualifiziert halten, eine derartige Tätigkeit atiszuühen. Die hebräische Sprache wird durch eine schlechte Lehrmethode diskreditiert. Die Leute, die einfach aus Not behaupten, sie sind hebräische Lehrer, müssen wir nirückweiscn aus Liebe zum Hebräischen ן Austausch von Erfahrungen ln 1.»tauen iiat das jüdische Volk eine ungeahnte Eiuwicklungsmöglichkeit. Dort ist eine ungeheuer große hebräische Erziehungsarbeit in den letzten IS Monaten geleistet worden. Es gibt dort gegenwärtig eine große , Zahl hebräischer Schulen, darunter vier hebräische Gym! nasiett, und es gibt (legenden, wo die Jugend fast voll- ■ ständig hebraisierl ist. Ls ist Zeit, daß wir aitfangen, j uns für-diesen Teil des Ostens zu interessieren, dort zu j helfen, wo durch die nationale Autonomie die hebräische Sprache anfängt, eine Realität zu werden. Wir müssen einen Austausch zwischen uns und dem Osten herbei- { führen, ( Leider haben wir nicht die Möglichkeit, denjenigen-! Teil der jüdischen Jugend, der schon in deutschen j Schulen steckt, aus ihnen hernusztiholen; ein Frsatz j für die jüdische Volksschule muß gefunden werden.! Fs gibt die Möglichkeit, den hebräischen Spielnaelt-! mittag zu erweitern für denjenigen Teil der Jugend,! der schon etwas älter ist und dessen Interessen sehe» etwas substantieller, weniger spielerisch sind. Mi' könnte /. B. den Versuch machen, einen Nach׳ »litt a gs* W crkstatt-Unt erricht cinzuftihrcn, dem eine Anleitung zur praktischen Arbeit am Ob- •jckt gegeben und zugleich die hebräische Umgangs• spräche gepflegt wird. Unmittelbarer Unterrichtsgegenstand wäre das Handwerkliche. Wir würden zugleich int Sinne unseres Chaluz-Ideals beim Kinde eine Rückkehr zum Bewußtsein seines bildnerischen Vermögens erreichen, indem wir ihm Gelegenheit gehen, zu etnpfinden, daß es Hände hat, und wir würden es in einet" etw aigen Nachmittagsunterricht, der dreimal in der Woche! stattfindet, dahinbringen können, daß cütc lebendige Verhindung /wischen einer dem Kinde natürlichen Tätigkeit und der hebräischen Sprache zustande kommt. Dadurch wird die hebräische Sprache dem Kinde lebend! selbstverständlich, unverlierbar. Ein anderer Weg zur Verlebendigung des Hebräischen wäre gymnastische Betätigung, ry 111 mische Bewegung in Verbindung mit hebräischem Lied, hebräischer Sprache und ne־ britischem Kommando. Und drittens: Es gibt die Möglichkeit, die

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