Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 46 (13.7.1920)
- Date
- 1920-07-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Seite 367 I 1 tir a.1 i1;1i *Oll tau dtni־. tu■ Bdtu:; fcn km ttul alt 1־Hkn- ,1. r kr rdt'ir. dik! K*11 feit Um 11t• 11■ tilg!ur, feil ß'•־• cli■ : III :1111 fe; lal> k 11 k 11 kr• •u 11 tem K1’• *vvr I!■, 11 jd.-r jil e 1׳ 11» lit I•■ ■ r il: r Hi r &. •A- (die 'ii 11. »bell d.iU mul 1k n \1ße len, Und k! •4tsehe Vi I - Sind, g in; von L> ti m inleti ,all• f und ‘ be- (leinlülien Kal>־ tews- ) die Ha״• Jiuleu; «tde's- ־ ivurtk * p»m v“ j ns I״• jlatistik den: -pl,״ 1112; 1i;pe: x Oll ni;:e kt־! : 1 \ ■! t 1 ז! ן I 1 i ) Nr. 46 | LJ E D1 S C H E RUNDSCHAU \ *' ti \ \ // : I ׳ \ \W :; 4L• —5 \«/' c*. J 0 /**% <׳N ( / " \ c'ך i , ') -״ %«׳**/ \ V 4k— ,<i 4L.*... tfci rin 11'jt C*-—• Jüdische Bildungsaufgaben in Deutschland Referat von Moses Calvary Wenn wir von Bihii.njksat1f«:tl>e״ m Den »chl.md!)reellen wollet», so sei dies unser AusgaiigspUiikT: Wir u״t mit dem heulten Zuslimd gründlich imzufnedcn. eil Jahren ist versucht worden, die deutschen Zt ׳• gelungen. Stellen wir uns den Ztisumd vor, wie er etwa in der ersten Hälfte des Krieges licrrsdite. Damals gal» es etwas wie eine jüdisch •orientierte, indische Jugendbewegung. Unklar, vieldeutig, unreif — aber voll jiiii'iselien Lebens, Ich deute mir an, u.n was es diese! Jugend ging: um Ausnnamlci'set/migcn mit der ilcut• ulten Kultur, uni jüdische Kulturwertc, um jüdische Geschichte, um jüdische _ Kunst, um jüdisches I lelilentnin. um jüdische Formen. All!■ diese Dinge waren sehr allgemein gefühlt, aber allmählich ist auch das abhanden gekommen: wir sind erstickt in der politischen Phrase. I;in I ortschritt ist /u \eiveielineit, mal das ist /uni grollen Teil ein Verdienst Kurt Blimieul'clds: ge■ dankiieh wird das Primat des Jüdischen bejaht, das, was man jetzt gemeiniglich Radikalismus nennt. Aber diese Bejahung geschieht wirklich nur prinzipiell, theo•!misch. Die einzelnen jüdischen Fragen und die Aus• ciiiamhrsct/ungcn mit ihnen stehen nicht mehr s י sehr im iMiltelpunkt des inneren Interesses. Die jüdischen Probleme sind 'vorhanden, werden dunkel geliihlt, ja, die Jugend fühlt sich sogar von ihnen erdrückt, aber eben disltalh drängen sie kaum zu befreiender Aus• spräche und Lösung, Das Lehen, das auf dieser Tagung herrschte, darf uns nicht täuschen. Zunächst ist es mellt gleichbedeutend mit (lern!.eben draußen, denn hierher kommen besonders die in der Bewegung Begnt'ieiu‘11. Vor allem aber war doch auch dieses Leben /unliebst ein Leben der Partei, und nicht ohne סין• Inisehe Phrase. Partei aber täuscht leicht Leben vor, ist zum mindesten erst der Anfang eines wirklichen Lehens. Nicht der Delegiertentag, erst die Entwich• hing kann beweisen, daß die schöne Lebendigkeit, die das Parteilebeii erfüllt, auch den Aufbau des jüdischem 1 ebeits in Deutschland gestaltet. Wie ist es zu dem Stillstand gekommen? Die geistige zionistische Entwicklung wurde /uniiehst durch die Verluste im Kriege jäh unterbrochen. Was der Krieg begonnen hatte, vollendete in anderer Weise die Kevolution. Wir wurden alle mit elementarer Plötz• lichkeit lünciiigerissen in das Problem einer gerechten, Mt/inlislischen Wellgestallmig, viel zu plötzlich, als daß der ( jedanke in unseren kaum vorbereiteten Seelen wirk• lieh fruchtbar hätte Wurzel fassen können. Daß aber die jüdische Bewegung so zum Stillstand kommen küintte, das beweist doch, daß irgend etwas in ihr selbst, auch ohne jene äußeren Hemmungen, noch unfertig war, und wirklich hätlcii wir auf eine Bewegung nicht unsere ganze Hoffnung setzen dürfen, die zwar nach jüdischen Werten strebte, aber da sie selbst aller jüdischen Bildung bar war, in der Luft schwebte. Ich will nicht ungerecht sein. Es haben sich in diesen Jahren auch Aenderuitgen /uni Outen nach der posiliven Seile vollzogen. Es gibt heute in Deutschland eilten jüdischen, einen zionistischen Sozialismus. De! deutsche I lapoel-Ha/.a'ir ist gewiß nicht das, was er »ein könnte, sein sollte, seit! möchte, aber in seinen p. luisdien Zielen ist doch ein Oedanke, der früher mir Gedanke war, der Verwirklichung näher gekommen: 1»enscl1iidte Ideale als jüdische Postulate zu empfinden. I'al.isiin.-t ist der heutigen Jugend kein bloßer Begriff n׳11!1׳, das l eben unserer Jugend ist stärker auf unser I Jini eingestellt. Die innere Beziehung der Jugend ׳nr Arbeit ist eine andere geworden. i>er Blau-Weiß beginnt, den landwirtschaftlichen Arbeiter in Deutsch* t.md zt^ schalten, in den Imlustriehezirken ist der jii- :h<che Schwerarbeiter entstamlen, die Gruppe der Mali• l’cclia erzieht ihre Mitglieder zu körperlich produktiver Eiligkeit. Hebräisch endlich wird wirklich etwas mündlicher gelernt: das gilt allerdings hauptsächlich tu! Berlin und Frankfurt. Im Misrachi endlich hat mdit nur, wie es natürlich ist, das Hebräische stärker in/.el geschlagen, sondern in ihm erkennen wir auch deutlieli innere geistig jüdische Kämpfe als Zeichen de> Wachstums. Die Aufgabe Und trotz alledem, das Wesentliche fehlt uns noch heute: jüdisches Leben im deutschen Zionismus Un• wer Arbeit sind zwei Ziele gesetzt: Dieses jüdische 1 eben m Deutschland zu wecken und zu stärken, und zweitens dafür zu sorgen, daß es getragen wird von dem ^wamtiicnhangc jüdischer Kultur der ganzen Welt Beide /■1eie sunt fast identisch: Jüdisches Leben heißt: Hinein• 11 ״״«״!״as Oesaintjudentum mul umgekehrt, diese ״, tc״I "1!K,1,111,1 m,cil 11“,'•er Lehen befruchten. Die ,1 , '111‘11",W. v0״ dcr wir reden, hat nur ״der vor ■ km «In• Aufgabe, das Wachstum dieses Lebens /u nviiinJcrn, Als Schocken 1016 zum erstenmal vor uns von 11־'•'cr Aufgabe sprach, unterschied er drei Teile: cc Mige Angelegenheiten, nationale Erziehung, hebräische Mbeil, Wenn ich das auf Grund der bisherigen Arbeiten Konkreter fassen darf, so handelt es sich um die Kreise: w isseiiseliaflhehe Publikation, Jugendarbeit, Hebräisch Wissenschaft Jüdische Wissenschaft, was könnte sie für uns be deuten? Ich will nicht die alten Klagen zum hundertsten Male wiederholen oder der jüdischen Wissenschaft hier die Wege weisen. Es handelt sich für uns auch gar nicht in erster Linie um׳ die wissenschaftliche Forwherarbeit, sondern um Bücher, die diese Forschung dem Laien lesbar vermitteln. Die englisch redenden 1 Juden sind etwas besser daran als wir, denn nach 1 der allgemeinen dortigen Sitte wenden sich auch uns.■ re jüdischen Gelehrten vielfach an ein großes Publikum | Man soll diese populäre Arbeit nicht untersehätzen! Manches könnte übersetzt werden und einige HeberscUiiiigeii sind von uns bereits in Aussicht genommen Die Weltbüchcr vcrsiidien ja ähnliches, ׳ , Aber cs gibt da ein 1 limlernis. Die jüdische Wissen- Schaft ist größtenteils geschichtlich. Für den Menschen der Gegenwart hat aber die Geschichte und Gesellt clits- Studium nicht mehr die Bedeutung wie früher. Nietsehes Aufsatz, gegen die Geschichte wird erst jetzt richtig aufgenommen, unsere Zeit hat mit ihren eigenen Probleiucii so viel zu tun, daß sie die historische Einstellung des IV. Jahrhunderts nutgibt■ Zeiten der kulturellen Spannung sind keine Zeiten der Einkehr. Geschichte konnte heute als nationaler Faktor mir in zwei Rieh• tungeii wirken. Wenn uns ein Historiker erstände, der ein ’großer Künstler wäre, wie es bisher noch jeder große Historiker gewesen ist. Aber den können wir nicht erzeugen, leb kenne das neue Buch von Dubnow noch nicht,’ das soeben im Jüdischen Verlag herausgekommen ist. Dubnow ist zwar kein Künstler, alter doch ein geistreicher Mann, und so mögen vielleicht von hier aus Wirkungen ausgelieti. Zweitens aber führt die Geschichtsforschung uns zu den Quellen, tuul mir diese können in Wahrheit unser nationales Leben befruchten. Das Ziel aller jüdischen Bildung in diesem Sinne kann doch nur sein, den jüdischen Menschen durch diese Bikluiigswerte hiueiuzustelleit im die Ent• wicklung unseres Volkes. Darum, weil er «len Weg zu den Quellen weist, legten wir Wert auf dem Ratgelier für die jüdische Literatur, der leider nicht so schnell fortschreitet, wie wir wünschen. Unberührt von dieser im ganzen skeptischen Auffassung bleibt die F-ordertmg, ernsthafte jüdische wissenschaftliche Arbeit auch da zu unterstützen, wo sie nicht unmittelbar diesen Zielen dient. Neben der Geschichte müssen wir unsere Augen auf die Erscheinungen des gegenwärtigen Judentums lenken, jüdische Lieder und Melodien im Munde der Ostjuden. seltene jüdische Bräuche sollten aufgczeicUnet und der verborgenen jüdischen Kunst in Deutschland sollte ein sorgfältiges Auge zugewandt werden. Hier haben unsere Blau-Weißen eine noch kaum begonnene Aufgabe, auf Wanderungen durch jüdische Siedelungen, die seit dem Mittelalter bestehen, kann der Stift oder der Photographieapparat vieles Verschwindende fest• halten, und wo Ostjuden beisammen sind, solltet ihr ihnen die echten jüdischen Lieder ablauschcn. Ich möchte Sie hier auf die beiden schönen Bücher von Fritz. M Kaufmann besonders himvciscii, die der Kulturnussdiuß hei'uiisgegcheu hat. Wir haben mit voller Absicht gerade Kaufmann um diese z\rbeit gebeten, obwoltl wir wußten, daß seine Auffassung sich von der allgemeinen unter• scheidet, weil nur sie nach unserer Meinung ein rechtes Verständnis für unser Volkslied. erschließt. Das Buch ist etwas teuer geworden, aber es gehört zu den Büchern, die wirklieli in keinem jüdischen Hause fehlen dürften, dem es mit der I.iebe zu unserem Volkstum ernst ist. Hebräisch Zu all dem gehört aber als Voraussetzung eine wirkliehe Kenntnis «les Hebräischen. Die Notwendigkeit des Hebräisehlernens wird von. z.wci verschiedenen Seiten aus begründet. Die einen verlangen, daß wir die Bibel, das größte Werk unserer nationalen Literatur, im Original lesen sollen, die anderen betonen die moderne hebräische Literatur. Aber dieser Gegensatz ist nur .scheinbar. Audi die, die die Bibel in den Mittelpunkt stellen, wählen sie nicht aus historischen Gründen, sondern weil sie ihnen auch als heutigen Menschen, sei es ihren fdecn, sei es ihrem Kunstwort nach von lebendiger Bedeutung ist. Das Leben entscheidet. Und nun gibt es in der Gegenwart eine große kulturelle Bewegung, die ihren Ausdruck in hebräischer Sprache findet. Paläsliiia, Osteuropa und Amerika, sie alle sind an dieser Kultur beteiligt. Die deutschen Juden aber stehen abseüs. Sie sind wie ein abgestorbenes Glied, das kaum noch mit dem Gesa,mtkörper verbunden ist. Es gilt d;üur zu sorgen, daß der Strom dieser hebräischen Kultur auch das deutsche Judentum befruchtet. Die Trage darf dabei gar keine Rolle spielen, ob diese Kultur gleichwertig mit der. alten ist oder ebenbürtig der Kultur europäischer Länder. Es ist die Kultur unseres Volkes, es sind unsere Sorgen, unsere Hoffliungen, die dort ihren Ausdruck finden — der Funke der hebräischen Moderne muß das deutsche Judentum durchzucken, wenn cs zum Leben erwachen soll. Bildüng ist nur das Mittel, cs gilt zuletzt Teilnahme, durch Gehen und Nehmen. Wir sind verraten und verloren in unserem Judentum, wenn wir außerhalb bleiben, wie bisher. Die Entscheidung über unsere kulturelle Zukunft ist, vielleicht zum letzten Male in unsere Hand gegeben. Darum fordern wir die Hebratsierung der deutschen Juden. Das heißt also zweifellos Nationalisierung der detitsehen Juden, Hebra.isierung ist nur ein Teil der National«- sicrttug. Dieses Ziel ist in der letzten Zeit von Mitgliedern der freien zionistischen Gruppe angegriffen worden und ich muß es kurz verteidigen, ohne etwa den ganzen Komplex der Fragen, zu berühren. Weyi bezeichnete in seinem Aufsätze die Nationalisierung der deutschen Juden als eine extreme Forderung, die nur verständlich sei, wenn mau die deutschen Juden für entwurzelt halte und weiter entwurzeln wolle. Das unglückselige Sehiagwort von der Entwurzelung ist irreführend. Es handelt sich nicht um Entwurzelung im Deutschtum, sondern um Verwurzelung im Judentum. Ich denke nicht daran, den Staat für einen bedauerlidien Irrtum der letzten 5000 Jahre zu halten oder ihn etwa, mit der Aufklärung als ein blosses Vertrags- ן Verhältnis anzusehen. Der Staat aber wird schon sehen I wo er bleibt und wie er stell gestaltet, auch wenn es gelingt, ihn /u versittlichen. Die im Judentum vvrwurzelten Juden werden zur deutsdieu Kultur bestimmt eine andere Stellung entnehmen, als die heutigen Juden. Wir wissen nicht welche. Die im Sozialismus oder Katholizismus verwurzelten Menschen nehmen ja auvlt «Icutschc Werte in ihre eigene WcUamseluuiuu;.: hiuem. Darauf winde gerade in jenem Artikel 11111gcw1c».11, der sich im übrigen gegen die Natioiialisimingsbest icbuiigt'11 wandte. Wozu also der Lärm? Erst recht können wir ja dann doch die extreme Forderung eines jüdischen Kulturlebens aiiistelleu! Eine eigene Note, auch und gerade im Jüdischen, werden die einzelnen Länder im Ga,!11(11 bestimmt behalten. Mit ganz anderer Begründung wird die zionistische Kulturarbeit überhaupt von Misnidiisteu bekämpft. Arnold Barth lud der Auffassung die ebenso hübsche wie unrichtige Formulierung gegeben: Ger Zionismus ist keine Bewegung, er hat aber eine Bewegung geschaffen. Aber das ist ein Irrtum. Der Zionismus ist ja selbst das Kind und die Fortsetzung, vielleicht auch ein Teil einer großen Bewegung, der invssianisehen Bewegung, der, Zionsbewegung. Nur vorübergehend konnte das verdunkelt werden, weil Uerzl vor allem Politiker war. Es wäre ein Verhängnis, wenn man nach den Vorschlägen Barths innerhalb des Zionismus eine misrachistisdie, eine poale-zionisiische Kulturaibeit anerkenne, aber keine zionistische. Uns alle trägt die Gesamtbevvegung und wir hoffen, daß sie einmal die feindlichen Brüder einigt. Wir wollen nicht diese Gegensätze verewigen, denn das hieße allerdings, das 11:1t Barth richtig erkannt, die Bewegung negieren und zum Stillstand bringen. Ich glaube übrigens, daß diese Auffassung Barths nicht oder nicht mehr von dem deutscheu Misrachi insgesamt geteilt wird׳,. Innerhalb der sachlichen, hebräischen Arbeit selbst werden ja die Gegensätze oft verschwinden. Ob ich die Mischnah lese, um aus ihr Vorschriften für mein Lehen zu entnehmen, «Hier um die Kulturgeschichte unseres Volkes kennen zu lernen, oder weil ich ihre Sprache für grundlegend halte, über alle diese Dinge können wir vielleicht diskutiere» — einig sind wir darin, daß wir die großen Werke unserer Vergangenheit der Jugend vermitteln wollen. Seine hebräische Arbeit fand der KnUuraussctuiß in der Vorbereitung eines Lehrbuchs, einer Phraseologie, kommentierter und übersetzter hebräischer Ausgaben aus der alten und neuen Literatur. Der Sclnilverem hat die Schevviliin erscheinen lassen, der Jüdische Verlag ediert hebräische Bücher und andere Verleger folgen ihm. Jugendarbeit Für uns ist tiie hebräische Arbeit eng Verbunden mit der Jugendarbeit. Die Dreiteilung, die ich vorhin erwähnte, ist nicht durclizutühren, in der Arbeit an der Jugend laufen alle Fäden zusammen. Die Aufgabe ist unendlich. Mit den Kindern ist zu beginnen. Uns darf das Gespenst der Zweisprachigkeit nicht scliTecken. Wir sind uns ihrer Nachteile durchaus bewußt. Wir wissen, welch ein Glück es für den Menschen ist, eine Heimat zu haben, eine Heimat auch int Sprachlichseelischen. Ja selbst der Vorteil der Zweisprachigkeit, daß sie den Verstand aufschlicßt, die Assoziationen bereichert, ist für uns kein Vorteil. Wir haben kein Bedürfnis, eine alles wissende unfruchtbare Intelligenz zu züchten. Und doch bleibt uns nichts übrig, als dem Beispiel der kleinen Völker zu folgen, die inre Kinder zweisprachig erziehen. Ein Netz von hehräisehen Kindergärten muß Deutschland überziehen. Aber die Kindergärtnerinnen sind nicht da, so gilt cs, ein Kindergärtnerinnensi'ininar zu gründen. Wir werden alle unsere Kräfte daransetzen, um mit Hilfe der Londoner Leitung ein solches Seminar schon in diesem Herbst in Berlin zu begründen. Es ist Schuld der Ortsgruppen, wenn sie keine Kindergärtnerinnen haben, denn es war ihnen vor einem Jahre die Möglichkeit gegeben, eine Kindergärtnerin aus Wien im Sommer Ktgü zu bekommen, wen» sie für ein Jahr sich mit monatlich HX) M. an den Kosten der Ausbildung beteiligt hätten. Der Kindergarten findet seine Fortsetzung in einem hebräischen Kindorspielnachinittag für die schulpflichtige Jugend und womöglich in einer jüdischen Schule. In dieser Schule hat das Hebräische eine größere Rolle zu spielen als in den bisherigen jüdischen Schulen. Dr..Schwabe hat das einmal so formuliert: Die Schüler sollen befähigt werden, sich in beiden Kutturkreisen, im deutschen und hebräischen, als Juden zu behaupten. Wir haben für diese Zwecke auf einer weiteren, nicht reinzionistischen Grundlage den Jüdische!» Schulvcrem gegründet. Dieser Jüdische Sdiiilvereu» darf keine Berliner Angelegenheit bleiben, auch wenn die ersten Schulen in Berlü» gegründet werden. Wir müssen in Deutschland alle uns nahestehenden Kreise für üm gewinnen. ln Berlin hat der Schulvcreüi zusammen mit der Talmud Thora!» Kencseth Israel eine Grundschule gegründet und plant eine zweite Schule. Er schuf die hebräische Sprachschule und das hebräische Sprachsemmar. 1» ihnen wird zum ersten •Male in Deutsch- Lind 11» gemeinsamen Kursen ernsthaft Hebräisch gelernt. Die Grundbedingung dafür war, daß das Minimum von hebräischer Spracharbeit für den jüdischen Schüler in fünf Stunden Unterricht und ebensoviel Hausarbeit bestand im Seminar in je zehn Stunden Sprachschulen dieser Art müssen auch außerhalb Berlins gegründet werden, aber sie können nicht genüge», und vor allem die jüdische Schule nicht euthehrlicli macheix Nicht nur, weil die Kinder durch den Schulunterricht vom Vormittag ermüdet sind, sondern weil es nicht geht, daß die Schüler in der deutsche» Schule 1» einen» Geiste erzogen werden, der sie unser״״. Volke entfremdet. Dar״m\ra״che» ־wir die jd^le behule »״ der allgemeine, deutsche und jüdische Werte » einheitlicher Auffassung vermittelt werden. Aber CS fehlen uns die Lehrer. Die W^judm» Sen'S!1