Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1920-07-13 · Heft 46 (13.7.1920) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 46 (13.7.1920)
Date
1920-07-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2652228-2652273--13230-2670935
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Seite 366 vativ und langsam ist, wie alle Regierungen. Und gleich legte er mir, als wäre er einer von ihnen, die ganzen Sorgen der Jcmciiiten dar. Doch ich will liier auf die Einzelheiten nicht eingehen. Mittags: Wir essen in der Arbeiterkiiclic. Was sinn das wieder für Menschen, die da verkehren, wie gut die Speisen, wie billig! Die Auf träger sind Genosseu, die hier freiwillig ihre Gemeinschaftsarbeit tun. Der allgemeine Gesprächsstoff ist hier die ״Woche der Erlösung“, Welche patriotischen 'Taten da Paläslina geleistet hat, lallt sieh nicht schildern, ln I laifa brachte ein Lastträger, der seine hungrige Lamilie nicht zu ernähren imstande ist, 1 C. Dieses Pfund war allen ein teueres Symbol und es wurde versteigert unu für SO C erstanden. In Jaffa brachte eine Frau das Geld, das sie für iiir Totenhemd aufgespart hatte: Wenn Palästina erlöst sein wird, brauche sie kein Totenheiml. in Tiberias schenkte ein Mädchen ihre beiden Ringe. Der Vater wollte sie überraschen und kaufte sic um 50 C wieder. Das Mädchen nahm sic nicht an und gab sie wiederum dem Aufhaufond und sie wurden wiederum um 700 C zurückgekauft. Der Sohn eines bekannten Führers des Hapocl-I lazai'r verlangte von seiner Mutter, die schon alles weggegeben hatte, sic •solle auch noch eine Uhr, die da geblichen war, licrgeben: ״Wenn Du es nicht tust, so verkaufe ich mich selbst und Du mulft mich wieder Zurückkäufen!“ Der Sorgen und Kämpfe gibt es hier genug. Aber trotz aller Sorgen, die einen oft niederdriieken -- ich hätte nicht geglaubt, daß man in Palästina solche Augenblicke reinen Glücks genießen kann, wie ich es jetzt sehe. Nur das Eine muß ich hinzufügen, daß man ohne Kenntnis der Sprache keinen Zugang zu dieser Welt finden kann. Noch Eines: Ihr würdet staunen, welchen lebendigen, sinnvollen Ausdruck hier das Wort ״Chawer“ darslcllt. Das ist wirklich tiefe Hilfsbereitschaft. Eben kam ein Lehrer zu mir und trug sich an, die Kinder tätlich zu unterrichten, selbstverständlich ohne He- Zahlung alles das ist so selbstverständlich, als würden diese Atenselieii die Mauer, die Mensch mul Mensch trennt, überhaupt nicht kennen. Das Lehen in der Genossenschaft macht diese Menschen weitherzig, da die kleinliche Sparsamkeit an Geld und Zeit, welche in der Privatgesellschaft einen Sinn Int, sinnlos wird. Nun lebet wohl und trachtet liinüherzukommen! Unterdessen sammelt Bücher für die Nationalbibliothek, womöglich wissenschaftliche - mathematische, naturwissenschaftliche, politische, soziale und sendet sie her ״Hitnadwulh“ Nr. 3J des ״Hapoel-flaza'ir“ bringt folgenden hemerkenswerten Bericht aus Palästina: Diese Woche ist die Woche des ,,Keren I lageulah“ im ganzen Laude. Jaffa war der erste Ort in der ״I lilnadwuth“ (dem nationalen Opfer). Die ersle Versammlung fand Samstag im jüdischen Kino ״Eden" statt, an der mehr als 1000 Menschen tcilnalimeii (hei einer jüdischen Gesamtbcvölkerung von 10 -12 0000 Seelen), Die Jaifaer Ortsgruppe des I lapocl-l iaza’fr beschloß, daß alle Mitglieder die Arbeit einer Woche dem Keren 1 lageulah widmen. Der Eröffnungsabeiid der Geulahwodie 1:11 Gvmnasinm war ein historische; Ereignis. Die Begeisterung und Opfenvilligkcit war ungeheuer. Mau opferte Geld, Gold- und Silbergeräte, Schmuck, Bauplätze tntd Landereieu. Von der kleinen Zahl der zu dem Abend Lingeladenen wurden au Ort und Stelle nahezu ößOO iigypt. Pfund (ein ägypt. Pfund ist um 2!'״ Prozent mehr'als ein engl. Pfund) gespendet■ I >ie Stimme der gestifteten Sehmucksachen, des Goldes, Silbers und der Ländereien beläuft, sich auch auf mehrere 1000 Pfund, ferner Häuserhypolhcken von 1000 Pfund. I lervamihebcti ist die Spende des Mitgliedes des ״Ilapoel-llaz.atr“ Israel Pnini: eine silberne Uhannkahmenoruh, die nach der Tradition der Baal-Schem benützt und an ihr die Chanukahlichter gesegnet hatte. Der Wert einer solchen Mcnorab ist unschützbar. Am zweiten Abend, der ebenfalls im Gymnasium festlich begangen wurde, war die Opferwilligkeit noch größer. Diesmal waren die Hauptspender Handwerker, Arbeiter und Kleinhändler, Die Menge des gesj>e1!dete11׳ Schmucks uml der Silbergeratc waren ein vielfaches der Spenden des ersten Abends. Auch diesmal gab man ohne Ausnahme mit viel Freude und mehr als man geben konnte. Alte Frauen brachten ihren Schmuck mit freu- (tigern Zittern. Innerhalb weniger Stunden war ein Haufen von Gold, Silber und Edelsteinen beisammen. Man brachte auch Bargeld und erledigte aiiOrt und Stelle die übernommene Verpflichtung. An diesem Abend wurden ia har 300 ägvpt. Pfund eingenommen, außerdem 'Wertpapiere in der Summe von 20 00!) Franken, sowie Bauplätze und andere Gegenstände von Gcldeswert. Her dritte Abend fand in der Mädchenschule statt und hatte ebenfalls günstige Resultate: Es wurde eine hedeulemte Summe au Geld, Schmuck und verschiedeneu Gegenständen gesammelt. Der vielte Abend wurde im Waisenhaus im Newe- Sdialom abgeluUen. Ls war eine volkstümliche Feier in wahrsten Sinne des Wortes und die Opfcrwilligkeit hatte einen besonders volkstümlichen Reiz. Leide gaben ihren letzten Sparpfemiig und teilten ihren ärmlichen Monats',ohu auf. Hier wurde am meisten bar gespendet, aber auch viel Schmuck, Gold und Silber kam zusammeii. Audi die Schülerinnen des Lclirerinncnseininars veranstalteten einen Abend zugunsten des ״Keren Flagculah“. Die Lehrcrorganisatiou beschloß 3000 Pfund dem ,.Keren flagculah“ zu spenden, das ist der halbe Monatsgchalt aller Lehrer. Die Beamten der ״Anglo-Palcstine ' Company“ opferten den ganzen Monatsgehalt aller Betiiulcu: 900 riiiml. Die Organisation der jeiuciillisiln 11 Arbeiter spendete eine. Arbeitswoche jedes Mitgliedes, dasselbe taten die unparteiische Organisation der Druckereiarbeiter und des Jcmcniteiivercütes j.Zeire Hnmizrach“.!Man schätzt den bisher in Jaffa gesammelte 11 Betrag auf nt du־ als 25 000 Pfund. Die Summe wächst aber von Tag zu Tag, Die ״Vereinigung der jüdischen Kolo nien Judäas und Samaras“ erklärte, daß sie Boden i!n werte von 20000 Pfund spenden werde, den sie kn Begriffe sei zu erwerben. tn Jerusalem wird auch eine sehr rege Agitation zugtinstw» des ״Keren HageiAah“ betrieben. JUEülSCHE RUNDSCHAU Nr. 40 Petaeh Tikvah: Auch hier ist die Begeisterung für den Befj־ci1n»;־׳sfnmls gewaltig. An dem unter 1 eilnahmc Dr. Musst:ca1׳ ms und des Direktors der Jaffaer Musikschule I lopenko aßgehalteueii Abend wurde eine große Summe Geld und viel Schmuck gesammelt. Ain Ganiu: (Die Einwohnerzahl beträgt 20t) Seelen; ein Arbeiten!orf.) Bei Ausgang des Schwuothfestes wurde eine allgemeine Versammlung für den ״Keren Hageulali“ abgelialien. Im ganzen wurden 32(1 Pfund gesammelt, man hofft aber den Betrag auf 30נ Pfund zu erhöhen. Kischcii-Lc-Zion: Samstag abends war die erste Versammlung der Geulahwodie. Die Begeisterung war grenzenlos. Man sammelte -1000 ägypt• Pfund in bar außer Schmucksuelren. Haifa: An den ersten zwei Abenden der tieulahwoche gingen 1000׳ Pfund und ein weit größerer Betrag in Seluuuck und Wertgegenständen ein. Akka_: Die Arrestanten J a b o t i n s k i und Genus 's e 11 s p e 11 d e t e 11 für den ״Keren Hag e 11J a 11“ 150 I* f 11 n d. Tiberias: Die Arbeit für den ״Keren!lageulah•‘ wird mit einer so grollen Begeisterung getan, daß auch die größten Optimisten veiblüllt sind. (Tiberias ist eine alte (Ihaliikalistadt, in die in (len letzten Jahren unter der Wirkung der umliegenden jüdischen Dorier gcsündere Verhältnisse nach und nach cin/ichcn.) Die Geulahwodie ist wie ein langer Feiertag. Die erste öffentliche Versammlung wurde in der sefardiseben großen Synagoge abgebalteii. Die ״Zolim“ und ״Zofotli“ (die jüdischen Pfadpiinder beiderlei Geschlechts) verteilten sich über die ganze Stadt und gaben Befehle: Fäden und Werkstätten zu schließen und in die Synagoge zur Versammlung zu gehen. Alle Läden wurden uin 2 Uhr iiaduniitngs geschlossen und alles versammelte sieb in der Synagoge. Dort wurden Flugblätter verteilt und inehreic Reden gehalten und sofort begann man die Spenden zu verzeichnen. Das Recht die Sneitdetf zu registrieren, auszuriifeii und zu sammeln, wurde versteigert. Die• Opfenvilligkcit, zumal der Weiblichkeit, überstieg alle Grenzen. Sie erinnerte an die Zeiten, als die jüdischen Frauen ihren Seluuuck zum Bau des Tempels darhraditen. Lin armer Musikant spendete seine (ieige. Manche zogen ihre Schuhe aus und speurieten sie. Zehn Diuiam Bauplätze in Tiberias in der Nähe des Grabes Maimonides und am Berg Keiiaan (bei Saafed) wurden gespendet. Die Katiflcutc und die Reichen der Stadt brachten bisher noch nicht alle ihre Spenden, erst ein kleiner Teil beteiligte sieh bisher an der Sammlung. Bis jetzt opferten nur die Volks-!nassen, die kleinen Leute. Burschen und Mädchen, Schüler, Waisen, Arme brachten was sie nur konnten und spendeten. Der Wert des au diesem Tage gesammelten., betrug in Barem 1000 Pfund, das Gleiche in Wertgegenständen und Bauplätzen. Heute halten die ״Zolim“ ein Fest ab, eine Art Bhimentag. Abends eine Kinovorsteilmig zu teueren Preisen, deren ganzer Betrag für den ,,Keren Hageulali" bestimmt ist. Morgen wird eine TlioraroHc, die ein Jude gespendet hatte., in einem feierlichen Zug mit Musikbegleitung des Sehulorehesters in die Synagoge geführt werden. Üebermorgen wird ein großer Ausiing per Boot und Dampfschiff stattfinden, welch letzteres die Schiffahrtsgesellschaft zugunsten der Cieulahfoiuls zur Verfügung gestellt hat. Samstag wärd das Aufrufen der Thora zugunsten der ״Keren Hageulali“ \ersteigen. Freitag wird der Ertrag der Bäder in den' heißen Quellen dum Befreiungsfonds zufließeii. Heute brachte man aus Dugania einen geschmückten Wagen mit allen Arten (iumiisc, Geflügel, ־tauben, Eiern, Blumen usw., eine Kuh, ein Kalb zum Büro des Hapocl-I laza'ir im Zentrum der Stadt. Dort wurde ein Dagniiia-Bazar errichtet und alles wurde zugunsten des ,,,Keren Hageulaah“ versteigert. Jabneel (jenuua) 330 Einwohner: Gestern am 7. Siwan veranstaltete mau ein Fest des ״Keren Hageulali“. Die J. N. F.•Kommission veranstaltete eine Versammlung am Schawuolimielimittag. Montag, den 7. Siwan (wie bekannt, wird in Paläsiina Schawuotli nur einen Tag gefeiert) begann das Geiilahfest. Bis .Mittag wurde gearbeitet, um 3 Uhr versammelte sich das ganze Dorf beim Bethaus, am Platze wehten Palmen, die männliche und weibliche Jugend uml die Kleinen aus dem Kindergarten kamen in einem Festzug. Ls wurden Reden gehalten, dann ging mau zur Tat über. Die offenen Herzen machten offene Beutel. Als erste brachten die Frauen ihren Schmuck. Nachher wurden 4'iekler und andere fjnciukn gesammelt. Wie /.. B. Prozente von der Getreide- und Maiulelcnue, Rinder, Kälber, Geflügel, verschiedene Gerate usw. Viele spendeten im Bethaus uml viele durch Sanunhingen von Haus zu Haus. ״I lapoel-Mazair“ uml ״Mis• rachi" hatten spezielle Sammellisten. Der Gesamtbetrag war zirka 20(10 Pfund. Nach Beendigung der Entgegennähme der Spenden ging ein P'cstzug nach Bcth-Uann (bei Jahneei liegendes Dorf von 10 Familien). Der Zug wurde von Reitern und den Kindern des Kindergartens empfangen, Man zog singend in das Dorf, blieb dort eine Stunde, sammelte dort Geld und verschiedene Gegenstände im Werte von einigen hunderten Pfunden. Am Abend wrude in Jabneel ein schöner Festabend voraustaltet mit großer Tombola und Büfett. Auch hier waren große Erträgnisse. Bis Mitternacht tanzte man und freute sich. Der Waad Hasmani der Juden Palästinas, gab seinen Willen kund, daß das Geld, das in Palästina für den (ienlahtonds gesammelt wurde, der Erlösung des Bodens nach den Prinzipien des Nationalfonds gewidmet sein solle. Der Waad Hasmani wendet sich an die Organisatsonen der anderen Länder und bittet sie auf die gleiche Art die Verwendung der Gelder zu bestimmen. lern auch Pan/entutwnobik, durch die Straßen mar- Schieren. Es stellte sich heraus, dal) eine anonyme pr״. klamation der gpoßarabi-vhcii Agitatoren in der T.u zu antijudischen Krawallen;.ufgelorilert hatte, die aiabische Bevölkerung blieb jedoch vollständg ruhiig m,j im ganzen Lande haue man keinen einzigen Fall von OrdiiUiigsstürimg zu verzeichnen. Hingegen meldete nm״ wieder «inen Beduinemiberfall auf die Kolonie Jessudam an 1:1 in Galiläa, wobei ein jüdischer Kolonist ums Leben kam. Als politisches Ereignis von einiger Beden tung wird berichtet, daß der Direktor der Rothschildkolonicii in Galilaa, Herr Knlwarisky, vom König Eaissal nach Damaskus berufen und in einer längeren Audienz empfangen wurde. Mau vermutet darin einen ernsten Versuch, zwischen der syrischen Regierung und dem neuen Palästina einen Zustand der Frcundsäi.iit herbeizul'üliien, der für beide Länder von größter I'״■ deutung ist. Auch wirtschaftlich hat eine leise \unähenmg zwischen der Damaszener'Regierung und d r jüdischen Einwohnerschaft Palästinas begonnen, imlem die Beschaffung von Heizmaterial für die Hcdschasba.;! einem jüdischen 1 ieferanten in Haifa übergeben wurde (N / / , Zur Lage Jaffa, 13. Juni. Dr. A. B. Gestern ging der Ramadanmanat unter den üblichen Festlichkeiten zu Ende. Ans irgend einem Grunde hatte sich in mehreren Städten die Nachricht verbreitet, die Mohammedaner würden an diesem Tage Exzesse gegen• die Andersgläubigen veranstalten. l>ie Rcgierungsargnne, die in dieser Beziehung sehr strenge und präzise Instruktionen erhaltet» hatten, ließen in Jaffa, Jerusalem und׳ Haifa KavatleTiepatrmiiJien mit Maschinengewehren, in Jerusa- Jaffa, 2J. Juni, Dr A.!5. Das Strafgericht der französischen Behörden gegen die uietaualisdieu Monibrenner in Nordgaiiläa ist nunmehr zu.Ende gegangen. Vorige Woche berief Oherst Nieger, der die l.xpcdi honen geleitet hatte, die Scheichs und ״Sultane" du verschiedenen Berge und Dörfer nach Sidon, wo ihnen ein Vertrag zur Unterzeichnung vorgclegt wurde, dun 11 den sic sich vcrplüchtcn •müssen, t, den zerstörten und beschädigten christlichen Dörfern 100 UÜÜ C Fm- Schädigung zu zahlen, 2. die Hauptleute der Kanin 1 scharen, die meist flüchtig sind, der französischen Regiennjg auszulicieni, und 3. die volle Verantwortung für jede künftige Ruhestörung zu übernehmen, so zwar, daß 1m Falle von Ueberfäilen mit europäische Siedlungen sie mit ilnem Lehen und Vermögen dafür haftbar ge macht werden. Um diesem Vertrag den nötigen Nach• druck zu vetleihen, wurden sämtliche Metatiulilührer tu Sidon als Geiseln zuriiekbehalteii. Zusammcnfassetid kann jetzt gesagt werden, daß die französische Regit rung sieh zwar spät aufgerali't hatte, um dem Mordm und Rauben in Nordgaliläa ein Ende zu machen, dal» sie aber mit äußerster Energie und Schärfe vorgegange■11 und 11er Situation rascher I ferr geworden ist, als d e arabischen Banditen geglaubt haben mögen. Vor den Tanks und der Artillerie sind diese Frauen- und Kimkr• monier wo irgend möglich entronnen, in den meisten I allen aber mußten sie ihre früheren Räubereien mit ücm!.eben bezahlen. Sämtliche Metnuaiidörfer sind /erschossen oder von ihren Einwohnern verlassen, und wer von den Räubern erwischt wird, wird standrednlnli erschossen. Die mohammedanische Bevölkerung der übrigen Landesteile sowie die Damaszener Regierung, du allerdings keinen Finger rührten, wo man die ),״.In; nun Christen niedermetzeile, beginnen jetzt, wo 1l.es strenge Gericht am ihren Freunden geübt, wird, gv.11 1,׳ d.e Franzosen zu murren und werfen ihnen (irausamWw« Vor. Natürlich gellt cs ui sulüicu l'illcu Oiv.111 imiiisf nach den: Ideal der Gerechtigkeit zu und manche trau zösische Abteilung mag oft übertrieben haben. Dalür ahv! ist jetzt im ganzem Gebiet Nordgaliläas die Ruhe wiedet hcrgestcilt und die Bewohner der ausgeraubten eitristliehen Ortschaften beginnen in ihr« Heimat zurückzukeliren. Bei der Beruhigung NordgaJiläas Iahen die Eran/oscn eine lueltlige Stutze in den Drusen geHtmbii Diese einst sehr wilden, cliristfeindlichen Stämme haben durch die ewigen Unruhen selbst so sehr gelitten, daß sie schon vor einigen Monaten das Land verlassen uml nach Palästina liinüherwandern wollten, da sie mit den jüdischen Kolonisten in letzter Zeit auf friedlichem Fuße standen. Die Franzosen Iahen es aber verstanden, sie durch Freundlichkeiten für sich zu gewinnen, und heute gibt es bereits eine ziemliche Schar junger drusischer Soldaten in der französischen Armee und drusisclie Notabeln versehen den Dienst als Stndtolx: rstcu und Beruhiger der mohaiinniedaiiisehen Bevölkerung in den meisten Städten. Da sie, entgegen den über sie ver• breiteten Vorurteilen, friedlichem.! und arbeitsam sind, dürften sie als Elemente der Sicherheit and Orcaiung in den gefährlichen Gegenden am Abhang des Libanon von großem Wert sein. (N Z Z.) Neue Unternehmungen ln der letzten Zeit wurden 31 neue Firmen m Palästina handelsgericlitlich registriert; darunter befinden sich zwei jüd. Koloiiisationsgesellsdiafteu: ״G e u 1:1 11 Co tnpa nv“, begründet von Oettinger, J. Goldberg mui S, üluskin, und ״I r - c h a d a s c h a 11 - C o nt p a 11 v" begründet durch L. Weil), B. S. Hart uni l). J. Kleinmann. J. Ben-Dow und Mark-Schwarz in. Jerusalem haben die erste palästinensische ״Fiiin-Gesellschaft“, H. Kap• hu» (New York), L. Stein, B. Narajcwski, L. Seherescliewv ki, alle drei in Jaffa, und J. Svvarawski (Rußland) die ״Amerikanisch-palästinensische Eisenf.ibrikgesellsdtaft“ begründet. Die übrigen registrierten Finnen sind Handelsuntcrnehmungcn, zumeist von palästinensischen Jude״ begründet. Die Araber haben eine ״Palästinensische HamteK• bank" ״egrümlct und registrieren lassen. Ferner wurde eine Filiale der amerikanischen ״V'acuum Oil Compaiiv" registriert. Schiffsverkehr Uchrr den Stiiiif'.vcrkchr PnUstimi•» mit dem I"■ und Auslande, entnehmen wir einer amtlichen Statistik vom 1. April 1919 bis 1. März 1920 folgende'Zahlen: lin Hafen von Jaffa sind während dieser Zeit 19-1 Danipt• und 9/2 Segelschiffe, in Haifa 160 Dampt- und 10*2 Segelschiffe cingelaufcn, auch in Akka legten einige Dampf- und Segelschiffe Anker an. Der Verkehr von Segelschiffen ist hauptsächlich im Inlandverkehr, derjenige von Dampfschiffen hauptsäcldich im Ausiandverkchr mit England an erster Stelle £14 verzekrluten. 1 1 ו

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.