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Jüdische Rundschau · 1920-07-06 · Heft 44 (6.7.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 44 (6.7.1920)
Date
1920-07-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Nr. 44 ✓ Seite 354 Ml ist, mul daß ihr Platz iv.ir in tut seren Reihen sein kann. Znm einzelnen kann man in diesem Sinne nicht anders reden als zu einer ganz Krollen Masse, und die beste Massenpropaganda, d. h. die Gewinnung vieler neuen Zionisten, liesiehl immer darin, daß es Keimet, in jedem Ort einige Menschen ganz mit unserer Klee /u erfüllen, die dann imenmidlieh die Erziehungsarbeit in ihrem Orte übernehmen. Der Ikweis sind sämtliche gut arbeitenden Gruppen. Ueherall beruht die Arbeit an( solchen besten (lesiiiiumgsgcnosseu, denen es ^;cliiijKt, die Anfänge eines jüdischen Lehens zu• erzeugen und die so eine zionistische Atmosphäre schäften, in die sie alle hinein/iehen, in denen der jüdische Instinkt noch stark genug ist. Unsere Propaganda ist in Wahrheit in jedem l alle Erziehungsarbeit. Erwachsene lernen in richtigen zionistischen Versammlungen die Grüße der Bewegung kennen und werden veranlaßt, sieh ihr als Lernende eitizttfiigen. Vor allem;!her imtli es uns gelingen, unsere Idee in die Jugend zu tragen, und je stärker wir weiden, um so mehr wird die Arbeit an der Jugend das wirksamste Mittel der zionistischen Propaganda werden. In dieser Jugendarbeit wird es sielt zeigen, ob wir imstande, sind, mit unserer Klee die kommenden (ieschlechter zu erfüllen, und ob der Zronisitnts in Wahrheit ewiger ist als alle zeitlichen Beeilt׳- flusstmgeu, die von außen her an die Jugend heran- ׳kommen. Diese Arbeit Hat als Propaganda ihr Ziel erreicht, wenn der jüdische Mensch einmal die Erschüttcrung durch den Zionismus erfahren hat, wenn er einmal gefühlt hat, daß er dadurch zu einem wirkenden Glied der jüdischen Volksgemeinschaft geworden und damit zu einer neuen menschlichen Verantwortlichkeit gekommen ist. Die gestaltende Kraft der zionistischen Klee zeigt sieh am deutlichsten hei den durch eine nationale Propaganda gewonnenen Menschen, für die der Ziqjiisimis zur Aufgabe ihres Lebens wurde. Die Präge, welche Erfolge der Versuch des Aufbans des jüdischen Lebens in allen Ländern des Galuth haben kann, wird oft genug so beantwortet, daß man die l'nmoglieiikei, naehweist, hier ein jüdisches Leben zu schaffen. Es wild darauf hiu^cwicscu, wie schwierig die Gründung jeder jüdischen beliule ist, wie schwierig es ist, nur einen einzigen hebräischen Kindergarten zu schaffen usw. Die Schwierigkeiten kennen wir. Weiht nur die Frage, welche Schlüsse zielten wir aus dieser Erkenntnis? Ich glaube, nur den Schluß, daß wir tuiablässig aufs neue versuchen sollen. Wer allerdings glaubt, 11,di wir San K’cmo ebenso gut hätten vor 23 Jahren aiisinitzen können wie heute, der wird nicht zu iiherzeugen sein. Wer aber sieht, daß seit der Gründung der Zionistischen Organisation ein ungelteuer starker nationaler Prozeß begonnen hat, daß trotz, aller Enge JUEDISCHE RUNDSCHAU_ umi Dürftigkeit unseres Lebens wir dennoch allmählich jüdischer geworden sind, wie erst die Entwicklung des jüdischen Palästina! in den Jahren PK)8 bis 191-1 es möglich gemacht hat, daß unser Jischuw den Schicksalsschlagen des Krieges widerstanden hat, der weiß, daß unsere Anstrengungen mit aller Kraft fortgesetzt werden müssen. Die Z. V. f. I). hat in dieser I linsieht eine besonders große Verantwortung. Kn Osten ist heute die jüdische Welt zerstört. Die Judenheit ist dort ׳ - ich zitiere Jakob Rabinowitsch --- ohne Halt, ohne wirtschaftliche Basis und aus Mangel an Realitäten herrscht das Wort. Die Zustände in Palästina sind schwierig, der Jischuw lebt im Gefühl des Abstiegs und des moralischen Zusammeiihrtichs, und eine kleine Zahl von Arbeitenden hält dort mit übermenschlicher Energie ans, um, frei von irgend welchen Illusionen, im Dienst des Volkes ihre Pflicht zu erfüllen. So sehr wir wissen, daß Tausend und einige Tausend wirkliche Chaluz.ini gewiß nicht das Volk sind und gewiß nicht allein die Arbeit auf sich nehmen, so sicher werden solche Menschen den Kern der neuen Siedlung bilden und durch ihre Energie die hebräische Sprache und den jüdischen Volkswillcit aufreclüerhalteu. Sie werden jenen sogenannten Gltaluzim widerstehen können, die heute hingegen, tun dort die zionistische Illusion zu zerstören. Nirgends ist das Bemühen, durch Bewegung, durch geistige und menschliche Beeinflussung zu wirken, so kritisiert worden, wie bei uns in der letzten Zeit. Man hat es für bequemer gehalten, den Weg des Geschehenlassens zu gellen und auch mit den Bedingungen zu rechnen. Besonders, nachdem äußerliche Erfolge neue Aussichten zu eröffnen schienen. So notwendig es ist, daß wir die Mehrheit in Palästina erreichen, so not* wendig ist es, daß wir dort kein zweites . Galizien, sondern Erez Israel schaffen. L)ie zionistische Klee hat ihre Aufgabe nicht erfüllt, bis jüdische Menschen in Palästina leben. Es gilt, ein gesundes Volksleben aufzuhaiieu, und das ist die Arbeit unseres Geschlechts und aller künftigen Generationen. Dieses Geschlecht, dem die Männer von Tel-Chai entstammten, wird auch Mißerfolge und politische Rückschläge zu überdauern verstehen, dieses Geschlecht wird die große Wirkung auf das ganze jüdische Volk nuszuüben vermögen. ״Es ist nie was in der Welt so gekommen, wie die Propheten und die Führer meinten, aber ohne die Propheten und Führer wäre cs überhaupt nicht gekommen.“ Diesem Salz. Himmels sollte» wir alle soweit gerecht werden, daß wir begreifen: Wir brauchen nicht dafür zu sorgen, daß Ideen und sittliche Kräfte schlecht werden; dafür sorg( schon die an gebetete natiirliehe Entwicklung. Das Programm der jüdischen Weit- Hilfskonferenz I. Berichte über die Lage der vom Kriege und von Pogromen Betroffenen Juden und über die Hilfstätigkeit. Lage der 1 lilfstätigkcit in: Großrußland, Ukraine, Kongreßpoleu, Ostgalizien, Westgalizicii, Litauen, Weißrußland, Lettland, Estland, Rumänien. Bukowiua, Transsylvanien, Beßarabien, Tschecho-Slowakei, Deutschland, Oesterreich, Türkei, Palästina. II. Berichte ülicr die Tätigkeit der H i 11 s o r g a- 1 ״ s a t i o n e 11: Vereinigte Staaten, England, Ganada, Argentinien, Südafrika, Aegypten; Frankreich, Italien, Deutschland, Oesterreich, Jugoslawen, Tschecho-Slowakei Holland, Belgien, Schweiz, Dänemark. Schweden. Norwegen. III. Probleme d'e r schnellen Hilfe. Ihre Formen in den einzelnen Ländern unter besonderer Berücksichtigung’ der sanitäts-medizinischen Hilfe. IV Fragen der Rekonstruktion in den Ländern selbst: A. Allgemeiner Vortrag über die Aufgaben der Rekonstruktion des jüdischen Wirtschaftslebens. B.: Speziehe Vorträge: a) Rohstoff rage; b) K r cd i t f r aagc, :Bankfrage; e) Bedeutung der Genossenschaften für den Aufbau; d) Arb eitsfürsorge fragen (Arbeitsämter usw.); e) Die Sorge für das Kind: Waisenliäuser, Kinderiiistitute usw,; 1) Jugend- und Bildiingsfrage; Schuljugend, lTodischuljugend usw.; g) Frage der Regelung privater Geldüberweisungen an die vom Kriege und von Pogromen betroffenen Juden. V Fragen der Wanderung; A. Möglichkeiten der Wanderung, Länderfrageii usw. B. Regelung der Wanderung zu den V e r w a 11 dt e 11 in transozeanischen ■*,Ländern C. Technische Organisation der Wanderung. . VI Methoden der 1 lerbeischaffung der erforderliehen Finanzmittel: A Feststellung der evtl. Dirnensinnen. (Vorschläge mit bezug auf die einzelnen Lander usw.). B. Die Frage der Beteiligung der Regter u n g e 11 in den einzelnen I.ähdern au der Rekonstruktion des jüdischen Wirtschaftslebens: Zuweisung eines Teiles der Ersat/sumtncn, Entschädigungen für!*Pogrome usw. VII. O r g a 11 i s a t io ״ s f r a g e: Aufgaben und technische Zusammensetzung der künftigen Organisation. Die Siedlungsgesellschaft Degcl Jchuda in. b. H. schreibt uns: Es besteht begründete Aussicht, daß die geplante Großsiedlung in Kürze zustande kommt, als Zusammenfassung einer Anzahl von Gruppen (unter drnrii sieh auch AiTnisoth |11׳(i11d1,11), die in einer Volkreichen Kolonie mit gemeinsamen zentralen Einriehningeii, intensiv en Gartenbau mul verschiedene lndiistrien helreihen; für letztere sind viele Uiiternelimuiigen in Vorbereitung, liinigc Industrielle werden sich vier Kommission aiischließen, die die Gesellschaft im l aufe ijieses Sommers nach Palästina entsendet, um die Begründung vier Kolonie an Ort und Stelle zu betreiben. Ortsgruppen, in denetj sieh Interessenten befinden, werde(( gebeten, diese auf die Siedlung*- gesellschaft Degel Jcluida aufmerksam zu machen und selbst Prospekte eiu/.tifordern. Je mehr Sicdlergruppen, *vlie auch drüben eine gewisse Selbständigkeit behalten können, sich zur Schaffung der Großsiedlung zusammenschließen, um so größer sind deren ״städtische Vorteile“ und um so uiiabhiingiger ist die Gesellschaft in der Auswahl des Ortes ihrer Niederlassung. In An* betracht der Realisierung der politischen Erfolge der zionistischen Bewegung und des nahe bevorstehenden Beginnes der Wanderung hoffen wir, daß auch die vorläufig noch hier verbleibenden Zionisten zur Eörderung des Siedlungsgedankens das ihrige tun werden; auch solche können der Gesellschaft beitreten. Alle Anfragen beantwortet das Büro der Gesellschaft, Berlin- Halensee, Scescner Str. 30, 1. Jabotinski für eine jüdische Legion. Jabotinski richtete aus dem Gefängnis ein Schreiben an die zionistische Leitung, in welchem er die baldige Gründung einer starken jüdischen*Legi011 als unerläßlich betrachtet. Das Schreiben schließt mit den Worten: ״Ohne eine jüdische Legion für die Landesverteidigung — kein jüdischcs Palästina!“ Literarische Mitteilung ״Hamcnorah“ (Halbmonatsschrift — zur Vervallkommnung der hebräischen Sprache). Die neue Halbmonatsschrift des Hebräischen Verlags ״Menorah“׳ die den gleichen Titel trägt, wird in der hebräischen Literatur den Platz eiuniTimen, den ״I.ittle Puck“ oder ״Hie Enghs'n Echo“ in der englischen für alle, die die Sprache erlernen wollen, inne hat. Aus der Gleichheit der Ziele ergibt sich auf eine weitgehende Achnliehkeit des Autlitz.es, Anordnung des Stoffes, seine Auswahl, vlie Erkläruug schwieriger Vokabeln und Phrasen geschieht im ״ITamenorali“ nach demselben Prinzip, wie tu den Zeitschriften der modernen Sprachen. Es versteht sich, daß weder in der Ausgestaltung noch in dem pädagogischen Weg eine Originalität gesucht werden elarf. In der pädagogischen Literatur der hebräischen Sprache ist bei der Dringlichkeit, die Sprache rasch zu bearbeiten, keine Zeit zu Experimenten, es geht ja nicht um die Erlernung einer Fremdsprache für einige Interessenten, sondern die Erweckung vier eigenen Sprache für breite Schichten des Volkes. So ist vlie Idee, die Methoden des modernen fremdsprachlichen Unterrichts auch für das Hebräische zu verwerten, 'las originelle an ״Hanienorali“ und für diesen guten Gedanken gebührt dem rührigen Verlag vier wanne Dank aller. Bisher liegen die ersten beiden Nummern Vor. Sie zeigen den Plan, nach dem die Herausgeber ihr Unternehmen gestalten wollen. Schilderungen aus ue׳n Leben der Gegenwart, die besonders den Stempel der Anschaulichkeit tragen, historische Abrisse, Gespräche und Briefe persönlichen und geschäftlichen Inhalts, Poesie, Midrasehlektüre, grammatische Belehrungen liehst Uebtingen, eine Witzecke und Vokabeln, die memoriert, werden sollen — so reichhaltig ist eine einzige Nummer. Der (Trist, in dem ״I latm׳n»rah“ redigiert wird, bürgt du* für, daß schon bei vier Lektitre nicht nur die Beherrschung der Sprache übermittelt wird, sondern Gedanken überfließet), in des Lesers •׳Seele, die bereichern und befruchten*). 1 >r. O. W o I f s b e r g. יי יי' Jüdische Kulturbewcgung in Amerika In Amerika macht sich in der zionistischen Bewegung eine starke Strömung geltend, die national jüdischen Erziehungs- und Kultnratifgabeii einheitlich zu bearbeiten. Sechzig Vereine und Organisationen haben sich zu diesem Zweck unter dem Namen ״Herzliah“ vereinigt. *) Letzteres scheint uns etwas zweifelhaft, D. R. Deutschland Zur Gesamtorganisation der deutschen Juden Der Mehrheitsbeschluß, der auf der Tagung der jüdischen Organisationen Deutschlands am 20. Februar d. j. gefaßt wurde, daß nämlich eine atiss Vertretern aller Organisationen zusammengesetzte Kommission die Frage der Gesamtorgaiiisation weiterberaten solle, ist von vier aus dem Verbände der deutschen Juden und den Vertretern der Großgemeiwlen bestehenden Mmderheit, wie vorausztischen war, sabotier! werden. Die Herren Notahein, die von der Teilnahme der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und vier Jugendorganisationen aller Richtungen an den Beraumgen eine Demokratisierung der künftigen Gesamtorgam• satiou befürchteten, sind jetzt auf.den! besten Wege״, in aller I ieimlichkeit die Gesamtorgaiiisation zu schaffen. Alks ist fix und fertig. Der Vorstand vier Gemeind* Berlin beruft die Vorstände einiger anderer Gtoßgemeinden zusammen. Line vorläufige Verfassung wird ohne Debatte angenommen und wenn der deutschjüdische Philister am nächsten Tage aufwacht, fm.iet er als seinen höchsten jüdischen Vorgesetzten den ״großen Rat“ vor, der aus etwa 30 Notabein, b Rahhimn. 2 Lehrern oder Kantoren und 2 Yciwaluingslicamtcn bestellen wird und nach § '32 der vorläufigen Verfassting die Geschäfte der (iesaintorganisation zunächst allmächtig zu fuhren hat. Erst innerhalb eines Jahres nach Annahme der vorläufigen Verfassung sollen dann die erstmaligen Wahlen znm Reichsverbandstag stad finden. Ein feiner Plan, der das Plazet des großen ״I)e 11־okraten“ Cassel, Vorsitzenden des Verbandes dei deutschen Juden, gefunden hat. Ob sieh irgendein Volk, irgendeine Religionsgesellschaft der Welt gefallen las-en würde, dal» seine Verfassung in dieser Weise hinter v erschlossenen Türen geschaffen wird? o Wo bleiben die Proteste der demokratischen judische» Jugendorganisationen, des Centralvercins, vier Orthodoxie? Will inan cs der Zionistischen Organisation allein überlassen, das frevelhafte Beginnen der Notabelr. vor der jüdischen Oeffentlichkeit zu brandmarken und mit allem Nachdruck als alleinigen gesetzgebenden Faktor die konstituiere 11 de Vers a tn m 1 u n g d c 1 Jude» Deutschlands zu fordern? Der an sich schon reichlich undetnokratische Freundschc Entwurf ist von den Herren Notabcln weiter nach rückwärts revidiert worden. I tir den in später Zukunft vin/iiln - rufenden Rcichsgemeimletng soll nicht mehr das ,13. vmeine gleiche Wahlrecht gelten. Denn eine Ka.ren/• zeit für ausländische Juden isl vorgesehen. ״Nichtreichsangehörige erlangen die Wahlberechtigung durch dreijährigen, die Wählbarkeit durch sechsjährige» ununterbrochenen Wohnsitz in einer deutschen Gemeiiiile.“ Während bisher nur eine Minderheit von jüdischen Gemeinden den jüdischen Namen durch Einführting besonderer Nonnen für ausländische Juden geschändet haben, soll diese Schande jetzt Allgemeingut der deutschen Juden werden und das im selben Augenblick, wo Tausende von Juden, vlie bisher zu Deutschlaiul gehörten, durch den Frievlensvvrtrag die Reichsangehörigkeit verloren haben! Mit allen Mitteln muV. verhindert werden, tlaß vier heimtückische Plan det Notabel» gelingt. Es ist Aufgabe der neugewählten zionistischen Repräsentanten in Berlin, Hamburg und Breslau, die Protestaktion in die Wege zu leiten und der Vernunft zum Siege zu verhelfen. V. Jüdische ״Erklärungen‘4 auf der Reichsschulkonfercnz Auf der Reichsschulkonferenz überreichte vier Vortreter des ״Verbandes der jüdischen Lehrervereine nn Deutschen Reich“, Rektor F c i n e r - Hamburg, einen Antrag zur Frage der Lehrerbildung, der in liebereinstiuunung mit dem Vertreter der ״Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums“ abgei.illt worden war und folgenden Wortlaut hatte: ״Die jüdischen Lehrer wissen sich in den lürderuiigen bezüglich Vorbildung (und Ausbildung vier Lehrer in Einklang mit den Forderungen des den!- selten Lehrervereins. Für die Zwecke, die ihnen als jüdischen Lehrern bzw. als Religionslehrern obliegen, ist eine der allgi־■ meinen gleichwertige Ausbildungxinöglichkcit zu scJiafien, sowie der Uebergang aus den allgemeinen Vorbildung«- anstalten in diese Anstalten zuzulassen.“ Dazu wurden vom Antragsteller in vier Pknardtzuitg folgende ״Erklärungen“ abgegeben: ״Djc große Mehrheit der jüdischen Kandidaten des Lehramtes wird mit Freuden die ihnen bisher vielfach verwehrte Gelegenheit ergreifen, Vorbildung und Ausbildtmg auf den für die Gesamtheit der Lehrer bestimmten Anstalten resp. Hochschulen zu erlangen. Für diejenigen aber, die von tler Einrichtung des den Religionsgemeinschaften verfassungsgemäß zustehenden, bekeiintnisinäßig gestalteten Schulwesens Gebrauch machen wollen, sind vom Staaate, zum mindesten aber mit Hilfe des Staates, der ein Interesse an der ordmingsmäßigen Vorbildung der Religionslehrer hat, gieidiwertige Ausbiidurigsmöglichkeitcn zu schaffen. Der Uebergang in vlie jüdischen Hochschulen ist den von den allgemeinen hulieieii Nihiilen kommenden judi-niim Kandidaten, die sielt mit einer privaten Vorbildung nicht genügen lassen und darum eine vertiefte Ansbiklung in den Religionswissenschaften zu erlangen wünschen, zu gewähren. Auch nichtjüdische Kandidaten des Schulamtes, die ein Interesse an der Wissenschaft des Judentums haben, sind als ordentliche Hörer zumlassen.“ Wir brauchen nicht zu betonen, wie wenig diese Stcl- Ittngnahtnc unserer Meinung nach den wirklichen Bedürfnissen der jüdischen Schule entspricht. So ergebnislos die Reichschulkonferenz auch gewesen ist, so hätte grade sie das geeignete Forum abgegeben, vor dem die prinzipielle Forderung der A u t o 11 o m i e d c s j ii d i - selten Schul- und Erziehungswesens hätte erheben werden müssen. Wann endlich wird die jü- X!

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