Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 44 (6.7.1920)
- Date
- 1920-07-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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\i Nr. 44 JUEDISGHE R.UNQBCHÄÜ Seite 353 י:■! 5 0 v*r n זו¬ גי 1 u er rat ad md 0• tli ■־ ־< .י K’H mi, eil, Uv p־• 5 i i s Odl kr- ווו daß Ben Sk•• der! n - Milli ne* tide ger 1h•- leie iut i in rten tnls >Cil• turi in . ,11 livn *> ‘•c T. .1 |u 11 11; •r ־'- '«• - d c \ dl, li» ■: Ui, , I i I t!?v CI: Jl. »1 ן ■: i 111. •1!11■ 1 Idf'i •ח.ינו' tch-t ,lcr zionistische» Bewegung /u durchdrtngcu vermögen. Ik'dialb war die Gründung des Arbeitsamtes eine• wichngc Tat unserer Ostjudenpolitik, die man besser jüdische V'olkshilfc Heimen sollte. Wir haben im Arbeitsamt :ersucht, jüdisebeii Menschen nicht nur Arbeit zu verveliaffen, sondern ihnen auch durch menschliche Einuirknng die innere Sicherheit und'die Kraft zu geben, .ich unter widrigen Verhältnissen aufrecht zu erhalten. Uit keinem Gebiet zeigt sich so deutlieh che N■et־ wcndlgkeit, sichtbare Einrichtungen Siir 1•®'״ 1״ schaffen, wie auf dem Gebiet der Volkslulfe. \X1r lirauchen Statten, in denen wir Menschen l)r״‘|!k!'vt. * iicritUii /!!führe». Im em/cliien ist 11111011 hu einem S011d*׳rrcfcrat berichtet worden t hisere Ostjudenpolitik hatte, als sic zugleich auch den Sinn, angesichts der grolkn ai ti י׳ . . . \. . .. (u..1!,,׳,h11u׳n /um Schutze setzuug gewisser allgemeiner Ideen bei anderen, sich als wirkungslos erwiesen hat. Ibis hat man wiederholt den Vorwurf gemacht, wir seien in der Trage lies Antisemitismus Pessimisten, die den Glauben an den Tortschritt der Menschheit verloren hätten. Dieser Finwaud zeigt besonders deutlich die Uii/.uläiiglichkeit aller bisherigen Abwehrvtrsttclie. Nicht der vertraut in Wahrheit auf den Tortschritt der Menschheit, der ihn von anderen erhofft und die Erhellte der allgemeinen Entwicklung der Umgebung genießen will. Nur diefCiu-eti können den Tortsätritt der 'Menschheit* in ihre Rechnung einstellen, die ihn durch eigene Arbeit, durch die Umgestaltung ihres Lebens mit herbei/.uführen hoffen. semitischen Hetze wirksame MMinal ״ ״ der Ostjuden zu ergreifen, hme »״|Lhc Autgabe 1. t die auf unsere Anregung und durch unsere MiOilut erfolgte Ausgestaltung des Arbeiter-Tnrsorgeanites, über das Sie in einem weiteren Referat unterrichtet werde». Seit einigen Jahren wurde in allen Debatten über die Trage der Ostjuden und die Notwendigkeit einer Bekämpfung des Antisemitismus durch die Zionistische Organisation gesprochen. Auch in unseren Versauinituiigcu ist, wie Sie wissen, diese Trage zur Diskussion gestellt worden. Die iiichtzionistische Judenbeit hat in!hier Bekämpfung des Antisemitismus im wesentlichen .lei» Versuch gemacht, durch Tiitjuduiig, d. h. durch Xb’.ehiuing aller menschlichen jüdischen Eigenschaften, dem Antisemitismus sein Objekt zu entziehen. Ihr wesentliches Kampfmittel war und ist noch heule eure durch Statistiken unterstützt Apologetik. In ihrer Abwehr wird bekanntlich zwischen berechtigtem und unbererli• ligtem Antisemitismus unterschieden, und der Antiscmitisiiiiis der «•ich nur gegen osljtidisehe Elemente richtet, .iikgehlieh .mer deutsche Juden nicht trelleu soll, als eine immerhin mögliche Auffassung hillgestellt. Oie furchtbare Gefahr des Judenhasses liegt in Wahrheit in diesen Konsequenzen, die die Juden aus ihm gezogen haben. Die Juden, die dauernd dem Hali ausgesetzt sind, die Unsicherheit des Lebens fühlen, in die de der Haß versetzt haß sind durch diesen I (nli demoralisiert worden. Sie versuchen ihm dadurch zu entgehen, daß sie ihn meist uttbewußt auf andere Juden ablenken, um sich selbst mi in Sicherheit zu bringen. Diese entsetzliche Wirkung des Antisemitismus, die wir heute überall beobachten können, zeigt uns, was wir durch bewußte Arbeit liier zu leisten halten. Die Juden haben die Gefahren des ,lidischen Lehens im Laufe von Jahrtausenden auf sich genommen, weil sie hei allen Verfolgungen die innere Notwendigkeit empfanden, unter allen Umständen für dir jüdisches Leben Zeugnis abzulegeur und mit der Gewißheit starben, daß die wahre Zukunft ihnen gehöre und daß ihre menschliche Art durch den llnß der Leinde niemals vernichtet werden könne. Diese tnnereii Kräfte, die früher den Widerstand möglich machten, fehlen heute. Die Juden fühlen sieh durch den Ha/l heule gedrückt. Unsere Aufgabe der NationaoGcrilrig um! nationalen Organisierung der Jmlenlieit wird in ihrer Erfüllung den Antisemitismus für die mit Ziiknnftswilleii erfüllte jüdische Seele ungefährlich machen, und den Juden durch die die ganze Welt im.spannende nationale Organisation das begründete Geiülil der Sclik'ksalsverßnmlenheit geben und sie aus dem Zustand der Hilflosigkeit befreien. Diesem Zweck dient die Methode der öffentlichen Erörterung der Weltjiiilenfrage, die der Zionismus immer mit Erfolg angewendet hat. Während die organisierten Gegner des Zionismus oii liebsten jede öffentliche Diskussion, die von uns Hisgeht, verhindern möchten, müssen wir auch in dieser Beziehung dem einheitlichen interterritorialen Charakter kr Judenfrage betonen und unseren Forderungen für cm jüdisehnationales Lehen in allen Ländern der Welt ׳um Siege verhelfen. Das bei uns so oft. zitierte Baseler Programm verjangt die Stärkung des jüdischen Volksbewußtseins als eine Aktion für die Schaffung der itKÜsclmalionalcn Heimstätte in Palästina, Diese Aktion wird zugleich den Juden die Möglichkeit geben,!!■ווי Haß der anderen ohne inneren Schaden zu ertragen. Je deutlicher wir unsere Solidarität mit den Juden des (>יre 11 s betonten, je energischer wir darauf hinwiesen, la|i die Jiidcnhcit der ganzen Welt sich als eine tutiifb.ire Einheit fühlt, um so tieferen Eindruck haben ui' aut die niehtjüdisclie Politik gemacht. Das einzige Mittel, um Menschenhaß zu überwinden, ist die Ent- Wicklung der Eigenart durch eigene Leistung, Unablässig müssen wir daher daran arbeiten, 'die jüdischen Menschen produktiver Arbeit zuzuführen, und nur die h.rch eigene Arbeit geadelte 'Persönlichkeit als Vorbild lönstclleu. Solange man init den Bedingungen rechnet, Weiht der Satz, wahr, daß jedes Land die Juden hat, die es verdient. Unsere Aufgabe muß es sein, Juden 'pich unter ungünstigen Bedingungen den entsetzlichen Einflüssen der allgemeinen Moral und des korrumpierenden Wirtschaftslebens zu entziehen. Je größer die von idealistischer Gesinnung erfüllten jüdischen Gruppen sein werden, je mehr es uns gelingt, jüdische Menschen zu einer Eiiilieit von Beruf und Leben zu bringen und in ihnen das Verantwortungsgefühl für das Schicksal des ganzen Volkes zu stärken, um so mehr werden wir ״»stände sein, uns gegen die antisemitische Welle u«״e- ׳»fochcn zu behaupten, Mau kann sich auf die Datier 1״int am die Ethik der Propheten und auf Leistungen vn er vergangenen Zeit berufen, wenn man die Ach- , 7 ״er •,1"deren für unsere Gesamtheit verlangt. Die gtgei.uar1;״.,״ Leistungen des neuen Palästina und die * ‘״,r nationalen Bewegung gestalteten Menschen ,11־*!"•"ü'i'ßcn im Galuth müssen für unser Ge- -Uilerht Zeugnis ablcgcn. Wir haben schon praktisch die Erfahrung madieii Komieii, daß der zum Aufbau eigenen Lebens 01:1wblossene jüdische Volkswille der Auseinandersetzung ntü dem Antisemitismus in der Oeffentlichkeit ein ganz neues Gesteht gegeben hat. Ich glaube, daß es den positiven Forderungen der zionistischen Bewegun־״ gehaßen wird, das Leben der'Juden unter den Nichtjuden menschlich erträglicher uitd würdiger zu gestalten. Die große Mehrheit der deutsclien Juden, die In der Bekämpfung des Antisemitismus iliTe eigentliche Domäne erblickt hat, beginnt heute vielfach einzusehen, daß die reine Apologetik, <ßc Hoffnung auf die Durch- Zionistische Arbeit im deutschen Judentum Unserer Vorstellung einer einheitlichen Zukunftsliüiinuiig für das jüdische Volk, die alle unsere Arbeiten leitet, stehen sehr große Teile der deutschen Juden fremd und ablehnend gegenüber, Wir selten, daß der Gedanke einer aktiven jüdischen Politik nur schwer Wurzel fallt, man glaubt besser lort/iikommcn, wenn man Objekt der allgemeinen Politik bleibt, als• wenn man als politisches Subjekt eigene Forderungen erhebt. Mit diesem Zustand müssen wir rechnen, wenn wir die 'deutsche Jiideulieit in ihrer Gesamtheit zu einer positiven Stellung für den Aufbau Palästinas gewinnen wollen. Die letzte Rede Weizmanns auf der Tagung der Tuglisli Zionist Federation stellt die Voraussetzungen fest, auf die wir keinesfalls verzichten dürfen. Weizmann sagt: ״Es ist in den letzten Tagen seit San Kein״ sehr viel über die Zusammenarbeit von Zionisten und Nichtzionisten gesprochen worden. Seit Jahren warten wir auf die Gelegenheit, welche diejenigen mit uns gehen läßt, die bisher entweder gegen uns waren oder sich gleichgültig verhielten. Wir haben gehofft und erwartet, daß dieser Augenblick dann cintrcten würde, wenn wir eine sichere politische Anwartschaft auf Palästina er- I langt haben. Dieser Moment ist gekommen, und wir i fordern jetzt wieder alle diejenigen auf, die bisher beiseite standen, in gemeinsamer Arbeit mit uns am Aufbau Palästinas teil/iineliinen. Ich glaube nicht mir im Sinne aller Zionisten Englands, sondern im Namen der Zionisten aller Weit sagen zu dürfen: Wir stellen keinerlei Bedingungen außer der einen, daß Palästina die nationale Heimstätte des jüdiseben Volkes werde. Das ist die einzige Plattform, auf der wir uns mit allen begegnen können. Palästina ist kein Wohltätigkeitsba/ar, es ist auch nicht nur eine religiöse Gemeinschaft. Es ist die jüdische nationale Heimstätte, ein Werk, das alles umfassen will, was innerhalb des Judentums lebendig und wirksam ist, und ich glaube, daß alle diejenigen Juden, in deren Herzen noch ein Funke lebendigen Judentums glüht, begreifen werden, welche historische Gelegenheit sich ihnen bietet. Mögen sie alle kommen, um die nationale Heimstätte des jüdischen Volkes mitziierbauen. Es ist Platz für alle in ihr.*׳ Den gleichen Standpunkt hat Richard Lichtheim in seinem in Nr. 38 der ״Jüdischen Rundschau“ erschienene» Leitartikel ״Verständigung — und worüber?“ vertreten. Es gibt Gesinnungsgenossen, die der Ansicht sind, daß wir auf den bestehenden Zustand größere Rücksichten nehmen müßten, und die von Weizmann vertretene Forderung nicht erheben sollten. Es genüge, au das allgemeine jüdische Gefühl und an die menscher.freundiiche Gesinnung der jüdischen Philanthropie zu appelliere». Auch in diesem Falle zeigt es sich, daß jene opportunistische Auffassung, die von einer an sich richtigen Diagnosedes gegenwärtigen Zustandes ausgeht und mit ihm als einem stabilen Faktor rechnet, unseren wahren Bedürfnissen in keiner Weise gerecht wird. Opportunismus hat jedenfalls doch mir dann Sinn, wenn er wirklich opportun ist und greifbaren Nutzen bringt. Man könnte vielleicht verstehen, daß Zionisten zu vier Meinung kommen, daß wir angesichts ungcheitrer materieller Möglichkeiten für einige Zeit auf Verabredung unsere wahre Gesinnung zurückstellen, um nur dem Aufbau Geldmittel zu gewinnen, die wertvoller sind als die durch die Aufrechterhaltung der nationalen Idee geleistete Arbeit an Menschen und Eindie etwa Geheimrat Fuchs im Zentralverein mit dem yersucl» einer stärkeren Palnstmastimmung gemacht hat, ' sind bekannt. Wer in Berlin und noch‘ mehr in der Provinz die Führer der niclil/ionistischen Juden kennt, wird nie auf den Gedanken kommen, daß deren Stellung zmn Zionismus durch eine Aendertmg der zionistischen Taktik so gewandelt werden könne, daß sie nunmehr ihre Anhänger zu erheblichen Opfern für den Aufbau• des jüdischen Palästina »uffordern würden. Es bat sich schon in den; letzten Monaten sehr deutlich gezeigt, daß die niehtzionistischen Organisationen keine Gelegenheit voriibergehen lasset», tun ihren Mitgliedern den schrecklichen politischen und wirtschaftlichen Zustand* Palästinas zu schildern. Wäre die deutsche Judenlteit über alle Ereignisse des jüdischen Lebens so gut orientiert, wie über alle die schweren Schläge, die unser Jischuw erlitten hat, so würden wir es mit ausgczeichnete» Kennern des jüdischen Volkslebens zu um haben. Oft genug hört man schon von verantwortlichen rühren» der niehtnationalcn Juden das Wort: ״Keinen Pfennig für Palästina! Sterben können die Juden'ebensogut im Osten.“ Folgender Wahrheit wird sich ferner niemand verschließen können: Ist der Aufbau schwierig und verlangt er menschliche Energien, so wird er nur durch die Juden erfolgen können, die sich mit der Palästiivasacfie verknüpft fühlen; philanthropisch kann man Menschen bestenfalls ■an einem Ort ansiedeln, der volle Garantie für die persönliche Sicherheit des Einzelnen bietet. Schließlich wird man all unseren Versicherungen angesichts des sonstigen Verhaltens der zionistischen Bewegnng, z. B. der eindeutigen Worte Weizmanns, nicht glauben. Man wird aus unserem veränderten Auftreten nur die eine, ganz unberechtigte, Schlußfolgerung ziehen, daß die Zionistische Organisation sich in Deutscitland zu schwach fühlt, um an die deutschen Juden■ im Vertrauen auf die Kraft der eigenen Idee heranzutreten' und ihnen zu sagen: ״Es handelt* sich nicht um einen Wohltatlgkeitsbazar, es handelt sich um eine nationale Heimstätte.“ Obgleich ich in der Beurteilung de•« gegenwärtigen Zustandes tlcr deutschen Jude» mit all denen uheremstimme, die jetzt eine vorsichtigere Form des Auftretens empfehlen, bin ich davon überzeugt, daß wir die entgegeugeset/ten Konsequenzen neben müssen, wir werden außerordentlich große Summen in 1 k'iiKchl.iiid autzubrmgen vermögen, nicht nur bei Ostjuden, sondern auch bei Westjuden, wenn wir an sie mit den Gedankengüugen herunireten, die in Liehtlieims Artikel dargelegt worden sind. Wir können heute dein deutschen Judentum mit ruhigem Gewissen sagen, daß seine Situation sich sehr geändert hat. Ließ sieh variier die jüdische Politik in Deutschland ihre Stellung durch den Antisemitismus bestimme», so bestimmt schon heute die jüdische Bewegnng in hohem Maße alle Maßnahmen der nichtnationalen Jiidcuhcit. Wir körnten den deutschen Juden heute zwingend ki.trmachen, daß sie ohne Rücksicht auf ihre persönliche Anschauung am Aufbau Palästinas sielt beteiligen müssen: Der Autbaii Palästinas wird von der ganzen Weit als eine Angelegenheit der jüdischen Gesamtheit betrachtet. Jedes Urteil über Juden mul Judentum* liebes wird von der Entwicklung Palästinas ahhäugeu. Mißlingt die Aktion, zeigt es sich, daß dort kein jüdisches Leben, sondern ein chaotisches Durcheinander entsteht, so wird die ganze Welt wissen, daß die Juden, wenn sie unter sieh sind und allein ihre Sache betreiben, versagen. Der Beweis ist erbracht, daß sie wirklieli nur ein ״Ferment der Dekomposition“ sind, daß sie nur leben können als Begleiter des allgemeinen Lebens, daß die Jahrtausende des Galuth die Kraft zur Ausbikhmg einer allseitig entwickelten organischen Volkskulttir zu politischer, wirtschaftlicher, geistiger, künstlerischcr und religiöser Leistung zerbrochen haben. Gelingt jedoch der Aufbau, so ist damit bewiesen, daß nur schlechte l.cbensbcdingiingeii die aufbauenden Kräfte der Juden gehemmt haben, daß der Jude im eigenen Land unter normalen Verhältnissen schöpferisch auf allen Gebieten des Lebens zu sein vermag. Ob die Juden wollen oder nicht, alle werden nach der Leistung des jüdischen Palästina beurteilt werden. Palästina ist die zentrale Angelegenheit, und alle anderen jüdischen Lehenskreise, so bedeutsam sie sein mögen, werden direkt entscheidend durch die Entwicklung Palästinas betroffen werden. Eine grolle Sache vermag Menschen zu außerordentlichen Anstrengungen zu bringen. Versuchen wir, in einer den anderen längst vertrauten Form zu sprechen, so werden wir auch nur jene verhältnismäßig geringen Mittel erhalten, die sie für allgemeine Zwecke zu spenden pflegen. Aber wie cs unserer nationalen Bewegung gelungen ist, die antizionistischen Kreise immer jüdischer zu machen, weil sie sieh nur so ün Kampf gegen uns behaupten konnten, wie wir sie gezwungen haben, ihre Terminologie zu :indem, die Begriffe vorn Stamm und von der Schicksalsgcmein- Schaft aufzunehmen, so werden wir die nichtnationalen deutschen Juden jetzt in den Gedanken hineinzwingen können, daß sie asl nichutationalc Juden doch notwendigerweise eine iiationaljiklische Heimstätte in Palästina mit aiifbauen müssen. Die Propaganda Die Frage unserer Stellung zur niehtzioiiistiseheu Welt ist aufs engste verknüpft mit der Frage der Propaganda der zionistischen Idee. l>er Frankfurter Delegiertentag hat im September 1010 folgenden Beschltiß gefaßt: ״Der Delegierientag ist der Ansicht, daß der nationale Charakter unserer Bewegung in der Agitation unzweideutig betont werden müsse, lusbesoiide re soll entscheidendes Gewicht auf den prinzipiellen Unterschied zwischen dem Zionismus, der jüdischen Volksbewegung, und alle!» anderen jüdischen Organisatiouei» gemacht werden.“ Jener Antrag schien damals angesichts der bisherigen Entwicklung der Z. V. f. D. notwendig. Ich sagte zu seiner Begründung u. a.: ״Wir deutschen Zionisten rftüssen, um ebenso gute Zionisten zu sein wie unsere östlichen Brüder, bessere Zionisten sein als jene, so paradox das klingt. Denn wir wissen, daß wir nichts haben als die Idee, und daß uns alle die beruhigenden Unterlagen fehlen, die im Ostjudentun» »och tmvcrloren vorhanden sind. Wir - wissen, daß zwar wir im Zionismus den stärksten Inhalt unseres Lebens erblicken, daß wir aber kaum .... ׳ ׳ unserer Kinder zu bewußt zionistische /־*eitler gemacht, daß sie den Zionismus dem großen Publikum leicht machen wollte. Sie bemüht sielt, die Dinge so darzusteüe», als ob ahe persönlichen Konflikte am fetzten Ende nur aus Mißverständnissen bestellen. Die so gewonnenen Zio- "1'51ד' Z"u*^c״ ^c״ Zionismus itn allgemeinen als eine Hilfsaktion für die Juden des Ostens auf, schlossen sieh, von der Stimmung der Versammlung beherrscht, der Organisation an und gingen bei der ersten weiteren Beitragszahlung, oder bei dem ersten ernsten Anstoß der Gegenseite wieder verloren.“ Diese Resolution wurde die Grundlage unserer Propaganda in den Jahren 1010 bis Id El. In jenen Jahren hat die Z. V. f. D. den Charakter gewonnen, den sie im allgemeinen noch heute hat. Es gab immer einige Ortsgruppen, die durch Verwischung der natiotvtlen Idee Erfolge zu erreichen hofften. Es kann einwandfrei nachgewiesen werden, daß alle diese Gruppen keine Fortschritte gemacht habe». Sie gewannen keine Menschen und brachten wenig Geld auf. ln einzelnen Bällen hat durch neue, junge Kräfte die zionistische Idee and» in diesen Orten Boden gewonnen. Seit Ausbruch des Krieges gibt es eine svstenutische Propaganda in Deutschland nicht mehr. ׳Diesem Umstand ist cs zu verdanken» tiali insbesondere in der letzten Zeit die merkwürdigsten Artikel über Propagaiula ■erschienen sind. Sie sind fast durchweg von Menschen geschrieben, die siel» irgend ein Bihl einer gar nicht existierenden Methode ziirechtmaeheu und daher zu falsche» Schlußfolgerungen kommen. Was haben wir in der Propaganda zu tun? Wir haben mit der gleichen Ehrlichkeit, tnit der wir in innerzionU stischen Verrammlungen reden, den Zionismus in allen seine»!' Beziehungen darzulegen. Wir stellen uns dar- und unsere Tätigkeit kann in Wahrheit mir darin Ix•- stwC!*Gdaß-,wu■. Mcnschcn Gelegenheit geben, in sich selbst de» Zionismus zu entdecken. Je großartiger ie ernster, je geschlossener unsere Darstellung ist um 4 FA *״ j«“4» ״ÄS aen unüruck zu erzeugen, daß der Zionismus ihr Schick-