Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 44 (6.7.1920)
- Date
- 1920-07-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ale Kern dieser Immigration iiikI als ihr zuvorhsstfrsle* Element müssen die Chalu/im angesehen wer- ,len Die Ghaluzhewegmig ist denmadi durch Bereitstell״״!; der et forderlichen Mittel für liertifsvorbcrcitmig mul Ueborsiedhmg ״;ich Palästina, sowie durch Schal ftmg von Arbeitsmogliehkcit für die Chalu/im oh Ae l.’ueksieht auf ihre Parteizugehörigkeit in Palästina in ,1-ti i Einte sichcrzustellci». 2. Die Jahreskouterenz beschließt, daß •zur Leitung .dlei z.iouistisdu'ii Institutionell Vertreter der palästinensisdien Arbeiterschaft mit lierange/ogcii werden.!. Die Jahreskonferenz. beschließt, die unvcrziigiiclic I .üiruhtung eines Amtes tfir soziale Arbeit in Palästina, an dessen Leitung die Arbeiterschaft Palästinas in hervorragendem Malie beteiligt ist. (Angenommen durch Amendement (kittdiener in dieser Fassung. Ursprungliehe I assuug des I lapoel-l lazair: dessen Leitung in den Mandel» der palästinensischen Arbeiterschaft liegt.) I. i>ic Jafircskonterenz. beschliebt die unverzügliche I iimchtung eines Jugendamtes in Palästina, dein die Sorge für die I ieranbildiiug eines gesunden Geschlechts in Palästina obliegt und das die Ueberlcitimg der privaten Tätigkeit auf diesem Gebiete in nationale Arbeit in Angriff nimmt. Antrag des U a poöl-llaza i r. Iler Delcgiertcntag stellt fest, dali die gültigen Beschlüsse des Palästiiia-I )clegiertentages der Z. V. f. D. um der deutschen Delegation der Jahreskonferen/ in I oiidon vorz.ulegen sind. Palästina - Arbeit Antrag T r i e t s e h. 1. ln der gegenwärtigen Phase des Zionismus ist die gesamte zionistische Arbeit nach de» Gesichtspunkten der kolonisatorischen Verwirklichung 1111 Sinne der raschesten Herbeiführung einer jüdischen Majorität in Palästina eüi/ustelleii. 2. Zn diesem Zweck halten wir es für eines der ersten Erfordernisse, Palästinalind Einigrationsämter zu seliaffeu, sowie Auskimftsstdlen, die mit den bereits bestehenden zu einer einheitlichen, arbeitsfähigen Organisation zusamnienziifasseii sind. i. Tür Deutschland beantragen wir ein Palästina- und I migraiionsamt, das mit ausreichenden finanziellen Mit-!1111 und weitgehender Selbständigkeit auszustatten ist, und dem neben der Förderung der Palästina-Siedlung .mell die Beeinflussung der sonstigen Wanderungs-Verli.iltnissi nach gesamt-jüdisdi®» Gesichtspunkten obliegt. Dieses Amt hätte zu umfassen: 1| eine Pali- und Reise,abteilung; b) ‘ine Auskimits- und Vermittlungsstelle für w׳irt- -ih.'iitliihe Angelegenheiten; cf »'im■ Studienabteilung für Wirtschaftslagen nebst Palästina-Archiv; d) eine l int-erhuiiftsabtcilung mit Durchgangsstation und Vorkehrungen für provisorische Beschäftigung; e) einen Pressedienst zur Verbreitung von Informationen über Palästina- und Emigrationsfragen; U I rneluiing von Zweigstellen an den Hauptpunkten der indischen Durehwamlening. 1 Insbesondere beantragen wir: die Schaffung oder I ordernng von Finaii/iustitiitcii für Zwecke der Ausinul l.mwaiulennig in f orm von l.k|uidationsbanke» und dergleichen, sowie von gemeinnützigen mul privatwirt- 'chaftlichcii Unternehmungen in grobem Maflstahc unter besonderer Berücksichtigung des Genossenschaftswesens. ר. Zur Mitwirkung am Aufbau Palästinas mul an der Nchatfiing und Erhaltung der hierfür erforderlichen Einileiitiingeii sind die gesamte Judenheit, alle Gemeinden, 1 »rgainsationeii usw. unverzüglich heranzuziehen, <>, Die öffentlichen Arbeiten sind im weitesten Sinne m größtem Umfange und so schnell als möglich in Angriff zu nehmen. 7. Im Sinne dieser Anträge sind die Delegierten zur Jalireskonferenz zu instruieren. Finanzen ■' 11 £ 1;יי י ״ e s Fi n a n z a 11 s s c h 11 s s e s r. , I>elegierie11l״g erklärt die uneingeschränkte Beu sch.'it der deutschen Zionisten, an der Aufbringung 1m J"r, <k" 1"יי1"״ D.-iUistinas erforderlichen Gelder '1 eüesien Malle niK/uwirken. Vvrtm״lr1;1"/A’״,sse'l',״ <llls, •Elegiertentages hat die auf Ü,r I 1r /-.lo״'st|s1'he11 Vereinigung für Deutschland \״11';( ,1״"*«"feren/ mit der (idtendinachmig der 111 ßisdilossenen Anregungen beauftragt. ])S״u״kr ‘1 c r B 11 d g e t - Ko in in i s s io 11. '0111 z״X*• Dclegiertciitag fordert zur Sicherung des ׳autr.ilkonntee genehmigten Voranschlages für 1020 lor,!,.״!' hirchfulmmg der vom Dclegierteutag ge- Ul Ausgaben die restlose Erfassung jedes einen deutschen Zionisten für die Zionistcn-Steuer. erl/r״'l!let lür •Durchführung dieser Aufgabe, daß j , '1.1,י״ und in besonderem Maße die zionistische .1 igeml zur Verfügung stellt. Er erklärt ferner es ,j ,11•bedingte Pflicht eines jeden Gesinnungsgenossen, ' vii, soweit es nur irgend in seinen Kräften steht, an 1'r Zionistensteuer selbst zu beteiligen. Antra g I i a ין o e 1 ־ I I a / a i r. Der Delcgiertcntag der Zionisten in Deutschland spricht seine Entrüstung aus über die Verurteilung von jabotiuskv und seinen Genossen, erwartet ihre sofortige Freilassung und die Bestrafung der an den Pogromen direkt und indirekt Beteiligten. Kongreß Antrag H a p o c 1 - H a z a 1' r. Der Delcgiertcntag fordert mit Rücksicht auf die Verlegung der jalireskonferenz nach London die sofortige Einberufung des Kongresses nach einem Orte Mitteleuropas. Organisation Antrag D r. E. Auerbach. Der Delcgiertcntag der deiitsehen Zionisten fordert mit Nachdruck, daß noch im letzten Augenblick bei der Leitung der Bewegung in London fachmännische Perscmlidikeiten für die verantwortliche Leitung der Vorarbeiten für den technischen und sanitären Aufbau in Palästina bestellt werden. Antrag T r i e t s c h - S t e i n i t z. Ais Amendement zu dem früheren Antrag Auerbach betreffs I leraiizieluing von Fachleuten in hygienischer und technischer Hinsicht wird beantragt, diese Gesichtspunkte auch auf alle anderen Gebiete des Aufbaus auszudehuen. Ostjuden- und soziale Arbeit A n t r a g H a n r p u d e r -1. i n. Der XVI. Delegiertemag beschließt: 1. Daß die Z, V. f. L>. das ost jüdische Referat nicht mehr in der bisherigen ungenügenden Weise nebenamtlich führt, sondern daß hierfür ein besonderer Sekretär (OstjmleJ eingesetzt wird, der seine Arbeiten in engster Fühlung mit den ostjüdiselien Organisationen durchzufiihrcn hat. 2. Daß die z.ioiiistischen Ortsgruppen verpflichtet werden, einen besonderen Vertrauensmann aus ihrem Vorstände für ostjüdisdic Angelegenheiten zu bestimmen, der für die Durchführung 11er Zusammenarbeit mit den bestehenden ostjüdiselien Organisationen verantwortlich ist. Antrag l) r. S. M o s e s. Der Dclegierteutag fordert die Zionisten auf, allenthalben der Pflicht zur sozialen V o I k s a r b e i t zu genügen und 80^ zugleich zur Linderung der Ostjiiaemiot und zur Festigung des Bandes beizutragen, das uns mit unseren, sozialer Hilfe bedürftigen Brüdern verknüpft. Er beauftragt den gesdiäftsführenden Ausschuß, seine Bemühungen um eine großzügige Organisierung der sozialen Arbeit fortzusetzen. Gemeinde * Arbeit Antrag Block. I» allen Ortsgruppen sind besondere Dezernenten für Gemeiiuleangelegenheitcn zu ernennen, die in ständigem Konnex mit einem vom Gesehüftsführenden Ausschuß zu ernennenden Dezernenten für Gcmcindeangc• legenheiten zu stehen habe». Antrag D r. Victor. Der Dclegierteutag stimmt dem vom Zentralkomitee vorgelegten Entwurf einer(ksamtorganisationsverfassung für die Juden im Deutschen Reiche zu und beauftragt den Gesdiäftsführenden Ausschuß auf der Grundlage derselben mit den übrigen Organisationen des deutschen Judentag weiter zu verhandeln. ' on Dr. Hermann Leiewer L Auflage I. -1«. » Hcroutgceeben v**» d«r 2to1U1AMi»«n VcrtlaJfiun« iur OcuMchlttnil - «020 Zentralkomitee ln der Liste der neugewähltcn Zentralkomiteemitglieder ist durch ein Versehen der Name des Herrn Dr. Elias Straus, München, ,herausgeblieben. IS Referat von Kurt Blumenfeld (gekürzt) Die Frage nach der geschichtlichen Notwendigkeit und ihren Ursachen, die nicht nur von den Anhängern einer ökonomischen Geschichtsauffassung gestellt wird, ist die Grundlage jeder theoretischen Begründung der Assimilation. Aus dein tiefen Gefühle der Unzulänglichkeit des eigenen Lebens entstand bei den Jmlen des P). Jahrhunderts das Bedürfnis, die Richtigkeit der von ihnen geschlossenen Kompromisse aus der Zwangsläufigkeit der geschichtliche» Entwicklung zu erklären. _ Die politischen Theorien der nicht jüdischen Welt zeigten iliiivi* den Weg, da sie fast ausnahmslos die Erkenntnis dis Lebens mit seiner natürlichen Entwicklung zur wahren Beherrscherin ihres Tuns machten. Stark war die Wirkung der sich Gcschichtsphilosophic nennenden koustruktive» Versuche, alle geschichtliche Entwicklung geradezu als einen morphologischen Prozeß zu betr.ielitoi», innerhalb dessen den .Menschen jederzeit ein bestinnnter Platz, und eine bestimmte Aufgabe zugewiesen ist, die sie dann am besten erfüllen, wenn sie über die Grenzen ihres Tuns und die Gebundenheit iIrres!.eben« selbst im klaren sind. Die Ueberinäehligkeit des allgcmeinen Lebens, das Aufliören des jüdischen Sonderlebens, schien dem Juden keine andere Wahl zu lassen, als sich dem Strom einer richtig erkannten nichtjudisclien Entwicklung einzufügen. Die vermeintlichen Gesetze des Lebens wurdet» zum Maßstab für das Verhalten des Juden. Liitjudtmg war die Folge. Auch der Zionismus, der die Assimilation durch die jüdische Bewegung überwinden wollte, zeigt bisweilen in seiner gedanklichen Begründung, daß er sich für eine durch die zwangsläufige Entwicklung ausreichend begrüiulete geschichtliche Erscheinung hält.׳ Für die Juden, so sagte man, werde das Leber» innerhalb der Völker immer unerträglicher, und ganz von selbst müssen die Juden erkennen, daß die Assit iniJatkn» ein Irrtum sei und ihr wohlverstandenes Interesse allein durch den Zionismus befriedigt werde. Man sprach dabei auch immer von der Notwendigkeit, Irrtüiner aitf/uklären, und. hielt es für denkbar, daß die Entwicklung des Zionismus von der richtigen Darstellung der wirklichen l.ebensverh.iltiiisse der Juden abli.iugig sei. Die eine grundsätzliche Aeiuleruug aller jüdischen Beziehungen herbeitulirende zionistische Organisation erweckte selten in ihren Aktionen, häufig jedoch in ihren-v Darlegungen de» Eindruck־, als ob auch sie einen nur von ihr richtiger als von den Assimilanten erkannten gesdiiehtliehen Prozeß beschleunigen wolle. In Wahrheit liegt die Kraft der zi<>nistisehen Bewegung nicht darin, daß sie durch neu geschaffene Einrichtungen die notwendige Entwicklung des Lebens vorweg nehmen will. Sie liegt im Protest gegen die angebliche Zwangsläufigkeit der Entwicklung. Sie will nicht den scheinbaren Gesetzen des Lebens untertan sein, sondern selbst Tatsachen schaffen, von denen dam» spätere Betrachter genau so die Gesetze ableiten, wie die Erkenntnis bisher anerkannter Notwendigkeiten auch von deü durch menschlichen tiestaltungswillen geschaftcnc» Tatsachen gekommen ist. ״Der Entwicklung folgen“, da doch alles zwingende ' Notwendigkeit ist, und ״die Entwicklung gestalten" durch die Kraft des menschlichen Willens - dieser Gegensatz erklärt die inneren Kämpfe innerhalb des ZiotüsiHus. Er wird bestehe» bleiben, so lange es eine zionistische Bewegung gibt. Die ganze alte jüdische Geschichte erhält ilire eigen• artige Färbung durch den Kampf der auf den Menschen und seine weltgestaltende Kraft vertrauenden Bewegung ' gegen die mit ihrem Geschick zufriedene Masse, das ihr unabänderliche Notwendigkeit zu sein schien. Immer soll das ganze Volk befreit werden, immer aber wird die Aktion denen anvertraut, die ohne Rücksicht auf Mach! und zwingende Notwendigkeit dennoch das Schicksai gestalten wollen. Sie wagen den Kampf gegen das übermächtige Unrecht, sie glauben erst dadurch leben zu können, daß sie den scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die von den Gesetzen der Entwicklung und des Lebens getragenen Gewalten aufnehmen. Auch diese allseitig zugegebene Erscheinung wird allerdings von den Betrachtern auf die natürlichste Weise erklärt. Die Juden seiet» immer für Gerechtigkeit ge- ״.ivesc», weil sie seit wach waren, die unerträgliche, gedemütigte Lage des jüdischen Volkes habe jene Gesnuning erzeugt, die unmögliches von der lebcnsgestaitenden Fähigkeit des Menschenwillens erwartet. Die Eigenart der jüdischen Religiosität sei durch die gesdiiäifliehcu Verhältnisse und die geographische Lage Palästinas hinreichend erklärt. — Ein solches Urteil zeigt die Unfähigkeit, das Einmalige zu erfassen. Jene Stirnrrmng, ein Leben iin Protest zu führen, die in den echten Menschen jeder umwälzenden Bewegung lebt, war zu allen Zelten im jüdischen Volk zu finden; mul heute kann nur die nämliche Stimmung der jüdischen Be\ unserer l äge ihr Gepräge gebea Der Deutlichkeit halber sei darauf 11 ingewiesen, daß .‘ ־י Entwicklung folgen“ ־oder ״die Eutwick- (״Geschehcnlassen“ und ״Gestaltung“) nicht immer in seiner antithetisdien Form erkannt werden kann. Der durch Jahrzehnte geführte Kampf um den Sinn der marxistischen Geschichtsauffassung hat mit Deutlichkeit gezeigt, wie selbst ihre konsequenteste» Vertreter den Tendenzen und selbstgesteckt ten Zielen eine immer größere Bedeutung eiuräumen und zugeben, daß Anschamtngen auf den Verlauf der eschichtlichcn Kämpfe einwirken und vorwiegend deren *'... D«c geschichtsphilosophisdie Theorie der Notwendigkeit einer geso wenig von Näheres siehe Inserat! ״Neue xlonlitlsci»« Schriften". ewegung dieses ״der hing gestalten‘1 g׳ P orm bestimmen, und der Gedanke von »cliiditliehe» Erscheinung Dauer wie di " .. ist überdies _ ״V1 vuu . ־ . ״ > onmilicrung eines politischen Programm«. Mit *Unrecht wird behauptet, daß die zionisticrh» Jugend, die sich den vom Leb'e״ diktierten^ngungj״