Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 41-42 (29.6.1920)
- Date
- 1920-06-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652228-2652269--13194-2670895- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4 Seite 336 ן U EDI SC HE RUNDSCHAU Nr. 4 1 frommt, 111ו;ין doch nicht unbedingt für die Juden. Wir haben ja größere Bedürfnisse! I>as ist nielrt wahr, lis ist ein landläufiger Irrtum, anzunehmen, der eliine• sische Kuli sei ein elender, sielt schlecht ernährender Wicht, leb habe in meinem vorhin erwähnten Aufsätze über ״Ackerbedkiiltiir“ angeführt, was ein chinesischer Bauer ton einer kaum 2 Im grollen, allerdings /um größeren!eile hetvitsseibaren Parzelle alles zieht und wie er sieh hierbei gut ernährt. Eine neuere Mitteilung über die I'niahiuugswi'isc der chinesischen I amlarlieiter ist gewiß nicht uninteressant. ,,Als Beispiel möge liier der van dem österieiehisehen Forscher Syrski 111it״c• teilte Speisezettel eines kantunesischen Landarbeiters, aUo eines Angehörigen der ärmsten Dcvölkcruugssclücht, folgen: der Betreffende erhält früh vor der Arbeit Tee (hier gekochten Reis, /.wischen S atirdiö Uhr Reis, Bulinin umt grünes Salzgemiise, mittags eine Schale dicken Reis, eine Schale Fisch, zwei Schalen Gemüse, eine Schale r.rbsenmus mul Sehtveinefleisdi, dazu zwei Schalen Reiswem, nachmittags /.tvischcn '! und •I bekommt er Fadennudeln mul grünes Gemüse; abends tun b endlich 1 , l'limd Sdttveiuefleiscli, I Ivis 2 Eier, Erbsenmus und Gaf/gemuse. (ietvili wird es in cnropiiisclicn Ländern nicht manchen Arbeiter geben, dessen Lebenshaltung au! >•.1 hoher Stufe stellt.“ Dieses ganze Zitat bringe ich wörtlich aus einem Ihlh bei Perthes in Gotlm erschienenen Werke über China, dessen Vcifasser, Dr. Edvard F.rkes. gewiß nicht im Verdachte stellt, ein maximalisusdier Zionist zu sein. Audi der Nachsatz, der auf die Lebenshaltung lies europäischen Arbeiters Bezug mmmi, stammt wörtlich von ihm. Ich halte Ihnen also keine chinesischen Hungerleider als Muster vor. Audi wir könnten uns freuen, bei unseren Arbeitern den gleichen Speisezettel selbstverständlich unter Ersetzung des Sclnveineileisdies durch ein anderes erlaubtes, - - täglich /u sehen! Worin bestellen die Vorzüge des von mir befür- «'orteten Systems der Kolonisation? Es bestellt hierbei kein giiimkai/ltcher Unterschied zwischen den beiden Methoden derjenigen der Kultivierung der bewässerten und der der trorkeueii Böllen. Die Möglichkeit zahlreicherer Ernten auf den ersten gestattet die Parzelle entsprechend zu verkleinern, bei der, trockenen Kultur brauchen wir schal/migsweise viermal so viel Boden wie hei der bewässerten. Im übrigen sind beiden Methoden die gleichen Merkmale eigen. (1er erste und wichtigste Vorzug des Systems ist die Ausschaltung der Lohnarbeit. Die Parzelle i-1 gerade groß genug, um den Ansiedler und seine I amilie zu ernähren und zu beschäftigen. Keine Delegenheil zur Lohnarbeit, da keine Notwendigkeit. Mein Vorschlag isi nicht aus theoretischen Deduktionen am grünen Fisch abgeleitet, sondern ist die Folge einer natürlichen, durch die wirtschaftlichem Notwendigkeiten bedingten Entwicklung. Die intensive Bodcunusnutzung .1111 kleinen Par/elleu ist für die Oesamtvvirtschafi eines Landes am vorteilhaftesten. 111t Gegensatz zu Kantsky, der die Vorteile des Großgrundbesitzes, dessen Debet־- Icgeiihcit in erster Linie in der Verwendung von großen Maschinen hegt, durch Schaffung von Produktivgen-ossenschäften dem kleinen Mann sichern will, behaupte ich, daß nur der KI e i n besitz uns die höchsten Werte schaffen kann. Dabei bitte ich, sich an dem Ausdruck ״Besitz“ naht zu stoßen. Gemeint ist natürlich die m dieser Beziehung dem Besitz ׳deichende Erbpacht. Kantsky kennt einfach nicht dje Methoden der intensivsten Landwirtschaft des fernen Ostens, wo keine Maschinell verwendet werden und nur die Handarbeit in Verbindung mit Gedankentätigkeit dem Boden die höchsten Erträge abringt. Jeder Einsichtige wird sielt überzeugen müssen, daß der Kleinbesitz mit seinen intensivsten Methoden der Bodennutzung auf dem graden Wege der Wirtschaftlielien FntwiekUmg liegt, daß er die höchsten Werte schafft, ‘und daß er der Ausfluß einer Notwendigkeit ist. Uml diese Entwicklung kann durch nichts aufgehalten werden, sie muß kommen, und sie wird kommen! Das kann nicht dem geringsten Zweifel unterliegen! Die Ausschaltung der Lohnarbeit auf dem Lande befreit uns aus einer Kette von Verlegenheiten, aus denen es bislang keinen Ausweg gab. Der Antagonismus der einzelnen Klassen muß wenigstens auf dem Lande seine Schärte verlieren. Es soll da keinen Herrn und keinen Knecht gehen! Wenn es auch außer der Kleinsicdluug auf bewässertem und uiibcwässcrtein Boden, die vorwiegend Fektkulturen, im Gegensatz zu Baumkutturen betreiben wird, noch andere Niitzungsmögluhkeiteit des Bodens im Lande geben wird - Pflanzungen von Frucht- und Nutzbäumen, die wegen der damit verbundenen längeren Wartezeit dein Kapitahsten Vorbehalten bleiben müssen, so wird doch die Physiognomie des Lundes durch die Kleinsiedlung gekennzeichnet werden, wie cs in China der Fall ist. Der zweite, sehr wesentliche Vorzug des Systems, liegt in der Vergrößerung der Fassungsfähigkeit des L .1 n d e s für n e ue Ei ״ waiuler e r. Dies ist ein eminent wichtiger Vorzug, besonders iml Hinblick aut die letztens in verschärfter Form nuftretenden n a - tionalen Gegensätze in Palästina. Ls dar( nicht mehr die Rede sein von der Notwendigkeit tler Verlirängung der arabischen Bevölkerung, um den Juden Platz zu schaffen. , Fassen wir unsere Aufgabe richtig aui, weist unser Land Raum genug auf für beide Völker, nur müssen die richtigen Methoden durefidriugen! Die Lehren von Marach und Ajeleth Haschachar müssen richtig gewertet werden. Es dürfen in Zukunft keine Kolonien mehr entstehen, deren Einwohner so große Anteile haben, daß sie gezwungen sind, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nehmen sie jüdische Arbeiter, so ist der soziale Kampf unvermeidlich, bedienen sie sich gar arabischer Hilfsarbeit, so entbrennt neben dem sozialen noch ein nationaler Kampf, dessen Auflodern wir soeben in Marach und Ajeleth Hascliacbar erlebt haben. In Zukunft müssen Kleinsiedlungen entstehen, in denen luden allein ihre produktive Arbeit leisten. Ihr Beispiel wird befruchtend auf die arabischen Nachbarn wirken, mit denen sie in Frieden werden leben können. Nebeneinander, aber n i c h t miteinander! Freilich hat die Frage der vergrößerten Fassung»־ fähigkeit Palästinas nicht allein den negativen Wert, nämlich den der Verhinderung von Zusammenstößen mit Arabern. Nicht minder wichtig ist die durch die intensive Bodennutzung gegebene absolute Steigerung der Aulnahmelähigkeit Palästinas für neue Siedler-!nassen. Vj'ir sind zahlenmäßig ein nicht kleines. Volk mul hahen ein rämniieli beschränktes Gebiet, leb• werde mich hier mellt auf das unsichere Gebiet zahlenmäßiger Angaben über die jährlich mögliche Einwanderung be-;.׳eben, behaupte aber mit ruhigem Gewissen, daß wir bei Anwendung von intensiven Methoden der Landwirtschal't im 1.autle den größeren Teil unseres I! Millionen zählenden Volkes in absehbarer Zeit werden ansiedeln können, Ireilnh nielil allein auf dem Lande, das aber einen Teil der I:\iste11zmittet, speziell den NahrungsbetlaiI, ,null der städtischen Bevölkerung wird liefern können. Diese Erwägung ist für die Beurteilung meiner y<jrseidiige von grolieni Wert. Gibt es doch ängstliche Seelen unter uns, die es nicht über sieh bringen können, Palästina in ein ״vaste champ des radis", in ein großes Radiesehenield, nach dem Ausdruck eines Kritikers, verwandelt zu seilen. Mein Vorschlag basiert, unstreitig aut dem Export. Ich bin kein Freund von Autarkie, besonders noch in ihrer falschesten Anwendung, nämlich auf die Wirtschaft des einzelnen, wie es vor! verschiedenen Seiten in Palästina jetzt geschieht. Wir können gegenwärtig nielit eine rückläufige Bewegung predigen, die Rückkehr zur Primitivität, da jedermann nicht allein seinen Kohl pflanzt sondern auch seine Wolle spinnt' und seine Schuhe bastelt. Die Arbeits- und Beriilsteiluug ist unbedingt nötig, da!״!»ו Spezialisierung höchste Werte Iiervotbringt. Wir werden in Palästina das bauen, wozu Klima und unsere Kunst uns befähigen. Sie merken ־- ich erwähne wiederum den Boden nicht, denn -- Boden können wir gleich den Chinesen und den Pariser Gärtnern selbst machen. Das Klima wird uns die Hervorbringung• von Ersthtigsiiüditcn, wm ״Primeurs“, zu einer Zeit ermöglichen, da es bei den nördlicher wohnenden Völkern noch keine eigenen Erzeugnisse lies Gemüse- und Obstgartens oder nur solche in beschränkten Mengen gibt. Diesen Vorzug des Klimas werden wir unbedingt misiml/en müssen, um im Tausch das von den anderen Völkern zu holen, was in unserem Lande nicht gedeiht otler nicht so vorteilhaft gedeihen kann. Diesen Wirtschaftszweig, nämlich die Ausfuhr unserer Qualitätsware nach dem Auslands׳, müssen wir von vornherein gut organisieren. Organisation des Absatzes Aber nicht minder wichtig ist die Organisation des Absatzes im Laude selbst. Ls ist doch eine fast unverständliche Erscheinung, daß man in den paläst 1• uensischen Städten im Hochsommer kein Gemüse erhalten kann. Andererseits gelangen aits Palästina Meldüngen, daß die Kwu/oth, die im Kriege aus dem Gemüsebau gute Einnahmen zogen, mmmclir die Produktion von Gemüse aufgeben müssen, da sie ihre Produkte mangels guter Absat/veriiältuissc, ungenügender Verkchrswege, nicht an den Mann bringen können. Leben doch jetzt schon in den größeren Städten Palästinas etwa 100 000 Menschen. Setzen wir den Bedarf für Gemüse, Obst, Eier pro Kopf und Jahr mit 100 Eres, an, was bei den im ganzen Land gesteigerten Preisen nicht viel ist, so erzeugt eine Siedierfamilie aus 5 Köpfen, deren gesamten Rohertrag ich mit 2000 Frcs. berechne, das Gemüse nsw. für 20 Köpfe oder 4 Familien der städtischen Bevölkerung. Um die!00 000 Köpfe in den Städten mit diesen Erzeugnissen zu versorgen, müßten 75 000 Personen in Kleinsiedlungen auf bewässertem Boden als Landwirte angesiedelt werden, wozu noch 25 Prozent von Vertretern anderer Berufe hiuznküinmcu würden, so daß etwa 0000') bis 100000 Köpfe allein von der Versorgung der palästinensischen Städte mit Gemüse und Obst existieren können, wenn der Absatz richtig organisiert ist. Das sind 30 bis 40 Siedlungen zu 500 Familien. Nehmen wir an, daß die gegenwärtigen arabischen in der Nähe der Städte ansässigen Bauern etwa ein Drittel des Bedarfes decken, so könnten doch noch 25 bis 30 neue Kolonien mit fünf- bis sechsmal so viel Bevölkerung als in allen unseren Kolonien zurzeit wohnen, ihren Erwerb aus der Versor-' gung der Städte mit den vorerwähnten Produkten ziehen. Nicht zu übersehen ist, daß ein gut organtsierter Absatz die vorhandenen Bedürfnisse entwickelt und neue schafft. Bei der vorangegaiigenen Berechnung übersehe ich absichtlich, daß einen Feil des Rohertrages von 2000 Frcs. dem Kolonisten das Ausland für seine hochwertigen Primeurs bezahlt, so daß er noch weniger als 20 Köpfe mit seinen Erzeugnissen beliefern kann und somit noch mehr Kleinsicdler ihre Existenz durch *die Versorgung des Inlandes bestreiten können. Dies soweit die Kleinsiedlung auf bewässertem Boden für die gegenwärtige städtische Bevölkerung in Frage kommt. Aber mit der Einwanderung von Hunderttausenden neuer städtischer Verbraucher wächst das Bedürfnis des Inlandes. Darüber hinaus werden wir in immer größerem Umfang die Auslandsmärkte mit unseren Erzeugnissen sowohl im frischen wie im kanservierten Zustande beschicken. Milch erschreckt das (;rolle Ivadiv׳,,lieuicld nicht! Ich sehe die Grenze für diese Art der Kultivierung nur in dem uns zur Verfügung stellenden Wasser. Unsere Produkte werden wir schon absetzen. Gebt uns nur das not wend i g e Wasser h e r. Die trockene Ackerbeetkultur ist aber von der Be- Wässerung nicht abhängig. Sie erzeugt Getreide, Oel- Saaten, -Hülsenfrüchte usw. Alles Erzeugnisse, die man glatt absetzen kann. Mit ihr müßte man je eher, um so besser beginnen, nachdem wir ein darin genügend a n s g e b i 1 d e t e S Menschen material h c r a n g c z o g e 11 h a b e 11 w erde 11. Auf diese Frage komme ich noch zurück. Ein weiterer Vorzug der Kleinsiedlung ist ihre Billigkeit. Unstreitig hängt das Schrittmaß unserer kolonisatorischen Tätigkeit in Palästina von unserer finanziellen Leistungsfähigkeit ab. Ich habe schon bei anderer Gelegenheit geäußert, daß angesichts der ,־tilgemeinen Verteuerung in der ganzen Welt, von der Palästina nicht ausgenommen werden kann, es eine gewisse Grenze der Kosten gibt, hei deren Erreichung vorläufig wenigstens die Rentabilität aufhören müßte. Die Grenze ist viel schneller erreicht *bei der extensiven Wirtschaft. Aber auch bei der hvtensiven spielen die Kosten eine Rolle. Wenn der Grad der Intensität mit der Verteuerung der Einrichtung einer Siedlerstätte mellt Schritt halt, kann auch die billigste Kolonisation nicht rentabel gemacht werden. Mit anderen Worten: .es ist denkbar, daß der gegenwärtig erreichbare Grad der Intensität sich in einem Rohertrag von 2000 Ftc». pro Parzelle mtsdrückt, der zur Bestreitung der Lebensliattung des Ansiedlers und zur Verzinsung eines!״ der Wirtschaft investierten Kapitals von, sagen wir 10000 Frcs. erreicht. Kostet die Einrichtung 151100 Fres. und ist die Intensität noch nicht so fortgeschritten, daß die Wirtschaft den fehlenden Zinsbetrag von 250 Fro, ohne Mulle a.11fl>ri11gen kann, so tritt eine Kat.isli'optn■ ein, d. 11. der ganze Bau lallt zusammen. Denn zaubern, katiu man nicht. Die Intensität der Landwirtschaft Kt eine Kunst, die erlernt werden will. In ihrer IVrlektio״ ist sie das Ergebnis langjähriger Erfahrung in dem (Lande, in dein sic ansgeübt wird. Natürlich lassen sich die Methoden des intensiven Landhaus aus fremden l.ändern na eil Palästina tragen und'׳unter entsprechenden Abänderungen auch sotort nutzbringend ainveuden, aber in gewissen Grenzen.־ Wir sind also an du׳, Kosten der Kolonisation unter verschiedenen <ic.sieht*■ jxunkteii interessiert. Und •n diesem Zusammenhang mache ich nochmals n,uf die Gefahren der Verteuerung des Bodens aufmerksam, die als Folge der ungehemmten Spekulation eines Teils der Bevölkerung unweigerlich aufueten wird und von der cs in. E. nur die eitle radikale Rettung gibt -- die Nationalisierung des gesamten Bodens Palästina;!, Im Vergleich zu den anderen KolonisationsmctliodcH wird die Kleinsiedlung stets am billigsten׳ sein, einerseits infolge des relativ geringen Anlagekapitals, andererseits dank den! schnellen Eintritt der Rentalilität Es erübrigt sich, noch auf die anderen Vorteile der Kleinsiedlung, die ein Ergebnis des Vorangegangcticu sind, hiu/uweisen. Nur 110111־ eines muß hervorgel«>!n« werden, das ist die Möglichkeit der Entstehung großer Kolonien, die viel leichter ihre kommunalen Ausgaben decken können. Resümierend darf gesagt werden, daß das aufgewoj fene Problem nielit allein eine technische Frage ist. Fs hat den weitestgehenden Einfluß auf unsere zukünftige Bodenpolitik, auf den sozialen Aufbau unseres Lande», auf unsere Beziehungen zu den Nachbarn und nicht zu allerletzt auf unsere Finanzpolitik. Die hier vorgesctilagen-en Ideen sind nicht etwa (11! speziell für Palästina aiisgedachtes System. Wer d׳״ Arbeiten der sogenannten Sicdlungsfanatikcr der um• dernvn Völker verfolgt, 11. 11. der Männer, die danach streben, bessere Lebetisbeilingungen in Stadt und Land zu schaffen auf dem Wege der Intensivierung der Land Wirtschaft, der .wird meinen Vorschlägen ansehen, dal! sie die . U e b e r t r a g u 11 g dieser allmcnsdi liehen B e s t r e b u n g e 11 i 11 s Palästinensisch Jüdische darstellen. Wenn wir auf diesem Gebiete neue Bahnen weisen, so helfen wir nicht allein unserem Volke, sondern wir arbeiten an einem großen, die Welt bewegenden Werke mit, an dem Werke der Schaffung lebenswerter Bedingungen für Millionen von Menschen Man nt 11 11 zu diesen Ideen Vertrauen gewinne», ul/ui man weiß, daß es stell nicht um etwas SpcziVivAws, auf den bestimmten Fall Zugeschnittenes handelt, sm dem um ivcltbc w e g e n de Zusa m menti ä n g e , die wir auf unser Volk und unser Land nur richtig an wenden müssen. Wir arbeiten hierbei Schulter au Schub ter mit den besten Männern anderer Völker, und wenn wir bislang erst noch aus den Ergebnissen der Arbeit . anderer unsere Schlüsse ziehen, so ist es unsere Pflicht, auch auf diesem Gebiete schöpferisch zu wirken, tu» und den anderen zum Nirt/cn. Fragen der Ausbildung Welche sind mm die nächsten Ziele auf diesem Wege, deren Erreichung wir an/.ustreben haben? Ich habe im Verlauf dieser Darlegungen schon beiläufig erwähnt, daß die fortgeschrittenen Methoden der intensiven Landwirtschaft eine Kunst darstellen. Dies e Kunst mit ssc 11 w i r uns a neig n e n. Es tut nur leid, daß ich dem nachfolgenden Referenten, der über die Vorbereitung für Palästina sprechen wird, vorgreifen tnuli. Aber die Frage der zweckmäßigsten Aushitdung des Mcuschcnmatcrials unter dem Gesichtspunkte der von mir vorgetragenen Ideen ist so wichtig, daß ich nielit umhin kann, sie hier etwas eingehender zu behandeln Wenn wir an die Einführung der intensiven Methoden der Landwirtschaft in Palästina hcrangchcu, so sind wir wenigstens in der glücklichen Lage, sie in den Ländern lernen zu können, wo sic schon eine bedeutende Ent• Wicklung erlangt haben. Und das ist der springende Punkt bei der ganzen Frage. Wie können wir die fiir die Intensivierung der palästinensischen Landwirtschaft so unumgänglich notwendigen und so wertvollen Kunstgriffe erlernen? Es genügt nicht die einfache Er• ieruung der Landwirtschaft, sei es, wo es ist. Aus dem Gesagten muß cs doch wohl klargeworden sein, daß es sich um besondere Methoden handelt, die in den meisten Ländern nicht geübt werden. So halte ich die /Ausbildung auf den Gütern des Ostens tmd der Mitte litimpas für unsere Zwecke für ungeeignet. Bauernwirtschaften mit eiogcschlossen. Was diese Ausbiklung bringt, ist das körjierlidie Training. Es 1»! zwar etwas, aber nicht viel. Die dort gelernten Wirt schnftsmethoden dürfen wir nicht nach Palästina übertragen, da sic unter dem Gesichtspunkt der von mir befürworteten intensivsten Methoden rückständig sind. Auch unser Getreide müssen wir garten mäßig an bau et», wie es die Chinesen mit dem allergrößten, in Europa nie erreichten Erfolg tun. Folglich sind die gärtnerischen Methoden für unsere gesamte Landwirtschaft, nicht allein für den Gemüsebau, vorbildlich. Und diese Methoden können nicht dort angewendet werden, wo Groß- und Mittel- Grundbesitz herrscht. Aber auch in Europa gibt es doch Millionen Kleiubesitz von zwei Hektar tmd darunter Umfang, wird man sagen. Warum wenden diese Klein- Besitzer nicht die chinesischen Methoden des Lamibaties an, wem» sic so vorteilhaft sind? Weil sie sie nicht kennen und weil sic von der Tradition der herrschenden Methoden der großen Landwirtschaft beeinflußt sind, in deren Banne sie sich befinden. Richtunggebend ist bislang in Europa tmd Amerika die große Landwirtschaft mit ihren auf Anwendung von Maschinen und Kunstdünger beruhenden Methoden. Und diese Mcthoden sind Tür unsere Zwecke nicht geeignet. Es komme»