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Jüdische Rundschau · 1920-06-29 · Heft 41-42 (29.6.1920) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 41-42 (29.6.1920)
Date
1920-06-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 4 ן 1UEDIS0HE OURDSCHAU Sc te 335 Ci. das Volk, dal) uns alle seine- Fragen Gcgeiisinml der Sorge, dal! uns alle seine Hoffnungen heilig sind, d,t!l wir uns für alle seine Beschwerden verantwortlieh Sühlen und sieht es, dah wir diejenige״ s!'״l> die mit derselben Kraft, mit der wir die I’alasunaümterimg durchgcsct/t haben, die Erfüllung der t or- ,Irrungen durchsetzen, die das Volk überall sonst a - stellt, datut wird es keine Frage sein, unter I int'hill die Kongresse stellen werden mul daun hi. ui nicht darüber diskutiert zu werden, wer mabcml sein wird für die Entwicklung l.1e/-|sr.1׳Hs^ l).11 können wir ruhig und ohne Furcht auf J«lc Str.k1, auf jede Keim/eichmiiig besonderer Ai' vt,rי ״ 111׳ j sollen, daun n.üsseu die Wahlen zu den judsc u i Kongressen stattfinden unter Teilnahme aller Jude״, des;innersten Assimilaiiten, des linksten Bmulisten, des rechtesten Orthodoxen, und dann sollen sie alle das Recht haben zu verlangen, über I alastma za hesiinimen. Dann kann es sein, dall die Zionistische Organisation sieh irgendwie so entwickelt, dall sie in der uns überkommenen Form nicht bleiben kann; aber daun wird es auch sein, dall der zionistische Oedanke Sieger ist über alle Tendenzen besonderer Natur, die von der großen zionistischen ■ Idee, von der Idee der Finhcit tles Volkes vvegstreben. Was wir verlangen, ist nicht die Präpoluleranz der Zionistische״ Organisation, ist die Herrschaft der ziunistisehen Idee. Ich komme zum Schlüsse. Man könnte sagen und man hat es gesagt, dall die Forderungen, die hier .mfgestellt worden sind, verwirklicht werden sollen überall, aber dall man nicht von der Leitung der Zionistischen Organisation verlangen darf, dall sie den entscheidenden Anstoil gibt, dail sie sieh für alles emsetzt. ״Jeder arbeite an seinem Platze!“, wurde uns /!!gerufen, ״jeder Einzelne und jede Organisation ist imstande iimi soll iiiislatule sein, sieh auf sich selbst /u stutzen und nicht allzuviel von der Leitung verlangen, die wahrlich genug mit grollen Arbeiten überlastet ist.“ Line audere Meinung wird hier verticten. Wir brauchen diese Leitung, wir brauchen diese Stelle, die die Verantwortlichkeit übernimmt, die 1ms das sichtbare Symbol der Finhcit ist, unter der allein wir den Kampf siegreich führen können, Gerade das ist es ja, dem wir widerstreben, dall Verschiedenerlei geschieht, dall Einrichtungen nebeneinander herlaufen, dah Landsmannschaften existieren und ihre (iewaltcu haben und nichts zu tun haben mit dem, was andere Landsmannschaften ciurichtcn. Wir brauchen die Liiiheit und wir brauchen die einheitliche Führung. Nicht aus dem Gefühl unserer eigenen Schwäche heraus, nicht deshalb, weil wir uns nicht vertrauen und ilanim nach Regierung schreien, stellen wir unsere Forderuiigcn, und stellen sic an die Leitung ganz, gewill nicht deshalb, weil wir den Liudntck der Un- /.ufricdeulveit heivorriifen wollen oder weil wir eine Ausrede haben wollen dafür, dall wir seihst zu wenig getan haben. In diesem Augenblick liegt uns alles ferner als Kritik und tiefer als je fühlen wir unsere Schuld, nicht genug ciiigetreten za sein für die Binheit des jüdischen. Volkes, uns nicht genug zur Verfugimg gestellt /u haben unserer Leitung für ihre Arbeit am jüdischen Volk. Aber so wie es nicht möglich war, dall unsere politische Arbeit von den einzelnen Landsmannschaften geschah und so wie der Erfolg, den wir auf diesem Gebiete errungen haben, nur möglich war, weil wir eilte Spitze hatten, die allein amtierte und die allein verantwortlich war, so muH sie vorhanden sein für den ganzen grollen Komplex der Fragen des jüdischen Volkes, und so und nur s;o werden diese Fragen wirklich einheitlich, wirklich groll, wirklich als Volksfraßen״ gelöst werden. Nicht aus dem Gefühl der Schwäche, nicht aus dem Gefühl der Verbitterung heraus erlichen wir unsere Stimme, sondern weil wir tiefiunerst die Notwendigkeit fühlen, dall der einheitliche Gedanke, dall der einheitliche Plan alle unsere Arbeiten beherrscht. Dann ntuli auch ein Wort der Kritik erlaubt sein• und wird gewill nicht miliverstanden werden, dann wird man die Sorge verstehen, die uns erfüllt und die diktiert ist von dem Willen mitzuarbeiten, sich einzustellen, sieh zur Veriitgung zu stellen mit allem, was wir sind׳ und mit allem, was wir haben. Die Liiiheit des jüdischen Volkes, die Einheit Von. Galuth und Palästina, die I inheit der Arbeit, die Einheit der Leitung, das ist das, was wir verlangen. Das Palästina-Referat Das Referat wurde von Dr. Manuskript verlesen. A 11 e r h a c h aus dem!kennt Dr. E Soskin : Ein so umfassendes Referat zu geben, wie es durch die lagcsordnung des Dclegicrtentagcs angeordnet wurde, war nicht in meiner Absicht. Es iie״t mir fern em Programm der Tätigkeit unseres Voltes in und nir Palästina zu entwerfen, das den s'o weit gefaßten l״el Aufbau Palästinas•‘ verdient. Ich muß mich auf וי" leilgelnet beschränken, nämlich auf dasjenige der Li n d vv 1 r t s c 11 a f 11 i c 11 c 11 Erschließung, und 12« Berufeneren die Aufgabe über die mit dem u1h׳ 1״!A,l״,a״ t''״cs Landes“ verbundenen Fragen der sin.nthdieu und kulturellen Arbeit zu sprechen. Nationalisierung des Bodens ,,־'״% umfaßt die Frage, die ich zunächst geh.tr,lr״.IiJ c" .'L die Urfrage unserer Sicdlungsarbcit 1 precfien will, nämlich die Frage der National!• des Bodens, auch die Stadt. Insofern 'f11 bei der Behandlung dieser Frage über den ״ ״״' . * gesteckten Rahmen hinaus. Zum Problem Her Nationalisierung selbst übergehend, muß ich von vornherein gestehen, daß es mir unbegreiflich ist, wie von einigen Seiten eine grundsätzliche Trennung von “ladt und Land in dieser Beziehung befürwortet werden kann. Es gibt Männer in unseren Reihen, die sich nötigenfalls hindrängen ließen, die Nationalisierung des ländlichen Bodens zuzugestchen, die aber den städtischen Besitz gern der Privat-Spekulation Vorbehalten würden Als oh der u ivenliente Wertzuwachs in der Stadt weuiger drückend auf die Mieter wirken würde als auf dem Laude und als oh sich überhaupt eitle scharfe Grenze■ zwischen Stadt mul Land ziehen 11eßeT"Was heute Fand ist, wird morgen Vorstadt und später Stadt■ gebiet. Und gerade den Bodenvvcrfzu wachs in den Städten beeinflußt die' allgemeine Erschlicßmigsnrhcit aller Landcshewohucr in viel höherem Malle als auf dem Lande. Warum soll da. ,ein Stand das Privilegium eihalten, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern, wenn er durch Ausnutzung der Verhältnisse so glücklich war, rechtzeitig in der Stadt Bcxk'ii zu erwerben? Jede neue Bahn, jeder neue Hafen, jede elektrische Kraftstatiou, jede Wasserleitung tisw. steigert die Werte der Grundstiieke in den Städten ums vielfache. Und gerade in einem neuen, noch imersdilossenen Laude wie Palästina müssen in den ersten Jahren so viele neue materielle Werte geschaffen werden, die die Niederlassung und die Existenz der Einwanderer ermöglichen sollen, die aber gleichzeitig׳ die einzige um ermelirbare Ware, den Boden, in kurzer Zeit so außerordentlich in seinem Wert steigern müssen, daß es ein purer Wahnsinn wäre, wollte inan bei der Nationalisierung des Bodens die Stadtgebiete der Spekulation kreigeben. Der Hinweis darauf, dall durch gesetzgeberische Maßnahmen holle Wert/uwadissteuer ein ansehnlicher Teil des unverdienten Wertzuwachses wieder der Gemeinschaft zufließeu könne, däb durch Erwerbung eines genügend grollen Geländes durch die Stadtgenieimk' selbst diese in die Gigc versetzt werden könnte, durch billigeres Angebot die Spekulation hintenan zu halten, befriedigt nicht. Das radikale Mittel ist und bleibt das gänzliche Ausschalten der Spekulation durch Konstituierung des Oberei gent u ui s des Staates ii b e r d e 11 ge s a m t e 11 Boden d e s I. a 11 d e s. Nicht weniger uuhegreiflieh ist mir die Forderung der Nationalisierung allein des jüdischen Bodens. Würde diese Maßnahme, d. 11, die Uiiiiiöglielunaehung von Bodenspekulation vom Juden zum Juden zur Tatsache werden, so würden wir uns seihst zum für die Araber sehr willkommenen Ausbeutungsobjekt stempeln. Den Zuwachs des Bodenwertes, den wir durch unsere Einwanderung, unsere Tätigkeit im Laude in erster Linie verursachen würden, müßten wir als einen schweren, an die arabischen Grundbesitzer zahlbaren Tribut tragen. Wir m ii s s e 11 Boden erwerben, um ■kolonisieren zu können. Den Boden aber verteuern wir selbst durch jeden unserer Schritte• im Laude. f.s ist ein Kreis, aus dem wir nur Iierausgelaugen können, wenn vom An- Beginn unserer ntifhaiienden Tätigkeit ab: ein () b e r e i g e n 1 וו nt des St a a t e s a n d ein g es a 111 teil B o den 11 e s I. a 11 des, g I e i e 11 g ii 11 i g o b j ü d i s c h e 11, o h a r a b i s c 11 e 11, erklär! w i r d. Jede andere Art der Nationalisierung ist ein Unding, eine Maßnahme, die sieli gegen ihre* Urheber wenden muß. Wir müssen von vornherein von der Mandatarmacht lordern, dall durch eine gesetzliche Maßnahme die freie Verfügung über den Bodenbesitz allen Einwohnern des Landes genommen werde. Fs seileint mir, daß man bei richtiger Anlassung des Problems hei der englischen Regierung zum Erfolg gelangen könute, besonders wenn man auf die türkische Uechtsform des Mirieh, die schon tatsächlich das Ohcreigentuni des Staates bedeutet, iiiuweist. Durfte doch in Ober-Aegypten über den Boden tutr unter Zustimuumg der englischen Regierung verfügt werden! Ich will nicht im Rahmen dieses Referates die Beweisgründe wiederholen, die ich in einem vor einem ihre publizierten Aufsatz über diese Frage vorgebracht itte. •Nur einen, den Einwand der arabischen Feindsdiatt betreffenden, möchte ich 111 Erinnerung bringen. Ich sagte damals, die Feindschaft der arabischen Elfendis hatten wir schon, die brauchten wir nicht erst zu erwerben. Die letzten Ereignisse in Palästina haben dies bestätigt. Unternehmen wir keinen Versuch der Nationalisierung des gesamten palästinensischen Bodens aus Rücksicht auf die arabischen Großgrundbesitzer, sie bleiben doch unsere Feinde. Aber die Freundschaft der von den Effcndis durch schwere Abgaben aus;:,•- beuteten Fellachen können wir erwerben, wenn wir ein Gesetz fordern, ilas den gesamten Boden des Landes freiuiaeht. Freilich sollen die Bodenbesitzer vom Staate entschädigt werden, aber zu Preise״, wie sie vor dem Kriege bestanden und jeweils zu jenem Moment, da der Staat die einen gewissen Maximalbesitz, übersteigenden Flächen in Anspruch nimmt. Dadurch würden wir der ungeheuren Aufgabe enthoben sein, in kurzer Zeit e 1! o r tu e K a p i t a I i e 11 /11s a m in e n z u b r j u g c n . ummöglichst rasch den für unsere Kolonisation erf _>rdcrlicheu Boden noch zu erschwinglichen Preisen zu erwerben. Demi mit jedem Tage, ־den wir versäumen würden, steigen die Preise. Ich wies in dem erwähnten Artikel auch auf das Beispiel der bodcnrcforiuerischoii Aktion der deutschen Regierung in Kiautscliou hin. Hier gelang die Nationalisierung des Bodens vollständig. Unwillkürlich muß mau sielt fragen, oh unsere voraufwörtlichen Leiter die Sache mit dem nötigen Nachdruck hei der englischen Regierung betrieben haben. Und wenn sie es bis jetzt noch ilicht getan haben, so müssen wir fordern, daß dies noch im allerletzten Augenblick geschieht. Und sollten sich in unseren Reihen keine Sachverständigen linden, ehe diese Idee richtig aufzu lassen tmd sie in all ihren Konsequenzen, durelizudenkeu vermögen, um der Mandaiarmacht einen überzeugenden Vorschlag zu unterbreiten, so suche man sieh Hilfe in den fremden Reihen, so wende man sich au einen Damaschke! An der Unzulänglichkeit in unseren Kreisen darf eine so wichtige Angelegenheit nicht scheitern! Ich brauche keine besondere Entschuldigung dafür, dall ich mich bei dieser!•'rage etwas länger aiifgehalteu habe und mich dabei unverblümt an die Leitung wende. Hängt doch vo 11 tl e r B o d c 11 f r a g e die g a n z e Zukunft unseres Sied lungs Werkes ab. Was nutzen alle die neuen Vorschläge der Intensivierung der Landwirtschaft, die von einer viel kleineren Bodenfläche ausgehen, als bis jetzt für erforderlich gehalten wurde, und deren Rentabilität z.um Teil darauf basiert daß die Bodenrente viel geringer ist als bei den alten, wenn für die kleinere Fläche ebensoviel an Rente bezahlt werden müßte wie für die große infolge der Verteuerung des Bodens?! Es muß also ein Mittel ge• fuiiden werden, welches den neuen Siedlern billigen allenfalls aber nicht übermäßig verteuerten oder gar l überteuerten Boden siehert. Ein solches Mittel gibt nur Ld ha׳ die Nationalisierung des gesamten Bodens Palästinas in die Hand. Es gilt also zuerst, sich! den Platz an der Sonne, au der palästinensischen Sonne, zu sichern, ln unserem' besonderen Palle erscheint Pnläslinas gesegnetes Klima) als der zvveitw ichtigste Faktor für die Besiedlung lies Landes, Ich brauche darüber nicht viel Worte zu verlieren. Ich raume dem Klima eine besonders wichtige Rolle ein, da, nach meiner Auffassung, die Intensität der Sonnenstrahlen kaum in einem tur die Landwirtschaft genügendem Mallstahe künstlicli erzeugt werden kann, während man jeden noch so schlechten Boden mittels Dünger und Arbeit in Kulturboden verwandeln kann, Ist es doch bekannt, dal! die Pariser Gemüsebauern heim Wechsel ihrer Parzelle die Erde auf Wagen mitnehmen. Ich erwähne diesen Vorzug Palästinas — seine intensive Sonne da ich gerade darauf mein System der intensiven Bewirtschaftung aufbaue. . Wie entsteht ein Ktil.iiiisatioiisplan? Nach meinem: Dafürhalten müssen die Realitäten und die Möglichkeiten eines Landes in Einklang gebracht werden. Tatsache ist, daß wir es in Palästina mit einem kleinen Lande zu tun haben. Diese Kleinheit erscheint auf den ersten Blick als Nachteil, sie ist aber in der Tat ein Vorzug. Sie zwingt uns zur Intensität. Die andere Realität ist die palästinensische Sonne. Die dritte - das zahlreiche, auf Ansiedlung wartende jüdische Volk. Die Möglichkeilen, die zu Realitäten zu machen sind durch unsere Arbeit, durch unsere Kunst, liegen aut dem Gebiete der Technik der Beuässeruugs-, der Ackerbautvchnik usw. Wenn wir aus den Realitäten und den Möglichkeilen die richtigen Schlüsse ziehen, gelangen wir zu einem gesunden System. Solange keine Erfahrungen verließen, sind wir gezwungen, aus Analogien, Beobachtungen in fremden, unserem l ande ähnlichen und auch unähnlichen Gebieten zu schließen, Solange wir keilte Erfahrungen in Palästina gemacht haben, können die Vorschläge noch nicht die Form von Plänen erhalten, ׳ sie treten erst mal in der Gestalt von Ideen auf. Aber mau kann allemal einer Idee;Mischen, ob sie gesund, ob sie lebensfähig ist. Einige Kritiker meiner Vorschlägt* haben mir vorgehalten, ich leitete meine Schlüsse von Analogien ab, Erfahrungen lägen noch nicht vor. Das wissen wir ja, Gott sei es geklagt! Andere wieder waren nicht befriedigt, da viele Einzeiiragen der praktischen Ausführung meiner Vorschläge noch nicht bcantwartet sind. Auch ich hin traurig darüber! Auch ich empfinde das als einen Mangel! Aber damit haben wirs noch nicht geschafft. Mit dem Skeptizismus, der ja bekanntlich so leicht, ach so leicht ist, ist keiner Sache geholfen. Was uottut ist die verständige, hingehmtgsvolle Mitarbeit möglichst vieler Berufener. Daun werden aus den Ideen Pläne, aus Plaue Wirklichkeit I Intensive Bodenkultur. .Man wird es begreifen, dall Ich, wenn ich von der landwirtschaftlichen Zukunft Palästinas spreche, die Idee der Intensivierung des Laiulhaues in den Vordergrund stelle. Denn darüber sind wir lins doch alle einig, daß wir mit den bislang herrschenden Ideen -- oder gehöret» sie schon der Vergangenheit an? - - nicht weiter kommen. Diese alten Ideen herrschten aber noch auf der letzten Sitzung des A. C, im Februar ilteses Jahres in London vor. Da wurde als die nächste mögliche und ausführbare kolonisatorische Leistung die Gründung einer grollen Pflaiizuugsgesclls'chaft ‘ und tli■ •s unwidersprochen — empfohlen. Mit einem Aufwand von I Million Pfund sollten 10 0(10 Köpfe ansässig gemacht werden, vvetere 10001* - ein viel zu großer Prozentsatz im Vergleich zur landwirtschaftlichen Bevölkerung, von der sie ieben sollen, würden von seihst kommen mni somit nichts kosten. Diese Pflanzungsgesellsehaft sollte kapitalistisch aufgebaut werden, durch Arbeiter, die Lolin und am End« der ganzen Operation einen Teil der Pflanzung als Besitz, erhalten sollen'. Dieser Vorschlag ist wirkliclikeilsfremd. Man übersah, daß dieser Weg als Kolnnisationsmethode aus dem Grunde nicht gangbar ist, da man vier bis fünf Jahre bis zum Eintritt' der Rentabilität der Pflanzungen die Leute würde• ernähren uüisscn. Solange die erste Gesellschaft nicht ihre Rentabilität erwiesen hat, kann man schwerlich neue gründen. Daraus folgt, daß wir Koloiiisatioiismethoden wählen müssen, bei denen das Kapital schneller umgesetzt wird als bei Pflanzungen. Dies ist der Fall hei Kolonien mit einjährigen Kulturen, bei den Kleinsiedlungen auf hewasserten! und nichthevv.'issertein Boden. Ls ist hier nicht der Ort, über die technischen Vorzüge des von mir vorgeschlagcncn Systems zu sprechen. Den meisten von Ihnen wird meine kleine Schrift über die Möglichkeiten, die uns die Kultivierung von b « vv ii s s e r l> a r e m Boden eröffnet, bekannt sein. Die Anregung für die Ausnutzung der trockenen Böden auf dem Wege der chinesischen Ackerbeetkulliir ist wohl noch erst den allerwenigsten von Ihnen bekannt geworden. Die Vorschläge, die ich hierfür zu machen habe, bewegen sielt in der gleichen Richtung wie hei der Kleinsiedlung auf bewässertem Boden. Nur werden die Kolonisten hier eine entsprechend größere, aber immer noch eine sehr kleine, Parzelle brauchen, um sich gut zu ernähren. Auch hier gelte ich von Analogien aus. Ich weise auf die seit mehreren Tausenden von Jahren in Chili.׳., aber auch in Japan und Korea Erfolg geübte Praxis des Ackerbaus hin, die »las ncsjsthc Volk gut ernährt und es gesund erhält, versuche das scheinbare. Rätsel dafür, »laß dies׳, vortreffliche Methode iit Europa wohl bekannt. mit ehi- Ich ' SO aber nicht geübt wird, durch die* Verschiedenheit der Besitz verhäjtuisse zu erklären. Hier in Europa und Amerika Groß- und Mittelgrimdhesitz, dort in China, auch in Japan — ausschließlich Kleinbesitz. Methoden, die viel Handarbeit erfordern, müssen in Ländern verworfen werden, in denen der Bodenbesitz zu groll ist, um mit der Hand bearbeitet zu werden. Sie (gehören in die Länder der weitestgehenden Besitz- Verteilung. Ich empfehle Palästina. Unsere — die Farmer von nennt, der bekannte Wirtschaft in Wäsconsin, Studium der Lau׳ aufgehalten hatte los, höre ich mir also chinesische Landwirtsehaft für Lehrmeister Sollen die Chinesen sein •10 Jahrhunderten, wie sie F. H King amerikanische Professor der ׳Laad- ■ , . drei jahre laug sieh /um Landwirtschaft inCltina, Japan und Korea Aber die Chinesen sind ja bedürfnisentgegenrufen. Was dem Chinesen

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