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Jüdische Rundschau · 1920-06-29 · Heft 41-42 (29.6.1920) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 41-42 (29.6.1920)
Date
1920-06-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 41 1UED1SCHE RUNDSCHAU Seite 333 >11111 iiul liiimu der Lage, der Fälligkeit de*. Volkes unter Gesichtspunkt der Palästtn;1einv\-;11!<lcn1!1K geben. ,,einigt nicht, irgend welchen Büros den Namen DMimi-Atnt zu geben, und ihnen Subventionen wenn sie unter der last littet es genügt mehl, Pazudie als an jeder die grolle einen auslietern, an /usammeiiliüiigeu blind ,ml diese Weise die lac erreicht werden, die fnr b* kommen zu lassen, Verpflichtnngeii fast znsanimeubrechen, - .. ״ic es bei der sogenannten Alijah-Organisalion!.:esibeln 11 ist, die Vorbereitung für eine bestimmte ־;"•"‘"י derimg irgend einer Parteiorganisation 1 m hrimM außer ihrem guten Willen dazu nichts nntbr n t ihre tedmische Un/iiläuglichkeit mul Jh!e!1 - ■ י־ iaduniinnisclieii Erfahrung. >as beißt ״h i Arbeit vereiiismallig I»0in1el1le». «<■ Vc - ihren ״roßen, volkswutsUuUi״ hui vortibt1־y,clu't1. Nicin.ils k.iüii hlidu* und sadilidie Auswahl t .... den dos Auüuucs no notwendi״ ist Es ist durchaus erforderlich, daß sofort be «n L A. C ' ein zentrales W a n'd e r 1111 ־; s ״ in t ״escliaffen werde, das die Mt.ter.ahe1. über die A.iswumuriiui׳ mul die I•:jiiwamlening sammelt, eine Zuitiak, die siel, überall Unterstelle ״schafft und sie nach einem einluntlidieii Plaue leitet, von der die Informationen ״ allertimgs wirklieh Informationen, ausgehen müssen mul die verantwortlich dafür ist, daß die Wanderung im Einklang sieht mit eien I inriditiiugen, die geschaffen sinel mul mit eien Konsee|11cnzcn, die ans eien Veröffentlichungen 0er l.eitnng kommen müssen. Ailerelings ist dazu notig, ,:.iß ein solches Amt besetzt wild nicht mit einem Ideologen, sondern mit einer in Wandenmgs- und Siedimigsfragen geschulten Persönlichkeit, die ihre Eignung 1 1r׳",dieses verantworlliehe Amt in praktischer Wirksamke.it erwiesen haben muß. Pin \V irtscliaftspohtiker besten lv,mges gehört hinein, es muß ein Ministerium sein utut mellt eine Zentrale ftir Wandcreranncntursorge. So wie elie Dmgc jetzt liegen, ist der Zusuuut fast uuertrügbeb, mul e’ler latsachlielie Eindruck der Wanderung alinelt allein :meieren mehr als einer Regelung. I:'s ist liier nicht der Ort, elie lliii/clheiten an/ugeben, ehe׳ geschehen müssen. I>1c großen Gesichtspunkte solle'11 ,׳mlgewiesen werden, die für unsere Arbeit un und am Jueteutum bestimmend sein müssen. Der (le'sichtspmikt, eler für elie Wanderung maßgebend s, ui mußte, ist eler, daß ihre Regelung nicht mir erfolgen darf .ml der < irunillage ele׳r liereehnmigeii, elie von ele r Fassungskraft des'Landes mul von der Leistlingslahigkcit unserer Institutionen ausgehen. Der Wille 111111' eler Zustand des Volkes sinel Faktoren von mmdestens ebenso großer Bedeutung und ihre Vcrnachlassigung rächt sieh niindestens so sehr, wie eine falsche I msihat/mig eler technischen Iteeliiigimgen. Beschäftigen wir uns ernsthaft mit dem Zusumel .le r Massen, die für die Liuwanelermig nach Palästina in 1 rage kommen, so werden wir bald selten, daß ihre l.iginmg dazu zum guten Teil von der Sorgfalt ahhängt, die wir auf ihre Angelegenheiten vcrwemleii. Die jüdisclie Masse im Osten, elie eler eigentliche Frager eler I inwandetmtg nach Palästina ist, befindet sieh in höchst kritischer Lage. I)e׳r Kriegssturm, unler dem sie leidet uml fast /ii-.ammriigchrnrlu'U ist, braust, immer aufs neue über sie her uml seine Nachwirkungen■ treffen unser Volk nicht weniger in seiner Wurzel als seine rauberische Gegenwart. Der jüdische Besitz, wird atomi* siert; wir tragen uns bestürzt, was für Palästina übrig bleiben wird? Inzwischen bereichern sich die Fremden an unserer Not, die Besitz, Habe derjenigen, elie bereit waren, ilire Existenz nach Palästina zu verpflanzen, dient 11,1/11־, andere reich zu machen. Wir Meilen vor der Notwendigkeit der Schaffung von Binriclitungi'11, die das jüdische Vermögen den Juden und elet.1 jüdischen Volke erhalten. Wir müssen von eler Zionistischen Organisation verlangen, daß sie die Initialive dazu ergreift. Vielleicht sind L i 1ן u i d a t io 11 s - batiken das richtige, vielleicht genügen Verm o g e n s h e r a t u n g s s t e 11 e n, keineswegs können wir die Hände in den Schoß legen. Wir brauche-n elie jüdischen Vermögen, wir brauchen sie fnr Palästina. Wir brauchen die jüdische» Lxisten- /eil, wir können unmöglich den Aufbau ausschließlieh mit Besitzlosen uml Dcposseelierten beginnen. Ls muß eine zentrale Stelle bei der Leitung der Gesamt- Organisation gehen, die sich um diese Dinge kümmert, elie׳ <;hance.1 ausgleicht und zusammeiihringt, eine große \ > n11״g<׳nse ,•״ ן aliungsstelle des jüdischen Volkes. Inele'ui wir eliese Dinge feststellen, sehen wir schon, "11־ eng verknüpft die palästinensischen Probleme mit deuten eles Gallith sind. Sind wir von der Notwendig־ seit iiber/eugt, elie vorhandenen jüdischen Potiut/en, di*• Vermögen, elie Werkzeuge, elie Fachkcnntuisse zu erhalten,'datuit sie dem Volkssvohl nicht verloren gehen, ergibt sich sehr bald, daß wir sie irgendwie in die t» a 111 t h - I . x i s t e n z eles Judentums cinordnen müssen, wenn wir sie nicht mul soweit wir sie nicht für Palästina wrwciKibar machen können. Schon die Beeinflussung der Ordnung der Vermögen der nach Palästina Strebenden führt zu einer Beeinflussung der Kapitalwirtschaft der Juden im Gallith, mehr noch sehen wir diesen Zusainmenhang bei der Frage der B e r u f s u tn s e h i c h - t u n g und insbesondere bei der Regelung der Aus- und hin Wanderung. Denn dies eine ist klar, daß, wie groß wir immer die Einwanderung nach Palästina anselzen, zumindest sehr große Mengen bis auf weiteres im Galuth verbleiben; wahrscheinlich werden wir in ab- *ohharer Zeit nicht mehr nach Palästina hinüber bringen können, als den Geburtenüberschuß. Jedenfalls bleibt «ns Galuth für viele Jahrzehnte mindestens — nach •'Huiier Ueberzeugnng für immer — eine sehr starke mitiim des jüdischen Volkes und ist für den Aufbau •״:istmas noch für lange Jahrzehnte von entscheidender V '■11,'"'ß. Die ganze Zuwanderung der nächsten Jahr- /1hk:״e mn״ Jocl) immer aus dem Galuth, Palästina ist ,1‘1ß'ß ',״m Galuth, und es ist klar, daß, wenn das *•untn /iiYininienbrielit, der Aufbau des jüdischen Pat'iMina m einem furchtbaren Maße geschwächt werden ''un. bchon unter diesem einen Gesichtspunkt ist die 'Notwendigkeit der Betreuung der Galuth-Aufgaben die «igenste Pflicht der Zionistischen Organisation; sie ist moralisch und politisch begründet auf der Verantwortung, die die Zionistische Organisation als Reprasentantin des jüdischen VolkswiUens auf sich genommen hat. Betrachten wir die Sache praktisch. Wie wird sich in Wahrheit die jüdische Aus wändezung gestalten? Nach allem, was wir hören, wird sie ziemlich stark׳ sein und zweifellos wie alle Auswanderung sehr abhängig von ökonomischen Erwägungen. in der ersten Zeit werden wir sie gewiß nicht ganz nach Palastina lenken können uml viele von denen, die als Aus- Wanderer zur Verfügung stehen, sind uns ja unter dem Gesichtspunkt des planmäßigen Aufbaues für Palästina nicht einmal ohne weiteres willkommen. Das alles eilebcn wir ja heute schon, unser Arbeitsamt, unsere Grenzgruppen vermögen ein Lied davon zu siiigcne, Was soll mit dem geschehen, vor dem wir die Tur nach Palästina zmnachen müssen oder mit dem, der aus Gründe», diewir auerkemiei! müssen, nach Palastina nicht gelten will? Wir brauchen ja diese* Juden, auch diejenigen, die nicht oder noch nicht nach Palastina gehen, wir brauchen sic mit ihrer Kraft, mit ihren, (i'elde, mit ihrer Sympathie, sie sind Feile des jüdischen Volkes, sie bilden das jüdische Volk, wir können uns von ihnen nicht lossagcn. Ist die Judenfrage eine politische Frage und beruht ihre Lösung in der Volkwerdmig der /udenheit und Ist die Zionistische Organisation die Vertreterin dieser Anschauung und dieser volkwerdcnden Jiidenheit, so dürfen wir uns der K<)11sc1|Ue11/ nicht entziehen, die aus dieser Auffassung entsteht. Die Folge wäre doch nur die, daß man uns das Vertrauen entzöge, daß wir nicht mehr als die Vertreter des jüdischen Volkes auftrelen könnten, ganz abgesehen von der Tatsache, die immer wieder unterstrichen werden muß, *laß die Entwicklung Palästinas für viele Jahrzehnte vollkommen abhängig ist von *ler Liitwiekhmg des Galuth. Gegenwarts-Arbeit Daraus folgt, *laß wir gezwungen sind, alle jene Probleme, Auswanderung, Wirtschaftsordnung, Berufsberatimg Volkseinheit lieh zu betrachten, nicht nur unter dem Gesichtspunkt Palästina, sondern unter *lein Gesichtspunkt .des Volkes, das Palästina 11 n d das Galuth bewohnt und das sich;!»schickt, aus Palästina sein zentrales Organ zu machen. Wir .missen uns /. li. um elie Regelung der Auswanderung im ganzen bekümmern, wir müssen sie lünausltebeu aus der Atiuosphare des Profites der Schiffahrtsgesellschaften, des Betruges eler Schiffsagenten. Wir müssen versuchen, elie Auswanderung national zu gestalten, die Bedingungen fest/usidleii, unter denen sie stattiinden soll mul nach Möglichkeit Einfluß zu nehmen auf die Länder, die als Limva1ulenmgslänek׳r in Frage kommen. Es muß unsere Aufgabe sein, nicht mir die Schließung der Limvaneierungsläinler zu vermeiden, sondern auch die allzu bereitwillige Oeffming der Ausuandermigsländer zu verhüten, dafür zu sorgen, daß Auswanderung nicht zur Existenzfrage der Juileiiheit wird. Wir müssen ferner fein 111115 jiehmen auf den Wiederaufbau des jüdischen wir dürfen sie nicht der mehr oder minder Einsicht der amerikanischen, philanthropischen assc». W i r als Z i o 11 i s t i Boden der Galuth, großen (iesellentin 11 ss et. uns sehe Organisation (»e ge 11 w a r t s a r b e i t sei 1:1 ft en s e blosse a u f 11 e 11 stelle n. Einiges von dem hat man ja bei uns begriffen: Wir haben das C o 11! i t e *I e s 1 > e 1 e g a f i o n s in Paris, das sich die Regelung Her politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden des Galuth zur Aufgabe gestellt hat iinu das zionistischem Einfluß sehr nahe stellt. Wir haben gelesen von der Permanenz-Erklärung des jüilisclteu Kongresses in Amerika mul wir entnehmen den Namen, daß es die zionistischen Delegierten gewesen sind, die diese Wendung veranlaßt haben und w ir wissen auch zur Genüge, wie ernsthaft unsere Brüder in Polen, in Litauen, in der Ukraine, in Rumänien jüdischnationale Gegenwartspolitik betreiben und welche Rolle die Zionisten dabei spielen. Aber es muß sonderbar berühren, daß die Zionisten jedes Landes ihre nationale Politik unter anderen Gesichtspunkten treiben, daß nichts von Einheitlichkeit auf dem Gebiete herrscht, eine Erscheinung, die am deutlichste» durch die Trennung *ler Existenz und der Arbeit des Comites des Delegations von jener der Zionistischen Organisation bekundet wird. Ls sieht tatsächlich so aus, als ob es eine Lösung der Judenfrage durch die natiouaie Heimstätte in Palästina und eine andere durch die Autonomie in den Galuthläuderu gäbe, und wir sehen ja schon, daß solche Auffassungen gegen uns vorgebracht werden. Es muß klar werden, daß es dieselbe nationale Politik ist, die dem Volke das ihm fehlende Territorium in Palästina geben will und die verlangt, daß dieses Volk überall da, wo es sonst auftritt, als Volk respektiert wird. Wir verlangen darum, daß alle Hilfsarbeit von uns beeinflußt, in den Kreis der nationalen Volkspolhik eingestellt, einheitlich geregelt wird. Wir verlangen eine Z e 11 t r a I c fii r G a I u 111 n r b e i t beim E. A’ <?’, damit der Zustand beseitigt wird, daß die Hälfte oder mehr der nationalen Arbeit der Zionisten und der Zionistischen Organisationen ohne zentrale Leitung, ohne Kontrolle und ohne Verantwortlichkeit geschieht. Die Notwendigkeit der Zentralisation unserer gesamten Arbeit in Palästina und im Galuth wird nirgends so offenbar wie bei der kulturellen Arbeit. Hier treteil die geistigen Gemeinsamkeiten so offen zutage; hier wird der gemeinsame Impuls, der unsere gesamte Arbeit beherrschen muß, so deutlich, daß dieses Beispiel allein genügen sollte, um die Untrennbarkeit von Palästinaarbeit und Galutharbeit zu erweisen. Es ist klar, daß der heutige Zustand ein Nansens ist, bei dem unser Schulwerk im Galuth in seinem Aufbau und in seiner Methode ausnahmstos nach zufälligen, regionalen oder persönliehen Gesichtspunkten orientiert ist. Die Ortsgruppen die privaten Komitees gründen Schulen hier oder da‘ solche dieser oder jener Art, Lehrer werden berufen‘ deren Qualitäten keineswegs irgendwie feststelien oder geprüft werden können von Direktoren, die aus irgendwelchen Gründen, nur nicht aus pädagogischen zu diesem Amt gekommen■ sind. Lehrbücher werden von diesem oder jenem Autor verfaßt, ein Verlag findet sich oder findet sich nicht, hier arbeitet ein Kreis sehr intensiv uml weiß nichts von einem anderen Kreis, der dort nicht weniger intensiv a.beitet. Es gibt keinen einheitlichen Lehrplan, und die Grundsatze jeder Schule wechseln in der Regel mit dein keineswegs seltenen Wechsel der Direktoren. Wir brauchen eine gemeinsame Behörde, der sowohl das Erziehung*• wesen für Palästina als da* für den Galuth untersteht. ls wau!■ gewiß fi» Leichte*, noch viel mehr Beruhruiigspunkte der Palästimiarbcit und der G.1111111arbeit .־iiif/mveisen, an noch viel mehr Beispielen zu zeigen, wie sehr die ein.' Arbeit die ati.lere bedingt, wie sie *ich nicht voneinander Ibsen lassen, wie die eine ohne die andere unmöglich w ird. I bei genügt e*', wenn wir ,111׳ einigen besonders ileiiiliehen Beispielen gezeigt haben, wie notwendig es 1M, xotort au eine Regelung dieser Frage zu sehreiteti; wie sehr es das Interesse des Zionismus, wie sehr es die Lage tles jüdischen Volkes verlangt, daß die Zionistische Organisation mit größter Beschleunigung und mit äußerster Energie an die praktisehe Regelung der Gegeuwartsurhoit, der Galutharbeit her.iiuritt. Finanzfragen auf uns die weil Ein Eiiiuaud wird ,.ms eiitgegengehalleii werden: Wo sollen die Kosten für eine so ausgedehnte Arbeit, fitr so kostspielige Einrichtungen ״herkommen V Wir haben schon die größte Mühe, •die notwendigste» Gelder für Palästina ,lui/ubringen, und nun sollen wir noch das ganze große Werk der Galuth.irbeit unsere Schultern nehmenV Hier liegt ein Trugschluß vor. Gewiß ist e* schwer, die Summe für Palästina aufzithringeu, wir so dringend brauchen, aber nur deshalb, dank unserer eigenen Methoden Palästina noch immer als etwas dem Galuth Wesensfremdes, als etwa* erscheint, dessen Bereicherung die Verarmung des Galuth bedeutet, das ,!!!!gebaut wird, nur um den *i.ilutli zu zerstören, dvs von uns verlangt, daß wir uns ihm mit Haut uml Haaret! verkaufen uml das uns keine Möglichkeit läßt, uns um die Position zu bekümmern, die wir hier noch immer zu verteidigen haben. Solangc־~dic beiden Begriffe Palästina,arbeit und Galutharbeit nicht auf einen Nenner gebracht sind, solange sie sich gegenseitig aiifzuheben Schemen, solange ist es natürlich schwer, von solchen Kreisen werktätiges Interesse für Palästina zu verlanget׳, die noch auf* engste mit dem Galuth verknüpft sind uml die ganz genau wissen, daß dieser Zustand für sie noch lauge Zeit, vielleicht ihr ganzes Leben lang währen wird. In dem Augenblick, wo war es endlich real erfassen, daß unsere Palästiii.mrbeit eine Volksarhcit ist, für die wir das ganze Volk auiruten und die daher am ganzen Volk zu geschehen 11:1t, daß sie die Erhaltung des Volkes in allen seinen nationalen Potenzen, in allen den , Positionen bedeutet, die für die Verwirklichung unseres großen Ideals der in Palästina zentrierten Volkseinheit, die die Jiidenheit der ganzen Welt umfallt, von Bedeutung sind in diesem Augenblick wird *las Volk ganz anders zu dieser Frage stehen, sieh viel enger mit ihr verknüpft fühlen, sie viel mehr als eine Existen/notwendigkeit für sich betrachten und. sic!, demgemäß ganz anders positiv zu ihr verhallen. Das ist es ja, was man unserer uatümalen l'ropagamla, unserem viel gelästerten Radikalismus mellt ganz ohne Recht vorwirfl, *laß wir uns im wesentlich״» daraut beschranken, die Unruhe zu erwecken, die Wurzellosigkeit zu erzielen, die Bindungen zu lösen, daß wir sozusagen eine anarchische Gesinnung im Hinblick auf den Galuth hcrvorrtifen und gleichzeitig von eben• diesem Galuth die stärkste Teilnahme, die inteusivstc Mitarbeit verlangen und erwarten. Wir *1ml tiefst durchdrungen davon, daß, wo immer Juden leben, sic nur unter nationaler Flagge jüdisch glücklieh leben können. Unsere Auffassung gellt dahin, daß da, wo die Bedingungen für das national organisierte jüdische Leben gegeben sind - durch die Stärke der Volkszahl, durch die Dichte der Siedlung, durch die Intensität des nationalen Bewußtseins - daß überall dort die politisch organisierte Form der nationalen _Ei11heit angestrebt werden muß, die nicht Palästina ist, die Palästina nicht ersetzen kann, die aber als Auswirkung des palästinensischen Zentrums und in engster Verbindung mit ihm allein imstande ist, die großen Massen dem Judentum zu erhalten, die poiitiselten, nationalen und sozialen Bedürfnisse für die- ]eiligen zu regeln, die vorläufig oder für lange Zeit in Palästina ihr Heim nicht finden können. Und unsere Ueberzeugnng geht weiter, dahin, daß überall da, wo die oben erwähnten Voraussetzungen nicht gegeben sind — nehmen wir z. B. Deutschland unser Wille dahin gehen muß, diese Voraussetzungen zu schäften. Wir fühlen uns schwach hier, wir erkennen die U11möglichkcit, den Koiupli/icrtheUen zu begegnen, die uns hier auf jedem Schritt entgegentreten, solange nicht die Voraussetzungen da sind, die es uns auch hier gestatten, die nationale Form unsere* Lebens zu bilden. Auf Grund dieser Uebcr/cugung aber haben wir alles zu um, um da* Bißchen an nationalem Besitztum, 11a* v. ir hier haben, oder noch hier haben, zu er-׳ halten uml zu vermehren. Wir haben unsere g a 11 / e P e r s ö 111 i e Ivk e i t mit der g a n z c n Kraft, die i n 11 11 s wohnt, in den Dienst der Aufgabe zu stellen, das G a I u 111 j u <1 e n t u m stark und stärker z 11 m .1 e h e!1. I las verlangt von uns die positive Stellungnahme zu!len Einridnnngen, die uns überkommen sind, die wir tunformen sollen, aber um die wir uns /!!erst bekümmern müssen: die Mitarbeit an den Gemeinden, an den Organisationen, an tleu Institutionen, wie sie immer heißen, wie schwach und blaß sie uns ei scheinen mögen. Wo es noch Jüdisches gibt, haben wir cs in unsere Obhut zu nehmen, es unter unsere Auffassung zu bringen und mit unserem Geist zu erfüllen. Diese Art Galutharbeit, die uns die lebendigste Berührung mit dein Judentum und den Juden des Galuth Dringt, gibt uns nicht nur ein ganz anderes Recht, gibt uns auch eine ganz andere Möglichkeit, die Mitarbeit der anderen für Palästina zu verlangen, in einem viel größeren Ausmaß als wir heute zu erhoffen* wagen. Nur unter solchen Gesichtspunkten bekommt auch die Aufbringung der von uns benötigten Mittel auf dem Wege der Steuer ihre moralische Unterlage. Steuern kann nur eine Regierung auferlegeii. Eine Regierung aber ist das Organ, das die sämtlichen lebensnotwendigen Angelegenheiten des Volkes erledigt und verwaltet. Es ist unmöglich, daß wir dem Volke sagen: Zahle uns Steuern, damit wir einen bestimmten Teil der Aufgabe erfüllen können, die zur Erhaltung einer Existenz notwendig sind. In diesem einen Punkt hast du eine Reftir‘!'!׳ aI f°rußt׳ i״ aIk" a״dern Punkten aber für alle die andern Lebensnotwendigkeiten bist du aut v

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