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Jüdische Rundschau · 1920-06-29 · Heft 41-42 (29.6.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 41-42 (29.6.1920)
Date
1920-06-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 330 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 41 t | j i I 4 » I j i \ | durch unser VorhiUl und unsere finau/iellcu Mittel ihnen helfen könnte״, aus ihrer Primitivität heraus/nkommen, d.ili wir ihrer Ku!tur|X)litik Hilfe leisten können. Uml wenn Dr. Wcizmanii zuweiien in seinen öffentlichen Reden darauf hinweist, da» es Abmachungen oder wenigstens Besprechungen ^ibt, die er mit den Führern der arabischen Politik gehabt hat, so bewegen sieh diese (kdankeugange zweifellos in der Richtung der hier angcdeiitcteu. Wir müssen, wenn wir die Dinge so im grollen betrachten, sagen, es steckt etwas Richtiges, (lesuiules und politisch Wertvolles in der Idee des semitischen Kulittrlnindnisscs für den vorderen Orient. Aber in der Politik ist cs ein großer Fehler, wenn man eine im allgemeinen gute Idee so für sieh hinatisstellt uml einfach sagt: daß ist die i'olitik, die wir befolgen müssen. Politik ist ein dauernd schwankendes Gebilde, Was morgen vielleicht richtig ist, kann heute falsch sein uml deshalb ist es ein schwerwiegender Irrtum, wenn in unseren Kreisen manche, die aus allgemeinen geschiehtliehen Gründen diese Idee eines arabischen Znkimflsbümlnisses begrüßen, einen Gegensatz daraus herleiten zu der englischen Lösung der Paliistiiiafrage, wie wir sie heute haben. Dies wäre ein schwerwiegender politischer Irrtum; denn wir müssen uns klar sein: ohne Englands Schutz konnten wir in Palästina nicht hinein und könnten für lange Zeit dort nicht vorwärts kommen. Die politisehen Argumente, die ich nannte und die für ein Zusantinengehen ries jüdischen und des arabischen Elements int vorderen Orient sprechen, sind richtig. Sie werden auch von vielen arabischen Führern verstanden, sind aber heute nicht schwerwiegend genug, um die Gegnerschaft zu überwinden, die bei den Arabern vorhanden ist, die sieh auf das ganz ursprüngliche Gefühl stützt, daß heute in Palästina eben doch Araber wohnen, daß es heute arabisches Land ist, daß es ein Opfer vom natioiialpolitisch-ara bischen Standpunkt bedeutet, auf vinen Teil des Landes zu verzichte״. In diesen intercssierten arabischen Kreisen iiberwicgt heute noch diese Idee, daß die Ausscheidung Palästinas aus den arabischen Bezirken ein schweres politisches Opfer für das Arabertum bedeutet. Dali so gedacht wird, hatten wir ja m den letzten Jahren reichlich Gelegenheit, festzustellen. I her liegt der politische Kern, die lirkl;innig der sonderbaren Tatsache, daß auf der einen Seite der Emir Fajsiil mit Wcizmaiin politische Besprechungen hatte, Abmachungen traf, mit ihm an Banketten teilnahm, uml daII auf der .inderen Seite doch dieser Emir h aisul sieh in Damaskus zum König krönen ließ und den Anspruch erhob, König von Palästina zu werden. Hier haben Sie diese beiden sieh kreuzenden Wege im'iseh-arahiselier Politik. Es gibt ein gewisses Ver- Mandnis bei den Arabern für die Idee des' Zusammengehens, aber andererseits meinen sie, da» Palästina nicht ,migegehen werden kann. So clidich daher unsere Absicht ist, mit dem arabischen Element in Palästina zusammenznwärken, es wirtschaftlich nicht zu verdrängen,;11111 jede kulturelle Freiheit und Fiitwickluiigsniöglielikeil zu lassen, so sehr wir wünschen, daß ein wirklich inniges Verhältnis zwischen Arabcrtum und jüdischer Welt in Palästina entstehen möge, so wissen wir auch, daß dies ohne den Schutz Englands heute nicht durchführbar wäre. Und darum ist es falsch, wenn etwa irgendwo die Alternative gestellt wird, mit den Arabern oder mit den Engländern zu gelten. Eine solche Alternative kann es im heutigen Zustand der Dinge für uns überhaupt nicht geben. Ausdenkbar wäre der /!!stand, daß, wenn wir einmal in Palästina stark geworden sind, die Araber sieh mit dem Gegebenen abfinden, und ich hin überzeugt, daß sie sieh mit den gegebenen Tatsachen abfinden werden, so wie sie sielt heute schon mit den Tatsachen abfinden werden, wenn sie nur wissen, daß ein fester Wille hinter den Erklärungen stellt, die zugunsten des jüdischen Palästina abgegeben worden sind. Wenn einst ein jüdisches Palästina sein wird, wenn wir dort die Majorität sein werden und das Gemeinwesen auf festen Füßen stellt, <101111 werden die Araber sogar unser Bündnis suchen, und wir werden keine Debatte mehr darüber haben, ob das Arabcrtum auf Palästina verzichten kann. Sie werden anc» jetzt ruhig bleiben, wenn England den festen Willen bekundet, das Programm von San Remo durch/iiführen. Die Politik Englands Das ist die politische Amber■frage. Sie ist schwierig und kompliziert, und es entstehen jetzt die Möglichkeiten und Notwendigkeiten für uns, eine geschickte 11ml kluge arabische Politik zu treiben. Wir müssen das Ziel einer wirklichen ehrlichen Verständigung mit dem arabischen Element in unserer Politik dauernd im Auge behalten. Wir haben den festen Willen, unsere Sache durdizufiihren, und die politische Frage entsteht: Hat England auch wirklich diesen festen Willen, uns mi zu stützen, daß es tiiis selbst gegen die Widerstände von arabischer Seite schützt und unsere Sache durchsetzt? Die Macht dazu besitzt England. England ist heute die Vormacht im Orient, der Name Englands im Orient wiegt heute noch viel schwerer, als schon vor dem Kriege, und wenn wir hier in den Zeitungen lesen von den vielen Schwierigkeiten, die in der Türkei und sonstwo auftauchen, so soll man diese Nachrichten nicht überschätzen. Sie sind doch alle in einer gewissen Tendenz, verfaßt, und ein Politiker darf sich dadurch nicht täuschen lassen. Heute liegen die Dinge so, daß die arabische Welt wirtschaftlich und materiell von Englamt noch so sehr abhängt, daß eine wirklich antienglische arabische Politik vorläufig noch gar nicht denkbar ist. Das Arabcrtum in den eigentlichen Zentren Arabiens ist noch schwach und auf Lieferungen, sogar auf Waffenlieferungen, auf Getreidelieferungen Englands angewiesen. Das Arabertum kann nicht durch sich bestehen und das englische Joch abschütteln. Aber wenn auch England die Macht besitzt, so haben wir natürlich die Pflicht, uns zu fragen, ob England diese Macht für uns einzusetzen gewillt ist Die Vorgänge des letzten Jahres könnten in dieser Hinsicht Zweifel erwecken, aber wir haben ja genügend Grunde der Erklärung, die uns deutlich machen, wie das alles gekommen i8*• Ich brauche heute nicht näher darauf י zügelten. Die Art und Weise, wie die Entscheidung in £an Rem״ getroffen wurde, gibt uns doch die feste Zuversicht, daß es ,England ernst ist mit dein Wort, das es uns gegeben hat. Ich sage das aber alles, weil ich der Ucher/.cugiing bin, daß unter Umständen ein sehr energischer Schutz, für uns in der nächsten Zeit nötig sein wird und es wird eine unserer politisehen Aufgaben in London sein, fest/iisteßen, wie weit wir aut solchen Schutz zählen können. Wir sind jetzt weit genug in tler Entwicklung unserer Sache, um uns freie Worte auch in diesen politischen Dingen erlauben zu können und ich kann dieses Referat über politische Fragen nicht halten, ohne einige Bemerkungen hier aufzuwerfen, die als kritisch gegenüber der Leitung gedeutet werden mögen, die aber doch notwendig sind. Es entstellt für uns die Frage bei der Betrachtung der letzten Ereignisse: mußte es so sein, konnte kein anderer Weg gefunden werden? Wir haben es alle nicht recht verstanden, daß nach der Balfour-Erklärung nun die Militiirpartei in Palästina eine so ganz andere Politik verfolgen konnte mjd durfte. Eine Frage an die Leitang Wir haben die Pflicht, gegenüber unserer Leitung aiilu/treleu und sie zu fragen: Habt ihr alles getan, was in euren Kräften stand, um dies ahzuwenden, und wie saht ihr die Situation damals an? Ich erkläre ollen, wir haben hierüber keine näheren Nachrichten erhalten. Ich hatte den Eindruck eines gewissen Optimistnus, der sieh eben gründete auf die allgemeinen und zweifellos ernstgemeinten politischen Zusicherungen aus I (imlon und Paris. l>er Optimismus, durch diese Worte der mächtigen Regierungen erzeugt, ließ offenbar das, was in Palästina vorging, zu sehr in den Hintergrund treten. Ich kann das nicht ganz beurteilen, ich werfe mir die Frage auf: wurde die schwerwiegende Bedcutung des Moments damals richtig erkannt? Erkannte man rechtzeitig, daß auf diese Beschlüsse die Reaktion der arabischen Bewegung, getrieben auch durch fremde politische Einflüsse, erfolgen würde? Baute mau rechtzeitig vor? Wir haben damals vor allem vermißt, daß mm nicht sofort eine gewisse wirtschaftliche Arbeit in Palästina einsetzie. Wiederum müssen wir sagen: das, was uns an Erklärungen von der Leitung geboten wurde, reichte für mein Verständnis• nicht aus. Ich meine, daß audh unter einer provisorischen Militärver- Wallung gewisse Arbeiten im Lande doch möglich ״ewesen wären. Auch sie hätte gestatten können, daß einige tausend kräftige junge Menschen zur Arbeit ins Land kamen, auch sie hätte gewisse einleitende Arbeiten möglich machen können. Vor einem lalir schrieb ich einen Privatbrief nach London, daß ich eigentlich liir die damaligen Vorgänge, für das gänzliche Aufhören jeder wirtschaftlichen Aktivität keine volle Erklärung in den!politischen Umständen sähe, vorausgesetzt, dal! auf der anderen Seile der gute Wille für uns bestand. Ich habe in der Tat keine zureichende Erklärung bekommen, l eider mußten wir später cinschcn, was jetzt schon öffentliche Tatsache ist, daß eben auf seiten der englischen Militärverwaltung in Palästina dieser gute Wille nicht bestand. Ich mache mich nicht anheischig, die Leitung in diesem Punkt zu kritisieren, weil meine Kenntnis der Einzelheiten für eine solche Kritik mellt iiusreicht. Aber die Fragen, wie ich sie hier kritisch aufgeworfen habe, stellen vor uns. Wir müssen, wenn es auch einer vergangenen Epoche angehört, doch in aller Loyalität gegenüber dem großen, was unsere Füll rer getan hallen, verlangen, »laß Klarheit darüber geschaffen wird, was eigentlich vorging, welches Bild unsere politischen Führer damals von der Sache hatten. Denn heute wissen wir: hätte man gleich nach den Erklärungen von llalfour un<l nach der Erklärung vom 27. F'cbruar 10H) etwas Entscheidendes getan, hätte״ die Araber sich damals vor vollendete Tatsachen gestellt gesehen, wäre das Verhalten der Militärverwaltung deutlieb zu unseren ( umstell gewesen, so wäre das schlimme nicht geschehen. Dies alles ist ja mm glücklicherweise Kritik der Vergangenheit. Wir haben Englands Wort, und dieses Wort wiegt heute um so schwerer, weil es nach diesen Ereignissen nochmals, und im Gegensatz zu der von den Militärs in Palästina betriebenen Politik, ausdrücklich bekräftigt worden ist. Und damit kommen wir zu einem amleren Punkt: Was haben wir von der englischen Politik zu erwarten? Was versprach England sieh vom Zionismus? Warum‘hat es uns gefördert? Auch dies ist Ihnen in großen Linien alles bekaum. Es ist Ihnen bekannt, daß selbstverständlich für die englischen Staatsmänner Erwägungen mitsprachen, wie man sie in der Politik als Erwägungen ״reaipolitisther“ Natur zu bezeichnen pflegt. England mochte wohl meinen, daß es für die Festigung seines vveltumspannenden Reiches von Nutzen sein werde, dort am Ostrand des Mittelmeeres, inmitten der noch nicht zum Abschluß seiner Entwicklung gekommenen arabischen Welt, auf dem Landweg nach Indien, ein hochentwickeltes jiidisdies Kulturzentrum zu schaffen, das wirtschaftlich und politisch einen Stützpunkt für England bedeuten kann. Sicherlich ist diese Erwägung bei den englischen Staatsmännern von hervorragender Bedeutung gewesen, und damit taucht vor uns eine andere Zukunftsfrage unserer Politik auf. Gibt es nicht die Gefahr, daß dieses jüdische Palästina in Zukunft hineingerissen werden könnte in den Kampf, in die Auseinandersetzung zwischen England und dein Arabcrtum? Diese Frage erinnert an ein altes politisches Problem des jüdischen Palästina, an das Problem, das sich vor unseren Vorfahren auftat, wenn sie die Frage zu entscheiden hatten, ob sic mit dem Nordreich oder mit dem Südreich gehen sollten, die sich um den Besitz Palästinas stritten. Die Reden •der Propheten sind erfüllt von der Beantwortung dieser hochpolitischen Frage. Aber das Problem stellt sich heute anders dar. Es ist verschoben insofern, als wir heute nicht mehr ein Nord- 11111t ein Südreich haben, die sich streiten, vielmehr rings um Palästina arabisches Gebiet ist, das zum •Zusammenschluß, zur Bildung des arabischen Reiches drängt. Und über diesem, arabischen Reich und über dein jüdischen Gemeinwesen, das sich bilden soll, erhebt sich die Mandatarniacht, die Macht Englands. So erhebt sieb die Frage, ob wir nun in die Auseinandersetzungen hincingcnsscn werden könnten zwischen England und der arabischen Welt und ob eine solche Auseinander- 1 setzung bevorsteht. Derartige Zukunftsfragen entscheiden zu wollen, wäre Torheit. Wir können nur eines sagen. Für abseh! bare Zeit ist es aus den Gründen, die ich schon andeutete, nicht wahrscheinlich, daß ein solcher Konflikt h!r uns Bedeutung gewinnt. Für absehbare Zeit kann m!1 Englands Vormachtstellung im vorderen Orient mit 1l(r Wahrscheinlichkeit, mit der wir überhaupt über derartig( Dinge urteilen können, gerechnet werden. Darum brau• eiten wir für absehbare Zeit mit jener Koufliktsmögii,ן׳!, keit nicht als mit einer ernsten Gefahr für uns zu ruhneu. Aber auch in späterer Zeit braucht dieser Kampf keineswegs zu kommen. Ich persönlich bin der M,!. iiiing, daß dieser Kampf nicht kommen wird, und zwjr weil die englische Staatsklugheit schon durch hm■•,, Erfahrung so geschult ist, daß ihre Politiker es zu einen! solchen Kampfe nicht kommen lassen werden. W!r müssen Vertrauen auf diese Form der englischen I»< habe״, die sich in letzter Zeit immer deutlicher hei,im. gestellt hat, wir müssen Vertrauen auf die Weisheit Englands, das fast immer erkennt, wenn einer Natu!״ ein höheres Maß von Freiheit eingeräumt werden niul! Die englische Geschichte ist voll von diesen Beispiele״. Die englische Politik hat sich in diesem Kriege dann glänzend bewährt. Ich denke dabei an Australien, an Südafrika, wo England es verstanden hat. nachdem die Buren niedergeworfen waren und die südafrikanische Union geschaffen war, diese Union nicht nur zu einem lebensfähigen Gebilde, sondern die ehemaligen Burengenerale zu Anhängern des britischen Imperiums /״ machen. Wo ein solches Beispiel von Staatsklugheit g, . geben ist, können wir hoffen, daß England diese Staatsklugheit bewahren wird und daß cs den Juden und Arabern die Freiheit gehen wird, die diese Völker ,!! ihrer Entwicklung brauchen. Die Araber sind ein alles Kulturvolk, sie sind siilur fähig, in Zukunft ein geordnetes Gemeinwesen zu hifden. Gerade, je höher ein Volk steht, um so leichter k.nm es bei völliger eigener Freiheit sich in ein liümlms mit dem gesamtbritiselieii Imperium finden. England hat ferner kein Interesse daran, Juden und Araber gegeneinander in Palästina aiisznspieleii. Wo dies vermutet wird, liegt politische Unwissenheit zugrunde. Es gibt natürlich solche Fälle in der Politik, w<> eine Grußmacht einmal oder dauernd eine solche Schaukelpolitik versucht hat. Aber so, wie die Dinge im vorderen Orient heute liegen, würde England sich selbst aufs seinem:( schädigen, wenn es Juden und Araber gegeneinander hetzen wollte. England hat das höchste Interess• daran, daß eine friedliche Verständigung zwischen beiden Ikmenten zustande kommt, damit dort nicht ein dauernder Herd von Beunruhigung erzeugt wird. England braucht für die l.ntw iekhmg seiner Pläne vor allen Dingen Ruhe im vorderen Oiicut. Fs kommt nicht darauf an, den dortigen Völkerschaften möglichst wenig Freiheit zu geben, sondern sie sich zur Dankbarkeit zu verpflichten, damit sie Ruhe halten und in Frieden untereinander und mit England leben. So ist für meine Auffassung uns r palästinensisch-arabische* Problem an/usehen. Wenn wir dies Gesamtbild ins Auge fassen, frei dem, wie Sie zugehen werden, keine Schönfärberei zutage gilteWv. m, so müssen wir insgesamt sagen, wir dürfen niwm• politischen Chancen als gute bezeichnen. Es ist uns durch das britische Protektorat der zeitliche Spielraum gegeben, um das jüdische Palästina zu errichten, trotz der Gegnerschaft, die die Araber uns heute noch entgegenbringen. Aber wir brauchen Englands Schutz und dieser Sc'mit/ muß 1111s nachdrücklich und entschieden gewahrt werden. Bei einer gerechten Behandlung der arahiselien I 1״d Bevölkerung wird es uns möglich sein, schon iu:tn vorsichtig und ohne etwas zu überstürzen, die guten Beziehungen, die wir in Zukunft mit den Arabern dnngern! notwendig brauchen, an/tiknüpfen, sie durch kluge taktvolle Behandlung zu gewinnen. Wir haben ihnen manches zu bieten. Sind wir erst stark geworden, s> wird das Arabcrtum sich mit uns nicht nur abfinden. es wird uns anerkennen, und England hat ein liüen^se an dieser Verständigung der beiden Nationen, die dmt unter seinem Schutze leben. England selbst kann für immer auf die Dankbarkeit und Treue des jüdischen Volkes in Palästina zählen und st) wird bei einer klugen und humanen, das Völkerinteresse verstehenden Politik Englands die Möglichkeit gegeben sein, die Entwicklung der jüdisdi-arabisch-eiiglischen Frage im Orient einer friedlichen und für alle Beteiligten glücklichen Lö-ung z.uzuführeii. Ich sagte, dies ist nicht Schönrednerei. Es kann geschehen, wenn wir klug sind, wenn England uns sein Wohlwollen erhält mul wenn es selbst die kluge und weitsichtige Politik betreibt, die wir ihm heute mit vollem Recht und Vertrauen zureclinen dürfen, Fs kann natürlich auch anders kommen, es können Schwierigkeiten erwachsen, es können arabische Aufstände entstehen, vieles wird von den Umständen und den Personen abhangen. Wiederum muß ich sagen: So wie cs ein Irrtum ist, eine allgemeine historische Betraditungsweise, wie etwa die Idee jüdisch-arabischer Versläiidigtuig, einfach als Inhalt unserer Politik hinzustellen, so wäre es ein Fehler, ein solches Gesamtbild als für ewig statuiert aiuuschcn. Es kommt unendlich viel auf Umstände, Nuancen der Entwicklung, Personen an. Wir müssen allmählich in Palästina die Leute haben, die imstande sind, eine solche Politik zu treiben. Ich sagte, wir haben Vertrauen zu England und ich glaube, wir dürfen auch vertrauen, daß England!ins den Schutz, den wir brauchen, gewähren wird. Denn Englands Politiker übersehen selbstverständlich diese Gedankengänge und Zusammenhänge ganz genau Wenn England sich des Zionismus angenommen hat und wenn es seine ersten Entschlüsse in San Remo bekräftigt hat, so weiß es ganz genau, was es tat, wohin diese Politik führen muß. Dadurch muß England bestärkt werden darin, 1ms jetzt möglichst kräftig zu helfen, damit wir rasch in Palästina vorwärts kommen, in möglichst kurzer Zeit dort das jüdische Gemeinwesen schaffen können. Das Mandat Ich wende mich nun der Frage der Mandatarmacht zu. Das wichtigste ist schon gesagt worden. Zu d‘‘״ Gründen, die für England maßgebend waren, den Gründen seiner Orientpolitik, ein geordnetes Gemeinwesen >• Palästina als Stützpunkt zu haben, trat die Rücksicht

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