Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 41-42 (29.6.1920)
- Date
- 1920-06-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 JU Eßl SC HE RUNDSCHAU Seite 329 M ej »j {*׳ if 4 1i ן I i I I. »■ s \ t f' f i't ׳4r «־4 |l■ »T: i׳. a־;: -i’.t I | ij 1! K <׳r b;־■ Icit KUtue l»1N Mn I. it luit h׳t\ N־ h> * i'-i- V >11 ii'f jvi!>.'1 i \'W I I! j l'M i Lai,; ״■״| 1:1ih : ilca ima- HH'II UH'.;׳ ״Hl'• i i « imJ ״!eh Uvlder III :Uli ntr V 11• Nl'ä■ Ikv״■ ih’.'lT. li'.un;,' I v.!r I und lionen i den i<T1lcn | .ereil u.irtt', daß schon auf der jahreskouferenz über diese Frage, die weitere Kreise beunruhigt, völlige AufkLiumg mul Beruhigung geschaffen wird. Eine bedeutende Aut'!׳alte der Lander der eutwertuten Valuta, in denen jüdische Massen wohnen, er- . liiicke ich in der Er/iclnmgsarhcit aller derjenigen, die nach Palästina atts/uwandern beabsichtigen, für die zukünftigen Aufgaben der Siedlung in Palästina. Ich denke mir, dal! mit den Mitteln, die beisptelsweise in Deutschland, Oesterreich, <xler Polen gesammelt werden, I.ehrfarmen für den laudwirtschatttu heit Betrieb und landwirtschaftliche Hntishaltuugsschulen begründet worden, so dall junge Mannei mul Utttge .Mädchen, sich fiir ihre latul- und 11 auswirtschaflltchcn Aufgaben in Palästina vorbereiten können. D!e (iehhuittcl, (he für diese /wecke m Deutschland oder m Mitteleuropa 'überhaupt investiert werden, sind keineswegs verloren. Ls bestellt vielmtltr die Möglichkeit, diese Besitzungen /,u einem geeigneten Zeitpunkt wieder zu veräußern und für die hieraus erlösten (ieldmittel entsprechende Einrichtungen in Palästina zu begründen, Bei einer solchen Finanzpolitik der Sammlung ist erstens ein höheres Re* Miltat zu erwarten, in zweiter Linie kann dann der neblige Zeitpunkt abgewartet weiden, um die hier .;esamiuelteii (ieldmittel unter günstigeren Valuta.be־ dutgungeii in Palästina zu investieren, als es heute möglich wäre. Schließlich gestatten Sie mir noch ein Wort über den Streit um die sozialen Probleme, der die Oeinüter unserer (iesimiungsgeirossen heute mehr als notwendig mul nützlich 'ist, bewegt. Ich bis der Auflassuiig, daß diese Plage nicht am grünen risch weder in Moskau, noch in Wien, Berlin oder London gelost werden kann, sondern einzig und allein durch die werktätige Bevölkerung Palästinas selbst. Immer- Inn ist es vielleicht gut, einige ziel- und richtungweisende Gedanken zu wiederholen, um zu zeigen, .lall die s.i/iale I läge unter uns Juden eine ganz milcre Bedeutung hat, als für die lucht jüdische Welt, /.tmäehsl dürfen wir es als ela Gemeingut der z»t>- mstischen Ideenwelt bezeichnen, daß der Boden Palästinas unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volks werden muß. Ein Privateigentum an Boden darf, soweit zionistischer Einfluß reicht, nie und nimmer geduldet werden. Ich mache in dieser Hinsicht auch nicht den geringsten Unterschied zwischen städtischem und ländlichem Besitz, Im Gegenteil, ich würde cs 1K eine Sünde am jüdischen Volk betrachten, wenn man auch nur für die erste Zeit der Privatspekulation aut städtischem Grund und Boden eine (lasse öffnen wurde. Es besteht hierfür nicht die geringste Not- «eitdigkeit oder Zweckmäßigkeit, da es Mittel und Wege genug gibt, um den für die Ansicdhmg in Stadt und Land erforderlichen Boden von Anfang an, m den (lemeiiihesit/ des jüdischen Volkes zu bringen. Ich habe mich hierüber an anderer Stelle geäußert und werde keinen Augenblick den Kampf für die Erreichung dieses Ideals cinstcllcn. Ich halte diesen . 11 umlsatz für das Fundament, auf dem sich׳ die Losung der übrigen sozialen Fragen ohne Schwierigketten aufhatieu kann. Niemand zweifelt daran, daß wir hei diesem Aufbau weder das Kapital und die Kapitalisten noch die Arbeit und die Arbeiter enthehren können. Wer die jüdische Eigenart kennt, weiß, daß der Unternehmungsgeist unserer Volksgenossen auf üidividualistisdieu Triebfedern beruht. Wir können daher bei der sielt entwickelnden Industrie das Privatkapital lind die Privatinitiative nicht entheitren. Ich bin aber der Ueberzetigung, daß durch die Bildung und Förderung von Arbeitsgenossenschäften jeder Art, die Möglichkeit gegeben ist, einen sozialen Ausgleich von Kiytital und Arbeit auf dem Boden der Gerechtigkeit zu finden, die ein Grundprinzip der jüdischen Moral darstelien. ln Palästina darf cs keinerlei Klassen Und Klassenherrschaft geben sondern nur einen Stand der palästinensischen Bürger. Andererseits dürfen wir nicht glauben, daß sich soziale Ideale ohne Kampf und ohne Entwicklung verwirklichen lassen. Bei allen diesen Kämpfen, die der zionistischen Bewegung in der Zerstreuung und in Palästina bcvorstelien, müssen wir uns aber von dem (iedanken leiten lassen, daß auch der Gegner unserer Anschauung von idealen Beweggründen ausgeht und mit ehrlichen Waffen kämpft. In dieser Voraussetzung haben auch wir tlie Pilicht, dem Gegner mit ritterlieber Achtung ciitgcgeii/.utretcn. Dann haben wir auch das Recht zu verlangen, daß er in unser Lager kommt, sobald wir durch triftige Gründe die Notwendigkeit seiner Mitarbeit erwiesen haben. Da wir aber heute allenthalben, wo noch positive Arbeit für das Judentum geleistet wird, eine freudige Zustimmung zu unserm Appell der Mitarbeit an dem Aufbau Palä- -stinas hören, naben wir keine Veranlassung, der Zukunft verzagt und tatenlos cntgegenzuschen. In unserm l.ager ist Israel. Mit Zionsgruß Ihr ergebener I). Bodenheimer. ^(Klüüllllüllllllllllllllllllllllllilimilllllilllllllllllllllllilllliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiijiyiiiiijijiiiiujiiiijiiuis er erklärt die uneingeschränkte Bereitwilligkeit der deutschen Zionisten, an der Aufbringung der für den Aufbau Polöslinas erforderlichen Gelder Im weitesten Mafee mitzuwirken. Darum Zahlt Zionistenst llllllllBttWäällllÄBIIIIHlHIjlliiiiiiiiiiiiiiimiiinijjijiimumiiiijyiijjiiiuijiijiiijjiü Die politisch Richard lläiilicisn: Cieehrter Dclcgicrtentng! Der (leseliaftsfiilircinle Ausschuß hat es diesmal für richtig gehalten, bei unserer Tagung ein besonderes politisches Referat erstatten zu lassen. Das ist eine Neuerung insofern, als wir früher die politischen Fragen unserer Bewegung und Palästinas bei anderen Referaten uiUcr/ubnitgeii pflegten. Wir sprachen über Palästina, über die Kolonisation, wir sprachen über die Arbeit in Deutschland, und bei dieser Gelegenheit wurden auch die politischen Fragen erörtert. Aber'die Verhältnisse haben sielt gewandelt, und als ein Zeichen dieser Wandlung ist es zu betrachten, daß mm der Versuch gemacht wird, die rein politischen Probleme des Zionismus besonders heivorztilicben in ciueiit Referat, au das dann eine Diskussion sich anschließen soll. Ich werde Ihnen nichts Neues sagen, soweit Tatsuchen in Frage kommen. Politik ist, wie man sagt, die Kunst des Möglichen. Das Material, mit dem der Politiker zu arbeiten hat, sind die vorliegenden Tat- Sachen, wie sie in den Verhältnissen der menschlichen Gesellschaft mul Gesellschaftsordnung gegeben sind. Das wichtigste Material, das der Politiker vorfindet und mit dem er arbeitet, ist der Mensch selbst als ein denkendes, fühlendes und handelndes Wesen. Die Kunst politischer staatsmännischer Leistung besteht darin, intuitiv zu erkennen, was in einem gegebenen Zeitabsdmiu an wirklichen Kräften ttnd Richtungen in der menschlichen Gesellschaft, die der Politiker vor sieh sieht, zum Ausdruck gelaugt, und seine Aufgabe ist es, diese wirkenden Kräfte mit den tatsächlich gegebenen politischen, wirtschaftlichen und geschichtlichen Bedingungen zusammenzuschauen in einem Bilde, aus dem er dann ableiten kann, wie weit und mit welchen Methoden das von auch ihm gewollte - denn auch er ist ja ein Mensch mit einem Ziel - verwirklicht werden kann. Dieses intuitive Zusaiiinteiischauen von Menschen, Verhältnissen, Beziehungen, Bestrebungen und Riehtuugen ist Voraussetzung für denjenigen, der Politik machen will. Und deshalb ist es nicht Aufgabe des Politikers, neue Tatsachen zu schaffen, d, h. er schafft wohl neue Tatsachen durch die Politik, die er einleitet, aber er gründet diese zunächst auf eine Erkennt* nis gegebener Dinge. Diese ausfindig zu machen, 1'st die erste Aufgabe, und da kann naturgemäß nidits gesagt werden, was nicht die meisten von Ihnen schon wissen. In diesem Sinne, sagte ich, kann ich Ihnen neues an Tatsachen nicht bringen. Jüdische Volkspolitik Fs steht aber vor uns jetzt die große Aufgabe, Politik für das jüdische Volk zu treiben. Wir haben bisher hauptsächlich darum gekämpft, den nationalen Willen im Judentum zu erwecken. Aber das war nur Voraussetzung dessen, was nun anheben soll, nämlich wirkliche Politik 'zu machen auf dieser Erde, in diesen irdischen Verhältnissen mit unseren Menschen, mit unseren Kräften. Bisher sind wir daran kaum herangekommen. Denn was man bisher bei uns Politik nannte, —• auch die holte Politik, von der man sprach, — war letzten Endes noch nicht eigentliche Politik, es war Propaganda, nicht nur gegenüber den Juden, auch gegenüber den Nichtjudea Es war der allgemeine Wunsch und Wille, die Herzen von Juden und Christen für die Idee zu erwärmen mul dadurch erst einmal die Grundlagen für unsere Organisation und ihre Betätigungsmöglichkeitcn zu schaffen. Nun aber sind wir, weitergekommen. Wir haben jetzt in der Diaspora eine große Menge von Menschen, die wir als fest organisierte Anhänger bezeichnen können, und wir haben jetzt durch die Ereignisse des Krieges große äußere Möglichkeiten in Palästina. Nun treten wir an die Verwirklichung der großen Palästinaaufgabe heran. Und wenn wir jetzt Gedankenfehier machen, so werden diese Fehler schwerer wiegen, als wenn wir früher solche Fehler machten, denn jetzt soll alles gleich verwirklicht werden. Ans der Lage, in der sich die Juden der ganzen Welt befinden und aus dem Willen, der Ü1 den Juden lebendig ״eworden ist, ergeben sich die beiden Hauptprobleme jüdischer Politik. Wir sind noch in der Diaspora und streben nach dem Mittelpunkt in Palästina. Es mag dahingestellt bleiben, in welchem Zahlenverhältnis künftig das jüdische Palästina zur jüdischen Diaspora stehen wird. Sicher wird diese Diaspora immer vorhanden sein, ja man darf amtehmen, daß auf lange Zeit hinaus, vielleicht für immer, die Diaspora-Judenheit an Zahl größer sein wird als die palästinensische. Es liegt aber zweifellos im Sinne des Zionismus, in einer möglichst kurzen Zeit eine möglichst große jüdische Siedlung in Palästina zu schaffen, deren Wirtschafts- und Rechts- Verhältnisse von vornherein so eingerichtet werden müssen, daß diese Siedlung vor» Dauer ist. Die politischen Probleme, die sich hieraus ergeben, kennen wir eigentlich schon lange aus unserer alten Geschichte. Wir wandern wiederum ein in ein Land, das nicht leer stellt, das schon Bewohner hat So war cs auch ehemals. Damals freilidi waren die Verhältnisse anderer Art. Die Scharen der einfallenden Juden waren an Zahl gering, auch die dort wohnenden Landbewohner waren dünn gesiedelt und die Besitznahme des Landes erfolgte in der primitiven und!läufig gewaltsamen Weise, wie es damals nicht anders möglich war. Es war eine Eroberung, die gekennzeichnet wird durch den Aus- Spruch: ״mit der Kelle in der einca mit dem Schwerte in der anderen Hand.“ Wir hoffen und wünschen, daß die Form, in der wir von Palästina Besitz ergreifen werden, eine andere sein wird. Wir kommen nicht mehr als gewaffnete Krieger nach PaLästma und wir kommen nicht in ungeregelten Haufen, sondern wir kommen als friedliche Mensche» mit den Werkzeugen und Instrumenten des Friedens in der •Hand und wir wollen aus dem inzwischen gewaltig an Zahl gewachsenen Reservoir unseres Volkstums in friedlicher geordneter Arbeit das jüdische Palästina aufbauen; Und wir wollen dies unter dem Schutze der Großmacht, die »ich an* heischig gemacht hat, das Protektorat über das jüdische Palästina zu übernehmen ei! Referate Die wirlscliaftliche Araberfrage Dies haben wir oft gesagt und müssen es immer w ieder sagen. Es gibt böswillige Gegner des Zionismus, die ihn früher mit anderen Waffen bekämptten und nun, weil ihnen diese Waffen aus der Hand geschlagen wurde», versuchen, uns damit zu widerlegen, daß sie von uns behaupten, wir wollten der arabischen Land- Bevölkerung Palästinas Gewalt antun. Es gibt sogar jüdische Journalisten, die in ihrem wediselreiehen Leben erst die A11fga.be verfolgten, das Polentum vor den Angriffen des nationalen Judentums zu schützen, die dann in Berlin im Aufträge des Zentralvereins und gestützt auf ihren polnischen Patriotismus den deutschen Juden Belehrungen über staatsbürgerliche Pflichten erteilen und die 111111 ihre Aufgabe darin erblicken, ,über das harte Los zu klagen, das wir den unglücklichen Arabern bereiten sollen. Wir müssen gegenüber diesen Anwürfen mit aller Bestimmtheit und Ruhe immer wieder erklären: dies ist unwahr. Wir wollen die arabische Landbevölkerung nicht verdrängen, wir brauchen es auch nicht, uni für uns in Palästina Platz zu schaffen. Wir alle wissen, daß es nur bOOOOO Araber in Palästina gibt umi daß wir mindestens (1 Millionen Menschen ausiedcln können; daraus ergibt sich ohne \\eitcrc», daß eine Verdrängung der arabischen Bevölkerung absolut nicht notwendig ist, damit das jüdische Volk dort Platz findet. Wir müssen uns darüber klar sein, daß wir der arabischen Landbevölkerung mit Gerechtigkeit und Wohlwollen begegnen müssen, wenn wir nicht gerechtfertigte Vorwürfe gegen uns heraufbesdiwören wollen. Dies ist das allerwichtigste politische Problem. Das Prinzip der jüdischen Arbeit, das in Palästina aufgestellt worden ist und eine sehr tiefe moralische Bedeutung für unser Kolonisationswerk besitzt, dieses . Prinzip jüdischer Arbeit muß nach seiner positiven Seite hin verwirklicht werden. Wo wir nur können, müssen wir dafür wirken, daß jüdische Arbeit auf jüdischem Boden geleistet wird. Das darf aber nicht zu einer feindliehen aiisschiießenden Tendenz gegenüber der arabischen Landbevölkerung werden, sonst würden wir mit Imgerechtigkeit ein Werk beginnen, über dem Gerechtigkeit liegen soll. Ich bin überzeugt, daß mit gutem Willen diese Frage zu lösen sein wird. Neben der jüdlsehen Kolonisation Palästinas wird eine arabische Koloitisation einhergehen müssen. Wir werden den arabisehen Großgrundbesitz, auf dem heute die arabische» Fellachen hausen, in irgendeiner Form zur Auflösung bringen müssen. So müßte jede Landesverwaltung 111 Palästina,.gleichgültig welcher Nationalität, handeln, einfach, weil das Land sonst nicht entwickelt und hochgebracht werden könnte. Jetzt liegen Latifundien brach und werden in primitivster Weise bewirtschaftet; das kann nicht als dauernder Zustand hingenotnmen werden. Es muß eine Gesetzgebung kommen, die diese brachliegenden Latifundien intensiver Bewirtschaftung zu/uführe» in der Lage ist, zum Besten des Landes und zum Besten der Araber, die in diesem Prozeß der Aiw siedhing und Umsiedlung ebenfalls zu ihrem Recht, zur Inbesitznahme eines Stückes Land, wie es ihnen zukommt, gelangen würden. Dieses wirtschaftliche arabische Problem ist also lösbar, wenn man den guten Willen zu seiner Lösung hat, und den bringen wir mit. Es gibt aber noch eilte andere, hochpolitische Seite dieser arabischen Frage. Dieses zweite Problem, das mit der Anwesenheit der Araber in Palästina und mit ihrer Anwesenheit um Palästina herum zusammenhängt, ist als rein politisches Problem schwerer zu lösen. War müssen uns darüber klar werden, und wir wollen es auch in unseren öffentliehen Beratungen in keiner Weise vertuschen, daß, wie die Dinge heute liegen, die arabische Bevölkerung, insbesondere ihr politisch interessierter Teil, uns nicht wohl will. Die Großgrundbesitzer, die freilich nebenbei auch wirtschaftliche Gründe dafür haben, weil sie fit reitten, durch uns ihren Einfluß über die Landbevölkerung zu verlieren, sind .gegen uns, und sie haben politischen Einfluß, denn sie sind reich, sie sitzen in den Städten, sie sind imstande, die arabische Presse zu finanzieren. Es wäre aber politisch falsch, wenn wir glauben wollten, daß es nur diese sind, daß cs nur wirtschaftlicher Neid <xk׳r Hall dieser Eficmlis ist Nein, wenn wir 11119 jetzt anschicken, große Politik für das jüdische Volk zu machen, so wollen wir uns nicht üt den freundliehen Stimmungen bewegen, die man gern in öffentlichen Versammlutigvii erzeugt, wir wollen auch den let/teii Schwierigkeiten ins Auge blicken, und wir müssen sagen: Nicht nur die wirtschaftlichen und sonstigen Interessen dieser Großgrundbesitzer, sondern das nationale Gefühl aller Araber in Palästina ttnd auch außerhalb Palästinas ist dem jüdischen Palästina gegenwärtig feindlieh. Wir haben versucht, den Arabern folgendes klarzumnehen: Palästina ist nur ein kleiner Teil des grollen Gebietes, auf dem heute eine arabische Bevölkerung lebt, die sich in der Entwicklung zur Selbständigkeit befindet. Das Arabertum braucht aus politische» wie aus wirtschaftlichen Gründen auf den Besitz Palästinas jedenfalls keinen entscheidenden Wert zu legen, denn die wirkliche arabische Zukunft liegt nicht in Palästina, sie liegt im eigentlichen Arabien, sie liegt allenfalls noch in Syrien und Aegypten, wo schon eine höher entwickelte und dichtere arabische Bevölkerung vorhanden ist. Dieses kleine, auf niedriger Kultur- und Wirtschaftsstufe stellende Palästina ist keine Lebensnotwendigkeit für die arabischen Gemeinwesen, die heute entstehen. Die politische Arabertrage Und wenn, so sagten wir den Arabern, die arabische Politik uns versteht tmd dies einsieht und wenn sie dem jüdischen Element cntgcgcnkonuncn will, so wird sie von uns Vorteile haben, die nicht gering anznschlagen ־־ sind. Wir haben schon in Konstantinopel gesehen, daß es arabische Politiker gibt, die für solche Gcdatikcngängc ein sehr großes Verständnis haben. Diese arabischen Politiker aus Palästina, Syrien und dem Hedscltas verstanden, daß so etwas wie ein Zukunftsbündnis der semitischen Rassen auch für das Arabertum selbst große Vorteile cinschließen müsse und sie dachten sclbstverstündlich dabei an den finanziellen und Pressecinfluö den das internationale Judentum besitzt und daß wir