Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 41-42 (29.6.1920)
- Date
- 1920-06-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sr. 41 J U ED! SCH t RUNDSCHAU Seite 327 /um Sammclntf erheben wollte, war es 7.u spat, zumal der iialiontdistischc Ge danke gleichzeitig in» sogenannten!* 1 * * *aiituranisiiius überspannt wurde. In dieser Form bat och auch der Nationalismus הוו Islam bereits überlebt. Statt phantastischen Ideen liachzueilen, denkt heute etwa der Aegvptcr •weniger an den Islam und das Arahcrtuin als an sein Land und rechnet mit den koptischen Christen ebenso, wie der Syrer als Muslim mit den dortigen Christen •ziisamtneimigohcn genötigt ist. Die Bestrebungen sind territorial begrenzt, haben aber dadurch, dal! sie nicht ins Ungemessene Sehweiten, sondern praktisch erreichbaren Zielen iiaehgelicn, Aus• sieht auf Erfolg. Ein arabisches Staatswesen mit dem Mittelpunkt in Damaskus und im Zusammenhang mit dem I ledselias und Mesopotamien bedeutet tur die .111 der islamischen Welt in erster Reihe interessieiteii Mächte England und!־rankreieh keine Gelallt. Kulturell kann es manches bieten und die 111 Anlehnung tu die ■älteren Vorbilder sich entwickelnde 1hlinrabisclic Literatur verspricht (»Utes. Es .wird erforderlich sein, /II den christlichen Laiidcsbewohiterii das richtige Verlialtnis zu finden. Zu ihnen geboren besonders gebildete Elemente, die schon seit langer Zeit in Verhindiing mit dem Westen stehen. Eür den Wieder- .uil'haii eines arabischen Staates sind diese Kreise, die n. a. in der arabischen Presse Syriens und Aegyptens -tark hervorireten, nicht 'zu entbehren. Die heutigen Machthaber brauchen sich nur die weitherzige Toleranz, /um Beispiel zu nehmen, die unter den Oinmajadeu iluii'O wie unter den Abbassiden herrschte. Aus dem /ii-.iniineuwirken mit Andersgläubigen zogen die Muslim ,i.imals den grollten Nutzen für sich selbst. Ein Herd des Fanatismus wird im neuen arabischen Staat kaum uitstchcn und man braucht auch »las alljährliche Zu- ־-aiiinieiistroiiien der Mohammedaner aller Weltgegenden bei der Wallfahrt au die heiligen Ställen nicht zu furchten; wohl aber hat das arabische Volk jetzt Ge* Icgeiihcit, seinen (ieniiis zu entfalfen. Die Kenner »einer Vergangenheit und seine Freumle werden darauf vertrauen, dal! der lange verschüttete Born wieder helebend sprudeln wird.'* Es wäre erfreulich, wenn, trotz der letzten Ereignisse, der Verfasser recht behielte. Daß das jüdische Volk sich einer aiifhliilienden arabischen Nation in friedlicher Nachbarschaft herzlich freuen würde, braucht ■lieht wiederholt zu werden. Brief aus Jerusalem Von unserem Korrespondenten. (Verspätet eingetroffen.) J.ti. Jerusalem, 28. Mai 11)20. Die Jerusalemer S c 1 h s t w e 11 r sandte folgenden Brief an 1.1 o y d (i e o r g e: ,,An Seine Exzellenz, Herrn Ministerpräsidenten l.loyd (ieorg, London. Wir erlauben uns. Eurer Exzellenz die eigenhändigen Unterschriften der Mitglieder der Jüdischen Selbstwehr von Jerusalem zu übermitteln, in deren Namen das folgende Telegramm gesandt wurde: Herrn Ministerpräsidenten l.loyd George, London. Unsere t lesiiiiiungsgenosseit: Epstein, Chomsky, Chajuth, Winogi ad, Sehabataj, Hilf felis, (iinzburg, Bhinienfdd, Mar- Lu», (iriisehin, Alcalav, (iileadi, kiihinowit/, Radovsky, Bei! Meiiaeliem, t.ommer, Altschulcr, Ben Cliaim, kabinow uz, Molcho, Schreiber, Fricdmann und unser I!ihrer Jaboiinsky liegen noch unschuldig im Geläugnis. Wir können nicht mehr das drückende U11teclit ertragen, welches uns im allgemeinen und jenen im besonderen angetan wurde. Die Milderung des Urteils kann unseren Schmerz und unsere Entrüstung mellt wegwischen. Wir Mitglieder der Jüdischen lieh zu einer einheitlichen Masse mit ihnen verschmolzen haben, Die alte Geschichte: erstens 11,alle ich den tupf mein geliehen, zweitens habe ich ihn unversehrt zimickgegehen, drittens war er schon zerbrochen, als ich ihn bekam. Und wenn schließlich Delitzsch hier /u dem verblüffenden Ergebnis kommt, (lall die in Kanaan cingodningenen Hebräer gar kein heiliges Volk wäret׳ sondern im < iegeuteil rauhende und mordende Nomader »o dürfen wir doeli wold diesen großen Gemiancii veielirer daran erinnern, daß mau in der ganzen Well wenn man einen kurzen . Inbegriff von Raub, Mort Plünderung gehen will, von V a 1! d a I» s 111 11 s und niclt usn Judentum spricht, und das mit Recht. Der zweite־ große Schlag, zu dem EMit/.sch gege die Bibel ausholt, ist die Behauptung, (lall auch der ganz Bericht von der Gnttcsuffcnhaning am Sinai eine ei logeue Dichtung ist, erdichtet zu dem Zwecke, de Gesetzen Israels eine göttliche Weibe zu geben, di sie nicht verdienen. Auch hier bemüht er sich zu zcigci daß die berichteten Wunder Unmöglichkeiten sind 1111 daß die Erzählung zahlreiche Widersprüche enthält. W (vollen, liier mit Delitzsch nicht über den Begriff de י Mfctibarung rechlen. Wir wollen den Assyriologe I )clit/seh nur darauf hin weisen, daß der große baby Ionische Gesetzgeber I lainimirabi sein (icset/.biich dam eiulcitet, daß er die weisen Vorschriften, die es gib als (hieuhu(ung■-*>1! Mardnk und Sdiaiuaseh empfange 1 o:'tUlul >vir 1,״flV״ v״n 11'•'r wissenschaftlichen Wahl 1׳dtigkeii dieses Gelehrten, daß er auch den neidest; incutischen Bericht von der Weihe Jesu am Jordai n״! n ., ( kist 111 Gestalt einer 'l'aube sich;11 c .11:;,.(?' ).i;t's1'l|kt liahe, mit der gleichen sdioiiungslose markeii *wird“* ri'״scl״,llK der christlichen Weit braue hissiiS^'A״'"'1 *״!!״״ -abcr Delitzsch zu ״< überhaupt^ l\-״ GoU £ '}!?.{8',011׳;/ ״^•nschauuri ״,.״V, . Uur Jl|uen, Jaho, wie er 1h Tv m, •I . A <־»««. ein grausam( etwa E.« w A,!s«ch".״ . mörderischer Phantasie,' nid , r t rd,f>s empfindende Mensch Go nuint. Ilur /utft sich wieder der völlige \\ז!חב liistorischcii »Nm.es bei 'Delitzsch. Wir können die Äu emaiiifcrset/iiiig über diese wichtige Frage ruhig di krIlf1,L hr'rt i|. lt'״ <lcid!rt;״־ vertl־clc11e11 histonschen *Bibt Kritik überlassen. Und wenn man nicht vom St-un punkte biblischer Offcnbarungslehre, sondern von de Selbstwehr von Jerusalvm, die wir in unserer Gesimiung und auch in der Tat mit unseren verhafteten (»enosseii solidarisch waren, müssen mit ihnen gemeinsam abgeurteilt werden. Wir verlangen Annullierung des Urteilssprudics und ihre sofortige Befreiung. Wenn aber der Prozeß einer Revision bedarf, dann wollen wir mit unseren verhafteten Kameraden gemeinsam vor Gcrieht stehen. Eine Abschrift mit den Unterschriften der Mitglieder der Selbstwehr ist per Post abgesandt worden. Für die Jüdische Selbstwehr von Jerusalem P i n c 11 a s Ibittenber g." Die Woche des Keren 11 a g e 111 a 11 beginnt in Jerusalem am 5.. Juni; es wird von einem fleißigen Komitee eitrigst an ihrer Vorbereitung gearbeitet. In den weitesten Kreisen ist ein großes Interesse für den Keren 1 lageulali bereits bemerkbar. Die hebräisehen Lehrer haben dem Fonds ein halbes M o 11 a t s g e 11 a 11, die Beamten das G c 11 a 11 eines ganzen Monats gewidmet. Handwerker und Arbeiter stellen ihre Kräfte für einige Tage in den Dienst der Sache. Es ist eine Reihe von Festlichkeiten für die Geiilali-Wochc festgesetzt: ein großes Konzert unter Leitung des Direktors der Hebräischen Musikschule, Anton Tschaikof; das Hebräische Theater spielt zwei Einakter; für den letzten Tag der Woche wird ein großes Volks- und Sclilußfcst in einem Park von Jerusalem vorbereitet. Aus dem regen Interesse, das alle Kreise der jüdischen Bevölkerung, Asdikenasim und Sephardim, zeigen, läßt sich schließen, daß die Geulah- Woche in Jerusalem ein schönes Resultat ergehen wird. Der Arbeiter-Boykott gegen Ungarn Seit dem '20. Juni ist vom Vorstande des Inter- 11 a t i o 11 a I c 11 G e w c r k s c h a f t s b u 11 d e s in Amsterdam der Verkehrsboykott gegen Ungarn verhängt worden als Repressalie gegen die ungesetzlichen und terroristischen Zustände, unter denen die ungatische Arbeiterschaft zu leiden hat. Die Leser der ״Jüdi'clicn Rundschau" w;s»'en, .laß die ,luden Ungarns' hierin die l eideiisgeiiossen, und vielleicht die ungliickliiiici'en, dev Arbeiter sind. Die Motive, aus denen heraus die Gewerkschafts-Internationale den Boykott gegen Ungarn verhängt hat, können daher bei uns keiner Mißdeutung begegnen. Trotzdem halten wir das angewandte Mittel für verfehlt, da es in höherem Maße, noch die Unschuldigen als die Schuldigen trifft. Nach den Erfahrungen des Kiieges scheint uns die Wirtschaftliehe Blockade einer ganzen Bevölkerung für unter allen Umständen verwerflich, ganz gleich, ob sie sich' gegen das Deutschland des Kiieges, das Rußland der Revolution, die Juden Polens oder das Ungarn Horthys. richtet. Wir begreifen, daß die Arbeiter von dem einzigen Mittel gegen Ungarn Gebrauch machen, das ihnen zur Verfügung steht. Aber wir billigen es nicht. Uns scheint, die größte Verantwortung bei denen zu liegen, die dank ihrer politischen Vormachtstellung in Europa wohl in der Lage wären, einen moralischen Boykott über Ungarn herbcizufülireu, der in seiner Wirkling einwandfreie■(׳ und dennoch stärker wäre als die Blockade der Arbeiter. Der ״Abend“ meldet, daß die ungarische Regierung sielt einige Tage vor dem Beginn des Boykotts an die englisch e Regier u n g mit der Bitte tim Interder protestantischen Bibelkritik aus die jüdische Gottesaiischauimg betrachtet, so erseheint ja gerade das als grandioses Phänomen, was dem jüdischen Voiksgeisie den Stempel einer besonderen religiösen Genialität aufdrückt, daß aus denselben urwüchsigen Anfängen heraus, wie sie jedes andere Volk der Urzeit aufweist, nur dieses eine Volk der Juden in unablässiger Entwicklung und Läuterung, den Begriff des einzigen allmächtigen sittlichen göttlichen Wesens geschaffen hat. ״An ihren ETiichtcu sollt Ihr sie erkennen." Wenn 1 lammtirabi seine Gesetze als göttliche und offenbarte bezeichnet, ohne deshalb von!)elit/sch ein Lügner und Betrüger genannt zu werden, so werden die biblischen Gesetze, ■die auch da, wo sie ganz offenkundig mit den babylonischen im inneren und historischen Zusammenhang stehen, einen ungeheuren Fortschritt in humaner und sittlicher Beziehung zeigen, sich als gülllielic Gebote und gcoffeiihartes Geselz geben dürfen, ohne daß in dieser verhetzenden und lappischen Weise den biblisehen Büchern, die sie überliefern, der Vorwurf bewußier Täuschung gemacht werden darf. Von ganz unglaublicher Unzulänglichkeit ist der dritte Abschnitt des Dclitz.schen Buches über die Wirksamkeif der Propheten. In einer Weise, die man kaum amlers wie als bewußte Irreführung bezeichnen kann, beschränkt sich Delitzsch ausschließlich auf Aeußennigen über die ältesten Stufen des Prophetismus, über die wir nicht durch eigene Worte der Propheten, sondern nur durch legendarisch ausgesclimückte Berichte unterrichtet sind, während er die ganze Wirksamkeit der klassischen Prophetie von Autos bis Malcaehi, für die uns Originaldokumente vorliegen, völlig außer acht läßt. Für' Delitzsch ist der Prophet nur ein angeblicher Wundertäter oder ein politischer Fanatiker und er schüttet die volle Schale seines Zornes über die Wunderberichte und die!־xilitische Wirksamkeit, zum Beispiel eines Elisa aus. Audi hier empfehlen wir ihm, in einem zweiten Bande seines Werkes sieh mit den Wimdcrheilmigcii Jesu ttnd seiner Ajxistel, mit der Aufcrvveckimg des Lazarus oder der ä oeliter Jairi zu befassen. ,Auch hier fehlt ilun jeder Sinn für die gewnltige Entwicklung, die gerade auf dem Gebiet der prophetischen Wirksamkeit ans der Bibel uns in die Augen springt. Daß Elosea es wagt, die blutige Ausrottmig des Hauses Ahab durch Jehu, welche von dem Propheten Elisa gebilligt worden ist, hundert Jahre \cntion gewendet habe. Die englische Regierung habe darauf folgendes geantwortet: ״Die englische Regierung teilt mit, daß sie der ungarischen Regierung den Rat gibt, die Abmachung mit Sir George Clerk vom Oktober d. J. durch/titühren, die dahin lautet, eine aus allen Schichten der Ge»cllschait, aus Bürgern, Bauern und Arbeitern zusammengesetzte Regierung zu. bilden. Der englischen Regierung ist bekannt, daß diese Anschaumig vom Grafen Apponvi geteilt wird. Die ei» g 1 i s c h c R e g i e r 11 11 g w i r d , f a II s d i e s e Bed i 11 g 11 n g nicht erfüllt wird, 11 i c 111 in der Lage sein, auf ei 11 c B c e i 11 f 1 u s s u 11 g der B o y k o t t b e w e g ti 11 ״ hinzuvvirkcn," Beschlüsse der Poale-Zion ' Unlängst fand in Warschau der 2. Parteitag der polnischen Poale-Zionisten statt. A11 der Konferenz beteiligten sich gegen ‘Kl Delegierte, wie auch Vertrete» der B ' ' aus Oesterreich, Deutschiand, Amerika, Rußland und Litauen, Unter den Gästen bclanden sieh auch zwei Mitglieder der poalc-ziomstisehen Palästinakommission, die soeben aus Palästilm zurückgekelirt waren. Unter anderem wurden folgende Resolutionen angenommen. Die Konferenz betrachtet die Balfourdeklaration und den Beschluß von Sau Rciuo als cj״eu Versuch der herrschenden imperiallstigellen Clique in England zur Ausnützung der Arbeit und freiheitlichen Bestrebungen der jüdischen Volks-!nassen für ihre Interessen und die Absicht eines ausbeiiterisclicn Raubbaues in den östlichen Kolonien. Die. letzten Vorfälle in Palästina, die Ucberfälle auf Juden und der Jerusalemer Pogrom waren' das Resultat der uiigeliemmten antijüdischen Agitation vonseiten der . Effcudis und der politischen arabischen Abenteurer. Der Jerusalemer Pogrom fand die Unterstützung der englisehen Administrativbchördcn. Die Konferenz nimmt Stellung gegen die Politik des bourgeoisen Zionismus, der die nationale Befreiung des arbeitenden jüdischen Volkes mit den Interessen der niederstürzenden parasitären gesellschaftlichen Faktoren verbinden will. Die bisherige bourgeoise Kolonisation hat bankrottiert. Palasrina kann mir aufgebaut werden durch Immigration und Kolonisation jüdischer Arbeilcrmassen, die nach den sozialistischen Notwendigkeiten des Aufbaue•, orgajiisiert sind. Dik־ jüdische Arbeiterklasse ist jetzt die einzige aktive Klasse des jüdischen Volkes, von deren Arbeit ■und Kampf das Los der ganzen Nation abhäiigt. Die Partei soll eine große Aktion' einleiteii. zwecks ()rgaiMsiening der Arlcitermnsscn zur weitesten planvollen Arbeit in Palästina und dessen Wiederaufbau. Die Konferenz, wendet sieh mit einem heißen Appell an alle Arbeiter die dazu die Möglichkeit haben, sofort nach Palästina auszuwaiidern und dort in die Reihen der kämpfenden und bauenden jüdischen sozialistischen Faktorei» zu treten. Die Parteileitung hat eine spezielle Pailüstüiakommission ins Leben zu rufen. Es wurde Mich beschlossen, jede Beteiligung an den zionistischen Kongressen a b z 111 e 11 n e n. später als ein fluchwürdiges Verbrechen zu brandmarken (eine Tatsache, (he Dclit/’-.eli seihst erwähnt), zeigt einen Aufstieg und eine Verfeinerung des sittlichen Empfindens, die einem weniger haßerfüllten Betrachter des Prophetentums zu denken geben müßte. Aber Delitzsch befolgt hier wie überall in seinem Buche die Methode C.hainberlaiiis, nur (las znsainmen/iitragen, was im Augenblick gerade geeignet erscheint, ein ungünstiges Eicht aut die sittlichen Anschauungen des jüdischen Vsilkes und seiner führenden Deisler zu werfen, und so entsteht eine gehässige Verzerrung, die sieh vielleicht ein Demagoge zu politischen Zwecken unter Mißbrauch der Wahrheit ge-tattei, die aber einen Mann wie Delitzsch lur alle Zeit de» Anspruch» verlustig gellen laßt, als Forscher und Wahrhciissueher betrachtet zu werden. Warum hat nun Delitzsch dieses ganze Buch geschrieben und warum hat er es jetzt geschrieben? Er sagt es seihst in Vor- und Nachwort: Um zu zeigen, daß das jüdische Volk, und die Semiten überhaupt, eine Gefahr für die Menschheit ist und auch in der Gegenwarf deshalb aufs schärfste bekämpft werden muß. Aber selbst, wenn alles was D. vorbriugt, nicht so unglaublich falsch, entstellt, ans seinen Zusammenhängen gerissen wäre, was wurde das für die Juden von heute, die dreitausend Jahre spater leben, beweisen. Mit derselben Logik muß mau die furchtbare Nieder- Inge des deutschen Volkes in unseren Tagen als die gerechte Vergeltung ansehen, für die unsagbaren Schaudtaten, die sich ein Chlodwig und seine tnerowingisclien Nachfolger, die sich die Westgoten und Vandalen, die Kreuzfahrer und Raubritter des Mittelalters und die entmenschten Freibeuter des, dreißigjährigen Krieges haben zuschulden kommen lassen. Delitzsch aber meint, daß der semitische Geist niemals kulturschnffcnd, sondern immer nur kulturzerstarend gewesen ist, und liier verläßt ihn nicht nur die allgemeine Logik, sondern auch die wissenschaftliche Vernunft und Erkenntnis von Zusammenhängen, die gerade ihm als Erforscher der aitoiieniaiischen Geschichte bekannt sein müssen. Er singt ein sentimentales Lied von dem ״an Sinnesart dem deutschen Volke vergleichbaren" sumerischen Volk Altbabyloniens, dessen hohe Kultur von den eitnvandernden Semiten teils vernichtet, teils übernommen worden sei. Die Sumerer io Ehren; aber Delitzsch ist wisienschaftlicli ruck ständig, wem» er nicht weiß, was wir־ seit Eduard Meyers Untersuchungen wissen, daß die % 04106