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Jüdische Rundschau · 1920-06-23 · Heft 40 (23.6.1920) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 40 (23.6.1920)
Date
1920-06-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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hat hierbei grundsätzlich mit jenen Methoden gebrochen die das Erlernen des I lebräischea auf dem Wege ־׳•\;ן legcntlichcr und unregelmäßiger Arbeit zu erreichen glaubten. An ihre Steile ist ein System getreten, das vom Schüler starke Konzentration und ein erhebliches Malt an Zeit imd häuslicher Arbeit fordert. Die erfreu־ liehe!» Resultate dieses Systemwcchsds machen sich lx> reits in untrüglicher Weise bemerkbar, und was das Hehiaisierüngswerk in Berlin vielleicht quantitativ verloren habe!» mag, wird zehnfach aiifgcwogett durch die Qualitat des Erarbeiteten. Es liegt auf der llaml, dali die Hebraisicrung stark abhängig ist von dem Vorhandensein eines grollen jüdischen Zentrums, und daß bei der relativ ja noch immer geringen Anzahl der Hebräiscfi Sprechenden ihre Zusammenfassung an einer Stelle aus praktischen Gründen äußerst w:ittischenswert erscheint. Bei «len überdies beschränkten Mitteln, die zur Verfügung stellen,.ist es dalier aber erklärlich, daß sich die meisten Hebräisch l-crneiidcn und Sprechenden in Berlin konzentrieren. Es darl aber nicht übersehen werden, daß auch von einer Anzahl Ortsgruppen im Reich sehr Erfreuliches auf diesem Gebiete geleistet wird. Die Z.. V.f. I). wird dauernd bemüht bleiben, die Forderung des hebräischen Unterrichts auch außerhalb Berlins in steigendem Maße zu verwirklichen. Sehr hinderlich ist dem der große Mangel an hebräischen Kinckrgärtnerinneii und anderen hinreichend ausgcbildeten Lehrkräften. Erst wenn hier Wandel geschaffen wird, kann mit der Möglichkeit gerechnet werden jüd i s c h e Volksschulen tti i t deutscher und hcbräischcrUntcrrichtssprachczu errichten. Das Actions-Comite widmet der hebräischen Arbeit in Deutschland alle Aufmerksamkeit und geht mit dem Gedanken um, in Berlin eine Hebräische Lehrerb 11 d u 11 g s a 11 s t a 11 und ein Hebräisches Fröbelscminar zu errichten, deren Kosten, mit Rücksicht auf die zentrale Bedeutung solcher Institutionen, von der G c s a in t Organisation zu tragen, wären. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, daß unsere Vertreter n London es sich zur besonderen Aufgabe machen werden, die Leitung zu veranlassen, diese ihre Pläne baldmöglichst in die Tat umzusetzen. — Die Arbeiten des Kulturausschusses sind in letzter Zeit trotz, widriger äußerer Verhältnisse doch soweit gefördert worden, daß wir wenigstens auf «lern Gebiete der J u g c n d I i t e r a tu r die ersten greifbaren Resultate besitzen. Sie werden sich pe-rsönlieh davon überzeugen können, daß die ersten in diesen lagen erschienenen Hefte in Inhalt und Ausstattung allen billigen Anforderungen genügen. Wir erwarten, dah man in allen Kreisen lies deutschen Judentums unsere Jugendbüchern sympathisch begrüßen wird, und vor allen Dingen glauben w׳ir in ihr den zionistischen Eltern ein wertvolles Hilfsmittel nationaljüdischcr Er•: zichung zu geben. Erfreulich ist, daß wir bei dieser Arbeit Unterstützung auch von Kreisen außerbalb 'dcs Kultürausscluisscs gefunden haben. Ich möchte an dieser Stelle die von einem Gesinnungsgenossen herausgegebene Jugendzeitschrift ״Bar Kocjiba“ erwähnen. Weitere Jugendbücher liegen druckfertig vor, ebenso ein hebräisches Bilderbuch von Tom Freud, mit Versen von Agnon. Ein neues Lehrbuch der 11 c b r ii i s c 11 eil Sprache von Hornstein und eine hebräische Phraseolog i e von K r u p 11t k sind in Arbeit. Ein zweiter Versuch zu konstruktiver Arbeit wurde mit der Errichtung des Palästina-Amtes gemacht. Leider muß gesagt werden, daß dieser Versuch keine wesentlichen Ergebnisse gezeitigt hat. Der Grund hierfür liegt einmal in den starken Meinungs- Verschiedenheiten innerhalb des Palästina-Ausschusses, die seine Arbeiten anfangs ungünstig beeinflußten und in einer Reihe anderer Umstände. Es wird eine dringende Aufgabe sein, das Palästina-Amt so auszugcstalten, daß es den kommenden großen Anforderungen gewachsen ist. (Sehr richtig!) Den Aufgabenkreis des Palästinaamtes bildeten fotgeude Gegenstände: Informatioiiserteilung, Registrierung aller Personen, die nach Palästina übersiedeln wollen; Organisierung und Förderung der zur Wanderung entsfidosscneii Elemente, Förderung aller Bestrebungen und Unternehmungen für den wirtschaftlichen Aufbau Palä- SlilUlS. Bei der Unsicherheit der politischen und allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse mußte sich die iniormatnuiscrteibmg bezüglich der künftigen Aiisiedhmgs- und Erwerbsmögliihkeiicn auf ganz, allgemein gehaltene Angaben beschränken. Soweit möglichj unterstützte uns liier die Gruppe der Ingenieure, sowie die Qrujipc der Aerzte in dankenswerter Weise. Die Registrierung, sowie die in Aussicht genommene Zusammenscliliclhmg der künftigen Paliistiiiawanderer zu Berufs- bzw. Sicdhmgsgruppen oder zu loseren Ucbersicdlungsgcmciii.sclia.ften mit dem Zweck, dem Einzelnen die Vorteile gcmeinschaftlieber Uebersiedlung zu sichern, machte keine namenswerten Fortschritte. Maßgebend waren hierfür vor allem folgende. Gründe: 1. Der Zeitpunkt der Uebcrsicdluugsmöglichkcit wurde immer ungewisser. 2. Die unterschiedliehe Behandlung der Juden deutscher Staatsangehörigkeit hörte nicht auf, 3. Die fast während der ganzen Arbeits- Periode fortschreitende Entwertung der Mark ließ es dein Einzelnen immer ungewisser erscheinen, ob er sich aus eigenen Kräften in Palästina mit der dort geltenden I >ollar-W;ilmmg und der auch dort durch den Krieg heivorgcrufcncn enormen Teuerung eine wirtschaftliche Position schaffen könne. Wenn sich die von Dr. W e i z. m n n n ausgesprochene Erwartung erfüllen sollte, daß die Immigratiotisbeschriiiikungen in nächster Zeit aufgehoben werden, und wenn, wie wir mit Sicherheit annelimen, die unterschiedliche Behandlung deutscher Staatsbürger in absehbarer Zeit aufhören sollte, werden für die Arbeiten des Palästina- Amtes neue Voraussetzungen geschaffen sein. Vorläufig ergab sich aber, daß zurzeit das beste Kapital für die Palästina-Immigranten gut bezahlte Arbeitskraft ist. Hieraus folgte, daß das Schwergewicht der Palästina-Vorbcreituugstätigkcit in der Berufsvor- Bereitung der Jugend lag, die aber unabhängig vom Palästina-Amt bisher von einer besonderen Stelle aus geleitet wurde. Im übrigen unterstützten wir die Bestrebungen, wirtschaftliche Unternehmungen für Pakistiua zu schaffen, durch Heranziehung von Informationen direkt aus Palästina und von der Ditidoncr Zentrale, deren Abteilung für Handel und Industrie sich dieser besonderen Aufgabe unterzieht. Mit Anerkennung sei erwähnt: die Arbeit der Aerztegrupp, deren erstes Ergebnis in dem von Zioasti herausgegebenen, soeben erschienenen Werke jetzt fertig vorliegt, sowie die außerordentlich rege Tätigkeit des Verbandes jüdischer Ingenieure für den technischen Aufbau Palästinas, der in kaum Jahresfrist 50 zum Teil sehr wertvolle Arbeiten, Projekte, Gutachten und Vorträge seiner Mitglieder gesammelt, zu einem Teil nach London weitcrgelcitet, zum Teil noch in seinem Archiv lagern hat, alles in allein aber doch erst alles erste Anfänge. Von dem zu reorganisierenden Palästina-Amt werden unvergleichlieh um lassende re und größere Aufgaben in nächster Zeit zu lösen sein. Weitere Aufgaben konstruktiver Natur ergaben sich aus der Einwanderung ostiiidischer Volksgenossen nach Deutschland, deren Gesamtziffer seit Kriegbeginn auf ungefähr 7()(H)0 Selen zu veranschlagen ist. Die ostjüdische Ein- Wanderung überhaupt ist ein Vorgang von größter Bedeutung, der vielleicht die gesamte Struktur des deutschen Judentums in den nächsten Jahren wesentlich veränderten und die Z. V. f. I). vor eine Fülle von neuen Aufgaben kultureller, politischer und propagandistischer Natur stellen wird. Zunächst und in erster Linie ergaben sich aus der Einwanderung aber Aufgaben sozialer Art. Zu ihrer Bewältigung wurden zunächst in Berlin, sodann in einer ganzen Reihe anderer Städte jüdische Arbeitsämter geschaffen, die in ihrer Gesamtheit in kurzer Frist sich zu einer großen und bedeutsamen Organisation entwickelt haben. Die Hauptaufgabe der Arbeitsämter besianu in der Arbeitsbeschaffung für die jüdisenen Arbeiter aus dein Osten. Damit wurde zugleich eine der wichtigsten Aufgaben gefördert, die es im jüdischen Volksleben heute überhaupt gibt, die der Produktivieriuig der jüdischen Massen. Die jüdischen Arbeitsämter wurden von mehreren Tausend Osljuden in Anspruch genommen, von denen ein erheblieber Teil untergebracht werden konnte. Ihe gelernten Handwerker wurden in die kleinen Städter» gebracht, wo ■man nach ihnen verlangte, die ungelernten für Land- und Erdarbeiten, teilweise in die westfälische Industrie und in den Bergbau vermittelt. Trotz der sehr schweren Arbeit haben sieh die ostjüdischen Arbeiter meist hervorrngcnd bewährt. Zum Schutz, dieser Tätigkeit waren dauernde politische Bemühungen erforderlich, die zu nl.iiimäßigen Aktionen in der Presse, bei Parteien, Beliördeii und sozialen Institutionen führten, ln dieser Beziehung arbeiteten unsere Arbeitsämter Hand in Hand mit den» Arb'eiterfürsorgeamt, das auf die Initiative der Z. V. f. I). gegründet wurde und das alle großen jüdischen Organisationen in sich .vereinigt. Der politische Schutz der einwandernden Ostjuden ist sein besonderes Aufgabengebiet. Hand in Hand arbeiteten wir auch mit dem Verband der <) s t j u d e n , der sich insbesondere die soziale Fürsorge für die Finwamlermleii bis zur Schaffung eigner Erwerbsmögliehkeiteu angelegen sein ließ. ln dem Maße, in dem diese konstruktive nationale Arbeit in den Vordergrund der zionistischen Tätigkeit tritt, gewinnt die Jugendbewegung immer mehr an Bedeutung. Schon längst ist klar, daß die Hebraisierung bei der Jugend einsetzen muß, daß sie auch in erster Linie die Pioniere für die Einwanderung nach Palästina stellen wird, daß aus ihr auch die Kräfte genommen werden müssen, mit denen »vir die jüdischen Positionen besetzen müssen, die wir allmählich neu schaffen: in unseren Kindergärten, in Schulen, in sozialen Institutionen. Die nationaljiidischc Jugend hat auch begonnen, zu begreifen, daß liier ihre eigentliche Aufgabe liegt, und es muß als ein erfreulieber Fortschritt begrüßt werden, wenn jetzt ernstliche Versuche unternommen werden, um die Jugend durch eine jüdisch-hebräische Erziehung und durch eine entsprechende Berufsberatung für ihre nationalen Aufgaben vorzuhoreiten. Der Geschäftsführende Ausschuß der Z. V. f. I). hat von jeher den Standpunkt vertreten, daß die Jugend diese ihre ureigentliche Aufgabe nur im engsten Zusammeinvirken mit der Organisation, nur als ein disziplinierter Teil des großen Ganzen wird durchführen können. Es muß dalier begrüßt werden, daß gewisse separatistische Tendenzen, die vielfach dazu führten, daß die Jugend an der Organisation Verhältnismäßig geringen Anteil nahm, in der letzten Zeit immer mehr überwunden werden. Die Gesamtzahl der in Jugendorganisationen organisierten jungen Zionisten bc• läuft sich auf etwa *WIM), von denen ein erheblicher Teil auch den Ortsgruppen der Z. V. f. D. einzeln oder korporativ angeschlossen ist. Um die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde haben »vir uns auf das Lebhafteste gekümmert, auch in der Frage der Gcsaintorganisation der deutschen Juden sind »vir nicht untätig ge»vescn, Wir haben in einem Entwurf auf demokratischer Basis diejenigen Forderungen zum Ausdruck gebracht, die uns notwendig erschienen. Wir haben diesen Enhvurf in einer Gesaintzusammeiikiinft aller beteiligten Organisationen vertreten und glauben, daß eine Reihe von Anregungen, die »vir gegeben haben, bei der definitiven Regelung der Gesamtorganisation Anerkennung und Durchführung finden werde». Wir haben uns an den Gemeindewahlen in den verschiedenen Städten beteiligt und können mit großer Freude auf die Geineindewahlen z. B. in Breslau liinweiscn. Es ist gelungen, bei der badischen Synode und bei den Wahlen in den badjschen Oberrat erfreu liehe Resultate zu erzielen. Ich übergehe eine Reihe von deutschen Gemeinden, um Ihnen zu sagen, verehrte Freunde, daß es heute gelungen ist, Bresche m schlagen in eines der Gebäude, die bis jetzt am festesten Widerstand geleistet haben. (Großer Beif.) Es war nicht klug von der Berliner Jüdischen Gemeinde, «lern jüdischnationalen Ansturm so heftigen Widerstand entgegenziisetzcn, weil, wenn sie der aufstrebenden jüdischen Bewegung rechtzeitig Licht und Ratun gewährt hätte viel Erbitterung im deutschen Judentum erspart worden wäre, und der Weg des Ucbcrgangs glatter und allmählicher hätte vor sich gehen können. (Sehr richtig!) Aber, meine Freunde, »vir haben durch zalu• und ausdauernde, nicht kickerlassende Arbeit unter absoluter Reiiierhaitimg unseres nationaljüdisdien Volksziels Bresche gelegt im Kampf für die Volksgemeinde. Ich kann Ihnen die Mitteilung machen, daß »vir aller Wahrselicinlkhkcit nach fünf, ganz bestimmt vier (starker Beifall) Mandate erhalten haben. Da im ganzen elf Repräsentanten in Berlin zu wählen waren, so wurden wir, wenn die Nachricht mit fünf sich bc»vähren sollte, aus eigener Kraft dem liberal-konscrvativ-orthodox-antinationalen Block beinahe die Hälfte der Mandate streilig gemacht haben. (Großer Beitall.) Aber auch wenn mir vier unserer Freunde in die Verwaltung der (Ä׳rliner Jüdischen. Gemeinde einziehen, so bedeutet das mehr als ein Drittel der Mandate. Gegenüber diesem strenggeschlossenen antinationalen Block ist das cm Erfolg, dessen »vir uns nicht 7.11 schämen brauchen. Wenn Sie sich vergegenwärtigen, daß heute in Berlin zweihunderttausend Juden, etwa ein Drittel des gesamten Judentums Deutschlands, wohnen, daß Berlin und was die Gemeinde tut, schon wegen ihrer Ver• tretung in allen großen Organisationen richtunggebend ist, beinahe für das ganze deutsche Judentum. Die Arbeit ist ehrlich und gut geleistet worden. In organisatorischer Beziehung mußte es die Z. V. f. D. als ihre nächste Aufgabe betrachten, die durch den Krieg und insbesondere durch den Verlust vieler aktiver Gesinnungsgenossen geschwächte Organisation nach Möglichkcit zu stärken und auszubreiten. Zu diesem Zwecke »vurden folgende Parteisekretariate gegründet: 1. Für «len Bezirk Nord»vcstdeutschland, der auch einen Teil von Mitteldeutschland umfaßt. 2. Für Sachsen und Thüringen. 3. Für das besetzte Gebiet. 4. Für den übrigen rhcinisch-»vestfälischen Bezirk. 5. Für Bayern und Württemberg. Leider »var cs bisher unmöglich, das wichtigste Parteisekretariat, Frankfurt a. M., mit einer geeigneten Persönlichkeit zu besetzen. Hingegen gelang es, das Berliner Ortsgruppenbüro zu einem besonderen Gruppen■ verbandsbüro Groß-Berlin ausziihnucn. Bi-soiiders schmerzlich »var für die Z. •V f. I). 1l.1t durch die politischen Verhältnisse bedingte Ausscheiden der Gesinnungsgenossen in Elsaß-Lothringen und in Posen. Wir »vi'inschen den nunmehr anderen Landesverbänden angehörenden Gesinnungsgenossen alles Gute und »vissen uns mit Ihnen untrennbar »ereint in der Arbeit für die Verwirklichung des zionistischen Zieles, für die es keine geographischen oder politischen Grenzen gibt) (Starker Beifall.) IX■ r zahlenmäßige Verlust, welcher der Organisation durch das Ausscheiden dieser Gesinnungsgenossen erwachsen ist, ist durch die Gewinnung neue« Anbänger reichlich »vcttgemacht worden. 20 neue m■ nistische Ortsgruppen sind in der Berichtszeit entstanden, außerdem eine Anzahl von Gruppen des Misrach» mul des Hnpoel-Haz.-ur. , Der systematische Ausbau unserer Propaganda ״ ist von der Z. V. f. D. stets im Auge behalten worden Durch dauernde Infonnationen über alle »vichfigen Tat- Sachen, die »vir unseren Vertrauensleuten regelmäßig ztigehen ließen, wurden diese in die Lage gesetzt, die so sehr »vichiige mündliche Propaganda auf Grund besten Wissens auszuiihen. Der weitaus bedeutsamste Faktor unserer Werbearbeit ist und bleibt aber die ״Jüdische Rundschau‘1, die als das einzige jüdische Blatt - von politischer Bedeutung in Deutsch- Sand angesprochen »»־erden darf. Seit dem letzten Delegiertentage erscheint die ״Rundschau1‘ zweimal »vöchentlieh. Wir können fcststellen, daß sie sich in steigendem Maße nicht nur die aufmerksame Beachtung des jüdischen Publikums erzwingt, sondern auch von der allgemeinen Presse und von den Behörden fleißig gelesen wird. Unterstützt wurde die Propaganda durch die Herausgabc von drei Broschüren und durch die Sammlung eines sehr wirksamen L i c h t h i I d e r - m a t e r i a 1 s. Es ist noch davon zu sprechen, welche überragende Bedeutung im geistigen Leben des deutschen Zionismus die Arbeit des Jüdischen Verlages ge»vonnen bat. Es liegt auf der Hand, daß ein großzügig geleiteter nationaljüdischer. Verlag fast unbegrenzte Möglichkeiten der geistigen Beeinflussung des intellektuellen Judentums besitzt. Tatsächlich sind es die nationaljüdischen Bücher, denen alle Kreise des deutschen Judentums‘ rückhaltlose Anerkennung zolle». Der Jüdische Verlag ist zurzeit in einer Reorganisation begriffen, die es ihm ermöglichen wird, seiner Aidgäbe in noch höherem (Maße gerecht zu »»־erden. Verehrte Freunde, groß 1111a gewaltig sind dw zionistischen Arbeiten, die vor uns liegen. Sit■ wissen das alle. Manchmal legen »vir uns im Gcsch.'ifisfnhrcndcn Ausschuß die bedrückende Frage vor, ob unsere Kräfte für diese Arbeit ausreichen. Meine Freunde, »vir he* jähe» dann immer diese Frage, indem wir unsere Kräfte bis zum äußerste» nnspannen; nngespornt durch die Leistung unserer Freunde, die auch ihrerseits das Letzte hcr/ugehen suchen. Aber diese Anspannung der Kraft bis zum äußerste!» diese Möglichkeit bei dem m,innigfache» von uns verlangten Leistlingen wirklich aut ג He» Gebieten Gutes zu leisten, werden wir, »viril ein Gekclüiftsführemler Ausschuß nur daun durchführen können, wenn die Differenzen in unserem Lager ausgetragen werden in einer Atmosphäre des Wohlwollens und im Geiste brüderlicher, gegenseitiger Duldung. (Bravo.) Meine Freunde, »vir sind kein Verein, sondern wir sind eine Bewegung, und daß in einer lebendigen Bewegung, die gesamten Strömungen, die ein Volk durchzittern, vertreten sein müssen, daß diese Gegensätze aufcinanderprallen und sich bekämpfen, ist sclbstvcrständlieh. Niemand »vird es anders wolleiü Es würde heißen unsere Bedeutung als Bewegung herabsetzen, wenn wir das hätten, was man friedliche Arbeit eines Vereins

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