Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 40 (23.6.1920)
- Date
- 1920-06-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652228-2652268--13172-2670872- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Allt'1» »licse erlist« ,1 i'kcimtm» der Schwierigkeit 1111*1' וי1ו I agc soll uns mc 1t einen Augenblick himUrn, »Ii« Bedeutung des Beschlusses von San Remo .null nui' mi 111iml»׳»lcu zu vet'U'iiueii, Die '1 atsach«•, (1,1 IS ״U 1 e 11 n t i o aale 11 e i in s 1;1 11 e I ii r d a * j11 - dis che Volk" heule ei» völkerrechtlich i» icierlidvster l ärm anerkanntes l'aktum ist, das Bewußtsein, dali wir unmittelbar au der idiweile jener neuen /eit »teilet», deren I krlu'ilülining unsere y;an/.e j.uuvelinielange Arbeit gctlieni hat, muH uns im riiluen tmu Wollen die unbedingte, durch nichts zu erschütternde <iewilllieit geben, dnli auch wenn sieh voi < ein Ziele noch I linderiiisse a 11 f t ii 1111 ׳ e 11 - wir sumeinen Unstande sein werden, sie /.u überwindoii. »Seit• dem Taue von Sau Keim) haben wir kein Recht mein zu Zweiteln und Bedenken irgendwelcher Art - wenn je wir dieses Recht für uns m Anspruch nahmen I s Int m 41er nichuioiiistisdun Presse nicht au Versuchen goni.'iiigelt, die darauf hinausliefen, die Beden hum der Beschlüsse von Sau Remo herah/iisctzen. Wir hahen es erlebt, dali wahrend ringsum 111 der Welt die l.mcluiiug der nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina auch hei denen l'reude, wenn nicht Betfeistenintf, aiisgelöst hat, die unserer Bewegung bisher tfteichgiiliig oder aldehuend gegcmiherstaiHleii, man in Deutschland versucht hat, möglichst viel Wasser nt den Wein unserer Freude zu gießen. Man hat e» jertitf tffbracht, die Anerkennung des jüdischen Volkes mul seines Anspruchs auf Erez-Isracl durch die Friedenskonteren/, als eine politische Bagatelle, als einen zioni- Mischen oder auch englischen Bluff liin/.ustellcn. Man hat sich dabei so perfider Mittel bedient, dali inan nicht davor /,uriickgeschreekt ist, die traurigen Vorgänge, ui Jerusalem als eine Folge der /ionistiseheu Politik hin- /iistcllen und die leitenden Männer der Bewegung per- »üiklieh hierfür verantwortlich zu machen. , Jedes wort des Protestes, das von dieser Tribüne aus gegen diese Art, einen Meinungsstreit aiis/iifeehten, gesprochen würde, tmillu• eine I lerahwürtligung unserer Tagung hedeuten. Nur müssen wir feslstellen, daU int deutschen Judentum oder doch in seinen führenden Kreisen die Kunde von Sau Remo nicht das Echo gefunden hat, die ihm sonst in allen jüdischen Herzen zuteil geworden ist. Wir können es getrost künftigen (icschiech- Ur!» überlassen, zu beurteilen, wer die Schuld dafür tr.igt, dali ein großer Teil des deutschen. Judentums sich in!willig abseits gestellt hat und im besten Falle mit kühlen und kritischen Blicken das Werk zu mustern weih, an dem die Jndenheit anderer Länder mit heißem Herzen und eifrigen Händen zu schaffen beginnt. Wer uns zum Vorwurf machen konnte, dali wir die Kunde von Sau Remo mit üherströiueuden ller/eu und mit lautem Jubel gefeiert haben, der begreift wahrhell nicht, was der 21 April UDO ihr unsere Bewegung mul fni üas ganze jüdische Volk bedeutet. Fr bedeutet nicht weniger, als dali an ihm jenes politische Ziel erreicht worden ist, das seit Theodor Herz! tinverniekbar uns vor Augen starnl: vordem breitesten politische» F o r 11 m d i c J 11 d e 11 f r a g e z u.d i s - k 111 i e r e n u 11 d d e r j 0 11 i g 1• n Lösung di e Z 11 - s t im m 11n g aller Völker z 11 e r k ä m p f e n , ci 1 e der 7, i o » i s m u s a I s d i c einzig m ö gliche, als die einzig c r s l r e b e 11 s w e r t e n n e r k e n 111. Mit der Erreichung dieses Zieles vor dem Obersten Rat der Friedenskonferenz schließt eine bedeutsame Epoche der zionistischen Bewegung und hebt eine bedeutsamere an. Lag bisher notgedrungen der Schwer-!milkt der /ionistiseheu Arbeit auf politischem Gebiet und außerhalb Palästinas, so wird die Bewegung in Zukunft als größte und wesentlichste Aufgabe kennen: die des Wiederaufbaus in Frez-Israel seihst. Der Beratung mid Beschlußfassung über diese Aufgabe ist die Tagung ן i er Jahreskonferenz gewidmet, die m wenigen 'Wochen am Sitze der Leitung, in London, stattiindeu wird mul die Entscheidungen von, »o schwerwiegender Bedeutung zu fällen haben wird, wie sie sonst nur durch die Verantwortlichkeit eines Kongresses getragen worden sind. Die Leitung weiß sieb mit allen Faiidcsorgaiiisaiioiien und insbesondere auch mit der deutschen eins in dem Wunsche, den Kongreß sobald als möglich zu berufen. Schwierigheile», die außerhalb unseres Willensbereiches liegen und die zu offenbar sind, als daß ich sie hier zu erwähnen Brauchte, verhindern die sofortige Kiuberiifuiig des Kongresses. Andererseits warten Fragen auf Eni- Kcheiduug, die keinerlei Aufschub mehr ertragen. So werden wir gezwungen sein, unsern Vertretern auf «ler Jahrcskonfcrcnz die auf ihnen lastende Vera ntworfung dadurch tragen zu helfen, dal! die Arbeit dieses I »elcgiertentages darauf eingestellt wird, die Meinung der deutschen Zionisten durch sachliche und klärende Ausspräche einwandfrei festzustellen und unsere Wünsche und Forderungen nach reiflicher Ucbcrlegung so imzwei- «kuitig zu formulieren, daß sie unseren Delegierten zur Jahreskonferenz Richtschnur und moralische Stütze zu sein vermögen. Die zionistische (icsamtpolitik, wie sic auf der Jahrcskonfcrcnz zur Beratung steht, wird sich mit drei großen Fragenkomplexen zu beschäftigen haben: t. mit dem Beginn der Aufbauarbeit in Palästina, '1 mit der Wandeningsfrage im allgemeinen, und -i mit der nationalen Arbeit In der Diaspora. 1. Wenn wir auch keinerlei Anhaltspunkte über Umimg mul Inhalt dieser drei Aufgabenkreise besäßen, so wurde dach eins schon heute uns allen "klar sein: daß «1c entscheidende Voraussetzung fiir die Durchführung mes solchen Programms die Aufbringung finanzieller ‘ , m Cln{,m Ausmaße sein müßte,wie weder wir 1* , son1^t .ct״c Bewegung «ler Organisation im Juden-!״ V'T' I« gekannt haben. Sie wissen, daß die 1 ondoner Ixatung ein, Budget von 25 Millionen Pfund Sterling a' *ür.d.״-‘ F״»uzien!ng der Palästinnarbejrt Jahren auf gestellt hat und daß alle worden sind, im ent- J.. r cn״*n Verttaltnis zu dieser Summe beizutragen. Wu wolle״ uns darüber klar sein, da fl der Erfolg, «len dieser Appell An die Opferbereitschaft des Juden«־ 11״fff dc* Welt haben wird, entscheidend seht ״lcht ™f iurt ״Mteriellen Möglichkeiten des!■maus, sondern fast mehr noch für die Beurtetfuug unserer mm.׳lisch»•» Starke, Zum ersten Mal wird von ן den )11(1011 de. «>.151/011 Woi: und i:1 erster Linie selbstj vrt־'.taü1!lich von den Anhängern unserer Bewegung kate- ״misch vei wcrtlcu, dal« sie für die Sache des ־ judKi'Ucn Volkes iinau/ielle t י p ' »'r in einen) Dmi.mg iuiiigcii. der «len 1n'lu'.uuli dieses Wortes rechtfertigt. Nur ’wenn dieser Aufforderung von allen Seiten nickhaltlos Folge geleistet wird, können wir die Gewißheit halten, «lab es uns auch au den seelischen und moralischt■!) Kräften nicht mangeln wird, die zum Wieder- ,11110.111 1m1111)!s11!״l1ch iiotweudi:1, sind. Wir beabsichtigen, in Dentsdilaud eine Propngamla in größtem Stil zu organisiere», die jedes jüdische Haus und jeden jit- »lisdie» Menschen erfassen soll. Sie werden un Laute dem Verhandlungen einen eingehenden Bericht über diesen unseren Plan zur Aufbringung der finanzielle,n Mittel zu begutachten haben, so daß' ich mich hier auf diese Andeutung beschränken kann, leb möchte nur an dieser Stelle dem Wunsche Ausdruck geben, daß die deutschen Zionisten sich ein Beispiel nehmen mögen an den luden Palästinas, die eine geradezu vorbildliche Opfer'bcrcitschaft aus Anlab der (iculah-Woche bewiesen haben. Wenn unsere Delegierten demnächst nach London gehen werden, so werden' wir ihnen, abgesehen von allen Finzelwünscheii, eine große prinzipielle Hauptforderung mitzugeben Haben: «I a ß d i c Arbeit e 11 in g r o II - zügiger, straff-organisierter Weise und 11 a c h e i u e m w o h l d 11 r c h d a c h t e tv, e i n h e i t - lieben IM an v o r g e 11 o 111 in c 11 werden! Wenn die bisherigen Arbeiten der Zentrale mitunter sowohl iu organisatorischer Hinsicht als in bezug auf die Einheitlichkeit der Aktion, zu wünschen übrig ließen, so dar! nicht vergessen weiden, daß bisher unter politischen Verhältnissen gearbeitet wurde, die gewissen Schwanklingen unterlagen und nichts Definitives darstellten. Bis zum Tage von San Remo war die Balfour-Deklaration ein Wechsel, der sieh iu unseren Hämleu befand, für den der Tag der Einlösung aber noch nicht gekommen war. Mit San Remo hat sich dieser Wechsel in vollgültiges, politisches Kapital gewandelt, mit dem in voller Sicherheit gearbeitet werden kann. Wenn es bisher für die Lösung der Aufgabe, die wir uns gestellt haben, verschiedene Wege und mehrere Möglichkeiten z.u gehen schien, so wird nach der Jahreskoiifercn/ zu fordern sein, daß mau sich für eine Möglichkeit entschieden haben wird und einen Weg zu gehen gedenkt, den aber mit aller Konsequenz und Entschiedenheit! Das ist die (irundforderimg, die wir, an die Jahreskonferenz zu steilen haben. Die Zionistische Vereinigung, für I)eutsehlaud wird es als ihre dringendste Auigahe zu betrachten haben, aus sich heraus Me 11 sehen zu schaffen, die befähigt erscheinen, am Wiederaufbau Erez-Israels in allen erdenkbaren Positionen produktive Arbeit zu leisten. Ist dies au sielt eine Forderung, der der Ehrgeiz jeder Fandsinanusdiafl /!!gewandt sein sollte, so wird sie für uns zur besonderen Verpflichtung angesichts des Zusammenbruchs im Osten, der mit zw ingender Notwendigkeit auch zur geistigen Verarmung der ostjüdischen Menschen führen muß. Wo die ständige Sorge um das nackte Lehen oder doch der Kampf um das Fxistenz.niinimum alle körperlichen und geistigen Kräfte des Menschen in höchstem ■Maße beansprucht, kann nicht erwartet werden, daß z. ah!reiche Personlichkeiten jenen Fonds an geistiger Reife, an theoretischeu Kenntnissen und an praktischem Können sich aii/ueiguen vermögen, den wir bei denjenigen erwarten müssen, die beim Wiederaufbau Erez.-Israels in Führcrstellen aller Art ei drücken sollen, tu diesem Zusammenhang bildet die berufliche, alle für Palästina wichtigen Arbeitsgebiete u in - fassende und die a 11 g e m ein-mcnschliehe Ausbildung der zionistischen Jugend iu Deutschland ein besonders wichtiges Kapitel, dem auch dieser Delegiertcntag einet» erheblichen. Teil seiner Beratungen widmen wird, 2. Die überragende Bedeutung, tlie für alle jüdische Politik «ler nächsten Jahre das jüdische IVaiiderungsproblein besitzen wird, tritt immer deutlicher zutage. Der seit langem angekiiiuligte Wandersturnt wird hereinbrechen, sobald die Schranken gefallen sein werden, die heute den Osten Europas von der übrigen Welt absperren. Hier steht das Judentum einem zentralen Problem seiner Existenz gegenüber. Gemäß unseren Anschauungen von der F.inhcitlichhcit des jüdischen Lehens müssen wir fordern, daß die Eniigrationsfrage als uationales Problem gewertet werde, dessen Bewältigung nur dann möglich erscheint, wenn sich unter Führung der zionistischen Organisation alle Faktoren vereinigen, die bereit sind, die Wanderungsfrage im Sinne einer umfassenden organisatorischen Aufgabe zu lösen. Wir sind der Meinung, daß der bisherige Zustand unhalfbar mid gefährlich ist, indem die verschiedensten mehr oder minder legitimierten Organisationen die jüdischen A1!swanderem 1 asse 11 wahllos aus den Gebieten höchsten politischen und wirtschaftlichen Drucks in diejenigen Länder abzuleiten sich bemühten, die einen solchen Druck noch nicht ausiibfea In der Tatsache, daß sich der Kreis der Einvv.imicrungsläiuler außerordentlich verringert hat und daß heute starke Widerstände gegen die jüdische Emigration auch bei solchen Nationen zu finden sind, bei denen sie früher nicht vorhanden waren, glauben wir die verhängnisvolle Folge einer mangelnden Gesamtorganisation der Auswanderung zu erkennen. Erst wenn an einer zentralen Stelle alle Notwendigkeiten der Emigration und alle Möglichkeiten der Immigration zusainnienlaiifen und von dort aus eine planvolle tmd sachgemäße Regulierung der Wauderting stattfindet, wird vielleicht die Möglichkeit gegeben sein, die drohende Katastrophe zu vermeiden. Wir sind der Anschauung, daß sich das!*rohlem der Palästina-Wanderung von dem allgemeinen Wandcrungsproblcm sachlich und organisatorisch nicht trennen läßt und wir haben Bedenken dagegen, gesonderte Einwandeningsamter für Palästina z.u errichten und etwa die Sorge für die nicht-palästinensische Wanderung anderer» Organisationen zu überlassen Es widerspräche das nicht mir allen praktischen 1 rlahiiiiigen, sondern vor allem auch dem Grundgedanken der zionistischen Arbeit, die stets das l eben des jvulisclic 11 Volkes in allen seinen• Ausstrahlungen zu erfassen bestrebt war. L In diesem Sinne bej«,füllen wir auch aufs warum!« die wertvolle Arbeit, die «las , Komitee der jüdischen Delegationen bei der Friedenskonferenz im Interesse des Schutzes der nationalen Rechte der jüdischen Minoritäten ge- leistet hat. Fs gereicht mir zur besonderen I reude, Ihnen gerade in dieser Stunde Mitteilung davon machen zu dürfen, daß das Komitee der jüdischen Delegationen im Begritfe ist, sich zu dem langcrstrebteii ״Wand Haarazoth“, der Gesanitvertretung des nationalen Judentums der ganzen Welt, um/ubiUlen. Im Anschluß an die Welthilfskonfereiiz, die das Komitee für Fiule Juli nach Karlsbad eiiiberufcu hat, wird dort eine Plenarsitzung des Komitees statt finden, in der man auch die Delegierten des nationalen Judentums in denjcnigcii I ,indem zu begrüßen hoflt, die bisher im Komitee nicht vertreten waren. Wie Sie wissen, bestand das Komitee bisher nur aus Vertretern derjenigen Staaten, die den alliierten und assoziierten Nationen angcliörtcii oder ihnen naliestanden. Nachdem die Aufgäbe des Komitees hei der Friedenskonferenz!wendet ist mul jene äußeren Hindernisse iu Wegfall geraten sind, die bisher eine Teilnahme der Juden in Deutschlind und IXuitsch-Oesterreich verwehrten, wird es nunmehr - als permanente Vertretung des gesamten nationahm Judentums —, unter leiluahme aller bisher Ausgeschlossenen, seine Arbeit weiterführen, eine Arbeit, deren Ergebnisse uns in engste Berührung mit dem Völkerhuiiil bringt mul ja auch tlie Verwirklichung eines Teiles der Ideale des Völkerblindes darstellt. Will man die gegenwärtige Epoche in ihrem Wesen kennzeichnen, so muß man sagen: wir stehen endlich vor dem Begum der ,nifhaiiemleit Arbeit, wir sind dabei, den Uebergang vom Wort zur Tat, von der Forderung zur Verwirklichung zu vollziehen. In diese Epoche des Ucbergangs fiel bereits «las verflossene Geschäftsjahr der Z. V. t'. I). Die Ltitung ihres geschäftsfüllrenden Ausschusses lag bis fast zuletzt in Händel» von Dr. Hantke, dessen hervorragende Fähigkeiten, nicht zuletzt auf dem Gebiete der o rga 11 i - sa torischen Praxis in der Zeit aufbaiieiuler Arbeit schwer zu entbehre«! sein werden. Wir haben Dr. Hantke mit ,Bedauern ziehen lassen, der dauernde Dank der Zionistischen Vereinigung für Deutschland für sein jahrelanges treues und erfolgreiches Wirken bleibt ihm gesichert. Das Bewußtsein, daß er au noch wichtigerer und entscheidenderer Stelle in »ler l äge sein wird, für unser jüdische• Volk weiter zu arbeiten, macht die Trennung etwas, leichter. Der Anfang der Berichts/eit fällt zusaimiu u mit »ler Beendigung des Krieges. Wir waren damals vor die Aufgabe gestellt, die psychologischen Wirkungen, die das Kriegserlebnis bei sehr vielen deutschen Juden gezeigt hatte, in unserem Sinuc 11111/uwcrten. Zweifellos haben »Ii»' Frfahriiiigeu »ler deutschen Juden im Feld bei sehr vielen, insbesondere, bei einer Reihe intellektiiell hochstehender Persönlichkeiten im Sinuc einer Stärkung des jütlischen Empfindens gewirkt. Es erschien uns als eine Aufgabe, »ler wir uns nicht entziehen «1 sollen glaubten, mindestens »len Versuch zu luitcriiehmen, auf Grund dieser andersgeartete» seelischen Fundierung eine Neuorientierung des deutschen Judentums gegenüber dem natiYmaljiidisclicu Gedanken herbeizufüliren. Dieser Ucbcrlegung entsprang die KongretSbewegung, die, wie Sie wissen, zu einem greifbaren Resultat bis jetzt nicht geführt hat. Zu einer Zusammenfassung großer jüdischer Kreise in IXutschlan»! in ausgesproche- ״er oder stillschweigender Anlehnung an die Tendenzen der jüdischen Gesamtpolitik ist es nicht gekommen. Hieran ist in erheblichem Uiiitünge der Widerstand eines Teils der Orthodoxie Schuld, der dem Einheitsgedauken noch heute in unversöhnlicher Schroffheit gegenübersicht. Es kann aber kein Zweifel darüber aufkominen, daß die Kongreßbewegting indirekt einen starken Einfluß auf die deutschen )tuten ausgeübt bat, was am deutlichsten in den zahlreichen und ausgedehnten Debatten zutage trat, die sowohl in Versammlungen wi<• vor allem auch in der Presse geführt wurden. Fällen merkbaren Naehklang dieser Erörterungen verspüren wir noch heute m den Plänen und Diskussionen über die Gesamtorganisation »ler deutschen Juden. Die Forderung de» ״Kongresses der deutschen Juden" muß von ' uns gnuidsät/iich aulrecht erhalten werdet». Seine Zeit wir»! kommen, und wir sind in der Lage, auf sie zu warten. Wir siml überzeugt davon, daß, wenn erst einmal in »ler ganzen Welt die aktive Teilnahme am Wiederaufbau Palästinas eingesetzt haben wird, auch int deutschen Judentum zahlreiche Menschen, insbesondere der jungen Cieiicratian, Verständnis für unsere F'onlenmgen 1m»l für die Einheitlichkeit alles jüdischen Lebens gewinnen wertien. Das wird dann der geeignete Zeitpunkt sein, um »len Kongreßgedariken, »ler fn Amerika zu so erfreulichen politischen Ergebnissen geführt hat, zu verwirklichen. Je mehr wir hoffen durften, uns dem Zeitpunkt entlgültig zu nähern, in dem der Wietieraufbau beginnen würde, um so intensiver wurden die Bestrebungen der Z. V. f, D. auf all denjenigen Gebieten, die als produktive־ Arbeit für Palästina gewertet werden können. Hier ist in erster Linie die fortschreitende Hcbraisierung zu neunen. Gegenüber den frülverc,n Versuchen laßt sich ein wirklich bedeutender Aufschwung »ler Hebraisierung, vor allem in den größeren Ortsgruppen uw* m Jüdische n Schulverein, der im Verein mit anderen Organisationen eine hebräische Grundschule, d. h. also eine judischc Vollschule mit hebr.iisclier und deutscher Unterrichtssprache, ins Leben gerufen lut, in der Hebräischen Sprachschule und dem He- »a״s c ״ Sp r a chsem ina r drei Anstalten geschaffen hat, oie die Hcbraisierung der zionistischen Ju- KijKlergaTteri bk 2um ernsten sprachwisscnscnnftlichcn htudium einheitlich organisiert haben. Man