Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 35 (1.6.1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 35 J U EDISGM E RUNDSCHAU I! Betätigung 11; 11 ־1 i n 11 c /weiße jitdiseher hesdiränkt *cn , , in• bcwässenmgss.imge» «i.escr eine Be S0skin hält i's Gebiet, Jas er sieb (,eben. Er ist der gegt\ — , ' ' ' Innerhalb desselben braucht ii braucht er Jen Sicdlungstorm 111 Palästina Gartenbau, ist auch nicht die in Palästina geboten. Cr b der Landwirtschaft auf lUkleu und zeigt innerhalb 'icdlungsiuöglieltkeit, die ebenfalls Mii- 1• ״•״ Mensche״ umfaßt uml insofern zwar nicht Ali- Ä wird, aber sehr .׳rohe allgemeine Bedeutung * "'״,! Ai״,,• als ״Faeh mann“ will sich andi!T. Uu nicht l>ri sentieren, sondern er verlangt die Heran- '""כ vt'!'״eiilenten ans alle., möglichen Gebieten, Ä. besondere Erfahrung bea.g.cli bewässerten Gartenbaus vorliegt. Ich wußte keinen besseren als ihn, , . die eu Teil des Gesamtwerkes 711 leiten und wurde ,,nme ,•* indi mir ginge — Wim jede materielle M״;:•!,;■hkeil 7״r größten uml schnellsten Verwirklichung seiner (jedauken geben, 1,[0”'״seine Aufgabe, über das selbst vor״״״eid1uet hat, hiuauszubene leitende Mann für dieses Gebiet Innerhalb ues,eiben braucht er seine Fachleute. Aber über sich braucht er den Gesamtplan |1cm1 wirklich ״die‘1 1׳cue ist nicht der heua-seitc l ■uidwirtschaft, sondern das ist die Gesamtheit /v r Beruf e uml sogar darüber hinaus die Gesamtheit der Lebensiiiögliclikeiten für Juden in Palästina. Alles, was wcnigci ist, ist nur "1 eil. Also: — vor dem ״Fach“ brauchen wir den leit ciule יי ticdanken, den ü e sain t m a ßs t ab, dm ti e s a m 1111 a n i n großen Zügen. Weil diese fehlten, haben wir Grund 711 Aufbausorgen. Deshalb ״nißlcn wir mit den Miiiimalistcn kämpfen, Es war nicht Ih'lseniuit, es war kein neuer Sport, es war bittere Notwcmlißtieit. Bitter insofern besonders, als wir der Geemuhevvcguug /eigen mußten, wie sehr sic den eigenen M.dKiab verloren hatte. Vfer die zionistische Presse in der letzten Zeit aufi.ierksam verfolgte, konnte bemerken, wie von Wochennuminer zu Wodieuiu'inmeidie Auffassung zugunsten eaicr schnellen; großen uneingeschränkten Einwanderung im.I Kolonisation an Boden gewinnt. Vielleicht waren es d,e Ereignisse in Galiläa und Jerusalem — vielleicht waren cs auch die erst durch die Erklärung von .San U.'iuo behobenen Zweifel, die uns zeigten, wie außer- •rih'iitlicli viel günstiger wir schon längst dage- Malaien hätten, wenn unsere Zahl uml Kraft im Lande ciheblicher gewesen wäre. Die maximalistisclie Auf- ,.1;s<mg hat sich in diesen Wochen die zionistische Welt erobert'). Aber wir können jederzeit in das Verhängnisv.1',10 Gegenteil zurückfallcti, wenn nicht in der Leitung, ,״ ihrer eigenen Porsoiicii/usammeiisetzuiig unü in der iiircr Fachleute grundlegende A e 11 d erri ngen ek’.iretcu. Denn von denen, die erst ges tc rn noch durch Mutlosigkeit und Unkenntnis unsere ganze Sache in (jefahr gebracht haben, ist es beim besten Wißen nicht /׳! erwarten, daß sie von heute an und für alle Zeit;;her diese Mängel hinaus sind, Mau bat dem ״Maximnlisinus“ vorveerfen wollen, rr verlange das Unmögliche. 111 Wirklichkeit sind wir mit unseren Forderungen nie über das Mögliche hinausgegangen. Aber wir wollten uns die Grenze des Mögliehen nur von den Tatsachen und von den bliißcii selbst ziehen lassen, nicht aber von der «!,׳iiigelhai'fen Auffassung Einzelner, die aus Mangel an Mut uiiu Kenntnis eben nur kleine Möglichkeiten sehen. Sokolow bat einmal gesagt (in seinem Falle freilich gegen die Alliance), daß andere Möglichkeiten ein großer Wille sieht als die kleine Routine. Es paßt für jeden andern Fall und paßt vor allem für unseren gegenv. artigen Fall. Darum ist Berger zuweit gegangen, wenn er in diesen ״Aufbau-Sorgen“ — und gerade zu diesem Thema -- den MaximaJismiis (und die Palästina-Föderation) zu den Uesianungsgru ppeu wirft. Er ist weiter im IriUim, wenn er in diesem Stadium von Fachleuten spricht, was nach dem Sprachgebrauch an den Seifenciieimker und Ziegen/üchter erinnert. Die Einzelfachleute v> erden 1ms nicht fehlen. Werden wir sie im eigenen Kreise nicht finden, so werden wir, wie ja auch Soskin proponiert, selbst nichtjüdische Fachleute in starkem Maße heranzichen. Aber in dem aktuellen gegenwärtigen :;tr.dium brauchen wir die Männer der feilenden öed.mken, die ״Ueherfachleiite“, die fachlich cigeutlieh ״ft a r ״ ich t s“ verstehen sollten. Demi wie schwer kommt jcni'imJ, der eine Eiuzelsacfie als Fachmann mojsicrf, zu einem gültigen Gesamtplan! Dazu Schürt 111 unserem Stadium der Sache ein möglichst groSer Ueherblick über die Verhältnisse , *) Man braucht nur die letzte ״Rundschau“ zu ׳ewu. Ich wih von dem Leitartikel nicht reden, 111 dem aus der lkbel zitiert wird: ״Wenn du in das Land hineinkommst“ tisw., wobei mit ״du“ Koi Jisroel gemeint ist, und wo ebenfalls in ßibclzitatcn an den Exodus erinnert wird, und wo der Verfasser aus Eigenem funzufügt: ״Wem! wir jetzt nach Erez-lsrael kommen . . oder ״Kein Schwanken, kein Hin- und Iterpcudcln, keine offene Riickziigslinie nach Mi/rajim, ך oilcin!;,■hi/ uml ungeteilt und oime Vorbehalt hast du mr zwingenden und kompromißlosen Stimme des Geistes /:1 11MF'* 1.5•“ Aber gleich die Konvention der amerikaiigcnc״ Zionisten, die den Rest der ersten Seite ausimit, spricht von der Durchführung einer un- '*■"glichen M a s s e 11 e i 11 Wanderung n a c h v'Vi'ist 1 "*י ' yo׳l t*c1״ Erlösungstag des jüdisdien ׳; ׳. t 1' , . ticm f)rßa״ öer ״Achdutli Haavodu“ wird lid■י•1‘1, •! ׳ Taten komme» müssen, welche die »;Sratiou bestätige» und verwirklichen. Berger zeigt i,ciC"'c״ ״Anfhmi-Sorgen“, wie notwendig und ,j,.r '.1.‘,.11kt die Kritik gewesen ist, mit der treleaMl-!<l'aa!,'’,m5>״ v״r *,י,׳ ia*1rcn al|f den Plan gc* ' ramm‘'"' '^״s dem Beitrag ,,Das neue Palästiuaproj;(.r ‘1. If״ »• a. hervor, dali aie Vcrtrctcrversammlung : snrocln 1mer, Zionistischen Vereinigung einem atisgc- 1 )>,!;t|-llc11 Maximalsten das Referat nicht nur über h:ierir■401m*cr״ i111'"‘1 auf dem Gebiet der Propaganda />'r( 'T'■’׳'׳״ ״> (offenbar in der Erkenntnis, daß auch die <;.7 ־;f■ ict/t d‘c kofonisatorisdie Verwirklichung 1׳iid "1;01״׳״•1״ן•'’ Wci(aus >» de״ Vordergrund stellen müsse.) Üim״oCl• 'le״‘icl1 kommt der Maximalismus sogar in Dr. S(.ן s‘c1jls kurzem Artikel über äiebräischc Her » t rsc Zllr Geltung. Diese ganze Nummer ״KuiMlseliau“ (einschließlich des Inseratenteils) ist groß und schnell“ eingestellt. (Wir können ll״S tio «er Auffassung nicht anschlicßen. Die Red.), und Möglichkeiten der Juden, Palästinas des Orients . . , und der Welt! ’ Ein Gesamtplan freilich, der aus lauter Fehlern hestellt, kann uns nichts mit/.cn, wenn er noch so sehr durch Keine Gtöllc und Schönheit bestechen würde. Wir brauchen die Grüße (und auch die Schönheit) in ,einem Gesamtplan, der aus Möglichkeiten besieht, die auf u 11 s e r V o I k , auf unser L h 11 u und auf unsere Zeit /ügeschilitte» sind. Für solche Gesamtpläne aber gibt es keine Fachleute, sondern solche, die aus den oben erwähnten Komponenten ein Studium gemacht haben, Nach von Universitäten oder sonstigen gelehrten Körperschaften abgestempclten Fachleuten dieses Gcsamtfaclics werden wir vergeblich suchen. Als ich vor inehr als zwanzig Jahren der Ica Sachen proponicrtc ,die heute noch richtig sind, fragte so ein Oberweiser: ,,Haben Sie schon einmal hunderttausend Juden ״kolonisiert“? Ich habe mich damals nicht darauf beschränkt, die Frage zu verneinen. Aber das nur nebenbei. Wenn wir aber warten wollen, bis so Einer kommt, können svir gerade so gut -- und noch viel besser — auf den Messias warten. Einberufung der jüdischen Welihilfshonferenz Durch die jüdischen Blätter geht ein Pariser Telegramiii, wonach die bereits seit längerer Zeit geplante jüdische Weltlülfskonferciu für den 27. Juli nach Tcp- 1 i t z in Böhmen einberufeil w urde. Dieser Beschluß wurde vom Komitee der jüdischen Delegationen in Paris ״ach einem Referat des soeben aus Amerika zurückgekehrten Delegierten Dr. Salkind gefaßt. — Wir bringen die Nachricht mit allem Vorbehalt, da zweifellos die Einberufung der Welthilfskonferenz nach der Tschechoslowakei’ init der angesagten Abhaltung der Jahreskonferenz in Karlsbad Zusammenhang( und es daher wahrscheinlich ist, daß nach der Verlegung der Jahreskonferenz nach London nunmehr auch bezüglich der Welthilfskonferenz neue Dispositionen getroffen werden. Der zweite Kongreß der tschechoslowakischen Juden Der jüdische Nationalrat für die Tschechoslowakei hat für den 14. und 15. Juni den zweiten Kongreß der tschechoslowakischen Judenschaft nach Brünn einberufen. Der erste Kongreß fand am 4.-6. Januar 1919 in Prag statt. Er war die erste Willenskundgebung des tschechoslowakischen Judentums nach der Revo- Jution und stellte die Forderungen auf, die dann vom Nationalrat formuliert und der Regierung unterbreitet wurden. Der zweite Kongreß erhält eine besondere Bedeutung durch die inzwischen erfolgte Anerkennung der jüdischen Nationalität durch die Verfassung der tschechoslowakischen Republik. Dieser Kongreß wird daher die Aufgabe haben, die Konstituierung derjüdischen Minorität itn Staate vorzunehmen und an,die aus dem Minoritätenschutzvertrag sich ergebenden Aufgaben hcranzugehcii, sowie den jüdischen Nationalst zu reorganisieren. v ״Warum habt ihr uns aufgefceizt . . .?“ Einem Bericht der ״N. Züricher Zeitung“ aus Jaffa vom 6. Mai entnehmen wir nachstehende interessante Stelle: ״In den Arbeiten der verschiedenen Ressorts der Verwaltung kann inan eine Stagnation bemerken, die auf den baldigenAbbruchdes militärischen Apparates schließen läßt. Außer einer strengen Zensur und militärischen Verfügungen sind gegenwärtig tatsächlich keine Verwaltungsarbeitcn in Palästina zu verzeichnen. Nur die Untersuchung des Jerusalcmer Judenpogroms wird durch eine aus Aegypten hergesandte Kommission fortgesetzt. Es sollen im Laufe der Untersuchung einige für die hiesige Militärbehörde stark kompromittierende Aussagen gemacht worden sein und eine in Damaskus erscheinende Zeitung eines palästinensischen Arabers hat bereits gefragt: ״Warum habt ihr (eng- 1 i s c 11 e V e r w a 1111 n g s b e a m t e n) uns jedesmal gegen die Juden aufgehetzt, uns gesagt: Geht hin, demonstriert gegen die Zionisten, ruht nicht usw.“ Die ganze Bevölkerung Palästinas erwartet die aus Europa gemeldete baldige Abberufung der jetzigen Behörde mit größter Ungeduld und gespannten Nerven. In gut informierten Kreisen versichert man, daß dies in den nächsten Wochen oder Tagen geschehen wird.“ Dr. Schmarja Levin in Warschau. Am 25. Mai ist Dr. Schmarja Levin in Warschau cingetroffcn, mn mit der dortigen zionistischen Organisation Fühlung zu nchnieri und auch die kulturellen jüdischen Einrichtungen Polens 7.11 studieren. ״Liazefirah“ vom 26. Mai widmet seinem Kommen einen herzlichen Begrüßungsarlikel an der Spitze des Blattes. San Remo-Feier in Prcßburg. Am 17. Mai fand in Preß bürg eine große zionistische Kundgebung statt, an welcher etwa 3000 jüdische Männer und Frauen tcilnaluucii. Dr. Schmarja Levin sprach über den Be- Schluß von Sun Rcmo. Anwesend waren der Regierungsreferent Stepanek, welcher der Versammlung die Glückwünsche der Regierung übermittelte, und herzliche Worte des Verständnisses für den Zionismus 'sprach. Auch der Vertreter des Militärkommandanten war anwesend. Da- Präsidium führte Oberrabbiner Dr. Samuel Klein. Seite 273 Brief aus Jerusalem (Von unserem Korrespondenten.) J. ü. Jerusalem, 9. M«i. Das Begräbnis ״Rcb Motteles“, Zu einer ganz eigenartigen Kundgebung gestaltete sich das Leichenbegängnis des chassklisclien Rabbiners Mordediai T w c r s k i, der unter dem Namen ״Rcb Mottele“ ia Jerusalem bekannt war. Reb Mottele, ein Grete von 10 Jahren, ließ sich am 5. April nicht durch die Unruhen zurückhalte» und ging zum, Kotei Marravri, um, dort sein Gebet zu verrichten. Neben der Klagcuitucr wurde er von Arabern überfallen und samt seinem Diener durch Stockhiebe schwer verwundet Ara 5. Mai erlag er seinen Verletzungen. — Der Leichcnzug jx. wogte sich unter Beteiligung von vielen 1 hinderte* von Chassidirn, Schülern der Talmud-Thoras uml JcuhV both über die Jalfa-Straßc und durch die alte Stadt, Männer und Greise stritten um die Ehre, beim Tragen der Bahre zu helfen. Während des Begräbnisse* waren fast sämtliche jüdische Geschäfte geschlossen. Der Ltichcimig, der an uml für sich eine stille Dcinoatfration gegen den Jerusalemer Pogrom darstellte, wttfik nicht geringen Eindruck in der ganzen Stadt. Lag Beomcr in Jerusalem. Die ״Hedlakflh“ (Festfeuer) am Vorabend des Festes wurde bcsonders von den orientalischen Gemeinden (Jeincaiteu, Grusinern usw.) unter großer Beteiligung und festlicher Begeisterung gefeiert. Fröhliche Musik ertönte aus fast .!llen Stadtvierteln. Um die hcllodcrnden Scheiterhaufen drehten sich Männer, l'raucn und Kinder in fröhlichem Reigentänze und als ob ein neuer Geist über alle dl# Massen gekommen: überall ertönten im feierlichen Chore die ״Hatikwah“ mul unsere schönsten hebräischen Volkslieder und die Rufe: ״Jechi Jabotinski! Tiehjek liahaganah!“ (Hoch es lebe die Selbstwehr!) schollen endlos durch die Nacht. — Der Spaziergang zu Siraon llazadik fand wie gewöhnlich unter ziemlich großer Volksbeteiligung statt. — Die Ortsgruppe des Keren Kajcmeth mit der Lehrervereinigung veranstaltete einen Bliuuentag, der dein Naüonalfoiuls und der hebrähehe« Schülerbibliothek einen netten Reingewinn brachte. Di# schmucken Zufim uml Zuioth wurden vom Publikum in diesem Jahre mit besonderer Freundlichkeit aufgenonimen. — Der Keren Kajcmeth wird in Jerusalem gerade in der letzten Zeit immer populärer; da,* beweisen die beträchtlichen Summen, welche für die meisten Institutionen des Nationalfpnds liier gezeichnet werden. Aus der arabischen Presse. Die arabische Zeitung ״Marat ai Schark“ bringt die Nachricht, daß Aref el Aref, der berüchtigte Redakteur der ״Stiria el Genubiah", und el Ilusscüii (der einer der angesciieusten Familien im Lande entstammt) zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurden. Beide waren so vorsichtig und sind rechtzeitig nach Damaskus entflohen. — Die .׳!»dein Hetzredner des 4. April erhielten zwei Jahre Kerker. Die Zeitung bringt diese Nachricht mit der Randbeaierkung, daß das ganze arabische Volk mit diesen »einen ״Helden“ trauert. — Interessant ist, was dieselbe Zettinig in der Nummer schreibt, üt welcher sic den arabisehen Lesern die Beschlüsse von San Remo niitteüt: ״Wenn man die Balfoursche Erklärung mit logischer Ueberlegung analysiert, die Erklärung, welche den Haß der Bewohner des Landes gegen die Eroberer und der Landesbiirgcr gegen die Juden erweckt hat, wird man finden, daß sie den Juden gleichzeitig viel und nichts gegeben hat, daß sie den Bürgern des Landes alle» und nichts nimmt! Wir haben nichts erworben und die Juden haben nichts gewonnen. Die Worte: ״Die erhabene Regierung blickt mit Wohlwollen auf die Gründting eines National Home für das jüdische Volk“ sind an die Bedingung geknüpft, daß die religiösen und poli* tischen Rechte der Landcsbewohner nicht verletzt werden dürfen. Daraus geht hervor, daß die Regierung die Herrin der Situation sein und in allen Angelegenheiten des Landes das letzte Wort zu sprechen haben wird Die englische Regierung kann unmöglich ihre Versprechungen ändern. Wenn sie aber ihre Versprechungen den Juden gegenüber halten wird, wird sie etwas von den uns gemachten Versprechungen ändern können, daß mau an unsern religiösen und politischen Rechten nicht rütteln darf?“ — Zwei Begriffe sind in der Deklaraiion unverständlich. ״Zuerst das Wort Mandat. Wir können uns nicht erinnern, jemals in der Weltgeschichte ein derartiges Wort bei 11er Bestimmung des Schicksal» der Völker vernommen zu haben. Wa,s beabsichtigt die Regierung mit dem Mandat? Denkt sie an eine Angliederung als Kolonie? Hat sie das Mandat bekommen, nm die Wege zu ebnen, damit das Volk einst selbst die Zügel der Regierung in die Hände nehmen kann? — Zweitens der Begriff National Home. Die Juden habe« dafür viele Erklärungen. Manche behaupten, die Bedeutung dieser Worte sei ein unabhängiger jüdischer Staat und ihre Führer habe» schon heute einen Plan für die staatliche Gesetzgebung zu entwerfen begonnen. Manche sagen, die Bedeutung dieser Worte sei,!laß die Juden nach Palästina wandern und sieh hier ansiedeia dürfen, ruhig und in Frieden, wie andere Nationalitäten. Ja, war denn den Juden früher dieses Recht versagt? Welches Unrecht hat man ihnen angetan seit dem Tage, an dem sie zu uns zu kommen begannen? Wir fragten einen hohen englischen Beamten, was die Bedeutung dieser Worte sei und dieser antwortete uns: ״Ich weiß es nicht; nur Gott allein weiß das!“ Nach versdtiedenen Erörterungen fäiirt die Zeitung fort: ״Die Juden glauben, daß die Regierung ihnen das Laad gebet! wird mul daß sic darin regieren werden. Wenn dem so ist, was bedeuten die Worte, daß die Regierung in der Hand Englands sein und diese« nicht zugeben wird, daß eine Mino!hat über die Majorität herrsche? Die Majorität