Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 34 (28.5.1920)
- Date
- 1920-05-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 264 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 34 1 ־! .% \ \ Zum Delegflertentag’ Ein landwirtschaftsrat für Palästina Von Dr. Ludwig P i n u c r, Feuerbacli. Durch die großen politischen Erfolge des Zionisrrus ist die Organisation plötzlich vor eine Fülle prnktisdier Aufgaben gestellt, auf die wir trotz der Erfüllrungen der bisherigen Kolonisation, und der eifrigen Arbeit der letzten zwei Jahre nur mangelhaft vorbereitet sind, lin Vordergrund dieser Aufgaben sieht die Sandwirtschaftliche Kolonisation, die einerseits das Fundament der Siedlung bilden soll und für das Tempo der Ein• Wanderung ausschlaggebend sein wird, andererseits aber aus oft besprochenen Gründen für uns besonders schwierig ist. Diese Schwierigkeiten sind in dem Unvorbcrcitetscin des Landes und der Menschen für eine landwirtschaftliche Großkolonisation begründet und zwingen uns zur Anwendung von Methoden, für die wir nur bruchstückweise hei anderen Völkern Analogien finden. Sic werden noch bedeutend dadurch gesteigert, daß die Hilfe, die durch Mitarbeit der Diasporajudcnheit bei der Lösung schwebender Fragen geleistet werden kann, eine im Vergleich zu den Aufgaben äußerst geringe ist. Während eine Fülle von praktisch erfahrenen Kaufleuten, Industriellen und Nationalökonomien, von wissen* schaftlich geschulten Technikern, Aerzten, Lehrern usw. zur Mitarbeit bereit sind und sich z. T. bereits hierfür organisiert haben — ich erwähne als Beispiel den Vor* band jüdischer Ingenieure für den technischen Aufbau Palästinas — ist die Zahl der landwirtschaftlichen Sachverständigen infolge der einseitigen Berufsschichtung der 'Juden in der Diaspora außerordentlich gering. Umso mehr ist cs notwendig, die vorhandenen Kräfte zu organisieren und zu einem Stab von sachverständigen Mitarbeitern zusainmcnzutasscn. Ich will also anregen, daß in jedem Lande sofort ein Landwirtschaftlicher Beirat des Pa• I u s t i n a a m t e s gebildet wird. Dieser Beirat d1\s Palästinaamtes, den ich der Kürze halber einfach als ״Landwirtschaftsrat'‘ bezeichnen will, arbeitet in engster Fühlung mit der Zweigstelle des Palästinaamtes in seinem Lande und den Stellen, die sich mit der landwirtschaftlichen Vorbereitung der Zionisten In dein betr. Lande befassen. (In Deutschland: Jüdisches Arbcitstimt); ferner muß durch die Londoner Zentrale des Palästinaamtes die Möglichkeit gemeinsamer Mitarbeit der verschiedenen Landwirtschaftsräte an den großen Kotonisatiousaufgaben ermöglicht werden, sowie ein Meinungsaustausch der'Fachleute in den einzelnen Liindern untereinander. Die Organisierung des Landwirtschaftsrates erfolgt durch das Palästinaamt. Ihm gehören diejenigen Zi׳y nisten und Zionlstinncn an, die entweder eine landwirtschaftliche oder gärtnerische Hochschule absolviert oder eine längere praktische Erfahrung haben und eine selbständige Stelle bereits bekleidet haben oder dazu imstande wären, ferner Kulturtechniker und endlich Frauen, die in der landwirtschaftlichen Haushaltung eine abgeschlossene Bildung besitzen. Die Tätigkeit der Landwirtschaftsräte Ist eine ehrenamtliche, mir die Auslagen werden den Mitarbeitern ersetzt. Um ein vorläufiges Bild von dem Arbeitsgebiet dieser Landwirtschaftsräte zu geben, nenne ich folgende Aufgaben: 1. Fachliche Beratung und Uebcrwachung der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Ausbildung der jungen Zionisten im Zusammenwirken mit dem jüdischen Arbeitsamt. Beratung bei Anlage von Lchrgütem und Auswahl der Lehrstellen. Aufstellung von Leitsätzen für die landwirtschaftliche Vorbereitung außerhalb J alästinas mit Rücksicht auf die Ansicdtung in Erez-Isracl, sowie Einzelberatung in besonderen Fällen. Anregungen für eine spezialisierte Ausbildung In einzelnen Zweigen der Landwirtschaft und des Gartenbaus. Vorträge und Kurse bei Zusammenkünften von Chakizim und auf Lehrgütern. Beratung Studierender bei der Wahl von Doktordissertationen und Veranstaltung von Preisschrifte» für zionistische Landwirtschaftsstudierende. Eventuell auch Erteilung von Ausweisen über die fachliehe Vorbildung bei der Auswanderung nach Palästina. 2. Zusammenarbeit mit anderen z i o nistisehen Fachausschüssen, z. B. mit Verbänden von Technikern und Chemikern. Umschreibung bestimmter technischer Aufgaben für die landwirtschaftliehen Bedürfnisse Palästinas. 3. Gutachtliche Tätigkeit für das Pa-, 1 ä s t i n a a m t in-landwirtschaftlich-tcchnischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht sowohl bei Einzelunternchmurigeii wie bei großeren Plänen. Hierzu ist cs allerdings notwendig, daß das Palästinaaint die Landwirtschaftsrätc über die sehwebenden Fragen dauernd informiert. Die Anregung muß eine beiderseitige sein. 4. Landwirtschaftliche Auskunftsst c 11 e f ü r P a 1 ä s t i n a, Nachweis von Bezugsquellen für landwirtschaftliche Bedarfsartikel bzw. von Experten und Fachverbänden auf den einzelnen Gebieten. Beratung beim Großeinkauf der Kolonisationsgesellschaften in den einzelnen Ländern. Hinweis auf Möglichkeiten für den palästinensischen Export. Intcressierung von nichtjüdisehen Fachleuten und Interessentengruppen. Informicrtmg der pa'äsiinensisehca Landwirtschaft über die Fortschritte der landwirtschaftlichen Technik in den verschicdencn Ländern, insbesondere Unterstützung bei der Begründung von landwirtschaftlichen Versuchsstationen imd Forschungsinstituten in Palästina, z. B. Nachweis und Beschaffung von bewährtem Saatgut, von Düngemitteln und Geräten, soweit sie für Versuche in Palästina wichtig sein können, Nachweis von Literatur für die palästinensischen Forscher, solange eine ausreichende Bibliothek dort fehlt, Berichterstattung über die palästinensischen Erfahrungen und Forschungscrgeb^ nisse in der europäischen und amerikanischen Fachliteratur, Anknüpfung von Verbindungen zwischen den palästinensischen Landwirtschaftsforschern und den Autoritäten in den verschiedenen l ändern. Aufklärung des jüdischen Publikums in den Ländern der Diaspora über die Bedürfnisse der palästinensischen Landwirtschaft zum Zwecke der Beschaffung von Mitteln für jüdisch« For־• schungsinstitute in Palästina. Wie bereits aus dieser kurzen Zusammenstellung hervorgeht, sind die Aufgaben der zu schaffenden Landwirtschaftsräte sehr mannigfaltig und übersteigen wahrscheinlich die Kräfte der wenigen Leute, die — wenigstens in Deutschland — für die nächste Zeit dafür zur Verfügung stehen. Allmählich aber wird sich das ändern, und wenn auch die meisten sich zur Aus* Wanderung nach Erez-Israel früher oder später. aufmachen weiden, so wird doch stets eine Reihe von Mitariicitern de-! Lniidwirlschaftsrats in den Ländern der Diaspora vorhanden sein, sei es, daß es selbständige Landwirte sind, die ihren Betrieb nicht aufgeben können, anzumerken, doch enthalten sie neben mancher richtigen Kritik (z. B. auch des zionistischen Uarteilebcns) viel skurrile und seltsame Einfälle und schließlich den Vorschlag der Schaffung einer neuchristlich-religiöscn Ge• tneinde in Palästina, in der die Religiösen aller Völker (z. B. auch Arthur Trebitsch!) vereinigt sein sollen. Als die Organisation, welche geeignet sein soll, die Judenfiagc in diesem Sinn 7.u lösen, bezeichnet Waldinann den Münchener ,,Danielbund“. Im ״Neuen Merkur“ (3. Jahrg., 9. Heft), der ausgezeichneten von Efraim Frisch und Wilhelm Hausenstein herausgegebenen Münchener Zeitschrift, schreibt Rudolf P a n n w i t z eine sehr beachtenswerte Glosse ״Die Krisis des jüdischen Volkes“. Pannwitz kritisiert die Geistigkeit des europäischen jüdischen Typus mit scharfein Blick, um sich dann heftig gegen ucn ״Wahnsinn und die Barbarei" des Antisemitismus zu wenden. Jedes Volk soll das Schlecht-Jüdische in sich selbst 1bekämpfen, der Weg zur neuen Humanität ist ein ״innerlicher Nationalismus bei äußerem Europäcrtum“. Die zionistische und die assimilatorische Tendenz des Judentums sollen ״gehütet“ werden. — Im ganzen ist die Glosse mehr ein geistvolles Apercu als die Perspektive einer tatsächlichen Lösung. In der Zeitschrift ״Deutsches Volkstum“ (11. Heft) wird, anknüpfend an einen Aufsatz des Herausgebers Wilhelm Stapel über Antisemitismus, die Debatte fortgeführt. Jakob Löwenberg, der schon vor Jahren in der bekannten ״Kunstwart“-Debatte die assimilatorisehe Stimme führte, vertritt wieder den Assimilanten, Walter Colsmann den extrem arischen Antisemiten. Das Wertvolle ist die Antwort des Herausgebers, eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Begriff des Volkstums im Geiste Fichtes und eine Abgrenzung gegenüber aller möglichen Assimilation. Stapel sieht zweifellos die Verhältnisse im großen und ganzen richtig; für Juden, besonders für junge Juden, ist die Lektüre dieses maßvoll und vornehm geschriebenen Aufsatzes sehr zu empfehlen, ohne jede demagogische Geste, nur damit sie darüber nachdenken. Die baden Aufsätze Stapels sind auch als Sonderdruck im Verlag Deutsches Volkstum (Hamburg) erschienen. ,_JmJ•“. eine Monatsschrift, herausgegeben von Martin Bub er. Jüdischer Verlag, Berlin. Das erste Heft des fünften Jahrganges ist soeben erschienen und hat folgenden Inhalt: Martin Bub er: In später Stunde. — Michael J i zchak i: Der 24. April. Theodor Herzls Verhandlungen mit dem türkischen Sultan (Ein Brief an Dr. O. Kokesch und ein ausführlicher Geheimbericht an das Zionistische Actions-Comite). — Max Brod: Heidentum, Christentum,, Judentum. — Moritz Bilcski: Das Kompromiß des deutschen Judentums. — Gustav Mayer: Ferdinand Lassalle und die jüdische Reformbewegung (mit einem bisher unveröffentlichten Brief des 18 jährigen Lassallc über die Reformierung des [iidentums). — S. J. Agnon: Die Geschichte des Rabbi Gadicl dem Kinde. — Robert Welt sch: Die Prager Konferenz. — Josef Sprinzak: Trumpeidor. — Umschau: Siegmund Katznelson: Politik (Polltische Chronik. — Staat und Nation). — Nachum Goldmann: Zionismus und nationale Bewegung. — Adolf Böhm: Kolonisation. — Elias Auerbach: Kassenkunde. — Elias Hurwicz: Völkerpsychologie. — Erwin Kohn: Jüdisches Gewerbe in Wien. — Presserundschau. Das Einzelheft M. 5.50, Kc 6.50, Kö und polnische M. 14.—. Soeben beginnt die hebräische Zweiwochenschrift iiamenorah“ zu erscheinen. Diese soll den Anlangem der hebräischen Sprache Gelegenheit bieten ihre Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Jede Nummer enthält u. a.: Erzählungen, Gedichte, Geschäfts- und Privatbriefc, Gespräche usw. Der Text ist zum Teil mit Nekudoth versehen. Schwere Worte sind in Fußnoten besonders erklärt und ins Deutsche übersetzt. Der Preis beträgt pro Einzelheft 2,50 M., Abonnements pro Jahr 45 M. Wir sind davon überzeugt, daß diese Zeitschrift eine recht fühlbare Lücke, d«c d«c neu-hebräischen Lehrbücher lassen, ausfüllen wird. Bei Bestellungen für Vereine bitten wir, Sonder- Offerte von der Buchhandlung ״Ewer“ zu verlangen. ״Lebendige“ Korrespondenz. Einen originellen Gedanken verwirklicht die ״Amerikanisch-jüdische Familien- Kino-Gesellschaft“ in New York. Sie läßt in Warschau Filmaufnahmen in größeren Gruppen von solchen Juden machen, die Angehörige in Amerika besitzen, welche sie seit Jahr und Tag nicht ■gesehen haben. Diese Aufnahmen sollen dann in Amerika gezeigt werden. Man kann sich denken, welche Zugkraft dieser Film besitzen wird. oder wissenschaftliche Angestellte an Hochschulen imj Versuchsanstalten, oder Fachleute, die sicii noch auf irgend einem Spezialgebiet besondere Kenntnisse für Palästina erwerben wollen, oder Inspektoren auf jüdj. scheu Lehrfarmen usw. Auf zwei Dinge, die mit der Tätigkeit des Landwirtschaitsrates unmittelbar Zusammenhängen, möchte ich bei dieser Gelegenheit noch hinweisen. Es wäre dringend zu wünschen, daß die paliistincnsischen Landwirte sich sofort zu einer ״Jüdischen Landwirtsehaftsgesellschaft“ zusamtnenschlössen, die etwa nach Art der ״Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft“ aufgebaut werden könnte. Wer die deutschen Verhältnisse kennt, weiß, welchen ungeheuren Anteil <jic*e Organisation an dem Hochstand der deutschen La״t|. Wirtschaft iiat. Für die in Palästina zu schaltende״ Versuchsstationen wird die Arbeit durch das Vorhandensein einer solchen Gesellschaft wesentlich erleichtert sein, desgleichen für die Mitarbeit der jüdischen Land- Wirtschaftsräte, da sich so die Bedürfnisse der praktischen Landwirtschaft am schnellsten herauskristailisicren, Auf die Vorteile dieser Gesellschaft für die Mitglieder in Palästina selbst einzugeilen, ist hier nicht der Ort. Ferner wäre es sehr wünschenswert, wenn von dem Palästinaamt aus eine internationale Kontrolle der landwirtschaftlichen Ausbildung in der Diaspora erfolgte. Die palästinensischen Verhältnisse bieten ja vorläufig noch nicht genügend Ausbiklungsmöglichkeiten, worauf auch Dr. Ruppin hingewiesen hat. Bei den geplanten, für Palästina selbst ganz neuartigen Sjedlimgsformen, wie sie z. B. Dr. S o s k i n vorsclilägt, ist cs auch geboten, möglichst vielseitige Erfahrungen aus anderen Ländern bei der Einwanderung mitzubringen. Das Palästinaamt sollte es sich deshalb angelegen sein lassen, bereits vorgebildeten Landwirten und Gärtnern Stellen in Palästina zu verschaffen, die für die palästinensischen Verhältnisse in der einen oder anderen Weise Vorbildlieh sein können, besonders in Holland, Belgien, Südfrankreich, Italien, Mazedonien und Kalifornien. Ich hoffe, daß die Erkenntnis von dem Nutzen, den der oben skizzierte Landwirtschaftsrat für die Pa- Iästinaarbeit haben kann, sich bei den in Betracht komtuenden Stellen und Personen durchsetzt, so daß der jüdische Landwirtschaftsrat für Deutschland auf dem Delegicrtentag im Juni sich bereits konstituieren kann. Die große Angst Von Gustav K r o j a n k e r. I. Wäre ich kein Zionist — ich gründete auf der Stelle einen Bund der Leser des ״Berliner Tageblatts". An dessen Spitze begäbe ich mich zur Chefredaktion und überreichte dort eine Dankadresse mit etwa folgenden Worten: ״Die Zeitung sei das Sprachrohr ihres Publikums. Sie vermeide taktvoll, was dem Abonnenten das Frühstück beeinträchtigt oder nächtens seinen Schlaf beunruhigt. Sie sei ein Spiegel der Welt, wie der Abonnent sie sieht. Dieser Aufgabe nachzukommen, mag nicht immer leicht sein. Deshalb verdient, wer ihr noch unter schwierigsten Umständen treu bleibt, Ehre und Dank. ׳ Es liegt heute, meine Damen und Herren, lange zurück, daß eine Bewegung aufkam, die sich Zionismus nannte. Es war das lächerliche Hirngespinst verwaschener Schwätzer und konnte ernsthafte Leute, die ihrem Beruf nachgingen und im übrigen zu Kaiser und Reich hielten, nicht weiter beunruhigen. Damals war es selbstverständlich und noch kein Verdienst, daß auch in unserer Zeitung von diesen Narreteien nicht weiter die Rede war. Aber die Bewegung wuchs, und die Jungen aus unseren eigenen Reihen — ich muß diese schmerzhafte Tatsache hier erwähnen — schlossen sich ihr an. Man hörte von Versammlungen, Kongressen, politischen Verhandlungen, palästinensischen Kolonien. Und beinahe schon hätte sich unser eine gewisse Unruhe bemächtigt — wäre nicht unser Tageblatt uns Stab und Stecken gewesen. Denn was nicht in unserer Zeitung ist, so wußten wir bestimmt, das ist auch nicht in der Welt. Sfe ist der Maßstah für die Ernsthaftigkeit der Dinge. Und worüber sie schwieg, daß konnte auch unmöglich der Rede wert sein. Den Zionismus ließ sie in wohltuendem Dinkel; dafür ergriff sie heftiger Partei in Fragen, die uns lebhafter angelten: w׳ie etwa die Streitigkeiten des evangelischen Kirchenrats. Wie waren wir einig mit ihr, als sie die bewährten Grundsätze liberaler Toleranz mannhaft vertrat. Man muß halt sein Publikum kennen. Es kam der Krieg, und der Zionismus wurde Sache der hohen Politik. Die Mittelmächte wie die Entente nahmen in offiziellen Noten Stellung, und wir dürfen es unserer Zeitung nicht verargen, wenn sie die W. T. B Telegramme darüber zum Abdruck brachte. Sic bewies ihr Entgegenkommen, indem sie es an den weniger auffälligen Stellen tat ־ und sich jeglichen Kommentars peinlichst enthielt. Wer von uns damals, seiner Gewohnheit untreu, zu anderen Zeitungen griff, mußte dort lange Erörterungen über das verdammenswerte Thema über sich ergehen lassen; ganz In schweige״ von den unseligen deutschen Politikern, die sogar ei״ Pro-Palästina-Komitee bildeten. Unser Tageblatt aber wußte, wie unerwünscht uns auch nur der Hinweis auf diese Vorgänge war. Und es schwieg überdies deshalb, weil der knappe Papiervorrat nur gerade noch für eine Beurteilung der neuesten Kinoprogramme ausreichte. Wieder einmal war die Gefahr von unseren» t