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Jüdische Rundschau · 1920-04-30 · Heft 28 (30.4.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 28 (30.4.1920)
Date
1920-04-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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׳* He1te 212 jUEDiSCHC WUNDSCHAU Nr 28 Der Misrachl-Deiegiertenlag Der cr.su• l)c!<.\׳;icf tciiiiic 11 cs deal• selten M i׳s! ,a c h i wuale Sonntag, den 25. April, vormittags 11 Uhr, 41111 eit 11«! Vorsitzenden, Herrn Heitiirnni Struck, im Weißen Saale des Leltrervcreitidviuses eixitlne(. Her Dctegiertentag war von über!0 I)elegierte*! aus dv» Misrachi-Orts- und Jitgcudgruppcn ganz!H.'tttsel1!a11ds beschickt. Der Vorsitzende gedachte in •,einer Eröffnungsansprache der schwere» Verluste, die dm■ deutsche Mi r.ieiti durch den Heimgang einiger seiner hesten Mitarbeiter und Mitkämpfer erlitten lut uml begrüßte sodann die cischiencnen <taste. Nach ehern kurzen Tätigkeitsbericht des Vorsitze״■ dem, aus dem Itervorgiu;׳, dali der Misrachi, der sich erst Lade PH 8 ״! Deutschland zu reorganisieren begann, außerordentlich schnelle organisatorische und innerliche Fortschritte gemacht hat taut 1111er den wir Näheres itoeh berichten weiden, gab er Herrn Rechtsanwalt Dr. Klee das Wort, der hu Aufträge der Zionistischer! Vereinigung für Deutschland dem Delegiertentag die best«! Grüße und Wünsche überbrachtc. Weitere Ansprachen hielten Herr Assessor Felix R o s e n b 1 ii t h utt Namen der Berliner Zionistischen Vereinigung, Herr l’ollak für den Jüdischen Nalionalf'onds, Herr Lin für den Verband der Ostjuden. Herr Rabbiner Dr. T s e h e ru o w i t z hielt eine ׳hebräische Ansprache, in der er Vor allem die so zahlreich vertretene Jugend begrüßte und Herr Rau übcrbrachte im Namen der Misrachi-Jugendgenicinscliaft Berlin dem Dclcgicrtentag in einer hebräischen Ansprache die besten Wünsche der Jugend und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Verhandlung ton jugendlichen! Geiste getragen sein möge. *w Der Vorsitzende verlas sodann die eingelauicncn Begnißnugstclegrammc u, a. von der Misrachi-Well- Organisation aus l.oudon und tler Misraclti-Organisa tw 11 der Schweiz. Der Delegierten lag wählte Herrn Hermann Struck zum Präsidenten der Tagung. Die cigciitliche Tagung cröffnete das Referat von Herrn ür. Aron Barth über Aufgaben tmd Organisation des Misraclü, an das sich eine lebhafte Diskussion anscltloU. Weitere Referate wurdest gehalten von Prof. Dr. Pick und Dr. Rabin über Kultur• und Erziehungsfragen, von Herrn Gabriel Kn oller über Jugendarbeit. Herr Willi David hielt das Firianzrcferat und Herr Lazarus Barth ein Referat über Presse• und Verlagsunternvliinen, An alle Referate knüpften sielt lebhafte Diskussionen und vor allem wurden im Anschluß an die Kulturreferate die theoretisehet! Probleme der Entwicklung der jüdischen Tradition, der lMbehvisscnsdiaft und des Wesens des traditionellen Juden mm s und des Zionismus erörtert. Eine Res־״ Union von Herrn l)r. Rabin und Herrn L. Barth zum Kulturprogramm des Misrachi wurde angenommen. Ferner wurde u. a. eilte Resolution, die die Durchfülmutg der sozialen Gerechtigkeit auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens in Ercz-Isracl fordert, sowie eitle Resolution, die die Schaffung einer großen M i s r a c!1 i B i b I i o t i! e k wünscht, , ange• nomnien. •Motttag fruit wurde die Tagung durch die Mitteilung der Ereignisse von San Rem« unterbrochen. Der Vorsitzende verlas das durch die Zionistische Vereinigung lUtcnnittcltc Telegramm der Londoner Zionistischen Leitung und gab in kurzen schlichten Worten der Beweguitg und der innigen Freude des ganzen Delegierten• tages über diese glückliche Wendung im Geschicke unseres Volkes Ausdruck. Herr Rabbiner Dr. Ts eher• «o w i t z sprach das altjüdische Sehchechcjomth und in heller Begeisterung sangen die Delegierten die Hatikwah Di« Tagung endete init den! Dank des Delegierten• tage* an die bisherige Leitung und den Neuwahlen, Es wurde eine!über ganz Deutschland sich erstreckende *Kulturkommission gewählt und in der Organisatioo des Misrachi trat insofern eine Acnderimg ein, als zu dem bisherigen aus 5 Mitgliedern bestehenden Zentralbüro ein lSglkdrigcs Zentralkomitee aus Vertreter«! aller deutschen Misraclti-Gruppcn ge* wählt wurdest. In das Zentralbüro wurden gewählt die Herren: Hermann Struck, Dr. Aron Barth, Willi David, Groß und Kn oller. Die Tagung schtoß Dienstag abend. Ei« ausführlicher Bericht über die Verhandlungen folgt in nächster Nummer. Anläßlich des Dclegiertentages hatte der Misrachi für Montag abend eine öffentliche Versammlung in den großen Saal des Lehrervereinshauses mit dem Thema ״Die Orthodoxie und ,der Aufbau Palästinas“ einberufen, Infolge der am Montag eingetroffenen Nachrichten aus Sa» Reutto gestaltete sich die vc«1 Tausenden besuchte Versammlung zu einer Festversammtung. Der Vorsitzende, Herr Hermann Struck, las zu Beginn unter großer Bewegung und Jubel der Versammelte« die aus London ciagctroffcncn Nachrichten vor, die den Willen der Mächte, dem jüdischen Volke Ercz-Isracl als seine nationale Heimstätte zu geben, ausdrückten. Die Redner des Abends, L, Barth, Professor Pidk, Rabbiner Lieber mann, Dr. Rabin, Kurz, Möller, Fräulein Goldberger, Fromm amd Dr. Barth, würdigten ln deutschen, hebräischen und jidisdten Ansprachen die Bedeutung des Ereignisses und die besonderen Aufgaben des Misrachi beim Aufbau Erez-lsracls. Mit dem Gesang;der Hatikwah schloß die Versammlung. Wiener Brief Al. Z. Wien, 24. April. Nach adttjähriger Pause soilc«! die Wahlen in de» yorstand der Wiener Kullusgeitieinde stattfimien. Unter einer Leitung, deren Mandat längst erloschen ist, die zum großen Teile aus nicht gewählten, sondern willkürlich ernannten Mitgliedern bestellt, ist >unser Gemeinwesen, sind seine Institutionen in einen elenden Zustand geraten. Ihr Baakrott ist eine Frage kurzer Zeit. Das Spital d e.r Gemeinde, Rothschild-Spital genannt, beherbergt heute in der Zeit der größten Spitalsnot, da Kranke wegen Bcttcumuugcl auf der Straße sterilen müssen, statt 25t) Personen nur 70 bis 80 Patienten. Dafür wird ein I׳liege- und Venvallungspersonal von 20 י Leuten ausge- Italten. Das jüdische Versorguttgshaus wird in der küm-!lierücirsieu Form!geführt, die allen kranken Insassen leidest oft bitteren Mangel. Die Beamten der Gemeinde, die Lehrer ttsw. sind kläglich bezahlt, der Stand der Finanzen trostlos, die Besteuerung willkürlich und unzureidiemle millioiieiireidi'• Chefs zahlen 20 oder 30 Kronen, iitre Angestellten '200 und mehr Kronen. Für die Armenpflege und Kinderfürsorge wird unter solchen Umständen natürlich gar nichts getan. Die ihr anvertrauten jüdischen Pflegekinder gibt die jüdische Kulfusgeineiude vielfach an verelendete Christenfamilieu ah, wo sie geistig und kömerlich verkommen, dem Judentum ganz entfremdet werden und massenhaft sterbet). Der Religionsunterricht in Wien spottet jeder B c s e h r e i b tt u g, der Lehrplan und die Organisation ermöglichen cs de» Lehrern trolz besten Willens nicht, Erfolge zu erzielen. Die Judenkinder verlassen die Schule als Feinde tmd Verächter des Judentums. Für den Schutz der staatsbürgerlichen Interessen der luden hat die Kultusgeiucinde, die einzige staatlich unerkannte jüdische Organisation, nichts getan. Der Kultusvorstand hat die gefährlichsten antisemitischen Ausschreitungen aller Art ruhig mitangeselten, ohne sich ztt einer Kundgebung, gesellweige denn zu einer Tat attfzttraffen. Die Judeuschaft Wiens wäre in der seit reck liehen Kriegs- und Nachkriegszeit politisch tmd sozial schützlos geblieben, wenn nicht die Vertreter und Institutionen der national organisierten Jtidcnscitaff eingegriffen hätten. Von nationalen Juden wurde die Kinderaktion, eingerichtet, welche bis heute über J0 000 jüdische Kinder ins Ausland gebracht und vor Siechtum und Tod gerettet hat. Ein Institut für Krankcnfürsorgc wurde geschaffen, welches viele Tausende jüdischer Kranker versorgt. Dank der unermüdlichen Propaganda der jüdisehen nationalen Organisation und der Arbeit ihrer Gesinnungsgenossen in Amerika hat die Amerika- «1 i s c 11 e J11 <1 c u s c 11 a f t dem notleidenden jüdischen Wien, Kleider, Lebensmittel und Unterstützungen im Betrage von bereits weit über 100 Millionen Kronen zugewendet und ein ständiges Hilfswerk־ mit einem monatlichen Millkmeiibttdget eingerichtet, welches laut Urteil des Generaldirektors des amerikanischen Komitees, Dr. (io'dmnnu, ein Miistcrinstitut ist. Unter anderem wurde ein jüdisches Waisenhaus geschaffen, in welchem heute 400 jüdische Waisen beste leibliche Pflege und Erz'clmng genießen. Kurse für Handwerker, Werkstatten für jüdische Jünglinge und Mädchen sind eingerichtet worden, eine jüdische Leha’rbildungsanstalt, eilt iiiilisehes Realgymnasium, viele Kindergärten, Fach• kurse ttsw. Vom erst«! Moment an hat die jüdischnationale Organisation für den politi selten Sc hutz der sehwerhedrohtea Judeuschaft gesorgt. Sie sh nt durch ihre Vertreter hei der Friedenskonferenz in hat durch ihre Vertreter bei der Friedenskonferenz in also attcli der österreichisch«!, durch den Friedensvertrag garantiert wurde. Die jüdischnationalen Wiener Vertreter haben im Parlamente, im Gemeinderat »und in den Bezirksräten mit Erfolg gegen alle antisemitischco Manöver angekämpft. Sie haben unter anderem verhindert, daß jüdische Beamte entlassen, «laß die jüdi• scheu Hochschule!■ von der Universität verjagt wurden. In Stunden der höchsten Gef,dir hat die Wiener jüdischnationale Organisation die jüdische Schutz wache und den wehrhaften jüdischen Volkssdiutz eingerichtet, der aus jungen Lernten besteht, welche in nationalen Tum- und Sportvereine» zur Aufopferung für ihr Volk erzogen wurden, Die nationale Judcnsehaft erfüllt ttur ihre Pflicht, wenn sie in die bevorstehende Wahlaktion mit dem Bestreb«! eingreift, die Kuitusgemeinde im Sinne ihres Programms tnnzuformen. Der Wählerschaft wird in frei zugänglichen Versammlungen, in welchen Redefreiheit unbedingt gewahrt bleiben wird, und durch Lektüre aufklärender Schriften Gelegenheit gegeben werden, stell init dem nationaljüdischcn Programm vertraut zu machen. Unter dem Titel der ״Nichtjüdischnationalcft Parteien" haben sich Leute zusainmcngeschtossen, Welche, ohne sich jemals Verdienste um das Judentum erworben zu haben, lediglich um Mandate kämpfen tmd sich hierbei unsauberer Mittel bedienen. Sie halten geschlossene Versammlungen ab, in welchen Gegner nicht zu Worte kommet! können, und verleumden dort die nationale Judeuschaft und ihre Vertreter. Sie wiederholen immer und immer wieder die Lüge, daß die Nationaljuden zusammen mit den christüdisozialcti und deutschnatioaalen Antisemiten an der Preisgabe der Gleiehberechtigttng der Juden arbeiten, daß sie die Juden nach antisemitischem Muster in einen Zvvangskatnster pressen wollen und daß die Cliristlichsoziaien bereit» einen Verfassung*entwarf ausgearbeitet haben, rn welchem mit Beziehung auf die Anträge des jüdisclinatioiialen Abgeordneten die luden unter ein Sonderrecht gestellt werden. Daß die Anerkennung der jüdischen Nationalität auf Grund des freien Bekenntnisse», also oluie Zwang für den einzelne״ Juden, eine Sicherung Und nicht e:ne Beeinträchtigung der Gleichberechtigung der Juden bedeutet, beweisen die Verhältnisse in der Tscliccho- Slowakei. Dort hat der aus dem Ritualmordprozeß Ht.sncr und seiner ganzen politischen Tätigkeit aU treuester Freund der Juden bekannte Präsident M a »a - 7ז ®c Forderungen der Jüdiscluiationalen zu seinen etgciien gemacht und. über sein Sendschreiben hat die I rager Nationalversammlung die Anerkennung der jüdische« Nationalität auf Grund des freien Bekenntnisses beschlossen. Den Juden der Tscheche-Slowakei geht es seither wahrlich weder poktisch «loch sozial noch wirtschaftlich schlechter, un Gegenteil, sie sind seitdem ein gewaltiger Faktor tm politisch«! Leben geworden Ebenso e r löge n ist die Behauptung bezüglich de» cliristlichsoziaien Verfassungsentwurfcs. Der christlich• soziale Staatssekretär für Verfasstatgsangetegenheiten D Mavr hat ekien Entwutf ausgearbeitet, in dessen erstvm Satze ausgesproct1«1 ist, daß alle St.vitsburger, Männer utid Frauen, ohne Rücksicht auf Nation, und Religio!» im Bundesstaat Oesterreich 1-olle Gleichberechtigung ,rf. «ließen. Und nicht aus Liebe zu den Juden, sondern untei dem Zwange, den die jüdisclmatiortaie Politik ,,c. scltalfai hat, mußte der christlichsoziale I».»J!t!kcr Äl ha*ule! 11, weil die Jiidisclinabonalen durch ihre Wrtrvter bei der Friedenskonferenz in Paris dtrrchgeseut hah«, daß die Gleichberechtigung jedes einzelnen Juden u«j der jüdisch«! Nationalität itn österreichischen Fried«,, vertrag .gesichert wurde. Die Geheim Versammlungen uitd die verlogenen Flug schrift«! dienen noch dazu, den Wiener Oberrabbinertn unerhörter Weise zu verleumden. Den Mann, der m der kurze« Zeit seiner Wirksamkeit fürs jüdisctie W!«» Uehem1«1schHches geleistet, der durch Wort und Schält die amerikanische, englische, hoHändische, schweizerische und italicuisclie judeuschaft für da» n*rt leid ende Wien gewonnen hat. den Schöpfer des großen jüdisch«! Schulwerkes. Dieser lauterste und selbstlose Mensel! wird voc» Personen niedrigster Denkart und bar jede» Verdientstes ums Judentum feig und sclvunlas unter Au» schhiß der Oeffentlichkeit besudelt Deutschnationale Flegelei Am 27 d. M. erfolgte ein schwerer Zusammen stoß der deutschnationalen Studentenschaft mit den jüdischnationalen auf der Wiener Universität!>!!׳ deutschnationaieu Studenten zogen um 0 Ditr nu! Stöcken bewaffnet in die einzelnen Räume der l'm versität und veranlaßten alle Studenten, welche nicht I)e 111 s c 11 - A r j e r sind, den akademixhen Boden zu verlassen. l>a sich einige jüdischnationale Studenten weigerten, die Universität zu verlassen, kam es zn Sdtlägereien, wobei es auf beiden Seiten Ver letzungen gqb. Die Deutschnationalen zogen dann auf die Rampe und blockierten die Eingänge. Gegen 1 J lihr wurde von der Polizei die Rampe geräumt und die Deutschnationalen zogen ab. Sic zogen int gescltloswneu Zuge in die Währinget Straße und sangen ’״Deutschland, Deutschland über alles“. Sie wurden aus den Fenstern vom Publikum mit llcilrufcn begrüßt E* ertönten auch Rufe. ״Hoch Kapp und Lüttwitz“, die jedoch schnell unterdrückt wurden. Gestern schon hatten deutsdmationaic Studenten <110 jüdische ״Mensa academica“ in der Alscr Straße überfallen und dort die Fensterscheiben und das Mobiliar zertrümmert Es heißt, daß die Amerikaner wegen dieser Vorfälle eine Anfrage an die Regierung gerichtet haben Infolge dieser Vorfälle wurde die Universität bis auf weiteres geschlossen. Auch die Vorlesungen an den medizinischen Instituten sind suspendiert worden , Aus vorstehendem Bericht geht hervor, daß die deutschnationalen Saufbruder durch die Erfahrungen der Geschichte nicht klüger geworden sind. Sie konrpromutieren das arnte Oesterreich, das jetzt dringend eine Festigung seiner internationalen Position nötig hätte, und beweisen den kulturellen Tiefstand derjenigen Schicht, die die geistige Fuhrerrolle im Volke spielen sollte. Zweifellos werden die Vorfälle pohtische Folgen haben Ungar□ Judenverfolgung in Kecskemet Am vorletzten Peßachtage wurden plötzlich di• m der 1 >u1gchu«g von Kecskemet gelegenen Dörlei v:m dem berüchtigte« Offiziersdetachemcut Hejjas besetzt und die .j ti d i s c 11 e n B e w o 1111 e r von 12 s d k, F'üöfi Ikiiläs OrgovAtiv, Kisk־untm;!jsa und der übrigen Ort schäfte« erhielten den Befehl, binnen 48 Stunden ihren Wohnort i tt den betreffenden D < r - fern zu verlassen. Jeder Jude, der nach Ablauf dieser Frist von der Offiziersbrachialgewalt in der« ITorfgcmciaden angetroffe» werde, wurde unbarmherzig liingerichtet werden, Sofort, nachdem der Befehl mittels Tronunelscltlages in den Straßen der Dörfer verkündet wortlai war, schritten die Offizicrskoücgen de» Ivan Hejjas. des Busenfreundes von Horth.v, an die blutige Arbeit. ln der Gemeinde 1/säk wurden sämtliche Juden des Dorfes, Männer tmd Frauen, auf einen Piatz zusammcngetriebeii, 111 brutalster Weise m i ß h a 11 - delt und mit Stocksclilägeti traktiert. Mit Gewehr kolbe« wurde auf die Unglücklichen eingehauen Dem einen wurde die Barschaft von 40 000 Kronen gerauW und auch die übrigen wurden ausgeplümlert. Zum Schlüsse wurde« die Juden aus dem Dorfe hinauv.rpeitscht. Auch in Fülöpßäiläs gibt cs keinen Juden nteht. sic mußte« bis spätestens Donnerstag nachts 12 Fl" das Dorf verlass«) haben. Frau David Groß, ein« Greisin von 88 Jahren, wurde von ihrem Saline, dem Fleischhauer Groß, aus dem Krankenbett gehoben, da maei selbst diese hilflose Greisin trotz Flehens ihre* Solmes nicht länger im tTorfe dulden wollte, *$tn Dorfrand« wurde diese Menschenruinc in den Annen ihres Sohnes von einem Offizier des Detachement» m bestialischer Weise init dcu Füllen gestoßen, Me gewagt hatte, nach der anbeiatunten Frist tüc Luft der kentiiiagyarischen Gemeinde mit ihrem i ü cf i s c I! 0 n Gestank« zu verpesten•‘, ln der Gemeinde Kiskunmaisa wurden die Juden am letzten Iteßachfa.r« aus der Syuagx^e getrieben. Die Prönay- und Hejjas- Offiziere heßet die Männer tznd Frauen tt! Reßien aufstell«». Den Stärkeren wurde ein Knüppel in die Hand gegeben und an nie die Aufforderung gerichtet, auf die sclrwacheren Judcm mit voller Kraft toszusdrlafteivt Schling euer nicht aue voller Kraft ׳zu, wurde der Knüppel dem urgpriktglichai Opfer in die Hand gedrückt.

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