Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 26 (23.4.1920)
- Date
- 1920-04-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 196 jUEDtSCHC RUNDSCHAU Nr 26 3 | ldi sdiiicßc mit dem herzlichsten Dank an alle, die dazu beigetragen haben, mir meinen Aufenthalt m Palästina zu einem so außerordentlich angenehmen zu gestalten, ich bin in allen Schichten der Bevölkerung mir Oute und Höflichkeit begegnet und dadurch war . es mir möglich, mit allen Teilen des Landes, wohin ich kam, Fühlung zu nehmen. Abschieds?c?er für Herbert Samuel ״H aarcz" vom 29. März berichtet über eine Ab• schjedsfeier, die die Jüdische Gemeinde von Jerusalem zu Clircn FJerbcrt Samuels veranstaltet hatte. Dr. Weiz• mann, Ussischkin und alle Mitglieder der Zionist Commissiou waren anwesend. Herr David Y eil in, Präsident des Jerusalemer Waad, leitete die Versammlung und hielt eine sehr herzliehe Ansprache. In seiner'Antwort sagte Herbert Samuel, daß er bedauere, noch nicht hebräisch reden zu körnten; wenn er auch während seines Aufenthaltes im Lande nicht Zeit gefunden habe, hebräisch sprechet! zu erlernen, so habe er cs doch ermöglicht, die hebräische Grammatik zu' studieren. Aber er wolle das Studium der hebräischen Sprache fortsetzen, und er hoffe, daß er bei seinem zweiten Besuch in Palästina schon hebräisch sprechen könne. Er sei besonders überrascht von den Fortschritten des Erziclumgswcscns im ganzen Land, der Arbeit in den Schulen und den Abendkursen, die überall cingerichtet worden sind, selbst in einer so kleinen Kolonie wie Machanaim. Er bewundere das Pulsieren des Lebens, das überall zu beobachten sei. Er kehre als eifrigerer׳ Anhänger des Zionismus nach Eng- }and zurück als vorher. Er sei sicher, daß die Arbeit Früchte tragen werde. Er freue sich über die Auf- «ahme, die ihm von General Allenby und den Behörden zuteil wurde. Während seines ganzen Aufenthaltes habe er alle nötigen Informationen erhalten und er habe in Ueberciiistimmung mit der Verwaltung gearbeitet. I >ie a r a b i s c!1 e Bewegung sei, wie Dr. . Weizmann richtig gesagt habe, sowohl für uns wie für tlie Regierung eine Sache, mit der man rechnen müsse. \her unser Ideal werde nicht unwirksam werden, was immer auch die Folgen des Kongresses von Damaskus seht mögen. Herr Yellin sprach über den Frieden in Palästina. Ith habe mein Möglichstes getan, tun den Frieden unter allen Parteien zu befestigen. Die Stärke der Gemeinschaft hängt von dem Malle der Einigkeit unter .dien Landesbewohnern ab: Juden und Nichtjudcn. Es ist wesentlich, ־auf die Mitwirkung der Araber rechnen zu können und nichts wird uns in nächster Zeit mehr beschäftigen, als den Arabern zu zeigen, daß wir den j ehrlichen Wunsch haben, mit ihnen zusammen zu arbeiten, ldi freue mich, daß ich ein so gutes Einvernehmen in den Kolonien beobachten konnte. Als ich in Rosh Pinali war, kanten zwölf Sdiciks aus den benachbarten Dörfern zu mir, um mir ihren Unwillen übfr die Opposition gegen den Zionismus zinn Airsdruck zu bringen. Sie versicherten, daß sie die jüdische Immigration in das Land wünschten. Vertreter der Drusen und Maroniten drückten sich in ähnlicher Weise aus. Idt freue midi audi, *nitteilen zu können, daß ich ein Telegramm vom Bürgermcistcr in •Haifa erhielt, in dem er sein Bedauern ausdrücktc, daß er nicht in der Stadt war, als ich da w׳ar, so daß er mir nicht seine Sympathie für die Juden zum Ausdruck bringen konnte. Aus all diesem schließe ich, daß die ganze Gegnersdiaft von Dunkelmännern ins Werk gesetzt war. idi habe audi eine Einladung vom Emir F a i 9 u 1 erhalten, ihn zu bcsudien, aber ich war zu meinem Bedauern nidit m der Lage, ihr nachzukommen. Zum Schluß sagte Mr. Samuel, er wisse, die Ungewißheit drücke schwer. Es sei sdiwerer, zu warten al« vorwärts zu gehen, aber nichtsdestoweniger sei man aufs Warten vorbereitet. Er hoffe, die Verleihung des Mandats werde nidit nufgeschoben werden, aber ob cs nun früher oder später cintreffe, unser schöner Traum wird sich erfüllen. / __ Die antizionistische Deklaration des syrischen Kongresses Pie Deklaration, durch weiche der Kongreß von Damaskus — genannt allgemeiner syrischer Kongreß — am 7. Marz den Emir Faisul zum König von Syrien proklamiert hat, enthält folgenden Passus über den Zionismus und Paliistiita. ״Heule haben wir als wirkliche Vertreter des arabiidicn Volkes in allen Teilen Syriens, indem wir in seinem Namen sprechen und seinen Willen kundtun, einstimmig die Unabhängigkeit unseres Landes — Syrien ־־ erklärt in seinen natürlidicn Grenzen, Palästina inbegriffen. Wir wei sen die zionistischen Ansprüche zurück, aus Palästina eine nationale Heimstätte für die Juudcn oder einen Immigrationsort für sic zu madicn.“ ״The Ncar East“ bringt einen Beridit aus Beirut über dne Versammlung des Verwaltungsrates der Libanon- Regierung, die am 22. März stattfand, tun der National• Versammlung eine Unabhängigkcitserklärung des Libanon ״mit Hilfe Fran kreidig“ vorzulegen und gegen die Ausrufung des Emir Faisul zum König von ganz Syrien zu protestieren. Es wurde eine Botschaft von Millerand verlesen. Die Libanon Deputation in Paris habe gegen ״aie Komödie“ protestiert, die in Damaskus inszeniert worden ist, und die ״versucht den Libanon in die Zone «er A•p*rattonen des Emir Faisul einzubeziehen“. Die Entwürfe für die;Gesamtorganisatlon des deutschen Judentums Durch die nach der Revolution erfolgte Umgestaltung der rechtlitlien Stellung der Ueligionsgeseltsdiaflcn ist das deutsche Judentum gezwungen worden, seinen organisatorisdicn Neuaufbau vo! zubereiten, Aber nicht nur dieser äußere Grund nötigt es dazu. Mehr als je ist Bestand und Einheit dc9 deutschen Judentums bedroht, bedroht durch die seelischen und Wirtschaftliehen Umwälzungen, welche die revolutionierende» Ercignisse der letzten Zeit mit sich gebracht haben. Die Austrittsbcwcgung wächst, teils unter dem Einfluß der parallellaufenden Strömungen in der evangelischen Kirche, teils unter dem Druck des Antisemitismus. I>te wirtschaftüehen Anforderungen au die Gemeinden werden von Tag zu Tag größer; die kleinen Gemeinden können kaum noch die primitivsten religiösen Bedürfnisse ihrer Mitglieder befriedigen, selbst die Großgomeindcii halten nur noch mit Mühe ihren Etat aufrecht. Es gibt keine allgemein anerkannte Instanz, die als repräsentative Stelle die Forderungen der deutsetven Juden bei den immer neu auftauchenden Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber den Behörden vertritt, die dem Antisemitismus als offizielle Vertretung des deutschen Judentums entgegentritt, die das zersplitterte deutsche Judentum fiir gemeinsame Arbeiten zusammenfaßt, keine Oberinstanz, die dem deutschen Judentum den ihm gebührenden Einfluß bei den bevorstehenden gewaltigen Aufgaben der Weltjmieniieit z. B. bei der Leitung der Emigrationsbewegung, sichert. In Erkenntnis der Notwendigkeit der organisatorischeu Zusammenfassung des deutschen Judentums hat die Zionistische Vereinigung für Deutschland bald nach der Revolution die Ausarbeitung eines Entwurfs einer Gesamtorganisation für die Juden im Deutschen Reich veranlaßt. Aber erst nacl! dem Zustandekommen der deutschen Reichsverfassung war es möglich, sich über die rechtliche» Grundlagen, auf denen die neue Organisutiou .aufgebaut werden konnte, klar zu werden. Daher wohl konnte die Z. V. f. D. erst vor einem Monat ihren Entwurf der Oeffentlichkcit übergeben. Etwa gleichzeitig veröffentlichte das ״Hamburger Israelitische Familicnhlatt“ einen ״Verfassungsentwurf für eine Uesnmtorganisation des deutschen Judentums“, welcher von Dr. Ismar Freund im Aufträge des [kutsch- Israelitischen Gcmeindebumks ausgearbeitet worden ist. Weint jetzt dasselbe Blatt in seinen! Leitartikel vom 18. März von einem ״Widerhall“ schreibt, den der Freiitidsclie Organisationsentwurf bei den Zionisten in der Veröffentlichung des zionistischen Entwurfs geftmdeii habe und so versucht, den Freundscheu Organisationsentwurf als den grundlegenden darzustellen, so ist das schon rein zeitlich unrichtig. Die Kommission, die den zionistischen Entwurf bearbeitete, hat, wie wir wissen, erst in einem Augenblick von dem Freundschcn Entwurf erfahren, als bereits die Einzelheiten ihres Entwurfs festst,mden. Aller auch sachlich ist unser Ent-! wurf in keiner Weise durch den Entwurf des D. J. G. B. beeüil'iiißt worden, insbesondere ist er auch nicht im bewußten Gegensatz zu ilun entstände». Er ist vielmehr lediglich in dem Bewußtsein fcrtiggestellt worden, daß es eitie Verpflichtung des deutschen Zionismus bedeute, au seinem Teile bei dieser wichtigen Aufgabe mitzuarbeiten und Bestimmungen festzulegen, unter denen allen Richtungen der deutschen Juden ermöglicht wird, am Leben des Judentums teilzunchmen. Vergleicht man die beiden nun vorliegenden Entwürfe, so fällt auf den ersten Blick ihre wesentliche Verschiedenheit auf, eine Verschiedenheit, die auf dem verschiedenen Geist beruht, in dem die beiden Organisationen au ihre Aufgabe herangegangen sind. Der Freundsclie Entwurf will den D. J.G, B. als öffentlich-rechtlichen Verband im Sinne der Reichsverfassting konstituieren. Mitglieder des D. J.G. B. sollen nunmehr nur noch Gemeinden sein. Als Organe des Blindes werden der Bundestag, der Rat und die Ausschüsse vorgcschlagcn. Ueber die Organisation der Gemeinden wird in dein ganzen Entwurf nichts gesagt, außer daß ihre Selbständigkeit in keiner Weise durcli den Bund berührt werden solle. Dies ist der grundlegende Unterschied des Entwurfs des D. J.G. B. und der Z, V. f. D Es ist charakteristisch, daß gerade in diesem Punkte der Freundsclie Entwurf, der bei der Zusammensetzung der Bitiidesorgaiie immerhin einige Koiizesskmu» an den demokratischen Zeitgeist macht, vollkommen vorsagt. Au der Organisation der Gemeinden soll nichts geändert worden. Das heißt nichts anderes, als daß weiterhin der Notabeingeist und die Notabelnwirtschaft in den einzelnen Gemeinden herrschend bleiben soll, daß es weiterhin im Belieben der jetzigen Gemeindegroßen stehen soll, ob sie den Gemciiulcmitgiicdcni ein gleiches oder ein Drciklasseinvalilsystem gewähren, ob sie die Ausländer entrechten oder gleichstellen wollen, ob sic durch ein Proportionahvahlrccht die Minoritäten berücksichtigen oder durch ein Wahlvcrfahreu mit absolider Stimmcntschcidung die Minderheit ausschaiten •wollen. Das heißt nichts anderes, als auch weiterhin das Vcrwaltmigsjudcntum herrschen und die Masse der Gemeindeniitglieder in alter Lethargie beharren zu lassen, das heißt, auch weiterhin erbitterte Kämpfe um demokratische Selbstverständlichkeiten, die überall — nur nicht in den jüdischen Gemeinden — verwirklicht sind zu verewige«!. Wir verlangen die volle Demokratie in allen öffentlichen Organisationen des deutschen Judentums, vor allem aber i«1 den einzelnen jüdischen Gemeinden. Ein demokratischer Genieindebttnd, bestellend aus uudemokratis'cli organisierten Gemeinden, dünkt uns nicht nur widerspruchsvoll, sondern auch wertlos. Es wird von der Leitung der Z. V. f. D. hoffentlich nicht 1m Zweifd gelassen werden, daß für uns die demokratische Gestaltung der Einzelgemcinden eine conditio sine qua non ist. Wir können uns nicht denken, daß j,e 11'aßgebenden Faktoren des deutschen Judentums die Zeichen der Zeit so verkennen und sich so ins!Unrecht setzen wollen, daß sie an dieser allem demokratischen Geist widersprechender! .Stellungnahme des Freundsehen Entwurfs das dringend notwendige Einigungswerk der deutschen Judcnlicit scheitern lassen wollen. Die Schwäche des Freundschcn Entwurf* hat wollt auch das ״Hamburger Israelitische FremdenblatF׳ gefühlt Es macht sieh aber die Verteidigung dieses Entwürfe sehr leicht. Es ineint, der Frcimdsche Entwurf wäre der demokratische und der zionistische der umleinokratische, weil -• ja, weil der zionistische Entwurf die Organisation der einzelnen Gemeinden und der Zwischcninstanzen Iris ins einzelne regele und so dm Eiii/clgcnieindeii das Recht der Selbstbestimmung!!;■ן demokratisch klingenden Phrasen ohne Rücksicht auf ihre besonderen Verhältnisse über ihren Kopf hirnu ׳ durch die Gesamtorganisation abnehme“. Und da scheinend diese gewagte Beweisführung auch für das ״Israelitische Eamüknblatt“ nicht überzeugend gern!׳• klingt, will es seine Leser mit dem Hinweis schreck!T daß diese Organisation der Einzelgemcinden auffallend״-.’ weise gerade ״den Rahmen der nationaljüdischen Volksgemeinde abgeben würde“. Es ist nicht schwer, den logischen Saltomorl.iU; des ״lhimbnrgcr Isrraeütiseheu Eamiliönblatts״ /!! widerlegen. Zunächst sei feslgesteltt, daß der zionistische Entwurf außer Bestimmungen über Steuerwcsen mul Beamtenrechte, welche jedes geordnete Gemeinwesen annchmen kann und muß, nur Vorschriften über Bildung und Zusammensetzung der Gcmcindcorgaiie enthält, Vorschriften, welche allerdings den sclbstverständliebsten Voraussetzungen der Demokraten entsprechen. In materieller Hinsicht soll die Einzelgcmeüuli• keinerlei Beschränkungen in den Angelegenheiten, die ihre« ücmcindebercicli betreffen, unterworfen sein; mv soll also weitgehendstes Selbstbestimmungsrecht Iwhalten, — Im übrigen wird vielleicht ein Analogon das Hamburger Israelitische Fämihcnblatt“ von der Unrichtigkeit seiner Beweisführung und von ymserer den;,׳- kratische«! Gesinnung überzeugen. Die neue dcutsme Reichsverfassung stellt wohl mit Recht in dem Rufe, den Gedanken der formalen Demokratie in Vorbildliebem Maße zu verwirklichen. Es ist bekannt, dal! dieselbe demokratische Gesinnung, aus der die Reich-- Verfassung entstanden ist, heute den Gemeinden umgehende Selbstbestimmung zugewiesen hat. Und dennoch ist in der Reichsverfassung eine Bestimmung atigcnommen worden, wonach in den Gemeinden die (1eiiicindcvcrtreuingcn nach einem demokratischen Wahlrcciit zu wählen sind. War das nun demokratisch oder undcmokratiscii gedacht? ־— Die Ansicht des Hamlnirger Blattes, daß die Durchführung der demokratischen Prinzipien in der Organisation der Gemeinden deren Selbstbestimmungsrecht verletze, beruht auf der tmberechtigte*! Gleichsctzung der Interessen der jetzigen Geineindcgewaltigcu mit denen der Gemeinde selbst. . Wir vertreten die Interessen der Gcsamtgemeinde. wenn wir es verhindern wollen, daß, wie bisher, in vielen Gemeinden durcli irgendwelche Mittelchen eine Minderheit regiert und die Mehrheit ausschaltet oder daß eine .\UI1rheit die Minderheit an jeder Teilnahme am Gemeindeleben 'hindert. Es ist nicht wahr, daß war dabei nur die Interessen einer zukünftigen ״nationaljüdischen Volksgemeinde“ im Auge haben. In dem zionistischen Entwurf ist nicht eine einzige Bestimmung enthalten, die nicht jeder deutsche Jude unterschreiben könule, vorausgesetzt, daß er ernstlich gewällt ist, dem deutschen Judentum einen demokratischen Aufbau zu geben. Wir vertreten in diesem Entwurf die Forderungen der demokratisch und gerecht Empfindenden in allen Lagen des deutschen Judentums und hoffen dabei auf ihre Unterstützung gegen die unzulänglichen Vorschläge des D. J. G. B. Noch mannigfache Ausstellungen sind an dem Freundschen Entwurf zu machen. Nach wie vor halten wir es für rechtlich zweifelhaft, ob der D. J. G. B. als öffentlich-rechtlicher Verband im Sinuc des Art, 137 R. V. neu konstituiert werden kann. Bemerkenswert erscheint uns ferner an dem Freundsehen Entwurf die dort vorgeschlagene Zusammensetzung der Organe des Gesa»1tb1u1des. Hier hat Dr. Freund einige demokratische Konzessionen gemacht. Der Bundestag soll aus allgemeinen, gleichen, unmittelbaren 1i:h1 geheimen Wahlen hervorgehen; er entspricht dem ״Rcichsgcmeindctag“ in dem zionistischen Entwurf. Wir vermissen in dem Freundsch.cn Vorschlag das Proportionalwahlrecht, das wir für ein unbedingtes Erfordernis halten; da es allein die Berücksichtigung der Minderheiten crmögHclit. Ebenso bestehen ׳Bedenken, Gemeinden von 2000 Seelen als Grundlage der Wahlbezirke anzuschcu. Wahlbezirke von so geringem Umfang verführen zu leicht zur Wahlkrcisgeomctrie. Uebrigcns!würde das Wahlrecht zum Bundestag kein allgemeines »ein. § 9 des Freundsehen Entwurfs bestimmt, daß der Bundestag aus Ahgtordneten, welche von den Mitgliedern der Biituh'•• gemeinden gewählt worden, -bestellen soll. Wer aller Alitglicd der Gemeinde ist, soll ja jede Einzclgemeimle selbst bestimmen. Es!wird also Gemeinden geben, hei denen Ausländer zum •Bundestag wählen können, bei anderen werden sie!vom Wahlrecht femgehalten w erden, in einem Teil der Gemeinden wird man vom Zcn-u$ abschen, in dem andern Teil wird man diejenigen ausschließen, die nach Ansicht der Gcmcindeherrcn nicht genug verdienen. Das gäbe eine buntscheckige Karte de! verschiedenen Wahlberechtigungen zuin Bundestag! Schobt aus diesem Grund ist das Prinzip der ,.Nichteiiimischung“ in den organisatorische!! Aufbau der Eiii/eigemeinden eine Unmöglichkeit. Neben den Bundestag, das Parlament der deutsche» Juden will Freund aber noch den ״Rat“ setzen, der aus Vertreter« der Gemeinden und der judiseli-wissc«• schaftlichen Anstalten bestellen soll und in dem au!’׳«• dem vom Bundestag 13 Rabbiner und einige ainUn Mitglieder, soweit die;Zahl 45 noch nicht erreicht 1-U gewählt werden sollen. Wir können die Notwendigkeit dieses Rats nicht einsdien. Er stellt das retardierende Moment des Notabclncinflusscs gegenüber dem demokratischcn Prinzip des Bundestages dar Mit der dem.׳- kratische«! Organisierung der .Einzelgemcinden fällt auch seine Existenzberechtigung fort. In einem weiteren wichtigen Punkte bestehen schwerste Bedenken gegen den Freundschen Entwurf, in ״״״ -Mclmij׳ zur religiösen Gewissensfreiheit. Du til i,! ^atu‘crt,■1'י ch hierbei im § f> die Selbständigu״‘״hrLJ?eT,l1enJ:,n F.raßcn des Kultus und glaubt durch die Bildung von gesonderten Ausfrl\Usfct> 11 r. Kultus und Unterricht beim Bund (§?5) aaiAMpn.ehea der gesetzestreuen Minderheit Genüge •taben. •Welche praktische Geltung sollten uwSe 1 bei einem Zentralorgan haben, ״״ÜL: rl״cr c‘ ^,^'fkungstnöglichkeit auf die Einzel- |.^mff5'dc« zugestanden wird? •Der Brennpunkt in diesen 1 ״ß1״« die Kon fliktsmöglichkeit, Jiegt doch gerade in f (I -d d K ß t i t 1 i 1 ( a I - I; < d d 11 u v k fi K s t d z; li k d R< in K1 d< ai '111 zu da zu W ka in 11t Bl ag tlzw Ni W fei na ha au mi K'C ge Hi ״V da da vo Ah . wil ' vor Ul , in wc , tun j tan 1 Lis 1 (10( ich ein! her tau dur als El: l>r. Wi, Bei! ■