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Jüdische Rundschau · 1920-04-13 · Heft 23 (13.4.1920) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 23 (13.4.1920)
Date
1920-04-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 16S JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 23 Weltkonferenz Ii&150ei=f־il£iza1t•'— Zei’re-Zion Die Eröffnungssitzung Am Donnerst,1g, den 23. Marz wurde im Marmor, saal der Lu/erna die Prager Weltkonfercnz der vorsdiiedenen Organisationen des Hapoel-Hazair und Zei'rc• Zion eröffnet. Anwesend waren die Delegierten der Landesverbände in Palästina, Polen, Litauen, Deutsch- »and, Oesterreich. Tsclicclioslowakci usw. sowie etwa 300 Gäste aus Prag und dem Ausland. Die Sitzung wurde namens des einberufciieii Komitces von Josef Sprinzak (Palästina) mit einer hebräischen Ansprache eröffnet. Er führte etwa folgendes aus: Nicht, wie wir gehofft haben, in unserem eigenen Lande, sondern in der Hauptstadt eines neu erstandenen Staates treten wir zusammen, den wir mit Sympathie und Dank für die Gastfreundschaft herzlich begrüben. Unsere Konferenz ist das Resultat einer langen Ent- Wicklung. In unserem Lande ist die Erkenntnis in 1u18 gereift, erkannten wir den Weg der innerlichen Betreiung und sahen die Notwendigkeit der Ansiedlung grober arbeitender Massen für die Renaissance des Volkes und des Landes. Diese Erkenntnis erwuchs auch in den Zentren des Gaiuth. Die Zeire-Ziosi sahen, daß ihr Weg aus den Miihsalen und Verfolgungen unser Weg sei. Und auch dort we> zwar keine jüdischen Massen, wohl aber eine zahlreiche jüdische Intelligenz lebt, wurde der Weg des llapocMlazair als der richtige erkannt. Aus diesen drei Strömungen eine große Bewegung zu schaffen, deren Ziel die Befreiung des Volkes ist, das ist der Zweck unserer Konferenz. Den Zionismus durch die Arbeit zu verwirklichen, dies ist unser Weg. Friedlich wollen wir ihn verfolgen, wenn es aber nicht anders geht, so werden wir ihn uns auch kämpfend zu bahnen wissen. Dieser Weg führt in das Land, wo unser Volk sich aus einer moralischen Erniedrigung befreien soll. Dort wollen wir eine Ge- Seilschaft schaffen, in der es keine Ausbeuter und Ausgebeutete geben wird, gleichberechtigt sollen alle Glieder der Gesellschaft sein. Die alte Gesellschaft wollen wir zerbrechen und unserer Hände Arbeit wird das neue •Gemeinwesen schaffen. Einige sind diesen Weg schon gegangen, einige, die verstanden hatten, daß eine Idee wie die unsere Opfer fordert. Unsere Genossen in unserem Lande haben unsägliche Opfer gebradit. Wir gedenken der Chawerim, welche ihre Liebe zum Volk und zum Land mit ihrem Tode bezeugt haben. Wir gedenken besonders der Cliawerim die in den letzten Kämpfen in Galiläa gefallen sind. Trotz der Tausende von Opfern in der Ukraine und in Polen werden sich tausende junger Juden finden, welche unserem Rufe folgen werden und mit uns den Weg gehen werden in das Land. Die Aufgabe dieser Konferenz sollte sein, diesen Weg zu erleichtern und unsere Arbeit im Lande und im Gaiuth vorzubercitcn. Solange es dort im Gaiuth jüdisches Leben gibt, müssen wir es verteidigen. Aus dem innersten Herzen des Volkes ist unsere Bewegung erwachsen, sie glaubt an das Volk und an sein Leben. Durch die Arbeit und ein redliches schöpferisches Leben will sic unser Volk befreien. Ich wünsche unserer Tagung Glück und hoffe, tlaß sie unserer gesamten Jugend im Osten, im Westen und überall in der Welt die Erlösung bringen wird aus Verfall und Verzweiflung. Eine Rede Gordons. Hierauf ergreift das Wort der greise palästinensisebe Arbeiter Chawer A. D. Ciordon: Ich komme, um zu Euch über unsere gemeinsamen Aufgaben zu sprechen. Wir sind vom Volke geschickt, um das Volk zu vereinigen, das Volk, das nicht von der Gnade der anderen leben, sondern das sein Land zu ganz neuem Leben erwecken will, um dort selbst ein neues Leben zu begründen. Der Krieg hat gezeigt, daß es menschliche Beziehungen vielleicht zwischen den Mensehen, aber nicht zwischen den Völkern gibt. Alles war erlaubt, jede Schandtat wurde verübt, Wir aber, die wir so viel gelitten haben, seitdem wir Fremdlinge! waren in Mizraim. wir fühlen doppelt, was nottut. Ich weiß nicht, ob cs mir gelingen wird, Euch zu sagen, ,was wir wollen, denn Worte können nicht alles nusdrückcn. Wir haben die Zeit vergessen, in der unser Volk ein wirkliches Leben führte und wissen nur von der Zeit der Zerstreuung. Wir kennen kein anderes Leben als das von Parasiten, denn wir haben keinen Boden unter unseren Füßen, und nicht mir in Taten, sondern audv in Gedanken und Worten sind wir Parasiten. Hier in Prag, inmitten des tschechischen Volkes, sollten wir fühlen, was cs heißt, wenn ein Volk lebt und Hoffnung auf Leben hegt. Wir sind nicht Glieder der Menschheit wie die Tschechen oder die Montcncgriner, denn, jene haben Boden unter ihren Füßen und!eben von ihrer eigenen Arbeit, wir aber sind Parasiten, sind ein Nidits. Unsere gemeinsame Aufabe aber ist es, einen Ort zu finden, wo wir leben önnen. Man sagt, Erez Israel kann nidit das ganze V״lk mifndiincn. Ich verstehe davon nidits, ich bin kein Itolitiker. Aber nehmt irgend ein Volk, das nicht nur in seinem Lande lebt, sondern auch an anderen Orten Teile seines Körpers leben hat. Diese Völker haben doch einen gesunden Kern, der sie davor schützt, ein Volk von Parasiten zu sein. Wenn auch nur ein Teil Von uns in Palästina verwurzelt wäre, so könnte auch unser ganzes Volk gesunden. Es ist nicht genug, daß wir das Land kaufen, mit Geld kann man ein Land nicht erwerben. Nur die Arbeit kann es zu unserem Lande machen, und . solange das Land nicht durch unsere Arbeit zu dem unsrigen gemacht worden ist, gibt es kein nationales Leben. Wenn wir auf diese Weise das Land erworben hätten. 80 würden wir auch cLa anderes Verhältnis zu den Arabern haben, denn mit Recht sagen jene, daß das Land nicht uns gehört, solange ihre Sonne es bearbeiten. Die ersten schwachen Gruppen jüdischer Arbeiter waren es, die uns ein Recht auf das Land erworben haben. Dies ist «kr Gedanke der Arbeit, der uns leitet 1und es ist ein tiefer Gedanke der zu tiefen Folgerungen führt In der ganzen Welt gibt es einen Kampf zwischen Arbeit und Kapital; bei uns gibt es einen viel tieferen Kampf, «kn schomungs- *o»en Krieg zwischen schöpferischer Ar• beit und parasitärem Leben. Nicht nur in Erez Israel, sondern auch im' Gaiuth müssen wir uns selbst alle umwände]!!, damit ein neues, arbeitendes Volk entstellt, jeder muß dafür sorgen, daß er nicht als Parasit leim, sondern ein produktives Leben führe. Audi im Gaiuth müssen wir das Volk umwandeln, damit cs aus dem Parasiteil zum Schaffenden wird. Ich fürchte nicht, daß dann das Volk im Gaiuth bleiben wird. Zwischen den Arbeitenden gibt es immer Vcrstäiidnis und dies Verständnis führt nach Erez Israel, Das Volk wird mit Erez Israel verbunden bleiben, auch wenn es über die Erde verstreut ist und auch mit den anderen Völkern werden wir uns besser verstehen, wenn wir ein individuelles Leben führen; wenn wir keine Parasiten melir sind, dann können wir wieder Segen bringen. Nicht im Wesenlosen, sondern in dem Geiste, der aus der Erde hcrauswäclist, müssen wir leben. Wie im Christcntumc und im Islam nitiß auch in uns wieder eine Kraft lebendig werden, die aus dem Boden strömt. Wir haben ein neues Volk zu schaffen, das wieder menschlich lebt, dessen Menschen neue Mensdten sind, erfüllt von einem neuen Weltgcfühl. Ein Mensch — Volk! (״Am-Adam“). Wenn Ihr dies versteht und diesen Zustand ändert, dann werden wir in unserem Lande leben können und werden uns es erwerben, nicht durch die Gnade der Völker, sondern durch uns selbst. Begrüßungen. Hierauf begrüßt Herr Norbert Adler die Konferenz im Natnen des Zionistischen Zentralkomitees der tschechoslowakischen Republik, Herr Professor Freud im Namen des Zionistischen Distriktskomitees für Böhmen, Dr. Singer im Namen des Jüdischen. Nationalrates des tschechoslowakischen Staates. Hierauf werden verschiedene eingegangene Begriißmigstelegrainme verlesen: Aus Palästina: ״Wünschen Konferenz eine fruchtbringende Arbeit beim Aufbau des arbeitenden Flügels des Zionismus. Hapoel-rlazai'r in Jerusalem, Moza, Dild, Hebron, Cltukla, Kfaruria." Von U s s i s cli k i n kam folgendes Telegramm: ״Begrüße Eure Konferenz. Möge das Zusammentreffen der Hapoel-Hazair-Piomere unseres Landes mit den Zcire-Zion-Pioniercn der Diaspora die neuen Kräfte hervorbringen, die für unser Werk in diesem wichtigen historischen Augenblick von so großer Bedeufung sind. Unsere Zukunft hängt ab von dem gegenseitigen Verständnis der Leiter der zionistischen Organisation und den Kräften der neuen Generation. Land, Freiheit, Arbeit, Kultur muß liniere Losung sein Schalom Beraclin für alle. Ussisclikin.“ Ferner Begrüßungen einer neuen Hapoel-Haza'fr- Gruppe in Amerika, der, Zei're-Zion in Brüssel, des Jüdisdien Nationalrates für Ostgalizien, der Jungzionisten in Zagreb, sowie «los Verbandes in Jugoslawien, der Hapoel-Hazair-Gruppc in Bendzina, einer Gruppe von 105 Chaluzim, die unterwegs nach Palästina sind, von Siegfried Uernfeld, Salzburg u. a. Weitere Ansprachen. Namens des Vorbereitenden Komitees dankt alsdann Erwin Arnstein den Behörden und der Regierung für die freundliche Unterstützung bei der Vcranstaltung der Konferenz in Prag und entwickelt sodann in tschechischer Rede die Grundgedanken der jungzionistischen Bewegung. Namens Zeirc-Zion hält hierauf Elieser Kaplan eine jüdische Ansprache. Er schildert die Entwicklung, die in den ostjüdischen Massen vor sich gegangen ist. Die Massen sind in Bewegung geraten und der entsetzlidic Krieg hat ihnen «Jen Weg von der völligen Passivität zu einer aktiven Politik gewiesen. Die Lage der ostjüdischen arbeitenden Massen ist die entsetzlichste auf der ganzen Welt. Heute wissen sie daß ihre nationale und soziale Befreiung nur durch eine gewaltige innere Umwälzung erreicht werden kann, die in Palästina mündet. Dr. Robert Welt sch kennzeiebnete den Weg, den die westjüdische Jugend zum Jungzionismus gegangen ist. Der Zionismus kann nicht verwirkiidit werden, indem man die europäische Gesellschaft nach Palästina überführt. Die ganze Struktur des jüdischen Lebens muß Vom Grund auf geändert werden. Unsere Chawerim ln Erez Israel haben den Anfang gemacht und ihr Verdienst ist cs, wenn ein Teil Palästinas schon heute jüdisch genannt werden kann. Wir wollen, daß in diesem Sinne weiter gebaut wird und werden cs unter keinen Umständen dulden, daß der Zionismus nichts bedeuten soll, als eine geographische Acnderung. Der Gcxlanke der Arbeit ist für uns von integraler Bedeutung vom nationalen, vom sozialen und vom menschlichen Standpunkt. Darum ist es für uns von größter Bedeutung, daß sich die Strömungen der jüdischen Jugend in Ost und West mit «1er palästinensischen Arbeiterschaft die Hände reichen. Wir hoffen, daß wir jetzt die Kraft bekommen, überall in Palästina und im Gaiuth unsere Ideen zu verwirklichen. Von dieser Konferenz wird eine Bewegung ausgehen, die das ganze Volk ergreift und es auf den Weg drängen wird, der aus einer Auflösung und Zersplitterung ohne gleichen zu seiner Wiedergeburt führt. Hierauf wird die Konferenz von Sprinzak für eröffnet erklärt und die Sitzung geschlossen, Präsenz-Liste. Organisationskomitee (London): Sprinzak Josef, Kaplan Elieser, Dr. Hugo Bergmann. Palästina: LcwinSon, Bloch Israel, Oordon A. D., Joffe'Elieser, Rabinowicz Jakob, Twen■ k. Nahum, Jehuda Zwi, Fischmann Adda. Polen: (Zeire-Zion) Mereminsky Israel Schweiger Jizchak, Rawicz, Schwalbe Natan. (HapoeJ-Hazair): Eiges Jehuda, Grawitzky Abraham, Gra witzky Josef, Kleinmann Abraham, Gordon Mosche, Dr. Menasche Otto. (Chaluz): Rusczuk Jakob, Fronkin S. L., Z a j c z i k. Litauen: KJronitz, Rosenson, Syrkin Elieser. /; [! Deutschland: Samuel Rudolf, Strauß Ludwig Lowenthal Alwin, Arlosor.oft Viktor. ArloT soroff Gerda, Reichert Israel Robert, Dr. B u b e r Martin. G u g ’ S Dr. w e 11 s c h Zwi, Rawido- Dr. Cfcajim, wicz Schabtai Dcutschöstcrreich: Tartakowcr Heriisch Mayer, Leder M. J. Tschechoslowakei: Dr. Ep stein Oskar Dr Brod Max. ’ Sibirien: Hans Kohn. Samstag, den 27, d. M, Abend wird die erste Sitzung von Sprinzak eröffnet. Die Sitzung ist der Besprechung der Tagesordnung der Weltkonfercnz gewidmet. K Sprinzak erstattet einen kurzen Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Londoner Orgnnisationskomitccs und über die Vorgeschichte der Konferenz. Das Ziel, das den drei Chawerim, die sich in London zusammengefunden haben, vorgeschwebt hat, war der Zusammen- Schluß aller jener Kräfte, von denen wir erwarten, daß sie mit ihrer Arbeit Palästina aufbauen weiden. Sprinzak gibt dann einen kurzen Ucbcrblick über die Situation und verliest zur Charakterisierung des Ernstes der Lage einen Brief des Hapoel-Hazair in Jaffa, welchen ein junger palästinensischer Genosse vor wenigen Stunden nach Prag mitgebraclit hat. Der Brief schildert unter anderem ausführlich die Ueberfälfe in Tel Chaj und Metullah und den Tod der Chawerim Josef Trumpeldor. Benjamin Munter, Debora Drcchler, Sara Czizik, una der zwei Mitglieder der amerikanischen Legion Tuker und Scharf. Der Brief schildert die Vorgänge folgendermaßen: Die Kämpfe von Tel Chaj. ״Am 7. Adar kam die erste Hilfsexpedition;ks Verteidigungskomitecs in Gaiiläa an. An selben Tag kam Trumpekior nach Mctulla und vertrieb die Räuberbande, die sich in der letzten Zeit in Mctulla fetsgesetzt hatte. Mit den neuen zusammen waren es ip Mctulla 45 Leute in Tel Chaj 35, in Kfar-Giladi 25. Da kam der Schcick von Chalsa mit fünf arabischen Offizieren und einer Menge von Soldaten. Sie baten den Trumpekior, daß er sie in den Hof hineinlasse. Da die Beziehungen, zu den Araberhäuptlingen bis jetzt sehr gut w«״en, gestattete Trumpekior den Eintritt. Da fing plötzlich Kenia! Effendi (der Führer des Aufstanaes! ein Knabe von 18 Jahren) in scharfem Ton zu spreciien an und verlangte die angeblich versteckten Franzosen. Trumpeldor bot ihm an, das Gehöft zu durchsuchen und fünf von den Besuchern gingen mit Trumpekior durch alle Zimmer, durchsuchten alle Nebenräume. In den oberen zwei Zimmern waren die zwei Mädchen Czizik und Deb. Drechsler, ferner Munter, Scharf und Kniewski. Kurz darauf ging Trumpekior hinunter uml übertrug die Führung der Besucher einem andern Genossen. Doch bevor dieser andere noch hcraufgekommen war, rief Debora Trumpeldor aus dem Fenster von oben n, ״sie haben mir den Revolver weggenommen!“ Zur selben Zeit bemerkte Trumpeldor, daß einzelne aus der Schar der Besucher in das Gehöft einbrachcn und versuchten, die Torwache zu entwaffnen. Trumpeldor gab den Befehl ״Feuer“ und sofort begann eine gegenseitige Schießerei. Trumpeldor wurde durch einen Bauchschuß schwer verwundet. Er rief seinen Kameraden zu: ״Ich bin verwundet!“ und im selben Augenblick trafen ihn noch zwei Kugeln. Er lehnte sich an die Wand und bat einen seiner Genossen, ihm die Wunde ־zuzuhalten und führte das Kommando weiter. Im Gehöft entstand eine Verwirrung. Schon schossen sie auch von oben hinunter. In dem Stall, gegenüber dem Eingang, waren zwei Löcher, von denen aus man den Eingang beschießen konnte. Die Wache, die dort stand, schoß unaufhörlich gegen das Tor, so daß keiner hcreinkonnte. Eine längere Zelt dauerte die Schießerei. Kemal Effendi machte von oben aus Trumpeldor den Vorschlag, ihn und seine Freunde abziehen zu lassen, er selbst w׳olle die Angreifer beruhigen, da der lieberfall auf •einem Mißverständnis beruhe. Trumpeldor stimmte zu und befahl die Einstellung des Feuers. Einer von den Torwächtern, dem nur eine Kugel übrig geblieben war, sagte zu Kemal: ״Diese Kugel war für Dich bestimmt, aber unser Führer befiehlt uns. Dich am Leben zu lassen — gehl!“ Darauf zogen die Gäste mit Ausnahme eines, der verwundet war, ab, doch nach einer Viertelstande setzte der arabische Angriff noch stärker ein. Der verwundete TrumpeTdor, an die Wand gelehnt, gab den Befehl, Feuer bis zw letzten Kugel. Der Angriff war sehr heftig und dauerte zwei Stunden. Trumpeldor fuhr fort, mit Hilfe SchnccTsohns Befehle zu geben und endlich gelang es ihnen, die Angreifer, die iin Gehöfte vier Tote, 15 Verwundetc und ein französisches Maschinengewehr zurückließen, zu vertreiben. Darauf gab Trumpeldor den Befehl, die Genossen des Gehöftes zu suchen und es stellte sich heraus, daß außer Trumpeldor noch drei yerwundete waren, Zolti, Gohibow und OoldbeTg und einer von den Legionären, Tuker, war tot. Dann ging man hinauf und dort fand man das schreckliche Bild: י«זי«-י* VrfiC.1 /.*1\j muim r unu 1:111 irr uu L-v^njniaiv, ou 1*111, waren völlig in Stücke zerrissen durch eine Handgranate. Debora Drcchler war getötet durch drei Herzscliüsse, Kenjewski, Mitglied des Hedialuz, lag beinahe wie tot. Nachdem er zum Bewußtsein gekracht war, erzählte er, daß Sarah, Munter und Scharf, während sie am Fenster standen, durch eine von einem Offizier durch die Tür geworfene Handgranate getötet wurelen. Deborali wurde vom Kemal Effendi mit dem Revolver erschossen. Der Arzt Geri aus Kfar-Oiladi erteilte den Ver• wundeten die erste Hilfe, Den Trumpeldor fand ci 1n hoffnungsloser Lage. Die Genossen beschlossen dar• auuf. Tel Chaj zu verlassen und nach Kfar-Giladi, welche! sich in einer besseren strategischen Lage befindet, zu r dauerte von 8 Uhr abends , 2 _P"r nachts. Unterwegs, um» halb neun Uhr, starb Tmmpeldor in den Armen seiner Freunde. Vor seinem letzten Atemzuge sagte er: ״Schön ist cs, furv\Ln9er,_ U"d sterben.“ Während & Tages versuchten die Araber sich Kfar-Oiladi zu nähern. Oege*

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