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Jüdische Rundschau · 1920-03-31 · Heft 22 (31.3.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 22 (31.3.1920)
Date
1920-03-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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*«*sende zurüddiegt •wtd <148 dabei — wia Grabtesdiriften cs verrate« — die Spracbcsassi- *Dilation (sei cs int UinbKck «uf das Grieehtadie, sei es auf da« Lateinische) ziemlich fortgeschritten war; ,־»ich später kam es nie zur Konservicnaig der bebrüi- «,eben oder zur Uild1M1.tr einer *leit-jüdkclwn Sprache, die einen gewisse« Abstand zwischen den Juden und ilner Umgebung fiätte bilden können; somit kömmt vielleicht die giößte;rusatnrocnliängöKlc Kraft im heutigen Judentum, die der ostjiidisdbwj Kulturgcineinschaft, für Italien nicht k» lletradit. Es könnte sid» auch keine Wirtschaftsgemeinschaft bilden Wie es im Mittelalter fast 01 gemein ,war mid u ie es i1׳!,ölen nodr vor ekligen Jahrzehnten beobachtet wurde, wo die Juda! cMivlid! eine bestimmte, nur von ihn er, »md fast von Urnen ollen ausgeübte wirtschaftliche Aufgabe zu erkillen hatten, Oie drristiiclien Bank־- und Geklldh״- beiusex iutteu die Funktion, die in deutschen Ländern kn Mittelalter den Juden zukam, in Italien and! ohne jüdische Hilfe mit demselben Erfolge ausgeübt und haben sog;»*• auch außerhalb Italiens den Juden tn Ihrer sogenannten ״ökonomischen Mission‘- cne nicht geling imrnsiiut/encle Konkurrenz gemacht. Audi heute vertat sich das jüdische Bürgertum vollotäudig im italienl- «Itcn, indem es keine *pezifisclic Aufgaben zu erfüllen hat. Es kommt Weiler der Mangel an Nachbarschaft der kompakten jüdischen Massen, ein Umstand, der letzthin in »o reichem Maße — wie es sdieiut - zur Kräfu'guug des deutsch-jüdischen Jxlieu* beitrug, »uul die Abwesenheit der jüdisehen Emigration, die eine so entscheidende Rolle in Amerika spielte und die ki Italien infolge der Wirt- *duftlichcu Verhältnisse des Landes nicht in Betracht k.uu und auch für die Zukunft kaum’ möglich seki wird. Eine uidit unbehächtliclic Rolle spielt weiterhin die iclativ ger i n ge Zahl d or i talieni sehen J tiden (cs wähnten v•>r dem europäischen Kriege im König• reich selbst etwa 3Q000 Juden, jetzt *nrt dem neu tsworlicuco Gebiete und den afrikanische« Kolonien 5»! 000, ,was immer nur etwa 0,1 °/0 der Ocsanitbcvölkeismg ausmadit), wie auch der soziale Charakter *flerjenig.**! Jude;*, die den ersten Platz im öffentlichen! * Ixmi aufiicJimcn 1t*1d die fast alle gutsituierte Klein• n״:d Gioßbürgcr, Iudusliieile und Intellektuelle sind, alles Sdüchien, die ihrer Leben weise und ilirrn lntercsseii gec.üil überall zur Assimilation neigen. Der entsdwidonde Faktor der Auflösung des iUliau'sdhen Juden- 11 ans ist aber dodt aulterliaib zu suchen: in der allger!einen Atmosphäre des iialiaiisdicu Lebens, denn ade oben aufgezäliltf Umstünde, sdiwcrwiegeud wie so sind, leihen wähl sein ■inlieh tiotzdeni nicht gereicht, wen« die große Toleranz des i t a l ie n i 8 che 11 Volkes nicht ,dazu Linie, Uc gcsdiiditlidie Emwkkhiug des italienischen Staate* hat das italienische Volk mit vielen und teilweise sehr verschiedenen Kulturen und Rassm ia Be- 1Ti/rm;g gebracht; in seiner Vergangenheit hat es sclmo so vieles gesehen und er,,ein, 11.11 bo vieles fremdes Blirt in »heil hiiieingwiomincn, ist z. T. aus •o betelogentn Elemetiien zusammengesetzt, daß der Oeist der Toleranz, der manchmal zuin SkepUmimis ausartet, sich!*»bedingt in hohem. Maße entwickeln mußte und sich u. 1». auf die Juden verbreitete. Es ist noch zu bcanerken, daß diese Toleranz in Italien uidit neuen Datums ist und keine Uebfr/cugungs- und Prinzipiejir saefic (wie cs z. B, in Frankreich der Fall ist), «011item 1‘üie reine Gefuhlssadhe ist mul 9 c! 1 schon kn Mittelalter manifestiert hat, 1*1 der Tat, wenn wir die relativ 11 '"י"״י.. - ' . Jl IteM■ mus“, mehr ein rationalistisches Element zur Ausbildung KC'angt. Zweierlei Erscheinungen jedoch keiuueidinen, Utsachv und Symptom zugleich, einen allmählichen Verfall: der Gegensatz der verschiedene« Gruppen und der Kultus der Zadciikün, wenn auch die erste, durch die Sonderung gewisser Richtungen wie namentlich jener des Rabbi Naclrmar.n, auf eine Rcinerhaltung des echte« (Hiassidisiiius hin/ieltc und die atideie dodh in einer selir tk־fen, allerdings dann auch sehr arg entstellten Lehre von der Madit des geläuterten Menschen wurzelt. Der Verfall scheint woW mit der 'Entwicklung außerlidien Glanzes, jenes gewissen chasstdistisclien ,*Hof- Icbciis“ begonnen zu haben, wo*« auch eben dieses bi den Anfänge»», namentlich bei Rabbi Israel dem Rish'mer, dem Begründer der Sadagorcr Dynastie, auf die Gläubigen eine ganz besondere Anziehung awsübtc. Als eine der bedenklichste», wem» auch psychologisch «nteressantci» Affäre einer Verfallszeit wird diejenige des ״abtrünnige»!“ Zaddik, des Beer von Leow, ausfuhrlidi erzählt, eine Geschichte, weldie m den ganzen Krieg der Haskal.Ji und dar dia&tidfccbon Orthodoxie m Galizien verflöchte«, bereit» m dlo Tage Sraokucki• bsrauf reicht, Hebräisches Theater In Nummer 19 der ״Jüdischen Rundschau“ veroff entlieht das Kulhmiezemat der Z.V.f. Dt. «inen Aufruf, der zur Gründung einer Hebräischen Tbcatcrschule und eines hebräischen Theaters as*ffordert. Das hebraiscJie Theater ist in der Tat eine Sache, ,fün die Müho* auf/«wenden ad» verleimt. Seine Beden- Jung für die Entwicklung der Sprache, und sein Ein- Suß auf das Leben im allgemeinen kam» »sicht genug betont und unterstrichen werden. Aber... aber... Daß das Theater einen Einfluß auf das Leben ausübt, ist Unbestritten, aber eben» «nbestritten Ist, daß dic«er Eiufluß abhängig tot vom Wert de• Theater•. kifr/c ZciRsp.muo vom 17,, bis zur 2!velt<*1 1 Lüfte de• 18, Jalirinrndcris aitssdikeßen, war«! die Juden in Italic:» i!u großen und ganzen von ■schweren Verfolgungen und Schmähung«» verschont; blutige Ausiclireitungen gegen die Juden hat Italic« überhaupt nldit gesehen, nidit einmal wälntwl der Kreuzzüge. Ein«» lebendigeil Zusammenhang der Italicoisdict» Juden mit ilirem ״Wirts- Volke“ aiicht nur ökonomischer, sondern, a»:c'1 kultarcilcr Art, kömicu wir fast ununterbrodte« beobachten, und cs!nutet sonderbar a/1, wenn man im italienischen Mittelalter die Juden immer wieder als Musikanten, Seliaiispne!«־, •Acrzte, Ratgeber der päpstlichen und fär«tlidieu ׳Höfe antrifft, oder \mm man die Verordnungen der jüdischen Gemeind«» imd Rabhincrv gegen Luxus* kleidex wul frivoles Leben der Juck« im Ghetto liest, oder wenn man die Spuret» der Philosojifüc und der Poc*4e im jüdischen Rom des 14. oder 15. Jahrhundert* verfolgt irnd die überhaupt relativ große Rolle der Juden u» der italienischen Renaissance (es wäre mir an die Nauen des ״Dantefrcsmdes“ Einamiele den Römer, der italienisch und hebräisch dichtete, oder <k11־ Messer Leone Hchrco, der italienisch ganz irn Geiste der Ren.r'rss.i/ice seine ״Liebes<fia!oge“ verfaßte, zu erinnern)' fcststellt, sowie die Bedeutung, die jüdische GcUhrte als Vermittler der griechischen und arabischen Philocoplxe hatten. Diesem Tolcranzgeist, der ün letzten Jahifumderte sidi so stark entwickelte, daß die Einanzipalion, man kann sagen, ohne Kanrpf, als Selbstver* stäiutlichkeit, erreicht wurde, ist c» vor allem zuzu* sclueilien, wenn sielt das italienisclie Jitdenteun von» Weltjudentiun absondertc, ohne aber die gchüssige*1 Erache'.mingc« der Assimilation in solchem Maße aufzuzcigen, wie es in anderen Ländern mandminl der Fall war *iml ist. Diejenigen Jmlou in Italien aber, die national fühlen, müssen sich ganz objektiv die Frage vorlegen, ob es »»och eine!» Zweck hätte, die Erneuerung des fu'esigen jüdlscheu Lebens zu versuch.«» lind ob dabei die objektive« Aussichten auf Erfolg vorhanden •eien. Die erste Frage ist so zu veratelKii, ob es für die allgemeine jüdische Bewegung von grüßen! Vorteil w׳äre, einen mehr oder weniger starken national-jüdischen Kern in Italien zu besitzen; daß sonst jeder Verlust des jüdisdier* B.aiunc«, auch wenn es sich um einen Tetativ kleinen Ast Imndelt, sdunerzliHi ist, bedarf keiner Begründung. Was da• Wcltjudcntiizn und seinen Gewinn im Falle der Neu- Belebung des jüdisch-italienischen Geistes betrifft, so wäre dazu ganz kurz folgendes zu bemerken. Wer aufrneiksam das allgemein-italienische Leben 11ml die Welt- Stellung Italiens in »le*» letzten Jahr/dmlcn zu beobad»te!1 G!Tr;mlteit hatte, kann sich dem Eindmrke des großen Fortsdrrittes und der noch größeren Aussichten dieses l-amlcs nicht erwehren, Italien wird mit jedem Tage mehr eine Gi'oßiiMdht und der Tag ist waluscheinlid» nicht weit entfernt, an dem es mit seiner verbündeten Rivalin, Frankreich, auf gleichem Fuße stehen wird. Ein national orientiertes Judentum In dieser Großmacht zu hesitz.en, d.unit es mit «llen Mittcki, die hier den Juden zur Verfügung sichen, auf die Regierungs- Politik und auf die öffentliche Meinung des Landes seinen Einfluß ausüben könnte, wäre damit von ■nicht gering eimzufidiützeiider Bedctilung, insbesondere, warn wir Unsere bei weitem nidit sichere internationale Situation und die eventuellen Enttäuschungen luid die Schicksalsschlige, die uns — sei cs in Palästina oder der Diaspora -- vielleicht noch harren, in Betracht ziehen. Es braucht auch nidit vergessen za» Werden, daß Italien in K!einasie1» seinen Anteil haben wird find nüt diesen» t!1 »■m ■u‘1 9 m ׳ו׳-?!■י׳ - ל ■׳■■;׳ ■־»■)■■■ v9mmmmwmmammma₪mm₪m₪mmmm Einfluß kn Oneit »uüveii wir imriRT mehr redme». Ist e« aber möglich Italic« für unsere Sache zu winnen? Wir haben*sdwt» auf die große Toleranz, die lüer den Juden gegenüber herrscht, hingewiesen; von diese» Seite gibt es also kein ernstes Hindernis, das vichnch» in der Einstelhaig der Italiener der jüdisch-nationales Bewegung gegenüber zu suchet» wäre. Dieses Unvc» süudnis i»t aber zinn größten Teil ein Werk des ]»:esigea Judentums und wird aufhören, sobald K׳,f, die italienischen Juden selbst mehr dem national;״ Geiste genähert haben werde«. Außerdem hat di» eigene Geschichte bei den Italienern außer der Tolrranz noch eine feine Empfindlichkeit für mtioi!,•,* Ideale und nationale ISewegimgcn erzogen, und hier, tun Sympatfiien zu haben, zu beweis«! ist nicht das Recht auf nationale Unablüiiigigkci: eigenes Land, sondern <h'e national-völkische Eigmdut! de• Judentiuns, was doch nidit zu schwer sei»! kw%l Jedenfalls ist bis jetzt Italien in &ine*1 Sympathie kundgebvmgen dem Zionismus gegenüber nicht hinter den anderen Wcstmächteii zurückgeblieben. Die Erstarkung des hiesigen jüd'schcn Lebens würde aber seine Rückwirkung nidit nur .auf Italien ausübivg sondern sich auf die ganze Mittelmccrküste ausdehner. somit auch auf zahlreiche jüdische Kolonien (Trioolitanien, Korfu, Smyrna, Saloniki, Aegypten), d e;,!fr mclir oder weniger unter jüdischem Einflüsse stc.a teilweise (wie Korfu luid Smyrna) italictiischc Spraci״' oder venezianischen Dialekt 6prcchcn, Überlieferung» weise italienische Rabbiner fuben (Alexandria und Sainniki) oder direkt dem italienischen Staate angehi.ii, (Tripoiitatiien). Das Aufblühen dieser se!>harJlsc;,. Gruppen, die jetzt ziemlich weit von der jüdisch Renaissance «tciini, würde von Italien eben m'1 Anetoß bekommen. 1 ♦־> Ist es aber noch möglich, dieses Aufblühen t, Italien selbst zu bewirken? Einen gewissen nicht \*v beträchtlichen Teil des itakcnischeti Judentums inüi!» inan von vornherein ganz aus der Rechnung streichen diejenigen nämlich, die schon ganz, in beiden Sinnen religiös und national, ״weggegangen“ sind und daffir zu gut von der italienischen Gesellschaft und dem Staat»' belohnt ■wurden. Es bleiben dann, außer der vorLiiiüjf »echt kleinen n.itional gesinnten Gruppe, die rciigiö*ra Juden, bei denen eine Umkehr immer möglich ist* um dann noch zwei bis jetzt nidit erwähnte Kategorien, welche eine belebende Rolle spielen könnten. .Es sind dies erstens die Gemeinden von Triest und Um ,el■;•«* (etwa 5000). die zum Teil von Ostjuden gebildet sind und psychisch jedenfalls ihnen viel nibersteha und eine bedeutende Verstärkung der nationa'en G’.uif■* ün italienischen Judentum bilden. Und zweitens dk JiKlen, <lie man Ghettojuden neurven könnte, d. h. de* größte Teil der t r i po 1 (t a n i sch e 11 Juden (etwa 15 000) und ein Teil der römische»! (etwa 5003), d.'e noch heute in jüdischen Stadtvierteln leben, sich mit ״Ghettobescliäftigungcn“ (Klein handcl, Verkauf alter Kleider und ähnlichem) er* nähren, recht religiös sind (ohne aber i!u allgemeine»* eine eclite religiöse Bildung zu besitzen) und 9ehr wer. von der Ideenwelt der jüdische« Moderne sind, in ihrer Art sind audi sie assimiliert, indem sic m italienisch sprechen, vom jüdischen Volke oder dem jüdischen Palästina kaum etwa• gehört habe« (man muß freilich bekennen, daß ihnen bisher niemand etwa* davon erzählt hat), aber wenigstens noch in jüdisches Gemeinschaft leben und von dem Verkehr mit der jiuf. sehen Großbourgeoisie nicht verdorben sind. Diese Wirk ^«■ייייייייייייייייייי■■■■■■1■■■■1■■■■■■8■■1■■■ Nicht der Einfluß jeden Theaters ist segensreich; daß. er es sei, ist Voraussetzung: ein gutes Theater. Ein gutes Theater kann sid» nur bilden und heranbilden, unter der Zudit einer rücksichtslosen, ernsten und ziclbewußtcn Kritik. Wo ist bei uns diese Kritik? — Wo jene Rücksichtslosigkeit aus Liebe? — Jener Ernst aus Aditiuvg; und Selbstachtung? — Wo geißelt man bei uns? — nicht um zu züchtigen — Sondern um zu züchte!», iüchtl aus Verachtung, — sondern au« Achtung, nidit aus Haß — sondern aus Liebe. Keine Spur von alldem. , Wo auch immer ein hebräisches Yliesrterstück aufgeführt wird, findet man in den Kritiken nur Worte des Lobes und der Anerkennung. Alle Schwächen» Fehler mul Mängel (ad», und wie viele sind es!) werden übersehen, nicht beaditet, geringgeschätzt *oder xvr• schwiegen. Zu weß Nutzen? Dem! hcbräisdien Teatcr dient man damit nicht Man darf das liebrüisdic Theater uidit nur Als ln•» stitut zur Propagierung und Verbreitung der hebräischen Sprache werten (was man pussdiließlich tut), sondern man muß es ab» TTuatcr, al« Kiuwtfonn, als Selbstzweck betrachten und bewerten. (Aber wo geschieht das?) Eine Theateraufführung ist noch nicht künstlerisch und lohnenswert, weil sie in hebräischer Spradie üb«! die Bretter geht Nicht die Sprache an sich darf das Kriterium für die Güte des hebräischen Theaters aeiu sondern allen Maßstäben einer anspruchsvollsten Theaterkriök muß cs gcwadiscn sein. Die Kritik darf nicht dem Theater nachlaufen und alles scluin und gut finden, nur weil es hebräisch ist Der Kritiker muß wohl Sprache»!ya«, vor allen» Kunstanwalt, niemals aber darf er Theateranwalt sein. Die Kritik muß Mängel, Schwäche® und Fehler rücksichtslos aufdecken und geißeln; aber sie muß auch Mittel zu ihrer Beseitigung Vorschlägen, Ziele •etzen und Wege weisen.- Vorn Schauspieler gilt das Gleiche wie *01» der Aufführung. Kein Dilettant, Nichtskönner und Nichtskemter wird dadurch, daß er einen Vers hebräisch zitiert oder ein* Rolle hebräisch spricht zum Schauspieler — also zum Künstle»־. . Auch hier kann die Kritik nicht anspruchsvoll genug sein. Zum Schauspieler ist nicht jeder berufen, der einmal im Theater war und an der Geschichte־ Gefallen fand. Zum Sdiauspieler gehört ebenso Talent und Begabung, wie zu jedem anderen Künstlerberuf (Das »cheint man bei uns vergessen zu haben.) Bcj uns verlangt inan ja nicht einmal, daß der Schauspiele? sein Handwerk könne und kenne, geschweige den:., daß er Talent besitze und Begabung zeige. Der Einwand, daß wir noch keine BerufsschauspicteT haben, daß unser ״Theater“, von Dlcttanteu ganadh» werde, daß das überhaupt alles erst Ansätze und Ar«־ fange sind, ist nicht stichhaltig, obwohl er richtig Ist Mir scheint es, daß gerade deshalb die Kritik nidr*. alle* loben imd anerkennen darf. Sie suche unter all den Dilettanten und untersuche sie, viellddit, ja wahrscheinlich, findet sie einen und noch einen und einen Dritten, der talentiert ist, den anderen aber •sage sie offen und rücksiditslos, daß sie Dleitanten sind und nidits mehr, daß ilire Auffübrungen vielleicht zur Erheiterung und Zerstreuung von Onkel und Tantal genügen, daß sic aber keinen Anspruch haben auf den Namen ״hebräisches Theater“. De Kritik suche und untersuche, siebe und seit, wäge und wähle und fordere, daß man die Ausgcwählle® in gute Schulen schick^ auf das sie knien, leinen, lerne«! Denn der gute Schauspieler ist Voraussetzung für da» gute Theater. Eia• hebräische Theater verdient es, daß man nicht 90 ״anspruchslos, selbstlos und bescheiden sei“. Etwa• mehr ״Geschmack“ könnte ihm und uns nichts schaden. Dieses •d Mahnruf und Aufruf I , J. J. Bericuum*.

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