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Jüdische Rundschau · 1920-03-31 · Heft 22 (31.3.1920) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 22 (31.3.1920)
Date
1920-03-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 22 E D I SC ü E k U N DSC M A ü ׳) 1. Seile 159 Aus den Ländern des Gallith Praktische Schulfragen des Galuih Gegenwärtig aktualisieren sich die Probleme und werden zu brennenden 1•'ragen. Wir haben keine Zeit mehr «Hier doch nur wenig Zeit. Vielleicht können wir mit Taten noch warten aber nicht mehr mit Ent• Scheidungen. Es gibt aber noch ein mittleres, das ist ehe Vorbereitung, die der Entscheidung nicht vorausgreift, die Vorbereitung der Dinge und der Menschen. Es ist unnötig, über die Bedeutung des Erziciutugs- Werkes in Palästina ein Wort zu verlieren. Die Mcinungen über das ״wie" der Erziehung, des Schulwesens, mögen geteilt sein, das ״ob", steht außer Zweifel. Und doch, wo ist das Interesse, das über das rednerische und schriftstellerische liiuausgeiit? ln Deutsch-! land ist die Zahl der Zionist«! lächerlich gering, die sieh mit dem (icdankeu tragen, als Lehiet in Ere׳z Israel zu leben, und konnte bisher auch nur gering sein. In ict/ier Zeit Imbtii sieh die nationaljüdischen Erzieher und Lehrer in Deutschland organisiert. Eine Or- 1 ganisation ist immer dann nützlich, won.11 sie eine reale : Aufgabe hat. Wirtschaftliche Gemeinsamkeit haben die; uationaljüdischcn Erziehet in Deutschland nicht, ihre j gemeinsame Wirksamkeit kann nur eine hellende ge-! meinuüt/ige sein. Zu Beratungen braucht man aber , keine Organisation \on Menschen, die zwar Faclikennt- ( nisse tuid Erfahrungen haben, aber nicht von der Be-! Sonderheit, wie sie der Zionismus braucht. Bleibt die : I lilfeleistung bei der Erziehungsarbeit durch Gestellung ן von Menschen, Nun wissen wir, (lall auch diese Arbeit; m Angriff genomnien werden soll, d. 11. die Ausbildung ן berufstätiger Zionisten, in den für ihr Lach nötigen j hebräischen Kenntnissen. Das ist aber nicht das einzige! und für die SehuliTagc nicht das allein maligehende. i Für den Techniker, des! Arzt, Vcrwaltuugshcamtcu j!st es möglich, sich in Europa aus/ubildeu und dann,; nach Aneignung des Hebräischen, in Palästina zu ari heiten. Die Bedingungen sind in beiden Ländern nicht , die gleichen, aber iiire Unterschiede sind bekannt, der; reehuiker kann sieh iniormieren, welche Baumaterialien m Palästina z. 11. in Betracht 'konnnen, der Verwaltung;.• beamte kann die Vorschriften studieren, der Arzt die typisch palästinensischen Krankheiten, und dann seine Arbeitsmethoden auf das eiustelle.i, was ihn erwartet. Das ist auf diesen Gebiete.1 möglich, ,weil die Unteri 1;eil hierfür sieli klar in Stoffbczcichnungcn, in der w issenschaftlicheii Terminologie fixieren lassen. Nicht ■w> der Pädagoge, da sein Arbeitsgebiet der Mensch ist, dessen Eigenheiten sich u m schreiben, aber nicht h e - schreiben lassen. Wer von den 11ati\>!1aljüdiscl1:-1t Pädagugen würde es imtemeliineu, eine jüdische ,Pädagogik zu entwerfen, die auf der Kenntnis des jüdischen Kindes, wie es in Palästina zu finden sein wird, aufgebaut ist? Das Problem Kl aber nickt nur ein persönliches־ für di« 11atio11.diii!!Kc!1< n Erzieher in Deutschland, es 1׳,t allgemein, Mau könnte ja sagen: nun, gut, dann werden rhu: die duiiscltrtt Zionisten keine Lehrer für P.'iästina stellen. Ge will kann inan;juf die Zionisten ,!ns IHmtsrhlaml '.er/iehtca, aber andere sind auch fast .:icht \orIn־!ei!ct, vielleicht in .Tidcrcr Weise nicht vor-!,ereilet, der Mange! als solch(‘:, besteht aber. Das t'iJenle; 1 lieht melir t:1ul nicht weniger, als <1:1 II wii!,ns erste, von einigen Dut/cml Menschen in einem Volk von Millionen abgesehen, keine I * liier für Palästina hnlieu. Die schönsten nrziel1:n1gS')׳s!eme der I eitim;,־ sind papieren, wenn keine Menschen vorhanden ׳•'! .v se s'■), ׳namentlich in jenem Kapitel, das vom mystisehen Charakter der Schrift ha.ndelt, an reiclihhaltigcim Material vorfindet. 1 >as ganze Buch dient ausschließlich dem Erweis der These, dall die äußere wie die innere Geschichte der Schrift völlig durch religiöse Momente bestimmt ,werde1. J lierbei erscheinen freilich beim Verlasser ,Konfession und Religion, Magie und Mystik, also Begriffe, ,welche . uf verschiedener Ebene sich wie Aeulk■־ es ,und liaiercs /tieinamler lie/ichen, doch fast gar nicht ׳•׳scinaiidcr gtlialtoi, U:e im ganzen recht dürftige Literatur über den Glia ss id i smu s ,weist zwei neue Erscheinuugcu auf, ',e euu• stamm: von Pani 1. e v c r t o f!'׳) und ist im ׳'■‘ahmen de׳r .Uksionsschrifieti des Delitzsch-Instituts in IKp/i:■ ersvliienen. So ist dem! midi seine fendenz, gerade im Chassi-!U-m1:s den günstigen Ikxlen zur Judcnbokchmng zu!.׳ideii, unverkennbar. Eine objektive Basis dieser Ten- ׳ncnz liegt allerdings in der unbestreitbaren Tatsache, di zuischen jüdischer Mystik, als deren Teil sidi der h :s'.dismus darstcllt, und' christlicher eine engere Ver- ( mtd'.Nchafi besteht als sonst zwischen den beiden Ueli- ::Hinssyslemcn. Und daraus würde sich denn auch für von (!«ו iKippcItc-n Fesseln des Rationalismus 11!1d der Orthodoxie befreites Judentum eine andere Ein- K'lUnig midi /״ dieser Frage ergeben. Andererseits ■d'cr, wenn der Gliassklismus die Kraft besitzt oder a״£:h nur euunal׳ besaß, aus sieh heraus die höchste l‘'!1i,׳:kc,t der (iottcsUcbc und die lautere Klarheit des ■ Cugiiken Bewußtseins zu entwickeln, warum sollte dieser m sidi pcgriimlete Weg erst an einem von außen )ver- ^־:gebrachten Maßstab auf seine Berechtigung geprüft "• erden? Glücklicherweise bringt dann der Verfasser trotz der offen betonten Tendenz 90viel Wesenhaftes!,l Die Gesetze der SdtriftgcscliJchte. Konfession und bchrift im Leben der Völker. Wien-Leipzig, Braumtiller, 1920. s). D e religiöse Denkweise der Cftassidim. Leipzig, : S!918. , 1.!'׳ sind, che die- D:u;;e in ehe Wirklichkeit Umsetzern können und ,,vollen. Die L'ip.e wäre׳ ttostlos, wenn nicht demgegenüber das Gallith durch seine eigenen nationalen IWdürfnissc die Palästinnarhcit vorbercitcn würde. Es existieren jetzt im nädistcu Osten luchtere hebräische Gymnv.hn, d::zu;:•n 11 eine :.1' ו!!,’ A׳:/.;:l 1 1< ,־ ■:•, v,״ Schulen und Gymnasien, die■ in der Hebraisierung be- ■ liffen sind, liier wirken insgesamt einige hundert! Menschen. Die gemeinsame Erfahrung von diesen allen j ist, clali sie ständig bereit sein mii-seii limzule'rnen, d. h., daß sie selbst •erst allmählich die ׳wahren Bedürfnisse!!es hebräischen Schul Werks erfassen. Dasselbe hielte man auch in Palästina für möglich, wenn inan tatsächlich an zwei verschiedenen Orten gleiches unter- 11elm1c‘1) könnte.. Während aber für Erez-Isracl sowohl das organisatorische, wie das programmatische noch zweifelhaft ist, sind hierfür in den östlichen Ländern des Gahitli die Wege durch die• bisherige Entwicklung des nicht-jüdischen Schulwesens vorgerachnct, daß für den Lehrer selbst allein, aber flicht in letzter Linie die Frage bleibt, sieh selbst in seine Welt der jüdischen Schule ein/ufiihleii. Was also i1׳ beiden Verhältnissen das UelH'reinstinnntndt' ist, das ist das persönliche Moment, d. h, gerade die Seife der Frage, an der jeder einzelne zur Lösung beitragen ka111׳. Denn die-se Frage erhebt sieh,' solange wir noch keine Tradition des neuen!iulisehen Sdmlwerks haben, immer von nettem, für jeden, der neu als Dienender in die Sache hereintritt, aber hierfür ist auch der natürliche Platz schon vorgezeichnet mul gegeben, an dem jeder, de־r wirklich . mitarbeiten will, dies auch kann. Diese Stelle ist in den Schulen des Galmh. Hier kmin jeder die Besonderheiten kerne» lernen, die eine Schule unseres Volkes von denen der :indem unterscheidet. liciui es ist natürlich eui t:iiierscliied, oh einige Juden in einer Klasse »it/en, und mau sie beobachtet, oder ob eine Schule nur Juden enthält, die durch ihr Dasein schon verlangen, daß ihrer Eigenart Rechnung getragen wird. Dazu kommt der Bedarf des vialuth. Diese Gründüngen von Schulen im Galuth sind kein Luxus, wie die- Zahl der Schüler beweist, die jede der Schulen zählt. Sie haben aber alle ein Problem, das ist die Lehret beseitafftmg. Welchen Wert die Arbeit hier für den Lehrer selbst hat, ist oben;»!gedeutet worden. Es ist eine Art (Junraniäiicstnliou, eine Etappe nach Palästina, die eigentlich jeder passiert halvcn sollte, der nach Palästina geht, Oie-.es gilt dicht etwa mir für Westjiideii, wie ich gleich betonen möchte. Denn wenn der Westjude hier vielleicht die ״Fühlung .mit der jüdischen Masse" gewinnt, so hat demgegenüber der t)stjtttkdie Möglichkeit, sich in ein geordnetes Schulsystem cinzugcwöltucn, dem die meisten Ostjiiden ja durch die bekannten zaristischen Methoden Prozentiiiirrn ferngehalten worden sind; ganz abgesehen davon, daß viele unserer tüchtigsten Kräfte ans Cliedarim und Josehiwot liervorgegangcri sind, deren l.eiirziele doch auch in den hebräischen Unterriehtsfiidieru wesentlich von denen der hebräischen Schulen des neuen Dur abwcichen. Der Bedarf an .Menschen, die etwas gelernt haben, etwas können und hebräisch verstehen und sprechen, ist größer als man denkt. Allein aus Polen wird berichtet, daß dort Zehntausende von Lehrern fehlen. Den Gymnasien gelingt es noch, durch eine Reihe von glücklichen Zufällen, i einer zu erwerben, aber das Reservoir ist geling. Und für Palästina werden wir aus den hgbräischcn Schulen des Ual'.iili zu allererst Menschen abgebeo müssen, wir über den Chassidismus selbst, daß hierdurch diese Schritt doch über den Rahmen einer Missionsschrift gehoben erscheint. Und störend wirkt in dieser Umsicht nur I die beliebte deuisehe .Methode, auch diese höchst feinen, j innerlichen Gebiete nach Paragraphen zu ״ködern u;ui ah/uteiieii: liier ״Liehe Gottes‘■, hier ״Liebe zu Gott", hier Bulle, hier Erlösung wo doch im Sinne der Mystik viel innigere Verbindungen der verschiedenen Seiten dieser Lehre als diejenigen der begrifflichen Klassifikation bestehen. Denn alles kommt doch seitließlieh auch in der geilankectmäßigen Darstellung solcher Dinge aui die Realität des inneren Erlebens an, welche dem! dock auch durch diese Darstellung hindurch, an welche man sich nach Buher erst gewöhnen muß, erkennbar;st. Manche Perlen chassiilisehcr Weltall{• fassung begegnen uns auch hier in neuer Beleuchtung, so das Gleichnis vom Könige, der seinen Sohn in fremde Länder verbannt, um ihn zum selbständigen Wirken zu cr/Rlien, (Hier die überaus feine Unterscheidung der natürliche» und der geistigen Gottesliebe, sowie die bei Buber ja in viel mächtigeren Zusammenhängen entwickelte Lehre, wonach das Gebet erst auf der Stufe voller Selbstlosigkeit sein wahres Wesen entfaltet. Hierzu gehören auch die beiden den Chassidismus gegenüber der älteren jüdischen Mystik besonders auszeichnenden Charakteristiken von der 1 Ieiügung auch der niedrigeren Daseinsfuiiktioucn durch den geläuterten Menschen -- so wem! die Mahlzeit einem Opfer verglichen wird — und von der hohen Bedeutung der Freude, ohne welche auch die Sünde nicht vollständig überwunden werden kann, In lebendiger Weise wird dieses Buch ergänzt durch eine aus der Sammlung verschiedener hebräischer Aufsätzc entstandene und dennoch abgerundete Darstellung S A. Horodezky s?), der ja auch sonst wiederholl so z. B. in einer Studie über Rabbi Naichmaii von 1) Religiöse Strömungen im Judentum. Mit besonderer Berücksichtigung des Chassidismus, Bern-Leipzig, Ernst Bacher, 1920. werden es nicht verweigern können, und im nationalen Sinne sind wir ja auch dazu da. Demgemäß wird in absehbarer Zeit der Verbrauch — so kann man sagen, denn die Lehrer werden ja wieder abgegeben — von Lehrern picht sinken, sondern *leigen. Nun zurück zur Organisation natiomdjüdischcr Lehrtf und Erzieher, Sie ist die gegebene Stelle, an die wir uns .wenden, sic muß die Menschen auftreiben, die für diese Arbeit in Betracht kommen, alle Kräfte an sieb hcraiizichen, jmi sie auf diesem Wege an das jüdische Volk zu geben. Ein nationaljüelischer Erzieher in Cleve hat gar kernen Wert als Erzieher für den Zionismus. Setzt man denselben Mann nach irgendeinem Städtchen in Polen oder Litauen, so wird er positive Arbeit leisten, lind gern auf sein jährliches Referat über ״Erziehung*- fragen" ja der Ortsgruppe verzichten. Noch nicht genug damit; die Organisation der Erzieher muß auch dafür sorgen, daß geeignete Menschen da sind, oder sielt vorbercitcn. Wir wissen, es gibt eine Menge zionistischer Studenten der Philologie in IX'utscliland, die Palästina in ihr Programm aufgctuwnmcn haben, die aber keine Vorstellung davon haben können, daß cs einen Weg gibt, das Programm durclizuführeii, Es gibt Lehrer an Volksschulen, Schüler an Seminaren, die «ur darauf .warten, daß man ihnen hilft. Helfen heißt, jeden» das für Um geeignete und hier geforderte Spezialfach angeben, und ihn hebräisch lernen lassen. Hebräisch kann er nie genug können. Es gibt Leute in Deutschland, die hebräisch können, denen aber die pädagogische Vorbildung in einem speziellen Fach fehlt, in dem sie unterrichten können und wollen. Hier wollen die in der UnSerrichtspraxis erfahrenen Mitglieder der Organisation eiugrcit'en, imd diese besonders wichtigen Eiemente zu nutzbaren ausgestalten. Wir Jioffen zweierlei: erstens, daß die Organisation nationaljüdischer Erzieher bereit sei-1 wird, diese Aufgäbe zu übernehme!!, und in ihrer ständigen Durchfiibmng eine ihrer obersten Pflichten erblicken wird; zweitens, daß alle die es angeht, sich ungesäumt mit der Organisation der Erzieher in Verbindung setzen werden. Alle die es ,ingeht, sind solche, die irgend Lehrer sind oder werden \votten, oder die Lehrer sein können. Und schließlich hoffen wir, daß es zu Taten kommt. IV. Arthur Loe wen herz, Mariampol. Italienischer Brief V<m unserem römischen Korrespondenten ü. M. B. Rom, 1. März 1920. Wir ltalKtn gesehen, daß das jüdische Leben 111 Italien heute kaum pulsiert. Und es war doch eine Zeit, als das italienische Judentum fast an der Spitze des Weltjudentums stand und noch im 19. Jahrhundert mit Moses Oha im Luzzatto, man kann sagen, den ersten livcsteio der modernen jüdischen Literatur gelegt hat und mit Samuel David Luzzatto eine!! •hervorragenden und tief mit jüdischem Nationalgefühl lind Rassensiolz ,durchdrungenen Gelehrten hatte, Hätte sich ׳jemand gefunden, der den Untergang des italienischen Judentums Schritt für Schritt verfolgt hätte, so kömite daraus sicherlich ehe soziologisch und Völkerpsychologisch höchst interessante Studie hervorgehen. Wir können hier nur andcutungsweise auf einige Ur- Sachen des heutigen Tiefstandes Jliir.veKcn. Zuerst müßte man sah daran erinnern, daß die eiste Judeusicdlimg in Italien mehr als zwei Jahr- Bratzlaw und in einer solchen über die dem Chassidis• mi|S voraugegnngcnen mystischen Strömungen unter den Juden Polens - hierzu gehörige Stoffe behandelt hat. Leider scheint die in gewisser Beziehung an Buber sidi anschließende zu starke Hervorhebung des Liegen- Satzes von Gefühls- und Gesefzes-Jmlentum doch "als keine allzu glückliche. Denn wenn auch die starre Gcsetzcsbefolgung einerseits, die. iaiicre Durcliseelung des Goticsgefühls um! des von demselben beherrschten LcIkuis andererseits entgegengesetzte Seiten des jüdischon religiösen Lebens bilden, so miinden doch beide in ihrem reinen Ursprung i:1 das Element eines geistige» Judentums, das denn auch in bezug auf den G.hnssidismus eine tiefere Schicht darstellt als jene des doch nur in einer gewissen unbewußten Sphäre gefangenen religiöseti Gefühlslebens. Trotz einer hieraus folgenden gewissen Dürltigkeit in Hinsicht au! die Gesamteharaktcustik des Chassidismus, deren Eindruck sieh namentlieh bei einem Vergleiche mit den Darstellungen Hubers aufdiätigt, zeigt das Buch ein viel lebeniLgeres Einfühlen in die ganze Welt des chassfdlsche« Lebens, als cs etwa bei Lcvertofi zu fühlen ist. Dies gilt arch in bezug auf das Gedankenhafte, namentlich auf solche Gcdankenelcmcnfe, welche der Chassidismus mit der Kubbalali gemeinsam hat und welche innerhalb seiner 11111׳ stärker ins Gefühlltafie verdichtet erscheinen. Ilervorgeboben sei liier namentlich die vortreffliche Darsielliuig der Lehre des Baruch von Mcscritscli. Am wertvollsten ist wohl die Darstellung der Geschichte der Bewegung, mit dem Leben ihrer großen Meister, niit ihren Missionären und Wamlerprcdigcm•, mit ilirer Ausbreitung und schließlich«! Spaltung in zahlreiche Sondcrgcmeinschaftcn. fn individuelle Beleuchtung rücken die Gestalten eines Jakob Josef, des ersten Kadi- ׳ fikafors, eines Nachum aus Tschernobyl, c der immer auf der Wandcrscliaft ist, des Lcvi Jizdink aus Beiditschcw, des ״Verteidigers Israels“ und des legendelamuoberten Chajan Molach, Der Verfasser führt uns die interessante Tatsache vor,' daß in der Ukra: ein mystisches, in Litauen, der Hcitr.at des ( mehr יק: ., ׳' ו, l?r Gi־ II; >1 s *» i ־] t 1 V

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