Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1920-03-26 · Heft 21 (26.3.1920) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 21 (26.3.1920)
Date
1920-03-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2651273-2652228-2652249--12950-2670631
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 21 jUEDlSCHE RUNDSCHAU Seite 145 kc.t ist. Daß der Geburt des Zionismus jene schmerz• 1.<■;««• tmd erbarmungslose jüdische Selbstkritik vorher- ׳.»׳׳,׳ingen ist, die Kuh noch heute mit Rcdvt als Fordeaufstellt, erkennt er ebensowenig, wie die Folgerauften, die aus dieser Einsicht gezogen werden müssen. 'Venn er die Geisiesgcsehichtc des Judentums auch nur «:rfctiltmgswcisc kennte, konnte er nicht so wegwerfend ,Mi» der ״messlanisehen Leitende“ sprechen. Man müßte .!.:cii etwas mehr Respekt vor der Wirklichkeit verlangen!״oivhvii, Der Weg, den Kuh heute zu weisen versucht, ist ungangbar. Wenn er an dem jüdischen Kanipfc aktiv toilnchmen will, so muß er tiefer in die juuisdie Wirklichkeit hineinsteigen tmd muß auf der Entwich׳• itir.gslinie, die viele vor ihm gegangen sind, nun noCli den letzten, entscheidenden Schritt tun, der eure Windung Keinesheutigen Standpunktes!זי ■*ciu heutige«• Slandpunkt die Uelierwuuhmg des Antisemitismus׳‘ von 1015, Robert Weltech. Uebcrebenso wie ״rüd» sehen lieber das italienische Judentum Von unseren» italienischen Korrespondenten. M. B. Rom. »teil 21. Februar 1920. I, TV״• italiniinehen Juden sind auf ihre Gesellschaftiidicu Erfolge und auf die Steltung, die sie im italicniirfim, stantiiehen, wissenschaftlichen, literarischen Leben eutiubmen, überaus stoi/. 1:׳: ist auch in einem Teile for jüdischen, uielititalicniscbcn Presse Brauch geworden, auf Italien hinzuweisen, wenn cs gilt zu beweisen-, •taU die Juden ausgezeichnete Bürger sein können tmd I ,ן. «■!! vwlil ■möglich sei. mit Juden in friedlicher Nachbirsohaft zu leben. Und in der Tat, rein äußerlich genommen, haben die italienischen Juden sieb wirklich nicht zu beklagen. Kaum gibt es eine politische Partei, ,ine geistige Strömung, eine Universität, eine llaudeis-;cneUsehaft, ein Parlament, ein Ministerium, in welchen die Juden nicht in mehr oder weniger großer Zahl eertteten wären. Sie stehen dabei nicht hinter den Kuüssen, sie treten nicht vom Hintertürchen sondern di-ckt von «lern I l.-uiptjKirtal ein, und niemandem - vedvr ihnen seihst noch iliren chnditelien Mitbürgern killt es ein, sieh daran zu erinnern, dal! sie Juden •iiai. Wem! man die neuen Pnrlamenismitglieder und! dien möglichen Rubriken cintcilt, wird es keine ita- •iVnisehc Zeitung unternehmen, fcstzustcllcn, wieviel!!.den gewählt sind; wenn es doch gemacht wird, so 1• «r von wenigen jüdischen Zeitungsschreibern, •Ile es noch für notwendig halten, die Erfolge der II «lietiischen Juden hcrvomiheben. Elten» verhält cs »ich selbst während des heftigsten Wahlkampfes oder bei Bildung eines neuen Ministeriums, und wenn einige ftKlen mit gewissem Scllwfgcfiili! egerne belonen, ■ laß in gegenwärtigen Ministerium, drei Juden \\iui׳׳-terposlcn bekleiden (von denen einer sogar Kultusminister ist), 60 weil! das die Mehrzahl der italienischen Bürger einfach niclit. Ebenso schien •-s ganz selbstverständlich, daß in der ilaiicnisclicti ■'!iedensddegation Juden waren, oder daß während der Vt/ten Jahre, bei mehreren außerordentlichen Ereig- ן uni, so hei den Sicgcsfcicriiehkciien, der denkwürdigen Mtzung des Parlaments anläßlich der Rückkehr des Ministerpräsidenten Orlando von Paris, als es galt, -me Antwort auf Wilsons antiitalienisches Manifest zu;eben -- Luigi Luzziitti im Namen des ganzen italienischen Volkes sprach. Aenßerstsciten trifft man in den Zeitungen eine antisemitische Andeutung; in letzter Zeit hat selbstverständlich >1tch die italienische Presse der jüdisch-bolschca istischen Legende ihren Tribut bczaldt, aber in ziemlich gemäßigter Weise, mit der übrigen europäischen;,resse nicht zu vergleichen, immer ״nur“ auf Ostjuden be/ii-heml, obwohl es auch in Italien eine kommuni- •tische Partei gibt, die unter ihren Mitgliedern etliche ‘»den zählt; es scheint, als ob diese schon das Recht imi hätten, auch Kommunisten zu sein — sie sind > hen keine Juden mehr sondern ftulieuer. Diese fast allen Italienern, mit sehr seltenen Ausnahmen, eigene Tendenz von den Juden und ihrer ׳'igennrt nichts wissen zu wollen, war es auch, die üir die iln'icnisclie Öffentlichkeit das größte Hinder- «׳!» bildete, und auch jetzt noch bildet, um das jülischc Problem zu verstellen. Ais während des Krieges •iic nationalen Fragen das tägliche Brot der öffentiichcu Erörterungen wurden und im Zentrum des öffent- Interesses standen, war cs ungemein schwer, jüdische Frage darin cinzttrcihcn und wenn es bis zu einem gewissen Maße doch gelang, 60 mir *amit, daß mau einen entschiedenen Unter• ehied zwischen den italienischen Juden und den Ostjuden Iurvorhob und die ersten, sodem Weltjudentum ausschalte. ״Es gibt uns Juden, aber keine Judenfrage -׳- weshalb ’ übrigen Juden nicht die unserige nachnme1־.״“ Das war die übliche Antwort, die man von Mienwr. auf alle Auseinandersetzungen über das jil- .!ociie roblem bekam, denn sie wußten wohl etwas u-tLi״UdCnfragc E״trechtung, Pogrome «sw. — . , . 1(1mmcr bereit, dagegen zu protestieren, hal>en ״i ״ * was <icr Jud entum «frage gehört f ״״ dic *btEener eine retn ko״• 0«5?'י!laben *ie 1nc!1r od״ weniger glücklich gelost. Deshalb hatten <Uc Vertreter der ost• *r bpitze -־ rckitv Wehte» Spiel ab 8k? versicherten, fl tf, 1^%,^ ,‘i״eB,.Äle.Äechte *enieße» w״* nch auf das Beispielde!■ Italienischcn Juden bemfead, mktea dem «Fanatimu«“ der liclicn ■ mch die ׳«sagen «uch l«ci vollen die •tte Schuld aa tk* OitJtKkai SMydtoheti Und ״uni muß b;i,gen, tl.1t! das italienische Jiuleuhw» alles late, Hin dieses Unverständnis dein jüdischen Pro- Wem gegenüber zu bewirken inui zu versiärken. Denn dic absolute, nicht nur rechtliche sondern auch ״escllücliaftliche Gleichstellung haben die Juden nicht umsonst bekommen. Im Ciogcitleil; sie haben dafür einen nicht geringen Preis bezahl, über dessen Höhe sich nur wenige von ihnen klar sind. Um ihre christlichen Mitbürger vergessen zu lassen, daß Mortara, Luzzatti oder Trevcs Juden sind, mußten zuerst sie selbst es vergessen. Vorausset/un״ dazu war der Verzieht auf jede Eigenart. Die letzten Generationen haben 1nit ganzer Energie in dieser Richtung gcarlteitet. Schon in der Periode der italienischen Einheits- und Freiheitskämpfe beginnt die Zersetzung(•, ähnlich wie cs gewissen Schichten des musischen Judentums in letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts und in den ersten des zwanzigsten durch die revolutionäre Bewegung erging'׳ so fühlte sich mich die jüdische Jugend Italiens von 1k־r Bewegung, an deren Spitze Männer wie Garibakli tmd Maz./iiii standen, mächtig angezogen und mit Stolz ••«■innert sich nt,־melier heutige Jude daran, daß in garihahlinischen Kämpfen auch das Blut seines Vaters geflossen sei. lXvr vollständige Krach kam aber dttrclt die Vereinigung des Königreiches, die den Juden volle Gleichberechtigung brachte. Das allgemeine Losungswort wurde ״Vergessen -und aufgehen“ und weiut cs heute nicht mehr öffentlich proklamiert wird, so hauptsächlich weil der Zweck im grölten und ganzen erreicht ist. Wie es ein liier ״ebriiuchlidtes Schlagwort sagt: ״Das jüdische Exil in Italien Imt aufgehört ein Exil zu sein“ und wie ein Geschichtschreiber des ita-!ionischen Judentums es ansdrückt: ״Von dem Momente als die Italiener Rom eingenommen haben, hört die Geschichte der italienischen Juden fast auf..,Sid schmilzt zusammen mit allgemeiner italienischer Geschichte“. Man irrt sich, wenn mau meint, dal! das lUUcmsche Judentum (in •;einem Gros genommen) eine innere Krise erlebt, daß cs eine Reformpartei oder eine theoretisch ausgebildetc assimilatomchc Strömung gibt - auch der Kampf hat fast attfgcin'irt. Die grolle Mchrtieit ist eiiiiaelt weggvgangcn. Das Gcmeindclelxm ist äußerst arm; muudte Gemeinden fristen kaum ihr Dasein, manche sind vollständig verschwunden; Gemeinden der großen Städte, von welchen man genau weiß, daß sie Tarnende von Juden heheshergeu, haben wenige Hunderte von eingeschriebenen Mitgliedern, aber auch diese stellen meistens dem Gemeindclcbcn fern. Allgemein ist die Klage über den iuteltekltrcHen und sozialen 7leistend des Rabbi nates. Es gibt nur wenige jüdischc Schulen, sic sind meist ärmlich ausgestattet, schlecht organisiert und wenig besucht (eine Ausnahme bildet mir Florenz u!md teilweise Livorno). Vcreine oder Gesellschaften für jüdische Liter a t ti r oder Wisse 11 geh alt gibt cs überhaupt niclit. Das ist der Preis, mit welchem das italienische Juden• tum den Ministerpostcn von Luz.zatti bezahlt hat. Fast alle Juden nehmen einen aktiveil Teil an italienischem Leben und haben es meistens sehr un* gern, wenn man noch von Judcnfrage tind Judenüberhaupt spricht; das erinnert eben an die Vergangen• heit, die man ganz streichen möchte. Diese Juden bilden ein ewiges Hindernis für jede öffentlidte jüdischc Aktion, für jede jüdische Manifestation — ntan weift schon im voraus, daß die Nachrichten des zioni« *tischen Büros in «len Zeitungen ungern äbgcdruckt werden, wo die Juden am Redaktionstisch sitzen; man weift, daß mau bei christlichen Beamten, Parlamentariern oder Schriftstellern mehr Verskindnis findet als bei jüdi scheu. Diese sind alle sehr national gestimmt, aber im italienischen Sinne und sprechen gern von ihrer 1 a t c i n i e c h e n Kultur, von lateinischem Geiste oder auch von ,,unseren Vorfahren den Römern“, Daß j sic vielleicht in gegebenem Momente das Schicksal! des tu« gari scheu Judentums erleben könnten, kommt ihnen selbstverständlich gar nicht in den Sinn. Unter dem Rost, der noch aus irgend einem Grunde am jüdischen Leben festhiiit, könnte man drei Grupepn unterscheiden. Die erste, «iie kleinste, wird von jenen gebildet, denen der geschichtliche Sinn, die Fähigkeit, dic pliilosophischeu und ethischen Werfe zu schätzen, die Einsicht in den reichen Inhalt «ter jüdischen geistigen Vergangenheit cs verbietet, die indische Tradition als unnützes Zeug einfach in «iie Rumpelkammer zu vcrsetzen; sie bewahren deshalb eine gewisse Pietät, aber nicht mehr als «iics, weit das Judentum für sie keine Aktualität, sondern eben nur Vergangenheit ist, aus welcher man vielleicht noch das und jenes herausziehen könnte was zur geistigen Erziehung der Menschheit beitragen kann (ähnlich wie ck sich mit römischer oder griechischer geistiger Erbschaft verhält), was aber keinesfalls den Inhalt des heutigen Lebens aitsmacbcn könnte. Diese Gruppe, die auch einige Reform versuche unternommen hat und stark zum Christentum tendiert, wird aber notwendigerweise immer kleiner, denn sie besteht aus ״erlesenem Geistern“ und setzt eine jüdischc Erziehung und jüdische traditionelle Bildung voraus, wa* man immer seltener trifft,, Die z.weite Gruppe — die größte — ist von jenen geliildet, die «och religiös geblieben sind; darauf aber beschränkt sich bei «len meisten ihr Judentum; es fängt au und schließt ab mit der Synagoge und auch die* reicht nicht aus, damit sic sich als Teil des Weltjudctihnns fühlten. Sie sind nur Italiener jüdischen Glaubens. Endlieh die dritte Gruppe besteht aus meist jüngeren Leuten, die sich als Nationaljuden zu fühle* begonnen haben und sich tun die zionistische Oigauisatbn und um die zionistische Wodiensclirift ״Israel“ «uantela. Mas muß aber gewisse Reserven auch dieser Gruppe gegemtber am :sprechen, denn ttir viele von ihn• :1 «st der Zionismus nur noch ein unbestimmtes Gefühl, m welchem philanthropische und sentimentale Momente tibeiwiegen; mehr Sehnsucht als Bewußtsein; kein innert•* Ereignis, keine Rückkehr, «wmkrn eine einfache Partei einsclircibtmg, dic zu nichts verpflichtet. Viele neiinvu sich Zionisten, nur weil es zu keiner klaren Gruppierang gekommen ist. so daß es an nationalen nicht zionistischen - jüdischen Organisationen fehlte. Wenn cs Ln Italien ein mehr oder weniger entwickeltes jüdischcs Leben gälx-, würde wahrscheinlich die Meltr/nhl der heutigen Zionisten der Gruppe der ״jüdischen Kultur• gcmcinscliatt“ im italienischen Vaterlamle «der der etwas national gesinnten Orthodoxie, nicht aber dem Zionismus angeboren, welchem sie sich jetrt nur deshalb anschlicften, weil die Zionisten die einzigen sind, die für die Kuiteti werte und die nationale Würde cintrctcn utul wenigstens ein bißchen Lehen in jüdische Kreise tragen. Deshalb fallen hier der zionistischen Organisation auch pltilantlnopisclie, aufklnremle, rechtscdiützcndc Aufgaben zu, die anderwo mit Erfolg von nicht/ionistischen Genuw.cn geleistet wenkn, uml «Iie zionistische Presse muß manchinal mit Schaden für rein zionistische Zwecke ■ dem Umstand Rechnung tragen, daß sie tlic einzige mein oder weniger gutgesteiite jüdische Presse ist. Damit alter wird auch eine ganz besondere Situation geschali!•«, die dein italienischcu Zionisimis die Möglichkeit gibt, alles, was im italienischen Judentum n«vclt national Sül’Jt tut«! denkt, um sieh zu sammeln tmd daraus mit der £?.cit einen nicht unbedeutenden nationalen K«t1 «1 bilden Rumänischer Brie! <Vo* miseram Fhdcarcstcr Korresfpondcnte».) J, R. Bukarest, Im März I02t> Heimgekchrt vom Kriege, Ii.sJhvi die rumänischen Juden die ganze Erbitterung tau! die ganze Enttäusdrsij• ihrer 'Erlebnisse ■während de« Dienste* an der Front mitpehraieht. Was ri» der Zeit de* Waffcnstillstamlc« t»w zum Frieden von Verstoßes und St, Gerutain noch »«׳ (:ckominen RI, war;«ucli niclit dam gemadit, ihre M«1• lrungen umt ihr Verltahen zu ändern. Kein noch «0 *<-ln hcbetiswürdige* und in Honig getauchte* Wort!kv Regierung uml der nuiätnisziteii Politiker hat iltrc- Stoul hafUgkeit crschüUeru können. Zuviel haben die Jude» Rtnnäitiens eben gelitten, tun sieh noch mit Worten laut halben Taten abspeisen zu lassen. Es gab in Runt'inko vor dem Kriege außer der Zionistischen Federation nocl» die Vereinigung der einheimischen Juden, 1wekbe der Assimilation verdächtig, von den Zionisten scitr scharf bekimjift wurde. Sie existiert noch Itcute und ist atti dom Kriege rein national*jüdisch zurück gekommen. Die Richtlinien, wekhe sie «ie« Masse wälirend der W.1111en gegeben hat und ihr Manifest enthalten ausgesprochen jtafional-jtidisi'lie Ihinkte t*t׳l sind 90 voll von einem Verlangen nach reut jüdische*« Lclicn, wie cs in Rumänien nocli nicht vorgckonunc»» ist. Sic stützten och auf die Anerkennung derjtide* als Minorität, erinnerten die Rumänen an dic vätk■* Ausnaltmcgcsetze, dic Schikanen im Kriege um! naclt «lern Kriege, erklärten» «faß sie zu keiner bestehenden P.utr» Vertrauen h!hui, sondern nur zu einzelnen Mirmeni, «ki*• schon früher, trotz aller Schwierigkeiten, für die Jude* cingetrcten sind tmd entschlossen sich für eine abwartende Haltung und eine völlige Enthaltung V;*» dem aßgcmclttcu WaJtlcn zum Parlament. Sie forderten idxv von der Regierung und vom rumünischeu Volke Eutgegcnkommeii, Verständnis für ihre Eigenart ״»!• Juden“, Anerkennung der jüdisdicn Geniekulen, der jüd'rsdicn Schulen, ihrer Abgangszeugnisse und D.1t«x• ricltlsprogramme, welche, aiitSer den in den staatlich•:-« Schulen geübten Fächern, noch dic hebräische Spradw! mul jüdiscltc Ge seit ich te enthalten «ölten. Mit* 1 muß Rtunänicn und auch die Führer der einheimische*! Juden kennen, 1«:n den Umschwung aus eurem *oIcJuh« j Verltahen verstehen zu können. I Inzwischen rückte dic Wnhtzeit heran. Der «latnaHgc Ministerpräsident erklärte in der ganzen Weit, daß die Judcnfrage in Rumänien gelöst sei, daß alle Juden 4n Rumänien ihre bürgexlidten tun! jmütischen Rechte erlangt hätten ttsw. IXili gerade die Tausetule von Soldat«■*, welche damals bei der Armee in Ungarn standen, no-h immer ״Fremde“ waren, hat er natürlich verschwiegen, daß die rumänischen Gefängnisse mit |tuten voll waren, wegen aUerlci erdedbeten Beschuldigung«'«, hat er auch nicht 'gesagt. E* kam dann /tun Bruche mit deu* Oberste» Rate der Entente und er zog stell mit da־ höerakn Partei von der Regierung zurück, ihm folgt«־ ein -unpolitisches Kabinett von Gcneräkm t«1d der Rückrag aus Bmlapest. Und die Wahlkampagne. Wälurend dieser Wahlkampagne haben die Jtuten allerlei erlebt. Mirabi!« dictu! Man warb um sie; rumänische Politiker fuhren au Auto vor deu Synagogen vor und hielten drk«, »m Gchrock und Zy’inderttut, iltrc Waitlrcdc. Doch me bliebcit ktähi, die Juden Rumäniens. Die Eitre, 11«* den großen Tag erlebt zu haben, auch ein Wörtchen iut Hause milrcdctt zu dürfen, wo so viele Unterdrückungslclauscln gegen «ie aus gedacht wtmkat, löste keine Begeisterung aus und machte »e nicht schwanken Sie hörten steh alle* •chweigsaim und hüfli-clt an. In <tea moWauMicn Städtchen astdt die Reden der wenigen, jüdischen Wahlagenten, Und «dtwlegcn beiiurrlicli. U*«l hatten redit. Denn während in Bukareft, u Jassy, in Brnila •ogar Jonel Bratianu (der ^ewesene Ministcsrpräaidcnt) sich mit ihnen als verbrüdert erklärte, erklärte in den Bergstädten, wo keine Judas wohnten, tler Bruder des gewesenen MWaterpräsideaten», Dfau Uradami, daß ■ie SdiuM Itabcn am Verhist des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.