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Jüdische Rundschau · 1920-03-12 · Heft 20 (12.3.1920) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 20 (12.3.1920)
Date
1920-03-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 136 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 20 Zur Lage der Juden in Rußland Von unserem Italienischen Korrespond e n t c n. nt b. Rom, den 20. Februar 1920. Es kann etwas sonderbar Vorkommen, daß man von Italien aus über russische Juden schreibt. Wir sind aber liier in Rom in solcher Lage, daß der unmittelbare Kontakt mit der jüdischen Bevölkerung insbesondere Südnißl.mds, für uns manchmal leiditcr ist, als für Länder, die geograplüsdi näher an Rußland sind. Die Flüchtlings welle, die von Odessa aus sich nach Frankreich, England und Amerika zu ergießen beginnt, kommt zuerst nach Italien, und so bekommen wir manches Interessante zu sehen und zu hören. Es kommen dabei öfters auch die politischen Persönlichkeiten vorbei, insbesondere bei der in letzter Zeit so oft gefahrenen Reisestrecke London — Jaffa. So haben war, als unsere Oäste Ussisclikin und Goldberg, Rosoff, Wcizmann und Nachman Syrkin, bis auf Sir Herbert Samuel, gesehen. '־Die letzte politische Persönlichkeit aus Rußland, mit welcher wir Gelegenheit gehabt haben, über die Lage in Rußland zu sprechen, war Leon Branison, langjähriges tätiges Mitglied der ״Gesell- Schaft für Aufklärungsverbreiiung unter den russischen Juden“, der ״Gesellschaft für Handwerk- und Landarbeit unter russischen Juden“, Mitglied der ersten Dtnna (von Kownocr Juden gewählt), welcher sich in der Sache der Verbreitung der professionellen Bildung unter den Juden besonders verdienstlich gemacht hat. Während des Krieges war er Mitglied des Zcntralaus- Schusses des ,,Hilfsverein für Kriegsopfer“, nach der Revolution wurde er als jüdischer Sachverständiger in die Kommission, die das Gleiclibcrcchligungsg'csetr. ausgearbeitet hat, ernannt. Herr Bramson hat sich auch — seinem Standpunkt gemäß, daß die Gesdiickc der russischen Juden sich in Rußland zu vollbringen haben — viel mit allgemein russischer Politik beschäftigt, und war einer der Gründer der völkisch-sozialistischen Partei, in deren Zentralausschuß er bis jetzt seinen Platz hat ln unserer Unterredung hat er unter anderem auch einige recht bittere Feststellungen gemacht, die wir der um Wahrheit willen bringen, da H. Branison sich in seiner 30jährigen öffentlichen Tätigkeit den Namen eines durchaus objektiven und nüchternen Beobachters erworben bat. Herr Bramsern geht jetzt nach Frankreich, England und Amerika als Mitglied der Delegation der ״Gesellschaft für Handwerk- und Landarbeit“, weldier noch ein jüdischer Sozialist, Mitglied der russischen National- Versammlung, Davidowicz, angehört. Die Aufgabe der Delegation besteht darin, die westeuropäischen und amerikanischen Juden mit der Lage der Juden in Ruß- Lind bckanntzuniaclien, die Methoden zur Besserung der Lage zu zeigen, finanzielle Mittel zu suche«, Arbeitswericzeuge und das Arbeitsmatecial, die heute in Rußland kaum zu finden sind, dnzukaufen, die westliehen Formen der Arbeitshilfe zu studieren und endlich in nähere Beziehungen mit Arbeiterorganisationen, bcsonders Englands und Amerikas, zu treten. Politisch kt die Zersplitterung der jüdischen Kräfte festzustellen; fast alle Parteien — insbesondere die sozialistischen — erleben einen Moment der Krise und Spaltung; die zionistische Organisation, die Volkspartei ״Achduth“, werden in SowjetruBIand verfolgt Eine klare und sichere politische Stellungnahme cinzunehmen ist für die jüdische Masse auch deshalb schwer geworden, weil jedes Regierungssystem nur temporär ist und relativ schnell mit einem anderen vertauscht wird, so daß es an Zeit und Möglichkeit fehlt, sidi dem momentanen System einzuordnen; und wenn die jüdische Bevölkerung eine Eingliederung anstrebt, wird dieser Versuch von der darauf folgenden Regierung blutig gerächt; m kommt es, daß jeder Regicrungs- Wechsel — und Kiew Irat Ihrer z. B. während der letzten anderthalb Jahre zwölf gesehen —• für die Juden von schwerwiegenden Folgen begleitet wird. Dazu kommt noch, daß die Stellung der verschiedenen Parteien den Juden gegenüber recht paradox ist So proklamieren die Ukrainer eine vollständige Nationafantonomie, die aber von blutigsten Progromen begleitet wurde; die Kommunisten kämpfen entschieden gegen jeden Antisemitismus und bestrafen erbarmungslos diejenigen, die sich irgendwelche Judenaussdireitungen erfauben, verhindern hingegen jede spezifisch jüdisch-öffentliehe Tätigkeit, verfolgen Parteien und Gesellschaften, schließen die Verlagsunternehmungen (u. a. Tarbuth) . und die Zeitungen, beschlagnahmen Parteivermögen (Herr Branison zeigte uns diesbezügliche recht charaktcristische Befehle der kommunistischen Behörden, von den jüdischen Kommunisten Rufes und Frenke! unterzeichnet), so daß jüdisches Kultur- und Gcmcindelcben fast unmöglich wird. Die antisemitische Stirnmung ist in der christlichen Bevölkerung wohl vorbreitet, nicht aber in dem Maße, wie man glauben könnte, wenn man nach den Pogromen urteilt Nicht minder ernst ist die wirtschaftliche Lage. Während des verflossenen Jahres sind Pogromc in 450 Ortschaften vorgekommen *(dabei in einigen drei- bis siebenmal hintereinander); die Zahl 'der Toten überschreitet hunderttausend, die Zahl der Verwundeten fünfzigtausend, einige Tausende von Häusern wurden zerstört und verbrannt, mehr als eine Million Juden wurde beraubt und wirtschaftlich vernichtet, allein die Nahrungsmittel für die Opfer der Pogrome haben die Summe von etwa 20 Millionen Rubel täglich gekostet; die Hilfe an die Kinder hat vom ״Zcntralausschuß für die Hilfeleistung“ mehr als zwei Milliarden VC!l:lrSh. Viele ייס׳י den kleinen ukrainischen Städtchen und Dörfern, die vor allem von Juden bevölkert wurde», sind lniite ״tote Städte“, cL h. von iiircti Bewohnern vollständig verfassen, die alle in größere Städte ziehen, wo sie Sicherheit und Verdienst suchen, und nur die äußerste Annut findenj Dazu kommt, daß die Methoden der kommunistischen Nationalwirtschaft die kleine lndustiic und den kleinen Handel zugrunde richten, die private Initiative und damit die Existenzgrundlagen der überwiegenden Mehrheit der jüdischen Bevölkerung erschlittern. Alle, zusammen — die Pogrome, die unsichere politische Lage, die soziale Politik de« Koni- «nnuismus —- lütten zur Folge, daß die große Masse aus ihren Wirtschafts- und Lebcnspositioncti verdrängt wurde. Ein typisches Beispiel wird von Odessa (das heute eine jiidcngemeinde von etwa 260000 Menschen hat) geliefert, wo die Juden vor dem Kriege im Handwerk eine überwiegende Rolle spielten; 70 Prozent der Schneider, 60 Prozent der Schuster waren Juden. Nunmehr wurde, durch eine Untersuchung, die im Jahre 1919 veranstaltet wurde, festgestellt, daß nur 5 Prozent der Herrenschneider noch normal arbeiten, daß von 700 Werkstätten der Damenschneider nur noch 300 existieren, daß die Zahl der Schuster von 10000 auf 3000 gesunken ist, und das Tischlerhandwerk auf die Hälfte vermindert ist. Der Unterricht im Handwerk ist fast gänzlich verschwinden. Die mittlere Dimension einer Schneiderwerkstatt luit sich von 15 bis 20 Menschen auf 3 bis 5 vermindert. 75 Prozent der Lehrlinge haben ihre Arbeit verlassen und bescliäftigcn sich mit Kleinhandel, sind Kutscher und Träger geworden oder in die rote Armee cingetrctcii, Die Schulen für profeasioneile Bildung sind wenig besucht und teilweise ganz geschlossen, ini Handwerk fehlt deshalb jeder Nachwuchs. Die Hauptursachen dieses Uebelstandes sind die Schwierigkeiten in der Beschaffung von Matcrial und Werkzeugen, und Mangel an Käufern. So ist durch Krieg und Revolution die ganze langjährige Arbeit zur Gesundung des Wirtschaftslebens des rus- Rischen Judentums in ihrem Fundament erschüttert. Wie lebt aber die jüdische Bevölkerung? Die erste Antwort ist, daß sie eigentlich nicht mehr lebt, sondern in ungeheurer großer Armut ihr Leben kaum fristet. Die Sterblichkeit Ist enorm gestiegen und nicht nur iiifolge von Pogromen, sondern auch infolge des ehronischen Nichtsattessens. Die wenigen Lebensmittel bcschafft sidi die Mehrheit durch eine überaus ungesunde Beschäftigung, durch Spekulieren. Wenn man den inoraüscheti und volkserzieherischcn Standpunkt ganz außer Acht läßt, muß man doch fcststellcn, daß diese Art der Beschäftigung gefährlich, unbeständig, gewagt ist, daß sie nicht dazu führt, einen Beruf zu erlernen, und daß sic endlich nur im jetzigen vorübergehenden Momente möglich ist, und in dem Augenblicke, als in Rußland eine irgendwie normale politische und wirtschaftliche Ordnung Platz greifen wird, alle diese Menschen ohne Brot und ohne irgendwelche Kenntnisse auf die Straße geworfen werden. Die Bevölkerung verstellt cs wohl sehr gut, und man müßte ihr nur energisch zur Hilfe kommen. Als erstes Mittel zur Abhilfe stellt sidi der alte erprobte Weg der Auswanderung dar; aber auch ohne den ״russisch-jüdischen“ Standpunkt des Herrn Branison zu teilen, muß man einsehen, daß dieser Weg heutzutage kaum in weitem Umfang zu betreten sei. Palästina kommt als Ziel derartiger Massenemigration in der nächsten Zukunft nicht in Betracht; und das klassis&zi Land der Auswanderung, Amerika, scheint nicht »ehr gewillt zu sein, die neuen Massen der Emi■ granten aufzunchinen׳. Es gibt also für den Moment gar keinen anderen Ausweg, als die Heilmittel in Rußfand selbst zu suchen und zwar in Neugestaltung des jüdischen wirtschaftlichen Lebens im Sinne der produktiven Arbeit. Die ״Gesellschaft für Handwerk- und Landarbeit' liat einen ausführlichen Plan ausgearbeitet, welchen man in einem Worte zusammenfassen kann: Arbeitshilfe. Die Gesellschaft hat schon einige Schuster- und Tischlerwerkstätten in Kiew und Odessa auf genossenschaftlieber Grundlage organisiert; hat außerdem, die immer mehr hervortretende Tendenz der russischen Juden zur Landarbeit benutzend, ihnen mit allen Mitteln geholfen, die sogenannte ״Landpar/elle“ in Nachbarschaft der Städte (was den Lebensgewohnheiten der Juden Rechnung trägt), zu organisiere,1, was in Odessa, Kiew, und besondere in Weißrußland schon zu gutem Teil zur Tatsache geworden ist; bei Organisierung der Kolonien, die auch zu Unterrichtszwecken dienen, hat die ״Gesell schaft für Handwerk- und Landarbeit“ Hand in Hand mit zionistischen Organisationen gearbeitet Für die Zukunft will die Gesellschaft Musterwirtschaften, fandwirtschaftliche Schulen und Kurse, Musterwerkstätten, Handwerkausstel.ungen und Museen überall organisi.rcn, für die Verbreitung der professionellen Bildung sorgen und mit allen möglichen Maßnahmen die Rückkelir der jüdischen Bevölkerung zur gesunden, bodenständigen, produktiven Arbeit fördern. Es wäre nur zu wünschen, daß auch die Zionisten diesem wichtigen Gebiete des jüdischen Lebens, das auch ein Stück der ״Gegenwartsarbeit“ darstellt, in Zukunft nicht so fern gegenüberstchen wie es in der Vergangenheit der Fall war״). ״) Wir können hier nicht umhin zu bemerken, daß auch in zionistischen Kreisen die Berufs Umschichtung im Sinne produktiver Arbeit bereits seit langem in ihrer Bedeutung für die wirtschaftliche Normalisierung des jüdischen Volkes und als Voraussetzung einer gesunden Entwicklung Palästinas erkannt ist. Allerdings scheint unser ita'ienischcr Freund dirin Recht zu haben, daß aus dieser Erkenntnis bisher die praktischen Konsequueuzen nicht im erwünschten Man gezogen worden und. D. Red. Die Politik Dcnikins Die Regierung Dcuikins hat den Professor Gronski nach Amerika entsandt, um dort für die sogenannte ״Frciwilligenarmee“ Denikins zu agitieren. Gronski hat vor seinem Weggang die jüdischen CWnteinden Südrußlands gebeten, ihn bei seiner Tätigkeit zu unterstützen. Am 12. November 1919 fand in Ro stow eine Sitzung des jüdisch-politischen Komitees, das aus Vertretern der jüdischen Gemeinden bestellt, mir Professor Oronski statt. Dieser erklärte, daß er die den Juden zu ge fügten Pogrome der Dcnikinschen Armi* aufs tiefste bedaurc, daß sie aber durch die prekäre Lage der Armee und durch die demoralisierende Wir• kung des Bürgerkrieges erklärt werden könnten. Sk würden völlig aufliöreti, wenn Denikin gesiegt habe. Eines der Mitglieder des Komitees setzte daraus in ausführlicher Weise auseinander, welclie Politik die Regierung Dcnikins verfolgt habe. Die Juden würden als Bolschewiki verdächtig, obwohl ein kommunistisches Regime für sic ein Unglück bedeute. Sie hätten sich ursprünglich an den gegen die Bolschewisten gerichteten Unternehmungen der Armee Kornüow beteiligt Die Dcnikinschc Armee habe dagegen sofort mit Pogromen begonnen, Zehntausende von Juden seien hingeschlachtet, ihr Besitz geplündert, die Geinrindcn zei stört worden. Verschiedene Schritte bei Denikin seien vergeblich gewesen, und nunmehr betrachten es die Juden als aussichtslos, bei der Regierung etwas zu erreichen. Das wichtigste Problem sei jetzt, den Opfern der Pogrome Hilfe zu verschaffen. Tansende von Menschen seien ohne Kleider, ohne Schuhwerk geblieben, Hungersnot und Typhus herrschen, Mangel an Wohnräume seien vorhanden. Die Regierung, die die Schuld an diesem Unglück trage, habe ursprünglich 60 Millionen Rubel als Beitrag zu den Hilfsgcldem versprochen, sie habe dann die Summe auf 10 Millionen herabgesetzt und schließlich nichts gegeben. *Ja, man hat sogar gewagt, das Hilf»- komitec zu unterdrücken und seine Tätigkeit unmöglich zu machen. Verschiedene Russen haben eine Liga gegen den Antisemitismus gebildet, die Regierung hat ihnen verboten, mit einem Aufruf an die Oeffentlichkeit heranzutreten. Nach der Zeit der Siege kam die der Niederlage und diese führte zu neuen Pogromen, die bisher nicht aufgehört haben, ln diesem Augenblick fordere Professor Gronski die Unterstützung der Juden für die Denikinsche Armee. ״Welche Hilfe“, fuhr dir Redner fort, ״können wir Euch geben, jetzt wo die Stimme des Blutes unserer Brüder zu den Ohren der amerikanischen Juden emporsteigt und sie in eine Stirnmung vod schmerzlicher Empörung gebracht hat?“ Nur ein vollkommener Wandel in der Haltung der Dcnikinschen Regierung könne eine vf. änderte Stellung der Juden bewirken. Denikin müsse eine offizielle Erklärung bekanntgoben, in der die Gleich- Stellung der Juden mit der übrigen Bevölkerung ausgesprochen wird. Jeder Pogrom müsse aufhören uud sämtliche Schuldigen vor Kriegsgerichte gestellt werden. Radikale Maßnahmen gegen Plünderungen, Insbesondere auch in den Eisenbahnzügen müßten unternommen werden, die Pogromorganisationen müßten unterdrückt, die jüdische Presse in ihrem Erscheinen nicht mehr gehiudort werden. Auf diese Ausführungen antwortete Professor Gronski mit der Erklärung, daß er nicht rechtfertigen könne, was geschehen sei und die Richtigkeit aller Beschuldigungen unumwunden zugeben müsse. Er nehme zur Kenntnis, daß die Juden sich außerstande sähen, für die Unterstützung der Armee Dcnikins etwas zu unternehmen. Er werde sein Möglichstcs tun. Denikin zur Annahme der jüdischen Forderunfien zu bewegen. Es gäbe drei Möglichkeiten, wie General Denikin sich auf diese Vorschläge verhalten könne. Er könne sic akzeptieren, sie ablehnen oder sie teilweise ablehne«, was soU in letzterem Fall geschehen? Auf diese Frage antwortete Dr. Wilensky, der der Führer der Delegation war, die am 26. Juli 1vt9 mit Denikin verhandelt hat. Er hat damals den Eindruck gewonnen, daß Denikin selbst gegen die Pogrome sei, daß er aber nicht den Mut habe, gegen die antisemitische Stimmung aufzutreten. Als am Schluß der Unterredung die jüdische Delegation fragte, ob sie den Inhalt der Unterredung veröffentlichen dürfe, sprach Denikia die für seine Regierung charakteristischen Worte: ״Vor allem labt mich nicht zu sehr.“ Das ganze Regime ist durch die Angst vor den extremen Reaktionären gekennzeichnet. Der Redner fuhr fort: ״Ich habe au» Charkow flüchten müssen und mit mir ist die ganze jüdische Gemeinde ins Exil gezogen, und als auf der Reise drei Otfizierc uns angriffen und mir meine goldene Uhr Wegnahmen, ebenso meiner Frau die ihrige, da habe ich weniger den Verlust einer Wertsache bedauert, als den Zustand von Demoralisation, der in dem Lande herrscht“ Auf die Aufforderung Gronskis, eine Delegation an die amerikanischen Juden wegen Unter- Stützung der Dcnikinschen Armee zu senden, erwiderte er, sie hätten auch keine Delegation geschickt, um die amerikanischen Juden über die Pogrome zu unterrichten. Wenn wirkliche Maßnahmen ergriffen würden, um die Pogrome zu unterdrücken, dann würde der Seufzer der Erleichterung ebenso nach Amerika dringen, wie der Ruf des Schmerzes dorthin gedrungen sei. Dana sprach der erste Redner noch einmal, lehnte cs ab. im Namen des jüdischen Volkes irgendeinen Kuhhandel zu treiben und verlangte die unveränderte Annahme des Minimumprogramms, das er vorher entwickelt hatte.

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