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Jüdische Rundschau · 1920-03-09 · Heft 19 (9.3.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 19 (9.3.1920)
Date
1920-03-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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St!;•: 132 ihre Insassen sind vor K.'ille und Hunger umgekommcn. Man meldet auch aus Haifa, Damaskus und Aleppo starken Schneefall und viele Unglücksl'älle. Die Laudesbewohner und üescliiditsgclehrten versichern, daß eine derartige Katastrophe in historischen Zeiten in Palästina nicht vorgekommen ist Ein neues Opfer der BeduinenDberfälte ״Kuntrefi" berichtet über einen Beduinenüberfall bei der Siedlung Tel Chai, den man dieimal leider nicht als Mißverständnis betrachten kann. Ein Augen• zeuge berichtet wie folgt: Am Freitag, den 17. Schewat fuhren wir, vier Personen in einem Wagen nach Meftillali, um von dort Heizstoffe und Stroh zu holen. Drei Kameraden' gingen auf den Acker, nicht weit von unserer Wohnung, zwei um zu pflügen und einer als Wächter. Um 11 Uhr ungefähr zeijtcn sich von Norden her hinter dem Hügel zwei Heiler, die sofort gegen die Arbeitenden Feuer eröffnetcn. Auch andere Araber, die sich hinter dem Hügel im Norden und Osten versteckten, feuerten mit. Zwei Araber gingen unterdessen auf die arbeitenden Kameraden zu, u m ihnen die Rinder wegzuneh 111 en. Daraufhin schoß der Wächter aus seiner Waffe und das Vieh, das dmch das beiderseitige Schießen verwirrt wurde, verwickelte sich in seinem Gespann. Unsere Kameraden mußten es im Stich lassen, damit sie nach Hilfe laufen konnten. Nach einigen Minuten gingen an 10 Käme* raden ins Feld hinaus. Es entwickelte sich ein starkes Geplänkel von beiden Seiten. Plötzlich schrie Chawer Aron Scher laut auf: ״ich bin verwundet" und fiel um. Die Kugel hatte seinen Körper durchbohrt. Ein Loch war an der rechten Seite, das andere nahe an der Herzgegend. Der Arzt, der in Tel Chai zu* gegen war, reichte ihm sofort Hilfe. Es hat aber nichts geholfen, nach einer halben Stunde war er tot. Wir bitten dringend uns Menschen zu schicken. Wenn die Hilfe nicht rechtzeitig kommt, ist e« vielleicht schon zu spät," Colonel Storrs an jildische ,Kinder. Am Neu* jahrsfest der Baume (Chamischah assar b’Schwat), an welchem Tage in Mozza von ungefähr 3000 jerusalemer Kindern Bäume gepflanzt wurden, sandte der Gouverneur von Jerusalem, Colonel Storrs, folgende eigenhändig geschriebene hebräische Begrüßung an die Kinder: ,,Liebe Kinder! Ich bin glücklich, Euch auf diesem Platze mit ״Schalem" begrüßen zu können. Ich hege den Wunscfi, daß es Euch beschießen sei, zu• *ammen mit diesen Bäumen zu wachsen und zu gedeihen, wie die Zedern vom Libanon und dt• Rose von Saron." Zionistische Bewegung Zionistische Rayonkonferenzen fn Polen. Das Zionistische Zentralkomitee in Polen hat für den 24. Adar, d. (. den 14. März d. J., die Rayonkonfcrcnzen der Rayons Lodz, Loinza und Scnedictz ein• berufen. Das Vorbereitungskomitee der Wcltkonferenz des ״Hapoiil-Hazai'r‘‘ in Prag fordert neuerlich die Organi• sationeu des ״Hapocl-Haz.iir“ und der ״Zeirc-Zion" in allen Ländern auf, sofort dem Büro der Konferenz (p. Adr.: Zionistisches Büro, Prag II, Ruzowa 24) die Zeit der mutmaßlichen Ankunft ihrer Delegierten zu telegraphieren und das Büro ständig über die Vorbereitungen, Abreise der Delegierten usw. am Laufenden zu halten. — Insbesondere ist dem Büro der genaue Stand der Paßbewiiiigungen für die Delegierten unverziiglich mitzutcilen, damit das Büro in der Lage ist, bei eventuellen Paßschvvicrigkcitcn sofort intcv verlieren zu können. — Außerdem werden alle Gäste aufmerk• sam gemacht, spätestens bis 12. März zu melden, sofern sie aut Wohnungszuweisung und Eintrittsbanen für die Konferenz reflektieren. Literarische Mitteilungen Georg Brandes, Der Tragödie zweiter Teil. Der Friedens Schluß. ״Brücken", vierter Band. Verlag: Friedrich Andreas Perthes A.-G. Gotha. Preis 5 M. Dieser zweite Band der Kriegsauisätzc Georg Brandes zeigt wieder die bekannten Vorzüge des Verfassers. Nicht hur glänzenden Stil, sondern auch das Streben nach Objektivität und ehrliche Wahrheitsliebe. Natur• gemäß folgt daraus, daß er beiden Kriegsparteien Wahrheiten sagt, die sic nicht gern hören, und daß er auch den ״Scheinfrieden" ziemlich rücksichtslos ver• urteilt. An mehreren Stellen wird auch auf die jüdi• sehen Weltfrngen Bezug genommen. Im Gegensatz zu anderen Assimilanten spricht Brandes mit Wärme und Sympathie von der Schaffung eines jüdischen Staats• gebüdes in Palästina. In einem Aufsatz, der allerdings bereits ein Jahr alt ist, verweist er darauf, daß das Verhältnis zwischen Juden und Arabern in Palästina vortrefflich und von gegenseitigem Vertrauen getragen ist; nur diejenigen Araber, welche von französischen Missionaren zum Katholizismus bekehrt wurden, sind erbitterte Feinde des Zionismus, ״Diese Nachbarn werden den ganzen religiösen und nationalen Fanatismus der Renegaten haben oder so tun, als ob sie ihn hätten". Auch im letzten Aufsatz, der im September geschrieben ist, verweist Brandes auf die Dringlichkeit der Schaffung der jüdischen Heimstätte in Palästina angesichts der wahrhaft mittelalterlichen Raserei, mit der die Juden in ganz Europa hingemordet werden. Er stelit mit Befremden fest, daß bisher nichts zur Einlösung des gegebenen Versprechens geschehen ist. Sehr sympathisch ist auch das Eintreten Brandes für die Rechte der Völker im Gegensatz zu den Rechten der Staaten, von denen allein immer die Rede ist. Der Geist dieser Aufsätze ist ein liberaler im guten Sinn dieses mißbrauchten Wortes. — t Der Stybelveriag übersiedclt nach Jerusalem. Wie ״Haaretz“ berichtet, ist letzthin vom Verwalter der Abteilung des Stybelveriages in Amerika, J. D. Berkowitz, ein Brief eingetroffen, wonach der ganze Stybelverlag demnächst nach Jarusaktn überirsgcn vverd«n wH J U tjD I S eilt u U N PS CH AU Jüdische Welt-Chronik Eine neue Pnrtelgriindung. Eine neue Partei ist in Deutschland in Vorbereitung. Sie soll auf dcutschnationalantisemitischer und gleichzeitig auf sozialistischer Grund■ läge beruhen. 111 ihrem Programm f.mlet sich die Na• tionalisietuiig des Bodens, Ausscheidung des Zwischen• handeis und Freiheit von jüdischer Fremdherrschaft. Die neue Partei scheint überall auf gleiche Ablehnung zu stoßen. Die ״Neue Züricher Zeitung“ veröffentlicht einen sehr auslülirllcheri Aufsatz von Herbert Moos über die ״Verhetzung gegen die Juden in Deutschland“. Der Verfasser charakterisiert das Erstaunen, das jeden Frcinden befällt, wenn er die beispiellose Jiulcnhetze in Deutsch and mlterlebf. Er geht nacheinander die gegen die Juden erhobenen Vorwurfe durch und bcwe.st ihre Haltlosigkeit. Besonders eingehend beschäftigt er sich mit den jüdischen Schriftstellern und beweist deien wohl• tätigen Einfluß auf die innere politische Entwicklung Deutschlands, da gerade sic geeignet sind, den extremen Nationalismus zu überwinden und für eine geläuterte Menschlichkeit einzutreten, die die Bari? jeder kündigen Politik sein muß. — Dasselbe Blatt bringt am 4״. Marz einen langen Bericht über die judenhctze in Tirol von H. K. So n d e r c g g c r, der die antisemitische Propaganda aufs schärfste verurteilt. Er berichtet über eine Aiitiscmiienversammlung in Innsbruck vom 22. Februar, wo der Professor Meyer — ״offenbar sind die Pro• fcssorcn nicht nur Deutschlands Unglück“, bemerkt der Verfasser — eine blutrünstige, an die niedrigsten ln• stinkte des Volkes appcl.icrcndc Hetzrede hielt, die offen nicht nur Pogrom, sondern auch Reaktion propagierte. Die Anerkennung der jüdischen Nationalität in der Tschechoslowakei. In Würdigung d.cscs Ereignisscs schreibt die Prager ״Selbstwehr": ״Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen." Diese Worte Goethes weisen uns auf die Bedeutung dieser gesetzlichen Errungenschaften hin. Nationale Anerkennung ist di^ letzte Konsequenz der Gieichberechti* gung; ja sie ist eigentlich ihre einzige wahre Form; denn eine Gleichberechtigung, die jemand nur mit Aufgabe seinerEigenai t erlangen kann, ist keine Gleichberechtigung. Zwei Jüdischnationale Im Brünner Gemeindcrat. Bei den eben abgehaltcnen Wahlen in die Gemeinde- Vertretung der Stadt Brün 11 wurden zwei Jüdischnationale gewählt. Die Jiidischnatioualen erhielten von 115 93t) abgegebenen Stimmen 1770, die Poale-Zion 766 Stimmen (kan Mandat). Aktion für die Jüdischen Kriegsgefangenen ln Sibirien. In der Sitzung des Prager jud.sehen Nationalrates vom 17. Februar berichtete der Sekretär Dr. Knznelson über die Kricgsgefangeiicnaktion und gibt hierbei seitens der a in c r i k a n i s c 11 c n zionistischen Organisation cingelaukne Nachrichten wieder. Die amerikanischen Zionisten haben als ihren Delegierten den bekannten Zionisten Ingenieur S. üroübard, Direktor der New Yorker Untergrundbahn, nach S.birien entsendet, der die infolge des Vorrückens der Boisehe• ttikcii geänderten Verhältnisse untersuchen und gemeinsam mit dem Kapitän Sandelson die nötigen Schritte unternehmen soll. Die ainer.kanischc zionistische Organisat.on berichtet weiter über Besprechungen, welcite ihr Sekretär Jacob de Fi a a s mit dem tschechoslowakischeu Gesandten in Amerika, Charles Pergicr in dieser Sache gepflogen hat. I ierr Pcrgler ist Ende Januar nach Japan als dortiger Gesandter der tschechoslowaki• sehen Republik abgereist und soll auch die Repatriierung der tschechoslowakischen Bürger in dieser Eigenschaft fördern. Das Schreiben der American Zionist Ürganisation enthält ferner Mitteilungen über die Verwendung der vorläulig vom Joint Distribution Comittee zur Verfiigung gestellten iÜOOOO Dollar, sowie über den Plan der Gewährung einer Anleihe seitens der Alliierten und Assozicrten an die Tschechoslowakei zur Er• inöglidutitg der Rückbeförderung der Kriegsgefangenen in Sibirien. In der gleichen Angelegenheit gelangte ferner ein Schreiben des Rabbi Stephan Wise, Vize• Präsidenten der amerikanischen zionistischen Organisa• tion und Offiziers der französischen Ehrenlegion, zur Verlesung, der sich mit seiner ganzen Kraft für die Gefangenen ciiizusctzen verspricht und in seinem Schreiben auch seine freundschaftlichen Beziehungen zum Präsidenten Masaryk erwähnt. Die amerikanisch-jüdische Ukraine-Kommission. Die Mitglieder der jiidiscli-amerikanisclicn Kommission für die Ukraine wurden in einer längeren Audienz in Warschau von Pctljura empfangen. Am 14. v. Mts. haben die Herren Fisher und Pi ne sich aus War• schau nach der Ukraine begehen, während das dritte Mitglied der Kommission, Prof. Friedländcr, noch längere Zeit in Warschau bleibt. Eine Wiederaufbaukonferenz in Polen. Ende März wird in Warschau eine Konferenz in Angelegenheit des Wiederaufbaus des jüdischen Wirtschaftslebens in Polen stattfinden, au der wie man erwarfet, SUÜ—1000 Dole• gierte teiinchmen dürften. Das mit den Vorbereitungen beschäftigte Komitee hat beschlossen, die Assimilanten nidit zur Mitarbeit cinzuladen. Europäische Erbärmlichkeit, in der ״Wcltbühne" veröffentlicht Ed. Go Idbeck amerikanische Briefe; darin findet sich folgende Bemerkung: ״Wenn ich lese, daß wir Amerikaner allen in der Welt voran sind, und daß an unsertn Wesen di« Weit müsse genesen, wird mir ganz jämmerlich zumute. Wir haben ja alle die europäischen Erbärmlichkeiten treulich übernommen: selbst das antisemitische Tipferl auf dem i fehlt nicht. Vorgestern besuchte midi ein Neffe von mir, ein junger btudent. — Neffe: ״ist es eigentlich wahr, daß unsere Familie von Adel war?“ — ich: ״Ja." _ Neffe: ,Warum hast du denn den Ade! nicht wieder angenommen? Unser Name wird immer für jüdisch gehalten. Ich bin io einer Fraternity (Corps) und da werden keine Juden aufgenommen . . Jüdische Professoren werden nicht bestätigt. Der Professor der Lemberger Universität, Szymon Aszkenazy, einer der bedeutendsten Historiker Polens wurde unlängst auf Grund einstimmigen Beschlüsse• der Rechtsfakultät an die Warschauer Universität berufen Wie jetzt der ״Robotnik" mitteilt, hat der Univ»^ sithtwennt die« Ernwinung nicht bestätigt. Nr. 19 Ueber das Jüdische Erzlehungsproblcm in Palästina Jm neunten Heft der Zeitschrift ״Der Jude'“) isj rin Aufsatz des bekannten Professors vom Aberystwyth Univcrsity College in London, Alired E. Zimmern ent. halten, der gieiehze tig auch in englischen Zeitschriften erschienen ist. Professor Zimmern war vor kurzem in Palästina und gibt seine Eindrücke wieder, vor allem äußert er sich kritisch über das Erziehungsproblem. Nach der Anschauung Professor Zimmerns ist es bisher nicht gelungen, den neuen jüdischen Typus in Palästina 2u schaffen. Statt selbstverständlichen organischen Wachstum trilft man immer noch zu viel nationalistische, krankhatte Betonung des Judentums. Anstatt daß der jüdische Geist seine eigenen Fruchte zur Reife bringe kann und einen emlieit riehen, nationalen Typus erzeugt, hat man das Gefühl, daß die Menschen nur durch u.;s gemeinsame Interesse an der ״Judcnlrage" zusainiikn• gehalten werden, die den Gegenstand endloser Dis• Missionen bildet. Selbst der Hebraismus ist eine Gefahr für die kulturelle Entwicklung, weil zuviel Nachdruck auf die fonnaie Gestaltung statt auf den geistigen Kern der Erziehung gelegt wird. Als Reaktion entsteht in der Jugend ein Drang nach Europa, zumal auch die Erziehung zur Arbeit im Lande nicht entschieden genug ist. Nach einer Reihe von sehr beachtenswenen prinzipiellen Bemerkungen macht Professor Zimmern eine Reihe von positiven Vorschlägen, Er sieht vier Wege für den Fortschritt der Erzicliungspolitik, die in Pafa• stinn verfolgt werden sollten. Erstens eine Belebung des kulturellen Lebens der Kolonien durch Entsendung von Männern, die eine Zeitlang in den Kolonien leben und durch Reisen die Einheit des kulturellen Lebens der einzelnen Kolonien Herstellen, überall Bücher, Noten, Wissen• schaff, Anregungen aller Art verbreitend; zweitens sollte der Sjudiengang in allen Erziehungsanstalten eine ent• schiedcnere nationale und berufliche Richtung haben; drittens muß das Erzichungswescn demokratisiert wer• den, die Klassengegensätze müssen aus der Schule ver• bannt werden; viertens muß die Universität ab das wirkliche Zentrum de» intellektuellen Lebens Angelegt werden. Ueber die Universität gibt Professor Zimmern ebenfalls eine Anzahl von Gesichtspunkten, die be* sondere Beachtung verdienen, da sie von einem akade• mischen Lehrer mti langjähriger Praxis an englischen Universitäten kommen. Professor Zimmern will nicht nur ein zentrales wissenschaftliches Forschungsinstitut mit besonderer Berücksichtigung der palästinensischen Probleme, sondern auch ein großes Inst.tut (ür Volkser Ziehung für die erwachsenen Mitglieder der palästinensischen Gemeinschaft, die zu bestimmten Zeilen, wenn die landwirtschaftliche Arbeit ruht, nach Jerusalem kommen sollen um zu hören und zu lernen. Ferner sollte die Universität als Richterin in sozialer Gerechtigkeit gelten; Lehrer und Studenten müßten die alten jüdischen sozialen Jdcale auf die modernen Verhältnisse anwenden lernen. Gleichzeitig kann durch Vorträge eine volksbürgerliche Erziehung der Gesamtheit erzielt werden, die den palästinensische 11 Juden sehr not tut. Ferner muß die Universität ein Zentrum zur Bildung des Geschmacks in weitestem Sinn des Wortes sein, und schließlich soll sie das Zentrum nicht nur von Jüdisch-Palästiita, sondern das der ganzen jüdischen Welt sein und gleichzeitig das Bindeglied zwischen Juden und Nichtjuden, besonders zwischen Juden und Arabern. Die große Bedeutung der jüdischen Universität liegt darin, daß sie ein Bindeglied zwischen Gedankenwelt und materieller Welt bildet, eine große Schule für praktischen Idealismus, wo Ideal uml Materie, Theorie und Praxis zu einer lebendigen Einheit verschmelzen, wie in keiner anderen Universität. zur Gründung einer hebräischen dramatischen Gesellschaft ״Habimah“ Auf der vor kurzem stattgcfuiidenen Sitzung des Großen Aciions-Comitcs in London wurde gesagt: Wir stehen vor einer ungeheuren Aufgabe. Wenn <l,e Juden, die nach Amerika auswanderten, Englisch erlernten, so müssen wir von den Juden, die nach Palästina kommen, verlangen, daß sie Hebräisch lernen, denn das Hebräische hat für uns nicht nur eine kulturelle sondern auch eine politische Bedeutung. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle Mittel angewandt, alle Wege beschritten werden, die zur Verwirkliclimig führen. Wenn die hebräische Schule die Basis unserer national-kulturellen Bewegung ist, so ist das hebräisehe Theater zweifellos eine der Hauptstützen unserer weiteren kulturellen Tätigkeit. Das Theater vermittelt das lebendige Wort und hilft damit die hebräische Sprache in weitere Kreise tragen. Das Theater wird der Sprache ihren musikalischen Klang wiedergeben. Das Theater wird der Sprache ihr• Diflera:zertmgen und Nuancen wi der;che.1, Es ist klar, daß das Entstehen und die Entwicklung des hebräischen Theaters eng mit der allgemeinen Ent• Wicklung des hebräischen Lebens in Palästina vertäu'• den Ist, Die Vorbereitungen aber müssen gleich beginn»!', denn das Wesentliche ist das ״Menschcnniaterial", der hebräische Schauspieler. _ tu jedem Ort. wo sich eine jüdische Gemeinschaft befindet, und wo die gegebenen Bedingungen die Schaffung der notwendigen Institutionen begünstigen, muß mit der Arbeit angetangen werden. Die Moskauer ״Habimah“. die sich scheu mit Recht den Ruf eines künstlerischen Theaters er- ') Das Heft hat folgenden Inhalt: Adolf Böhm, Ruppins Aufbauplan; Prof. Alfred E. Zimmern, Einige Eindrücke von Jüd:sch-Palästina; Arie L. Rosenblatt, Gedanken zur Gründung der jüdischen Universität in Palästina; E. UV Lipschütz, Das Leben des Kindes im Cheder; Hugo Bergmann, jaakobs Traum; Arno.a Zweig, Zu Jaakobs Traum; Friedrich Block, Cha* nukka-Sabbat In der großen Wiinaer Schul; Marti» Bubcr. Drei Geschichten von der Mensdi••!*»*•; Robert w e D s e 11, AktMatiach• Vwfrronjfen. Nil »•. .׳ob« Uieal kaunj die m bräisj Tätig aticr» Orga gttna risch ihaij wir ו geäri brii »am |!ich I KuF 1 ’ lkr! : C Rai laut WM Wen at FÖ *r za G* «Ja irff s «

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