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Jüdische Rundschau · 1920-03-05 · Heft 18 (5.3.1920) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 18 (5.3.1920)
Date
1920-03-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seile 123 f- ־1 l I I t i!. s I! Sr. 18 v,>1׳.fcim1K •liier Ansichten gesehen. Noch vor einem war ich so schmerzlich überrascht, aus sachvcr- »i/i1wH״e1n Mumie mit ci41er dogmatischen Bestimmtheit -,1 liöieu, Palästina gestatte nicht mehr als die Ein- :*״mlerung von '2000 Menseln■« jährlich. Das war nieder- •Jtingtmd. Ich habe deswegen mit großer Freude gej dal) 1);״. Wci/mami erst von '20 01)0, dann von ן סו*!ן'■ isnd mm Schluß von (>0 000 Einwanderern ge- ) s,)1 edicn hat, ilie jährlich Aufnahme finden können.; O* ist ein wesentlicher Fortschritt, und ich zweifle I daran, daß l>r, Wei/mann vielleicht nach genwercr llcbcrprülung m 20t) (HK) Menschen gekuigen! ward Das attcrwichtigste, was wir nach Erl,| Oes Mandates z« tun haben, ist die Ansicd’ung von mm- ן Ovstens 000009 luden in Palästina; denn• alle diplo-! «!■•tischen Schwierigkeiten und alle Verwaltung•;- I wiiwu'rigki'iteu rühren einzig. davon l!er, daß man uns j ',«ii'luiltcn bann, wir seien in Palästina nur e1!.׳s /.u j Dieser Stand,muikt wird in dem Augenblick aufj .weben weiden, wenn wir keine Minderheit mehr im | llaVulc sind. Ich glaube nicht, daß es eine unlösbare! Vttfgabc ist. Idl fasse zusammen: Dr. Weizmami und י -wAoIow haben ausgezeichnete Arbeit getan, es wird die jüdische:1 Marsen freuen, dies aus Ihrem Munde m;!drei!, daß Sie die Ueber/.cugtmg;;vwamuen haben, .laß die Ansprüche und die Sehnsucht der jüdischen )()•»sei» die denkbar vortrefflichsten Vertreter gefunden ka'Km Ls sind hier außerdem praktische Beschlüsse!;eiaßt worden, die i!1 der Wirklichkeit ,wahrscheinlich ,»derlei Umformung erfahren werden. Id» glaube, dem wigcnb'.ick nicht besser Rechnung tragen zu können, :!jo indem ich unsere Gefühle in die Worte zusammen-!v.•e ׳ Je jaselier Koach Chas.ik Cliasak wejitehasäk. Wcizmanns Schlußrede Dr. Weizmnnn: Hcn־ Präsident, Dr, Nordau,! u iiie Damen und Herren! Wir erleben jetzt eine doppelt :{■׳■>.!Iiclic Stunde. Erstens weil uns noch ■vielleicht nur ■>>.,iiL;e Tage von der Entscheidung trennen, zweitens ׳.eit wir jetzt am Schlüsse einer Versammlung an- ■,eljngt sind, welche in unserer Bewegung e pochemt clierul sein wird. Ls ist schwer, jetzt schon 1׳«;!!■:!;',weite dieser Versammlung ab/.usclvätze«. Ls 1!e!r־tl'.;e in ma'ichen Fragen, um vielleicht mit dem Negativen zu bc;,innen, eine gewisse Unbestimmtheit, so m der Frage der Emigration, der Finanzer, .!ml vielleicht der O rg a n isa t ion. l>ic Beschlüsse, die gefallt wurden, waren vielleicht empirisch tastend,!di glaube, cs war nicht anders möglich. So viel ist geschehen im Laufe der sechs Jahre, so rasch ist die Bewegung;!«gewachsen und so schnell wurden wir ■< r neue Auigaben gestellt, daß es in dieser Ver- .,!!!mlung uniiiöglidi ist, in allen Punkten festgcslclUc ■le-idiKisse zu fassen. Und ich glaube, es war weise, laß die Beschlüsse eine gewisse Biegsamkeit erhalten (!..!len. Wer weiß, wie das russische Judentum gestaltet sein wird. Wir rechnen mit neuen Faktoren, <!ie wir noch nicht organisatorisch diskontieren können. Herr Dr. Nordau hat eine ziemlich gfeichgehcnde Elnsti- •liflt auch bei mir gefunden. Id! ־würde gern noch weiter ן!ein־!!. Ls I1.in!;t iiiefit von irgendeiner ein- •einen l-'r! •s!>11 ab, sondern von der Stärke, welciie das .׳, fische Volk lia-ben wird, um die Hindernisse auf un- •crem Wege zu durchbrechen. Die Frage des Juden- ״»aates, nicht mir von Konzessionen seitens der jjigUsclieu Regierung, soiulem direkt die Frage des (Ulen Staates ist für midi eine Frage der nächsten;00000 Judeu in Palästina. Was wir jetzt erzielen 'vollen, läßt s׳'eh vergleichen mit dem, was Kitchencr ( •i.ie'en wollte, als er die englische Armee aufbaute, i ״Tie ersten Hunderttausend“. Aus ihnen baute sich lie Mülionen-Arnu’o Engtands auf. Diesen ersten Kern .missen wir jetzt schaffen. Es ist nicht meine Sache, il'ziBchiilzcn, was bis jetzt geschehen ist. Idi kann mir i'.n Namen meines engsten Freundes Sokolow und 3 U EDI SCH E RUNDSCHAU in meinem Ha me 11 erkläre« g;׳b, so 'gab uns vielleicht di Befriedigung. Ich liulte es für meine Wen« es «hva;re Stunden esc Versammlung die größte .... , fi1r Pflicht, her zu erwahnen, daß die Arbeit bisher unmöglich gewesen wäre wem! 11 icht e;!1e voll e H a r m o n i e zwischen Sokolow und mir geherrscht hätte. Wenn es Uriteisdiiede gab, **> waren es Unterschiede des Teinpmments. Diese Wollen wir gar nicht verwischen.! i!1 \׳«.r »»iK.ms lK:s;rulie11swertc bchöpiung ״w i'U-Biidier“, auf die unlängst; wfinerksainkc'it gelenkt wurde; die '■1;-sc!׳ Suinnhuig sind schon amrekib wir erg!!wen uns ge-reiist'.i’ig. Die zweite notwendige ur ‘den Lrfo’g war die treue Mitarbeiter- -■rliaft einer!■anven Schar von Menschen, die mit dem ganzen Ems,!;;׳ ihrer Kraft mitgearbeitet haben. Ich habe bereits im Eingang unserer Versammlung die außerordentliche Bedeutung ,der von den amerikanisehe 11 Zionisten ׳geleisteten Arbeit gewürdigt, so daß ich jetzt 'nicht weiter darauf zirriickkommen muß. Es wäre־!! hier;noch viele andere zu ncntu'n; aber vielleicht ist noch nicht die Zeit gekommen, alle diese Namen;uifzuzählen. Ls süul jüdische und nichtjüdische, aber einige möchte ich doch erwähnen. Vor allem zwei, die!nicht mehr unter uns sind (die Versammlung eihebt sich), Sir Mark Sykes und Herr Aron so hu. Dann die!lebenden, Junge wie Ahe, in Palästina und hier. An ihrer Spitze *steilen die Herren von der Lnglinh Zionist •Federation, die in der, schwersten Stunde mit Einsatz aller Kraft uns imkTstützt ׳haben. Dann die Gnipjie der Jimgen, Sacher, Sief und die anderen, die!mit aller Hingelunig )gearbeitet haben: ihre Verdienste sind noch nicht registriert. .Meine Herren, mm worden Sic zum Wochentage zurückkchicn. Ich glaube, Sic können Ihren Freunden eines sagen: Was menschenmöglich war, ist versucht werden. Es ist noch nicht alles erreicht, aber die Möglichkeiten sind geschaffen, daß wird uns alles weitere erarbeben. Dan ,Mandat wird vielleicht in kürzester Zeit erteilt werden. Dam! darf cs keine jüdische Familie, keine Gemeinde, keine Synagoge geben, wo man darüber «ick: spricht, nicht verhandelt, nicht mitarbeitet. Nur so werden, wir die ganze Begeisterung ttnd die materiell! Ujrterstiitzuug erreichen können, um die große Aufgabe zu bewältigen. In den allergrößten Stunden muß man schüchtern imd mit jüdischer Zuiuth vor demjenigen stellen, der die Geschicke Israels leitet. Ich glaube, er hat »lie Geschicke richtig geleitet, und was audi kommen wird, die Ueberzcugung bleibt 1ms ]wüte: E r e z -1 s r a c I wird unser. Wenn nicht in fünf Jahren, und wenn nicht in zehn, so in fünfzig. Wir sind auf dem Wege. Aus den grollen Schmerzen unseres Volkes werden :wir Lieder schaffen und diese Lieder werden wir singen, weiui wir in Palästina ein ziehen. Schale«,), Bchakmi' Die Bedeutung der Tagung Herr Sokolow hält (hebräisch) folgende Anspräche; Vor Toresschluß will ich ■noch einige Worte zu Ihnen spreclun. Welches ist das Resultat, das uns die Konferenz, gebracht hat? Rekonstruktion ist heute das Sdiügwort bei allen Völkern. Die Ruinen sollen wieder untgebaut werden. Auch wir waren eine solche Ruine. Nunmehr hat die Versammhcng die Zk>- nisUsehe Organisation wieder aufgtbaut. IXis ist der Wert dieser Versammlung und nicht allein ihre ein- /einen Beschlüsse. Wir sind zurückgekehrt zu einem geordneten Bauen und deswegen dürfen wir einander gegenseitig bcglüdc wünschen. Nach so vielen Jahren hallen wir eitiaiuler wiedergesi-Iien. Hier sitzt I*rof. Warburg, den <Ur letzte Kongreß zum Präsidenten der Organisation gewählt hat, liie.r Jacobson, der Bescheidene, Schweigerule, dessen Schweigen die Ver- Sammlung nicht weniger zu würdigen wußte, als die Reden der Sprecher. Hier sitzt Hantke, dieser Fanaftker der Organ'rsat'on. Wie muß er •idi freuen, daß es uns gelungen iri, die Organisation wieder aufzuhauen. Es wäre nielit gelimgeu, wenn wir Amerika nicht gehallt hätten, und daß wir es haben, verdanken Literarische Mitteilungen Erster Almnnach des Wcltverlagcs. 1920 — 5680. Preis 2.50 M, -- Zum erstenmal hat hier ein jüdisches Vcrlagstmteriiehmcn den Brauch auf genommen, der zuerst •Eircli den Inselverlag in der dcutsclien Biidicrwelt jx!pu- «1 geworden ist und jetzt von zahlreichen deutschen 'vierlagen geübt wird: In der Form eines gut ausgr.-datiefen Jahrbuches eine Sammlung von Bruchstück- ,,loben aus den Vcrlagswcrken zugleich mit einem Jeticln über die Verlagstäiigkcit vorzufegen. Orr ,,Weltder jüngste unter den modernen jüdischen /ciLigen, hat in dein halben Jahr seines Bestehens eine aullerordentlich reiche imd vielseitige Produktion cnv.ic'.e'.t. der erste Almanach legt davon ein ehrendes Zeugnis ab; die ziclbcwußtc, verständnisvolle, ernstü-ifft•!!!ul rührige Leitung verfolgt ein Programm, das ■י•' Alinanaeh ptihliz.icrt wird: Das jüdische Publikum w1׳ das jüdische Schrifttum zu sammeln — und dem ׳ieu'.sckei» Publikum jüdische Kulturwcrtc als jüdische Wi-rie sichtbar zu machen. Darum bringt der Verlag Gtoratiir deutscher Juden ohne Beschränkung auf Werke!!mischen Stoffes, ferner Ucbcrsctzimgcn aus »lern :!״lüdien Schrifttmn, um die unverfälschte Kenntnis jüdivdicr Kiiüur zu fördern, und endlich Schriften zur Disl.iz.si;!!! der jüdischen Erneummgsbcwegiitig. Line be- »1«׳ule;s Iicgrüßeuswertc Schöpfung ist die Serie der an dieser Stelle die nächsten zehn Bände ., .hing sind schon angeki'mdigl und die in dem ״'׳nanach aufgeuouuucncn Pn»ben sind geeignet, die Er- '(''*r*u,1K dieser neuen Bände zur Ungeduld zu steigern. 1';,'״l? .a1u!cre noch unveröffentlichte interessante Neu- ^״»ne.n1;״(,cn s1H!cn bevor, die durch die im Almanach "'..i13!c1!Cil Auszüge dem Interesse des Bücherfreundes ,fi£!)r,)c|ü wenlen. Der Almanach enthält, um mir -'Lge Namen zu nennen, literarische Beiträge von Bialik; H'rsctzt von Louis Weinberg), Nathan Birnbaum, u’run üuber, Hedwig Caspar!, A, D. Gorüon, Else '■'■•Kcr-Schüler, Eleinr. Löwe, Ludwig Strauß, Arnold , ■"1'־K u. v. a., sowie knnstlcrisdie von Maiachcm Birn- ,1’"ייי John Höxter, Herniann Struck, Riwka Strauß, 4i u *lcinl1ardt u. a. — Die Rciclihaltigkeit de» Buches «niebt es über einen Verlagskatalog und macht es zu *1 יזזזזwirktidi wertvollen jüdischen Jahtbuch, zu dem "חיי den Vertag boglückwimscbcn kann. -o- Dk• heraus;;« Eugen wir Schiaarja Lew in. Das sind ehe Berge m!s»»er Organisation, t!ul ich sehe das sduiecbedrckte Haupt Nor Baus, den Gipfel der Berge, der ist wie ik•«1״ Tau Henruous, der auf die Berge Judas herahtrhufeli. Man ׳will zwischen 16ns Gegensätze konstruieren, sie. sind nicht vorhanden. Wir sind ein Orchester und ein Orchester Ik-steilt aus vielen Instrumenten, und je n!e!!r »hier sind, desto schöner ist die Syniplvonic. UikI!Misere Symphonie wird eine Eroika werden und ein 1 as'tora.c zugleich. Die Kraft, welche diese Versammlung geschaffen hat, wird alle unsere Bauten wieder enidneii bis zum Kongreß. Erez-Israel .־Ukt wird ein Bau sem für alle Ewigkeit. Dr. H a I pc rn: Id» empfinde es .•ils!׳mu bc'«־.«• dcam Vorzug, daß es mir gestattet ist, einige W״rn• l1;cr zu sprechen. Ls war sonst Sitte, daß am Sdikesta• unserer Beratungen ein Redner der Opposition sp-radi und 90 den Verhandlungen^ enien friedlidien Ausklaug g.'tb. Heute haben vir kerne Opposition mehr. Man kann verschieden denken über diese oder jene Tec’a• nik, aber es kann zwischen uns keine Diskussion inebr geben über Prinzipien, Das scheint jetzt sclbstverstär.dlieh. Aber durch welche inneren schweren Kämpfe sind wir dahin gelangt! Und es ist gut so, denn wir werden alle unsere Kräfte braudien. Wir werden alle v041 hier Weggehen mit den! Gefühle der VeranlworUmg. die auf uns lastet. Die Männer, welche hier die ]..dtmig ainehatten, sind über uns hinausgewachsen in ihrem Vorstäudnis für die Verantwortung. Seien wir uns »kr■ über klar, die Geschichte wird von einzelnen M,inner« gemacht, Und niemals War das mehr der Fall, ah k» dieser Zeit, von der gesagt wird, daß sie die demokraiische ist. Wir hatten, das Glück und vielleicht war es mehr als Glück, vielleicht war es historische Gerecluigkeit, daß uns in diesem Augenblicke soldie zwei Mäiuicr öeschieden waren. Wir!׳eben von liier hinaim mit vollem Vertrauen. Wir wis׳t־n, «laß die Arlx'lt!!:!endlich schwierig ist. Wenn uns aber etwas Mut gibt, so ist cs die Ucberzeugung, daß unsere Arbeit fnichttrageml wird in ihrer Ausnützung durch die Leitung. Wir sind scher, daß die Mitte.', die Vor herbeischaffen, die beste Verwendung finden. Es ist 1 icr von den Männern gesprochen worden, denen wir zum Danke verpflichtet sind, lassen Sie mich noch de!. Mannes gedenken, der das Schicksal jüdischer Führer gehabt hat, sich aufzuopfern in seiner Arbeit: Eclucl i'schlcnow. (Die Versammlung erhebt sieh.) Wir werden uns bald Wiedersehen bei der Jahreslconfcron/ und beim Kongreß. Vielleicht haben wir hier die Größe des Werkes, das geleistet Wurde, r.oeh nicht erfaßt. Wir standen zu nahe. Wenn aber diese Männer vor den Kongreß treten werden mit diesem Mandat, das sie errungen haben, dann wird das jüdische Volk sagen: Es war eine Tat, lind es ist eine Zukunft. Naiditsch (Itebräisdi) sendet den fernen Massen des jüdischen Volkes, deren Loben täglich von Leiden schrecklichster Art bedroht ist, seinen Gruß. Er grüßt den russischen Merkas, der Im gegenwärtigen Augenblicke allen Gefahren trotzend nach Modem eine Zkv nistenkonferena c«1l>ernfe11 hat. Das jüdische Volk wird Palästina zu seinem Eigentum hiacben. IW Weg ist bereitet. Wir werden liingeheu. Sokolow (hebräisch): Ich schließe die Versammlung. _ Vereinipungskonfercnz HapocMinzaTr Die deutsche Delegation des 1 lajwel-FLizair zu! Prager Weltkonfcrenz besteht aus folgenden Chawerim: Ark>s»row, Buber, Gugig, Löwcnthal, Prcuß, R.-twhiovicz. Reichert, Samuel, Ludwig Strauß, Weltscli. Falls Ctiawcrim aus Deutschland als Gäste bzv. Zulvörcr zur Konferenz nach Prag fahren wollen, so müssen sie sich sofort mit dem Berliner Büro des Zentralen Waad, Dorothcenstr. 35, in Verbindung setzen. ״Ist dies noch Zionismus?“ vom Jüdischen HochschuLuisecliuß in Wien ebene Monatsschrift ״E s r a“, deren Redakteur oe flieh ist, hat ein Sonderheft unter dem Titel ״Dies ist nicht unser Weg“ Lerausgcgeben, Das Heft enthält eine Reihe von Aufsätzen, die sich ״gegen Macht- und Geschäfts-Zionismus“ wenden, Vorangesieilt ist die Weissagung Jedieskiels gegen die falschen Propheten, denn dies ist es, was für einen großen Teil zionistischer Jugend aullerordentlich schmerzlich und «uederdrückend ist, daß falsche Propheten mich mit dem Wort ״Zion“ ihr Spiel treiben, daß Zionismus heute ein Deck wo 1t geworden ist, unter welchem Reaktion, Spekulationsgeist, Militarismus, liebe rhebung und Selbstgorcchtigkeit sich breitmachen können. Meie Wiener gibt eine Sammlung solcher Beispiele, die beweisen, wie wenig von dein revolutionären Geist der Erneuerung im offiziellen Zionismus lebendig geblieben. Was uns nottut, ist Selbstkritik und Verzicht auf falsche Begeisterung, die auf Verlogenheit gebaut ist. Der Zionismus entspringt aus der Zerknirschung über die Verworfenheit und den Jammer unseres Daseins, aber er kann nur bestehen, wenn er ernst macht mit dem Bcstieben, die Galuth zu überwinden, ein neues Leben nach der jüdischen Idee in Zion aufziibatien. Wieder zeigt sich heute in der jüdischen Bewegung, wie Gnindfremdes nahe beieinander, wohnt, wie [volare Gegensätze unter dieselite Bezeichnung fallen, wie sehr es gar nicht auf das Bekenntnis zu einem Programm ankommt, 90ndem auf die Grundform des Lebens, die das Verhalten eines Menschen allen Dingen gegenüber bestinunt. Dieser Pnoiestschrci der Juden wird kaum die Position jener zu schwächen vermögen, gegen, dk er kämpft. Aber er wird zweifelkis ein Edho bei solchen Zionisten linden, die ihre eigene Sache hier vertreten sehen. Trotzdem kann eine fruchtbare Wirkung von dieser Gesinnung nur dann ausgehen, wenn sie nicht in Kritik und Negation sich erschöpft, sondern in das Leben und in den Kampf ekilritt und bereit ist, um der Erlösung willen auch all den Schmutz auf sich zu nehmen, von dem sic sich hier mit Grauen ab wendet. ׳ W. <t * In Lemberg erschien eine hebräisch geschriebene kulturgeschichtliche Monographie über die Ho Skala- Periode in Wien (״TekufaÜ» haaifcola bevrina“) von Remven Polin. ״Der Kwall“ Unter diesem Namen wurde in Wien von jüdischen Sdinjtstcllcm und Fachmännern ein jüdischer Verl.!״ gegründet. In der nächsten Zeit erscheinen in diesem Verlage vier Bücherserien: 1. Fin Mensel© zi Mensch (Aufklärungsbücher aus der Weltliteratur); 2. Fin Volk zi Volk (Ucbersctzungcn aus der schönen Literatur); 3. Fin eigenem Kwall (Schriften jidisclier Autoren); 4. Jüdische Volksbiblk!- thek. 1111 scIIh'ii Verlage erscheint ab Jaiiu.u■ 1920 eine Monatsschrift ״Kritik“ unter der Reduktion van M. S i I b u r g. Bis jetzt haben der Redaktion folgende Schrin• steiler ihre Mitarbeit zugesagt: Ajnhorn Duwid, Birnbauin Uriel, Bergels»vu L)uwid, Chmielnicki Melcck Der Nistor _ Disendruck Zwi, Fuchs A. M., Gross Moiscfie. Horowitz Ber, Juris A. S., Königsberg Duwid, Lockur Uerl, Mnni Leib, Mcstcl Jaukew, Priluzki N., PriDzka P.. Rawicz Mclcch, Sdioffmann G., Sil bürg M., Singer MendcL Die Adresse des Verlages lautet: Verl:!״ ״Der Kwall“, Wien, II, Taborslraüe Nr. 7. Jüdische Kulturarbeit in Sowjetrußland. Laut einem Bericht des Wilnaer Jonriialisleniircius wird in Moskau durch das jüdische Kommissariat eine WoclKnscluift ״Kultur und Bildung“ heransgc^cben In Witcbsk encheint der ״Kommunisiisciie Stern” und in Hornel der ״Gorcpaschnik“. In allen »liesen Zeitungen ist die jiddische Orthographie der lu'brä.sdu :! Worte durchgefülirt. ihr literarischer Wert ist ein sehr geringer. Von den nichtkommiinistisclieii Zeitungen existiert bDß der bundistische ״Wecker“, der dreimal wöchentlich in Hornel erscheint. Jüdische Btirlicr wurden fast gar nicht gedruckt, hauptsächlich wegen der technischen Schwierigkeiten und des Papicrinangcls. Andcrerscits werden aber eine ganze Reihe höchst wichtiger Ausgaben vorbereitet, und cs wird sich beim Wegfall der technischen Schwierigkeiten hcrausstclieu, daß selbst unter den schweren Bedingungen, die jetzt in Rußland vorlicgem nicht wenig für die jüdisdie Literatur getan wurde. So schreibt D u b n«w in jiddischer Sprache die Gesdiidrte des Chasa'tMsmus auf Grund von Archivmatcriai. J. Zinberg arbeitet an der Likrahirgcschiclitc de* jüdisdk'n Volkes (in allen S1>radien) seit den» Abschlüsse de* Talnud; der erste jkkUsche

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