Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 14 (20.2.1920)
- Date
- 1920-02-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 94 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 14 Zionistische Bewegung Die Gründung des Bundes zionistischer Korporationen Da« IhüsKlium des Hunde» Ziouistisciier Koqx>- 1:1 Honen bittet 1 ms um .unveränderte Aufnahme nach- '*tdii'mlen Berichts: ״Der letzte Kartclltag des K. J. V. in Frankfurt u, M. hot wir Gründung eines neuen Kartells, des ״Bundes Zionistischer Koijxiratiojieti‘• geführt, «lein sieh bisher die Mehrheit. <ler Ix'iden ältesten Korporationen des K. J.V., nämlich «les V. J. St.-Berlin und der aus «k m V. J. St.-Breslau hervorgegangvne» ״Zcphirah“, ferner die Verbindung ״liasmonaea“ in Frankfurt, die Stammtische in Würzburg und Rostock, -־owio eine größere Anzahl K.I.V.-er an anderen Orten angcschlassen bähen. Die Zant der Mitglieder beträgt jetzt scli-ou etwa ISO, eine erticblicltere Vermehrung steht iit sicherer Aussicht, Diese Entwicklung ist keine plötzliche und /ווfällige, «♦c ist vielmehr historisch bedingt. Krieg, Revolution und der Eiiifiu/1 «1er deutsche» lugemfbewegung halk’ii 1111־ K. J. V. schon seit längerer Zeit zu einer inneren Spaltung geführt. Die eine Gruppe, an ,£0111 stärker, aber in sidi «hoch Verschiedenheit der Anschauungen über El* /khungstormen, Disziplin, Tradition usw. vielfältig ge* spalten, sah im K. J.V. nur noch die politische Ar- Icibgemeimsehaft zionistischer Akademiker; die andere, an Zahl schwächer, atier in sieh fest gefügt nicht mir durch gemeinsame Anschauungen, sondern mehr noch «turch «lie Betonung der persönlich-menschlichen Werte, »iKlit in ihrer Korporation eine die gesamte Persönlichkeit umfassende Lebensgemeinschaft. Während in zionisti- «eher Beziehung die lYilnvr «ler ersten Gruppe eine his ins Aciißcrste getrieben« jüdische Intensivierung des Einreinen fordern, die im günstigsten Falle nur hei einem verschwindenden Bruchteil «lei־ jüdischen Akademiker Deutschlands wirklich zu erzielen wäre, legt die zweite Oruppe bei aller selbstverständlichen Betonung «ier uationaljihlisclicn und hebräischen Ausbildung ihrer Mit* glieJer Wert darauf, die Uesamtheit der jüdischen Aka* «!etnikee zu gewinne» und hält sich durum von der Projiagiemiig eines überspannten, im Oalnth nun einmal nicht zu verwirklichenden jüdisch-kulturelle» Eigenbrödlermms fern. Die sieh gegenülvrstehemleii Anschauungen konnten s»et1 ihrer Natur nach nicht ohne. Reibung im Kartell entwickeln, vielmehr fulmen de zu einer so verschiedenartigen Einstellung ihrer Anhänger, dal! ein Ausweg gesucht werden mußte. Die Breslauer ״Zcphirah“ sah die Lösung «tes Zwiespalts darin, «lall zwei Ringe innerhalb des K. J. V. gebildet würden, die selbständig ihre 'sontlerzieh' verfolgeil sollten. Das Präsidium des K. J. V. widerstrebte jedoch einer solchen Entwicklung und fand damit «lie Zustimmung der Mehrheit des Kartelltags. Unter diesen Umständen wurde die Trennung unver- »!eidlich, da die Durchführung der für «len deutschen Zionismus unerläßlichen Aufgaben notwendiger erschien, als «lie Aiürcchteihaltung eine!• nur scheinbaren Einheit des K.J. V. Es sieht auller Zweifel, daß die neue Gründung das •onisiischc!.eben Deutschlands Ix-reichern und zur wesentlichen Stärkung «les zionistischen Einflusses in Deutsch tan«! beitragen wird. Der Sitz des Präsidiums des ,,Bundes Zionistischer Korporationen“ befindet sieh in Breslau; Vorsitzender «st Df. Walter Steiuitz in Breslau Xlli, Kaiser- WiBiefm-Str. <14, an den Zuschriften zu richten sind. Erwiderung des K, J. V. Vorn Präsidium des Kartells Jüdischer V erb ind un ge n Wird uns mitgctcilt: Zu der Veröffentlichung des Bundes Zkxüstisclicr Kornoratrmen ist in tatsächlicher Ikzichusig zu bemcrxeiT, dal! die Mehrheit des V. J.St. Berlin irti K. J.V. geblieben ist. Es sind ■10 Angehörige des V. J.St. Berlin ausgetreten, während 1«) Mitglieder im V. J. St, Berlin und damit im K.J.V. ״obliehen sind. Ferner ist darauf hiuzuwetsen, dal! die Verbindung ״Uasmonäa“ in Frankfurt und «lie Stammtische in Würzburg und in Rostock Neugriindiuigeit «!es B. Z, K. und nicht, wie cs .nach der Fassung *des Berichtes des B. Z. K. scheinen könnte, aus dem K.J.V. ansgeschicden sind. Die K. J, V.-Verbimlungeu an «len gemannten Orten bestehen inner* ändert fort. Die vom B. Z. K. für die Neubildung angeführten Gründe sind unrichtig. Die Arbeit der. K.J.V. hat sich immer nach jüdischen Gesichtspunkten gerichtet, .und lediglich nach solchen Gesichtspunkten erfolgten bisher alle Auseinandersetzungen im Kartell. Die Kraft «!es Zionistischen Gedankens in «(er vom K. J. V. geleisteten Erziehungsarbeit zeigte sich gerade darin, «fall, außerjüdische Einflüsse, wie die von Krieg, Revolution und der deutschen Jugendbewegung, niemals irgendwie Irestimmen«{ werden, sondern überall, Wo sie auftraten, von der selbständigen Bedeutung der zionistischen Idee zurückgcdräiigt werden konnten. Es war daher die Möglichkeit eines einheitlichen WoiterlKstchons gegeben, und nur die Teile des Kartells', «lie für die Einheit des zionistischen Gedankens nicht mehr genügend Verstanduis aufbrachten, konnten an dieser Möglichkeit verzweifeln. Sie mußten daher, um ihre Trentnuigs- : brstrehiiiigeii zu rechtfertigen, Unterschiede konstruieren, ׳ die ia der Tat nicht Ixistandeo. Das gilt nicht mir fiir die behaupteten außerjüdischen Einflüsse. Auch die Auffassung, daß ein« Gruppe dos K. J. V. im Kartell mir noch eine potitischc Arbeitsgemeinschaft gesehen hätte, widerspricht vollkommen den Tatsachen. Palitische Aktionen z. die ja die Aufgabe einer solchen Arbeitsgemeinschaft bilden müßten, haben int Kartell niemals eine Rolle gespielt. Uebcreinstimnicnde Ausidit «les ganzen Kartells war und ist es vielmehr, daß das K. J. V. eine Er/ielmugsgemeiiischaft bilden muß, die seinen Mitgliedern feste zionistische Anschauungen untl bestimmte Charaktereigenschaften vermitteln, ihnen so eine enge menschliche Verbundenheit gewähren und sie dadurch zu zionistischer Leistung vorhercitcu soll. Uniformierung der Gesinnung ist niemals Ziel der K. J. V.- Arbeit gewesen, aber die Freiheit der Meinungen schließt Ueberemstiimn.img über die Grundlagen des Bundes nicht aus. Sie behindert auch keineswegs ein enges persönliches Verhältnis, das die Ausgetretenen, die im übrigen auch ■unter sieh mannigfache Anschauungsgegensät/e nufweisen, ohne jede Veranlassung als Sondergut für sich ia Anspruch nehmen. Ebenso unrichtig ist die Gegenüberstellung von Intensivierung «iev einzelnen und Propaganda für die Gesamtheit «ler jüdischen Akademiker, Das K.J.V. verlangt allerdings, «laß seine Mitglieder sich jüdische Kenntnisse erwerben, und an «fer zionistischen Entwicklang Anteil nehmen, die «len einzelnen dazu geführt hat, sich mehr als früher jüdische Gebiete für sein personliebes Leben ־zu gewinnen. Völlig unberechtigt ist aln-r die Folgerung, «laß das einen Kultus der eigenen Persönlichkcil und Verzieht auf Wirkung nach außen hedeuten müsse. Das Kartell betont vielmehr mit aller Entschiedenheit, daß verantwortliches Wirken für die Gesamtheit «las vornehmste Ziel seiner Erziehung ist. Daraus ergibt sich die Verpflichtung fiir alle Bundesbrüder, mit schärfster Anspannung alle diejenigen für seine Gedanken zu werben, die irgendwie fiir 7.0njstische Arbeit in Betracht kommen können. Ein Ver* zieht oder eine Einschränkung in «heser Richtung wider* spricht den Gnnuilagcn des K. J. V. Allerdings ist das K.J.V. der Ansicht, «tat! zionistische Gedanken nur aus sich selbst zu beurteilen sind und uieht aus Pnopar gaudarücksichten ab'jesdnvächt werden thirfen, wie das der B. Z. K. offenbar tun will, wenn er von einem überspannten, im Gallith nun einmal nicht zu verwirkbehenden jüdisch-kulturellen Eigcnbrödlertum redet. Denn da9 K.J.V. hält cs für seine Aufgabe, die jungen jüdischen Menschen für einen vollständigen Zionismus zu gewinnen. Programme, die aus irgendwelchen ■ Straßen verließen zerstreuten sich von Tc!־Awfw ein Mann, der Pflanzer von Rabbi Kuck grub den heiligen zu begraben, und an die Als die Arbeit unserer Gruppe in Tcl-Awiw beendet und getan war, als alle die kleine» Erdhügel abge■ 'ragen und .־die Gräben aufgeschiittct utid alle v״n Tel-Awiw vollkommen angelegt wäre«, die meisten von uns Ercz-israe! u»«l 1«her die sieben Seen. Doch Zalrnan war an die Erde gebunden. Er wurde der Stralknsprit/.er 1K1d -kelirer und der Gärtner «tes öffentlichen Parkes, für ewig־׳ «lern Bode« vennählt war, ein Bäumen und Blumen. Treu den! Rate des er und schaufelte und streute den Kamen - aber kannte er tief genug tu ikxtcn gruben, uni sein früheres l.ebcti die Eriancrung an eine Dorfscl Kinder, «He ihrem Leihe entsprossen Ware»? Niemand vnsB es. Als echter Baal Teschttvah fühlte er nach einer Zeit, daß die Last, die Rabbi Kuck auf seine Schulter» gefegt hatte, nicht schwer genug war, daß die Erdlarbeit 'her eine Belohnung war, als eine Buße für seine Sünden. Er fühlte, daß nur die schwerste, die gefallrlkhtue Aufgabe, die er aus Liebe für Land und Volt auf sich nahm, Sühne für 23 Jahre des Abfalls »ein könne. Und so ging er und schloß sich den Scbomrim an, inu nächtliche Gefahren tun das Land gegen Arabereinfällc dom Tode Auge in Auge gcgenüberzustclwn und ihircli *eine Sünde in Vergessenheit zi er wartete seine Zeit ab. . , , Beine Zeit kam mit dem Weltkrieg. Ansbruch begann die türkische Regierung die Juda!, imtKsonderj: die Zionisten, zu bekämpfen ersten, dis den von den türkischen te worfen,«n herauszu fordern, zu schützen, um dabringen Bei seinem sichten «uf zionistische Ziele verzichten wolton, sxfcUBe» ihm für eine zionistische Erziehungsgcmeimchaft 1«. geeignet nt sein. Es kann nach dem Vorstehenden nicht anerkennt werden «laß «lie Gründung «les B. Z. K. im fntervw der für «len deutschen Zionismus unerläßlichen Aufgabe* notwendig erschien. Das K.J.V. betrachtet die Ne״, griimiung nicht als Bereicherung, sondern als schwer« Schädigung der zionistischen Ar’.x-it in Deutschland. Nnf« nur deshalb, weil die beiden Kartelle zu Konflikt,* kommen werden und tiaher einen Teil ihrer Kraft «!.:;»• einsetzen müssen, gegemrinander zu arbeiten, »m!1W vor allem auch deswegen, \vc;t, wie die Veiölivnt- Heilung des B. Z. K. bereits zeigt, die Gefahr beste,>,•1 daß den deutschen Juden ei« rücksichtsvoller, Zionismus;״!geboten wird, «!er die notwendig«■, ernst hafte Auseinandersetzung erschwert und die;!«x1!sb. sehen großen Portierungen zu kompromittieren geeignet ist. Das Ziel «ler zionistischen Erziehung muß Vlu hcitlich sein. Die Aufgaben des Aufbaues, vor «Fe wir heute gestelit sind, verlangen mehr als je ö* Betonung der einheitlichen Grundlagen. Das gilt ganz" besonders auch für die Jugendbewegung, Das K.J.V. betrachtet es nach wie vor als seine Aufgabe, de» Geist einheitlicher Entschiedenheit in der Jugendbewogung zu verbreiten und glaubt, daß keine untere Möglichkeit zionistischen Wirkens für eine zionisti-ch* Akademikerorganisation in Deutschiam! besieht. Das Präsidium des K.J.V. Dr. Le/eiver, Dr. Bil«-ski, Kurt Blumen fehl, I >r. Bertold Cohn, K a < s c h k e, Robert K 8 < /, Dr. Kirschner, Lipschitz, Dr. Fritz Löwenstein, Dr. Siegfried Moses, Walter Moses, Bruno Perl, Dr. Prcuö, Kurt Roscnbaum, Dr. Ego« Rosenberg, Felix Rosenbfüth, Dr. Artiiu! Stein, Dr. Sicgbert Stein. Rückder jüdischen Legion an und wurde mit seinen Waffen* geführten unter dem Kommando von Oberst Patterson nach den Dard;u1ellen entsendet. Als der älteste der Legionäre wurde, er von seinem Oberst zu eitlem schwierigen Unteniehnim ausersehen den» Vichtransjxirt für ilas Verpfleg samt «ler britischen Armee von der griechischen, Insel Lemnos nach den Dardanellen. Als er von dem britischen Rückzug von Gallipoli vernalun, landete er mit seiner letzte« Fracht in Alexandria und liier begegnete ich ihm, gesund 1>1d wohlgelaunt, auf meinen! Wege nach Amerika. Offenbar Jiatte er die Erlösung seiner Seele vollendet. Als Leg iomir wird er Teil haben au «lern Boaeti, den er verteidigen geholfen hat. . . . Seine letzten Worte zu mir hei unserem Abschied waren: ״Auf Wiedersehen freien Erez Israel.“ im Unter den Verfolgern hin- Fehdehandschuh aufnahmenr-war Zalman. *oiort nach Ausbruch des Krieges schiffte er sich nach Aegypten ein, um in der englischen Armee Dienst «1 attirnm, deren Fekkug lim eia heiliger Krieg war, 1«n EroK-ltrael den Unglkidi^c■ et* entreiß«* **! •ur •»« '}mitn mi gewinnen. Er *•triol *ich I« Aiexmrdria Aufruf an Chaluzim Die Prager Palästina-Kommission bittet uns um Abdruck folgeiitien Aufrufs: ״Alle Chaluzim, d. h. alle junge Leute, die gewillt sind i« Palästina durch ihrer eigenen Hände Arbeit als Landarbeiter, Bauern, Handwerker, Industriearbeiter usw. am Aufbau des jüdischen Siedlungs-Werkes tcilzunehmen, mögen sich ׳unverzüglich in einer für sie sehr wichtigen Angelegenheit mittels einer Postkarte unter genauer Angäbe ilirer Adresse bei der Palästina-Kommis■ sion, Prag II. — Räzovä arl. 24. melde«. — Auch alle Organisationen und Vereine von Giahizim haben unverzüglich der Palästina-Kommissio« iixre Adresse bekanntzugeben. ,, Alles Nähere werden «he Chahizim, bzw. die Vereine von der Palästina-Kommission auf schriftlichem Wege nach Mitteilung ihrer Adresse erfahren. Da das Londoner Paläsünaamt eine Sammhmg von Photographien von Chaluzim von ihrer Arbeit anlegt bitten wir alle Chaluzim, falls sie solche Bilder besitzen, sie uns einziweaden. Palästina-Kommission, Prag. Polen Sir Stuart Samuei über die Lage der Juden Die Rückkehr Stuart Samuels aus Pole» wand« tm ״Board of Depufics“ offiziell gefeiert. Lord Rothscltild wies in seiner Begrüßung auf die historisch* Bedeutung von Samuels Reise hin. Sir Stuart Saunte! erklärte, da fl er seinen Beruht demnächst der Regienuig überreichen wird. Die Lag»• der Juden in Pole!» sei ohne Zweifel sehr ernst. Die Bevölkerung sei durch und durch antisemitisch und werile systematisch von der polnischen I*resse aufgehetzt. Die polnische Regierung habe Verständnis für die Lage und die höheren Beamten seien bemüht, den Juden dir Lhsein in Polen ertrag- « Feh zu gestalten, jedodi wainten alle Befehle von den subalternen Beamten unbeachtet gelassen. Auch der Reichstag sei antisemitisch. Er beschließe Gesetze, die direkt gegen die jüdischen Interessen gerichtet siruL D'c Polen ■trachten die JtKlen aus den von ihnen jetzt emgenommeiien Berufen zu verdrängen. Es werde ihnen dies jedoch nicht gelingen, da ihnen jüdische fittclligena lind Fähigkeit :1bg«-hen. Zur Gharakteristik sei «u'wiiltnt, daß zum Beispiel in der jetzt zu I*oien gehörende» Stadt Minsk die Juden die einzigen sind, die polnisch können. Das polnische Rote Kreuz, das aus Antisemit!-,- tnus kerne jüdischen Krankenschwestern atistellcn wollte, war aus den angeführten sprachliche» Gründen Ei Minsk dazu gezwungen. Stttart Samuel erwähnte sodann die verschiedenen Antworten, die er höheren polnischen Beamten und unter anderem auch Piisudski gegeiren habe. Piisudski anerkenne auch, daß den Juden Unrecht geschehe, aber die Regierung sei noch jung und Habe wenig zu befehlen. I>cn Juden stünden noch schwere Zeiten rn f’olcn bevor. (Elie man zu einem Urteil iilscr «lie Ergebnisse der Samuel-Kommission kommt, wird man «len offiziellen Bericht abwarten müssen. Doch scheint sclxxi jetzt festzustchcn, daß Samuel üi weit höheren! Maße als Mo r g ent ha u ein wirklich objektives Urteil gezeigt hat. Die Red l ¬י' Die Ausführung der Zwangssonntagsruhe •וון Polen. Das Rcuiersche Büro verbreitet folgende Md- «jung: ״In Praga, der Vorstadt von Warschau, wurden 2f> jüdische Bäcker von den lokaler» Behörden ver- Btäiidigt, daß, wenn sie ihre Eiden nicht am Sabbat öffnen würden, ihnen die Lizenz entzogen würde, da die Behörden nicht gestatten könnten, daß Bäckerläden zwei Tage in der Woche geschlossen seien. Die von ihnen hinterlegte Sitnunc würde dann konfisziert werden. Die Bäcker haben sich, um ihre Lizenz nicht zu wrlieren, entschlossen, die Sabbatruhe zu verletzen. Eine starke Protestbewegung ist in d«r ganzen jüdischen Bevölkerung im Gange. Die obligatorische Sonntags־ ruhe hat «iie Beziehung zwischen Polen und Juden verschärft.'‘ Man ei innert sich der schreckliche« Alternative, vor die der russisdic Minister Pobjedonozcw die nissisehen Juden stellen wollte. Es scheint, daß sich die Polen diese Art von Judenpolitik zum Muster nefwn«* •wollen. Der ״Jcwish Cnronicle“ berichtet über einen Vortrag, den ein Professor Sarole» in Ed inburgh üher seine Erfahrungmi auf einer Reise dwefc Polen gehalten hat. Der Redner fragte einen jxdirischen Staatsmann, wie die polnische Regierung di« Judenfrage in ihrem Lande lösen wolle, worauf er folgende Antwort erhielt: ״Es gäbe «frei Alternative«: die Jutlcn könnten ausgehungert werden, man könne sie töten oder sic zur Auswanderung zwingen.“ Es steht nicht fest, welcher polnische Staatsmann eigentlich diese Aeußtrang getan hat, ober sie genügt als ein Symptom für die ■wahthaft humane Politik, die die polnische Inte»- ge»■ und Beamtenschaft zu treiben für richtig bMt. Nr «4*1 m wt* Die disci Sdn Kbit w|!l 1■ ertal \x»rs י!,!.;1 »I Stet■ vot« «lea* ilfcfl |1|u| §; '»I r ־ **■m