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Jüdische Rundschau · 1920-02-20 · Heft 14 (20.2.1920) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 14 (20.2.1920)
Date
1920-02-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 93 Nr 14 _ __ _ _ einen W<\; selten, » ohne gefährliche und fruchtlose Lolmkämpfc mit ihrem Kapital ihrem Vo ko zu dienen, iiniein sie eine» gerechten Ausgleich zwi •eiten Kapital mul Arbeit beitreten. Drittens maß die Führung der Zkmist'isehei! 'Orgaiiisaüoii diesen alten Vorschlag Heiz'.s aufgrüfen, da er allein iiir die Möglichkeit gibt, die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, die die Vor• schling ihr gestellt hat. Viertens wird die englische Regierung ihn begrüßen, da er Garantien enthält für die Lösung mannigfacher Fragen, an die sie im Verein mit der Lcituu״ des jüdische! Kokmisatkmiwcrkei herangehen!nuß. Auch die Ethiker werdendem Plane beistimmen, da mir das der Jugend gowälirlcBtclc Recht auf Arbeit und Atisietllun״ die Frülidn! ermöglicht, die ohne ökonomische Grundlage eine ״moralische Forderung“ b'eilH'11 muß. lu dk'si in Zeichen im Zeichen der Arbeit — geht unser Volk in das neue Land, hinaus aus dem Golus in die Freiheit, ln hoc sigiu viuces. Ankunft der poalezionistischen Ko mmlssion Die Palüstiiiakomtuissioii des Wcltvcrbändcs der Po.de Zk>11 ist nunmelir in Palästina eingcvroffcn. Sie besteht aus folgenden Personen; N. Nir-Rafalkes {Pulen), S. liubascliovv (Deutschland), A. Rewiizki (Ukraine), N. Syrkin und Ch. f'cinmaiin (Amerika), E. Blumen fehl und T. licn-Z wi (vom Bä ,סי des Well verbände»), D. Bin-Gorion, T. T a be 11 k i n mul S. Jabneeli (von Achdulh-Haawoda). L. C h a s a n o w i t sch und Oskar Cohn, die eben- 2 d.s zur Kommission gehören, konnten aus. technischen utiindca Palästina nicht erreichen. Ebenso blieb Lfrugsi (Vertreter der ukrainischen Poale-Zion) in Wie 11 stecken. Die Kommission ist in Sektionen verteilt, von denen diejenigen für Lindwirtschaft und Industrie in 'erster Linie ihre Arbeit in Angriff nehmen. Die Mitgiknkr der Kommission gehen daran, das Land zu bereisen, Dr. N. Syrkin hat bereits zwei vielbeachtete Vorträge in Jaffa und Jerusalem gehalten, beidemal über Jas Thema ״Der Aufbau Palästinas auf geuossenschafthcher Oium'lage“. In Jerusalem sprach er vor einer tausendköpfigen Zuhörerschaft. Die Zeitungen aller Riehfuugcn rühmen die Vortragsweise, die ausgezeichnete hebräische Sprache (in aschkenasischcr Ausspräche) und die Art, wie der Redner seine Ausführungen durch Volkstümlichkeit der Darstellung und durch Ziliering zahlreicher Bibelverse sowie durch seinen Humor wirkungsvoll zu machen verstand. Aus dem Inhalte ist besonders der großzügige Vorschlag hervorzuheben, an England inid Amerika mit dem!Ersuchen livran zu treten, uns in derselben Weise wie Belgien und anderen niinierten Ländern eine internationale Anleihe zu gewähren, die, zusammen mit unserer nationalen Anleihe, Milliarden für die Finanzierung des genossenschaftliehcn Jischuws ergeben würde. Die Reden Syrkins zeichneten sich ölxrhnupt durch ihren politischen Inhalt aus. Nichts Bestehendes solle zerstört, das Neue aber solle wirklich neu gestaltet werden. Vorschriften über Registrierung von Gesellschaften. Das ״Board of Trade Journal“ meldet•. Von der Verwaltung des besetzten Gebietes in Jerusalem ist eine Verordnung heraus,,׳e;;eben worden, welche Iksthmmm* gen über die Registrierung von Gesellschaften mul über ai!■ Verleihung der Rechtsfähigkeit vor Bc׳mn ihrer Geschäfte enthält. Die Verordnung hat folgenden Text: 1. Eine Handelsgenossenschaft oder Gesellschaft, welche Geschäfte im besetzten Gebiet (Süd) betreibt, gleichgültig ob ׳mit lusihränkter oder unbeschränkter Haftung, oh sie im oUomanisrhcn Reiche oder außerhalb desselben etabliert ist, soll innerhalb einer Frist von einem Monat nach der Herausgabe dieser Verordnung heim Gerichtshöfe erster Instanz, in jenem Distrikt, wo sie ihren Hauntsitz oder eine Zweigniederlassung hat, registriert werden. Handelsgenossenschaften oucr Gesellschäften, welche sieh nachher etablieren mul Geschäfte im besetzten Gebiet (Süd) betreiben, sollen inneihalb einer Frist von einem Monat, vom Zeitpunkte ihrer Gründung an gerechnet, in das Register eingetragen sein. 2. Eine Gesellschaft, welche registriert werden will, hat beim Präsidenten des Gerichtshofes erster Instanz eine von den Teilhabern unterfertigte Erklärung ein zureichen welche enthalten muß: den vollen Namen, Beschreibung des Gcsellschafts/weekcs und Sitz, der Teilhaber sowie der Anteilschei.iinhaber in. b. H. oder der stillen Gcseüscha'lcr (Kommanditisten), den Firmen- »amen der Gesellschaft, die Namen jener Teilhaber, welche berechtigt sind, die Oesch.'ifet der Gesellschaft zu verwalten, zu leiten und zu zciclutcn, die Flöhe des tatsächlich eingezahlten Kapitals, welches auf Aktien von den Kommanditisten einzuzahlen ist, das [Fatum des Vertragsabschlusses und des Inkrafttretens des Gesellschaftsvcrtragcs. 3. Eine Gesellschaft m. b. H. hat eine Erklärung einzureichen, weldie unter anderem feststcllt: das Land, in weichem die Genossenschaft gegründet wurde und ihre Nationalität, das behördlich legrtrmicite und Wirklich eingezahlte Kapital der Gesellschaft, den Nominalwert und die Zahl ihrer Anteilscheine, da! Hauptsitz der Gesellschaft und jene Orte im besetzten Gebiet (Süd), wo die Gesellschaft Zweigniederlassungen hat. 4. Eine Aktien* oder Kommanditgesellschaft m. b. FI., eine geschlossene Handelsgesellschaft sowie jede wie immer konstruierte kaufmännische Gesellschaft m. b. H, muß eine Bewilligt!!!״ von der Verwaltung des besetzten Gebietes (Süd) haben, bevor sic 1uit ihrer Geschäftstätigkeit beginnen kann. Deutschland tnsänderunven Palüstinachronik Das Nathan Strausschc Institut Im Besitz der Zionistischen Organisation. Nathan Straus bat zu den bisher von ihm gcspendvlcn 5ÖC1K) Dollar für den Palästrna-Restorations-F'onds weitere 10000 Dollar gegeben und hat außerdem der zionistisch?n Organisation von Ameiika dm Besitz des von ihm errichteten Healthbüro in Jerusalem übertragen. ■׳ Lehrerseminar des Misrachi. Anfang Scbewat ist das längst in Aussicht gestellte Lehrerseminar des Misraclii in Jerusalem eröffnet worden. Es sind vierzig Schüler geprüft, von denen 13 für die erste Klasse angenommen wurden. Die zweite Klasse soll zun» Sommersemester eröffnet werden. Das Seminar steht unter der Leitung des Rabb. Ostrowski. Neben dem Leiter unterrichten im Seminar noch Herr E. M. Lip schütz und Dr. J. M i r k i n. Auskunftsbüro des Misrachi. Das Komitee des Misrachi in Jerusalem beschkdi, ein eigenes Auskunft»- und Naclnveisbüro unter dem Namen ״Schi.vath Zion* zu eröffnen, das für Unterkunft und Beschäftigung *1er Einwanderer sorgen wird. Oricntforschung. In einer Sitzung der aHqemeincn palästinensischen Gesellschaft zur Erforschung des alten Orients, in der Juden und N ich tjud eu zusammen■ arbeiten, wurde beschlossen, in zwangloser Folge Sammelschriften herauszugeben, die die Ergcbnissc der wissenschaftlichen Forschung enthalten sollen. Die Schriften sollen französisch, cnglisdi. hebräisch »auf arabisch erscheinen. Die Redaktion der hebräische« und arabischen Ausgabe übernahm D. Je Hin. Ferner wurde beschlossen, in Jerusalem die gesamte Orientforschung zu konzentriere«. Dort sollen alle Materialien aus dem nahen Orient gesammelt und von der Zentrale der Gesellschaft den Forschem und Touristen zur Verfügung gestellt werden. Nfltnc tisanuki uhj;< Die Mimikry, die einzige Walle unseav Assimilanten, äußert sich neuerdings besonders fiäulig, überall, wo der Antiscinitisnius auftritt, ia dem Versuch, den jüdischen Nachnamen ab zuändern und damit de jüdische Abkunft zu verbergen. Wir können den folgenden Ausführungen mir völlig bcipflichten. Die Red. Das Jüdischste au vielen Juden .sind ihre Familien-!!amen, die sie an ihrc Abstammung gemahnen und mit der Kette ihrer Väter verbinden. Den jiklisdua Familiennamen glaubt »na« durch einen möglichst uujüeVsehen Vornamen vergessen machen zu können. So entsteht dann ״die Schande unserer Namen“, de Abraham Schwadron unermüdlich ang!.pra11;;ert ha?. Die christlichsten Vornamen können nicht gut muclu.■«, was der jüdische Nachname, der im Verkehr allein gebraucht wird, anrichtet. Es besteht also da» Bedürfuis, den jüdischen Familiennamen mit dem Christliehen Vornamen in Einklang zu bringen und 90 1!k• dirrch Vermeidung jüdischer Vornamen zerstörte Harmonic wieder herzustcllcii. Die Wahl des Vornamen« steht dem Vater frei, an den Familiennamen ist man gebunden. Da hilft die preußische Verordnu 1» g betreffend die Aenderungen von Familiennamen vom 3. Novem'xr lölö, die als erster der Minister der jüdische Ministerpräsident Paul Hirsch unterzeichnet hat. Das Verfahren ist jetzt sehr bequem. Man wendet sich nicht mehr an die Regierung, sondern an de!» Amtsgericht seines Wohnorts. Dieses stellt die nötigen Ermittlungen au und berichtet dem juslinninistcr, der die Ermächtigung zur Namensänderung zu erteilen Im. Seine Entscheidung wird nicht im ״Berliner Tageblatt“, sondern in dem weniger interessanten tuid deshalb «ige* lesencn ״Rcicl.sanzeiger und Prcußisehen Staatsan/cigcr“ bekannt gemacht. Ein sehr schmerzloses Verfahren. Eine Bestimmung der Verordnung könnte den ״besseren“ peinlich werden: Soweit die Namensänderung oiiensichtlich unlauteren Zwecken dient, kann das Am!•• p,dicht den Antrag zurückweisen. Der größie Teil d.r Antragsteller besteht aus Juden, und in den meisten Fällen dient deren Namensämlcnnig unlauteien Zuecl.u i, nämlich «ier Verheimlichung ihrer jüdischen Abstammung; wenn unlauter ist, was gegen das Empfinden aller anständig Denkenden verstößt. Es wäre zu wünschen, daß die Praxis keinem Gesuche stattgäbe, das aus den oben gekennzeichneten Beweggründen, also Giarsktcrlosigkeit, hervorgegangen ist. Nicht nur die Deutschen müssen sich die Teutonisierung ja di-,eher Familienname« verbitten, auch die selbstbewußten Jude« wenden sick gegen dies verächtlid»e Verhalten, über das man übrigen» auch in andern Ländern, so in Oesterreich und Ungarn in letzter Zeit klagt. In Ungarn belegen die jüdische* Assimilanten magyarische Familiennamen derartig mit Beschlag, daß diese Namen — eine alte Erfahrung - schon anfangen, als jüdisch zu gelten. Diejenige!! Juden, die sich jetzt bei den Amtsgerichten init NauicnsäiKle• rungsgesuchen drängen, sind durchweg in der Lage, dafür zu bezahlen. Der jüdischnationale Abgeordnete Stricker beantragte im vorigen Jahre in der deutsch• Österreich; .chen Nationalversammlung eine ganz gewaltige Besteuerung der Namensänderung und war mit den! Entwurf nicht zufrieden, der bei Vermögenden hi der Regel eine Abgabe von nur 20000 Kronen vorsah. Er meinte: ״Wenn sich so ein reicher Jude taufen läßt und dann weiter noch Abc'es heißt, hat er keine Freude mein• an dem ganzen Christentum. Und er läßt cs sich schon etwas koste«.“ Folgt die Praxis der oben gegebenen Auslegung der Verordnung nicht, dann sollte inan wenigstens aus der schmutzigen Gesinnung eine ergiebige Stetierquclle machen und nicht, wo sonst alles im Werte ungeheuer gestiegen ist,!׳ermanische Familiennamen gratis verabreichen. H. c. Jahren kam cs mir zum Bewußtsein, daß auch ich cm Jude!v.ir, wenn auch ein abtrünniger — ein Meschummal, seit 25 .Jahren ein Mcschtsmmed, und daß meine Söhne und Töchter als Gojim aufwuchseil, um vielleicht in kommenden Zeiten selbst an Pogromen gegen die Judtm teiizunchmen, Ich dachte: Mein ältester Sohn, Stephan, wird vielleicht bald selbst st) ein Lumpenkcrl v,׳erd011 und die Juden schlage«; und während ich so in di.' Zukunft blickte, bestieg ich ־meinen Schütten, tief in Gedanken und die Augen voll Tränen. Ich ließ die Zügel fahren und jagte tief in die Wälder, ohne auf den Weg zu achUm. Ich kehrte zu meiner Arbeit zurück und sammelte Brennholz, aber meine Gedanken v. nicht bei meiner Hände Arbeit und »ehe, während ich Zweige mul Aeste kleinhackte und i>1 meinen Schütten sammelte, hörte ich, zitternd und bebend, eine Stimme vom Himmel, welche laut rief: ״Zaiman, du bist dn Jude und ein Sünder 41 Israel; laß deinen Schlitten und dein Pferd zurück, lasse das Dorf 1hinter dir, geh fort von Weib und Kindern, und geh nach Erez Israel, kehr um von deinem Abfall, zurück zu deiner Herde... bearbeite den Boden als ein reuiger Sünder, —- und der Lohn deiner Arbeit wird die Vergeltung deiner Sünden sein,“ Als ich die Worte hörte, Wurde ich von rasender Reue erfüllt. Gehorsam gegen die Stimme von oben und das Gebot meiner eigenen Seele, ließ ich Pferd und Schiitte!g Brennholz und Axt und kehrte nicht auf meinen Weg zurück, sondern ging geradeaus durch die Wälder, weg von den! Dorfe, bis ich die Landstraße erreichte, die zu der nächsten Stadt führte. Auf diese Weise vermied ich und l'fcß hinter mir mein Haus, mein Weib und meine Kinder, meine Nachbarn und alle, die ■midi kannten. Skhon Tage und sieben Nächte wanderte idr zu Fuß, rastete am Wege, schlief unter Bäumen. Am achten Tage, an entern Sabbatabend, erreichte ich Odessa, den Hafen, von wo die.Schiffe nach Erez Israel abgehen.“ An diesem Punkte seiner Erzählung angelangt, schfwfc# Zalman, denn sein schweres Herz, die Er- »rtnerwif an Weib und Kinder, die er für immer verlassen, hinderten ihn, weiter zu sprechen. Aber bald hörte ich, teils von ihm, teils von andere«, das Ende seiner Geschichte: Wie er ohne eine« Meller Geld und ohne Paß Rußland verlassen Hatte, wie er als büßender Abtrünniger zu Rabbi Kuck kam, dem Rabbiner vo« Jaffa, und wie es ihm im heiligen Lande weiter ergangen war. In Odessa ging er zum Hafen, olunc Papiere mid ohne Geld, und als er dort ein segelfertiges Schiff erspähte, versteckte ‘er sich hn untersten Teil des Gepäck raumes Ln der Kohle. Dort blieb er ohne Speise und Trank durch 36 Stunden, bis das Schiff den Hafen von Konstautiiiopel erreichte. In Konstantinopcl kam er au Deck, sprach mit den! Kapitän, gestand ihm seine Mittcllosigkeit und beteuerte gleichzeitig, daß er bereit sei, für die Ucberfahrt nach Jaffa die allcrschwcrste Arbeit zu verrichten. Der Kapitän steckte ihn Imter die Kohlen- .׳!blader und nach 12 Tagen harter Arbeit landete er in Jaffa. Sofort nach der Landung erkundigte sich Zairtuui nach dem berühmtesten Rabbi in Jaffa. Er wurde zum Hause des Rabbi KuCk geführt, eines der frömmsten und (jddirteslen Männer von Erez Israel. Der Rabbi empfing Um gütig und hier in einem mit heiligen Schriften gefüllten Arbeitszimmer beichtete Zstman seine« Abfall, erzählte die Geschichte seines Lebens unter de« Andersgläubigen und seiner Ucue. Der Rabbi 'sagte: ״Zalman, von diesem läge an bist du wieder ein Jude. Vergiß und reiße aus deinem Herzen die Erinner.»!״ an ein 25jähriges Leben unter den Nichtjuden... vergiß Weib und Kinder, als wären sie «ic dem gewesen, geh umd Arbeite in einer Kolonie — und wem! es eich verlangt, wieder zu heiraten und Kinder zu bekommen, tue so, lebe mit ihnen auf geheiligter Erde, pflüge und bepflanze den!Boden und die Arbeit wird die Sühne für deine Sünde sein.“ Wie ein gehorsames Kind hörte der fünfzigjälcrigc Zalman zu;und tat nach dem Gebote de# Rabbi Kuck. Aber zuerst machte er eine Pilgerfahrt von Jaffa nach ,׳! Jerusalem, um die kalten, altcrsschwarzen Steine <k< verwitterten Klagcniaucr zu küssen. Bei!!er Klagcmauar hielt er sich abseits von allen andere«, ein «!!sanier Mann, der in einem öden Winkel den stummen Steinen seine Sünden beichtete, während rings uni Um das Klagen, Weinen und Bete« der anderen ertönte. Voll Jerusalem ging Zalrnan nach ckicr kleinen Kolonie ,von zum Juden• tum Uebeigetretcmen ׳in Galiläa,!la sei« Herz sich ihnen und ihrer Art verwandt fühlte. Hier verding Ic er sich bei eitlem der bekehrten Kolonist«» als Tagiühncr umt wurde nach kurzer Zeit als einer der besten Landwirte der, Gegend bekannt Er heiratete «Fe Witwe eines An- Siedlers, der am gelben Fieber gestorben War, *ine hübsche Matrone und die Mutter von fünf Kindern, die ihm ein sechstes gebar. Hat er, wie der Rabbi ihm gdxrt, fünfundzwanzig Jahre seines Lebens ״aus dem Herzen geiTscn“? Hut er Weib und Kinder seines frühere« Lebens vergessen? Seine kummervollen Lieder bei der Arbeit hinter dem Schubkarren warm ein verräterisches Zeugnis — Lieder, die Wcliklagen aus «lein TicBtru waren, Lieder, io denen die N.inuvt von Stejüiau und Maiiana immer wiedef* kehrten, wie ein Traumgesang auf sei« totes Leben... Sein Herz sehnte sich nach seinem Lehrer in Jaffa. Im Laufe der Zeit verließ er die kleine Konvertitenkolonie und zog mit Weib und KukIo«! «lorthin. Aua freier Wald trat er unserer kleinen Gnrpj* von Erdarbeiten!, von ״freiwilligen Sträflingen" bei und schlug in einem dunkler» Winkel der Neveh Zedefcgasse in Jaffa seine Wohnung auf. Mit seiner eigenen Arbeit und der seiner Frau, welche für unsere kleine Gruppe die Wäsche wusch und ausbesserte, bn;phtc es «las Paar zustande, sein Auskommen zu finden. Ein geborener Führer unter dos! Männern, der Berater eines russischen Bauerndorfes und später das angesehene Mitglied einer Konvertitenamkdlung, wurde er bald der erklärte Liebling unserer Gruppe, — ein Baal Teschuwah, au dessen rtiriichcr Reue niemand zweifeln kannte, der ihn nur einmal beten gehört lattc.

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