Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 13 (17.2.1920)
- Date
- 1920-02-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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JUED1SCHE RUNDSCHAU Seife 87 13 .זא Der Bericht der Morgcntlinu-Kominission A!» nach dem Waffenstillstand in! November 1918 die Kette der Pogrome in Polen begann, als Tag für Tag neue Nachrichten aus allen Richtungen des polni• sehen Reiches von barbaiischen Ausschreitungen gegen die Juden zu berichten wullten, wurde von der ainerikanischen Friedcnsdelegation eine Kommission nach Polen entsandt, um über die Pogrome und die Lage der Juden in Polen zu berichten. Vorsitzender der Korninissiou wurde Henri Mergenthau, der frühere HütscJiafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopd. Die Kommission bereiste Polen und die vo.1 den Polen besetzten Teile Litauens und Weißrußlands in den Monaten Juni bis September 1919. Die jüdische Oefientlichkeit wird sieh daran erinnern, daß die großen Er• Wartungen, mit deiieti man der Kommission bei den polnischen Juden e.'itgegengesehcn hatte, bald Schwan- »len. Es zeigte sich, daß Morgcnthau gewillt war, sieh nicht nur über die tatsächlichen VcrlülUiisse zu informieren, sondern auch sich berufen glaubte, den l'riedensvermittk'r zwischen Polen und Juden abzugeben. Hinzu kam, daß ilun die Auffassung der Juden als einer nationalen Minorität und die daraus resultierenden und im I liedeusvcrtrag teilweise anerkannten Forderungen fremd waren und er Aeußcrungen tat, die geradezu die polnische Regierung zur Mißachtung des Eriedeusvcrtragcs aufzufordern schienen. Mergenthau hat nunmehr in Amerika den Bericht über <1 i c Ergebnisse seiner Reise veröffentlicht. Der Bericht enthält in seilirr ersten Hälfte eine aus• t'uhrJiche Schilderung der Pogrome in acht Städten Polens, Galiziens und des von den Polen bc• setzten Gebietes. Die Schilderung stimmt, bis auf den Pogrom in l.einherg, der ziemlich harmlos dargestellt wird, im, allgemeinen mit den in der jüdischen Presse veröffentlichten überein. In der zweiten Hälfte befaßt »ich der Bericht inij, Vorschlägen zur Vor• söhn trug der Juden und Polen. Wir geben, einige charakteristische Stellen wieder“): ״Hier und dort sind einzelne Fälle von Ermordungen vorgekonimen, die in den früheren Ausführungen nicht aufgezählt worden sind, weil sie an sich nichts d,11׳ stellen, was nicht bereits in den geschilderten Hauptex/csscn beobachtet worden ist. Im ganzen N betrachtet sind von den acht Ortschaften, in denen \ giöltere Ausschreitungen stattfandeo, bloß Kiclcc ml C. z 111 ־ s to cha u innerhalb Kongreßpolcns ge* le'|V־n. In Kielce und in Kolbuszowa gingen 'Ausschreitungen von der Zivilbevölkerung tuid wT: den Ba uern aus. In Czcnstocl1.au beteiligten sich soweit' Bürger als Soldaten. In Minsk sind die Ex/»?sse hauptsächlich auf die Schuld eines Offiziers zuruc'hznfuhren. ln Lemberg Li da, Wilfla tind M N!15 * sm(* die Exzesse von Soldaten beaanpen worden die Städte eingenommen haben, wobei'das nntiscmiti&j'? Vorurteil der Soldaten durch die Beschuldigung entgeht worden ist, die Juden *Gen Bolschewik! (in h.'.uuberg wurden die Juden des Paktiercns mit den gramem beschuldigt), so dal! diese Exzesse mehr pt!, 1,f.0,, .a ‘ a 1' semitisch sind. Die VcrantWprt',chke1t .für diese Exzesse liegt größtenteils auf der.1 undisziplinierten und schlecht versorgten polnischen Re.V״dcn, die von ihren ungeübten und unenergischen Ot 11z1er<.*11 nicht überwacht wurden und die sich auf Kosten desjenigen Teiles der Bevölkerung schadlos hielten, den’ sie als der polnischen Nationalität fremd und fcindlic.'j ansahen. Bekanntlich ist die Einführung der Disziplin in einer neue«, nicht routinierten Armee eine äußerst, schwierige Sache. Andererseits beweist das schnelle Ende der Unruhen in Lemberg, nachdem gehörige Koiitrolhnaßnahmen getroffen worden sind, daß ein tatkräftiger Beschluß Ordnung schaffen und energischer Gebrauch von Rcpressivmaßnahmen Exzesse vermeiden oder wenigstens vermindern kann. Man kann daher an nehmen, daß eine strengere einheitliche Politik und die Vcröffentlichuriß von militärischen- und Cierichtsurteilen die Exzesse verkleinert hätte und 11 en Soldaten die Meinung genommen hätte, man könne unbestraft rauhen und sonstige Verbrechen b e - g e 11 e 11. Genau wie das ganze Jüdische Volk nicht für die Taten einiger seiner Glaubensgenossen verantwortlieh gemacht werden kann, wäre es auch ungebührlich, da* ganze polnische Volk für Gewalttaten zu be- *diukhpen, die von unkontrollierten Soldaten und dem Pöbel begangen worden sind. Alle Gewalttaten sind höchstwahrscheinlich unorganisiert gewesen, sonst wäre die Anzahl der Getöteten in die Tausende gestiegen, Während sic jetzt 280 beträgt. Da die Pogrome eine Folge des Vorurteils sind, die jüdische Bevölkerung sei der ׳Regierung feindlich gestimmt, so ist mminehmen, daß, wenn die polnische Grenze bestimmt und die innere Lage stabil werde« wird, die Regierung wohl alle Klassen der Bevölkerung wird schützen können. Da die Regierung den Vertrag unterschrieben hat, in dem die Rechte von Rassen- und ReUgionsminoritätcn gesichert sind, so kann wohl erwartet werden, daß die Regierung aufrichtig die Verantwortlichkeit übernehmen wird, nicht bloß alle Bevö'.kerungsschichten vor irgendwelchen Angriffen zu verteidigen, sondern auch die Massen soweit zu entwickeln und zu bilden, daß solche Exzesse nicht mehr Vorkommen werden.“ Nachdem der Bericht ausführlich die Boykott* kampagne der polnischen Regierung und Gesellschaft gegen die Juden geschildert hat, fährt er fort: ״Wenn man auf die Ursachen eingeht, die die antisemitische Stimmung in Polen erzeugt haben, muß man dessen eingedenk sein, daß seit der pol* irischen Teilung 1795 aie Polen Immer gestrebt haben, sich als Volk zu vereinigen und die Freiheit zu bekommen. Dieser stete Wunsch veranlaßt« «*, daß *) Alle Sperrungen stammen von uns. Die Red. eie mit einem Haß all#» annnlwn, was ihr* Bcsir*• billigen *toreii könnte. Das fuhrt« zu eme1n Konflrkt mit jüdischen Organisationen, die erklärten, sie wünschen eine T u 11 u r c 11 c Autonoinic, die v״u der Regierung finanziell unterstutzt werde# solle. Hinzu kam die Stellung der Juden zum Artikel 93 des Versailler Vertrags, der das Minoritätsreclit in Polen sichert. Besonders aber wendet sieh Vlie polnische nationale Stimmung dagegen, daß der jüdischen Masse in Polen ein ״fremder“ Charakter anliaftet. Ucberhatipt empfinden es die Polen als fremd, daß die Juden eine eigenartige Kleidung tragen, am Sabbat ruhen und am Sonntag arbeiten, rituelle Speisen essen, Bärte tragen und eine eigene Sprache sprechen. Dabei beruht ihre Sprache auf einem deutscheu Dialekt und da Deutschland ein Feind von Polen war 'und ist, so sind dei Juden noch uuhclichter. Die ׳gegenseitigen Beziehungen zwischen Juden und Niditjuden würden sich zweifellos in emem stark demokratisierten Polen bessern. Um das zu erreichen, müßte eine Verständigung und Zu! n m m e u - arbeit zwischen den 8(1 ״,,> Christen und M *0 Juden ״herbeigeführt werden. Die 86 ",0 müssen verstellen, daß Polen nicht eine feste Front gegen seine Nachbarn bilden kann, Wenn ein bedeutender Bruchteil der Bevölkerung unzufrieden^ ciugeschüclitert und inaktiv gemach( wird. Die Minorität müsse «!!gespornt werden mit ihrer ganzen Kraft dahin zu wirken, Polen zu einem großen einigen Lande zu machen.“ Der Bericht stellt weiter fest, daß die Kommission im Laufe der zwei Monate die Sachlage nicht soweit erforschen konnte, um eine Lösung der jiidisehen Frage formulieren zu können. Dazu wäre ״eine vorsichtige und ausgedehnte Untersuchung“ nötig. Morgcnthau schlägt nun vor, daß der Völkerb u n d oder die größeren Mächte, die am polnischen Problem interessiert sind, eine neue Kommission nach Polen schicken sollen, die aus Fachleuten aller Art bestehend, um die polnische Frage überhaupt und die 'jüdische insbesondere gründlich zu et forschen. Die Aufgabe der neuen Kommission in bezug auf die Juden wird folgendermaßen Umrissen: ״Die Kommissinn liat einen Plan auszuarbeiten, der den polnischen' Juden dieselben wirtschaftlichen und sozialen Möglich• keiteii verbürgen soll, die ihre Glaubensgenossen in and«• ren freien Ländern genießen. Wir können sicher sein, daß Polen seine im lTiedeiisvertrage übernommenen Verpfliclitungcn, die mit den bestell Traditionen der Nation im Einklänge stellen, nadikoiiimen wird. Den Juden wird dadurch ein neues Leben eröffnet. Die Aufgabe der projektierten Kommission wird es sein, den Juden zu helfen, dasselbe Ansehen zu erlangen, daß ihre Glaubensgenossen in anderen Ländern besitzen, als wertvolle Mitbürger der Gemeinschaft, in der sie leben. Die Tat rache, daß cs eine oder zwei Generationen dauern kann, bis das Ziel erreicht sein wird, darf nicht ent* mutigen.“ Der Bericht 'schließt mit folgender Ermahnung: ״Alle Bürger Polens müssen cinschcei, daß sie doch zusammen zu leben haben. Sie können nicht voneinander getrennt werden. Sobald alle Bürger Polens die Tatsache voll und ganz begreifen würden, werden sic zu einer Verständigung kommen, die d;c existieremlen Umstände erleichtern. Die polnische Nation muß einsehen, daß ihre schlimmsten Ecimle diejenigen sind, die zu inneren Streitigkeiten hetzen. Es darf in Polen nur eine einzige Bürgcrklassc sein, deren sämtliche Mitglieder dieselben Rechte genießen und dieselben Pflichten tragen.“ Der vorliegende Bericht bestätigt also sachlich im großen und ganzen alle von jüdischer Seite behaupteten, von polnischer so verzweifelt bestrittener Berichte über Pogrome und Exzessen. Charakteristisch ist, daß auch Morgcnthau die polnische Regierung nicht freispricht. Es liegt ein scharfer Tadel in den Worten, daß eine strengere einheitliche Politik lind die Veröffcntlichung scharfer Gerichtsurteile gegen die Exzedenten den Soldaten bald die Meinung genommen hätten, daß sie ungestraft plündern und rauhen dürfen. Gewiß kann man nicht das ganze polnische Volk ohne Ausnähme verantwortlich für die Ausschreitungen machen. Die moralische Verantwortung aber trägt jeder Teil der polnischen Gesellschaft, der die Pogrome hingchcn ließ, ohne 7.u protestieren und sie zu hindern. Ob den praktischen Vorschlägen Morgcnihatis bcsondere Bedeutung bcigcmesscu werden kann, steht dahin. Es ist recht zweifelhaft, ob eine neue Kommission, auch wenn sie aus Fachleuten besteht, zur Versöhnung der bestellenden Gegensätze beitragen kann. Aufgabe des Völkerbundes wird cs sein, die den Juden im Friedensvertrag verbürgten Rechte zu sichern und zu schützen.* Ein versöhnlicheres Verhältnis der beiden Nationalitäten wird erst inöglich sein, wenn Polen weiß, daß das System des Zwanges, der Unterdrückung und des Boykotts nicht geduldet werden und wenn man in dein Juden einen Faktor erkennt, den man nicht verletzen kann, ohne die Interessen Polens zu verletzen. Der Palästlna-Aufbaufondi Die Restoration Fonds Action in England. Die englische Zioiiisteiifederation gibt ein monatliches Bul- Ictiu heraus, das eine Uebersicht über die in einem Monat clurchgefülirten Aktionen für den Palästina-Aufbau-Fonds enthält. In einer großen Reihe von Orten in der Provinz, sowie in London in zehn verschiedenen Stadtvierteln wurden im Januar 1920 Versammlungen abgehalten. Der Aktion kam besonders die Anwesenheit des Herausgebers der ״Palestine Daily Mail“ zugute. In zahlreichen Städten wurde überhaupt zum erstenmal eine jüdische Versammlung abgehalten. In Süd-London wurde eine neue zionistische Gruppe gegründet, die 350 Mitglieder umfaßt. Besondere Mühe wurde aufgewandt, um die gewerkschaftlich organisierten jüdischen Arbeiter; zu gewinnen. Oie Anfänge (kr hebräischen Wiedergeburt Von S. J a bn ee 1 i. Die nachfolgenden Ausfulmuigen, die einar prachtvollen größeren Abhandlung entnommen lind, welche im nächsten l tett oer Zeitschrift ״Der Jude" (Herausgeber Martin Buber, Verlag Lowit) in deutscher Sprache erscheinen wird, sind in mehrfacher Hinsicht beincikcnsweit. Erstens "J■•‘-־» des bediiiguiiyslore« Emtielcus eines der ״AcnuutJ1 Haawoüa“, also dem Wcltverband der ,1ן oale-Zion“ angehöreiulen Aibcitci fuluers für nie hebräische Sprache, _ während zahlreiche Gruppen der Poalc-Ziuu Europas und Amerikas p!og 1 •1 minatisch für eine G.eichberechiieung des jütischen in Palästina kämpfen. Wuer aber versucht der Aufsatz, die maß,«seit und!■edaukenlosen Ueberireiliiiiigcn, die über die bereits voll* endete Wicdergebuit der hebraiseheu Sprache in Palästina heute unter den Züaiisetn uiniili »;mit, auf das richtige Maß zu rcdu/icicn und wahrhcitsgelrcu auszuspredien, was ist. Demi cs ist Verderb,ich, wenn die Masse der Zionisten sich dureli den Hinweis auf die Verdienste andcier (diesfalls also der Palästinenser) von 111.eu eigenen VeipH« litungen gegenüber der bpiache lieizuniaclieii sucht. Demgegenüber muß der Tatsache ins Auge gesehen werden, daß das hebräische Geistesleben Palästinas noch keineswegs gvfedi »t, vielmehr recht armselig ist, und daß wir nicht durch Begeisterung und Schönfäiberd, sondern nur duich entschlossene chilidie Mitarbeit, dureli Hebraisicniiig des ganzen Volkes und schöpferi‘-"'he Anteilnahme 11״ dem Wunder der Wieder- Belebung unserer Sprache, unsere nationale Pflicht erfüllen und wahrhaftig in das erwachende Volk»* ganze hincinwachsen können. R. Vf. Die Jargonistcn glauben, daß die einzelnen Jargondialcktc (Arabisch, Persisch, Kaukasus-Jüdisch, Spa’uiolisch, vor allem aber der ״Jidisch“ genannte deutsche Dialekt) bei den Juden lebendig bleiben werden, solange es Völker und Menschen auf Erden gibt. Ihr Natioifuisuuis kann sich also, soweit er die Sprache betnfit, mit der Lrhultung der Dialekte im Volk, mit der Erhaltui.g des Vorhandene«, zufrieden geben. Bei den jargonisten ist nicht das Leben des ״jüdischen“ selbst tragiidi, da diese Sprache ja bei sehr «edeimmde« Voll י־■ teilen gesprochen wild, also lebendig ist, s״«dcrn nur die Stellungnahme zu seiner Fliege uuü VeieinheiUieUung, zur Festlegung seiner grammatischen Gesetze, und zur Ausbildung einer Voiksiiterahir in der Volkssprache. Die Gegenwart ist mit ihnen, deshalb s: ׳ sie auch ihrer Zukunft sicher. Die der hebräischen 5. rache Ergebenen begnügen sieh zumeist mit der Hoffnung auf die Kenaissance unserer Sprache in Palästina, mit der Erhaltung einer hebräischen Literatur und mit Gruppe« von Hebräisch-Redenden in der Diaspora. Die' Gegenwart ist absolut nicht mit ihnen, deshalb sind sie auch der Zu• kauft nicht sicher. Nun aber ist i 1 Paläst.11.1 ein zwai sehr kleiner, aber doch für die Zukunft unseres Volkes und seine Auferstehung im Henna.laiid sehr wertvoller geschlossener jüdischer Volksteil entstanden, dem Hebräisch zur Sprache geworden ist, -״• das i«t die 11 e b räi sch e A r b eite rs eh a f t. Seit fünfzehn j״lu׳•» ist der hebräische Arbeiter bestrebt, sein «»«*es Leben von der hebräischen Sprache, der <■* neue geschworen hat, beherrschen zu lasse». Nur wenige haben die Kenntuis unsere•' öjnactie aus der Diaspora mit ins Land geh!acht, noch weniger das Reden in ihr; heute ist sic bei Hunderten von Arbeiter« und Aibciteriuucn durch Uebung und bet vielen dann durch unermüdliche, jahrclange physische Anstieugung zur l.ebcnssprachc geworden. Ein tiefes Gefühl der Piiiciit und der Liebe, gegeiuibec unserer Sprache und wechselseitige Hilfe' bei ihrer Aneignung, haben den Sieg dieser sprachliehen Revolution bei dem einzelnen wie bei der Gesamtlicit gelördert. D.c Gruppe der jüdischen Arheiter in Erez-Israei ist, abgesehen von den Lehrern, bei denen der Beruf es mit sich bringI, die einzige, in der die heliriiisriic Sprache iiire Auferstehung als gespi'ochene Sprache in Haus, Familie und Arbeit erlebt hat. Aber gerade dieser innere Sieg des hebräischen Arbeiters, gerade diese Fälligkeit, seine hebräische Sprache mit dem wirklichen Leben, dem Leben der Odfeiitlichkcit, der Familie, der Jagend und mit dem Lehen seiner Kinder zu verknüpfen, legt ihm eine besondere Sorgfalt und eine erhöhte YeiautwortUchkeil für das Schicksal seiner Sprache auf und zwingt ihn, die schwere Frage zu stellen: Wie gelangt unsere Sprache zur vollen Auferstehung? Durch Übermenschliehe Anstrengung der palästinensischen Mindeiheit oder dureli eine mächtige, allumfassende Bewegung• im Gallith? Solange das Volk im Ga lullt nur in der Lerne zusieht, wie seine Kinder in Ere/.-Isruel hebräisch oder ״die heilige Sprache“ reden, so lange gleicht unsere Tätigkeit hier, im Lande, an der Aufgabe der Wiederbelebung unserer Sprache gemessen, den Greise«, die nach Ercz- Israel pilgern, auf daß es ihnen vergönnt sei, hier zu stahen. Das war difc Wallfahrt einzelner, die das Volk verherrlichte, ohne mitzutun. Es verknüpfte sei« Lehen und seine Hoffnungen nicht mit dem ihren, es tat keinen Schritt ihnen nach. Doch das Gcschiceht, das sich zur Ncubclcbung unserer Sprache in unserem Lande rüstet, wendet sich an das ganze Lager und ruft es auf, zu folgen und zu helfen. Hilfe aber für die Neubelebung der Sprache in Palästina bedeutet nicht bloß materielle Hilfe, etwa Unterstützung der Schulen i« Palästina (bis die palästinensische« Juden sie a rs eigenen Mitteln unterhalten können), sondern •— Hilfe der Zunge; d. h. die Juden der Diaspora sollen uns dadurch helfen, daß sie sich des Hebräischen im täglichen Leben ebenso bedienen, wie wir hier. Für den Seil Palästinas, | der die Atmosphäre des Inlands und die Presse des